Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIV (1919)
- Issue
- Heft 2 (10.1.1919)
- Date
- 1919-01-10
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 2 JUED1SCHE RUNDSCHAU Seite 17 r. 2 £! 1 Ml m de ß de e (1111־ tusigalj ausga« Weis! h tim. e Mit >n 11 ne cönner ie sei' Punkte ern. Ir1 30 gll-' t aus’ Qrund en. n, dal; inüb er ersten damit iel geam lieh! kein Landes esamtie gar Jahren iberzuen im bleibt oder 1, und keinen mehr davor, öhuug e Pro- 1 oVl- :011 nie. I und •beit eil 1 den , not schlag ׳ dann [mbedingt ab. Falls von der zionistischen Partei in der riedenskonferenz diese Forderungen erhoben werden ollten, so beabsichtigt der Vorstand des Zentralvereins■, ie deutschen Vertreter auf der Friedenskonferenz, ins- «sondere diejenigen, welche dort im Stabe des Aus- ,värtigen Amtes jüdische Angelegenheiten zu erörtern . md zu vertreten haben, davon zu verständigen, daß diese ajorderungen lediglich Parteiforderungen der Zionisten, gj‘,cht aber solche der sie unbedingt ablehnenden Mehrv 1hl der deutschen Juden sind. Diese vorläufig rein theoretische Stellungnahme ist; |Ies, was den Angaben des Herrn Dr. Klee etwa: zu- :runde liegen könnte. I- Ich darf wohl bitten, dieses Schreiben dem Deleiertentap• zur Kenntnis zu bringen. Hochachtungsvoll! JJ 01 Der Vorsitzende des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens st gez. Dr. Fuchs, Geh. Justizrat.“ li ich freue mich, aas diesem Brief zu ersehen, daß die \|er Berliner Mitgliederversammlung vorgelegte Reso- -(Utioii, die ich Ihnen gestern im Wortlaut vortrug, da-;,lacli keine Annahme gefunden hat. Diese Berliner Resolution hatte, wie Sie sich erinnern werden, fol- . enden Inhalt: , ״Da damit gerechnet werden muß, daß die Ver-!reter der Staaten auf der Friedenskonferenz infolge der satkräftigen und zielbewußten Arbeit der Zionisten die den Juden gegenüber cinzuschlagende Politik ausschließ- «־ich und vorwiegend nach national-jüdischen Gesichtspunkten betrachten werden, muß die deutsche Regierung und müssen vor allem die Vertreter des deutschen Volkes auf der Friedenskonferenz darüber unterrichtet werden, daß tiefgehende Unterschiede innerhalb der deutschen Juden bestehen, daß die deutschen Juden in ihrer überwiegenden Mehrheit den Standpunkt der Zionisten ablehnen und sich restlos als Angehörige des deutschen Volkes bekennen.'‘ Die Resolution spricht von ״der den Juden gegenüber einzusehlagendcn Politik“. Sie macht nicht die Unterschiede, die die Frklärung des Herrn Geheimrat Fuchs macht, der, wie Sie gehört haben, die Auffassung hat, (laß in der Palästinafrage und in ostjüdischen Fragen wesentliche Unterschiede zwischen der Auffassung des Zentralvereins und der zionistischen Auffassung nicht vorhanden seien. Ich bin nicht ganz der Meinung des Herrn Geheimrats Fuchs. Mir scheinen in der Tat auch in diesen beiden Fragen noch viele wesentliche Unterschiede feststellbar. Immerhin gebe ich von seinem Briefe loyal und gern dem Delegiertentag Kenntnis, wobei ich ausdrücklich unterstreichen möchte, daß ich mich freue, daß die Berliner Resolution, über deren Konsequenzen für die Stimmung der Juden der Welt Deutschland gegenüber ich gestern mich ja ausgesprochen habe, vom Zentralverein offenbar nicht akzeptiert ist. Anders nämlich, als daß sie nicht akzeptiert ist, kann ich den Brief des Herrn Geheimrat Fuchs nicht auffassen. tionen mtlich habe 1, Anwürde, l ent- : und ■r Unsolche eidiilg letzter bereits de die 1 zur וו in i g ‘ereinilferenz nstätte öglichlischen )nisten iesiedschnell;e führt lischen dem seine :11 ent- Urning i erlauf n wer- I Aus-;enden n.