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Jüdische Rundschau · 1919-03-21 · Heft 21 (21.3.1919) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIV (1919)
Issue
Heft 21 (21.3.1919)
Date
1919-03-21
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 21 Nr. 2 t tt die dg, sie?u *assui der ie hat die lekämpfti: die so?: e Protes* :rcucltatt■:: all diese lurfte und ft werden;mmhirig‘■, nicht auf jüdischen ler Matkisich ver- : der Ver• 1 erheben. Berdit!ach Kiew berichten, ossen und Nationaldie Delt mistädteii. Sekretariat len dicke: n. Unati;estsitzun« innig des, Alexander W. Großder Achler Zelre- 'olksparte tresolutkm sehe Verche Delcladie Resoden. Der ärnng• der n ees, Herr;res russiitet haben,;konteren?!erer Mit-; «midist titutes ist ■her Bour tische Re beschloß sität. Zu! h an den :■genheite! t existiert, e zu jüdiängig. Je t sind sie die Arbeit ien stehen!gegen ist ltralsowje! Jude, der Arbeit zu 11׳ wandte;enehmigti •r Sowjetlatsbeamte s, Du b - in letzte! änken, da zu dieser ictit mehr nislischem err I d ei - jüdischen;11: Bund, isgetreten, :len sind: die Volksführt der m Augen- Konferenz aller jüdi begründe! und eines um nicht iiewiki zu nalrat di« behandelt, fangreidw ו Wahlen Zionisten!arte! und tnnen, de' her Seite e 1 s o h n, denen die R 0 s o w teilnimmt : anderen Parteien haben sich die Nominierung■ ihrer Delegierte!) noch Vorbehalten. Es ist jedoch nicht anzunehmen, daß sie -noch fahren werden, Von den Flüchtlingen berichtete Herr Idelsofui, fl.iii sie zum großen Teile in das ehemalige deutsche irtd österreichische Okkupationsgebiet zurückgekehrt sind. Die allgemeine zionistische Arbeit geht, wie Herr |.;dsohn initteilt, soweit ihren Gang, als es unter dem lulschewislisclicii Regime irgend möglich ist. Große Meetings Jiöiiuen zwar nicht stattfindeii, aber kleinere: Versammlungen werden, wenn auch nicht zulässig, häufig eranstaltel. In den nächsten Wochen findet ein allgemeiner Sdiekeltag statt, bei den! der Schekel in, Höhe von 2 Rubel und die Geu'.ah erhoben werden soll. Die . (•!!Iah stellt eine Steuer dar, bei der jeder Einzelne ״af Grund der Sclbsteinschätaing zu den Kosten der zionistischen Arbeit beizutrngen hat. Die Zentrale steht bereits wieder mit den weißrussischcn und ukrainischer, Zionisten in enger Fühlung. Es ist gelungen, ׳he Herausi.ibe des zionistischen Organs ״Jewreiska Jisn“ weiter ,׳!! ermöglichen. Die Zeitung־ muß aber auf politische Artikel verzichten und darf nur Nachrichten und Artikel über Palästina und ähnliches bringen. Ueber das Verhältnis der Juden zum Bolschewismus befragt, sagte Herr idelsohn, daß in Petersburg nicht mehr als 2*/* ״/o der jüdischen Bevölkerung sich für den Bolschewismus erklärt habe, obwohl diese Erklärung große Vorteile mit sich bringt. Dagegen sind unter!ien bolschewistischen Führern und Parteisekretären etwa (ס/" ס Juden. Die Juden sind also nur zum geringsten i eile Bolschewisten. Unter den wenigen jüdischen Bdsdiewisten sind aber viele in führenden Stellungen tätig. Der Kampf um die Gleichberechtigung in Rumänien Das ,,Zentralkomitee des Verbandes der 1 inheimisch cn Juden“ in Bukarest hatte, um den Wert des neuen rumänischen judeagesetzes vor aller Welt zu beweisen, zwei in Bukarest ansässige Juden beauftragt, heim zuständigen Tribunal die Auerkermung ihrer Staatsbürgerschaft auf Grund des .i-uen Gesetzes nachzusucken. Das Tribunal leimte dieses Gesuch mit der Begründung ab, der Erlaß, der eine Veränderung der konstitutionellen Gesetzgebung vdiaffe, sei ohne die Zustimmung des Parlaments erfolgt und