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Jüdische Rundschau · 1919-01-14 · Heft 3 (14.1.1919) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIV (1919)
Issue
Heft 3 (14.1.1919)
Date
1919-01-14
Page
– (sequence 4)
Language
German
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i! ii I 1!if|!1 I Seite 2S JUEDISCHE RUNDSCHAU hoffen, daß ähnliche Qründüngen an anderen großen Plätzen baldigst folgen werden. Wir sind ferner davon überzeugt, daß unsere ganze Arbeit nur dann *wird durchgeführt werden können, wenn wir hauptamtliche Sekretäre haben werden, die sich dauernd mit diesen Aufgaben beschäftigen. Ooldmann-Berlin: Ich halte es für nötig, noch einige Worte über den Gedanken des Kongresses zu sagen, weil ich das Gefühl habe, daß, 90 sehr wir auch einheitlich sind in der Erkenntnis seiner Notwendigkeit, wir doch noch nicht alle hinreichend von der Größe und historischen Bedeutung des Kongreßfedankens als solchen durchdrungen sind. Ich alte dies für notwendig, denn es ist eine Aktion von großer Schwierigkeit und wenn sie gelingen soll, so muß sie mit einem großen Erfolg zu Ende gehen, sonst haben wir nichts erreicht. Die Kongreßaktion ist von sehr schwerwiegender Bedeutung, und wenn man die Kongreßbewegung nur als ein Mittel zu energischer zionistischer Agitation betrachten wollte und den eigentliehen Schwerpunkt auf die Bewegung und nicht auf den Kongreß selbst legte, wäre die Durchführung der Aktion unmöglich. Mir scheint, wir müssen die Kongreßaktion in erster Reihe nicht unter deutsch-jüdischen Gesichtspunkten und nicht unter deutsch-zionistischen ansehen, sondern unter atlwelttichen und allgemein jüdisehen Gesichtspunkten. Wenn man sie nicht als ein Glied in dieser großen Kongreßbewegung betrachtet, die jetzt überall einsetzt, verliert der Gedanke seinen großen Aspekt, als die große Bewegung, die zum ersten Male in der jüdischen Geschichte die Organisation des Gesamtjudentums schaffen soll. Der Zionismus hat bisher überall im Namen des Judentums gesprochen, weil er die erste Bewegung war, die die Idee der jüdisehen Politik unter die jüdischen Massen geworfen hat. Es gibt noch kein organisiertes jüdisches Volk. — Auch wenn die Heims ttäte in Palästina uns gegeben wird, wird sie, solange die jüdische Diaspora existieren wird, nicht die einzige Lösung der Zukunftsfrage des jüdischen Volkes bleiben. Das gesamte Judentum muß sich, will es als politischer Faktor Geltung bekommen, organisieren, und wir wollen* es in dieser Kongreßbewegung organisieren. Unter diesem Gesichtspunkt — und es ist für mich der entscheidende — muß man den deutschen Kongreßgedanken betrachten als eine große Aktion zur Organisierung des Gesamtjudentums auf dem Boden des nationalen Gedankens. Der Kongreß muß die legitime Repräsentanz des jüdischen Volkes werden, die berechtigt sein soll, in seinem Namen aulzutreten und seine Politik zu führen. Dies ist jetzt notwendiger denn je. Was die nächsten Jahre bringen werden, wissen wir nicht, weder in Deutschland noch in deri anderen Ländern. Ueberall setzt die große Welle der!Demokratisierung ein. Eine demokratische Welt wird aber mit der organisierten Repräsentanz des Ge- Samtjudentums, nicht nur mit der Partei des Zionismus, verhandeln wollen. Diese Repräsentanz zu schaffen, müssen auch wir wollen, weil wir im eigentlichen