“ ־ R.-A. II von -״'• rn zur igung! in der iee beedens- ־>־ den :achen. »esent- : Zen- . Mit ־eins 1-recht- 1c die, ihrun;! lischen nimm ■ tionale meinde Hierauf hielt Kurt Biumenfeld sein Referat über ״Zionistische Arbeit in Deutschland“. Referat Blumenfelds Die zionistische Entwicklung hat uns gelehrt, daß die Zukunft Palästinas notwendig verknüpft ist mit dem künftigen Leben der Juden außerhalb des jüdischen Landes. Noch herrscht Streit, ob diese zionistische Auffassung berechtigt ist, noch wird die Meinung vertreten, daß unsere zionistische Arbeit in den Ländern des Galuth nur der Vorbereitung für Palästina dienen dürfe, und der Anspruch auf ein selbständiges jüdisches Leben nicht erhoben werden könne. Denken und Erfahrung geben denen Recht, die zu der Forderung eines jüdischen Lebens in alLenLändem ״dangen. Das Streben nach nationaler Autoiioniie kann in seiner Erfüllung nicht dem auf Palastina gerichteten Willen schädlich sein. Gewiß er wächst aus der Einsicht, daß nur in Palästina der Reichtum aller Anlagen des jüdischen Menschen sich offenbaren wird, die notwendige Erkenntnis, daß sonst nirgends das jüdische Volk zu wahrer Heimatlichkeit gelangen kann. Daraus folgt 1aber nicht, daß der Palästiuawille um so stärker sein muß, je weniger die Juden eines Landes die Hoffnung haben können, in ihrem eigenem Laude jüdisches Leben zu entwickeln. Wir müssen überzeugt sein, daß aus allen jüdischeu Zusammenhängen Zionismus organisch erwachsen muß. Nehmen wir daher an, daß in den Ländern der jüdischen Autonomie die Juden auf allen Gebieten vollste Freiheit der Entwicklung genießen, daß ihnen nicht nur Erziehung und Unterricht, Sandern auch Politik und Wirtschaft zur autonomen Regelung überlassen sind, so wird gerade dieses allseitig entwickelte jüdisclie Leben sie dazu führen, die Unvollkommenheit des erreichten Zustandes zu empfinden. Die Anoinalie des jüdischen Leberts kann durch keine noch so entwickelte nationale Autonomie aufgehoben werden. Gerade die durch die Erfüllung der Autonomieforderung jüdisch bekräftigte Judenheit wird den Quellen des jüdischen Schaffens tiähergekommen sein als andere Zweige des jüdischen Volkes, und deshalb mit besonderer Deutlichkeit empfinden, daß der jüdische Mensch der Zukunft nur im Gemeinschaftsleben des jüdischen Volkes in der Verbundenheit mit dem Boden von I re/ Israel erwachsen kann. Autonomismus und Zionismus konnten daher nur Gegensätze sein, so lange der Autonomisrnus sein Ziel nicht erreicht hatte, und das Gefühl bestehen mochte, cs handle sich um zwei sich schneidende ׳ Wege zu einer in verschiedenen Kreisen liegenden jüdischen Zu kunft. Ist es uns gedanklich unmöglich, den Autonomemus und die mit ihm verbundene Ausgestaltung des jüdisehen Lebens im Galuth abzulehnen, so ist auch tatsächlich ein Verzieht des Zionismus auf jüdisches Leben außerhalb Palästinas in allen Fällen un möglich. Das zionistische Leben beginnt nicht erst mit der Laudüng in Palästina. Zionisten müssen überall als Zionisten leben, und wenn ein Zionist aiieli nur wenige Monate vor der Ucbersfedlung־ nach Palästina in Deutsch land verweilen will, so wird es ihm unmöglich sein, hier auf die Betätigung seines Zionismus durch Ver wirklichung seines jüdischen Lebens zu verzichten. Die Konstruktion, daß diese zionistische Tätigkeit ja nichts anderes als Vorbereitung auf Palästina bedeute, reicht nicht aus, um einen Unterschied zwischen dieser Vorbereitung auf Palästina und dem Versuch der Schaffung eines jüdischen Lebens in Deutschland