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Jüdische Rundschau · 1918-12-31 · Heft 58 (31.12.1918) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIII (1918)
Issue
Heft 58 (31.12.1918)
Date
1918-12-31
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 452 JUEDISCM E 1^ 11 N D;• C11 AU Nr. 58 uns angelten. Ir; «kr letzten Nummer <101״ ־M i 11 e i - lullten des Vereins zur Abwehr des Aut i s e in i t i s in u s hat ein schmachvoller Artikel über die Pogrome gestanden, Der Artikel hesagte, «laß die Sache nicht so schlimm sei und verstieß sich zu der Behauptung, d;di hier von jüdischer Seite mit Uebertreibmigeu und Erfindungen böswilliger Ad gearbeitet worden sei. Die ״Mitteilungen“ erklären, daII sie alle Zusendungen, «lie von einer gewissen jiidischcn Seite kommen, kündig in den Papierkorb wer- [cn werden. Wir Zionisten müssen es uns verbitten, dal! Leute, die eine derartige Stellung; einnehmen, sich als Verteidiger des Judentums autwerfen und dal! man uns noch langer mit einer solchen kindiselien Politik belästigt. Diese Zeiten sind׳ eiulgüUig vorüber. Das wollen Wir dadurch zeigen, dal! wir in, der Abwehr des Antisemitismus positiv vargelu־u. Dinge, wie sie sich jetzt ereignet haben, dürfen nicht mehr vor den Augen der Oeffentlichkeit verborgen bleiben. Die Entrüstung die uns erfaßt hat, wird sich auf alle diejenigen über tragen, die auf der Friwlenskutiforenz jene Störe״• friede niederhalten sollen, die das jüdische Volk in der Entwicklung seiner h'reiheit hemmen wollen. Das jiidische Volk wird, wenn es sein Schicksal in die eigene Hand nehmen kann, den einzigen Weg gellen, der ihm übrig bleibt, den Weg' nach Palästina. Dr. Hautke: Die zionistische Politik erstreckt sieh heute auf sehr ernste Dinge, die voller Verantwortung sind, und jeder Zionist wird sicli darüber klar sein, dal! seitens der Parteileitung auch solche Vorbereitu״■ gen getroffen werde״, die man nicht in öffentlichen Versammlungen zum Gegenstand von Diskussionen 111a• dien soll. Ich weil! daher nicht, wieso der Herr Vorredner es ais zweifelhaft hinstellt, ob die Leitung solche Vorkehrungen getroffen hat, und ich sage, dal! Milche Vorbereitungen getroffen sind, dal! es ein Progra um für unsere l-'ordcrtmgcn in Palästina gibt, das bei <1011 mallgehemlen Stellen vorgebracht _worden ist. Irgendwelche Uiiterdriickungstendeiizcii sind auf unserer Seite nicht vorhanden, und es mul! einen falschen Eindruck hervorrufen, wenn Zionisten es für notwendig halfen, vor solchen Dingen zu warnen. Hierauf gelangte der Antrag Klee, B111111c 11• fehl etc. zur einstimmigen Annahme. Der Vorsitzende schlug nunmehr vor, die Tagesordnung so ab/.u,ändern, daß das Referat Lichthrims vor dem Bhunenfclds stattfiiulet. Nach kurzer Debatte wurde dieser Vorschlag angenommen. Der Vorsitzende verlas daran( einen■ Antrag, der es Vertretern des außerhalb der Zionistischen Vereint• g1־mg für Deutschland stehenden I lapoel-1 lazair ermögliehen will, an den Verhandlungen müberateml teilz.u• nehmen. Nach kurzer Debatte wurde dieser Antrag tiiigenommen. liier,auf feilte der Vorsitzende unter dem Beifall der Delegierten mit, daß die Tagung an die Jüdischen Natioiia'rätc in Wien, Prag', Krakau, Budapest, Agram umt Kiew Begrüßiuigstclegramme senden wird. Mit einer in perlender sefardisclier Aussprache von Herrn Fi. M. Lipsehiitz aus Jerusalem gehaltenen hebräischen Ansprache, die auf die hohe Bedeutung tles Hebräischen hinwies, das bereits wieder die .Sprache der Träume unserer palästinensischen Kinder geworden sei, schloß die würdige Eröffnungssitzung. Erster