Sinne nicht Partei, sondern das jüdische Volk sind. Der jüdisehe Kongreß in Deutschland wird einen Teil des jüdischen Weltkongresses bilden und so das deutsche Judentum in die jüdische Volksgesamtheit eingliedern. Ich glaube, ״ daß wts—dte Aktion gelingen kann, wenn wir sie mit dem nötigen Glauben und der nötigen Energie führen. Nur wenn man den Kongreß skeptisch betrachtet, nicht mit diesem Glauben an seine historische Bedeutung, dann kann er uns mißlingen. Ein Wort noch zur Frage des Hebräischen. Es ist dem Kulturausschuß nicht gelungen, die Hebraisierung in!Deutschland so zu fördern, wie es notwendig ist. Es muß mehr für die Hebraisierung in Deutschland getan werden, wozu aber nötig ist, daß ein spezieller Sekretär die Arbeit übernimmt, um überall die Möglichkeit zur Erlernung der Sprache zu schaffen. Daher stelle ich folgenden Antrag: Der fünfzehnte Delegiertentag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland beschließt die Errichtung einer Abteilung für hebräische Kulturarbeit bei der Zionistisehen Vereinigung für Deutschland, die insbesondere für die Schaffung der Möglichkeiten zur Erlernung des Hebräiseben Sorge tragen soll. Der Antrag, über den sofort abgestimmt wurde, wurde einstimmig angenommen. Dr. Rabin-Frankfurt a. M.: Die Arbeit an der Organisation der jüdischen Kultur in Deutschland wurde erst vor 2 Jahren in Angriff genommen. Wenn es aber nur beim Anfang geblieben ist, so sind daran nicht die Vertreter des Ausschusses schuld, sondern die Stimmung innerhalb der deutsch-zionistischen Welt. Ich zweifle nicht an dem guten Willen aller derer, die uns nicht nur von Hebräisch sprechen, sondern selbst während eines Jahrzehntes Zeit gefunden haben, auch das Hebräische zu lernen. Wenn wir von der Wiedergeburt der jüdischen Nation sprechen, da müssen wir doch die besten Werte, die eine Nation überhaupt besitzt, auch uns selbst vor allem ztim Besitz machen. Es ist nur eine kleine Gruppe deutscher Zionisten, welche dieses Merkmal einer Nation wiedergewinnen möchte. Mit dem Herzen aber sind auch sie nicht bei der Sache. Denn wären sie so sehr für die Erlernung der hebräischen Sprache wie die deutschen Orthodoxen, dann hätten sie es doch soweit gebracht wie diese. Es ist bezeichnend, daß Kurse für die hebräische Sprache gerade in orthodoxen Kreisenmehr florieren wie in zionistischen. Es ist deshalb nicht genug, nur einen Kulturausschuß zu wählen, von der Tribüne des Delefiertentages öder des Kongresses sich für die» Erlernung er Sprache, welche für die Vertiefung in die jüdische Literatur notwendig ist, auszusprechen, sondern es müßte irgend etwas geschehen, um jeden einzelnen Zionisten zu der Ueberzeugung zu bringen, daß er nicht Jude sein kann, ohne das Judentum zu kennen. Praktische Anträge nach dieser Hinsicht zu machen, ist unmöglich. Eis ist ja wohl eine reine Herzenssache und läßt sich durch Worte nicht formulieren. Aber jetzt gerade ist die Zeit, ati diese Dinge besonders zu erinnern. Wenn junge Leute nicht nur ffjit dem Gedanken spielen, nach Palästina zu gehen, sk/udern es ernst damit meinen, so müssen sie doch vor allem die Sprache erlernen, die im Lande gesprochen wird. Werden sie als Juden nach Palästina kommen und dort ihre Kreise nicht bewußt oder unbewußt, germanisieren? Es genügt auch nicht die Erlernung der Sprache. Sie ist