Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIV (1919)
- Issue
- Heft 23 (28.3.1919)
- Date
- 1919-03-28
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 170 j U £ Ol. S€ H * H V M i>S G M;A U kolonisatorischen MaBnahmen in 4en enrthnte» Beschlüssen zum Ausdruck, Das Budget, Welches von der Konferenz bewilligt wurde, fceigt, wie gewaltig unsere Aufgaben, aber auch unsere Mittel gewachsen sind, Für das nächste Jahr wurden die Ausgaben auf 235 (MM) englische Pfund festgesetzt, die, wenn die Einnahmen es gestatten, um weitere 117009 £ vermehrt werden sollen. Die finanziellen Leistungen unserer Organisation während des Krieges geben uns die Gewähr, daß diese großen Summen aufgebracht werden. Die nächste Vollsitzung des Großen Actionskomitees im Haag wird so bereits eine Grundlage für ihre weiteren Arbeiten finden. Ziele und Wege der zionistischen Politik und Kolonisation heben sich deutlich aus den Londoner Beschlüssen ab. Die Großzügigkeit der ins Auge gefaßten Maßnahmen, der Geist, der die Tagung beherrschte, der Wille zu harmonischer und fruchtbringender Arbeit, <Jer auf dieser Sitzung zutage trat, erfüllen uns mit Hoffnung und Zuversicht. R. L. Der Wortlaut der Beschlüsse Das ״Kopenhagen er Zionistische Büro“ verbreitet folgende Zusammenfassung der bei der Londoner Zionistischen Konferenz gefaßten Be- Schlüsse: Organ isa tion. 1. Die Zionistische Konferenz in London erklärt, daß sie der absoluten Einheit der Zionistischen Organisation unverbrüchliche Treue wahrt und die Entwicklung und Stärkung der Organisation als einen wichtigen Teil der künftigen Arbeit betrachtet. Die Konferenz fordert, daß die Zentral-Exekutive (Engeres Aktions-Komitee) bei allen künftigen Handlungen im Einklang mit diesen Grundsätzen vorgehen soll. 2. Die Zionistische Konferenz fordert, daß die Zentral-Exekutive sobald wie möglich eine Sitzung der allgemeinen Exekutive (Großes Aktions-Komitee) unter solchen Bedingungen einberufen soll, daß alle!Mitglieder der letzteren daran teilnetanen können. 3. Die Zionistische Konferenz nimmt mit Genugtuung von der Kooptation des Herrn Dr. Weiztiuns durch die Zentral-Exekutive (E, A. C.) Kenntnis und fordert die unveränderte AufreChtcrhaltung der Zentral-Exekutive als der rechtmäßigen administrativen Oberbehörde der Zionistischen Organisation bis zum nächsten zionistischen Kongreß. 4. Die Zionistische Konferenz beschließt, daß ein zioiw London *sngeriebtet werde» soll, das zionistischen Geschäfte besorgt, upd daß 'ZwjdgbürQ ja. Kopenhagen unter-; halten .wqC , Nationale Rechte in den Ländern der Diaspora. 1. In die Verfassung aller neugebildeten, vergrößerten oder reorganisierten Staaten soll ein Artikel atrfgenommen werden, der den Juden volle bürgerliche Gleichberechti gung gewährt. 2. In allen neuen Staaten sollen die Juden als eine nationale Gemeinschaft anerkannt werden. 3. In allen neuen Staaten sollen die Juden, in bensr auf Sprache, Schulen und Vertretung in politischen und administrativen Körperschaften, nationale Rechte er halten, und zwar in dem Maße, in dem diese Rechte Das neue Haus Von Sch. G o re 1 i k. II. Man spricht viel von dem jüdischen Idealisten, der wohl ein großes seelisches Pathos besitzt, aber wenig Sinn für das reale Leben hat. Man warnt vor ihm, diesem Schlemihl, diesem ״Batlon“, der sich altes gefallen läßt, der in seiner Bescheidenheit vergißt, was de Idee der jüdischen Wiedergeburt, was der Zionismus ihm zu verdanken hat. Was hat er ihm nicht zu verdanken? Altes hat er ihm zu verdanken. Ihm, dem kleinstädtischen Batlon, dem treuen Schekelzahler, dem Nationalfondssammier, dem eifrigen, unentwegten Werber um Abonnenten für jüdische Zeitschriften, dem twermüdlictieu Advokalen und Redner seiner Sache, der von den verbissenen, ironischen Gegnern so viel zu leiden hatte. Er und nur er war es, der alles geschaffen fiat. Und in den Jahren des Dahindämmems der Bewegung, der Resignation — wie zollte der Zionismus nicht wie jede Idee auch solche Zeiten durchlebt haben? — bewies er eine erstaunliche