Taj». Nachmittag 111 der Nachmittagssilziing, die um 4 Uhr eröffnet wurde, erhielt als erster Herr Richard Lichtheim- Berlin das •Wort zu seinem Palästinareferat. Palästina-Referat Liclitlieims Geehrter Deiegiertentag! Es ist eine Aufgabe von besonderem Reiz, aber auch von besonderer Schwierigkeit, in diesem Zeit• pmiiü über die Aufgaben mul Methoden des Kolonisationswerks zu sprechen, das der Zionismus in Palä• stina vollbringen soll. Von besonderem Reiz. Denn jetzt nach Uü-jäliriger mühsamer VorbcreiUisigsarbcit unserer <)rg.m.'satioii sollen endlich diie politischen Voraussetzungen erfüllt werden, die erst eine geordnete systematische, mit dem nötigen Material an Menschen und Miltein arbeitend«• Kolonisation ermöglichen. Als nahes Ziel winkt uns, was llerzls Sehnsucht und Leidenschaft• vergeblich zu erringen trachtete: die Anerkennung unseres SIrebens durch <Ik0 Großmächte, die Förderung unserer Arbeit׳ durdh diie Regierung■, deren Obhut Palästina anvertraul werden soll. Noch haben wir keine Gewißheit darüber, welche Rechte der jüdischen Gemeinschaft in■ Palästina verliehen werden rollen, in welchen politischen Formen sid\ der Aufbau d ■er Gemeinschaft vollziehen wird. Aber mit grüßtu r Wahrscheinlichkeit dürfen wir aiwieltmen, daß Palästina unter englischer Or.erhoheit stehen wird, und daß England unser Kalonisaitionswerk zu für•• dern entschlossen ist. Das ist für unser«* praktisch« Arbeit im Laude van ungeheurer Bedeutung, Es hcdenkt, «laß au die •Stelle einer unfähigen kuHurfeiudtidicn Regien:״', die unserer Sache halb gleichgültig, halb mißtrauisch gegeuüberstan.11, die uns nie geföidort, s ׳;,d.'in auf Schritt und Tritt gehemuit und währeud des Kiieges sogar verfolgt hat, eine neue Regieriiug tritt, die Oixbiung und Recilit, Verständnis für «las Landes wolri und ausdrücküchc Unterstützung unserer Bewegung verheißt. Wer Palästina und diie Geschichte unserer Kolonisation kennt, der weiß, dlall mit diesem Wechsel der Regierungsgcwalt ein sehr großer, viel- Rieht der größte Teil der Schwierigkeiten beseitigt ist, mit denen wir bisher zu ringen hatten. Die Bahn, die bisher mit tausend] Hindernissen besät war, ist frei. Ls ist gewiß ein Glück, in diesem Zeitpunkt über unser Kolonisakonswerk sprechen zu dürfen. Alter ge• radc infolge «Weser so glücklich veränderten• politische» Voraussetzungen ist d'iys, eine, Aufgabe von besonderer Lchwierigfcdit, Niemals zuvor׳ lastete auf uns so stark der Druck der Verantwortung für das, was wir jetzt zu sag׳en und zu tau haben. Wir hüben uns in 1111 ־׳.crem Programm, in u11-a׳r1׳r |;o!;;l׳:;;d11׳u mul prop.v gamiisi,'(äieit Werbt'.-iibcil׳ anJielf.diig gemaeht, das Dasein unseres Volkes neu zu formen. Nun ist die Zeit gekommen, wo wir auf dieser Erde, in der harten Welt der Wirk!,:■dikeif dieses Versprechen eiulösen müsseii. Mit fu,1׳,c]!iib:1re111 Ernst steigt diese i'orddning vor uns auf. Ihrer Erfüllung muß jetzt die ganze Kraft unseres Denkens und Woliens gewidmet se;u. (ieeluler Deiegiertentag! liJ ist uiiMiögliidi, üi dem Referat, d!:»s l.ri'n Ihnen zu erstatten habe, den ganze» Kreis unserer!»׳!