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Jüdische Rundschau · 1919-02-28 · Heft 16 (28.2.1919) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIV (1919)
Issue
Heft 16 (28.2.1919)
Date
1919-02-28
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 122 J U EDI SC H E RUNDSCHAU Nr. 16 Körper ist. Mögen Sic eine Bezeichnung wühlen, wte Sie wollen, mögen Sie von einer Stammcsgcmcinsctwft sprechen, oder wie in neuerer Zeit die deutsche Ortlio- (toxic von einer Thora-Nation, dem Oottesvolk. Das Entscheidende ist der völkische Charakter, ist, daß es sich nicht um eine Konfession handelt, sondern um eine Nationalität mit allen Eigentümlichkeiten einer solchen. Was hat das für eine Bedeutung für die jüdische Ciemcindc und für die Frage der Trennung von Staat und Kirche? Der Herr Referent ist konsequent, er wünscht die Trennung von Staat und Kirche. Ich wünsche diese Trennung von Staat und Kirche auch im Judentum durchgeführt. Jude ist für mich jeder, der von einer jüdischen Mutter geboren ist, ohne Rücksicht darauf, wie er im Einzelnen zur jüdischen Religion steht. Daraus ergibt sich, daß zur jüdischen Ciemcindc jeder Jude zu zählen ist, ohne Rücksicht auf seine religiöse Stellung. Meine Damen und Herren, mir wird dazwischen gerufen: der getaufte Jude auch? Nein! Ich möchte dieses ״Nein“ unterstreichen, weil ein sehr verehrter Freund von mir, einer der tiefsten religiösen Menschen, die ich kenne, einmal diese Frage aufwarf, und man ihm, als er rn logischer Konsequenz des Gedankens die Image bejahte, ohne damit etwa praktische Kon- Sequenzen ziehen zu wollen, später von jüdisdi-Iiberaler Seite schwere Vorwürfe machte. Ich betone ausdrücklicli, daß ich auf diesem Standpunkt nicht stehe. Warum ist ja wohl klar. Wir halten also fest, daß jeder Jude zur jüdischen Gemeinde gehört, ohne Rüdesicht auf seine religiöse Anschauung. Wir kommen damit zu einer Organisation, die meine politischen Freunde in Osteuropa mit einem sehr glücklichen Namen die Volksgemeindc nennen, eine Bezeichnung, die wir in den Kämpfen der nächsten Zeit in der Oeffcntlidikeit noch öfter hören werden. Ich darf übrigens darauf aufmerksam machen, daß diejenigen, die sich über das Problem schon heute näher unterrichten wollen, alles das, was zur Frage der Organisation der Voilesgemeinde zu sagen ist, in der Schrift meines verehrten Freundes des Herrn Sanitätsrat Dr. E. Simonsohn ״Die jüdische Volksgemeindc'״) lesen können, die in wenigen Tagen im Druck vorliegen wird. Ich habe die Korrekturbogen gelesen. Der Inhalt der Schrift deckt sielt mit meinem Standpunkt Der Herr Referent sprach davon, daß cs eine Ungeheuerlichkeit sei, daß wir bisher Steuern gezahlt haben für Zwecke der christlichen Kirchen. Er hält das für einen Gewissenszwang. Diesen Gewissenszwang möchte ich auch innerhalb des Judentums beseitigt wissen. Ich fordere deshalb innerhalb der jüdischen Volksgemeindc die absolute Selbständigkeit der Kultusverbände mit eigenem Besteucrungsrccht. Es muß aufhören, dnß z. B. ein orthodoxer Jude verpflichtet ist, Steuern zu zahlen, die verwandt werden für religiöse Einrichtungen, die seinem Gewissen widerstreben. Die Volksgemeindc ist der Oberbau. Innerhalb der Volksgemeinde werden wir die Kultusverbaiide haben, tu kleinen Gemeinden ist ja in der Regel eine einheitliche Anschauung vorhanden, hi ihnen wird die Frage leicht zu entscheiden sein. In Groll-Gemeinden w׳crden wir den orthodoxen Kultusverband, den