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Jüdische Rundschau · 1919-01-17 · Heft 4 (17.1.1919) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIV (1919)
Issue
Heft 4 (17.1.1919)
Date
1919-01-17
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 4 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 35 *. 4 Voika «a*b «ihren festen ältnisse *reibeit cb jegm, daß ns der «n Erd wir- U )«ein ertreter ,s muß haben, ebme«, tikt, er nd ger un be •nsläng- 11, woen, um durch Warnten ig *usripiinar er und fängst ( unaix igfceite* Weise en oft rtschaft lewfings ug van )11 auch zichten. deihmg ig von hr Amt age zu et> und!räumen ms we be i der >ch die Tätig- Fragen werden, ermuvfliweide« hl von sn, wieer R#- idische» 1) alkin s Oe* udcnverband Reichs Es gibt um der gemein-!der gar 1 gelöst len und idenheit den anwerden 1g, daß ssenveritglieder nn nur em Vergt) Büro Augenr hfeto- *alästina n dieser t Reibe men er- Tragik l seinen;en Länriankens nderong uz nach bei den iotschaf*!der ein, lick tles und sp alästinas endeiner gefähringeduld sich sararbeiten m>. Sta e allentamt 1^1möglich ist, besonders in eins, das, wie Palästina, unter der Okkupation enter militärischen Macht steht. Erst wenn die politischen Arbeiten beendet sind, und die allgemeinen Bedingungen sich geregelt haben, wird es Zeit sein, den Willen zur Auswanderung zur Tat werden zu lassest. Es ist aber gut, sich schon jetzt klar zu machen, daß auch dann der Aufbmteh mit aller nötigen Vorsicht planmäßig folgen muß. In dem Augenblick, in dem die Forderungen des jüdischen Volkes vor den* Tribunal der Nationen ihre öffentliche Anerkennung gefunden habet 1 werden, beginnt die verantwortungs vollste Aufgabe für die nach Palästina strebende )13 denhert: die Vorbereitung des Landes und die Organ»• sierung der Auswanderung dahin in solcher Weise, daß Palästina und die dort sich bildende neue Gemein- Schaft fähig ,werden, immer wachsende Massen von Juden «ich ein zugi ledern, und ihnen ExistenzmögliefikeiteSn uhd Lebensformen zu bieten, die im Einklang mit dem an Palästina geknüpften Hoffnungen des jüdis dien Volkes stehen. Bei der Vorbereitung und Durchführung dieser Arbeit darf sich der Zionismus in •einen verantwortlichen Faktoren durch nichts beirre■ fassen, was ihn von der systematischen, auf viele Jahre hinaus berechneten Fortentwicklung seines Paläctltfawerkcs ablenken könnte. Die wichtigste Phase der Erschließung des Landes darf nicht der Belastung durch eine unorganisierte Einwanderung ausgesetzt werde«. Bö der Disziplin, welche die zionistischen Organisatioucfi aller Länder von jeher bewiesen haben, und die nicht am wenigsten dazu beigetragen hat, der Bewegung ihre Geschlossenheit und Kraft zu verleihen, Ist zu erwarten, daß auch jetzt die Führer und Organe, in des einzelnen Ländern dahin wirken werden, übereilte Sch ritte zu verhüten. Die Besiedlung des Landes darf nicht fci nervöser Hast oder als Folge einer — wenn auch «och so ernsten — augenblicklichen Notlage erfolge», sondern muß nach einem einheitlichen Plane vor «ich gehen, der alle bestehenden und künftigen Möglichkeiten Palästinas in Betracht zieht und vor aOetri bestrebt ist, die Tragfähigkeit des Landes und seiner Bewohnerschaft von Jahr zu Jahr zu steigern, damit immer größere Massen des jüdischen Volkes in khtrt die' ersehnte Heimstätte finden. ötn dieses Ziel zu erreichen, muß sich die zionistische Organisation auf das Verantwortlichkeitsgefühl und die Selbstzucht aller zionistischen Korporationen und ihrer Leiter verlassen können. Die russischen Zionisten haben bereits im Frühling dieses Jahres den Grundsatz *jfgeetellt, daß die Auswanderung nach Palästina nur ■ach detr Bedürfnissen des Landes und nicht unter der Einwirkung der in den Landern der Diaspora herrschenden Verhältnisse erfolgen darf; das Bekenntnis zu einem solchem Grundsatz beweist das Verständnis und die VerantwcMt' chkeit der Z.or.isten für das ihrer harrende Welk. D;e Richtigkeit und Bedeutung dieses PrimziJSi