• :;!:•ori;,ch1;״ Aufgaben darzustelleii oder gar ersehöpfeiKlI zu behandeln. Sie werden vielleicht 111,׳inehes vermissen, Sie werden, zu vielen Punk• len meiner A1isfii111n1nge.il ein Fragozeikiheu machen, Sie werden vicMeiieiiit inanehe Probleme ganz anders empfinden und! die vorgesiculagciieii Lösungen verwerl'eii. Mir kann <s in diesem Referat nur darum zu tu» sein, die wichtigste;״ Probleme auf«! rollen und! versuchswei.se ihre Lösung anzmleute.1t. I, Ei n \V a n d e r u n g s p o 1 i t i k. Was wollen wir in Palästina? Wir wollen Palästina zur 1 le;instiitte für da» jiid'HPh« Volk niadieii. Und schon indem wir unsere Aufgabe in diesem einfachen und klaren Satze .v isspreßhen, berühren wirrem Problem von äußerster Sdawicrigkeit. Hier ist Palästina -- ein begrenztes Gebiet am Ramie de» Mittchnccres, ein Land von geringer Ausdehnung, wirtschaftlich unentwickelt und vielfach verwüstet utidi dort unser Volk, 15 Millionen au Zahl, über alle Länder verstreut, in Gruppen von• sehr verschiedenartiger geistiger und wirtschaftlicher Struktur geteilt. Die Kolonisation, die wir zu unternehmen, haben, soll Volk und Land vereinen und es ist ohne weiteres ersichtlich, wie schwierig es sein muß, wenn wir aus der Sphäre des Gedankliehen heraus:,rdicn, «Lesen Vercinigti.iigspirow.ß in der Wirklichkeit z.n vollziehen. Wir haben mit «len Bcdürf׳ nissen, Wünschen um! Fähigkeiten «Leser 15 Millionen Menschen zu ri'Clnren, zugleich aber auch mit den 11at׳i1r• liehen VcriiältiT.s.eil. Palästinas, mit seiner Lage,■ *einen Grenzen, seinem Kl Lina, seiner Bevölkerung, *einen wirfsdtafüiche.» Möglichl; 1 itien, Die Rechnung geilt keinesweg׳» glatt auf, der Vereiiiigiuigsprozoll von Volk und Land wird vielmehr äußerst schwierig zu vollziehen sein. Es ist Ihnen allen bekannt, wird aber doch von vielen bei ihccü' kotonisatori-cdheJi Betrachtungen über sehen,, daß Palästina Jiidit; geräumig genug ist, um unser ganzes Volk aiif/uiiehnirn. Wir müssen uns 1>emühen, bei den jetzt sdiwebeiulen politischen Verhaml- Imigen giiu.siige (iiviizon zu erhalten. Wir fordern das cigciiiiit'.lie Palästina, «l. 11. dhs Gebiet, welche* im Si'ulai <1111 «th diie ägyptische Grenze' vielleicht mit Eiaischlul! des (iolfes׳ von Akaba, im Nor«l.c11־ «htrdh «len dreißigsten Breitengrad (das entsprich! etwa einer Linie, <lie' südlicii von Sid'on zu den JordanstjiicUcn läuft), im Osten durch den Wiistengürtel begrenzt wird. Das sind i'uinl' '!()(1(10 «Quadratkilometer, L».scs Gebiet kann hoch gerechnet 5 Millionen Einwohner ernähren. Es wäre nun freilich «lenkbar, daß in späterer Zeit von Palästina aus die jücEsdie Siedlung nach benachbarten Gebieten übergreift, iusbesomlere, «laß sie sid) über Noi'dsyrien naeti .Mesopotamien erstreckt. Für die michsteil Jahrzehnte ist jedoch hiermit nicht zu rechnen; denn wir m.üs-en uns vor Augen‘halsten, daß wahradieiti• lieh die Arbeit, mehrerer Generationen vergangen *ein wird, Ins es uns gelingt, im eigentlichen Palästina etwa '! Millionen .Me1u«JI1et1 anzusksleln. Die Kolonisation eines Landes ist immer uml: überall eine höchst sCinvierige Aufgabe, die mir allmählich gelöst werden kann. Die Aufnahmefähigkeit Palästinas ist gegen wirtig sehr eng begrenz!. Gewaltige Kapitalien sind erfoule:lieh, um das nötige .Siedlungsgebiet zu erwerben, zu sanieren, zu parzellieren, mit Wegen und Brunnen zu versehen und WMsditiItsbetriebe darauf einztirich• ien. Das Meuschcinnaterial für die lanülwirtschaftlieh« Kolonisat.ou miiil! großentelhs erst erzogen und geschult werden. Neunetiswerte Indtustrien, die größere Mensdiciimassen e.riiiihren könnten, sind bisher nicht varhamieu. Sie können entstehen, aber nur im organischeu Zusammenhang mit «ler kuMPwirtsduitUchen Kolonisat.on, mi,t «ler Kaufkraft der ansäJligcn Bevölkerung, Ein Ueberwiicliern bloßer Exportindustricn wäre für di« Wirtschaft• des Landes und den sozialen Aufbau der |üdheben (ieiuciinelwift schädlich, Diesi• flüchtigen Andeutungen so,!!eu zunädmt nur zeigen, wie schwierig es ist, die Verbindung