Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIV (1919)
- Issue
- Heft 23 (28.3.1919)
- Date
- 1919-03-28
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2651273-2652135-2652158--12126-2669724- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 172 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr, 23 Nr. 23 Zionistischen Büros teilnehmen soll, eine endgültige Ent־ scheidtmg sollte aber erst auf der Konferenz vom 26. Februar getroffen werden. Nach längeren Debatten beschloß die Konferenz, an das Londoner Büro folgende Forderungen zu stellen: 1. In die Zionistische Palästina-Kommission sollen drei Vertreter der Poale - Zion gewählt werden: die Herren Schochat (vom Verband), Blume n feld (Palästina) und ein Genosse aus England. 2. Zwei poalezionistische Vertreter sollen mit vollem׳ Beratungsrecht an der Arbeit des politischen Büros teilnehmen. 3. Das Verbandsbüro soll einen Vertreter für das engere poli- Hsche Komitee ernennen. 4. Zulassung von Vertretern des Verhandes und der amerikanischen und englischen poalezionistischen Organisation zur zionistischen Konferenz in London. Die Konferenz bat den Beschluß der Manchester Konferenz, nach dem eine Beteiligung der Poale - Zion an allgemeinen zionistischen Arbeiten xugelassen wird, gebilligt. ln der Debatte erklärte sich eine Reihe Redner gegen die Beteiligung■. Für die Anteilnahme sprachen die Herren Pom e ranz und insbesondere der Palästinenser Herr Taub, der im Namen seiner Genossen erklärt, daß sich die Poale - Zion an allen praktischen Arbeiten für Palästina beteiligen müßten, und daß die gegenwärtige Zeit für abstrakte Theorien nicht geeignet sei. Mit großer Stimmenmehrheit wurde die Teilnahme der englischen Poale - Zion an das Zionistische politische Büro beschlossen. Als Vertreter wurden die Herren Morris Mayer, Redakteur der jüdischen Tageszeitung ״Zeit“, und Romanowski gewählt. Die Ernennung von Vertretern in die zionistische Palästina-Kommission soll demnächst durch das Zentralkomitee erfolgen. Weitere Resolutionen befassen sich mit dem alhveltliehen jüdischen Kongreß, mit dem jüdischen Kongreß in England, mit der Herausgabe eines poalezionistischen Organs in England, mit Protesten gegen die Judenpogrome und anderen poalezionistischen Angelegenheiten. Nachrichten aus Palästina Die Vereinigung der jüdischen Arbeiterschaft Palästinas. Das ״Jüdische Pressebüro“ in Stockholm meldet: Ln Palästina sind Bestrebungen im Gange, die jüdische Arbeiterschaft des Landes für ihre gemeinsamen politischen, kulturellen und ökonomischen Aufgaben in einen Verband auf dem Boden des nationalen Gedankens und des Sozialismus zu vereinigen. Der Verband soll eine Reihe von Institutionen zur Hebung der Lage der jüdischen! Arbeiterschaft und zu ihrer Befestigurtg im Lande sowie für die Regelung der jüdischen Arbeitereinwanderung ins Leben rufen. Unter anderem wird die Gründung eines Informationsbüros, einer Zentralkrankenkasse, einer Arbeiterküchcnzentrale, einer Arbeiter bank und einer Zentralstelle für die Kulturarbeit geplant. Der Verband; soll die jüdische Arbeiterschaft Palästinas in der zionistischen Weltorganisation. und in der sozialistischen Internationale vertreten. Demnächst findet die Grimdungskonferenz des Verbandes statt. Auf der Tagesordnung der Konferenz stehen u. a. folgende ׳Fragen: Der ■Verband seine Aufgaben und sein Statut; die jüdische konstituierende Versammlung; die zionistische Bewegung; die jüdische Arbeiterbewegung; Schaffung von Institutionen und Wahlen. Die Initiative zur Gründüng des Verbandes geht von den Poale-Zion aus, die eine energische Propagandaarbeit für die Sache entfalten. Sie werden namentlich von der Landa r bei t erorga ni sa tio n