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Jüdische Rundschau · 1919-01-14 · Heft 3 (14.1.1919) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIV (1919)
Issue
Heft 3 (14.1.1919)
Date
1919-01-14
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 3 Nr. 3 J UEDISCHE RUNDSCHAU S^ite 29 vorgehei in Wilna esehallen lisch« Et :n Dezer irbeit fix lem um len Besit; 1 lazair׳ ler d. ut .־itcn ast• c an di« alizischcn russischer Juden, ewordem sich um sich be; ו stützen eschehen, Zeituitg Schulen ine große ist jetzt eltslosen, Vielleicht;1׳ in di< e Vorbil• en große ren von :, die im ler wich• n Kreis« lion geht Feile geergriften daß die he Kernirn truppe sich die ns zu ge• 1 Massen ersehen, ier Dele- 5 wir an Zionisten des Zious zuzugreß und utung ist. 1 Sie mit Q rou efolgende« id neben rthodoxe jüdischer ung des ise zwar ein an• tu klarer veranlaßt will anand will tat diese chaft für bezeichlistischen sondern wie des anisation 'riedenslerumgen >n selbstaen und na jenen gehörige Ich sehe Deutsch■ zustellen, res fühlt ft. 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Niemals werden, wir zu einer Einigung über das Wesen des Judentums und über die Frage zukünftiger jüdischer Kultur gelangen können. Diese Einigung dar! auch nicht durch Kompromisse erstrebt werden. Die zionistische Bevvegung muß davon aus.׳ eiten, daß in ihren Reihen jeder zionistischen Ueberzeuguing vollste Freiheit gegeben wird. Der Misrachi hat daher die Möglichkeit, irnbehindert seine Kulturarbeit zu leisten. Unbehindert müssen aber auch «liejenigen, die auf dem Standpunkt unumterbrochener lebendiger Entwicklung der jüdischen Lebensformen und Lebensinhalte stehen, für die Erneuung des jüdischen Kulturlebens wirken können. Die Forderung, (faß in unserem Kulturausscliuß grundsätzlieh der Misrachi vertreten sein solle, lehnen wir ah. Diesem Vertreter würde notwendig die Rolle eines Aufpassers Zufällen. Da uns Kulturarbeit freie Entfaltung jüdischer Kräfte bedeutet, können wir nicht zulassen, daß den bedeutsamsten, Acußerungen unseres Wesens du^di irgend jemanden Grenzen gezogen werden. Der Misrachi muß selbst wünschen, daß die von uns vertretene Auffassung in der Organisation herrscht. Ihm selbst kann nichts daran gelegen sein, Menschen, die ihm innerlich fernstehen, durch äußere Mittel der Organisation zu vergewaltigen. , Zionismus ist die jüdische Bewegung. Wir rechnen nicht mit dem Gegebenen, uns bedeutet bestehendes Unrecht nicht Weltordn Hing, wir schieben unsere Verantwortung für das jüdische Volk nicht aut die Ent- Wicklung ab. Gewiß ist es richtig, ״daß die Bestirnmung der nationalen Zugehörigkeit nicht nur eine natürliehe Folge gegebener Voraussetzungen, sondern eine von Bewußtsein und Wißen abhängige persönliche tot- Scheidung ist“, wie es in dem Schlußsatz der von Dr. Friedemarm vorgelegten Thesen heißt. Nur müssen aus dieser nicht bestrittenen Erkenntnis für den Zionisten bestimmte Folgerungen erwachsen. Zionismus will die vom Bewußtsein und Willen abhängige personliche Entscheidung herbeiführen. Gerade die Erkenntnis, daß sich in jedem deutschen Juden verschiedene Elemente mischen, macht die jüdische Entscheidüng des deutschen Juden zur einzigen Voraussetzung seiner Teilnahme an der jüdischen Entwicklung der Zukunft. Zionistische und nichtzionistische_ Juden sind nicht so sehr durch das Seim, als durch das Wollen unterschieden. Rechnen wir mit dem Sein, so werden zukünftige jüdische Geschlechter der Entscheidung dadurch' uberhoben sein!, daß in der Mischung ihres Wesens die Jüdischen Elemente einen so geringen Teil ausmachien, daß cSe Erkenntnis des efeenen Lebens ihnen nur den Platz in der nichtjüdischen Welt anweisen kann. Herr Barth möchte anstelle des Bekenntnisses zum jüdischen