von Volk und Land• in der richtigen Weise herzu.stellen, sie sollen zeigen, daß wir '11 teilt dann denken können, gewaltige Menschenmassen ixle.r gar dten größeren Teil des jiidisdien Volkes in Kürze nach Palästina zu lenken, sondern, daß wir die schwierige uml vielfach Undankbare Aufgabe haben, Eluwamlcrungspol'itiik zu treiben. Worin hat diese zu bestehen? Die Aufgabe ist oim,• dreifache: Zunächst müssen wir das jüdische Volk über die Möglichkeiten, die sich für die nächste Zukunft bieten, belehren, um eine ül>erstü:1v.te Einwnn• dcning zu verhindern. Sodann müssen wir organisaiorisdi.e Maßnahmen ergreifen, tun die Auswtindeniiigsbewegiuig ia allen Ländern . soweit ais möglidi zu' regulieren uml sdhon bei dieser Regulierung eine Ausk-se zu treffen. Emlüdi müssen wir alles ErforderliChe tun, um denjenigen Auswaiuicreru, deren An- Siedlung in Palästina crwünsclit, und; möglich erscheint, die Auswanderung zu erleichtern. Für alle diese Zwecke Kt es nötig, besondere Institutionen zu sdiaffcn, ln Palästina seihst müssest wir ein, zentrales Einwanderungsainb haben. Das Einvvaiulerungsmnt hat die Aufgabe, für die erste Unterbringung der Auswanderer zu sw gen, ärztliche lltlfc zu bi schaffen, Au-kinifte zu erteilen und durdh e’iu•״ AtbeiFsnaciiwci* alle Arbcit«״elegenlit it- 11 im Lau■ 11׳ fete/urtc l'cn. 111 Verl.UKhmg ntit ditst.'in l:1uwa.ndvnu:g-an1t 1וי.יי0:.י:1ו Ln allen Ün Irrn A11swau<lenu1gsä1״t«־r sL hen, deren erste uml dringendste Aufgabe es 14, <!.«׳ j'iaiisdie B:׳vc,lker1111g itlx-r die Mogüdikeden der limwamicrung nach Palästina zu belehren und eine reg11lo.se Auswanderniig zu verhindrrn. Weiter haben die A׳,, -.s.,:.1'׳::.;״.,; .mder die Aufgabe, Informationen zu erteilen, welche nie Bildung von Auswamkret'gruppcn ermöglichen und eileichtern. Die BJ. du״); solclier Gruppen von׳ Answaiule■riingsliis'.igey, du■ durch gemeinsame Berufe, liUereaam un<l petsünkehe Beziehungen verbunden sind, ist sehr wichtig, tun das Interesse wadizuhalteii und durch regelmäßige Zttoaat• incnkünfte die 11<Hige Aufkläruog idter alle Fänzrllte.n-n <l«-r Niederlassung' in Palästina zu schaffen. Auf «Lese Weise wird sich schon itt den Gruppen selbst eine gewisse Auslese vollziehen. Ungeeignete Elemente wer- ( den sieh nach einiger Zeit /.tiriiekziehen, die Uebrigbleibenden werden bereit« ein klares Bild voa den wirtschaftlichen Möglichkeiten Paliistinas eihaltea. b;1 Grupjten von Arbeitern und I lamhverkcrn wird ׳»!di *lieh die BiUhing einer Kasse empfehlen zweck« An- Sammlung <k׳r Spargelder, die zur U.-rtreitung der Heber- »tinllungstmd erstem AufenthaUsl.osten, vielleietif ntich zur Voraussemlung einiger VertmuensViite dienen »ölten. Die Auswaudenmgsäinter haben lerner Abkomme• nul Schiffahrtsgesellschaften zu trelfen und d e Transporte zu regeln sowie durch VertvauenMitänner begleite» zn lassen. Mit größter Gewissenhaftigkeit und Faergie müssen die Aiiswamkriiugsäniter daliin wirken, d«L vorwiegend solche l.lemente nach Palästina au*w.1ndein, für dir wenigstens eine gewisse Aussidit auf Erwefb itn Lande besteht. Die wichtigste und bratu-ti• barste Kategorie bilden die lan-Iwirtschaftlich gescimlteil Elemente. Solche werden mit oder ohne eigems Kapital auf lange Zeit Irinits in Palästina willkommen sein. Ebenso sind gelernte llantlwerker, kräftige ju*^e Arbeiter und Lehrer in größerer Zahl erwiinsdrt. A«• der» Steh! es sdhon mit den Acrzten und Kaufleuten, von denen es in Palästina leicht zu viel geben wird. Sdlimi vor «lern Kriege war die Zahl der Acr/.te und Zahnärzte im Lande inivcrhäHiüsiiiäßig