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Jüdische Rundschau · 1919-04-01 · Heft 24 (1.4.1919) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIV (1919)
Issue
Heft 24 (1.4.1919)
Date
1919-04-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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■ Seite 189 JUfSDISCHE RUNDSCHAU Nr. 24 1u*d am allerwenigsten dürfte die zionistische Organ!׳ sation eine solche Aufgabe auf sich nehmen. Doch zurück zu Palästina. Mit einem Minderangcbot geeigneter jüdischer Arbeiter wird vorerst nun einmal zu reainen sein, und es wird sich von selbst ergeben, daß zur Ausfüllung der entstehenden Lücken einheimische Araber verwendet werden, eine Notwendigkeit, die auch Staatsraison und das Interesse an einem auskömmlichen Verhältnis gebieten werden. Jene Schwierigkeit mag sich allmählich verringern, wenn der fortschreitende Neubau unseres Volkes eine kräftigere Generation heranwachsen lassen wird. Doch wird der geistig regsame Und wirtschaftlich aufstrebende Jude kaum dauernd in einer so primitiven Beschäftigung sein Genüge linden, die außer den bereits erwähnten physischen und geistigen Mängeln auch noch das Stigma der Aussichtslosigkeit trägt, die keinen Aufstieg verheißt. Vielmehr scheint mir die Lösung dieses schwerwiegenden Problems in einer anderen Richtung zu liegen, in die der Ballod-Üettingersche Vorschlag einer A rbeits• dienstpflicht weist. Alle Angehörigen unseres Gemeirfwesens, Männer und Frauen, sollen ohne Unterschied zwei Jahre hindurch der Allgemeinheit dienen, nicht, wie sonst, zur Vorbereitung eines Zerstörungs- Werkes, sondern zur Mitwirkung an aufbauender Arbeit. Zu den Leistungen dieses Ärbeitsheeres soll unter anderen in Landwirtschaft und Industrie die Erledigung aller schweren, mechanischen Verrichtungen, die keiner besonderen Vorbildung bedürfen,!»wie der nur zeitweilig mehr Kräfte erfordernden Saisonarbeiten gehören. Durch die Verwirklichung dieses sehr fruchtbaren Gedankens wird die Gesamtheit selbst der Gesamtheit dienen und vermag dadurch, daß sie den Pariastand der aufstieglosen Klasse der ungelernten Arbeiter über flüssig macht, die Lösung der sozialen Frage in Erez Israel einen weiten Schritt vorwärts bringen. Von den Friedensverhandlungen Beginn der Nationalrätekonferenz in Paris Die Nationalrätelconferenz in Paris hat in Anwesenheit von Vertretern aus Galizien, Polen und Amerika begonnen, zu tagen, in den ersten Sitzungen wurden die Maßnahmen behandelt, die erforderlich sind, um die Friedenskonferenz für die Prinzipien der jüdischen nationalenOIeichberechtigungzu gewinnen. Die Angelegenheit wurde einer Kommission überwiesen, deren Präsident der Richter Julian Mack aus Arnerfka ist. Eine internationale Kommission für Syrien, Palästina und Armenien f*5e- «las ״Kopenhagener Zionistische B ä r o^lteric-htet, bescf»:oß die Friedenskonferenz, eine aus fünf Mitgliedern bestehende iu t e rnation ale Kommission nach Syrien zu entsenden, welche über die Verhältnisse in Syrien, Pa J ä.s?j iif#־>Ä;f *tBitft teidttffl säl. Die Namen der Kommissionsmitglieder und weitere Einzelheiten über die Kommission sind noch nicht bekannt. Der ״Board of Deputies“ gegen Luden Wolfs Haltung Ln der letzten Sitzung des ״Board of Deputies“ in London wurde, wie das Stockholmer ״Jüdische Pressebüro“ meldet, die Haltung