unterstützt. Auch der H apoe 1 ־ Hazai r wird das Zustandekommen der geplanten Organisation nicht verhindern. Wie die ״Chadaschoth me Haarez“ initteilen, wurde in Jerusalem die erste Lokalorganisation dieses Arbeiterverbandes — Achduth haawoda — bereits gebildet. Ihm schloß sich die Ortsgruppe der Poale-Zion, die Unparteiischen, die auf dem Boden des Sozialismus stehen, und einige Mitglieder des ״Hapoel- Hazair“ an. Die Zukunft der jüdischen Legion in Palästina. Die ״Chadaschoth me Haarez“ vom 20. Februar 1919 veröffentlicht eine Erklärung Jabotin skys über die Zukunft der Legionäre, der wir folgendes entnehmen: Diejenigen Legionäre, die in Palästina entlassen zu werden wünschen, haben die Verpflichtung, solange in der Armee zu bleiben, bis die Zukunft des Landes entschieden ist, und die Zionistische Organisation eine systematische Kokmisationsarbeit beginnen kann. Erst dann kann über die Frage der Ansiedlung der jüdischen Soldaten entschieden werden. Die Zionistische Palästina- Kommission ־wird inzwischen die notwendigen Feststeihingen treffen, ־wieviele Soldaten im Lande bleiben sollen, welchen Berufen sie sicli widmen wollen und wozu sie am besten geeignet sind. Eine Landarmee Jerusalemer Mädchen. Frau Norman Be nt wich, die Gattin des Rechtsbeistandes der palästinensischen Verwaltung, ist, wie das ״Kopenhagener Zionistische Büro“ berichtet, dabei, eine Organisation der Jerusalemer Mädchen zu schaffen. Sie wirbt unbeschäftigte jüdische Mädchen für eine Landarmee Jerusalemer Mäd- Chen an, welche die Aufgabe hat, unbebautes Land in der Stadt und ihrer nächsten Umgebung zu bebauen. Das zu bebauende Land sowie Sämereien, Pflanzen und Arbeitsgeräte sind bereits vorhanden, und Mrs. Bentwich ist zurzeit bestrebt, einen Betrag von 1000 Pfund zu sammeln, der zur Aufbringung der Löhne bis zur Zeit der Fmdhttragvng bestimmt ist. Die Mädchen arbeiten unter der Leitung einer in Kinereth ausgebildeten Lehrerin. Jüdisch-politische Literatur י Das Herannahen der Friedenskonferenz, die bevorstehende Entscheidung über die Forderungen des jüdischen Volkes, hat auf die Publizistik einen merklichen Einfluß ausgeübt. Eine große Anzahl von Schriften sind erschienen, die sich mit den jüdischen Forderungen, sei es bezüglich Palästinas, sei es bezüglich der Diaspora, auseinandersetzten. Vor allem! verdient hier die Broschüre von Dr. Bernstein ״Der Zionismus, seine Wege und seine Organisation“ hervorgehoben zu werden, tue das Kopenhagener Zionistische Büro“ herausgegeben hat und die eine ausgezeichnete Einführung in die zionistische Gedankenwelt gibt. Der Verfasser gibt einleitend eine geschichtliche Ueber&icht der Palästinabestrebungen im Judentum seit dem Untergang des jüdischen Staates, anfangend von den Aufstandsversuchen in den ersten Jahrhunderten, über die messianischen Bewegungen bis zu dem Beginn der kolonisatiorischen. Arbeit itn 19. Jahrhundert. Dann gibt er eine Geschichte des modernen nationalen Palästinagedaiikens im 19. Jahrhundert bis zu Theodor Herzl und geht daun zu einer Darstellung der zionistisehen Idee über. Er schildert den Zionismus als die national-soziale Erneuerung des Judentums, der die Judennot beseitigen ,will, als die politische Bewegung, die in der Zionistischen Organisation das Instrument jüdischer Volkspolitik geschaffen hat. In dem besonders ausführlich gehaltenen nächsten Kapitel behandelt der Verfasser dann die Beurteilung des Zionismus durch die internationale Demokratie und gibt besonderes eingehendes Material über die Stellungnahme der Sozialisten in! allen Ländern zum Zionismus. Das letzte Kapitel ist dem jüdischen Palästina gewidmet und schließt mit einem Ausblick auf den beginnenden Aufbau Palästinas nach Erreichung der