hoch. Soweit irgend angängig, sollte die Einwanderung »diwadilieber, kranker und .alter Personen verhindert werde«. Fest stehender Grundsatz muß »ein, daß jetler Aus- Wanderer selbst die Mittel zur Hinmul Rück re;sc Iresitzt, Diejenigen, welche darauf angewiesen sind, sofort für ihren unmittelbaren Lcbensiinterhah Geld zu erwerben, müssen zum miiKkV.eii für einige Wochen die Kosten ihres Aufenthalts in Palästina au» en,׳eucn Ersparnissen «lecken können, wenngleich naturgemäß das Ei11wan«k׳r1u1g-a1nt für möglichst billige Unterkunft mul Verpflegung sowie liir kostenlose ärztliche lliifc sorgen muß. Klippin empfiehlt, gewisse V'ergai/i.stigmigen, die die Einmul AuswamU׳ru1!g«äu!ter bezüglich billiger Reise und Verpflegung, Arbeitsnachweis und späterer Kreditgewährung verschaffen sollen, auf »Gehe Auswamlcrer zu beschranken, die durch die Auawaa.lcniiigsämtcr lind mit deren Zustimmung nach Palä»ti0a einwandern. Das klingt hart, Kt aber notwendig, wenn wir nicht erleben wollen, «laß die Anfänge des K<»|ot1isationswerks «lurch eine regellose, alles niedertreiemle Massemiiiwtimlerimg vernichtet weiden. Ruppiri betont, daß ein gesunder Aufbau Palästinas nur möglich ist, wenn die I.aitwaiulerer sich berufsmäßig etwa folgeiidermaßcn verteilen: 50 Prozent sollen »ich der Landwirtschaft zuwcmlen, liO Prozent dein Handwerk uml der Imliistri:10 ,׳ Prozent den freien Berufe« und höchstens 10 Prozent «lern Handel. Nun wisse* wir alle, «laß die Ueriifs.-chiehtung der Juden itn Golus eine völlig anders geartete ist. Dann liegt eine uoge-!teure Schwierigkeit, aber jeder Klarblickende muß erkeimen, daß nur durch eine strenge Auslese «ler Authau des jiuli.schcn Palästina ermöglicht wird. Aut der anderen Seite ist es unsere Pflicht, allen geei־״ net en Auswanderern die UebersiedLung nach Pakte rina zu erieiclitern. Auf «lie Tätigkeit der Ein- und Auswnmlenmgsämter wurde schon liingevviesetj. Aber auch alle anderen Teile unserer Organisation, alle Ortsgruppen und Vertrauensmänner sollten denjenigen Orup• pen, welche, sich zur Auswanderung /.usa.mmenscbliellen, «las größte Interesse zuwcn«le11 und iidien der »Ugcmeinen Belehrung der Auswanderer eine gewisse cf- /jcherisclie Tätigkeit entfallen. Es ist durchaus *ötig, darauf hhizuwcisen, daß soziale Griuidsiitze und Gemeinsinn für «len Aufbau Palästinas nötig sind. Der Egoismus des Einzelnen, «lie 'Eigenbrödelei, sollte ebe*so bekämpft werden wie die theoretische Verbohrtheit, «lie das Kolonisationswerk zum Versuchsobjekt irgend«eJ• du r verstiegener Theorien niachen will. Von ganz hesoliderer Wichtigkeil aber ist es, daß die Auswasde• ningsämter in Ve!b'.,1Ml1ntg mit .־dien Teilen der Zionirtischeu Organisation, die Erlernung des Hebräischen und die Ausbildung in der La 11 <1 Wirtschaft erleichtern. ■Die Auswamlcrer sollen wissen, daß sie die moral sehe Pflicht, haben, für sich und ihre Kinder ein hchr.i:sd1es Palästina zu schaffen. Die Ausbildung in der Landwirtschaft muß teils in Palästina selbst, teils aber auch in der Diasjxira geschehen. Große Mi:toi sollten aufgewende׳t werden, um latulwirtsduiftLdie Scnulcn und Farmen, Lehr-Kurse und Haiishaltun*;*• schulen fitr die Mädchen einzurichte.n. Es ist widit'g, hervorzuheben, «laß die Aiwwamlc• ruug 11 adi Möglichkeit Ln Gruppen geschehen,soll. Dies gilt freilich weniger für Kaufleute und Angehörige freier Berufe, wenngleich auch diese sich rasdier einleben worden, wenn sie gemeinsam mit Bekannten ibersiwleln. Es g.Jt aber in kaltein Grade von «lenjeiiigeu,

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