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Jüdische Rundschau · 1919-01-31 · Heft 8 (31.1.1919) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIV (1919)
Issue
Heft 8 (31.1.1919)
Date
1919-01-31
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Seife 63 Nr. 8 1'ED ISCHE RUNDSCHAU 8 lavot scheu nigen r alle etzen,!י die icma'.e 01k *3, ende! 3rund , eine 3 nietimalt irt 1» apital- - Mm r den dafür dann bende oder ierong olchtn «raus- Ober• s Pa- «in «xi * * Im I aus is t e a lotten- :e sich 1, dal Schiff- «erde! sein« dischc Geschichte und profane Fächer wie in alte■ anetereu Schulen unterrichtet. Die §chüleT lesen ganz set»־ ständig Talmud und sind in der Lage, auf diese» Gebiete weiter zu arbeiten. Man kann ohne Ueberireibung sr־״.׳ thß dieses Ciicder eine wahrhafte Meisterschule in ihrer Art ist. Die Stellung der Orthodoxie in Polen zum Palästinaweik Das ,Jüdische PreBbüro in St o c kho lni“ meldet unter dem ID. Januar: In Warschau fand eine stark besuchte Konferenz der Vorsteher der jüdischen O r I h o d o x i c statt, die sich eingehend mit den Fragen der jüdischen Ko- Ionisation in Palästina befaßte. Die Konferenz beschloß: Ein Verzeichnis der Juden anzulegcn, welche nach Palästina übersiedeln wollen; die Koionisationsarbeit auf eine breitere Grundlage unter Anwendung des Genossenidiaftssysteins zu stellen; einen Palästinafond zu gründen, welcher sowohl vermögenden als auch unbemittelten Personen die Ansiedlung in Palästina ermöglichen soll; die Gründung einer landwirtschaftlichen Aktienbank in Palästina; die Entsendung einer Delegation der Orthodoxen nach Palästina, um die Verhältnisse unter den dortigen Organisationen festzustellen, und die Förderung der Institutionen zur Erlernung des Handwerks und des Ackerbaus unter der orthodoxen Jugend. Die Valas t in a ar be it soll von der orthodoxen Partei selbständig gemäß den Weisungen des ״Rates der Talmudisten“ geleitet werden. Die Konferenz stellte die Forderung nach Zulassung einer Delegation der religiösen Juden auf dem Friedenskonferenz zur Teilnahme bei den Beratungen über Palästinasngelegeriheiten. Die Tätigkeit des Verbandes jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina Der ״Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina‘‘ hielt kürzlich im Verwaltungsgebäude der Jüdischen Gemeinde in Berlin eine Versammlung unter dem Vorsitz von Frau Rabbiner Dr. Eschelbacher ab.!01 st aut : Grün■ Schuk n vob runde! Juden1 sbraqh, t. wai üdendi J vielt ob, ai stand, ündetf lede estern• 0 n Iheders Metbo■ rar die• tehördt n, und Je aus. er fünf Fünftel durdi eichlid comite» en völ׳ maße», f nahmt nühte». : Geld■ 1 zio ״, ohne!gram« wurde einmal elangte lulhaus Durch ie Frei־ run :s ihre» . Jetzt ule ak i s che len An : f a ge lulinsti Schule d samt■ or de» sch M- ■n, was;es au» 1r wird 1 SC der Kl־ * In ■:־׳»' ert 1 Tr.ifc־ Berne» die, Die Versammlung wurde eröffnet durch ein Referat van Frau Dr. Mcisel-Schochat. —• Sie gab als Leiterin der Farm Kinereth eine eingehende Schilderung hrer Erlebnisse, und sprach auf Grund ihrer Erfahrungen alle die Wünsche aus, die bei der künftigen Arbeit berücksichtigt werden müssen. Wenn man hört, daß die Arbeiterhäuser nur aus einem Raum bestehen, ohne kleinstes Nebengelaß, ohne Ausgußmöglichkeit, ja selbst ohne Küchenherd, so daß die Frau auf offenem Feuer, dem dort oft starken Winde ausgesetzt, die Mahlzeiten bereiten muß, und Ruß und Staub ins Essen fällt, dann erkennt man als eine der ersten Forcierungen an, :r dei bei den künftigen Bauten in den Kolonien eine Frau [zu Rate zu ziehen, die dem Palästina-Bauamt so zur Hand geht, daß in Zukunft für Hygiene, Bequemlichkeit und rationellere Ausgestaltung des Arbeiterhauses besser •gesorgt wird. Aber nicht mir in den