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Jüdische Rundschau · 1919-03-14 · Heft 19 (14.3.1919) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIV (1919)
Issue
Heft 19 (14.3.1919)
Date
1919-03-14
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 19 Seite 143 meinem zwar sehe]!il auf mangelt« ■ten ist. und bis B. die Angelegt! :her Na »der mindi n, wie; derartig fs erstarrt ipien enti legt werden! t das pri ie draußen nann selbst zentrali 1 zu nenne Erziehung Befried igun ngpen durc ״Trenniai! mmensdi ulgemein (abgeselu 1me») vö: echend de izu von de »en; di® anstößigen“ undsätzlitib nicht nms in Pa Je EinigUngj der in detl renzstelluagl ו Komplexe! euren pri , auf dem[ :ift worden! gierten rorliege11det| igemä#, soungeu uad| :r sexuellen] las jüdische| radikal um :Inden Aus■ wie Volks*] hwung toi :h die he stellt wird, die neue[; und was| en Verhält■ lit eisernes* 1 itsächlicheo] r allem in en Kreisen] seit dem rerelendung sind, nidit!eich: Wie nd der jüältnisse in rmöglichen mabhä ngig ner geciglaßnahmen Erzielung!oral a■־ :11 und der 1 die Forpolitischer! des Wirtzeitiger Gesichtsjende Ziel imen nicht Verändcdie Erhait gelingen, ihen E!1echaftii ehen ich einen erscheint ■tandpunkt itScllCB entspricht. ich meine lieh deren e in den ilcl lauten er Weise :ie Kultur lion, aus fn •jungen t ist, mit ning als ,n damals weise bis di damit 19 gleichzeitig auch geeignet ist, die bei der Kinderrseugung wirksamen, wirtschaftlich bedingten Hemittfgen überall da zurücktreten zu lassen, wo sie nicht;h«1 durch das nationale und religiöse Pflichtbewußt- ■ja verdrängt sind: ich meine die radikalste Auf- ■ jijtuig der Steuerpolitik vom bevölke-!»«!*politischen Gesichtspunkte aus, im *in׳: nicht etwa nachträglicher mäßiger Erleichterungen ir große Familien, sondern völliger Steuerentiastung ff•’■’, staatlicher Zubuße für kinderreiche Väter, unter *b'-eälzung der ausfallenden Steuerleistungen und der :aiühehcijden ■Koste:! auf Junggesellen, Kinderlose und (mrierarme4). Diesen Maßnahmen a priori sind gesetzliche Vortriften an/ureihen, die a posteriori wirksam sind. Vor sollte hier die englische Breale-of-promise-Vorrift verschärft ־und ausgestaltet werden ia der Tena nach dem ideal wirksamen biblischen Gesetze hin, 1 den Verführer eines Mädchens zwingt, entweder ie Verführte zu 11 eiraten oder — falls die Heirat tos der anderen Seite verweigert wird --- durch ent- [p.echende Zahlung die Zukunft des Mädchens sicher- ׳us'ie!!e11. Was J1ie111ei die Frage der Polygamie5) be- :riilt, 90 will ich zu ihr nicht in einem oder anderen iimie Stellung nehmen; nur mögen diejenigen, die Sn;ücksicht auf unsere ״fortgeschrittenen kulturellen An- Millingen" die Diskussion eines so ״rückständigen edaiikens‘•' a limine alilehnen, zweierlei bedenken: eindaß die gesetzliche Zulassung der Polygamie, 11' Grund deren der außereheliche Geschlechtsverkehr זו wesentlichen völlig ausgeschaltet werden kann, VertäUnisse schallen würde, die in ethischer Beziehung Immer noch turmhoch über den sexuellen Zuständen uopas stehen; zweitens, daß bei einem wirtschaftlich nhvkkelten und seelisch dilferenzierten Kulturvo'k die esetzliche Zulassung der Polygamie das wirksamste ,litte! zur regelmäßigen tatsächlichen Durchfiihjng der Monogamie darstel’t. Als hoffentlich selbstvererständiiehe, zum blindesten in den jüdischen Siedgen mit eiserner Konsequenz zu erfüllende Forderung e!me ich weiter die Ausschaltung aller gecimen und öffentlichen Prostitution; 