Volkstum ״die Willenserklärung setzen, in der Tendenz des Nationaljudentums tätig zu sein“. Er mißversteht unsere Forderungen. Dieses Bekenntnis und diese Willenserklärung sind gleichbedeutend. Wir verlangen nicht das FürWahrhalten einer Auffassung, sondern innere Entscheidung. Wir sind uns unserer Ünfertigkeit und Unvollkommenheit Wahl bewußt. Aber wir wissen auch, daß wir im Sein immer Unvollendete bleiben werdten. Das jüdische Volk in Palästina w*ird niemals die vollendete Form zu schaffen vermögen, die ihm als glücklicher Endzustand erscheinen Wird; Wir sind! nicht geringere Zionisten, obwohl die Elemente aus nichtjüdischen Welten uns großenteils ausfülen, wenn wir ebenso als Gestalter der jüdischen Zukunft leben, Wie Juden späterer Geschlechter in Palästina, die im jüdischen Erez Israel wiederum Zionisten sein müssen, um diejenigen zu überwinden, dienen Sein und Leben genügt. Näher gekommen ist uns daher der Vorsitzende des Zentral Vereins nicht. Wohl vertritt er einen Standpunkt, der, wie Herr Barth sagte, früher von vielen Zionisten eingenommen Wurde. WiT sind aber weitergekommen, wir dürfen auch den Zionisten der früheren Jahre nicht dadurch Unrecht tun, daß wir behaupten, sie hätten damals eine Auffassung vertreten, die heute der Zentralverein als richtig anerkennt. Damals bedeutete eben eine Anerkennung der Palästinaforderung schon eine innere Entscheidung. Man wurde Zionist, wenn man für die Forderung eines jüdischen Palästina eintrat. Man wollte Palästina als Heimstätte für das jüdische Volk, und nicht für alle die, welche jüdischnational empfinden. Der Vorsitzende des Zentralvereins leugnet die Existenz eines jüdischen Volkes. Die Zionisten, von denen die Herren Barth und? Friedemann sprachen, glaubten, daß alle, welche jüdisch-national empfinden, das jüdische Volk sind. Ein Jude, der jüdische Forderungen nicht nur für andere, sondern auch für sich aufstellt, ist Zionist. Wer aber ein jüdisches Programm für andere durchführen will, der bleibf außerhalb der jüdischen Welt, in der wir zu leben vermögen. Bedauerlich ist nur, daß der Zenitraiveretn glauben durfte, uns diurch die in den Worten seines Vorsitzenden vertretenen Ansichten nähergekommen zu sein. Dadurch, daß Wir uns entwickeln, haben wir Niehtzionisten gezwungen, in die von uns längst verlassenen Stellungen nachzurücken. Nur durch weitere zionistische Entwicklung werden wir es dahin bringen, daß auch dSe niditzionistische Judenheit die Forderung der persönlichen Zugehörigkeit zum jüdischen Volk als bereentigt anerkennt. Wir glauben, daß heute schon große Teile der nichtzionistischen Judenheit für den Kongreßgedanken reif sind. Gerade unter denjenigen, die sich in der eigenartigen Entwicklung ihres Lebens gefestigt haben, gibt es beute viele, die ihre Zugehörigkeit zum jüdisehen Volk betonen wollen, obwohl sie sich gleichzeitig als Teile anderer menschlicher und staatlicher Verbände fühlen. Es würde uns nicht stören, wenn diese Elemente aut dem Kongreß in der Mehrheit wären. Der Kongreß ist uns nicht etwa ein neues Mittel zionistischer Propaganda. Er wird uns die Plattform geben, auf der Wir als Zionisten mit den Anderen um den Aufbau des jüdischen Lebens ringen. Da wir die unerschütterliche Ueberzeugung haben, daß aus jüdischem Leben nur Zionismus entstehen kann, würden wir es begrüßen, wenn wir die Kongreßbewegung gemeinsam mit möglichst vielen nichtzionistischen Juden ins Werk setzen könnten. Wie groß aber auch immer die Zahl dierer sein mag, die zu uns kommen werden, niemals kann die Kongreßbewegung zu einem Mißerfolg führen, wenn wir sie richtig verstellen. Alle vom Volksgedankem Ergriffenen sammeln wir, um mit ihnen jüdisches Leben zu schaffen, um dien Kongreß der deutschen Juden der großen