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Jüdische Rundschau · 1919-01-14 · Heft 3 (14.1.1919) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIV (1919)
Issue
Heft 3 (14.1.1919)
Date
1919-01-14
Page
– (sequence 3)
Language
German
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 27 Nt. 3 Nr. 3 heu poK de! Not sitzend« rlaraents itung toi Idemokra ■ Acc norwegi Tand XV. Delegiertentag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Dritter Tag. Vormittag Die Diskussion über das Referat Kurt Blumenc 1 d s wurde fortgesetzt. Kraus (begann in hebräischer Sprache und fuhr iami deutsch fort): Ich habe es für meine [*flicht erachtet, meine Ausführungen mit hebräischen Worten zu beginnen, weil ,dt nur deshalb um das Wort gebeten habe, ln 25 Jahren rionistischer Tätigkeit in I )eutschland ist für das Hebräische nicht sehr viel, fast gar nichts geschehen. Wir wissen, daß man bereit ist, aber es geschieht nichts allein. Ich weiß nicht, ob für die deutschen Juden das Hebräische notwendig ist, aber man muß in Betracht ziehen, daß sich in Deutschland auch Ostjuden *befinden. Diese haben eine rein hebräische Erziehung erhalten und wollen nun, daß auch ihre Kinder eine hebräische Erziehung erhalten; sie werden ihnen entfremdet, weil sie hier nicht hebräisch erzogen werden können. Es wäre eine!*flicht der Zionistischen Vereittigung dafür zu sorgen, um die Ostjuden für den Zionismus zu gewinnen. Es wäre ihre Pflicht, und es wäre ein Weg, um sich die Sympathie der Ostjuden zu erwerben. Warum tut sie es nicht? Weil sich Licht toi• '» c*er (Leitung keine Ostjuden befinden. Wir erkennen die Organisation an und wir haben dem deutschen Zionismus sehr viel zu verdanken; wir haben es Herzl m verdanken, daß er das jüdische Volk in den Sattel gehoben hat, aber das reicht noch nicht. Um das jüdische Volk zur Renaissance zu bringen, muß man len jüdischen üeist zur Renaissance bringen; deshalb Det müssen Ostjuden in die Leitung. Es sind keine prakti- Mark, sehen Dinge van der Organisation erreicht, weil keiner Militär •״׳n 1*er Leitung jemals in die jüdischen (lassen ging, um , üe Kinder des jüdischen Proletariats in einer Schule zu sammeln; so gehen uns Kräfte verloren, die sehr nichtig sind, Ich habe versucht, einen Sonntag-Nachnrechtf e ßbü ro 1 n 2 ö «i e L i ־otest ge tgaii/iens sten der g 100ÖQ e ptiz k inen. wird von 1 11. De■ Es wur- ׳ und e : n sin n. der ge «fürchtet, _ , .?» ivi * 0*1 *־V*. I VI ( IICI l/V I Ci atlVUlj Vil tvu ~-J W I I * * tue * י *■» v«> Schutz mittag-Kurs in der Grenadierstraßc cinzurichten, und itauisdiqn 1;c Eitern kamen in Scharen und baten um Aufnahme das drin■ ihrer Kinder; wir hatten keine Räume und mußten n Schutz riesle Eltern abweisen, und es ist!gescheitert, weil wir cn, sofort «sine moralischen und keine materiellen Kräfte hatten. Ich stelle kurz die Forderung: Es müßte in irgendiner Weise von der zionistischen Leitung ein Ressort eschaffen werden, das sicli ausschließlich mit dieser rage beschäftigt, um praktische Schritte zu untertehmeii, um die hebräische Sprache in das Volk zu )ringen, und es müßten die Mittel dazu aufgebracht 1 rerden; wenn die Leitung Mittel zur Verfügung stellt, . * kaut 'wirb audn von anderer beite vie'1 'GeiS zufiidben. 1 die R u -pvir müssen versuchen, mit dein Volk in seiner Sprache sprechen zu können. Wenn wir einen Weg suchen, 1m das jüdische Volk für die zionistische Sache zu jewinnen, müssen wir uns um die hebräische Sprache xrmühen, um sie dem Volke wiederzugeben, dann werkm wir auch das Volk wiederbekomroen. 