1erner, soweit erforderlich, die weitest .rehende Verpflichung zur finanziellen Versorgung unehelicher Kinder (ein c •i Judentum durchaus fremder Begriff!) .und ihrer lütter seitens des Vaters. Auf!von denen etwa noch die Verpl ntcrsuchung der Ehegatten vor ,ei) gehe Sch nidit näher ein. Dagegen sei ji-achdriidklichst ariirlich die ge setzlichen ieser schwierigen icht das sittliche weitere Einzelheiten lichtung zu ärztlicher der Heirat genannt hervorgehoben, daß Maßregeln in Frage versagen müßten, wenn Denken und Empfinden der *) Um klar hervortieten zu lassen, was ich meine, zahle ich folgendes konsequente Beispiel, aut dessen Einzelheiten ich keinerlei Gewicht lege: Steuerfreiheit einer gewissen nicht zu niedrigen — Kinderzahl, ir jedes daran fehlende Kind eine Einkommensteuer [011 je 15 ס/״ mit weiterem Zuschlag für Junggesellen, ,,ährend für jedes hinzukommende. Kind dem Familienlater ein staatlicher Zuschuß von je 15 °/0 seines Einlommens — und zwar unabhängig von dessen Höhe — tu leisten wäre. Natürlich ist dabei nicht etwa an eine (trafmaßregel, sondern nur an die Herbeiführung eines terechteren Ausgleiches zu denken. Die fiskalischen Interessen sind auf diesem Wege (der sich aut statisti- [eher Grundlage zahlenmäßig einwandfrei begründen ißt) genau ebenso zu befriedigen wie aut dem ge- .׳ähnlichen. 5) ich bin mir bewußt, schon durch Bezeichnung lieses Punktes als einer ״Frage“ den schärfsten Wider- Ipruch weitester Kreise heraufzubeschwören, kann aber leimodi um der rücksichtslosen Ehrlichkeit willen die [olyenden Bemerkungen nicht unterdrücken. Eine Purimgeschichte Von S c h I o m e. Es war einmal ein König, der hieß Ahasveros, [er tat das für einen König Ungewöhnliche, daß er ich eine jüdische Frau nahm, das heißt, er wußte das (orher nicht, sollst hätte er es vielleicht nicht getan. nn schon damals war das Geschlecht der Judäer «i fremden Fürstlichkeiten nicht allzu beliebt. Nach- *r hat er sich jedoch sehr anständig und ritterlich Genommen, und deshalb wird in der Geschichte seiner 1*it freundlichem Wohlwollen gedacht. Aber er tat auch äwas ganz Gewöhnliches, Was alle Könige tun. Er 'ahm sich einen Ratgeber, der war ebenso dumm wie *äsartig und durch Vererbung und Erziehung Antisemit, *er bewirkte vom König ein furchtbares Pogromgesetz egen die Juden, die ihm mit ihren eigenen Gesetzen md Sitten nur ein Fremdkörper im persischen Staate "■schienen. Da war aber auch ein jüdischer Mann, 'amens Mordecliai, der sich einmal um den König erdient gemacht hatte und außerdem der Pflegevater te Königin Esther war. Der wandte mit ihr zusammen las Unheil von dem Volk der Juden ab und zeigte [«in König die schändliche Gesinnung seines Ratgebers daman — und Haman hing am Galgen, den er für “ordechai errichtet hatte. Tempora nnitantur! Aus dem dekorativen König st eine Konferenz kluger, sachlicher Staatsmänner ge- 1',orden, mit einer politischen Machtvollkommenheit, fegen die sich die Machtsphäre des persischen Königs tusnimmt, wie die eines Veremsvorstandes gegen die iines Generaldirektors einer Aktiengesellschaft. Doch ■te Perserkönig war ein schwacher und vcrgnüguiigstüchtiger Mann, der den Einflüsterungen des bösen dementes nachgab. Was verstand er von Politik, von ten Geschicken der Völker? Was bedeuteten ihm Mendien? Er war nicht schlecht, aber auch nicht gut, :r War eben ein König. Aber diese Art Könige ist aus-!estorben. Sie leben nur noch in Purimfestspielen und j U E Dl SCH r: R UM DSC H A U jüdischen Men scheu in der künftigen Siedlung ein durchaus ander« wäre, als das der Männer und Frauen i« Westeuropa» Und dies ist ein Punkt, wo der Hebel schon in. der Diaspora angesetzt werden kamt und muß, wo namentlich die ihres Volkstums und ihrer Verantwortung bewußte Jugend (ich nenne hier j namentlich und ausdrücklich den ״Bl au-Weiß" und j das ״IC J. V.