Kongreßbewegung aller Länder einzufügen,, in der wir die legitime Vertretung des jüdischen Volkes zu erblicken haben. Dieser Arbeit werden wir gerecht werden, wenn in jedem von uns die Erkenntnis lebt, daß die Kongreßbewegung in sich die gesamte zionistische Arbeit in Deutschland enthält. Zum Schluß erhielt Prof. Dr. L o e w e - Berlin das Wort zu einer persönlichen Bemerkung, in der er ausführte, daß Herr Calvary ihn mißverstanden habe. Ei hätte nichts gegen die Person Martin ßubers sagen wollen, sondern sich nur gegen seine Nachtreter gewandt, die ihn nicht verstehen. Seine dichterische Persönlichkeit hätte er schon eher erkannt, als die, die ihn heute loben und gar nicht kennen. Hiermit schloß die Debatte und es folgten nunmehr die Abstimmungen über die Anträge und die Wahlen. Der erste Antrag verlangt, daß sich jeder Zionist zur Erlernung der hebräischen Sprache verpflichte. Struck- Berlin stellte hierauf den Antrag, das Wahlrecht zum Delegiertentag von der Kenntnis der hebräischen Sprache abhängig zu machen. Dr. H a n t k e - Berlin fand, daß der Antrag Struck weder angenommen, noch abgelehnt werden könnte. Der erste Antrag wird angenommen. Eine Anregung des Hapoel Hazair, sich mit den ostjüdischen Massen in Deutschland näher zu befassen, wurde dem Zentralkomitee zur Erledigung übergeben. Sodann folgte der Antrag betreffs der Demokratisierung der Jüdischen Gemeinden, der ״zur Aufrechterhaltung und Fortentwicklung des jüdischen Lebens in Deutschland“ fordert» daß , alle lebendigen jüdischen Kräfte zur Teilnahme an der Gemeindearbeit heranfezogen werden“, ״von den Gemeinden die sofortige inführung des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Verhältniswahlrechts aller über 20 Jahre alten in der Gemeinde wohnenden Juden und J ü - d innen“ '»verlangt, und ״von der Regierung des neuen Volksstaates die gesetzliche ‘Einführung dieses Wahlrechtes“ erwartet. Zur Begründung führte Herr Dr. Viktor- Hamburg aus: Wenn wir die Umwandlung der jüdischen Kultusgemeinden in Volksgemeinden herbeiführen wollen. 90 sind wir uns bewußt, daß die gesamte jüdische Bevölkerung mit uns eines Sinnes ist. Die bisherigen Machthaber in den Gemeinden haben den Versuch gemacht, eine Anzahl von Juden vom Wahlrecht auszuschließen. Trotzdem vor dem Kriege die Aenderung des Gemeindewahlrechtes vielfach versprochen wurde, hat man sich doch fast nirgends entschlossen, das Wahlrecht tatsächlich zu ändern. Wir fordern daher, daß alle unsere Gesinnungsgenossen an die Gemeinden herantreten mit der Forderung, das Wahlrecht auf eine breite demokratische Grundlage zu stellen. Alle über 20 Jahre alten Juden und Jüdinnen müssen wahlberechtigt sein. Wir werden uns mit der Erklärung der provisorischen preußischen Regierung an die Berliner Jüdische Gemeinde nicht zufrieden geben. Es ist eine Schmach, daß die Jüdische Gemeinde, weil sie das alte Wahlrecht beibehalten will, sich mit dieser Entscheidung zufrieden gegeben hat. Der Antrag wird einstimmig angenommen. Für den Wahlausschuß berichtete Rechtsanwalt Dr. K o 1 i e n s c*h e r - Posen und machte für den Geschäftsführenden Ausschuß folgende Vorschläge: Kurt Blumenfeld, Nahfum Gold mann, L>r. Hantke, Dr. Klee, Rieh. L i c h t h e i m , Dr. Pick, Dr. R o - senberg, Assessor Rosenblüth, Max W o 11 - steiner. Zum Vorsitzenden wurde einstimmig Herr Dr. Hantke gewählt, lm Verlauf der Wahildebatte fragte Davis T rietsch - Berlin an, ob in diesem Ausschuß eine spezielle Vertretung für die Palästina-Angelegenheiten vorhanden sei. Sollte Herr L i c h t h e i in zu dieser Vertretung beauftragt sein, so könne er sich hiermit nicht einverstanden erklären und glaube, wenn er die Stimmung des Delegiertentages richtig beurteile, daß das der Meinung der Mehrheit nicht