lesi/.ustelleii. Wenn unter der Vorbereitung auf Palästina nicht nur die berufliche, sondern auch die jüdisch« Ausbildung verstanden wird, so wird leicht der Nachweis zu erbringen sein, daß diese jüdische Vorbereitung allgemein und für die Zukunft 11 irr gelingen kann, wenn durch ein jüdisches Leben die objektiven Voraussetzungen hierzu geschaffen worden sind. Das einige jüdische Volk, dessen große Entwichlung in Palästina erfolgen wird, lebt in allen Ländern der Welt, jede neue jüdische Generation muß in steigendem Maße wertvolle Menschen für Palästina be reiten. Um aber auch nur rezeptiv an der Entwicklang• Palästinas teilhaben zu können, dazu bedarf es überall eines durch zionistische Arbeit geschaffenen jiidisehen Lebens. Sonst tritt der Zustand ein, daß Palästim» von den Juden der Welt nicht als ihr Schick sal empfunden wird, daß ihre Stellung zu. Palästina nicht eine persönliche Entscheidung, sonder״ nur wohl wollende Anteilnahme von Außenstehenden bedeutet. Dieser Zustand besteht heute schon im deutschen Juden tum. Ohne daß die geringste Aenderung in der Auffassung jüdischer Zusammenhänge einzuifeten brauchte, ohne daß vor allem auch Einzelne für sich irgend welche Konsequenzen daraus zögen, könnte heute die große Mehrheit der deutschen Juden sich dafür crkla reu, daß in Palästina eine jüdisch-nationale“ Heimstätte für eine dort entstehende jüdische Nation geschaffen werden solle, für die sie sich als nicht persönlich Beteiligte interessieren könnten. 111 zionistischen Kreisen Ist die Frage aufgeworfen worden, oh wir liir den Aufbau des jüdischen Lebens in Deutschland nicht alle Juden sammeln sollten, die mit der Palastinaforderung des Kopenhagener Manifestes einverstanden sind. Es ist die Meinung vertreten worden, daß wir durch das Verlangen einer Erklärung über die persönliche Zugehörigkeit zum jüdisehen Volk und durch ein Hinstreben nach eigenen jüdischen Zusammenhängen die Assimilation der Ju den, die sich nur noch schwach mit dem Judentum: verbunden fühlen, beschleunigen könnten. Es ist wahrscheiiilich richtig, daß jede jüdische Bewegung, die notwendigerweise eine persönliche Stellungnahme der Juden zum Ziel hat, den Abfall mancher Juden besehleuiiigt. Es gibt gewiß Juden, die in den gewohnten jüdischen Verhältnissen weiter bleiben ־würden, wenn man sie nicht, zu einem Aussprechen ihrer Anschauungen zwingen würde. Es handelt sich dabei um solche Eie mente, für die das Judentum einen Persönlichkeitswert nicht mt'hr besitzt. Wir können ms aber nur fragen, ob das Verbleiben dieser kaum noch mit uns verbundener! Kreise im Judentum wichtiger ist als der Aufbau jüdischen Lebens. Die zionistische Arbeit in Deutschland muß das jüdische Leben wollen, da sonst nicht nur völlig assimilierte Schichten uns den Rücken kehren werden, sondern das ganze deutsch« Judentum die Beziehungen zur jüdischer! Zukunft verlieren wird. Der Palästimagedanlce würde nur dann die geeignete Grundlagt■ für unsere Galutharbcit darstellen, wenn er alle Juden, die sieh für ihn erklären, dem Judentum fester verbinden würde. Die Erfahrung zeigt uns, daß man für die PaUistinaforderiwig stimmen und zugleich ein Gegner des jüdischen Volksgedankens sein kann, der das neue Palästina aufbauen soll. Diese Sätze standen fest, ehe der Brief des Vorsitzenden des Zentral- Vereins hier eingelaufen war. Dieser Brief ist eine erneute Bestätigung meiner Auffassung. Nach unserer Meinung muß ein Eintreten für die Schaffung der jiidisehen Heimstätte Ln Palästina zugleich auch ein jüdisch-nationales Bekenntnis darstelien. Ich