liberalen Kultusverband haben. Ich kann mir auch denken, daß mittelparteiliche Organisationen, Kultusorganisationen sich bilden. In der Großgemeinde ist dann vielleicht noch ein Vcrliand denkbar, wie wir ihn in Berlin in der Reformgemeinde haben, die ja eben in ihrem ganzen Aufbau etwas einzigartiges darstellt, was über den Rahmen dessen, was das Judentum sonst kennt, auch das liberale Judentum bei uns sonst kennt, weit nach links hinaus geht. Diese Kultusvcrbändc erhalten für ihre Anhänger das Bcsteuertmgsrecht. Sic vereinigen sich zu Provinzialverbänden und schließen sich zu einem Reichsverband zusammen. Wir werden also einen orthodoxen Provinzial verband haben, wo cs nötig ist, einen Orthodoxen-Rächsverbaml über das ganze Reich zum Ausgleich der finanziellen Bedürfnisse innerhalb der orthodoxen Kultusvcrbändc. Aehnlich werden sich die Liberalcn organisieren. Schwierigkeiten sehe ich hier nicht. Die Aufgabe der Volksgemeindc bleibt, lediglich soweit Cs sich um die religiösen Dinge handelt, eine verwaltungstechnischc. Hier nähert sich vielleicht in der Praxis meine Anschauung der des Herrn Referenten, so sehr der theoretische Unterbau bei uns beiden verschieden ist, als er ja auch von Zweckverbänden spricht, die eventuell die großen Aufgaben für die einzelnen Gemeinden übernehmen, die diese selbst nicht leisten können. Der Unterschied zwischen uns ist aber der, daß ich diesem Zweckverband eine viel, viel größere Aufgabe zuweise, als lediglich das zu leisten, was auch heute die jüdische Gemeinde im günstigsten Falle leistet. Für mich ist die jüdische Volksgemeindc der Träger aller politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Aufgaben des jüdischen Volkes in Deutschland. Ich will nicht viel Beispiele geben. Lassen Sie mich aber wenigstens einige Worte über die kulturelle Tätigkeit sprechen. Die Volksgemeindc hat die jüdische Schule zu schaffen. Wir verlangen selbstverständlich die jüdische Schule durchgeführt vom Kindergarten über die Volksschule und Mitlelschulc bis zur Hochschule. Natürlich nicht überall in Deutschland, das versteht sich ja von selbst. Je nach der Größe einer Gemeinde und dem Bedürfnis, wird das Schulsystem eingerichtet werden müssen, ln der Mittelschule wünsche ich die neue hebräische Unterrichtsspräche wenigstens in den oberen Klassen. Meine verehrten Damen und Herren, ich weiß, daß das Forderungen sind, die vielen von ihnen als eine Ungeheuerlich- •) Che Broschüre ist inzwischen im Jüdischen Ver* lag, Berlin, erschienen. (Die Red.) keit erscheinen. Was Ihne» aber ungeheuerlich er• scheint, braucht in 20 —30 Jahren keine Ungeheuerlichkeit mehr zu sein. Es muß nur im rechten Augenblick die Forderung aiifgesieilt werden und es muß diese Forderung mit aller Energie dauernd vertreten werden. Daß wir in der Vertretung unserer Forderungen cnergisch sind, wird uns niemand bestreiten. Wir wünschen, daß die deutsche jüdische Geuicinsdwft sich wieder als ein Teil der gesamten jüdischen Gemeinschaft der Welt fühlt. Das kann sic nur, wenn sie die hebräische Sprache, die keine tofe Sprache Ircute mehr ist, ebenso versteht, wie die Juden der Welt, Unsere 'Jugend muß in der Lage sein, den Kulturgcist, der In der hebräischen Uteratur sich ausspricht, in sich aufzunchmcn. Nur so wird sic als Glied des jüdischen Volkes den Zusammenhang mit den anderen Gliedern auf der ganzen Welt aufrecht erhalten können, nur *0 wird eine gegenseitige jüdische Befruchtung möglich sein. In