Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIV (1919)
- Issue
- Heft 20 (18.3.1919)
- Date
- 1919-03-18
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 20 JUED1SCKE RUNDSCHAU ichzeitig ü iscben Kon 1 soll, ab. otfoxie für erfolgreich enzen zum is wird cs auf Sdrwie. aren immer bereit sein, e Hand in ommenden doxie muH nr ausüben :keit Israels bereit sein n entscbeissen. ar 1919, ein m Donners• de d e Kon• im Namen I von Dr. gsansprache bei weicher )berrabbiner u {t e r - Su- : s - Florenz, Breuer•!rlin. Oberu!1d Adolf 1t wurden, das Referat össische e die Verus Litauens n Chiedarim ein großer ten wieder nsslon, die idet wurde 1 ren Orgaoi• ierbelebong Wiederherien (J ,schieines vom!sens Voramtheit ist renden Inandere der itung eines imud-Thora bganisation aiden Rai»־ 1.“ I. Februar, kt der Dis- und führte 1 drei Fakin einziger der Fülle wird eine ß mit den über das üdische /erhält- Je Auftive Er- I ausgedann über und die riwg. Auf 3 die j ü - II igeren rd rä ngt iigkelt hm, nossenglichst ge• >ra land- Referent e, die nach urden: , daß die den Zenmit ihm anderungsvertreten den darf ״ung nicht n soll von Aufgabe d enge setz Sitzes ausrung jeder chuldungs- »;haken In!recht, ger E'nwann,nicht Für die en ist die eit zur g durch n. st die in- ,misse und igem Verrüge Prog eines and wirten Kaufleuten, Industriellen, Aerzten und Vo'kswirtschaftlern zur Prüfung der Ansiedlutigsverhältnisse in Paiästina. Der Ausschuß hat seine Tätigkeit in Pa'ästina .iiifzunefmien, sobald es die politischen Verhältnisse gestatten.“ Es folgte das Referat über die Kapitalbeschaffung .on Holländer- Kopenhagen, der nachfolgende Resolution vorschlug, die ebenfalls zum Beschlüsse erhoben wurde. 1. Die Weltkonferenz der jüdisch orthodoxen Verbände in Zürich beschließt die Gründung einer jüdischen Handels- und Siedlungsbank mit dem Hauptsitz in London unter gleichzeitiger Errichtung einer Filiale in Palästina. Uie ',Veitkonferenz hat den festen Willen, durch kraftvolle Propaganda der hier angeschlossenen Verbände in den i.ommenden Monaten tue notwendigen Mittel aufzubringen, damit die Bank ihre Tätigkeit auf finanziell gesicherter Grundlage beginnen kann. 2. Die Weltkonferenz der jüdisch-orthodoxen Ver-!»nde in Zürich erkennt die zwingende Notwendigkeit der Begründung einer ״Zentralstelle für die i* a läs t i naa r be i t“ an. Ein derartges Pa'ästinaamt!tat unter anderem die wichtige Aufgabe, ein Informationsliüro zu errichten, Studienkommissionen zu entsenden und die Emigration vorzubereiten.‘' In der folgenden Debatte behandelte Herr Dr. Üoffmann- Berlin die hygienischen Fragen, während 1 )r. R a b i n - Odessa über Klima, Geologie, Lage und Grenze Palästinas sprach. Aus der weiteren Diskussion .eien hervorgeljoben die Reden des Herrn Max Cohen- Köln und Eisemann - Frankfurt, die namens der gesetzestreuen Jugend erklärten, dese empfinde durchaus national und warte schon lange darauf, daß die Leitung der Orthodoxie ihnen In bezug auf Palästina entgegen komme; denn, wenn der geeignete Augenblick verpaßt würde, würde sich ■lie Jugend vielleicht, wie das schon vielfach geschehen ei, anderen Organisationen zuwenden. Dann folgte ,lie Rede des Ascnaffenburger Rabbiners Dr. Breuer, der im vollsten Widerspruch zu den bisherigen persön-!,dien Retten den Palästinawanderern jeden Idealismus ,;bsprach, die mir materielle Interessen nach Palästina führen. Die Zionisten, die nur auf die wirtschaftliche Seite sähen, brauchte dies nicht zu beirren, wohl aber die Orthodoxie, die nur solche Einwanderer wünsche, die im