bin überzeugt, daß bei Zionisten der Glaube schwänden wird, man könne die Frage Palästinas und die Frage der jüdischen Nation getrennt behandeln. Für unsere Arbeit in Deutschland wollen wir alle Juden gewinnen, die sich mit uns als Teile der einigen, unlösbaren Judenheit empfinden, die wir mit Recht als das jüdische Volk bezeichnen. Die von zionistischer Seite erhobenen theoretischen Erwägung«!, ob wir ein Recht haben, schon jetzt bei dem gegenwärtigen Zustand des deutschen Judentums den jüdischen Vollcsgednuken zur Grundlage unserer Arbeit zu machen, sind gegen stände los. Alles jüdische Sein ist unvollkommen und wird von uns in seiner Unzulänglichkeit, Vielgestaltigkeit und Zwiespältigkeit deutlich erkannt und gewürdigt. Eindeutig und klar benennen wir nur unser Wollen und unsere Ziele. Wir weisen dem deutschen Judentum einen neuen Weg zur jüdischen Zukunft. Alle diojenigen, die mit uns diesen Weg gehen wollen, nennen wir die vom jüdischen Volksgedanken Ergriffenen, da nach unserer Ucberzeugung an der Entwicklung eines lebendigen Judentums nur mitarbeiten kann, wer sieh zum jüdischen Volke zugehörig fühlt. Die nationale Entwicklung der deutschen Juden kann nur durch direkte Forderungen und deren Verwirklichüng, nicht etwa durch den Einfluß der kominenden Entwicklung Palästinas, gefördert werden. Das deutsche Judentum wird die Stimme des von neuer jüdischer Leistung erfüllten Palästinas noch wen'iger verstehen, als. es heute die Tragweite des Palästina-G e d a nkens begreift, wenn ihm flieht die Schicksalsgemcrnsehaft des ganzen jüdischen Volkes zu:״ Bewußtsein gebracht worden ist. Wer sich zum Volke rechnet, hat auch den Wunsch, im Volke am Aufbau des Lebens mitzuarbeiteu Unsere Stellung zum Staat wird durch ein auf dem Volksgedanken aufgebautes Programm nicht zu unseren Uuglinsten verändert. Im alten Obrigkeitsstaat konnte man befürchten, daß Forderungen nach einem nationalen Sonde rieben vom Staate bekämpft werden, der nicht dulden wollte, daß ein ״Staat im Staate“ entstehe. Die geschichtliche Entwicklung des 19. Jahrhunderts hat dazu geführt, daß eine ganz bestimmte Form des Staates sich durchsetzte: der nationale Einheitsstaat. Jeder Mensch, der nicht in allen seinen Lehensbeziehuugen sieh der herrschenden Staafsnation einfügen konnte, mußte befürchten, deshalb als Bürger minderen Rechts behandelt zu werden. Besonders deutlieh ist diese Entwicklung■ in Deutschland gewesen, wo man von jedem Bürger das Bekenntnis deutschnutionaler Gesinnung verlangte, wo man Polen, Elsässer, Lothringer, Dänen, Wenden, Kascluiben und Litauer nur gelten lassen wollte, wenn sie durch Aufgabe ihres Volkstums den Willen zum vollständigen Anschluß an die deutsche Nation bekundeten. Diese Politik hat die Polen im Gebrauch ihrer ־Muttersprache beschränkt, hat nichts Besseres zum Lobe aller nichtdeirtschen Volksgruppen zu sagen gewußt, als daß das Deutschtum in ihren Gebieten Fortschritte mache. Es war natürlich, daß die Juden, denen man die Emanzipation nur in der Erwartung ihrer Entjudung gegeben hatte, glaubten, sie könnten nur durch Betoiiiuig ihrer deutsch-nationalen Gesinnung die volle Gleichbe recht igung erhalten. Dieser ein Jahrhundert lang als höchste Leistung politischer Entwicklung gepriesene nationale Einheitsstaat ist zusammengebrochen. Das sich neu entwickelnde Staatswesen w ird Seine germanisierende Unterdriickungspolitik treiben können. Der Gedanke, daß alle Menschengnippen das Recht auf freie Entwicklung ihrer Eigenart haben, hat sieh durchgesetzt und wird für die staatliche Entwicklung