1 : aus zu■ :n gegen indlungen Barschaft und vw■ thenen eraubt. ln itheuische iget mit;h Hause Ichen errnien. ln während ibe dem len unter es Ortes )beTstuhl- und Auf de. Kowno Kownoer 22 Ver an denen sch-sozla )rthodoxe en, 1 airf jüdische« ikowina t sich in gebildet, m, Foaleaxie und;chs jüdisind i« ästinafor 1 die Bu- Verkehr ätionalrat ,n Rmnäfolksrat erhalten rungsaahl Glaser-Berlin: Es scheint mir Pflicht eines jeden De- »gierten zu sein, d,aß er sich auf den Boden des Kon- *resses stellt und bereit ist, die Kongreßbewegung mit allen seinen Kräften zu unterstützen, wenn das deutsche udentum durch die Kongreßbewegung erschüttert ist, » treten an uns besondere Pflichten heran. Wir müssen die Taktik prüfen, die wir dabei einzuschlagen haben. Die Resolutionen, die wir in Posen und Leipzig in bezug auf die Mitarbeit in den neutralen Jugend vereinen gefaßt haben, sind für die gegenwärtige Situation nicht mehr angebracht. Wir müssen jetzt in die neutralen Jugendvereine gehen und dort als Zionisten zu arbeiten versuchen. In mancher Stadt gibt es nichts Wichtigeres ab diese Arbeit. 'Xis eine der wichtigstes Forderungen erscheint mir die Forderung nach der jüdischen Schule. Nicht nur wir Zionisten haben die jüdische Schule gefordert, sondern auch die Presse der Assimilariten ist voll von der Schulfrage, Daß die jüdische Schule von orthodoxer Seite gefordert wird, ist selbstverständlich. Als das wirksamste Mittel in der Schulfrage erscheint mir die Konstituierung des jüdischen Schulvereins. Das ist der Verein der jüdischen Eltern, die erklären, daß sie nicht Standes-, sondern bloß jüdische Interessen zu vertreten haben. *Wenn wir keine Schulgemeinden gründen können, so müssen wir eine andere Form schaffen, ln bezug auf das Gebiet der jüdischen Jugendbewegung kann man dem Zentralkomitee für das, was es hier geleistet hat, nicht genug dankbar sein. Ich bitte Sie, es nicht ganz leicht zu nehmen, wenn Sie daräber ein Urteil fällen, welchen Weg diese Jugend geht. Das Abirren von der Tradition ist nicht das Wesentliche. Es besteht eine gewisse Gefahr in manchem, was die Jugendbewegung kennzeichnet, und diese kann nur beseitigt werden, v/eim innerhalb der zionistischen Kreise eine volle und freie Aussprache darüber erzielt werden kann. Dr. Rosenberg-Berlin: Eis ist uns gestern vo.1 Herrn Dr. Friedemann auch der Vorschlag eines Kongresses gemacht worden, auf dem wir Forderungen aufstellen 901km, von denen wir doch ganz genau überzeugt sind, daß sie uns ohne weiteres genehmigt werden. Was ist das für eine Politik, die genug dann sieht, das zu fordern, was nicht bestritten wird, und gar!kein anderes Programm braucht, als die Früchte einzüheimseai, die gerade reif sind. Mit der Forderung einer Heimstätte in Palästina ohne Forderung des Volksh*ms wird uns selbstverständlich die Zustimmung des deutschen Judentums sicher sein. — Wir müssen uns (dar sein darüber, wie “Jetzt die Situation der Zionisten in Deutschland zu den übrigen deutschen Juden ist. Wen« ich nicht ohnedies auf dem Standpunkt des BlumenfeÄdsehen Referates stände, würde midi da־ Brief des Herrn Geh. Rats Fuchs davon überzeugt haben, daß wir den Kongreß brauchen. Heute haibm sich unsere Gegner mit dem Gedanken abgefunden, daß eine jüdische Heimstätte in Palästina entstehen wird, daß die Massen der Juden im Osten eine Nation sind und Rechte haben müssen. Aber in dem Punkte der jüdischen Nation besteht noch Gegnerschaft, die deutschen Juden wollen sich ausschließen und für sich einen besonderen Standpunkt haben, und das ist unsere Lebensfrage. Wir sind uns klar, daß der Zionismus sich durchgesetzt hat und die Heimstätte wird kommen; die Assimilanten sind nur aus dem