Lucieh Wolfs, dessen Memorandum, an die Friedens- Konferenz die nationalen Forderungen des jüdischen Volkes, wie gemeldet, ignorierte, aufs schärfste kr! 11 s i e r t. Der Präsident des ״Board of Deputies“ er klärte, daß er bereits gegenüber Luden Wolf protestiert habe. Wegen Wolfs Abwesenheit wurde die Beschlußfassung auf die nächste Sitzung verschoben. Die Herren Lionel Rothschild und LordSwaythling, die das Memorandum mitunterzeichnet hatten, traten zurück. An ihrer Stelle wurden Prag (?) und Heur i q u e s gewählt. Auch Syivain Levis Haltung wurde scharf getadelt. Die neue Pogromwelle in Polen Für ■den 12. März wurde von den [Klinischen so- /ialistischen Parteien ein Generalstreik angesagt% Die reaktionäre;Presse versuchte, rechtzeitig diesem Streik, der gar nicht von den jüdisch-sozialistischen Parteien ausgegangen war, als Werk der Juden hinzustellen und sie so zu kompromittieren. So wurde durch diesen Streik, der in der polnischen Republik gesetzlich gestattet und dem sich naturgemäß jeder Arbeiter ansdiließen konnte, eine antisemitische Stimmung geschaffen, die eine Reihe blutiger Pogrome, die scheinbar von langer Hand vorbereitet waren, zur Folge hatte. Kalisch. VERSAMMLUNG)-KALENDER der Berliner Zionistischen Vereinigung Baro: Berlin C, Burgstr. SO. Telefon: Norden 9013-90SS /׳ Sonnte, nur Norden 9038. BcMHfcuelt tüglldi •u&er Sonnabends von 10-13 Uhr. Wir MHen die VertammlungsankOndigungen der Berliner gonfttlwhen Vereinigung an den Süuiea und In der Jüdischen Rundschau ns beachten. Donnerstag 3. April: Bezirks,ruppe ״Nordwest" Patzenhofer Brauerei, Turmslr. Edw Stromrir. Beginn 7V« Uhr ״Der JüdUtfce Natlona’fond» und seine Aufgaben“ Referent: Herr Dr. Albert Bür. Der Demonstration in Kalisch, an der 500 polnische Arbeiter teilnahmen, schloß sich auch ein Teil der Mitglieder der jüdisch-sozialistischen Parteien an. Von den 700 organisierten Mitgliedern des ״Bundes“ und der ״Poale-Zkm“ waren ungefähr 100 an der Demonstration beteiligt. Beim Rathaus sandten die Arbeiter eine Delegation zum Stadtpräsidenten. Der Stadt- Präsident hielt vom Balkon eine Ansprache und versprach, die Forderungen der Demonstranten zu erfüllen. Dann gingen die Demonstranten weiter. Selbstverständlieh gruppierten sich die Juden, genau wie die drei polnischen sozialistischen Parteien um ihre Fahnen, audi um ihre jüdisch-sozialistischen Fahnen. Der Mob verstand aber, die Juden von den übrigen Demonstranten zu trennen, sie in eine Prügelei zu verwickeln, und das war das Signal zu dem allgemeinen Judenpogrom. Bezirk(,ruppt ״Nordmt" Union t-Feiliülc, Grelfstralder Str.222. ,lewattnjt and jüdische Volksgemetade“ Referent: Herr Dr. Thellhaber. Bezirks,ruppe ״Wette■" Zohnürriehauj. BOlovtfr. IM. #Judentum and Deuhdhium" Referent: Herr Dr. Kluge. Bezirk,,rappe ״Süd" Komroaadanlentlr. 36, Hof, Reifauren! Horvath. ,Grundgedanke des Misrachl' Referent: Herr Dr. Abraham Lob, Bezkriugruppe ״Gesundbrunnen-Rotenihaler Vorstadt" Vercinslokal, Elsässer Sir. 3. Beginn 71/, Uhr. ״Nationalisierung des Bodens" Referent: Herr Dr.Sfernberg. Berirkigroppc ״Charlottenborg'' Restaurant .Fechner*. Leonhardtstr. 15 ,Gesundheitliche Fra,en in Palästina“ Referent: Herr Dr. Brünn. Donnerstag, 10. April: Bezirksgruppe ,,Charioitenbarg" Restaurant ״Fechner•. Leonhardtstr. 