Arbeiterhäusern muß liier für größere Hygiene gesorgt werden, auch die Hotels lassen in Bezug auf Reinlichkeit und Unterkunft für die Ankommenden sehr viel zu wünschen übrig. Frau Dr. M e i s e 1 ־ S c 11 o ch a t denkt an die Einrichtung von flennen, die gleichzeitig mit einer Austanftsstelle und einem Arbeitsnachweis verbunden sein sollen, Und die den Einwanderern möglichst zum Selbst- Postenpreis eine Unterkunft bis zum Antritt der Arbeitsstelle bieten. Wenn nur vorerst in den Hafenstädten solche Unterkunftsgelegenheiten eröffnet wären, wäre schon viel gewonnen. Ferner berichtete Frau Dr. Weisel-Schochat von den jüdischen Frauen auf dem Lande. Frau Studienrat Cal Vary erzählte dann von den Frauen und Mädchen der Stadt. Sie stehen in kultureller Beziehung noch unter dem Einfluß der Araber «der der Chahika-Organisntion und sind an Nichtstun fevöhnt. Es bietet sich auch ihnen keine Erwerbsmöghehkeit außer dem Berate! und den vom Frauenverbände eingerichteten Spitzenschulen. Man müßte auch di:׳ Frauen zunächst organisieren und dann dafür Sorge en, daß sie ihre Kinder sämtlich? in die Kindergärten und in die hebräische Schule schicken, nicht, wie es bisher ist, daß die Kinder häufig heimlich und sogar?egen den Wüten der F.ltern die Schule besuchen. Von lugend auf müßten sie gegen ihren ärgsten Feind, die englische Mission, so gewappnet sein, daß er ohne Furcht täglich erwartet werden kann. Man sollte den Frauen verständlich machen, daß sie wie der Mann die Fähigkeit besitzen, sich selbständig zu ernähren, dadurch steigert man leicht und sicher die Arbeitsfrei► <%ke1t. In schönen und freudemach enden Ausführun-?en stellte nun Frau Studienrat C a I v a r y die Entstehung der Spitzenschule in S a f e d dar. Sie berichtete, wie zuerst eine Prüfung der Augen stattfand, damit das 1rachom nicht in die Schule geschleppt werde; wie die Arbeiterinnen anfäne'ich durcheinander sprachen, die *'״en spaniolisch, die _5«*n jüdisch, wieder andere »rabisch, bis einheitUcher־ hebräisdier Unterricht erteilt '״Mrde und so eine allmähliche Verständigungsmöglichgeschaffen wurde. Die Fürsorge der Leiterin f»streckte sich aber auch auf das körperliche Wohl der Arbeiterinnen, jede wurde Mitglied der zu diesem ^weck geschaffenen Krankenkasse. Während des Tages wurden Turnübungen gemacht und die bis dahin nie?«Wagten Spaziergänge außerhalb der Stadt, die man am Abend unternahm, erhöhten die Lust an der Arbeit d® folgenden Tages. Die anderen Spitzenschuten sind *hntich ausgebaut wie die in Safed. Danach sprach Herr Dr. Elias Auerbach, der Leiter des jüdischen Krankenhauses 11: Haifa. Er dankte dem Verbände fu; die erwiesene Hilfe und gestand, daß es mm lediglich nur durdi sie gc'.:״<T«»n war, das Krankenhaus zu errichten. Er bat um rech; zaMrc;^ Beteiligung der Frauen an der Arbeit in sanitären Dingen und gab seinen Wünschen dahingehend Ausdruck, für Schwestern^ insbesondere Hausschwestern m sorgen, denn erst dir ' sie könnte das leider so stark verbreitete Trachom erfolgreich bekämpft und gleichzeitig eine Verminderung• der Säuglingssterblichlichkeif erzeugt werden. Ferner müßte dafür gesorgt werden, daß eine genügend große Zahl geprüfter Hebeamtuen de» jüdischen Frauen zur Verfügung stehen. Im Anschluß an die drei Referate wurde ein dahin gemachter Vorschlag, einen Arbeitsausschuß zu bilden, einstimmig angenommen. Der Arbeitsausschuß hat die Aufgabe, ein Arbeitsprogramm für die künftige Palästina-Tätigkeit des Verbandes zu entwerfen. Weiterhin wurde beschlossen, die drei Vortragenden m bitten, ihre interessanten Referate zu wiederholen. 1=======״= --=-■=...״==־-- ■׳■-.~ ל■ ״ ==1 Jüdisches Kongresskomitee-Berlin Montag, den 3. Februar 1919 abend■ 7V, Uhr. Grosser Saal des Lehrervereinshauses Alexanderstr. 