nur die äußere Form, die erst zur Erkenntnis des Inhalts führt. Wenn bei den deutschen Zionisten ein Mange! an Kenntnis jüdischer Werte herrscht, so ist dieser Mangel darauf zurückzuführen, daß sie von vornherein den Werken des jüdischen Schrifttums skeptisch, ja fremd gegenüberstehen. Wenn inan in deutschen zionistischen Kreisen vom Talmud sprechen hört, so merkt man den Unterton, der den wirklichen Kenner tief verletzen muß. Es soll dies kein Vorwurf sein. Aber es ist an der Zeit, einen anderen Weg einzuschlagen. Es gilt bei allen diesen Dingen etwas, was auf dem Gebiete des Geistes das maßgebende ist: das Primat des Willens, nicht die seelische Einstellung. Ich habe mich besondere gefreut, daß in letzter Zeit die Wortführer einer noch kleinen Gruppe der Organisation des Misrachi, jetzt endlich Gehör zu finden scheinen. Die Worte des Herrn Dr. Barth sollten sich die Zionisten, und nicht nur die Anhänger des Misrachi, einmal richtig überlegen. Es ist nicht zu rütteln an der Erkenntnis, daß die Werte im jüdischen Schrifttum für uns ein Heiligtum darstellen. Wenn man von vornherein die Forderungen, die darin enthalten sind, verleugnet, kann man ein richtiges Verstandnis dafür nicht bekommen. Es wäre notwendig, über die Tätigkeit des jüdisehen Kulturatisschusses vielleicht auch: im einzelnen zu sprechen. Man könnte dagegen manches Vorbringen. Denn auch hier meinen die Flerren es sicherlich gut, wenn sie auch noch nicht ganz sehen, worin die jüdischen Werte verankert sind. Diesen Vorwurf muß ich ihnen machen, wenn sie bei der Beurteilung jüdiseher Werte sich in erster Linie auf die objektive Wissenschaft stützen, die von unseren Feinden gegen uns gerichtet worden ist. Es ist kein Vorwurf gegen diese Herren, sondern sie sollen daraus folgern, daß in einem solchen Kulturausschuß auch Männer sitzen müssen, die dem Judentum in seiner Ganzheit viel näher stehen. Es müssen Vertreter des Misrachi in einem solchen Kulturausschuß mitarbeiten. Es wäre das Ideal, wenn der deutsche Zionismus so weit wäre, daß es nicht nötig gewesen w׳äre, von der Parteileitung aus einen Kulturausschuß zu gründen. Wir sind noch nicht so weit. So lange die Parteileitung diesen Ausschuß unter ihrem Schutze hat, ist es für die Herren unbedingt notwendig, daß sie Vertreter des Misrachi hinzuziehen, die doch eine große Kenntnis des Schrifttums mitbringen, besonders aber eine positive Stellung zu diesen Werken einnehmen. Das Ist das Entscheidende. Ich habe oft gehört, daß das Studium des Hebräischen nach einiger Zeit ein gewisses Unbehagen zurückläßt, so daß die Leute unbefriedigt bleiben. Das ist verständlich. Das Judentum ist eben nicht so zu erlernen wie jede andere Literatur. Man kann englische und französische Literatur studieren, ohne sieh in das Wesen der englischen und französischen Sprache riehtig einzuleben. Wenn man aber das Wesen der jüdisehen Sprache nicht begreift, so kann man auch die Werte des jüdischen Schrifttums nicht erkennen. Vor allem muß man sich bei dem ganzen Komplex von Fragen daraut einstellen, daß auai alles von rein jüdischem, traditionellen Geiste getragen wird. Die Kenntnis des hebräischen Schrifttums ist, noch wichtiger als das bloße Erlerne« des Hebräischem Prof. Dr. Heinr. Loewe-Berlin: Ich gebe zu, der Kulturausschuß hat sorgsame Arbeit geleistet, jedoch