15 ״Grundlagen Jüdischen and kulturellen Lebens in Palästina and im Galuih" Referent: Herr eend. phil. Julius Lewy. mimniiimmimiimmninimMimmmuiuimiimiiiiiMiiiimiiHiiiiimiiimiiiiMiiiimiiimuutmiiimiinmiiwi m Huligans zerstreuten sich es tun und begannen, die Juden überall zu prügebt. Es entstand eine schreckliche Panik, und man hielt sich ln den Häusern zurück. Am ersten Tage waren wenig Opfer zu beklagen. Der richtige Pogrom fing; erst!am nächsten Tage «1. -Ein Zeuge, ein alter Fiel- Woher «ne!«* Amej, erzählt folgendes: Die Juden glaubten, daß am nächsten Tage Ruhe herrschen würde. Alle Geschäfte wurden geöffnet, die Kinder gingen in die Schule. Auf dem Wege begegnete der Zeuge einigen Milizleuten, die ihm auf seine Fragen antworteten: ״Heute wird es schon ruhig sein, kannst dein Geschäft öffnen!“ Das war um 7 Uhr morgens. Erst um 9 Uhr hörte er ein Geschrei und sah Gesindel, das aus einigen hundert jungen Polen bestand und die Fleischhändler überfiel .,und beraubte. Sofort wurden alle Geschäfte geschlossen,!und als einige jüdische Fleischer mit Beilen Wjiausgingen, yerschwanden die Angreifer. Aber nach ein paar Minuten erschienen sie nochmals, jetzt aber mit einigen hundert älteren polnischen Arbeitern, die mit Keulen und Stöcken bewaffnet waren. Die Juden zogen!sich zurück, schlossen die Geschäfte zu und gingen in die Keller hinab. Einige Christen, die dabei waren, schrien den Juden zu: ״Geht in den Keller hinab( sonst geht es Euch schlecht!“ De Pogromleute brachen die Türen auf und fingen an, die Juden zu schlagen, wobei ein Jude, der Sohn des Zeugen, getötet wurde, die anderen wurden schwer verwundet. Der Milizsoldat, der dabei war, störte sie nicht. Aus dem Keller sah der Vater des Ermordeten einen gut gekleideten Herrn, der zu den Pogromleuten sagte: ״Meine Herren, mir schlagen, aber nicht plündern!“ Das scheint überhaupt die Losung für diesen gut organisierten Pogrom gewesen zu sein. Die Pogromleute, die in einer Zahl von ungefähr tausend Personen waren, organisierten sich in Gruppen von 60 Personen, die sich auf alle Straßen verteilten und alle Juden schlugen, so daß das Blut auf den Straßen floß. Viele Juden wurden in den Fluß hineingeworfen. Auf der Brücke standen viele Polen, * die mit Bravogeschrei und Freudenausbrüchen jeden ,,Sieg“ des Gesindels begrüßten. Manche Juden, die m Ohnmacht fielen, wurden durch Mtlizsoidaten ins Krankenhaus geführt. Ein organisierter Ueberfal! fand auch bei der Synagoge der Chassiditn aus Ger statt, wo die Juden beim Morgengebet versammelt waren. Es gab dort auch einige Schwerverwundete. Daß die Volksmiliz diese Pogrome sehr leicht hätte verhindern können, ist jedem Einwohner von Kalisch klar. Sie verhielt sich aber gegenüber dem ganzen Vorfall nicht nur gleichgültig, sondern half in vielen Fällen dem Gesindel. ln offiziellen Kreisen bemüht man sich, die Schuht auf die Juden zu wälzen. So beschuldigt man t&e Fleischer, daß sie mit Beil und Messer die Pole» angegriffen hätten, deshalb hätte die Miliz nach de» Ueberfall auf die Fleischgeschäfte allen jüdischen Fie!. schern die Messer abgenommen. Auch der Adjutant de* Ministers des Innern bezeichnete die jüdischen Fleischer als ,,Kommunisten“. Der Rabbiner und noch zwei jüdische Ratmänmr sandten ein Schreiben an den Vorsitzenden des Stadtrates, indem sie auf die Vorgänge hin wiesen, drückte« ihren schärfsten Protest gegen