politischen Ziele unserer Bewegung. Dr. Bernstein hat in seiner hundert Seifen starken Broschüre ein ausgezeichnetes Mittel geschaffen, um die Information über die zionistische Bewegung zu ermögliehen. Sein Werk wird auch ftir die Agitation von größter Bedeutung sein. Während die Broschüre Bernsteins die theoretiseben Fragen der zionistischen Bewegung sowie ihre politischen Beziehungen zur Umwelt behandelt, ist Lichtheims Broschüre ״Der Aufbau des jür dischen Palästinas“, die im Jüdischen Verlag erschienen ist, den brennenden Fragen unserer Kolomsatio» gewidmet. Die Broschüre stellt einen erweiterten Abdruck van Lichtheims Referat auf dem letzten Delegiertentag der ״Zionistischen Vereinigung für Deutschland“ dar. Es ,ist ja schon auf dem Delegiertentag anerkannt worden, daß Lichtheiims Arbeit autierordentlieh •sachkundig ist und daß er den Stoff in hervorragendem Maße beherrscht. Es ist jedenfalls außerordentlich dankenswert, daß der Jüdische Verlag diese Sonderausgabe seiner Rede veranstaltet hat, denn ohne Zw'eifel werden Lichtheims Ausführungen für lange Zeit hinaus für jeden unentbehrlich sein, der die Möglichk'eiten unserer Palästinaarbeit ernsthaft studieren will. Die Erweiterungen, die sich insbesondere in dem Teil ״Kapital und Arbeit“ finden, werden sicherlich nur b'egrüßt werden. Die zionistische Palästirialiteratur ist ja überhaupt nicht allzu umfangreich. Neben den bekannten Schriften von Ruppin, Oettinger, Nawratzky und Trietsch sind da vor allem die Veröffentlich.ungen des Pro Palästina-Komitees zu erwähnen. Es sind bisher 6 Hefte erschienen, von denen das 5. von Professor Blanken Horn über den ״Boden Palästinas“ besondere Aufmerksamkeit beansprucht. Der Verfasser, eine bekannte geologische Autorität, behandelt eingehend OberflächengestarWftg, Klima, Nährstoffgehalt, Bodenarten und landwirtschaft- Liebe Möglichkeiten Palästinas. Die Broschüre ist außerordentlich wertvoll, Zumal über die darin behandelten Fragen bisher nur vom! Verfasser selbst und von Auhagen Arbeiten vorliegen. Von großer Wichtigkeit ist auch die zweite der Pro Palästina-Broschiüren, in welcher Professor Ballodseine Anschauungen über die Aufnahmemöglichkeit Palästinas behandelt. Wenn auch die zionistische Kolonisation in absehbarer Zeit nicht damit rechnen kann, derartige Auswanderermengen in so kurzer Zeit in Palästina unterzubringen, so können doch Ballods Ausführungen zeigen, wie Großes in Palästina durch planmäßige Kolonisation und Anwendung aller modernen Methoden erreicht werden kann. Aber auch die anderen Veröffentlichungen des Pro Palästina-Komitees entbehren nicht des Interesses, ■wenn sie auch unter anderen politischen Voraus- Setzungen geschrieben worden sind. Max Cohens Abhandlung über die politische Bedeutung des Zionismus, der tfie Texte der Regierungserklärungen beigefügt sind, «behandelt nicht nur die Gründe, die nach Ansicht des •Verfassers die Zentralmächte zu einer Unterstützung des ■Zionismus veranlassen müßten, sondern stellt aucn die gesamten ,wirtschaftkhen Verhätnisse des vorderen Orients und die bisherigen Leistungen der jüdischen Siedelungen in Palästina, in einer auch unter den veränderten ■Verhältnissen Bedeutung behaltenden Weise dar. Schulrat Dr. Eberhard hat in seiner Broschüre eine Darstellung der bisherigen zionistischem Arbeit in ihren Formen als Politik, Kolonisation und Ku tu:a!beit dargastellt und damit eine ־wertvolle Ueberskht geschaffen, die er mit einer Behandlung der weltpolitischen Bedeutung des Zionismus abschließt. Ebenso haben auch End res' Darlegungen in der vierten Broschüre der Pro Paläistina-BibUothek ihr Interesse nicht verloren. Er behandelt die wirtschaftliche Bedeutung Palästinas als eine® Teils