41 Grosse öffentl. Versammlung Die Ostjuden u.der jüdische Kongress in Deutschland Referat in jiddischer Sprache: Herr Arbeitersekretär Kornfeld. Ausser dem Referat Ansprachen in jiddischer und deutscher Sprache Freie Aussprache Eintritt M. 0.50 Oie Lage der Jaden in Rumänien Laut der ״Neue« Züricher Zeitung“ meldet das Reutersche Büro aus Bukarest: Das Judenproblem hat nun seine gesetzliche Lösung gefunden. Im Amtsblatt wird ein Dekret veröffentlicht, das sämtlichen in Rumänien sich aufhaltenden und angemeldeten Ausländern, für die keine fremde Regierung zuständig ist, die Nationalität gewährt. Ausgenommen bleiben nur die Fälle von Verrat, Spionage oder Fahnenflucht. Entgegen dieser Meldung erhalten wir über die Lage der jüdischen Bevölkerung in Rumänien außerordentlich beunruhigende Nachrichten. Unterrichtete Persönüohkeiten teilen uns mit, daß die Lage der Juden in Rumänien fürchterlich ist. Es haben Pogrome stattgefunden. Die Juden werden geschlagen und in Massen verhaftet. Das Gesetz, das der Minister Bratianu dekretiert hat, wird als noch schlimmer empfunden, als das berüchtigte Gesetz des Herrn Ma rgh i Io m an. 111 Bukarest fand ein Demonstrationszug, an dem sioh 15 000 Juden beteiligten, statt, um für die Errichtung eines jüdischen Gemeindewesens in Palästina zu demonstrieren. Die Demonstration wurde durch militärische Eingriffe zerstirt. Eine Sondernummer der Mitteilungen des Kopenhagener Büros über ״Rumänien*' ln Nr. 6 der ״Jüdischen Rundschau“ vom 24. Jan. teilten wir mit, daß die Frage der Gleichberechtigung der rumänischen Juden noch immer keine befriedigende Lösung seitens der rumänischen Regierung erfahren habe. Wie sehr diese Auffassung berechtigt ist, wie wenig die rumänische Regierung zu einer restlosen Erledigung dieser Frage ernstlich gewillt ist, beweisen die Dokumente, die in der am 16. Jan. erschienenen 3. Sondernummer ״Rumänif n“ der ״M i 11 e i 1 u n - gen“ des ״Kopenhagener Zionistischen Büros“ veröffentlicht *sind. Das 19 Seiten starke Heit beginnt mit* einen» Aufsatz über ״Die r u m ä - nische Jucfenf rage und die kommende Friedenskonferenz“ und enthält als erstes Dokument den ״Text des Fremden-Naturalis i erun gs-Oese t zes i # Rumänien“, sodann folgt das ״Reglement zur Durchführung der Bestimmungen des Gesetzes über die Einbürgerung der Im Lande gvborencn. Fremden“, dessen 68 Artikel vollständig wieder-’ gegeben werden. Weiter veröffentlicht das Heft von besonderer rumänischer Seite zugegangene ״Kritische Bemerkungen zum Einbürgerungsgesetz der ,Fremden‘in Rumänien und zu dessen! Reglement“ sowie eine ״Denkschrift über die beim Beginn der Durchführung des Naturalisierungsgesetzes und des Naturalisierungcreglements notwendigen Erläuterungen“. Den Beschluß bilden eine Korrespondenz zwischen dem ״Verband :ä׳r einheimischen Juden“ und dem S1 ,atspoHzeichef Barbatescu und ein Bericht der ״Zentraiau9- Schusses des Verbandes“. Aus dem ganzen Materia' geht unwiderlegbar hervor, daß .die U ־׳.»><'.:: Jas Gesetz und das Reglement böswillig deuten“, und daß das jüdische Volk nicht von der heutigen rumänischen Regierung, sondern nur ״von der Friedenskonferenz die Lösung der rumänischen Judenfrage erwarten“ kann. Gemeinsame Repräsentanz der jüdischen Nationalräte im Osten Auf Grund von Verhandlungen, die während der letzten Wochen zwischen den führenden zionistischen Instanzen und Vertretern der osteuropäischen Judenheit in der Schweiz stattgefunden haben, soll dort eine gemeinsame Repräsentanz der national organisierten Judenheit in den e:nninen Ländern geschaffen werden. Zu diesem Zweck werden zurzeit Vertreter dieser Judenheiteu gewählt, die nach der Schweiz entsandt werden sollen. In Fällen, wo die Reise nicht möglich ist, werden die einzelnen Gruppen Vertreter in der Schweiz