Steifnackigkeil und einen herrlichen T rotz. Wie hätten wir wohl ohne ihn ausgesehen, ohne diesen Batlon, ohne diesen unrealen Typ, der doch in Wahrheit der einzige Typ ist, an dem "man seine tiefinnerliche Freude haben kann. Jetzt, in diesem Augenblicke, wird er plötzlich etwas scheu und zieht sich zurück. Er zieht sich zurück in der falschen Erkenntnis, daß die Zeit gekommen ist für die Männer der Tat, obwohl er doch eigentlich selbst der Mann der echten 1 at war. Und spricht er wirklich, dann wählt und sucht er bewußt Worte, die fern von allem Abstrakten, Geistigen liegen. — er fürchtet in diesem Augenblicke nicht urdustriell genug, nicht mechanisch genug, nid!t wfrtschaftiich-ötonomisdi genug zu denken. Obwohl er weiß, daß die mechanische "1Welt einen fürchterlichen, tiefen Riß bekommen bat — manche behaupten sogar, daß diese ganze mechanische Welt stürze, weil sie ohne von dem JfidisChen Nationalist de» betreffenden Landes gefordert werden. 4. Die jüdische Bevölkerung jedes Landes soll eine Vertrehmgskörperscbaft wählen, 5. Die Friedenskonferenz soll das jüdische Volk als ein Mitglied des Völkerbundes anerkennen und zu dessen Beratungen die durch den Jüdischen Weltkongreß zu bestimmenden Vertreter!»lassen, 6. Die Friedenskonferenz soll das Recht der Juden auf folgende Entschädigungen anerkennen: a) Entschädigung unter internationaler Kontrolle für Kriegsschäden im Verhältnis zu den allgemeinen erlittenen Kriegssdtäden. b) Entschädigung für die bei den Pogromen ertlttenea Verluste, die von dtn Staaten, in denen die Pogrome stattfanden, zu bezahlen sind. Einwanderung nach Palästina. 1. Der Zionistischen Organisation wird empfohlen, die Entsendung von Vertretern verschiedener Länder nach Palästina zu arrangieren, damit diese die dortigen Bedingungen studieren, um die Einwanderung in dieses Land zu erleichtern utid zu regulieren. 2. Der Zionistischen Organisation wird empfohlen, Emigrations-Aemter unter der Verwaltung einer Körperschaff einzurichten, in der die zionistischen Organisationen aller der Länder, aus denen eine große Auswanderung zu erwarten ist, vertreten sind. 3. Material über alle Auswanderungsfragen soll von zwei Büros, von denen das eine In London und das andere in einem neutralen Lande ist. gesammelt werden. 4. Um in Palästina die Ansammlung von Siedlern, die nidit in nutzbringender Weise beschäftigt werden können, zu vermeiden wird beschlossen, daß Personen, die nach Palästina auswandern wollen, davor gewarnt werden sollen, ihre Reise anders als auf Grund der Ratschläge der Zionistischen Organisation anzutreten. 5. In die Reihe der dem Jüdischen Rat zu übertragenden Machtbefugnisse, enthalten in den der Friedenskonferenz vo!־gelegten ״Vorschlägen“, 9011 auch die Regulierung der jüdischen Einwanderung aufgenommen werden. Kooptierongen in das Große A. C. Wie das ״Kopenhagener Zionistische Büro“ erfährt, wurden von der Londoner Konferenz in das Große Actions-Komitee kooptiert: Richter Mack, Professor Frankfurter und De Haas für Amerika, Bublik für den Misrachi, Kaplanski für die Poale-Zion und ferner zwei Palästinenser, deren Namen ncCh nicht bekannt sind. Von den Friedensverhandlungen Hermann Struck Mitglied der deutschen Sachverständigenkommission f&r die Pariser Verhandlungen Unser bekannter und hochgeschätzter Gesinnung*- genösse Herr Hermann Struck ist von der Reichsregierung in die aus 38 Personen bestehende Sachverständigenkommission berufen worden, welche sich demnächst mit der aus 6 Herren unter Führung des Staatssekretär Grafen Brockdor ff-Rantzau bestehenden deuisdien Friedensdelegation nach Paris begeben wird. Diese Berufung, welche aus eigener initiative der Reichsregierung hervorging, zeigt, daß die deutsche Regierung volles Verständnis für die Bedeutung der jüdi Seele, ohne Geist, ohne Gott war. Ja, dieser Batlon, der gewiß immer gute Bücher liest, weiß, wenn von den Dingen im allgemeinen die Rede ist, manch vortreffliches Wort zu sagen. So sagt er doch z. B., daß die Lebensweisheit eines Tolstoi, eines John Ruskin und eines