diesem Zusammenhang will ich auch auf das von uns erwartete neue Aufblühen Palästinas hinweisen. Heule rechnen wohl bereits alle deutschen Juden mit dieser Tateaclie. Der Unterschied zwischen meinen Freunden und den nicht zionistischen Juden besteht ja wohl nur noch darin, daß wir Palästina als nationale Heimstätte für das jüdische Volk wollen, währeud ein größerer Teil der deutschen Juden sagt, wir begrüßen eine nationale Heimstätte in Palästina, aber nicht für daa jüdische Volk, sondern für diejenigen Juden, die sielt national fühlen. Das ist gewiß ein kardinaler Unterschied, den ich keinen Augenblick verwischen will. Aber für die Frage, die uns im Augenblick hier beschäftigt, macht dieser Unterschied nicht so sehr viel aus. Entsteht dieses neue Palästina, m erwarten wir von dort eine kulturelle Befruchtung der Diaspora. Dazu brauchen wir eine Jugend, die eingestellt ist in die Oedankengänge des jüdischen Volkes in der Welt, dazu brauchen wir Kenntnis der hebräischen Sprache. Kommt idic Trennung von Kirche und Staat, und haben wir die jüdischc Schule, so wie wir sic ‘fordern, 90 habe» wir die Möglichkeit, citi wirklich jüdisches Oe schlecht zu erziehen. Aus diesem historischen Zusammenhang dic3cr ständigen gegenseitigen Befruchtung wird sich ein lebendiges, jüdisches, pulsierendes Leben ergeben. Uebrigens haben wir ja auch in Deutschland seit 30 bis 40 Jahren uns nur erhallen durch Zuzug aus dem Osten. Hatten wir die große Einwanderung aus dem Osten nicht gehabt, die rin Glück für uns war, so wäre ein großer Teil des deutschen Judentums bereits verloren gegangen, wäre heute gar nicht mehr jüdisch. Ich glaube, diese Tatsache ist statistisch so fcstgelegt, daß sie nicht mehr von irgend einer Seite bestritten wird. Ich kötmfe über die Aufgaben der Volksgemeindc nach allen anderen Richtungen midi •och verbreiten. Das würde aber heute zu weit führen. Wir verlangen soziale Hilfstätigkeit auf allen Gebieten. Der Arbeitsnachweis ist eine Angelegenheit der jüdischen Gemeinde. ,Die ßcrufsumschichtung ist eine Angelegenheit der jüdischen Gemeinde. Die Frage der Früh che, eine ganze Reihe von Fragen cugenetischer Art, bei der der Arzt mitzureden hat, sind Angelegenheit der jüdischen Gemeinde. Von den politischen Aufgaben brauche ich nicht zu sprechen, kurzum, er. harrt der Volksgemeindc eia utigeireurer Komplex von Aufgaben, Diese Aufgaben sind nicht an allen Orten gleich. Der ganze Komplex der Fragen wird zur Kompetenz der Reichsgcmcinde gehören, ln der natürlich die Volksgemcinden oben an der Spitze zu• sammengefaßt werden. Daß dabei alle Wahlen einen absolut demokratischen Charakter zu erhalten haben, und daß mit dem System der heutigen Notabein- Wirtschaft gebrochen wenden muß, ist selbstverständlich. Meine verehrten Damen und Herren, das ist meiner Freunde und mein Programm. P/ogrnmrne dieser Art pflegen nicht von heute auf morgen realisiert zu werden. Das ist aber auch nicht nötig. Als wir Ende der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts vor die deutsche Judenheit mit dein Palästinagedanken traten, hat man uns verlacht. Wir haben recht schnell den Weg durchschritten, den die Vertreter aller Ideen gehen müssen. Zuerst lachte man, dann bekämpfte man uns aufs allerbitterste, und heute sind wir doch wohl im großen ganzen in der Situation, daß man uns entweder zustimmt oder sagt, wir teilen eure Auffassung nicht, erkennen aber die Bedeutung eurer Arbeit au, stehen ihr