“, aber es gilt natürlich für alle) in eiserner! Selbstzucht an• sich zu arbeiten und, soweit es nötig ist, j völlig umzulernen hat. Es muß schon hier wie nament- 1 lieh in Palästina nicht nur unter Mädchen, sondern j auch •unter Juitgcns und Jünglingen als schändlich j und im höchstem Grad ehrlos gelten, sich j vor der Ehe und außerhalb der Eile ״auszuleben“ und; Volksgenossinnen (oder ,andere Mädchen) dem Elend j oder der Schande zu überliefern. Ein jüdischer ן Manu, der täte erforderliche Selbstzucht nicht üben will, ‘ muß unmöglich sein in Kreis seiner Kameraden wöe in jeder anderen jüdischen Gesellscliaft, er muß mät einem Stempel der Schande behaftet sein, dessen m====~- : .ד:רד—.=!-=■ Mit Genehmigung des Berliner Polizeipräsidiums Große öffentl. Versammlung Montag, den 17. Mär», abends 7 Uhr Brüdervereinshaus, Kurfürstenstraße 115 Die Zukunft Palästinas luiiiumiiuniiuHiiiiiiimmiiiimuHHiiiiiimiiiniiiiiiiiiuiniiiiHUiiuiiiiiimuiiniimuiiuiiiiiiii Redneri Nahum Goldmann / Kurt Blumenfeld Ferner die Delegierten für die Tagung der jüdischen Nationalräte in Paris: Z. Ideisohn, B Goldberg-Petrograd (Vertreter der rüss. Zionisten), Alex. Goldstein, J. Kaplan (Vertreter der jüd. Nationalräte in Kiew) Zur Deckung der Unkosten wird ein Eintrittsgeld von 0.50 M. erhoben. Erwartung von vornherein seinem besseren Ich im Kampf mit den Sinnen den stärksten Rückhalt gibt Wir sind in der Diaspora von solchem Ziel weit entfernt; sollte man es für möglich halten —!und es i s t möglich —, daß nationaljüdisch gesinnte und organisierte Jünglinge, selbst Akademiker, über diese Dinge miteinander in derselben Gleichgültigkeit twd Selbstverständlichkeit reden, wie es ja wohl außerhalb unserer Kreise üblich ist! Aber wie dem auch sei und was die Organ!- sationen in der Diappora nach dieser Richtung zuwege bringen mögen: in Palästina darf nur jene eine Gesiiiiiiung möglich sein, wer stell isu ihr nicht aufschwingen kann, der bleibe fort! Damit denen, die die Notwendigkeit der doppelten Moral mit der Konstitution des Mannes begründen, ihr Fundament entzogen werde, muß die Heirat jedem Mann in jungen Jahren ermöglicht werden. Als auf dem Delegiertentag nach Licht heims Referat der Kampf zwischen den Vertretern sozialer Gerechtigkeit und denen des vollen Sozialismus entbrannt war, da äußerte sich R.-A. Rosenbauin ln folgendem Sinne: den sozialistischen Gedanken in allen Ehren — aber wichtiger noch ist uns der ziowerden darin hoffentlich noch recht lange leben, denn da sind sie ungefährlich und ein unerschöpfliches Demonstrationsobjekt für allerlei menschliche Schwächen. Aber Ahasveros ist der einzige, der tot ist, alle anderen leben noch ganz so gut und ganz so schlecht, wie sie gewesen sind. Haman der Falsche, der Böse, steht jetzt vor dem höchsten politischen Richterstuld seiner Zeit, das jüdische Volk zu verderben. Schlimmer, grausamer noch, ihm kurz vor seinem Ziel, nach dem es sich unter unsäglichen Schmerzen mit in der Geschichte nie gekanntem Heroismus durch Jahrtausende geschleppt, den Weg zu zerstören, — der alte Widersacher, durch Erziehung und Tradition ein Feind der Juden. Sehr alt ist