Weisen wie RaWndranath Tagore in Wahrheit di« praktische reale Lebensart ist, während die Wolkenkratzer, die gigantischen Schornsteine der Fabriken bloße Utopien, phantastische Trugbilder and. O, ich habe ihn, diesen!unseren lieben Batlon, noch vieles Interessante sagen hören. Unlängst schleuderte er mit instinktiver Sicherheit ein höchst merkwürdiges Paradoxon in die Welt hinaus: ״Haß und Egoismus haben sich als Utopie gezeigt, viel .realer als sie ist die Liebe'1. Also er hat ganz bestimmte Ansichten, wie man das Leben der Mensehen besser ordnen könnte. Er wäre sicher ein wertvoller Berater im Kreise derer, die unser neues Haus bauen wollen und hätte es nicht nötig, unsere jüngsten jüdischen und europäischen Geister dabei zu beunruhigen, es genügte, wenn er sich auf unsere guten alten jüdischen Bücher, unsere Propheten beriefe. Aber merkwürdig! Er zieht sich freiwillig zurück und lauscht mit andächtiger Spannung dem jüdischen Industriellen, der seine großen Pläne fiifr Palästina entwickelt. Er lauscht dem Bankier, der über den Zufluß von Kapitalien nach Palästina spricht. Die junge neue Industrie in Palästina braucht froh-bejahende, energische Geschäftsleute, großzügige Unternehmer. Und er, der Batlon mit seiner höheren Auffassung vom Ldben - - das Fleißt eigentlich mit der wahren *und einzig praktisclien Auffassung — ist bereit, einstweilen zu verschwänden. Wenn es darauf ankommt, ist er »gar bereit, mit »einer Uebersiedlung nach Palästina zu warten, bis das dritte der Sechszigtausend an der Reihe ist. Nun, er wird etwas später kommen, weil, so glättet er, die froh-bejahenden In dtistriellen nötigter sind als er. Das ist sein entscheidender Fehler. Sage ich zu viel, wenn ich behaupte, daß der jüdische Idealist, oder was dasselbe ist, der jüdische Schlemihl, der Batlon, Nt, 23 Nr. 23 »dien Frag« besifat Die WA ü des Herrn Struck können wir nur als eine überaus glückliche herzlich be grüßen. Herr Struck ist ein erprobter Anhänger der zionistischen Bewegung und zugleich Vorsitzender des Misrachi. Er verfügt über reiches Wissen und große Erfahrung, insbesondere auch auf den» Gebiet der ost jüdischen Angelegenheiten, und wir sind überzeugt, daß die jüdisdien Interessen in seinen Händen gut aufgehobes sein werden. Pichons Vorrede zu Sobolows Geschichte des Zionismus Außer B a I f o u r hat, wie wir bereits kurz mifgeteiit, auch der französische Minister Pfchon zu Sokolows ״Geschichte des Zionismus“ eine Vorrede geschrie ben, aus der wir hier das Wesentlichste folgen lassen. Pichons Worte sind von vollstem Verständnis und ehrliebster Sympathie für den Zionismus getragen und beweisen, entgegen allen Versuchen, die leitenden Kreise Frankreichs als uninteressiert oder gar feindlich hinzustellen, daß man dort die Gerechtigkeit unserer Forde rangen anerkennt und gewillt ist, unsere Arbeit im Verein mit den andern Mächten zu fördern. Das ״Kopenhagen er Zionistische Büro" verbreitet die folgende Uebersetzung: f ״Das jüdische Volk hat alle die Jahr hunderte hindurch fortexistiert, wenn auch verfolgt, dezimiert und unaufhörlich mit ungezügeltem Haß bedacht. Unglücklicher noch als viele andere unterdrückte Völker, die wenigstens ein Symbol ihrer großen Vergangenheit bewahren konnten, haben die Juden nicht einmal dieses letzte Ueberbleibsel retten können, denn andere sind die Herren über Juda geworden. Ueber die Welt verstreut, wünschen sie heute mehr als je die von einer so großen Reihe von Eroberern zerbrochene Kette ihrer ethischen und religiösen Tradition wiederlierzu stellen. Sie wissen, daß eine solche Wiederherstellung nicht möglich ist, wenn sie sich nicht auf reale Tat- Sachen stützt, d. h. in diesem Falle auf eine nationale geistige Heimstätte, die auf den Trümmern des alten Juda wieder errichtet werden muß. Welcher Mensch, sofern er nicht das elementarste Gefühl für Gesetzlich keit und Rechtlichkeit verloren hat, könnte den Verbannten die Möglichkeit weigern, ihre Stellung wieder zu begründen, mit demselben Rechte wie cfie anderen Ete mente des