mit wohlwollendem Abwarten gegenüber. Mit unscrcm Gemelndeprograinm wird es ähnlich sein. Der Einwand, daß wir potente Steuerzahler aus der jüdischen Gemeinde herausdrängen könnten, kan« mich nicht schrecken. Unsere Politik wird nicht von heute auf morgen gemacht, sondern im Hinblidc auf die gesamte Zukunft der deutschen Juden. Da bedattre ich natürlich jeden Austritt ich habe ja davon oben bereits gesprochen — aber ich kann ihn nicht hindern und kann auf ihn nicht Rücksicht nehmen, wenn cs sich um viel größere Dinge handelt. Wir meinen aber, in der jüdischen Volksgemeindc wird jeder Platz haben. Jeder wird die Befriedigung seiner religiösen Bedürfnisse finden und er wird sie finden unter vollster Wahrung der Gewissensfreiheit. Ich möchte noch darauf hinweisen, daß auch in den Schulen der Rcligionsunterrieht den Kultus verbänden übertragen werden wird. Es ist ganz klar, daß in der jüdischen SChule der Volksgemeindc der Religionsuntcrridit Sadtc der Kuttusverbände sein wird. Wir werden also eine reinere und freiere Form der Gemeinde beikommen, in der nicht für den einzelnen die Gefahr besteht, daß die Berücksichtigung seines religiösen Standpunktes von dem mehr oder weniger großen Wohlwollen der jeweils am Ruder befindlichen Herren Abhängt. Das ist selbstverständlich eine Situation, die auf di« Dauer weder für einen liberalen Juden, wenn die Orthodoxie die Gemeinde regiert, noch für einen orthotkoreir Jude», wenn eine liberale Leitung vorhanden ist, erträglich ist. Auf der andern Seite aber wird diese jüdische Volksgemeindc auch allen anderen Kreisen Befriedigung gewähren, da sic allen Anforderungen, die das jüilische Leben zu stellen hat, genügen wird. Ich sehe in diesen» Saat Bekannte, von denen ich weiß, daß sie das gan» Jahr — die Synagoge nicht betreten. Man kam» dies bedauern, und ich von meinem religiösen Standpunkt aus bedaurc cs gewiß. Aber die Tatsache steht fest. Audi diese Kreise werden aus der Volksgemeindc aus zutreten keine Veranlassung haben, weil (Be jüdische Volksgemeinde eben eine *Reihe von Aufgaben lösen wird, die •außerhalb des Rahmens der rein religiöse# Aufgaben liegt Bleibt die jüdische Gemeinde nur Religionsgcmcinde in der heutigen Form, so wird die Trennung von Staat und Kirche, das Aufhörca der Zwangsbesteüerung schwere Gefahren bringen. Eine einfache Betrachtung lehrt das. Zählen Sie die Zahl der Juden Berlins und stellen Sie dagegen die Anzahl der an den hohen Feiertagen vorhandenen Synagogenplätzc. So haben Sie schon eine ungeheure Diskrepanz. Alle diese Kreise, die ja gar kein Interesse an der jüdischen Ocmeimle haben, wie sic beute bestellt, wvrilen natürlich bei dem ersten 'Windhauch, der die Blätter vom Baume wegweht, ablallen. Damit könnte ich eigentlich schließen. Nur noch einige Spczialbcincrkungen. Der Unterricht an unseren höheren Schulen ist, wie er heute erteilt wird, abrwtnt wertlos. Je früher er fortfällt, desto besser. Der Oedanke, in zwei Stunden wöclientiich jüdische Re ligion unterrichten zu wollen, ohne ein Wort hebräisch zu lernen, denn das wird an unserer höheren Schulen bekanntlich nicht gelehrt, ist so absurd, daß nia» darüber gar nicht zu sprechen braucht. Aul den höheren Töchterschulen, die meine Mädchen bcsuicht haben und auf dein Gymnasium, das mein Junge besucht, nuf dem übrigens ein vorzüglicher Religionsunterricht er teilt wird, soweit das bei zwei Stunden überhaupt möglieh ist, wird kein hebräischer Unterricht erteilt. Der