daher rechtsumvirksam. Diese Auffassung hatte übrigens auch schon vorher bei allen" Juristen geherrscht, nur wünschte die Union einen Präzedenzfall zu schaffen. Daraufhin hat der Verband die Parole ausgegeben, daß ׳kein Jude auf Grund des Nationalisierungsgesetzes des Herrn Bratia! u eia Na i na i.ierungsgesweh einreichen solle. Dieses Losungswort wurde auch von der gesamten jüdisclien Bevölkerung Rumäniens befolgt, mit Ausnahme einiger hundert Juden, die bei den Gerichtshöfen' Gesuche uni Einbürgerung 1. nreichten. Wiederum wies der Gerichtshof sämtliche Gesuche mit der Begründung zurück, daß die Regienmg kein Recht zur Veröffentlichung dieses Gesetzes gehabt habe, da es gegen den Art. 7 der rumänischen Verfassung verstoße und so null und nichtig sei. Das ״Zentralkomitee des Verbandes der einheimischen Juden“ 1:1 Bukarest veröffentlichte hierauf im Januar 1919 in Literarische Mitteilungen ״jaakobs Traum‘“). Von Dr. Nuta B r ii s t i g e r, in der Bibel meinte Nietzsche, gäbe es Menschen, länge und Reden in einem so großen Stile, daß das griechische!und indische Schrifttum ihm nichts zur Seite zu stellen hat. Man stehe mit Schrecken und Ehrfurcht vor diesen ungeheuren Ueberbleibseln, dessen was der Mensch einstmals war. Noch heute überwältigt die Bibel durch den Hauch wilder Natur und ursprünglicher Gestalten. Die größte Anziehungskraft ■übt dabei David, jener wundervolle,!!armenische Zaisammenklang von Körper lind Geist. Verroccbo gab ihm ein sonniges Lächeln, Michelangelo erfüllte die überlebensgroße jugendliche Gestalt mit trafischen! Verhältnis. Die Literatur vermochte nicht Gleichwertiges hervorzubringen. Ntm kündigt der Dichter des ״Grafen von Charolais“ eine David-Trilogie an, und wir horchen auf. Wird endlich das Schicksal dieser einzigen Gevtalt künstlerische Form gewinnen? ״Jaakobs Traum“ heißt das Vorspiel. Für Richard 1*eer-Hofm a 11 n sind die biblischen Personen nicht Moll ästhetische Phänomene, die durch ihre Ursprunghchkeit den Sinn gefangen nehmen, sondern mehr, Sym-!wie Unseres Seins. Im Erleben derselben erleben wir uns selber. Zwei biblische Legenden versucht Beer-Hofmann dramatisch zu gestalten: Jizchoks Segen und Jaakobs Traum. Ein Ürama ist daraus nicht geworden. Im Urania müssen Verknotung und Lösung gleich notwendig sfjn. Beer-Hohnanns Spiel hat keinen Knoten und keine j-ösung. Beer-Hofmann bleibt Lyriker. Nur lose ’ringen die otwei Aufzüge, die zwei Legenden darstellen, zusammen. Kein dramatischer Nerv führt von Jjzdioks Segen zu Jaakobs Traum. Die biblische Erzählung ist dem Dichter mir das Gefäß, das er mit <ler Prophetie Jesaias und dem Gehalt der Psalmen ™11t. Welchen Sinn hat unser trauriges Schicksal? ״ärum müssen wir unsere Qual duren Jahrtausende schleppen? Was bedeutet unsere Auserwlhltheit? Ist *) Richard Beer-Hoffraann. Jaakobs Traum. Berlin. S. Fischer 1919. JUEDISCHE RUNDSCHAU den Bukarcster Tageszeitung«« das folgende Conutnuvqiil in französischer Sprache: ״Der Verband der einheimischen Juden konstatiert, daß gewisse offiziöse Organe in ihrer Ohnmacht, die vorgesdtlagene .Lösung zur Gewährung der legitimen Ansprüche der eingeborenen jüdischen Bevölkerung zu verhindern, oder ihre unanit-chtbaren sachlichen Gründe zu bekämpfen, es fertig bekommen, die ganze Angelegenheit zu verdrehen, indem sie bestimmte Forderungen fälschen und Nachrichten und Verdächtigungen Vorbringen, die in keinerlei Be- Ziehung zu der Frage und ihrer Lösung selbst stehen und die nicht einmal wahr sind. Das ״Zentralkomitee des Verbandes der einiieimischen Juden“ ist der Meinung, daß die jüdische Frage von drei Gesichtspunkten aus, vom politischen, sozialen und ökonomischen, von zu großer Bedeutung ist,;!15 daß der Verband es zulassen kann, daß man diese Frage durch Hineinziehen in derartige Diskussionen erniedrigt. Um 7:1! beweisen, wie gegründet unsere Forderung.n sind, erinnern wir daran, daß nach dem Art. 25a, Linea B. des Dekretes über das al'gemeirie Wahlrecht ״als rumänische Bürger diejenigen großjährigen Einwohner in Bcßarabien betrachtet werd.