entsprechen würde. Das Referat, das Herr Li c h t h e i m hier erstattet habe, sei ein Minimalprogramm und habe prinzipiellen Widerspruch gefunden. Dr. Ko i le n sc h e r - Posen: Wir haben Ihnen eine besondere Kommission zur Vorbereitung des Palästina- Delegiertentages vorzuschJagen, außerdem ist es selbstverständlich, daß der Geschäftsführende Ausschuß sich in seiner Gesamtheit mit den Palästinaangelegenheiten belassen muß. Es steht dem Geschäftsführenden Ausschuß ja auch das Recht zu, ein Büro zu unterhalten, das sich speziell mit den Palästinaangelegenheiten befaßt. T rietsch - Berlin: Es handelt sich für mich darum, daß in einem Ausschuß von 0 Personen die Palästinarichtung, die ich vertrete, in keiner Weise vertreten ist. Es handelt sich für mich nicht um die Vorbereitung des Palästina-Deiegiertentages, sondern um die in Palästina zu leistende Arbeit, die jetzt sofort einsetzen muß und bei der nicht zwei Monate bis zum Zusammentritt des Palästina-Deiegiertentages ungenutzt verstreichen dürfen. Für den Fall, daß Sie mich als geeignet wählen, möchte ich in den Geschäftsfiihrendeti Ausschuß zur Bearbeitung der Palästinaangelegenheiten eintreten. Ich halte hier Im gewissen Sinne eine Kandidatenrede, aber ich bitte Sie, davon überzeugt m sein, daß ich mich hier nicht um ein Amt reiße, sondern daß ich es nur für meine Pflicht halte, meine 20 jährigen Erfahrungen auf dem Gebiete der Palästinaarbeit jetzt, wo es darauf ankommt, auszunutzen. Dr. Ko 11 e 11 sch e r ־ Posen verlas darauf die Liste der vom Wahlausschuß vorgeschlagenen Mitglieder des Zentralkomitees: Dr. Banibcrger, Nürnberg; Justizrat Dr. Bodenheim er, Köln a. Rh.; Dr. Martin Buber, Heppenheim a. d. Bergstraße; Studienrat Calvary, Krossen a. O.; Dr. Erwin: Chamizcr, Leipzig; Dr. Dobrczynski, Beuthen O.-S.; L. Esterm ann, Hamburg; San.-R. Dr. Frankel, Hamburg; S. L. Fuchs, Leipzig; J. L. üoitein, Frankfurt am Main; R.-A. Grone mann, Berlin; Dr, Grüneberg, Elberfeld; Dr. Sallv Hirsch, Berlin; Rabbiner Dr. J o s e p h , ‘ftolp i Pomm.; Dr. Kalmus, Hamburg; Georg Kareski, Berlin; Dr. Köllens c h e r, Posen; Moritz Krause, . Posen; Leopold Landau, Hamburg; Ob.-Ing, Landau, Dresden; Prof. Dr. Heinrich Loewe, Berlin; Dr. Fritz Löwenstein, Berlin; Dr. Julius Moses, Mannheim; Dr. Siegfried Moses, Danzig; Willy P e r I! s, Berlin- Königsberg; Jacob Reich, München; Dr. Joset Rosenfeld Karlsruhe i.; Zahnarzt Rothschild, Lübeck; Zahnarzt Hugo Schachtel, Breslau; S, Schocken jr., Zwickau i. Sa.; Arthur Schrägen - heim, Berlin; Dr. Sichel, Chemnitz 1. Sa.; Fritz Sondheimer Frankfurt a. M.; Dr. Stahl, Tarnowitz; Dr. Stein, Königsberg i. Pr.; Dr. Steinitz, Breslau; Dr. Elias Straus, München; R.-A. Max Strauß, Berlin; Davis Tri et sc 11, Berlin; Dr. Victor Wandsbeck bei Hamburg; Dr. Witkowsky, Berlin; Jacob Woiff, Frankfurt a. M. Trietsch - Berlin stellte hierauf fest, daß er nur gegen das offizielle Referat und nicht gegen den Referenten gesprochen habe, dessen Arbeit er für wertvoll hält. In das Zentralkomitee werde er nicht hineingehen, er werde nur ein Amt im Geschäftsführenden Ausschuß annehmen. G r ü n t h a 1 - Breslau schlug vor, Herrn Trietsch in den Geschäftsiülfrenden Ausschuß zu wählen. K r e i st ni a n n - Leipzig fand es bedauerlieh, daß der, Wahlausschuß sich nicht genötigt gesehen hat, Herrn Trietsch vorzuschlagen. Erhielt es auch für durchaus nötig, Herrn Professor Loewe in den Geschäftsführenden Ausschuß zu wählen, öoit e i 11 - Frankfurt und W o 1 f h e i m - Erfurt traten ebenfalls für die Wahl von Herrn Trietsch ein. R.