nominieren. Diese Vertreter sollen zu einer gemeinsam«! Beratung zusammenfreten und ein Programm der nationalen Forderungen der verschiedenen in Frage kommenden Judenlieiten auf der Grundlage der drei Punkte des Manifestes des Kopenhagener Zionistischen Büros ausarbeiteri. Beabsichtigt ist, daß diese Repräsentanz aus ihrer Mitte eine kleine Delegation wählen 8011, die die dort beschlossenen Forderungen vor der Friedenskonferenz vertritt. ln Frage kommen die Jüdischen N a t i o ■ a 1 ־ rate in Rußland, Ukraine, Tschecho-SIovakien, Rumänien, Ostgalizien, Deutsch- Oesterreich Polen^Jugoslawien, Ungarn^ Litauen, Westgalizien und Bukowina. Falls sich bis zum Zusammentritt der Repräsentanz noch nicht überall Nationairäte konstituiert haben sollten, werden die zionistischen Landesorganisationen ihre Vertreter entsenden. Korrespondenzen für die nationale Repräsentanz sind an Herrn Bertbold F c i w e 1, Zürich, Gladbachstraße 32, zu richten. Die folgenden Wahlen für die nationale Repräsentanz sind bisher bekannt gegeben worden: Als Delegierte für den Jüdischen Nationalrat für Deutsc 11 -Oesterreich wurden nominiert: Dr. Isidor A4 a r g u 1 i e s , Oberrabbiner C h a j e s, Dr. Isidor S c h a 1 i t; für den Jüdischen Nationalrat für Ostgal izie*: Dr. Emil Schmorack, Lemberg; Dr. Isidor ,Waldmann, Lemberg; Dr. Max Rosenfeld, Przemysi; Dr. Rieh. Riegel, Dr. Leon Reich, Dr. Alex. Hausmann, Tennenb 1 a 11, Lemberg-Krakau; für den Jüdischen Nationalrat für Jugoslawien: Dr. David A1 b e 1 a , Belgrad; Law Stern, Agram; für den Jüdischen Nationalrat der Bukowina: Dr. Markus Kraemer, Dr. Max Diamant, Dr. Benno Strauch er; für den Jüdischen Nationalrat für Tschecho-Sfovakien: MaxBrod, Hugo Bergmann, Leo Herrmann für Böhmen, Berthold F e i w e 1 für Mähren, Richard Schlesinger für Slavonien, Herbert Fuchs, Norbert Adler für wirtschaftliche Fragen, Rudolf Kohn für Poale-Zion; für U n g a r n : Dr. Moses Richtmann, Ignaz Duchn i t z, Moritz Guttmaan, Budapest: für den Jüdischen Nationalrat der Ukraine: M. M. lissischkin, Achad H a a in , Rabbiner Abramso», M. N. K r e i n i n , O. O. Grusenberg. Vom jüdischen Lehen in Moskau Wie die Wilnaer Zeitung ״Letzte Nais“ berichtet, existiert die Jüdische Gemeindeverwaltung in Moskau trotz anderweitiger Meldungen noch immer. Nur daß sie unter sehr schweren Bedingungen zu arbeiten hat. Der größte Teil der angesehenen jüdischen Persönlichkeiten ist schon längst aus Moskau fort. Es fehlt an Menschen und ,an Geldmitteln. Die in der Stadt herrschende Stimmung ist für die Gemeindearbeit wenig günstig־. Die Zahl der Angestellten in der Gemeindeverwaltung mußte notgedrungen verringert werden. Die Büroräume wurden beschlagnahmt, so daß die Verwaltung jetzt Unterkunft in den Nebenräumen der Synagoge findet. Von den angesehenen Persönlichkeiten blieben noch in Moskau der Rabbiner Mase, Dr. Wörmel, M. Nurok, Ing. Levontin und Vertreter des Bundes und der ״vereinigten Sozialisten“. Soweit es geht, bemüht sich die Verwaltung, die verschiedenen Abteilungen aufrecht zu erhalten. Sie hat 1t a. eine Volksuniversität eröffnet. Das jüdische Kommissariat hat dazu die Erlaubnis erteilt, mit der Maßgabe, daß keine Vorlesungen im Hebräischen stattfinden sollen. Bei der Gemeinde fungiert wie früher das jüdische Schiedsgericht. Die jüdische Bevölkerung wendet sich bei Konflikten sehr gerne an dieses Gericht. Vor kurzem beschäftigte sich das Gericht mit einem fiterarischen Konflikt zwischen dem Schriftsteller Daniel Tsqharny und der jüdisdmissischen Zeitung ״Nowy Put“. Als Sachverständige wurden eingeladen David Frischmanu, der Dichter Jacob Kahan und Ben- Zion K ä t z. Die Debatten und die ganze Prozeßfühnwg wurden hebräisch geführt.

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