der Türkei und wirft manches interessante Schlaglicht auf die Bedeutung der geographischen und wirtschaftlichen Lage Palästinas. Ein wichtiges Diasporaproblem behandelt dagegen die Broschüre von Dr. Simonsohn über ״Die jüdische Volksgemeind e“. Der Kongreßg ed a nk e hat ja die Demokratisierung und Nationalistrung der Gemeinden in Deutschland auf seine Fahne geschrieben. In dieser Broschüre ־werden diese Forderungen zum enstenmal näher erläutert. Der Verfasser stellt das augenblickliche Geineindeleben dar, mit seiner Zerreißung in liberale Gemeinden, die in der Annäherung an «die ״jüdische Kirche“ ihr Ziel sehen und den orthodoxen Gemeinden, in denen die Gesetzestreue nicht von derjenigen Aktivität begleitet wird, die allein ein lebha ft pulsierendes Gemeindieieben Hervorrufen könnte. So gelangt der Verfasser zur Forderung der Volksgemeinden, die alle vorhandenen jüdischen Kräfte 'zusammenfassen soll. Die Wahlen zu dieser Volksgemeinde müssen natürlich auf der Grundlage absoluter Demokratie erfolgen. Simonsohn fordert, daß das Wahlrecht zur deutschen Nationalversammlung auch bei jüdischen Gemeindewahlen angewendet wird. Sowohl Gemeindevonstahd' ab Repräsentanten-Versammlung müßten aus allgemeinen direkten Wahlen mit Proporz hervorgellen. Mit Recht fordert der Verfasser, daß gerade die jüdischen Gemeindebeamten, vor allem aber die Rabbiner, das passive Wahlrecht erhalten, damit diejenigen Elemente, die die Gemeindearbeit wirklich kennen, nicht von dein Einfluß auf die Gemeinden auisgeschaitet werden. Jeder ortsansässige Jude muß Mitglied der Volksgemeinde sein, wenn er nacht seinen Austritt erklärt. Selbstverständlich sind alle Bestrebungen, die die Gemeinde- Zugehörigkeit oder das Wahlrecht Ausländern ab sprechen wollen, auf das energischste zu bekämpfen. Weiterhin bespricht der Verfasser die Frage der Fi j*a n - z i e r u n g der Gemeinde und die außerordentlich wichtigen Fragen der religiösen Autonomie. Er schlägt vor, daß die einzelnen Synagogen in religiöser Beziehung völlige Autonomie erhalten bz'w. daß am selben Ort sich die Synagogen derselben Richtung zu einem Kultusverband xusarnmenschließen dürfen. Weiterhin ver langt Simonsohn die Schaffung eines Beamtenrechts, insbesondere eines Disziplinarrechts, um die unwürdige Abhängigkeit der Rabbiner von der Willkür der Gemeindeverwaltung zu beseitigen. Alle diese jü. dischen Volksgemeinden will der Verfasser zu Provinzialbeh örden und schließlich zum Reichsverband der jüdischen Volksgemeinden zusammen schließen. Nachdem er so den organisatorischen Auf• bau der jüdischen Gemeinden der Zukunft Umrissen hat, geht er nun auf die Aufgaben ein, die den jüdischen Volksgemeinden zu stellen sind. Mit Recht fordert er ein lebendiges Verhältnis der Gemeinden zu allen jüdischen, Angelegenheiten, das der organisatorischen Zersplitterung Im deutschen Judentum ein Ende machen und!einen großen Teil der Aufgaben, die bisher privaten ,Verbänden Zufieien, zu Aufgaben der Gemeinde erheben wird. Mit Recht verlangt der Verfasser, daß sich die Gemeinden nicht nur als Glied des deutschen Judentums, sondern als Glied des Oesamtjudentums fühlen sollen. Lebendige Anteilnahme am Aufbau Palästinas, wirksame Förderung des Kampfes d «e r Juden in allen Ländern um ihre Rechte, werden zu den Aufgaben der jüdi sehen Volksgemeinde gehören. Ihre speziellen Aufgaben werden vor allem auf dem Gebiet der jüdischen Erziehung und Schule bestehen, in denen das Neuheb räische in intensiver Weise als Volkssprache unterrichtet werden soll. Ergänzend müsse neben der jüdische Schule der hebräische K i ndergar ten, sowie Volkshochschulkurse, Jüdische Lesehallen, Bibliotheken, Theater, Museen usw. stehen. Die Errichtung eines