Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIV (1919)
- Issue
- Heft 16 (28.2.1919)
- Date
- 1919-02-28
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 16 JUBBiaCNfc EtVftlBfteUAV SeNe!23 und Sitte, Mythos und Feier, Trauer uivi Spiel haben, j Sire eigenartigen, stauuncstüiuticlicn Formen gebildet 1 um! erhalten. Reiche Sagen-, Legenden- und Märchen- I schätze werde!» erst jetzt erschlossen. Das Untertauehen i» das eigene Volkstum bedeutet für alle Stamme, so aud» für dafl jüdische Volk, den Jungbrunnen seiner Kraft. Mit Solovorträgen des Herrn Oberkantors!Davidsohn wurde die Feier in würdiger Weise eingeleitet und geschlossen. Oie Volkshochschule ist eröffnet. Nun hciBt es: ״eht jind lernt! Endlich ist in Berlin eine Stätte entstanden, au der jeder Belehrung über alle Gebiete des jüdischen Wissens, über alle jüdischen Dinge er* liaiten kann. Dies ist auch bisher schon in verschiedener Weise geboten worden, aber die Volkshochschule soll das freie fliidungswcseti zentralisieren und einheitlich regeln. Diese Aufgabe wird wesentlich erleichtert werden, wenn mögliriwt viele Hörer aus unseren Kreisen sich nn den Arbeiten beteiligen. Zionistische Tournee in Oberschlcsien Am Montag, den 27. Januar, sprach der Sekretär der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Herr Assessor Dr. Leie wer in einer öffentlichen Versäumthing in Minden bürg O.-S. über «las Thema: ״l>ie Sdiidraalsstuiidc des •üdisdicu Volkes“. Er legte dar, nie das bei Beginn des Krieges atomiskrte jüdische Volk sidi zu einer geeinten Gemeinschaft verbunden habe, besprach dann die Forderungen des geeinten jüdischen Volkes und wies auf die Notwendigkeit für «iie deutschen Juden hin, sidi dein jüdischen Volke wieder cinzuglicdcrn. 111 der Debatte sprach der Ortsrabhiner 1)1׳. Kaatz insbesondere über die Frage der Umwandlung der Kultusgcmcindcu in Volksgemeinden. Eine grolle Reihe von Beitrittserklärungen war «Las Ergebnis der Versammlung. Am nächsten Tage sprach Herr Dr. Lclcivcr in Gl ei witz, in der ersten Versammlung, die dort seit 4y» Jahren statt gefunden hat. Von einer geschiehtliehen ״Darstellung der Entwicklung des Judentums im 19. Jahrhundert ausgehend, erläuterte der Redner die Forderungen, die das jüdische Volk jetzt an die Frio «fenakonferenz zu stellen habe. Die Versammlung nahm seine Ausführungen mit stürmischem Beifall auf. Eine Diakwssion kam nicht zustande, obwohl eine große Rcilie von Niclitconlstcn der Versammlung beiwohnte. Etwa :30 Mitglieder traten der Ortsgruppe neu bei. Am 29. Januar sprach Herr Dr. L e I e w׳e r vor etwa 200 Personen in Ratibor. An seinen Vortrag schloß sich liier eine sehr interessante!Debatte, «he von einem gcsdiickten Schlußwort des Herrn Dr. Lelewer abgeschlossen wurde. Am Sonnabend, «len 1. Februar, sprach Herr Dr. Leicwer dann in Kattowitz. Auch dies war die erste Versammlung seit Ausbruch des Kiegcs. Die Versammlung sollte ursprünglich in! Saale der tlortigen jüdischen Gemeinde stattfinden. Der Saal war aber der :zionistischen Ortsgruppe im letzten Augenblick, angeblich mit Rücksicht auf das politische Thema, entzogen worden. Nachdem der Vorsitzende, Herr Rechtsanwalt Dr. Weißmann gegen dieses antizionistische Verhalten «ler Gemeinde sdiärfsten Prolest eingelegt hatte, gab Herr Dr. Leiewer einen meisterhaften Ucbcrblick über die Entwicklung