die Haltung des Mil!, tärs aus und forderten; sofort alle Mittel, um Ordnung zu schaffen. Auf der Sitzung des Stadtrates waren von den sämtlichen jüdischen Ratmännem nur die Vorsteher der ״Poale-Zkm“ und ״Bund“ anwesend. Anstatt die Vorgänge zu besprechen und den Brief der jüdischen! Ratmänner zu verlesen, beschäftigte man sich mit der vorher festgesetzten Tagesordnung. Njdi Erledigung von 20 unwichtigen Fragen wurde die Sitzung für geheim erklärt. De anwesenden jüdischen Rat rnänner berichteten über die Vorgänge in der Stadt und forderten das Präsidium des Stadtrates auf, einen Aufruf gegen den Pogrom zu erlassen. Dann sprachen viele polnische Ratmänner und beschuldigten die Jude« der Feindschaft gegen die Polen. Sie seien nicht ge nügend patriotisch, sprächen öffentlich jidisch usw Der Vorsitzende des Stadtrates resümierte die Debatte und erklärte, daß die Polen mit den Juden in Frieden leben wollten, doch nur mit solchen Juden, wie den Rabbinern Perlmutter und Hai perin, aber nie!« mit Juden, die mit Grünbauni und Prilutzi! gingen. Nur ein einziger christlicher Ratmann verteidigte dk Juden. De Stadtverordnetenversammlung lehnte mit allen Stimmer» gegen vier (zwei jüdische, zwei Christ liehe) den Vorschlag ab. mit einem Aufruf gegen den *•*'**'״ •׳**י ־ ■“׳י"- /־(**. N-Miv«*! (WM18W1 v*c»1 Pogrom autzutreten. Doch ging ein Mitglied des Präsidiums zu dem Stadtkommandanten und bat ihn um Unterstützung. Deser antwortete ihm aber: ״Meis Herr, seien Sie zufrieden, ich habe vertrauliche Mitteihw gen, daß morgen schon alles ruhig sein wird.“ Eigen, tümlicherweise stellte sich heraus, daß der Stadtkomman dant über die Pläne der Pogromstifter gut informiert war. Am nächsten Tage war alles ruhig, nur Patrouiilen passierten die Straßen. Am selben Tage fand auch die Bestattung des ermordeten Jakob Anse unter polizeilicher Bewachung statt. Sonntag kam der Minister des Innern Woycie- Nr. 2 erbreite der £ uf der;!den a bends. roß. end < me £ ü d i s c ^bbinei urden ,arte, < : ranlas raffet! iftrttdci ln , stille Z j!n 24. Minister u dem schlecht ■ chert, sorgt ui Dal Weltkri eine S1 Berlinei einen a Aufruf, im Stu chowski nach Kalisch und empfing die Delegatio die zu ihm kam, sehr freundlich. Er erklärte, die ganze Sache;sei einer Untereuchungskommission übergeben, einstweilen seien elf Personen verhaftet Bemerkens wert i,st die Tatsache, daß die Frauen der verhafteten Pogromleute vor dem Gefängnis schrieen: ״Vorher hat man tm? bezahlt, um die Juden zu schlagen und jetzt verhaftet man uns.“ De polnische Presse schweigt entweder über dteuVotginge überhaupt oder beadimpft und hesebaküfft &* Busk und Umgegend. An demselben unglückseligen 12. März brazfren Jude! pogroene au» in SchidJow, JPazaao w, Stopnltz, Dorobrowo. Busk und Chmelnik und bald darauf auch in wielun. Das Prinzip ״schlagen aber nicht rauben“ scheint nur für Kalisch maßgebend gewesen zu sein. In Schidlow wurden im Verlauf von 2 Stunden sann liehe jüdischen Geschäfte ausgeplündert. Der Schaden wird auf 600000 Rubel berechnet. Das Militär schaute dem Raube teilnahmslos zu. In Stopnitz blieb kein einziges jüdisches Haus vom Pogrom verschont. Hier begann der Pogrom sdhon am 7. März, also fünf Tage vor dem Generalstreik, und hielt fünf Tage an. In Busk versammelten sich am 12. März Bauern auf dem Marktplatz, die sämtlich