wird man zweifellos auch dort würdigen, wo die Pogrome als ein starker Antrieb zur Auswanderung wirken. I Nur strengste Disziplin kann die Durchführung des einheitlichen Siedlungsunternehmens gewährleisten. Zielbewußt und besonnen muß jeder gegenwärtige Schritt sein, der zur Sicherung der jüdischen Zukunft führen soll. Die Vertreter der palästinensischen Juden auf der Friedenskonferenz Das Kopenhagens Zionistische Büro berichtet: Auf einer Konferenz der palästinensischen Juden, die am 20. Dezember in Jaffa stattfand, wurden die Herren Dr. Weizmann und Nah um Sokolow einstimmig als Delegierte für die Friedenskonferenz gewählt. Palästinaresolution der englischen Poale-Zion Nr. 9 der ״Mitteilungen des englischjüdischen Preßbüros“ in London veröffentlicht den Wortlaut der Palästinaresolution, die auf der letzten Jahreskonferenz der englischen Paale Zion gefaßt wurde: ״Die 13. Jahreskonferenz der Jüdischen Sozialist)- sehen Arbeiter-Partei P o a 1 e - Z i o n von Großbritannien, gehalten zu Manchester, verwirft gänzlich die Idee, daß Palästina eine britische Kronkolonie werden soll. Wir werden Großbritannien für alle Zeit zu Dank verpflichtet sein für die herrliche Verteidigung, die •8 unserer Nation in der Vergangenheit gewähren ließ, Der Geist der britischen Regierungskundgebung ist in vollkommenem Einklang mit den nationalen Bestrebung gen der jüdischen Volksmassen. Wir sind aber entschieden gegen die Neuanschaffung von weiteren Knonkolonien bereits existierender Großmächte. Das würde Annexion par excellence sein und würde nicht nur die direkte Verneinung des Rechtes aller Völker auf Selbst- : bestimmung bedeuten, sondern der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung, sowie dem weiteren nationalen Leben des jüdischen Volkes ein Hindernis sein. Wir fordern die endgültige Schaffung eines freien Staatea für das jüdische Volk in Palästina, und wir erwarten, daß alle Hindernisse der Einwanderung nach Palästina und seiner Besiedelung beseitigt werden. Diese Einwanderung und Besiedelung kann nur von den Juden selber vollzogen werden. Ein freier Juden- Staat aber muß mit der gemeinsamen Zustimmung) aller Nationen, die Türkei inbegriffen, errichtet werden, unter international« Garantien mit amerifcanischer oder britischer Vormundschaft Mr elhe gewisse begrenzte Zeitperiode. Der Provisorische Jüdische Nationalrat in Warschau Die jüdische Vorkonferenz in Polen, über deren Verlauf und Beschlüsse wir bereits ausführlich berichtet haben, wählte einen Provisorischen Jüdisehen Natinal rat, der aus 30 Mitgliedern besteht. Dem Präsidium gehören an die Herren: J.Orünbäum, Podlisehewski und H. Farbsteil». Beisitzer sind: Eh־. S. Posnansky und Rack. Schriftführer: Joseph He11 m a n n und Jehuda Scheransky. Zu den Mitgliedern des Nationalrats gehören ferner: Dr. Braude, Lewin-Epstein, Hartglas», Dr. Gottlieb, M. öordon, Rabbiner Graubart, Dr. K l u m e 1, Rabbiner Kowalski, Levite, Dr. O. Lewin, Dr. Rosenblatt, Schriftsteller J. N»8־ se nb a u m , Rechtsanwalt Olsch wanger, Frau Pua R a k o w s k y u. a. Es ist ein Ausschuß gewählt worden, der die große jüdische Konferenz vorbereiten soll Der Kornmission gehören acht Personen an: Schwalbe, Weizmann, Gottlieb, Scheransky, Saz, Frau Zuckermann, Steinfeld und Levite. Audienz des Jüdischen Nationales in Pra* bei Präsident Masaryk Aus Prag wurde uns vor kurzem gemeldet: Der Präsident der tschechoslovakischen Regierung Masaryk empfing am 31. Dezember das Präsidi um des Jüdischen Nationalrates, bestehend aus den Herren Dr. Singer, Cohn und Dr. Brod. Dr. Singer begrüßte den Präsidenten namens der jüdischen Nation und dankte insbesondere für seine Botschaft an die amerikanische ZionistenfÖderation, in welcher Masaryk die Juden als nationale Minorität mit öffentlichen politischen Rechten anerkannt hatte. Masaryk bekräftigte die Authentizität des ihm vorgelegten englischen Textes und betonte, daß er nach wie vor auf den Grundsätzen der Botschaft verharre. Cohn entwickelte ihm einen Plan gewerblicher und landwirtschaftlicher Kooperativge- Wissenschaften behufs Berufsumschichtung des jüdischen Volkes. 