Umstand einverstanden, weil nichts mehr dagegen zu machen ist. Wir haben aber die Sorge, ob bis zu den Zeiten, wo Palästina so weit sein wird, daß die Ausstrahlung der dortigen Judenheit auf die deutschen Juden wirken wird, das deutsche Judentum dauern werde, und dessen können wir uns nur versichern durch Einsetzen einer jüdisehen Bewegung in Deutschland, die neues jüdisches Leben zeitigt. Auch gegen den Vorschlag 1. R. Dr. ßodrnht irners, den Kongreß an das Ende zu setzen, muß ich mich wenden. Für uns ist der Kongroß der Ausgangspunkt der jüdischen Bewegung, wenn er nicht gleich den Erfolg bringt, so schadet es nichts; es geht mir um die Koiigreßbewegung, und ich glaube ein gescheiterter Kongreß auf jüdisch-nationaler Grundläge in Deutschland ist besser als der gelungendste Kongreß auf der Grundlage Dr. F r i e d e m a n 11 s. Win werden ,nicht von heute auf morgen alles erreichen, aber formulieren müssen wir es im Anfänge, um das deutsche Judentum zu unseren Ideen zu erziehen. In den ganzen 21) Jahren haben wir es erzogen, trotzdem es utis erst verlacht hat, und jetzt geben selbst die ablehnenden Kreise zu, daß der Zionismus der Gedanke der Masse sein muß; wir werden große Schwierigkeiten mit der Kongreßbewegung haben, schön deswegen, weil der deutsche Jude, dessen Programm aus seinem falsch verstandenen Gleichbereehtigungsgedanken heraus, die aulgestellten Forderungen der Zionisten abkhnen wird. Aber auch liiese Juden werden ihren Standpunkt ändern, wenn sie merken, daß in Deutschland ein Staat entstehen wird, der weiß, daß er Schaden genommen hat durch sein Verhalten gegenüber den Bürgern fremder Nation und der diesen Fehler den Juden gegenüber nicht w ieder machen wird. Wir müssen den deutschen Juden klar machen, daß sie ihre Forderungen als jüdisches Volk stellen müssen, das als gleichberechtigtes Volk an>erkannt ist, und das darum die Gleichberechtigung haben muß, weil die Gleichberechtigung ein internationales Kulturrecht ist. Für uns ist der Kongreß der Ausgang unserer Arbeit in Deutschland, der Ausgangspunkt des I zionistischen Programms, das nicht nur ein Aufbau- und | | Einwanderungs-Programm ist. Wir haben die Aufgabe, die Jugend auf Palästina vorzubereiten, aber weil wir nicht die ganze deutsche Judenheit nach Palästina bringen können, müssen wir das deutsche Judentum nationalisieren. Diese Forderung wurde schon aufgestellt, als es Herzl klar wurde, daß man den Juden- Staat nicht so bald haben werde und daß er niemals die restlose Lösung der Judenfrage sein könne. In derselben Lage befinden wir uns heute. Die außenpolitische Arbeit braucht nicht mehr geleistet werden, jetzt gilt es vor allem, die Juden in allen Ländern zu nationalisieren. Referat Schockens Wenn ich Ihnen heute einen kurzen Bericht über die in der Zeit von zwe! Jahren geleistete Arbeit des Kulturausschusses erstatte, habe ich die Aufgabe, Ihnen über!Dinge zu berichten, die noch nicht zum Abschluß gelangt und noch nicht in die Oeffentlichkeit gekommen sind. Zwei Gebiete hatten wir zu bearbeiten, erstens die Vorbereitung und die Schaffung von Publikationen aller Art, im besonderen Lehrbücher, Zeitschriften, Merkblätter, Jugendschriften, zweitens die Organisierung und die Veranstaltung von Kursen und sonstiger praktischer Kulturarbeit. Wir waren uns bald darüber einig, daß es unter den besonderen Kriegsverhältnissen nicht möglieh sei, beide Arbeitsgebiete sofort in Angriff zu nehmen, und wir haben* uns dazu entschlossen, lediglich den ersten Teil, die Vorbereitung der Publikationen, die die Basis unserft־ späteren Arbeit bilden sollte, durchzuführen. Bei unseren Arbeiten