etwas Großes, Bedeutungsvolles fehlt. Wenn er uns das Werk von Robinsohn hätte vorlegen können, hätten wir ihm volle Anerkennung gegeben. Ich möchte anregen: nicht eine hebräische Phraseologie herauszugeben, sondern ein kleines Midraschbuch, wo man Gespräche auswendig lernen und so sich in die Sprache einführen kann. Für einen großen Fehler halte ich die Anlage des Wegweisers. Die freie jüdische Volkshochschule wäre schon lange zustande gekommen, wenn wir nicht genötigt gewesen wären, zu versuchen, mit der jüdischen Gemeinde und den Liberalen zusammen zu gehen. Die Wichtigkeit der Akademie sehen wir ein und dürfen uns vor allem nicht dabei ausschalten lassen. Ich muß bemerken, daß in der ״Jüdischen Rundschau“ in der letzten Zeit viele meiner Auffassung entgegenstehende Artikel waren, in denen angedeutet• wird, daß wir die geistigen Führer der russischen Juden werden müssen. Das ist Selbstüberhebung. Ich weiß, daß wir von den russischen Juden noch in jeder Beziehung viel zu lernen haben werden, so daß wir es Uns nicht übernehmen können, ihre Führer zu sein. Der westjüdische Pseudo-Chassidismus bringt eine Trennung zwischen den russischen Juden und uns, und man wird daher die Verbindung mit den russischen Zionisten verlieren. Aut dem Jugendtag wurden, statt Jesaias und Moses, Jesus und Paulus stark in den Vordergrund gerückt. Ich warne die neugierigen Juden, die glajtben, das Judentum aus Reden und aus einem Auszug des Chassidismus, der nicht der Chassidismus ist. kennen zu lernen. Buber ist für mich der jüdische Dichter, und es tut mir leid, daß ich gegen seine Richtung sprechen muß. obwohl er nicht hier ist. Aber ich muß es tun, weil auf dem Jugendtag die Gefahr bestand, daß wir uns in dieser Richtung bewegen werden. Nicht Martin Buber ist die Gefahr, sondern die, die ihn nicht verstehen. Wir wollen kein christologisches Judentum. In der Beziehung hat mich der Jugendtag enttäuscht, sonst war er mit seiner großen Begeisterung für das Judentum und dem starken Palästina willen etwas Hervorragendes. Und gerade darum habe ich Furcht, daß man diese Kraft für eine Bewegung gebraucht, die ein Mißverstehen Bubers darstellt. Die Ansicht Walter Moses, daß das Judentum nur aus dem Ererbten hervorgeht, teile ich nicht. Wir wallen keine Mischehe, nicht das Judenturü jnit europäischer Kultur, sondern Nationaljudentum. Wir brauchen den Kongreß zur Neuerweckung des jüdischen Lebens. Die jüdische Schule forderte ich vor 30 Jahren. Die hebräische Sprachschule und anderer Unterricht ist nicht das ,richtige. Wir brauchen eine Schule, wo ein jüdiseher Geist herrscht, und der Geschichtsunterricht unter jüdischen Voraussetzungen erteilt wird. Auch eine höhere Schule mit viel Hebräisch jnuß man einrichten. Wir müssen dafür sorgen, daß jvir Juden werden, dann ist die Gefahr nicht vorhanden, daß wir deutschen Juden •lon den anderen Westjuden in den Hintergrund gedrängt werden. Wir müssen die ganze jüdische Nation Nr. 3 zusammenfassen. Wir werden gegen Polen vorgehe! müssen, gegen die Pogrome in ,der Ukraine und in Wilna Redner beantragt die Gründung von Lesehallen die Aufstellung eines Kulturprogrammes für jüdische Ei Ziehung und die Errichtung eines hebräischen Dezer nates im Zentralkomitee, und! bittet «m Mitarbeit fü die jüdische Universitätsbibliothek in Jerusalem um Sammlung von