Geiste der Thora wandeln. Esra habe, als rr aus Babel nach Palästina zog, alles Gesindel, alles was unrein war, alle Mamserini mitgenommen, um Babel rein- /umachen, da er meinte, er werde damit fertig werden. ״Mögen, wie einst unter Esra alle Maraserim, nunmehr alle Elemente von uns fortziehen und wie Esra mit den Mamserini, werden wir auch mit den Zionisten fertig werden“. Gegen diese Aeußerungen würde vom Journalisten tisch und der grölten Mehrzahl der Delegierten schärfster Protest erhoben, so daß der Vorsitzende dem Redner das Wort entzog. Aus der weiteren Debatte heben wir die Ausführungen des Nationalrats Dr. Lieben!us Prag hervor, der unter Hinweis auf die schwindende Thoratreue im Osten und die gleichzeitige Zunahme des nationalen Gedankens ein Zusammengehen mit den Zionisten vorschlug, das in Böhmen die besten Erfahrungen gezeitigt habe. Als letzter Redner vor dem Schlußwort der beiden Referenten sprach Herr Rosenhe im-Frankfurt a. M. Die Orthodoxie dürfe bei den jetzigen Ereignissen nicht beiseite stehen. Sie verlange nichte, als geichberechtigte Vertretung im Emigration»- amt. Kein Jude dürfe heute von Erez Israel ausgeschlossen werden. Auf dem Fuße der Gleichberechtigurig wolle die Orthodoxie mit den anderen Organisationen, die Großes geleistet hätten zusammenarbeiten. Dann wurde folgende Resolution angenommen: ״Die Konferenz fordert, daß der Aufbau jedes jüdischeu Gemeinwesens im heiligen Lande nur auf Grundlage des jüdischen Gesetzes geschehe, wie dieses in der schriftlichen und mündlichen Ueberlieferung in einer uns bindenden Form vorliegt. Es ist eine Kommission von Gedaule Thauro und -onstigen Sachkundigen zu bilden, die in Verbindung mit den au erster Stelle zuständigen Gedaule Thauro des heiligen Landes die Art der Anwendung des obigen Prinzips ziuf die konkreten künftigen Verhältnisse des heiligen Landes in einem ausführlichen Entwurf ausarbeitet und vor allem dabei die sofort zu verwirklichenden Bestimmungen über Eherecht, Sabbat, Schmitto und Schulverfassung wegen ihrer zeitlichen Dringlichkeit an erster Stelle berücksichtigt.“ ,Auf Aufforderung des Vorsitzenden nimmt dann Dr. Breuer seine beleidigenden Aeußerungen zurück. Die Montagsitzung beschäftigte sich an Hand eines Referats von Herrn Rosenheim -Frankfurt a. M. mit der ״Organisation der gesetzestreuen Juden heit“. Es müsse eine Organisation geschaffen werden, in der Juden jeder Art unter Führung der Thora Platz fänden, eine Organisation, bei der Kehilloh- und Landespolitik nicht mehr genüge, sondern die Welt- Politik treibe. Man habe sich aus berechtigten religiösen und politischen Gründen bisher gescheut, das nationale Moment in den Vordergrund zu rücken. Auch heute dürfe dies nur geschehen, wenn die Einzigartigkeit des jüdischen Volkstums scharf unterstrichen werde. Deshalb müsse die Organisation einen Ausgleich zwischen zwei Tendenzen finden, nämlich demokratisch sein, aber den Gedaule Thauroh die Führung sichern. Es jnüsse eifrig Propaganda betrieben werden. Die Leitung müsse weiter in der Schweiz bleiben, wo Vertreter aller Länder 11» Zentralbüro vertreten sein müßten. Von zahlreichen Delegierten wurde in der Diskussion beantragt, den Namen t,.Agudas Jisroel“ abzuändern. Der Antrag wurde zurückgezogen und die vom Referenten beantragte Resolution wie folgt angenommen: 1״. Die in Zürich versammelten Vertreter der thoratreuen Organisationen erklären den Aufbau der gesetzestreuen Weltorganisation auf Grund age der Agudas Jisroel als die heilige Aufgabe der Gegenwart. Sie verpflichten siel», nach Mögichkeit in ihren Ländern dahin zu wirken, daß Ortsgruppen geb ldet und die Vorbereitungen für die Knessio Gedatiloh getroffen werden. Sie werden ferner an der baldigen Konstituierung des obersteil Rat« der Agudah, des rabbinischen Rates, mitzuwirken bemüht sein. 2. Für die Führung der Geschäfte bis zur Knessio־ Oedauloh wird in Zürich ein Ausschuß gebildet, in dent die hauptsächlich in Betracht kommenden Länder durch ständige Mitglieder vertreten sind.