des Zionisnrus im Kriege bis zu den Forderungen des Kopen-!tagener Manifestes. In «ler Diskussion spradi Herr Sanitätsrat Elircnfcld, sowie die Herren Dr. Gott- Heb und Arnold Wiener, Sowie der Referent zum Schlußwort. Am nächsten Tage spradi der Redner in Königshütte unter außerordentlich (großem Beifall. Ueber 10 Beitrittserklärungen waren zu vcrzeidincn. Ferner fanden in Tarnowitz ain 4. und in 13 eu 111 c 11 am 5. Februar Versammlungen statt, in weldien ebenfalls Herr Dr. Lclewer unter großem Beifall der Anwesenden und mit aiisgczeidincten Erfolgen sprach. Kartelltag des K. J. V. Vom 14 bis zum 20. Februar bat in Berlin der i. ordentliche Kartelltag des K. J. V. stattgefunden, an dem Delegierte sämtlicher im K, J. V. vereinigter Vcrbindungen jüdischer Studenten tcilgcnommen haben. Der Kartelltag begann mit einer öffentlichen Sitziuig, die am Sonntag, den 16. Februar, 11m 11 Uhr von Dr. Egon Rosenberg, dem Vorsitzenden des Präs'niiums des K. J. V., mit einer Eröffnungsansprache begann. Nach• dem dann Prof. W a r b u r g namens des Zionistischen Aktionsoomitös die Tagung begrüßt hatte, ergriff Dr. Theodor Zlocisti das Wort zu einem erschütternden Nachruf airi die mehr als 100 K, J. V.er, die int Kriege ihr junges Leben lassen mußten. Hierauf spradi Kurt Blumen feId über die Tendenz des K. J. V. Wir werden auf seine bedeutsamen Ausführungen und auf den Verlauf der ergebnisreichen Tagung noch zurückkommen. Das Schweizer zionistische Studentenkarteil ״llcchawer“ an die akademischen Verbände Die Jalircskonfercnz des Kartells zionistischer St׳u- «lcntcii-Vcreiuc ״Hcchaw.cr" in der Schweiz vom 27.-28. Dezember 1918 bat beschlossen, mit allen akademischen zionistisdicii Organisationen üi Verbindiuig zu treten. Das Kartell ersucht daher alle betreffenden .Vorstände, ihm umgehend ihre Adressen angeben zu wollen. Die Adresse des Kartells lautet: Kartell ״H ec 11 a wer“, Zürich, p. A. M. Eisenstadt, Cullmann* straße 51. mimimiiiuuuiiinuiiiUuaiiuimmiuiuiiiuNiiuuuiiUiiiauiiuiiiiiiiiuuiiuiiiuiiuiiiiiuimiiiiiMiiMiiMUuiiiil VERSAMMLUNGS-KALENDER der Berliner ZlonLdlKhcn Vereinigung Büro( Berlin C, Durgitr. M. rrio&ai Norden *013-9058. / Sonnlng mir Nordtn 903». BeimitiifcU 1»gM«U #o.Vr Sonnfihrmli von 10-U Uhr, Sonn *bona •band• not)■ Sobbolhftuignna b!1 Uhr, Wfr billrn «Se Vrrtommlungtankandlgungon der Berliner Ilonlitliihen Vereinigung «n den Stuka und ln der )Sdlicben Rundidiau <u beedJen. Mittwoch, 9• Mlrii Bcxtriutrappe ״Gctundbrwnea" ReUeWotil ״Otwold Berliner*, Drunnemlr. 140• Beginn 7•/! Uhr ״Aktuelle PaMtllnefragea" Refereah Herr l>r, Prlli Slernberg. Bezlrkrgrapp« ״Nordweit" Raolauranl ״Frenke*, Dtadttnallee 201 Beginn J*/, Uhr Mitgliederrertnrnmluni, enrehliebend ein Referat thar ״Imtliutionen de» Zionismus" Redner wird nach bekanni gegeben. Donnerries, de« S. MSrn Dexirkigrappa ״Weil" ZahnUriieheu•. Büloeotr. 104. Beginn Pf, Uhr ״Die Frage der Jüdischen Einwanderung und di• Aufnahmefähigkeit des Landes" Referent! Herr Dari» Trlelich. Korreferent: Herr Dr. Kurt NawraUkl. Beztriogroppa ,,Ctiarlollenbarg" Rersnuruil .Fediner*, Leonherdrtr. tJ. Beginn 7 V« Uhr ״Die tienltlUihe Propaganda und die deutschen )■den" Referent! Herr l’rofenor Dr. C a r I L e w I n. Korrelcrenli htrr Df. Sandirr. Bexlrkigrappa ״Süd" .DeuUcke» Wlrbkaat*, Neukölln, Bergrlr. 