-A. Gronemann - Berlin bat darum, das Zentralkomitee nicht für bedeutungslos zu halten, auch die Mitglieder des Zentralkomitees könnten wirksam arbeiten, besonders die in Berlin. Der Geschäftsführende Ausschuß dürfte nicht aus zu vielen Personen bestehen. Rieh. # L i c h t h e i m - Berlin wandte sich dagegen, daß er nur für die Bearbeitung der Palästinaangelegenheiten in den Geschäftsführenden Ausschuß gewählt sei. Der Geschäftsführende Ausschuß sei vielmehr die politische Leitung des Zionismus. Dr. Max Strauß- Berlin bat darum, die Vorschläge des Wahlausschusses zu akzeptieren. Es gäbe in Berlin eine ganze Anzahl von Herren, die sieh ebenso wie die Herren Trietsch und Loewe die größten Verdienste um den Zionismus erworben hätten. Es handele sich doch nur darum, einen arbeitsfähigen Ausschuß zu bekommen. Ihm erscheine die Anzahl von 9 Personen schon viel zu hoch. Arnold Z w e i g - München erinnerte den Delegiertentag daran, daß zur Beratung der Palästinaangefcgenheiten in zwei Monaten ja ein besonderer Paiästina-Delegiertentag stattfinden würde und daß man doch die Ergebnisse dieser Tagung abwarten müsse, bevor man itl dieser wichtigen Frage Beschlüsse fasse. Er schlage daher vor, die Liste des Wahlausschusses jetzt en bloc anzunehmen und ein Palästina-Ressort nach dem Palästina-Delegiertentage mit Sitz und Stimme in der Leitung einzusetzen. Trietsch- Berlin betonte nochmals, daß er schon jetzt mit der Arbeit anfangen möchte und die Tagung nicht erst abwarten könne. Kurt Blu menfeld - Berlin bemerkte, daß er einen Geschäftsführendein Ausschuß von mehr als 9 Personen nicht für arbeitsfähig halte. Es wurde hierauf Zettelwahl vorgenommen, als deren Ergebnis die vom Wahlausschuß vdrgeschlagene Liste hervorging. Es erfolgte 90dann die en bloc-Annahme der Zentralkomitee - Mitglieder. Dr. Arnold Barth-Berlin beantragte die Wahl von weiteren Vertretern des Misrachi, entsprechend ihrer Vertretung aut dem Delegiertentage. Es wurden gewählt die Herren Dr. Arnold Barth-Berlin und Dr. Fr ä n ke 1 - Marburg. Hierauf erklärte Dr. Köllens eher - Posen: Durch die Erweiterung des Zentralkomitees ist eine Aenderung unseres Status nötig, das in seinem Paragraph 16 vorschreibt, daß alle Mitglieder des Zentralkomitees zu den Sitzungen des Geschäftsführenden Ausschuss« eingeladen werden müssen. Der Wahlausschuß schlägt vor, diesen Paragraphen zu streichen, dagegen schlägt Ihnen der Wahlausschuß einen neuen Paragraphen vor, nach dem die Sekretäre der Zionistischen Vereinigung für Deutschland und die Redakteure der ״Jüdischen Rundschau“ während der Dauer ihres Amtes Sitz und Stimme im Zentralkomitee haben. — Der Antrag wurde angenommen. Als Vertreter im Zentralkomitee der Gesamt-Organisation wurden dann vorgeschlagen: die Herren Kurt B 111 ni e 11 f e 1 d - Berlin; Dr. Kol- 1 e n s c h e r - Posen; Dr. Elias Straus- München; Zahnarzt Hugo Schachtel-Breslau; als Stellvertreter: Rieh. Licht ne i.m-Berlin; Dr. Ernst Kalmus- Hamburg; Dr. Julius Moses-Mannheim; S. Schocken jr. - Zwickau i. Sa. Die Vorschläge wurden einstimmig angenommen. Zur Kassen revisorin wurde Frau Dr. Zioc 1 s t i vorgeschlagen und einstimmig gewählt. Sodann beantragte Dr. Hantke, den Schekel von jetzt ab außerhalb des Ortsgruppenbeitrages ein zu ziehen und aut 3 Mark zu erhöhen, den Landesbeitrag für Mitglieder von Ortsgruppen aut 3 Mark und für nichtorganisierte Zionisten aut 10 Mark festzusetzen. Nach einer kurzen Debatte wurden folgende Beschlüsse gefaßt: Der Schekel beträgt 2 Mark und wird außerhalb des Ortsgruppenbeitrages eingezogen. Der Landesbeitrag für Ortsgruppen-Mitgiieder wird auf 5 Mark, für Jugendliehe• Mitglieder auf 2 Mark, und für nichtorganisierte Zionisten auf 10 Mark festgesetzt. Dr. Koilenscher -Posen schlug sodann namens des Wahlausschusses für den Palästinaaussehuß folgende Personen vor: Agronom DyM-Messingwerk; l I 1 t 1 i 1 I ן I! i i

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