Beth-Am, das gleichzeitig das jüdische Vereinsleben fühlbar unterstützen wird, ist ebenso eine wichtige Aufgabe, wie die außerordentlich zahlreichen Probleme ,auf sozialem Gebiet. Armen-, Waisen-, Säuglingspflege, Durch w anderer für sorge sind wesentliche Aufgaben der Gemeinde, die sie in viel großzügigerer Weise lösen kann, als es in heutigen Tagen geschieht. Wie außer ordentlich der Kreis der Gemeindeaufgaben erweitert werden kann, Zeigt der Hinweis auf die Möglichkeiten, die in einer wirklich jüdischen Arbeiterpolitik der Einrichtung van Genossenschaften, Arbei tsn ach weisen usw. liegen, Beachtungswert ist die; Anregung der Einrichtung einer wirtßchaftlichen Zentrale, die sich mit der Lösung aller dieser Aufgaben beschäftigen muß. Die .Broschüre enthält auf ihren knappen 30 Seiten einen sorgfältig durchgedachten Plan, der geebnet erscheint, das gesamte jüdische Gemeindeleben in Deutschland auf eine neue Grundlage zu stellen und den schon fast erstorbenen Gemeinden Deutschlands neues tLeben einzuhauchen. Wenn durch die Demokr.atisierung die heute dem jüdischen Gemeindeleben fremd gegenüberliegenden Kreise herangezogen werden, wenn durch die Umwandlung in Volksgemeinden wieder allen Kreisen die Möglichkeit der Mitarbeit geboten sein wird, dann werden die jüdischen Gemeinden zum Mittelpunkt des jüdischen Lebens werden und sich mit der Fülle deir Aufgaben! beschäftigen können, die der Verfasser hier amdeutet. F. L. Die Lage der jaden im tschechoslowakischen Staat Ein Vertreter des ״Jüdischen Korrespondenzbureau Zürich“ hatte mit Dr, Hugo Bergmann, der als jü discher Nationalrat auf dem Weg zur zionistischen Kon ferenz in London sich in Zürich aufhielt, folgende Unter redung: Welche Bedeutung hatte die Umwäi zu ng in der Tschechoslowakei für das nationale Judentum? ״Die Revolution vom 28. Oktober hat den voll ständigen Bankerott der Assimilation offenbart. Sie wissen, wie die alte österreichisch-ungarische Regierung die Loyalität der Juden dazu mißbraucht hat, tan mit ihrer Hilfe die kleinen Nationalitäten zu unterdrücken. Die Juden wurden in Böhmen und Mähren als Deutsche gegen die Tschechen, in Galizien als Polen gegen die Ruthenen, in Ungarn als JVtagyaren gegen Slowaken und Rumänen ausgespielt. Natürlich wandten sich dann die durch die Revolution befreiten kleinen Völker in erster Reihe gegen die Juden, in dienen sie die Repräsentanten des alten österreichischen Geistes sahen. Daß die Juden, vor allein die Jüdischnationalen, seit Jahren gegen diesen Mißbrauch durch die Regierung angekämpft hatten und als eigene Nationalität anerkannt werden wollten, weiß die Menge nicht. Aber die Juden haben eingesehen, wohin sie durch das Häuflein Assimilanten geführt wor den sind.“ Welches sind die nationalen Forde rtingen der tschechoslowakischen Juden? ״Uns! ler Revol gelegt ha «esetzlichi die Freih laß die l;dien Vei len, auf -iert wer und wir Massen schulen, rieht der Geschieht;t'hörigkc!•!eiste di;ern Nacl bildet.-“ Wie :• b k e i ״Ich rang w dent M 1 luden fraj. :üdische moralisch aister hi tschechisi großen s aonaikion: nathien Gegeben.1 Sin׳ lamenl ״Das gewählt, dem Bo< sammeng jüdische dem 28. gestellt Ersuchen ment ge schieden, werden, Proporti« können. Pläne ui t'aeh du! gewissen feile de Bestrebu man mö schaft tragen d Aber de wir sie die tsd natürlich ßevölkei mittein 1 Krise d geführt Unters ti uns und Füi Polen ו Konstit! und be sehende dürfniss örtern Die Pi scheint, auch di steigen. Bel wählt, die Wa semiten sehen 1 Judenti feil de gewähl daß eil treter 1 Zionist zu bek die am sein S zur Ai vier zi< anwalt ^,e i n «vei ו Hi rs< doxie - - sch Konstit nur ei Spruch! «1 ent! tierte I keit di jüdisch stituan In Herten Handel der N