“ Dann ging die Konferenz zum nächsten Punkt der 1 Tagesordnung über ״Vertretung der thoratreuen Juden- 1 heit beim Friedenskongreß“. Zu dieser Frage wurden eine große Reihe von Referaten gehalten, von denen genannt seien: Rabbiner Dr. Kohn - Ansbach über ״Nation und Nationalität“, Referate über die Rechts- Stellung der Juden in der Diaspora und über die Emigrationsfrage, über die Nathan Birnbaum sprach. Es wurde schließlich einstimmig die folgende, von Rabbiner Dr. Munk - Beilin vorgeschlagene Resolution angenommen: ״Die bei der Weltkonferenz in Zürich vertretenen großen orthodoxen jüdischen Organisationen erheben kraft der historischen Legitimation der!unter ihnen stehenden thoratreuen Massen des jüdischen Volkes in allen Ländern der Diaspora den feierlichen Anspruch, bei der bevorstehenden Neuordnung der staatlichen und politischen Verhältnisse vor dem Forum der Nationen gehört zu werden. Dieser ihr Anspruch ist den Pariser Konferenzen, dem Friedenskongreß in Versailles und den Organen des Völkerbundes gegenüber zu begründen. Zu einem — gegebenenfal s mit anderen Organisatonen gemeinsehaftliehen — Vorgehen gegenüber den Mächten sind Delegierte zu ernennen. Die Forderungen der Konferenz lauten wie folgt: a) Betreffs Palästina: 1. Das jüdische Volk erwartet vom Friedenskongreß die grundsätzliche Anerkennung Palästinas als des Landes Israels, allwo es berufen ist, seine nationalen Aufgaben gemäß Lehre und Gesetz der Gottesoffenbarung zu verwirklichen. 2. Das jüdische Volk, dem die Besiedlung Palästinas während der Dauer der Zerstreuung stets eine religiöse!1flicht war, beansprucht das Recht, im heiligen Lande unter dem Schutze des Völkerbundes oder seiner Mandatare ein jüdisches Gemeinwesen auf breitester Basis durch planmäßige Einwanderung und An- Siedlung zu errichten, und zwar unter Bedingungen, welche die selbständige Entfaltung seiner religiös-nationalen Kultur auf gesunden wirtschaftlichen Und sozialen Grundlagen, sowie in freundsc haftlicherVerständigungmitder nichtjüdischen Bevölkerungpalästinas ermögliehen. b) Betreffs der übrigen Länder: 1. Gewährleistung der Sicherheit vo n Leben und Eigentum der jüdischen Bevölkerung auf Grund internationaler Rechtsgrundsätze. Gewährleistung geicl,berechtigter Berücksichtigung der durch den Krieg vorzugsweise geschädigten jüdisehen Wirtschaftsgebiete beim Wiederaufbau aus internationalen Mitteln. 2. Volle tatsächliche, bürgerliche, politische und wirtschaftliche Gleichberechtigung, sowie unbeschränkte Religionsübung. 3. Gewährleistung des Rechts auf Bildung staatlich anerkannter jüdischer Gemeinwesen. Für die staatsrechtlichen Formen der Gemein- Schaftsbildung müssen die Ansprüche und die Bedürfnisse der jüdischen Bevölkerung, die in verschiedenen Ländern verschieden sind, sowie die besonderen Verhältnisse jedes Landes maßgebend sein. Im besonderen fordern wir Schutz des Sabbat und Selbstbestimmungsrecht der Eltern auf dem Gebiete des Schulwesens.