Landes, in diesem Palästina, wo fortab eine gemeinsame Kontrolle seitens der europäischen Mächte jedem Elemente die Respektierung seiner heiligsten Rechte sichern wird. Frankreich, das in den Krieg erngetreten ist, um den endgültigen Sieg des Rechtes über die Macht zu sichern, beglückwünscht sich selbst zu der Unterstützung, die der Zionismus von ihm und seinen Verbündeten erfahren hat. Ich bin froh, daß sich mir .die Gelegen heit bietet, die Versprechungen zu wie derholen, welche die Regierung der Repu blik immer wieder abgegeben hat für den endgültigen Triumph der Sache, die soviel Sympathien auf französischer Seite geweckt hat." Kundge! Die , einen ft־i! Interesse, habe, ihr! mit der ו Io ws W nach die englische! ist unter: Sweath mo e 1. Das 1 Herr J u 1 das Sto 1 fährt, an■ randum, ahlehnt, $ Kation p ״Jewish scher ja Denksdir Times“ < Wen! Liga der sie in E foarsE bar, daß Teile des aber sei! Volk al Rehauptu der britij Was ist zunäd Yea rb! Zionisten letzten b licht, in in den V< wozu na ist also nicht au den» auf lästinafoi muß dar jüdische recht m tausende treten w der gesa dieser K1 jüdische! Die fo für 0 Petition der englischen Juden Das ״Kopenhagener Zionistische Büro'‘ berichtet: Wie die englische Zionistenföderation mitteilt, haben 75 000 erwachsene englische Juden aus einer GesamtanzaM von 90000 eine Petition an die Friedenskonferenz gerichtet, in der diese ersuch! wird, solche Bestimmungen bezüglich Palästina zu treffen, die geeignet sind, dem jüdischen Volke volle Rechte und die Möglichkeit zu gewähren, Palästina als seine nationale Heimstätte wieder zu errichten. sich gegen seine Zionsidee schwer versündigt, wenn er an seine Aufgabe in der Gegenwart und der Zukunft nicht ernst, nicht intensiv genug d«1kts sie gar nicht erfaßt? Will er nicht sein unbestreitbares Anrecht auf die Falfrt mit den ersten Sediszigtausend in Anspruch nehmen, so »11 er wenigstens in der Mitte sein, nicht hei dien Dritten. Abet in der Mitte muß er sein. Er darf nicht seine Zeit damit vergeuden, auf die Stimme der Industriellen zu hören, die werden genug Zuhörer und Antdlnehmer haben. Ich spreche absichtlich von frohen Industriellen, weil wahrlicn eine goldene Zeit für sie in Erez Israel anbrechen wird. Ich bitte, man stelle sich das erhebende Bewußtsein vor, Pionier zu sein, einen neuen Industriezweig 2u schaffen; das ist nicht nur geeignet, seinem Vermögen zu einer gewissen Abrundung zu verhelfen, sondern es ist auch eine nationale Tat, nicht wahr, eine prächtige Leistung? Natürlich der jüdischen Sache wegen! Das wird eine frohe Industrialisierung werden. Ein jüdischer Fabrikant in Palästina wird doch einen Streik nicht nur etwa als einen unerwünschten Angriff auf seine Dividenden betrachten, er wird vielmehr Sagen, es sei ein Verrat an der jüdischen Zukunft, an der Entwicklung des jüdischen Staates, und das Merkwütdigste ist, es gibt »gar Arbeiter, die diese Ansicht teilen, und was .wieder das Merkwürdigste ist, vielleicht nicht ganz ohne Unrecht werden die Arbeiter eine solche Ansicht teilen. Ich habe radikale jüdische Sozialisten, Zionisten, reden hören, man müsse dem Kapitalismus in Palästina in der ersten Zeit gewisse Konzessionen machen, man dürfe ihn nicht allzu atafk beunruhigen, ihn in seiner Enfwickhingsmögliehkeit hemmen. An Kapitalien wird es bestimmt nicht fehlen, im Gegenteil, Palästina wird überschwemmt sein von Geld, wir werden zu viel Geld in Palästina haben, so viel, daß man von einem verderblichen Einfluß des Uebermaßes an Geld sprechen wird. An sadtliehen praktischen Menschen wird es desgleichen «ich♦ mangeln, d,enn -der praktische jüdische Mensch in Pa- Der 1 i e n fo Förderin denskoni der nati! lästina u der voll gung d< nationalsehen M diese R« lästina ו genießet Massen über St überzem machen des Luf leiden \ Geschäf ßuß Dali der Bat wenn e! er, den in dem nicht fei Pathos, während besten Art um predige m Pauk! stehe, I Allzuviel die Mil fürchte sogar z furchtbi erwach! m Geb Haue di aber s! Deine Nächste den gr! hat, D« Wa Kohlen Befürdi