Büchern, Privatbibliothekeu für den Besit der jüdischen Nationalbibliothek. Ist. Reichert: Im Namen des ״Hapoel 1 iazair' verlange ich eine energische Hilfstätigkeit der «fcut sehen Juden für due jetzt in große Not geratenen ostjüdischen Arbeiten• in Deutschland und erinnere an die Liebestätigkeit der russischen Juden für ihre galizischen Brüder während der Okkupation und die in russische! Kriegsgefangenschaft befindlichen deutschen Juden, Tausende dieser Leute sind jetzt hier arbeitslos geworden, und es ist insbesondere־ Pflicht der Zionisten, sich um sie zu kümmern. Man spricht hier davon, sich bei der Kongreßbewegung auch auf die Ostjuden stützen zu wollen. Bisher ist aber noch nichts geschehen, uin diese Kreise heranzuziehen. Es muß eine Zeiturig hierfür geschaffen und durch Einrichtung von Schulen Kulturarbeit geleistet werden. Vor allem muß eine große soziale Tätigkeit einsetze». Das Notwendigste ist jetzt die Schaffung von Arbeiterküchen, für die Arbeitslosen, ebenso die Schaffung von. Arbeitsnachweisen. Vielleicht ist eine Ueberführung eines Teils der Arbeiter in dik Landwirtschaft möglich, um so gleichzeitig eine Vorbildüng für Palästina zu schaffen. Hierfür müssen große Mittel flüssig gemacht werden. Wir verlangen von jedem Zionisten, daß er für die starken Kräfte, die im Ostjudentum wirken^ Verständnis hat und an der wich• tigen Arbeit der Gewinnung der astjüdiseben Kreis« mit aller Energie mitarbeitet. Der Weg nach Zion geht durch das Volk. Haarpuder-Berlin: Wir wollen alle die Teile gewinnen, die vom jüdischen Volksgedanken ergrifien sind Es wurde von einigen Rednern betont, daß die Orthodoxie Polens und Galiziens die eigentliche Kerntruppie der Bewegung bildet. Ein Teil deser Kemtruppe lebt in Berlin und es muß mich wundern, daß sich die Leitung nicht bemüht hat, diese Elemente für uns zu gewinnen. Daß diese für den Zionismus sogar in Massen zu haben sind, können Sie aus der Tatsache ersehen, daß diese orthodoxe Gruppe imstande war, vier Delegierte zum Delegiertentag zu entsenden. Daß wir an unserer Tradition festhalten und thoratreue Zionisten bleiben wollen, ist selbstverständlich. Sache des Zionismus ist es, diese Elemente dem Zionismus zuzuführen, was für den kommenden jüdischen Kongreß und für das Ziel unserer Bewegung von großer Bedeutung ist. Wir appellieren an alle Zionisten: unterstützen Sie mit allen Kräften unsere hebräische ,Bewegung. Dr. Fränkel - Marburg: Rechtsanwalt Gronemann hat gegen den Kongreßgedanken etwa folgendes eingewandt: Er meinte, es gibt in Deutschland neben kleinen Gruppen vor allem nur die eine orthodoxe Gruppe, die mehr oder minder auf national-jüdischer Basis steht und von der bei einer Beschränkung des Kongreßprogramms auf die zionistischen Kreise zwar ein Teil uns fern bleiben würde, während ein sw- ■dSreP TraF*agp״TOaiiÖtlöx«1 daifufch zu klaret Stellung gezwungen werden würde und sich veranlaßt sähe, unserer Organisation beizutreten. Jch will mnehmen, diese Auffassung wäre berechtigt, und will untersuchen, was daraus folgert. Gronemann hat diese Auffassung als Ausgangspunkt für eine Gegnerschaft für unser als zu weit gestecktes Kongreßprogramm bezeichnet. Heide steht nicht die Stärkung der Zionistischen Organisation in Deutschland an erster Stelle, sondern die Pflicht, die gegenwärtige Schicksalsstunde