“ Es wurde eine Kommission gewählt, die mit den Zionisten über die Forderungen auf der Friedenskonferenz verhandeln soll. Der Kommission gehören an, die Rabbiner Dr. Cohn-Basel, Margulies- Florenz, S c h a p i r o ־ Kowno, Dr. W e i 11 - Buchsweiler, ferner die Herren Jacob Rosenheim, Heinrich Eisemann, Wrcschner-Frankfurt a. M. und Frankl- Budapest. Am Mittwoch Nachmittag schloß die Tagung. Mitteilungen aus der Jugendbewegung Propaganda. Die Arbeitsgemeinschaft der zionistischen lind nationaljüdisehen Jugendorganisationen Berlins, Berlin W. 15, Sächsische Str. 8, bittet um fortlaufende Mitteilung von Propagandaadressen junger Menschen, die durch Zu- Sendung von Agitationsmaterial, Besuche, Korrespondenzen usw. für unsere Idee interessiert werden können. Hebräische Sprachschule. — Berlin. Neuaufnahmen können in allen Kursen erfolgen, wenn die Teilnehmer dem Stande des betreffenden Kursus entsprechen. Zuschriften an Dr. Smoira, Berlin, Württembergische Str. 25/26. Preisausschreiben. Der Ausschuß der nationaljüdischen und zionistischen Jugendvereine Deutschlands weist nochmals auf sein Preisausschreiben für einen Leitfaden ״Theorie des Zionistnus“ hin. Der Leitfaden muß geeignet sein, den Leitern von Aus bi Idungsku rsen über aas gleiche Thema die systematische Vorbereitung und Durchführung des Kursus, insbesondere auch durch spezialisierte Hinweise auf die einschlägige Literatur zu ermöglichen. Umfang etwa zwei Druckbogen in Broschürettform. Es sind zwei Preise von 250 M. und 150 M. ausgesetzt. Zu Preisrichtern sind die Herren Kurt Blumenfeld und .Dr. Zlocisti, Berlin, Studienrat Calvary, Crossen, bestimmt. Die Manuskripte sind bis zum 15. April 1919 an das ״Jugendsekretariat der zionistisehen Vereinigung für Deutschland“ Berlin W. 15, Sächsische Straße 8, zu richten. Sie sollen keinen Verfassernamen, sondern ein Merkwort tragen. Namen und Adresse des Verfassers sind im verschlossenen Umschlag beizulegen, der mit dem gleichen Merkwort versehen ist. Durch Erteilung des Pre ses geht das Veröffentlichungsreeht an den Ausschuß über. Seite 151 Kongressbewegung Zar tatsächlichen Berichtigung E i n B r i e f H t- 1 r 11 R e c 111 s a n w alt J. W. Berlin. Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt! Sie haben in der Kongreßversammlung vom 2. Mär/. 1919 das Wort ergriffen und im Verlauf Ihrer Diskussionsrede eine Fülle unrichtiger Behauptungen aufgestellt. Von der Ihnen gewährten Redefreiheit haben SR: einen so ausgiebigen Gebrauch gemacht, daß den folgenden Rednern gerade Zeit genug blieb, uni ganz kurz auf lhr,e prinzipiellen Einwendungen zu erwidern. Ich halte es daher für erforderlich, Ihnen auf diesem Wege zu entgegnen. Es wird ihnen selber angenehm sein, über wahrheitsgemäße Informationen zu verfügen, wenn Sie bei nächster Gelegenheit wieder zur Kangr.eßfrage reden. Sie haben in Ihren Ausführungen im wesentlichen die von uns herausgegebene Flugschrift ״Der jüdische Volksgedanke“ kritisiert und haben nachzuweisen gesucht, daß sie in tatsächlicher Hinsicht unrichtige Angaben enthalte. Ich w,erde, indem ich der Reihe nach auf die ein- *einen Punkte eingehe, dartun, daß Ihre Einwendungen durchweg völlig unbegründet sind. Sie haben zunächst rundweg den Satz bestritten, daß die große Mehrheit der 14 Millionen Juden aller Länder sich zum jüdischen Volke bekenne. Di,eser Einwand war für mich und meine Freunde besonders erstaunlich. Wenn auch in Deutschland noch imm,er darüber gestritten ward, ob ein jüdisches Volk existiert,!und — eventuell — ob die deutschen Juden zu ihn» gehören, so haben sich doch nachgerade unsere Gegner, auch hierzulande, davon überzeugt, daß jedenfalls die große Mehrzahl aller jiiditdeutschen Juden an ein