Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIV (1919)
- Issue
- Heft 18 (11.3.1919)
- Date
- 1919-03-11
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 132 JUED1SCHE RUNDSCHAU Der Inhalt der Forderungen, Nr. 18 Nr. Die von der zionistischen Delegation gestellten Forderungen werden in dem nachstehenden Telegramm näher angeführt! Das von den Zionisten der Friedenskonferenz überreichte Memorandum umfaßt 14 Seiten, hat eine blau!pe|( weiße Titelseite und ist vom 3 Februar 1919 datiert. Es ist unterzeichnet von Lord Rothschild, Sokolow und! Weizmann namens der zionistischen Organisation, von Rosow namens der zionistischen Organisation! Rußland^, von Mack, Wise, Friedenwald, Miß Szold, Robinson, de Haas für die zionistische Organil sation Amerikas, ferner noch einmal von Sokolow und Weizmann namens der Juden Palästinas. Das DokumentI beginnt mit einer historischen Einleitung, enthält dann die Regierungserklärungen über die Errichtung der jüdischen Heimstätte,! die Resolutionen der zionistischen Kongresse und des amerikanisch-jüdischen Kongresses. Es folgen dann die Forderungen. § 1 lautet: Die hohen vertragschließenden Parteien anerkennen das historische Recht des jüdischen Volkes auf! Palästina und das Recht der Juden, Palästina als nationales Heim wieder aufzubauen. § 2 behandelt die Grenzen! Palästinas, § 3 verlangt, daß die Souveränität Über Palästina dem Völkerbund übertragen werde und Großbritannien! vom Völkerbund als Mandatar bestellt werden 8011. § 5 verlangt, in Palästina müssen derartige politische, ad. ministrative und ökonomische Bedingungen getroffen werden, die die Errichtung einer nationalen Heimstätte für) das jüdische Volk durch die Schaffung eines autonomen jüdischen Gemeinwesens (Commonwealth) ermöglichen! wobei klar verstanden wird, daß nichts getan werden soll, was die bürgerlichen und religiösen Rechte der vor [ handenen nichtjüdischen Bevölkerung oder die Rechte und die politische Stellung der Juden anderer Länder! beeinträchtigen könnte. Der Mandatar soll die jüdische Immigration und die Bildung einer geschlossenen jüdischen[ Siedlung fördern. Ein jüdischer Rat soll den Mandatar bei der Entwicklung des Planes der jüdischen Heimstätte! unterstützen. Konzessionen sollen gewährt werden für öffentliche Arbeiten unter Erschließung der Hilfsquellen[ des Landes. Der Mandatar soll die Bildung einer jüdischen Seibstregierung durch weitestgehende Maßnahmen] in die Wege leiten. Die Depesche der zionistischen Delegation an die Londoner Konferenz. ides Das Ergebnis der Verhandlungen auf der Friedenskonferenz war der Londoner Zionistenkonferenz be-|Am reits vorher durch eine Depesche mitgeteilt worden, die von Weizmann, Sokolow und Ussischkin unterschrieben war und folgenden Wortlaut hatte: ״Unter allgemeiner Zustimmung unterbreiteten wir unsere Forderungen der Friedenskonferenz. Der sie• |ץ0ז* benundzwanzigste Februar 1919 wird als der größte Tag in der Geschichte des jüdischen Volkes seit der Zer fspi Streuung betrachtet werden. Neuer Mut, frische Begeisterung 'und Hoffnung muß jedes jüdische Herz erfüllen. Wir haben ״,erbUc^l.Ja|>e||fs bleibt npg|1 viel zu tun .übrig,.. In dieser feierlichen Stunde sind ■Po« wir. im Geiste mit Euch und sind sicher, daß Eure Verhandlungen ergebnisreich sein werden “ Iß0״ miss Von der Londoner Die Einheit der Organisation aufrechterhalten; Weizmann in das EAC kooptiert; Zentralbüro in London, subordiniertes Zweigbüro Kopenhagen; baldige Sitzung des Großen A.C.; Forderung der nationalen Autonomie; Pogromentschädigu n g gefordert; Gruß und Dank an die fehlenden Föderationen. London, 3. März 1919. Heute wurde wieder eine Plenarsitzung der Zionistischen Konferenz in London abgehalten. Dr. Jacobson und Leo Hermann berichteten über Fragen der Organisation. Es wurde beschlossen: 1. Der Ausbau der Zionistischen Organisation ist ein wichtiger Bestandteil der zionistischen Arbeit. 2. Eine KonferenzsämtlicherMitgliederdesGroßenAktions-Komitees soll schnellmöglichst stattfinden. 3. Die Konferenz bestätigt dieKooptierung Dr. Weizmanns in das Engere Aktions-Komitee (Anmerkung der Redaktion: Diese Kooptation ist mit Zustimmung sämtlicher Mitglieder des EAC erfolgt. Die Zustimmung der nicht in London befindlichen Mitglieder des Großen Aktions-Komitees wurde eingeholt). 4. Das Zentralbüro der Zionistischen Organisation erhält seinen Sitz in London. Ihm wird ein Zweigbüro in Kopenhagen subordiniert. Ausdrücklich wurde die Notwendigkeit betont, die Einheit der Organisation aufrecht zu erhalten.!sei I ÜKX London, den 4.März 1919. In der Dienstag-Sitzung berichtete Leo M o t z k i n namens der Kommission für die nationalen Rechte. Es wurden Resolutionen angenommen, die für die Juden die nationalen Rechte in allen neu gebildeten oder neu organisierten Staaten fordern, sowie eine Entschädigung für die durch den Krieg oder die Pogrome erlittenen Verluste. Die Pogromentschädigungen sollen von den betreffenden Staaten getragen werden. Heber den Verlauf der historischen Mittwochssitzung, in welcher Weizmann über die Pariser Verhandlungen berichtete und das Schreiben des Emir F a i s u 1 verlas, haben wir bereits obenstehend berichtet. Auf der Mittwochssitzung der Londoner Konferenz gab ferner Herr Leo M otzk i n seinem Bedauern Ausdruck, daß nicht alle zionistischen Föderationen vertreten seien. Die Konferenz stimmte diesen Worten unter Applaus zu. Der Vorsitzende Dr. Schmarja Levin entbot namens der Leitung und namens der Konferenz den fehlenden Föderationen die wärmsten Grüße und dankte ihnen für die außerordentliche Arbeit, die sie vom nationalen Geiste getragen, für den Zionismus geleistet hätten. ab