-n sollen, die am 1. August 1914 ihren tatsächlichen Wohnsitz in diesem Lande hatten und allgemein als Untertanen des russischen Staates bekannt waren.“ Wenn dieses geradt die Lösung ist, die die rumänische Regierung selbst für die Fremden und die Juden der vereinigten!Länder Rumäniens bestimmt hat, so sind die Juden des alten Teiles Rumäniens der Mei-!rang*, daß es nicht gerecht ist, ihnen, die bis zur Gegenwart alle Verpflichtungen gegenüber ihrem Lande erfüllt und an vier Feldzügen teilgenommen haben, ein ebenso erniedrigendes wie sinnloses Au-snahnieverfahren aufzuerlegen, das sie nicht du de! können. Durch die Respektierung der Parole des Verbandes, keine Gesuche um Naturalisation einzureicheii, haben die eingeborenen Jude!! ,ihre Reife und ihren festen Willen bewiesen, für die Erlangung ihrer Rechte einzutreten.“ : Es gibt wohl niemand, der noch die nur zu außerpolitischeu Zwecken verbreiteten Nachrichten der rumänischüen Regierung über die Gleichbereditigung der Juden geglaubt hat; von dem Berliner! Vertrage an bis heute ist die rumänische Judenpolitik : eine ununterbrochene Kette von Vertragsbrüchen Und barbarischen Brutalitäten gewesen. Soll man einer solchen Regierung ihre Gesinniingsänderung glauben dürfen, muß sie erst die allersichersten Garantien dafür geben. Die Friedenskonferenz, die die Durchsetzung der Gleichberechtigung der Juden in allen Ländern als ihre Pflicht betrachtet, wird sich solche Garantien von den Rumänen geben lassen. Aus aller Welt Die Notlage ln Wilna. Aus Wilna wird uns mitgeteilt: ״Durch die veränderten politischen Verhältnisse hat sich die Lage in Wilna und Umgebung außerordentlieh verschlechtert und gibt Anlaß zu ernstesten Besorgnissen. Sämtliche Wohlfahrtsanstaltea Wilnas waren bisher auf Hilfssendung von auswärts angewiesen und konnten nur dadurch ihre Existenz aufrcchterhalten. Seit geraumer Zeit liefen jetzt so gut wie gar keine Unterstützungsgelder ein. Die noch vorhanden gewesenen Hilfsmittel sind völlig erschöpft. Die Schließung zahlsie Segen oder Verdammnis? Wir müßten an Gott verzweifeln, wenn er uns dieses Schicksal aufgeladen hätte. Nur weil wir es uns selber gewählt, können, müssen wir es tragen. Jaakob wurde ein Land verheißen, mit Quellen und Bächen, mit Korn, Honig, Oel, Feige und Granat. Doch andere Seligkeiten wünschte sich der Jüngling mit den hellbraunen Locken unfl den traumverlorenen Äugen. Gottes ewiger Mund wollte er sein, um mit Gottes Wort das irdische Leid zu heilen. Wie ,sollte, könnte er glücklich sein, wenn alles leidet? Freiwillig!tahm auf sich der Schuldlose ewiges Leid, um auf Erden das Maß des Leides zu sein. Also gehen wir, Jaakobs Kinder, ieidbehangen durch die Jahrhunderte. Um dieses Hauptmotiv rankt sich ein Nebemnotiv in Eeer-Hofmanns Dichtung. Uriendliehe Schuld lud auf sidi Gott, da er dieses Jammertal schuf. Ihn schaudert vor der Qual, die er erschaffen. Er braucht einen, der seine, Gottes Schuld, auf sich nimmt, ״Trägst Du Schuld“, sagt Jaakob zu Gott, ״will mit ich tragen“. Also gehen wir, Jaakobs Kinder, schuldlos, schuldbeladen