jüdisches Volk glaubt und sich zu ihm bekennt. Wenn man nur Zahlen will, so genügt es schon festzustellen, wieviel Ostjuden es gibt. Denn daß nur ganz wenige Ostjuden sich als Russen, Polen, Galizier, Rumänen, Türken usw. ״jüdischer Konfession“ fühlen, daß diese Juden volksmäßig nichts anderes sind und sein ־wollen, als eben Juden schlechthin, wird selbst von Ihren Gesinnungsgenossen im allgemeinen nicht m,eh1׳ bestritten. Es genügt zu überlegen, daß kn .ehemaligen europäischen Rußland mindestens 6 Millionen Juden leben, und daß von den 3 Millionen Juden in Amerika — ganz schlecht gerechnet — mindestens l:*t Millionen jidisch sprechen. Man braucht ferner nur an die 900000 galizischen, an die 1 Million asiatisehen und afrikanischen Juden zu denken und etwa noch «he 200000 Ostjuden in England, sowie einen großen Teil der 260000 rumänischen Juden hinzuzuzählen, so würden schon diese Ziffern allein genügen, um die Behauptung unserer Flugschrift zu erhärten. T r i e t s c h berechnet die Zahl der jidisch sprechenden Juden sogar auf über 11 Millionen. Wie man gegenüber diesen Ziffern die Richtigkeit unserer Feststellung, (die sich natürlich keineswegs auf die Ostjuden beschränkt;, anzweifeln kann, ist mir unerfindlich. Sie haben ferner ganz zu Unrecht die Behauptung aufgestellt, daß unsere Angaben über die Ausdehnung der Kongreßbewegung übertrieben sind. Sie haben damit offenbar bestreiten wollen, daß das jüdische Volksgeffthl in den letzten vier Jahren mit besonderer Kraft zum Durchbruch gekommen sei. Selbst wenn es richtig wäre, daß nur Amerika und Rußland Kongreßbewegungen gesehen hätten, so hätte sich damit allein schon der politisch wie geistig wichtigste Teil der Gesamtjudenheit für diese Bewegung entschieden. Nun gibt es aber ferner Kongreßbewegungen z. B. auch in Kanada, Südafrika und neuerdings auch in Böhmen. Vor allem aber sollten Sie doch begreifen, daß das Vorparlament i n de r Ukraine und die N a t i o!1 a 1 r ii t e in Böhmen, der Bukowina, Galizien, Polen und in anderen Ländern innerlich in i t jenen Kong re ßbe wegungen vollkommen identisch sind. Sie sind nichts anderes als gewissermaßen Kongreßbewegung in konzentrierter Form. Wesentlich ist, daß hier ebenso wie dort der Wille, eine selbständige jüdische Politik zu schaffen, und zwar in solidarischer Uebereinstimmung mit der Judenheit der ganzen Weit, seinen konkreten Ausdruck gefunden hat. Besonders eingehend haben Sie sich mit unsere״ Angaben über den Kongreß der amerikanischen Juden beschäftigt. Sie haben zunächst bestritten, daß der Kongreß 3 Millionen amerikanischer Juden vertreten habe, und haben sich darauf berufen, daß sich an den Wahlen nur 400 000 Juden beteiligt hätten. Es kann dahingestellt bleiben, ob diese Angabe über die Waldbeteiiigung zutreffend ist, oder ob, wie man nach neueren Informationen annehmen muß, in der Tat 600 000 Juden gewühlt haben. Sie vergessen nämlich, daß der Kangreß von allen großen Organisationen Amerikas, die das jüdische Leben in seiner Gesamtheit repräsentieren, beschickt war. Seine Delegierten sind ja nicht bloß aus allgemeinen Wahlen, sondern auch aus Delegationen der einzelnen Organisationen hervorgegangen. Ausgeschlossen hatte sich als Organissation lediglich die ״jüdisch-soziaiistisdie Föderation“; aber ihre Mitglieder haben sie!» teilweise an den Wahlen beteiligt, und aus ihrer Mitte ließen sich dennoch einzelne namhafte Führer als Einzelpersonen zum Kongreß wählen. Nachdem die Opposition, des ״American Jewish Committee“ besiegt war (jenes bekannten Notabeln- 1 i I i 4 % \ 1