130. Beginn 7H Uhr. ״Di« Zukunft der jüdischen Gemeind•" Referent: Herr Dr. Wolf. Sonnabend, s. Kirr: PaUiltealmr« der D. Z. V. 2. Abend ReUeviranl «Zum Heidelberger* Filrdrlihilr. 143-149, Saat * Beginn 7'/, Uhr. Elwthrelbe, ebaltr für alle Abende M.5.- Letler! Herr Dr. Sandler. Cafe NOmbery, Hornberger Dal« X Beginn S Uhr Ulerarlichar Abend. Sonnlag, 9. NSrsi Wrtahaaa .Rheingold*, Kalirriaei Dellertwatr, tt/29 Beginn 1079 Uhr vorm. Öffentliche VerMumlnng ״National«» Judentum and Deutsdiiam“ Refcrenli Herr Kurl Biumenfeld. Montag, 10. Harn Wclnhaur «Rhelngald*, Mmcfacliaal, Polidamentr. Beginn 71/, Uhr Frauen Versammlung ״Frauenarbeit itn Zionismui“; Refercntem Fra« Lina Wagner-Tauber, Fri. Dr. Grele Planer. lliHiiiimiiiiiiaiinnniiiiiniiniiiiiHiiiiiiiiiiHiiilniimHHtiiiiiiiiiiiuiiiliiiiiiiliiiiiiiiiiiiiiiiiiiüiiimiiihiniiiiiiiiii Berichtigung Herr Rabbiner Dr. Warschauer bittet uns um die Wiedergabe der folgenden Zeiten: ״Der Bericht der Nr. M der ״Jüdischen Rundschaid* von» 21. Febr. über meinen Vortrag■ ״Jüdisehe Jugend und jüdische Religion'' läßt mich von einer durch K .1 n t bestimmten idealistischen Entwickelung der Philosophie sprechen, die ihren stärksten Ausdruck־ in Bcrgson gefunden habe. Hier liegt ein Versehen der Referenten vor. Ich habe die idealistische Entwickeluagsieilte in den Neukantian i s m u s austnünden lassen un*f als dessen bedeutsamsten Vertreter in «1er Ocgcnwart Hcnuann Cohen bczeidinet. Dem Juden Cohen stellte ich den von ihm so heftig׳ befehdeten Juden Bcrgson gegenüber, dessen Philosophie in ihrer Art wiederum der Begründung religiöscr Weltanschauung dienen könne.“ jüdische Landarbeiter gesucht Gemäß dem ״Jüdischen Prcßbüro Wien“ werden für die Gärtnerei eines bekannten Zionisten in Ungarn (40 loch) mit ^Bewässerungsanlage bulgarischer Art 12—10 ungelernte, kräftige Arbeiter gesucht, die unter Anleitung des Besitzers und eines Gern9segärtners alle Saisonarbeiten zu verrichten hätten und «ich gleichzeitig dadurch die so notwendige Erfahrung für bewässerbaren Oemiiscanbau in Palästina ,verschaffen würden. Arbeitsbeginn 15. März, Nähere Auskünfte erteilt «ia« Palästina-Amt, Wien II, Zirkusgasse 33, Nachrichten Berlin. Der Hebräische Betii Waad veranstaltet eine Vortragsreihe über ״Diditer und Denker der hebräischeu Literatur“. Der erste Vortrag findet am Mittwod1( den 6. März, 7»/a Uhr abernk, in» Kaffeehaus Dobrin (An der SpaudaucrbrüCke 7) statt. Es spricht Herr Ch. Krupnik über: ״Saul T*chernichowakl und seine Dichtung“. Hebräisch verstelre»de Gäste willkommen. Berlin. Der Jüdische Turnverein Har Ko ch b» veranstaltete am Dienstag, «len 25. Februar, ein Anturnen der 2. Schülcrabtriumg in der Turnhalle Pasteur- *traße 44, Nach einer kurzen Ansprache des 2. Vorsitzenden R. Bi aller wurde bei zahleicher Bcteiiigung unter Leitung des Turnbruders Löwen st ein sehr eifrig geturnt. Als Erfolg des Anturnens konnte die Sdiülerabteiluug 22 Ncuanmeldungcn verzeichnen. Ehe Charlottenburger L c 11 r 1 i n gs ab t c itung turnt bei zahirddicr Beteiligung jeden Dienstag und Donnerstag Abend gleichzeitig mit der Charlottenburger Männcrnbteihuig• in der Turnhalle de» Fürst Bismarck-Lyzeums, Sybelstr, 4. Am Donnerstag Abend turnt in derselben Halle zu gleicher Zeit «ler ״Riulcr-V. J. St.‘‘, der ״Sport-V. J. St.