durdt die Jahrhunderte. Dies der Sinn der Dichtung. Im Mittelpunkte des ersten Teiles des Spiels steht Edom, im Mittelpunkte des zweiten, Jaakob. Die zwei Blöder sind •die beiden Pole des Seins. Edom ist irdischen Gütern zugewandt. Ihn sättigt Besitz und Speise und Trank und Schlaf und Frauen. Auf Erden wächst seine Lust. Jaakob ist ein Träumer, voll von Gesichten und ein Zweifler, voll von dunklen Fragen. Sein Gott ist ihm nicht übermittelter Besitz, den er in weite Himmel eingesargt hat, er ringt mit ihm, um an ihm teilzuhaben. Allem Leid ist sein Herz offen, und alle Dinge erzählen ihm ihr Leid. Der Diener, das Lamm, der Stein. Unendliche £>üte quillt aus seinem Herzen. Warum muß er sich den Segen erlisten? Schafft er nicht so seinem Bruder tiefstes Leid? Und wozu braucht er den Segen, da er doch sein Schicksal seinem Gott abtrotzt, das nicht Glück, sondern Verdammnis ist. So fal'en die zwei Legenden auseinander und keine Brücke führt von der einen zur anderen. Beer-Hofmatui vermochte sie nicht zu einem dramatischen Ganzen umzuformen. Die Sprache ist weich, bilderreich, voll innerlicher Musik. Nach dem Presto der Jüngsten wirkt dies Adagio beruhigend, besänftigend. Seite 159 reicher Institute und Wahlfahrtsanstalteu steht uiimHtel bar bevor. Insbesondere sind die kulturellen Anstalten, die Talmud Thora, Chedersclutlen, hebräische Schulen, Jeschiwoth, die seitens der bolschewistischen Regierung auf keine Unterstützung rechnen dürfen, in ihrer Existenz bedroht. Die Teuerung wächst rapide. Es fehlt an den notwendigsten Lebensmitteln, dazu herrscht völlige Arbeitslosigkeit, Handel und Verkehr sind unterbunden. Es droht eine furchtbare Katastrophe.“ Zu diesem Bericht f«;merken wir, daß in jeder Weise versucht wurde, der schwer geprüften jüdische!! Bevölkerung Wilnas zu Hilfe zu kommen. Ukrainische Zivilpersonen in üstgalizisn zur Kriegsdienstleistung herangezogen. Das ״J ii d i s c 11 e W o r t“ in Stau! öffentlicht eine Verordnung des ukrainisc! Sekretariats, die die Heraiizienun Zivilpersonen zur Kriegsdienstleistun ordnet. Die Militärpersonen sind befugt, diesen Befehl direkt durcliztifüJircu. Di wiederum eine Komplizier!»! rigen Lage der Juden, in Ostgaiizien. Die Juden hatten -,ölen und Ukrainern jetzt einzelne Juden i a u vern Staatsuiehtukrainischei ohne Waffe mne Verordnung bedeutet der ohnehin schon schwieangesichts des Kampfes zwischen strikte Neutralität erklärt. Wen» die Neutralität verletzen, so trifft die Schuld hierfür einzig und allein das ukrainische Staatssekretariat. Litauen und Galizien. in Washington hat, einer Hilfe für die Juden in Das Staatsdepartement Meldung des ״Jüdischen P re ss e bu r ea u s“ irt Stockholm zufolge, die Uebenvelsung von Hills geldern nach den verschiedenen Kriegsgebieten einschließlich Litauens und Galiziens wieder gestattet. Die jüdischen Hilfskomitees in Amerika sind bemüht, bedeutende Summen für die Gebiete, die lange Zeit die amerikanische Hilfe entbehren mußten, zu sammeiizubringen. Die Juden und die Zukunft des Tescuener Gebiets- Die in Prag erscheinenden Organe ״Zidovske Zpravy“ und ״Selbst wehr“ veröffentlichen einen Artikel Albrecht Hellmanns. Der Verfasser führt in diesem Artikel aus, daß die Frage der zukünftigen Staatsangehörigkeit von T eschen und Umgebung auch jüdische Interessen berühre, die die Wjelt nicht ver gessen dürfe, und die der Verfasser mit leidenschaft!!eher Eindringlichkeit in Erinnerung ruft, ln Teschen wohnen eine erhebliche Anzahl von Juden. Audi die frühere Leitung des Mährisch-schlesischen