13er Präsident zeigte durch Detailfragen großes Interesse für diese Fragen- Dann besprach Masaryk mit Dr. Brod kulturelle und Schulfragen. Schließlich wies die Delegation auf die antesimitischeu Ausschreitungen hin und überreichte eine Denkschrift, in der u. a. die Ueberlassung einer entsprechenden Anzahl von Mandaten in der tschechoslovakischen Nationalversammlung an die jüdische Nation nahegelegt wird. Der Präsident erklärte, daß er diesen Wünschen sympathisch gegenüberstehe und sie im Rahmen seiner verfassungsmäßigen Befugnisse unterstützen werde. Eine Erklärung der neuen ukrainischen Regierung Wie die Jüdische Preß zentrale Zürich meldet hat das Ukrainische Preßbüro Lausänne telegraphisch mitgeteilt, daß die neue ukraipische Regierung alle die Ukraine bewohnenden Nationen, sowie deren Sprachen für absolut gleichberechtigt erklärt, und das durch die Rada eingeführte, aber nachträglich vom H et man aufgehobene Gesetz der personalen und nationalen Autonomie wieder hergestellt hat. Die Veröffentlichung dieser Kundgebung erfolgt in russischer, hebräischer und polnischer Sprache. Die Aktion des Senators H. van Kol gegen die Pogrome Das Jüdische Korrespondenzbüro im Haag meldet: Seit der ersten Nachricht über die Pogrome in Polen und Galizien hat der holländische Senator und Mitglied des Internationalen Sozialistenbüros, H. van Kol eine ununterbrochene Tätigkeit zu Gunsten der Juden entwickelt. ,Er hat sich nicht bloß mit der Interpellation im holländischen Senate, die eine scharfe Resolution dieser Körperschaft zur Folge hatte, begnügt, sondern hat auch die führenden Sozialisten aller Länder telegraphisch aufgefordert, einen Druck auf ihre Regierungen zu Gunsten einer Intervention für die galizischen Juden auszuüben und das Internationale sozialistische Büro zu einer Kundgebung gegen die Pogrome veranlaßt. Ihm ist es zu danken, daß das Tschecho-slovakische Komitee in» Haag einen erfolgreichen telegraphischen Appell an die Regierung m Prag richtete, die Ausweisung der galizischen Juden nicht vorzunehmen. Van Kol hat soeben eine Broschüre über die Juden und die Friedenskonferenz, in welcher er in enthusiastischer Weise die Forderung eines jüdischen Palästinas unterstützt und eine Anklage gegen das polnische Volk erhebt, beendet. Proiestversammlang gegen die galizischen Pogrome in Budapest Wie das Exekutivkomitee der ungarischen Zionisten mitteilt, fand vor kurzem in Budapest eine von einer außerordentlich großen Masse Teilnehmer besuchte Protestversammlung gegen die Pogrome statt, in der nach der Eröffnung durch den Präsidenten der ungarischen Landesorganisation Herrn Prof. Strauß, Htrr Prof. Dr. Moses Richtraann sich in einer ausführlichen Rate mit den Ursachen der Pogrome befaßte, und der Versammlung eine Protestnesolution earlegte. Der Vertreter des ״Achusa^-Verems der galizischen Zionisten in Budapest, Dr. Otto Sch losse r, charakterisierte sodann die polnischen Verhältnisse. In» Namen der ״Poa 1 e - Z io 11“ forderte Herr Seiler die ungarische Sozialdemokratie auf, die polirische Bpiderorganisation über ihre Pflichten als anternationale Sozialisten zu belehren. Nach weiteren .Reden der Herren Moritz Outtmann und Feldrabbincr Fischer wurde die imposante Kundgebung pnter den! Gesang der ״Hatikwah“ geschlossen. Die erste zionistische Organisation in Spanien Die Jüdische Preß/, entrale Zürich meldet: ln Madrid hat sich auf Initiative von Prof. Y ahuda die erste zionistische Organisation mit Namen ,.Jehuda Haie wy“ gebildet. Der Verein beabsichtigt, einen Fond zur Gründung eines speziellen Lehrstuhls für jüdische Geschichte und Literatur an der zukünftigen hebräischen Universität in Jerusalem, zu sammeln. Die erste Landeskonferenz der Zionisten Litauens Am 5. Dezember, abends, wurde im Theater Lux in Wilna die erste Landeskonferenz der Zionisten Litauens feierlich eröffnet. Es waren 46 Delegierte aus einer Reihe litauischer Ortschaften, sowie eine große Zahl von Gasten anwesend. Rechtsanwalt S. Rosenbaum begrüßte die Konferenz in hebräischer Sprache und hielt eine längere Eröffnungsrede. Er nannte die gegenwärtige Zeit die dunkelste und zugleich die hellste Zeit der jüdischen Geschichte. ״Einerseits haben wir erlebt, daß große jüdische Massen unter die Macht der Polen und Rumänen kommen und wir wissen, was das zu bedeuten habe, andererseits werde vor unseren Augen unser Palästinatraum zur Wahrheit.