“ ttmJI die ״Jvria“. Gesinnungsgenossen, die Interesse an der Gründung einer Charlottenburger Sdiülerabteiluug haben, werden gebeten, Adressen au den Hauptturnwart, Herrn Leo Kaminski, NW., Thomasiusstr. 22 zu ricliten. Berlin. Der ״Zionistisch e Jugendvcrcin Berlin“ veranstaltete zwei Vortragsabende, an denen Herr Dr. Elias Auerbach über Kulturprobicmc 1und Kulturarbeit in Palästina“ spradi. Eingehend erörtertc der Redner das Schulproblera, das Problem «ler Sabbatrulie, die voraussichtliche Stellung der Ortho• doxic zu diesen Fragen, Wird man 1. ii. in Palästina die Möglidikcit haben, ani Freitagabend die H«)d1dfen auszublascn, die Eisenbahnen stillstchm zu lassen? Oder wird inan die unbedingt notwendig; zu verrichtende Arbeit nur au! das Mindestmaß cinschränkcn? Im ersten Falle könnten wir nidit konkurrieren, im zweiten würde cs einen Konflikt mit der Orthodoxie geben, sofern diese nicht in Fragen von vitaler Bede::• tung, von denen die gedeihliche Arbeit eines Volkes ablüingt, entgegenkomrnen wird. Aehniidi liegt «9 audi bei den Erziehungsfragen. Wird es möglich sein, eine einheitliche Erziehung «lurdtziiffdiren? Die Krönung des Sclnilwerkes soll die Universität sein. Ea mag merk• würdig klingen, daß man in den ersten Jahren Brot- Studien, wie Medizin, Jurisprudenz nidit ermöglichen dürfe. Vorläufig werden wir unter den Einwanderern mehr Vertreter der atademisdien Berufe haben als das Land braucht. Durch eine übergroße Konkurrenz würde die Gefahr der Abwanderung heraufbesdiworen werden. Es wird auch nicht möglich sein, «lie lädier auf der Universität zu lehren, zu tlcrcn Studien ausge- «lehnte Sammlungen nötig sind. Dagegen werden jüdisch-philologisdic und archäologisdic Studien hervorragend gepflegt werden können. Das Universitätsgrundstück liegt außerhalb Jcrutwlcms. Hier wir«! der Aufbau der neuen Stadt beginnen. Denn es wäre gut, dal» das alte Jerusalem, im Herd der Malaria gänzlich aussterbe. Das modernen Grundsätzen neu erbaute Jerusalem sollte das alte historische umschließen, so wie Athen die Akropolis- An die mit lebhaftem Beifall aufgenommeneii Ausführungen schloß sidi eine rege Diskussion. Gractz (Prov. Posen). Am 17. Februar sprach im Kreise der hiesigen Gemeinde Herr Hans Werner- Posen unter großem Beifall über die jüdische Oegcawartspolitlk im Osten, ln einer atu Nachmittage stattfindenden Jugcndversammlung, die «lie gesamte Oraetzer Jugend vereinigte, wurde «lie Grilndung eines Jüdischen Jugend blindes beschlossen, der eine gute nationaljüdisdie Arbeit zu leisten verspricht. Wochen ka Ie nder, Sonnabend, 1. alärz, 28. Adar I 5679, Wajakhil, Sabbat Sch’katira, Neitrrtondverkündigung, Nacht 6,26. Sonntag, 2. März, 1. Neumondtag (Adar II). Montag, 3. März 1. Adar fl, 2. Neumondtag. Schluß de» redaktionellen Teil». Jüdisches Arbeitsamt begründet von der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Berlin N. 24 ם a Monbijouplalz 10 :ffr.r;.;.־.•;.■.:. Nicdcrlasjungsmoglidikeiicn für Ärzte und Rechtsanwälte. Freie Stellen für Oberlehrer, Zahntechniker, Schuhmacher, Gold- und Juwelenarbeiter (Duisburg) und Lehrlingsstellen. leist uns Steüsn nach 1iUi1₪uAit1iac11u1n1111111«1n11m1in11ni1111Q111ii1111u1]u111y1!11i1H₪1naa111 für Handwerker, kaufmännische Angestellte, ungelernte Arbeiter, Lehrlinge und landwirtschaftliche Eleven und Arbeiter. Die Selbststeuerung ist die Einkommensteuer des Jüdischen Volkes!