Distriktskomitees der Zionistischen Organisation habe sich in diesem Gebiet, nämlich in B i e I i t z, befunden. Das über die ganze Welt zerstreute jüdische Volk habe keine Ursache, in den territorialen Streitigkeiten der verschie denen Nationen Partei zu ergreifen, aber die Erwätungen politischer Vorsicht würden tibertönt von der tirnme der Menschlichkeit, die auf die trostlose Zukunft der Juden, der sie im Falle <ler Einverleibung des strittigen Teiles Schlesiens in Polen entgegengingen, Hinweise. Wir .haben das Rech* darauf, die znwisierte Welt zum Schutze der bedrückten Lage, in der bisher unsere Volksgenossen im Teschener Gebiet lebten, aufzurufen und feierliche Garantien zu ihrer Sicherung zu verlangen. Das jüdische Volk habe das größte Inter esse an der Entscheidung, wem dieses Stück Land zufallen wird. Keinem Juden werde es ein fallen, den Polen das Selbstbestinunungsrecht zu bestreiten, im Falle Teschen aber wird Selbstbestinunungsrecht gegen Seifestbestimmungsrecht stehen, und niemand könne dem jüdisehen Volke verübeln, wenn sein ganzes Wünschen und Hoffen sich nicht der polnischen Seite zuwende. Ge rade die Juden als eine außerhalb des Streites stehende Partei, die vor! der Entscheidung am schwersten be troffen wird, hätten Anspruch auf besondere Beachtung. Hechaluz-Konferenz in Polen. Am 4. und 6. Febr. fand in W .ך rscliau eine Kon i'erenz der ״Ii e c h a 1 u 7.“ in Polen statt. Der Ober rabbiner von Czcnstochau hat gemeinsam mit den! Rabbiner und Haupt der Jesehiwa von Zabrze und 20an dern polnischen Rabbinern einen Aufruf veröffentlicht, worin er alle thoratreucn Juden auflördert, dern Mis rachi beizutreten. Die jüdisch-nationale Presse in der West-Ukraine. נ י Zurzeit erscheinen, wie das ,,Jüdische Preß I büro“ in Wien meldet, in Ostgalizien folgende jüdisch; nationale Zeitungen: In Stanislaus das jüdische j, Wochenblatt ״Das naje Car ‘ (Poale-Zkm) und in deut- J! scher Sprache ״jüdische Vcikszeitung“, in Ko Lome a ‘'[ ein jüdisches Wochenblatt ״Die naje Zajt“ (Poale }: Zion), in Tarnopo! erscheint ״Unser Weg■‘ dreimal; wöchentlch. Dais Weitererscbeineu des Stanislaw jii 1 dischen Wochenblattes ״Das jüdische Wort“ wurde aus 1■ nichtigen Gründen seitens des Stanislauer Souitkom ■: maildos verboten. Die genannte jüdische Presst* hat mit einem empfindlichen Papier- und Nachrichtemnatigef inj folge der schlechten Verkehrsverhältnisse zu kämpfen. 1 In der nächsten Zeit beginnt in Stanishu ein jüdische־; J Tageblatt zu erscheinen. : 3 Eine deutsche ZeMungsstimme aus dem Jahre 1907 I über den Zionismus. j Die ״Jüdische Presse“ vom 21. Febr. er innert an folgenden interessanten Aufsatz des ״Leipziger Tageblattes“ vom März 1907, dem wir folgendes entnehmen: ״Die englische Regierung gibt durch Zirkulare ihren zahlreichen Agenten in der Levante, in Syrien und Pa lästina ausführliche Instruktionen, die Juden nach Mög lichkeit zu protegieren und die lokalen Autoritäten nachdrücklich fühlen zu lassen, daß die britische Regierung an dem Wohlergehen der jüdischen Bevölkerung im Orient ein großes und geschichtlich wahibegründetes Interesse nimmt. England datiert sein Recht aut das Protektorat über die jüdische Bevölkerung im Orient aus der Zeit Lord Palmerstons, der sich als Mi nister des Auswärtigen überall einmischte. Palmerston schlug damals vor, die Frage zu überlegen, ob man die Juden in Syrien, Palästina und dem Orient nicht in derselben Weise unter englischen Schutz nehmen solle, wie die Römisch-Katholischen unter der Vormund-

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