des Volkes für seine Gesamtheit auszunutzen. Wenn die Vertreter der zionistischen Organisation als Pioniere des Gesamtjudentums auf dem Friedenskongreß dem Präsidenten Wilson die Forderungen des jüdischen Volkes überreichen, so wird Wilson selbstverständlich ihre Erfüllung gemäß dem Können und Wollen unseres Volkes ermöglichen und allen jenen zugute kommen lassen wollen, die sich als Angehörige des jüdischen Volkes fühlen und bekennen, ich sehe in erster Linie den Zweck des Kongresses^ in Deutsch• land und auch •n den anderen Ländern festzustellen. wer sich als Angehöriger des jüdischen Volkes füllt und wer sich von der Gesamtheit ausschließt. Das ist das wichtigste Moment bei der Kongreßidee, und an zweiter Stelle steht für uns erst der Wunsch, durch die Kongreßbewegung unsere zionistische Organisation in Deutschland zu stärken und zu kräftigen. Deshalb kommen für die Plattform eben nur diese dem nationalen Judentum zugehörigen Teile in Betracht, und nicht etwa die Gesamtheit der deutschen Juden. Wir müssen aus diesem Grunde die Kongreßplattform so fassen, wie es seitens der Leitung geschehen ist. Wir folgern daher, daß wir auch nichtzionistisehen Kreisen die Teilnahme an der Plattform ermöglichen, wie es das alte Talmudwort sagt: ״Wer auch nur eine einzige Person der Gesamtheit des jüdischen Volkes erhält, dem wird es so angerechnet, als ob er die Existenz der ganzen Welt gerettet hätte.“ Nur wenn wir in dieser Weise für die Gewinnung der breiten, sich als national fühlenden jüdischen Massen arbeiten und so den Kongreß auf eine breitere Plattform stellen, dann werden wir alle die innerlich zu uns gehörenden Glieder unseres Volkes auch für uns gewinnen können. Moses Calvary-Zwickau: Ich bin leider verpflichtet, die Angriffe zurückzuweisen, die heute gegen den Kulturausschuß gerichtet worden sind. Herr Prof. Loewe hat vor allem gegen die Richtung Bubers gesprochen. Ich gehöre auch nicht zu dieser Rico tung, aber man darf da nicht mit solchen Schlagworten, wie Pseudochassidismus usw. kommen. Mit solchen Worten darf Buber nicht bekämft werden. Was meint Herr Dr. Rabin, wenn er sagt, daß der Kulturaussfchuß sich auf die Wissenschaft, die von unseren Feinden ausgearbeitet wird, stütze? Vielleicht weil wir das Werk eines jüdischen Gelehrten abgeleimt haben, weil es bibelkritisch ist? Ich kenne keine ,Wissenschaft, die von Feinden ausgeübt wird. Ich kenne richtige und falsche Dinge in der Wissenschaft. Ich weiß sehr wohl, daß es ein Jammer ist, daß wir uns oft mit einer zu flachen jüdischen Wissenschaft beschäftigen, daß wir es nötig haben, zu christlichen Gelehrten zu gehen, aber für N diese nicht ist * AnlaJ den Misr. vurgi wähl Misr: 1 grurn zu < und lang« Korn! gung zioni! wird. hindit aber broci bensl neuu Ford! lieh Diese Aufp faltiu zulas West den. uns ׳ Ihm die i Orga i nen 1 Unre antw wickl mung liehe von sehe» Fried aus niste! will son li kenm dene düng seine Züku nidit untei zukü: öurcl Wese ausm ömet weis! nisse setze zu s Beke bede Auffi unse wuß1 imm< i n P; fen sehei obw< groß der schic w'ied über des punk Zion geko ren sie 1 der deut! scha wen! eintT jüdis natk leug niste spra! emp! jüdi« auch sehe auß« venrr glaü Vors sein. Nich lass« zioni daß rung als nich• reif ««ei gibt sehe zeitii Vert

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