diese Tradition und Erziehung dieses neuen Widersachers nicht, nicht so alt wie die des Agagiter, aber sie genügt, aus ihm einen vollendeten Haman zu machen. Aus welchem Volk? Haman der Amalekiter, Sylvain Levi der Jude! Nein, sehr alt ist die Vererbung und Tradition dieses Judenhassers nicht. Seit wann gibt es eigentlich diese Assimilanten? Sein eigenes Volk hinterrücks überfallen! Haman war dumm und stolz, aber er bekannte sich offen als Judenfeind. Levi ist schlau, gerissen, er schmeichelt sieb erst in das Vertrauen der Vertreter des jüdischen Volkes ein, spricht im Namen von Juden, setzt sich eine freundliche Maske auf — und zückt dann plötzlich den Dolch! Doch die führenden Politiker dieser Sitzung sind nicht aus dem Gesehlechte des Ahasver. Für sie zückt Levi einen Theaterdolch! Sie wissen, was Politik ist. Sie kennen die Geschicke der Völker, ihre Leiden, Wünsche und Hoffnungen. Ihnen bedeuten die Menschen die höchsten, heiligsten Güter, die ihnen im Augenblick anvertraut sind. Sie durchschauen den Verräter, den kleine, begrenzte Interessen leiten. Sie rufen den Gerechten und Guten, sie rufen Mordechai. Mordechai — Weizmann spricht klug und voll Liebe für sein Volk. Und die Konferenz weiß, das Gute von dem Bösen zu scheiden und gewährt ihm und seinem Volke die Gerechtigkeit. Mordechai lebt! Und wo lebt Esther die Schöne, die Reine? Von der Mordechai sagt, sie sei ״vielleicht listische, ist uns die Sicherung der Möglichkeit, das nationale Heim durch Massenansiedlung überhaupt z*1 schaffen. In der vorliegenden Frage, glaube ich, darf man nicht so denken; hier möchte ich vielmehr sagen: Sicherlich ist uns allen der zionistische Gedanke unsagbar teuer; aber eine jüdische Heimstatte mit Prostitution und Bordellen, mit liederlichen Juden ׳und Jüdinnen, mit vorehelicher Ausschweifung und ehelicher Untreue, mit dem aus Europa importierten Götzen des Sinnenkultus — das wäre ebenso schlimm wie überhaupt kein nationales Heim. Arbeite und handle also danach, wer immer Palästina will, ein reine# urtt wahrhaft jüdisches Palästina! Nationaljüdischer Radikalismus? Von Dr. Gerhard H o 11 h e i 111. Unter dieser IJeberscFrilt verüffen lichte Herr Dr. 1 Felix (jo Id man 11 einen längeren Artikel im Februarheft! der ״Zeitechr.ft des Zentr.'lzer i!1s deutscher S aatsblnger j jüdischen Glaubens". Er tritt angcb'ichcn Ueberspanj nungen im zion's:i־eben L ger entgegen, gbt den Zio• > nisten den dringenden Rat, von den radikalen Kulturj zionisten abzu rücken und fordert die niditzionis'ische deutsche Judenhcit zum Kampf gegen die Schädlinge 1 auf. Die Schädlichkeit wird - wie bei den Gesinnungsgenossen de:; Herrn Dr. Colomann se bstvcisriln flieh — damit begründet, .daß hierdurch dem Antisemitismus neue Nahrung geboten und d e Stellung des deutschen Juden unhaltbar gemacht wird. Herr Dr. Goldniann ist nicht mir mit ״Auswüchsen“ des Kulturzionismus unzufrieden, sondern überhairpt mit der Tatsache, daß heute der jüdische Kulturgedanke einen wesentlichen Bestandteil der zonirtischen Anschauung bildet. Wenn G o Hl m a n 11 die Entwicklung unserer Bewegung kennen, die Protokolle unserer Kongresse und laiidsmannschaft ichen Delegiertentage gelesen haben würde, müßte er wissen, daß nicht nur in den von ihm erwähnten JugeirJgemeinsciiaften, sondern auch im offiziellen Zionismus schon seit Jahren unter ״Zionismus“ nicht nur die politische Durchführung des Baseler Programms, sondern auch die innere Juda'sierung verstanden wird. Ooldraann