mit Stöcken bewaffnet waren. De Juden bemerkten dies und waren bald sicher, daß. ein Pogrom vonbereitet wird, denn mit eben sokhetPybrbereitungeii begann der Pogrom auch in S t o p n i c k '41 Noch 4 Tage vorher warnten einige Polen ihnen bekannte Juden und sagten, daß ein Pogrom bevorstehe. Einige jüdische junge Leute rieten deshalb den jüdischen Händlern, die zum Markttage aus der Gegend gekommen sind, die Stadt sofort zu verlassen. Gleichzeitig gingen jüdische Ratmänner zum Volkskommissar und baten um Schutz Darauf bekamen sie die Antwort: ״Es wird EucI: nichts geschehen.“ Nachher verließ der Kominissar die Stadt. Um 2 Uhr nachmittags fingen die Bauern an, die Juden zu schlagen und ihre Läden, die sofort geschlossen wurden, zu plündern. Ke Pogromleute ׳zerbrachen die Türen mit Beilen und plünderten 20 große jüdische Läden vollkommen aus. Fas! in allen jüdischen Häusern wurden die Scheiben zerbrochen. Der allgemeine Schaden beträgt einigt Millionen Rubel. De christlichen Händler stellte/! und de und mi U'batti jüdisch! kidigu! das Mi wohnt daß je gaben sannt der V iestzus Juden die V! D t iradr wdäst iidisc ׳an* Natio Rodet ihn» tn&er ies pred i >ie l feil wenn des und Jahre 270 0! das N'atic!sei habe! Vorji mit Kar!!reif, c h e an si 1-ihel v.äh! Hop! gfeid zu d lerer deut während des Pogroms in den Schaufenstern Heiligen- V« ilrlAt* 11 * ^3 I f L• — *L t — — *-י f Ke Pogromleute gingen weiter zum Bahnhof. Als ein Zug einlief, wurden die aussteigenden Juden von der Menge erbarmungslos geschlagen. Auf dem Bahn- Hofe stellten die Mtlizsoidaten die Juden in Reihen auf, ließen die Frauen und Kinder in die Stadt und durchsuchten die Männer nach Waffen. Die Juden bemerkten das Gesindel und wollten auf dem Bahnhof bleiben. De Milizsoldaten aber vertrieben sie und «gten: ״Ihr seid doch nach Kalisch gefahren, geht doch in die Stadt!“ De allgemeine Ueberzeugung ist, daß der Pogrom organisiert wurde ,und die Demonstration nur ein günstiger Zufall für die Vorbereiter des Pogroms war. bLider aus. Um 3 Uhr gab die Miliz einige Schreck- Schüsse ab, und die Menge ging auseinander. Wielun. ln W i e 1 u n begann die Pogrompanik erst am 14. März, als einige Bauern, einen jüdischen Lade« ausgeplündert hatten. Die jüdischen Ratmänner inte!- pellierten in dieser Sache am Vorabend des Pogroms in der Stadtverordnetenversammlung und erhielte» darauf die Versicherung, daß Schutzmaßnahmen ge• troffen werden würden. Tatsächlich sah man am Margen Militärpatrouillen auf der Straße. Das beruhigte die jüdische Bevölkerung, und die jüdischen Handle! brachten ihre Waren, wie immer, auf den Marktplatt Plötzlich, um fl Uhr vormittags, als in der Statf Tausende von Bauern waren, brachen Unruhen aus. die eine große Panik unter den Juden hervorriefen De Händler fingen an, ihre Waren zu sammeln, um) wollten die Läden schließen, aber nur wenigen gelaus das. De meisten wurden von der Menge überfallen, ihre Waren au s g ep I ü nde r t und sh selbst wurden fürchterlich geschlagen Das Militär und die Polizeiposten versuchten dürcl Schreckschüsse die Plünderer zu zerstreuen, aber haW verbreiteten sich provokatorische Nachrichten, daß dir Juden aus ihren Häusern geschossen hätten. Da!» zu za Hie mit mit und mit h u 1 \V ü b a c Lud e:ge tlgtf drei 'iätt

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