hat es sich gezeigt, daß wir keine Menschen haben, die in unseren lnstitutkmen hauptamtlich arbeiten und nebenbei Kulturaufgaben übernehmen könnten. Im Gegensatz zu anderen Kulturkreisen haben wir Zionisten keine Menschen zur Verfügung, die die Möglichkeit haben, aus besonderem Interesse die Arbeit zu übernehmen. Wir müßten Arbeiten in Auftrag geben, die wir von vornherein wirtschaftlich fundieren, und wir waren daher gezwütigen, einen kleinen Kreis der wertvollsten Dinge zuerst ausmlesen. Die erste Arbeit, der wir uns widmeten, war die Herstellung eines hebräischen Lehrbuches, dessen Herausgabe Herr Dr. Abraham Robinsohn, eine berufene Kraft für den Kulturausschuß, im Hauptamt übernominen hatte. Sie wissen, daß Herr Eh־. Robinsohn leider gestorben ist und uns das Lehrwerk halbfertig hinterlassen hat. Wir suche« seit Monaten nach einem geeigneten Fortsetzer für diese Arbeit, ohne daß es uns bisher gelungen ist, eine geeignete Kraft, die einen stark persönlich«! Charakter hat, zu finden. Als zweite Arbeit, die wir in Auftrag gegeben haben, nenne ich vor allem eine hebräische Phraseologie. Wir haben gefunden, daß es unseren hebräisch Lernenden sehr schwer fällt, sich in die besonderen Reden und Satz- Wendungen unserer Sprache hineinzufinden und daß die vorhandenen Lexica m nicht genügen, um die hebräische Sprache lesend ■und schreibend zu erfasse» Herr Baruch Krupniik wird uns daher eine Phraseologie liefern, die im nächsten Sommer druckfertig vorliegen wird und im Herbst erscheinen soll. Wir sind ferner darum bemüht gewesen, geeignete hebräische Lektüre zu schaffen, und zwar haben wir Texte gewählt, die aus unserer Literatur stammen. Als letzte hebräische Arbeit nenne ich Ihnen ein bereits druckfertig vorlicgendes Merkblatt von Herrn Dr. Mayer über die Einrichtung von hebräischen Kursen, in diesem Merkblatt werden die praktischen Voraussetzungen für die Einrichtung von hebräischen Lelurktirseri erörtert. Dieses Merkblatt wird baldigst erscheinen. Auf dem allgemeinen literarischen Gebiet haben wir uns als erste Arbeit die Schaffung eines jüdischliterarischen Wegweisers gestellt. Wir wollen den Wegweiser von vornherein gut ausbauen und gründlich fundieren. Die Redaktion hat Herr Dr. B über übernomine״. Zur Charakterisierung dieser Arbeit möchte ich Ihnen nur sagen, daß wir bereits 11־) Mitarbeiter haben, und zwar nicht nur aus den Kreisen unserer Bewegung in Deutschlaml und in anderen Ländern, sondern auch aus anderen jüdischen Kreisen. So hat z. B. Herr Rabbiner I)r. Periis in Königsberg eine Arbeit über die talmudische und Midrasch-Literatur schon abgeliefert. Als weitere Mitarbeiter nenne ich Herrn Dozenten Hein e m a 1111, der eine Arbeit über den Hellenismus abgeliefert hat. Es handelt sich hier um eine großzügige Arbeit, die, wenn sie fertiggestellt sein wird, die erste große Leistung des Kuituraiisschuxsesi darstellen wird. Ich hoffe, daß das Werk im Spätherbst 1919 herauskommen wird. Besondere Aufmerksamkeit haben wir der Beschaffung von Jugendbüchern gewidmet. Da auf diesem Gebiete sehr wenig Brauchbares vorhanden ist, habe*« wir ein Preisausschreiben veröffentlicht, auf Grund dessen wir drei Schriften erwerben und mit Preisen verseilen konnten. Das erste Händchen liegt bereits druckfertig vor, sechs weitere Händchen sind in Vorbereitung und werden hoffentlieh auch bald erscheinen können. Für kleinere Kinder haben wir vorläufig ein Bilderbuch und ein Spiel vWgesehen, beides wird hoffentlich zum nächsten Herbst fertig sein. Auf dem Gebiet der allgemeinen jüdischen Literatur haben wir auch manche Pliine, aber noch nichts fertig. Druck