hebräische Unterricht müßte also unter allen Umständen als Ergänzung hinzttkommen, dann ist es aber schon das beste, wenn der ganze Unterricht da erteilt wird, wo er fumlitus erteilt werden kann, d. h, in der Schule der Gemeinde. Wir müssen aufhören, einen U»tcrrieht aus einem unpraktischen, künstlich konstruierten Gleichbcrcchtigungsstrcben heraus erteilen zu lassen, der doch keinen Wert hat. Das Wort des Herrn Dr. Gold man״, der Staat muß sich mit Religion durchdringen, aber er hat sich natürlich — so ungefähr war cs doch — nur mit einer solchen Religion cfurciidringcn zu lassen, die seinen Staatszwcckcn nicht widerspricht, halte ich für be dcnklidi, und zwar scheint mir das doch recht bedenklich. Ich kann mir vorstcltcn, daß die Religion die sittliche Pflicht hat, unter Umständen auch scharf gegen den Staat Stellung zu nehmen. Wer es ernst meint mit seiner Religionsanschauung, kommt tausendfach in die Lage, seine religiöse Auffassung in einen Gegensatz zur Auffassung des Staates zu bringen. Aber darüber will ich nicht weiter sprechen. Ich habe ja nicht die Pflicht, mich mit dem Referat des Herrn Dr. Gotdmann im einzelnen auscinamlerzusetzen, das auch nach meinem Empfinden von seinem prinzipiellen Stamlpiaikt aus gesehen ganz hervorragend und trefflieb war, sondern ich hatte nur die Pflicht, Ihnen von meinem Standpunkt aus zu sagen, wie ich mir d׳'c Abwendung der Schäden denke, die cintrctcn müssen bei der Trennung von Kirche und Staat, wenn die jüdische Gemeinde fälschlieh weiter nur Religionsgcmcinde bleibt, also etwas bleibt was sic bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts nje gewesen ist. De künstliche Erfindung der letzten 6cehzig Jahre von der jüdischen Konfession muß wieder verschwinden. Das Heilmittel ist aus der jüdischen Oescluchlc zu nehmen. Alle die Schäden, die sclwn entstanden sind und die bei der Trennung von Staat und Kirche noch mehr entgehen werden, Können nur abgewendet werden durch eine Radikalkur. Das ist für uns die Schaffung der jüdischen Volksgemeindc, für die wir eintreten. Die Eröffnung der Freien jüdischen Volkshochschule Am 21. Februar begann der Lehrbetrieb der Freien Jüdischen Volkshochschule. De feierliche Eröffnung hat am Sonntagvormittag 6tattgefundcn. Nach denn Besuch der Versammlung zu urteilen, ist das Interesse für die Anstalt in den weitesten Kreisen der Berliner Bevölkerung ,außerordentlich groß. Man kann jetzt schon für abstellbare Zeit mit einer umfangreichen Hörerschaft rechnen. In seiner Eröffnungsrede betonte der Vorsitzende des gescliäftsführenden Ausschusses und des Kuratoriums, Herr Rabbiner Dr. Bergmann, ganz besonders den rein-wissenschaftlichen, tendeuzfreien Charakter der Anstalt. Alle Richtungen und Dewegun* gen müssen ihren Ausdruck in den Darbietungen der Volkshochschule •finden können, sofern sie mit wissen- «chaftlidhem Ernst vorgetragen werden. Darauf hielt Professor Löwe seinen Vortrag über die jüdische Volkskunde. De jüdische Volkskunde beruht auf der Anthropologie und Ethnologie. Die jüdischc Rasse, mit der sie sich beschäftigt, ist die erkennbarste unter allen lebenden Mensch enarten. Die Unechten Juden bilden nur einen verseil windend kleine« Teil der Gesamtjuden. Das zumeist unbekannte Volkstum der Juden hat einen außerordentlichen Reichtum von farbenprächtigen Zügen. Audi wenn der strenge Glaube den Aberglauben in enge Fesseln schlägt, Sprache

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