aller Völker richtunggebend sein. Mußten wir schon früher den vom deutschen Judentum geführten Kampf um die Gleichberechtigung ablehnen, da einmal zunächst nur die Gleiehberechtiguug der deutschen Juden erstrebt wurde und ferner diese Gleichberechtigung nur durch bewußte Aufgabe der internationalen jüdischen Zusammenhänge erkauft werden sollte, so müssen wir heute darauf •hinweisen, daß für uns die Forderung der Gleichberechtigung gleichbedeutend ist mit der Forderung der Anerkennung unserer jüdischen Art. Gleichberechtigt sind wir erst dann, wenn wir als jüdische Volksgemeinschaft in Deutschland nach unseren Wünschen unser jüdisches Leben einrichten 1können und wir gleichzeitig vollen Anteil am Leben des deutschen Staates haben. Abgesehen davon daß uns der deutsche Staat diese toilektive Gleichberechtigung nicht mehr versagen kann, nachdem offenbar geworden ist, daß das Glück und die Zukunft Deutschlands davon abhängt, ob es lernen ward, ohne Ueberheblichkeit Fremdartiges zu versteheu und mit dein Respekt zu würdigen, den es vor den Besonderheiten jeder schaffenden Gemeinschaft haben muß, müssen wir ohne jede Rücksicht auf das Reagieren der ()Öffentlichkeit unsere Forderungen erheben, da nur die Bewilligung dieser Forderungen wahre Gleichberechtigung bedeutet. Das assimilatorische Judentum hat den Kampf um die Gleichberechtigung durch Rücksichtnahrne auf die Feinde des Judentums, durch Kampf gegen das nationale Judentum, durch Verleugnung tiefer jüdischer Zusammenhänge nicht in Reinheit durchführen können. Wir werden nicht dem deutschen Staats bürger jüdischen Glaubens, sondern jedem Juden, der in seinem Leben die Konsequenzen seines Judentums zieht, die Gleichberechtigung erkämpfen. Die Anerkennung der jüdischen Nation, die wir vom Staat verlangen, besteht nicht etwa darin, daß wir uns von der nichtjüdischen ()Öffentlichkeit bestätigen lassen, daß es eine jüdische Nation gibt, sondern darin, daß der Staat diejenigen, die sich zuin jüdisehen Volke bekennen, in Deutschland als gleichberechtigtes Glied innerhalb des deutschen Stau tes anerkennt. Die Beteiligung der Juden im :tilge meinen politischen und wirtschaftlichen Leben wird durch die Bewilligung unserer Forderungen i!1 einer für alte Feile befriedigenden Weise gelöst werden. Der Nationalstaat, der von seinen Juden Assimilation und Taufe verlangte, der sie zur Entjudung zwang, dürfte steh nicht darüber wundern, daß sovie'.e Juden den Wunsch hatten, die Angelegenheiten des deutschen Volkes zu verwalten. Es ist eine Folge der alten Judenpolitik, daß heule eine so außerordentlich grolle Zahl von Juden leitende Stellungen im Staatsleben bekleidet. Ein Recht, sich darüber zu beklagen, haben aber nicht die Deutscheu, sondern nur die Juden. Schaffenden Menschen kann man nicht zumute!!, daß sie ihre Fähigkeiten verkümmern lassen. Ein jüdisches Leben gab es nicht. Der Jude konnte sich nur in der deutschen Welt bewähreu. Er mußte diesen Weg gehen. Schafft der jüdische Volksgedanke hier lebendiges Judentum, dann werden viele jüdische Persönlichkeiten ihre Befriedigung in jiidischer Betätigung finden, und durch diese Normalisierung der jüdischen Verhältnisse wird auch die Beteiligung der Juden am allgemeinen Leben in Bahnen gelenkt werden, die von allen sachlichen Menschen als notwendiges Ergebnis eines vom Geist der Wahrheit getragenen Zusammenlebens empfunden werden wird. Sind wir in unserer Art vom Staate anerkannt, 90 sind wir ein integrierender Bestandteil des Staatsganzen geworden. Daher glauben wir, daß erst das nationale Ju-