fertig ist nur eine sehr schöne Arbeit von Fritz Mordechai Kaufmann über jüdische Volkslieder, hebräisch mit deutscher Transkription. Diese Arbeit wird im Frühjahr erscheinen, ebenso ein Merkblatt von Fritz Mordechai Kaufmann über jüdische Volksmusik, das gemeinsam mit dem Liederheft erscheinen soll. Ich komme jetzt zu einem anderen Aufgabenkreis, tarn, im ■jmlfrimhfm. *bariifähsfuifi■ nesveMedener wichtiger Dinge. Neben den Kursen, deren Einrichtung wir uns nach dem Kriege als Hauptaufgabe gedacht hatten, hatten wir verschiedene Kulturaufgaben in unseren Plan eingesetzt und einiges davon auch schon in Angriff genommen. So haben bereits Erörterungen über die Gründung eines jüdischen Schulvereins stattgefunden. Wir hatten hierüber Beratungen mit Repräsentanten der jüdischen Religionslehrerschaft. Zu positiven Ergehnissen haben diese Beratungen leider bisher noch nicht geführt. Wir glauben aber, daß es jetzt an der Zeit sein wird, die Schaffung des Schulvereins in die Wege zu leiten. Es handelt sich hier um die erste Aufgabe, die wir gemeinsam mit allen Schichten des jüdischen Volkes durchzuführen hätten. Einen ähnlichen Versuch haben wir bei der Begründung einer jüdischen Volkshochschule in Berlin gemacht. Wir haben uns lange überlegt, ob wir diese Gründung nicht allein durchführen sollten. Es sprach vieles dafür. Nur die Ungunst der Verhältnisse hat uns dazu gebracht, diese Arbeit gemeinsam _ zu beginnen. Leider sind die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen. Vielleicht werden wir doch noch mit einer eigenen Unternehmung in Berlin beginnen. Eine andere jüdische Unternehmung, mit der wir uns beschäftigt haben, war die Schaffung einer Akademie der Wissenschaft des Judentums in Deutschland. Ferner hal>en wir uns um die Schaffung einer großen jüdischen Publikationsgesellschaft gekümmert. Die Anregung hierzu geht zurück auf die Broschüre des Cohen- Schülers Dr. Rosen zweig. Wir haben an der Ausarbeiten״ der Statuten im engeren Ausschuß stark mitgearbeitet. Wir arbeiten daran, dieses wichtige Unternehmen so durchzuführen, daß es die Basis für die Möglichkeit der Existenz für eine große Anzahl jüdischer Wissenschaftler werden kann. Wir stehen jetzt nach Beendigung des Krieges davor, den wichtigen zweiten Teil unserer Aufgabe in Angriff zu nehmen, das heißt die Organisierung der jüdischen Kulturarbeit in Deutschland. Es handelt sich um den Ausbau der Kurse auf den verschiedenen Gebieten, die wir schon vor zwei Jahren durchgesprochen haben. Ich will heute auf die einzelnen Gebietef, hebräische Sprache, Erziehung, Kulturarbeit usw. nicht noch einmal eingehan. Wir sind dabei, zu versuchen, schon für den nächsten Sommer das jüdische Semester zu schaffen. Wir denken, daß es wertvoll sein würde, an einer deutschen Sommeruniversität einen jüdischen Kurs zu schaffen, der von den Studenten, die den Sommer an diesem Ort verbringen, besucht wird. Dieses Unternehmen, das uns besonders am Herzen liegt, steht erst im ersten Stadium, wir hoffen es aber großzügig־ durchführen zu können. Wir sind uns darüber einig, daß die Arbeiten, die wir in Angriff genommen haben, Arbeitskräfte in ganz anderem Maße verlangen, al%tsie uns bis jetzt zur Verfügung standen. Wir sind tfrAron überzeugt, daß der Arbeitskreis stark erweitert werden muß, und daß unsere Arbeit nur dann fruchtbar werden wird, wenn an jedem Ort ein besonderer Arbeitsausschuß besteht, in dem über de« Komplex unserer Unternehmungen dauernd beraten wird. Wir haben beschlossen, in Berlin einen zwölfgliedrigen Kulturerbe itsausschuß zu bilden und

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