“ Ferner wies der Redner darauf hin, daß im Judentum eine starke Differenzierung herrsche. Die Aufgabe des Zionismus sei, eine Synthese herbeizuführen, eine neue Einheit m schmieden. In diesem Sinne rief er die Konferenz zu produktiver Arbeit. Es wurde darauf ein Präsidium gewählt, bestehend aus den Herren S. Rosen bäum, L Jaffe, Dr. Regensburg, Rudnicki und Munds chik. L. Jaffe ergriff das Wort zu einer Gedenkrede über die schmerzlichen Verlüste, die das jüdische Volk und der Zionismus in den letzten Jahren erlitten habe. Der Redner erwähnte auch die Märtyrer von Lemberg und Przemysl. Am & Dezember referierte Rechtsanwalt S. Rosenbäum über die politische Lage in Litauen. Der Redner begann mit der Feststellung, daß allein die zionistische Partei eine eigene jüdische Politik treibe, die den Volksinteressen entspräche und auf durchaus demokratischer Grundlage aufgebaut sei. In bezug auf die jüdisch-nationalen Forderungen in Litauen stellte der Redner fest: ״Wir müssen nicht nur nationale Selbstverwaltung haben, sondern auch eine Garantie für ihre Durchführung. Eine solche Garantie wird uns nur dann gewährt sein, wenn auch die Gesetzgeber Juden sein werden. Was die Beziehungen der Juden zu den anderen Völkerschaften Litauens betrifft, 80 sollten sie möglichst mit Litwinem oder mit den Weißruthenen Zusammengehen.“ Der Redner verteidigte warm den Gedanken einer besonderen nationalen Kurie für Juden, damit kein Volk sie für sich beanspruchen könne. Nachdem Oberrabbiner Rubinstein die Konferenz im Namen der Wilnaer Gemeinde hebräisch begrüßt hatte, las Dr. W i - gods k y sein Referat über die Beteiligung der Juden >11 den Stadtverwaltungen. Daraufhin setzte die Debatte über beide Vorträge ein, in der Dr. Robinsohn -Suwalki in einer Polemik gegen R.-A. Rosen bäum bemängelte, daß er nicht die Möglichkeit erwogen habe, daß Litauen auch föderativer Teil Rußlands werden könne, und Dr. Berger- Wilna gegen eine einseitige politische Orientierung auftrat. Nachdem in der 3. Sitzung am 7. Dezember R.-A. Rosen bäum zunächst seinen Opponenten erwidert hatte, hielt L. Jaffe sein Referat über die Gemeinde und ihre Aufgaben. Der Redner wies ganz' besonders auf die Notwendigkeit einer geschlossen«, jüdischen nationalen Erziehung hin und sprach auch ausführlich über die Aufgaben der Gemeinde beim Aufbau Palästinas. Für die Wahltaktik empfahl er ein selbständiges Vorgehen der Zionisten. In der Debatte wurden besonders die Fragen über die weltlichen und religiösen Elemente in der Schule besprechen, Die Herren Klein stein, Dr. Qutmann, Untertan und Landau verteidigten den Standpunkt, daß die Schule .auch religiöse Gegenstände in ihr Programin aufzunehmen habe. Herr Pupko-Lida vertrat einen entgegengesetzten Standpunkt. In 4er 4. Sitzung am 8. Dez. referierte Dr. Berger über die zionistischen Forderungen an den Friedenskongreß. Das Referat gipfelte in der Forderung, daß man neben Palästina und nationaler Selbstverwaltung in den Diasporaländern die Möglichkeit haben müsse, eine jüdis che Weltorganisation zu schaffen, die die oberste Instanz bilden solle, um die Interessen des Judentums in aßen Ländern zu überwachen. Der Redner verlangte auch dl« Wiederherstellung des ruinierten wirtschaftliehen Zustandes der Juden in Litauen, Polen und Galizien. In dieser Hinsicht sollen die Juden nicht weniger beanspruchen, als die Einwohner Belgiens und Nwdfrankreichs. In der Debatte sprach R.-A.

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