müßte es wohl bekannt sein, daß der deutsche Delegiertentag im Jahre 1916 einen Kulturausschuß gewühlt hat, dessen Aufgabe es ist, Publikationen aller Art, Lehrbücher, Merkblätter, Jugendschriften usw. zu schaffen, überhaupt praktische Kulturarbeit zu leisten. Gegen die Beschäftigung mit jüdischen Dingen, Hebräisch, jüdische Geschichte usw. hätte nun Gold mann sicherlich n chts einzuwenden. Was seine Auffassung von der unseren unterscheidet, ist ״nur“ die innere Einstellung zu diesen Dingen. Für ihn ist Judentum gegebene Lehre, Wissenschaft. Er glaubt nicht a!1 ein lebendiges jüdisches Leben, an eine schöpferische jüdische Zukunft. Wir aber fühlen «ns eins mit dem gesamten zerstreut lebenddn fWRchen Volke, sehnen uns nach dem inneren Kontakt mit all seinen Gliedern und wollen an der jüdischen Entwicklung dier Zukunft teilnehmen. Auch wir wissen, wie wenig jüdische Inhalte wir besitzen. Wir fühlen die Versteinerung unseres geistigen Lebens, die Disharmonie zwischen unserem funktionellen Judentum und den ihm inadäquaten Inhalten und Lebensformen; wir wollen die innere Assimilation überwinden. Nicht durch und Sein unterscheiden wir uns von den anderen Juden, sondern durch unser Wollen; durch die innere Entscheidung. Herr Dr. Goldmann glaubt nicht an die Erneuerung des Judentums in Palästina, an die Möglichkeit hebräischen Kulturlebens, Und nennt unsere Hoffnungen überschwenglich. Ilun fehlt eben jedes Vertrauen zum jüdischen Menschen, zu seinen inneren Möglichkeiten. Aber für Palästina würde er immerhin das Bestehen eines um der gegenwärtigen Zeit willen zum Königstum gelangt“? Fürsprache hielt sei bei dem König für! ihr Volk in Mordeehais Geist, und sie gewann den 1 König durch die Kraft ihrer Schönheit und ihrer Reinheit. Esther lebt! Sie hat vor den Männern, in deren : Händen das Schicksal der Völker ruht, gesprochen durch den Mund Mordeehais—Weizniarius, und durch die Kraft ihrer Schönheit und Reinheit hat sie auch dort die Menschen gewonnen ־— und sie heißt heute die zionistische Idee. Sie, die durch die Jahrtausende hindurch nie gestorben war, ist sie vielleicht auch nur um der ״gegenwärtigen Zeit willen“ in dieser Form unter uns erschienen? Levi wird Weizmann nicht auf einem geschmückten Pferde durch Paris führen müssen. Aber er hat es ertragen müssen, daß man seine ausgestredkte Hand zurückwies. Auch wird man nicht so grausam sein, ihn an einen Galgen zu hängen. Tempora mutamtur. Es gibt einen Galgen im׳ politischen Leben: das Verschwinden aus der Oeffentlichkeit. An diesen Galgen mit Levi! Ihr aber, Ihr Purimspieler, wenn Ihr nicht wißt, wie Haman aussah, so laßt Euch aus Paris eine Photographie von Professor Sylvain Levi, Mitglied des College de France, kommen 1 Haman, der Widersacher warf das Los auf den | 13. Adar, und der Tag ist ein Freudentag in der Geschichte des ganzen jüdischen Volkes geworden.. Sylvain Levi versuchte es am 27. Februar zu werfen. Der 27. Februar wird anders noch, als der Tag der Purimspiele und Tänze, ein Tag der großen und erhabenen Freude für das ganze jüdische Volk sein. In Nr. 17 der ״Jüdischen Rundschau“ wurde mitgeteilt, daß die Gattin des bekannten Verlegers, Herrn Abraham Stybel In Kopenhagen, gestorben sei. Wie wir jetzt erfahren, spendete Herr Stybel 1/4 Million Rubel 'zum Andenken an seine Frau. De Zinsen dieser Spende sollen jährlich für den besten hebräischen Roman oder das beste hebräische Drama ausgezahlt werden.

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