Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIII (1918)
- Issue
- Heft 58 (31.12.1918)
- Date
- 1918-12-31
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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sclic Jmli'iilH'il' isl;111 der Aufgabe, die Juden des Ostens vor den Deutschen zu schiit/eb, achtlos vorheigeg.'iiigen. Was libfrliaiijit über die Vorgänge in Polen, und t.i,tauen ui die Ocifeiitliäikeit gedrungen isl ׳ und was daraufhin geschah, das ist letzten Lindes aut unsere Arbeit zui'iickzufülweii; damit haben wir eine ganze Menge erreichen können, vor allem, daß sich in Litauen die Verhältnisse in letzter Zeit gebessert haben, Es wäre eia leichtes, jetzt zu enthüllen, was sieb in Polen und Litauen zu ge tragen hat. Aber es liegt uns nichts daran, beute die Völker zu verhetzen und darum wollten wir schweigen. Ls wird aber vielleicht notwendig sein, ׳ noch einmal darüber zu sprechen, weil es die deutschen Juden immer noch als Hochverrat eraehteil, wenn wir etwas von dem sagen, was wir wissen, vielleicht worden ihnen daun die Augen geöffnet werden über die Politik, die die Führer des deutsclien Judentums getrieben haben. Die zweite Front richtete sich gegen Kreise, die uns näher stehen. Sie richtete sieh gegen die Politiker aus unserer Nähe, die ohne Zusammenhang mit uns jüdisclie Politik im Osten getrieben haben. Wir wollen darüber nicht sprechen, welche Schwierigkeiten es uns verursacht hat, dali uns von dieser Seite aus immer wieder in unsere Arbeit hiiieisigepfuselit wurde. Wir müssen aber fordern, dal! kein deutscher Zionist, in welcher Stellung er siel! auch immer befinden mag, eine jüdische Politik betreiben darf auf eigene Faust, ohne die Verbindung mit der zionistischen Leitung zu suchen. Jüdische Polilik dürfen wir nur treiben im Zusammenhang mit der Organisation. Fs geht liielit an, daß uns dauernd von draußen gesagt wird; Ihr Zionisten vertretet diesen Standpunkt, aber diese und jene Zionisten stellen auf einem ganz anderen Standpunkt. Die deutschen Zionisten müssen verlangen, daß iliese Eigenmächtigkeiten ein für allemal beseitigt werden. Gerade in diesen Tagen zeigt sich die Richtigkeit unserer Politik. Sie wissen, wie sich die Dinge entwickelt haben und wie sieh die Lage in Galizien und Polen gestaltet hat. Unsere Politik hat darin bestanden, die jüdischen Organisationen in Polen und Litauen national zu stärken, um die zionistischen Organisationen; die infolge des Krieges zusaininengebrociiea waren, wieder aufzuriclitcn. Wie notwendig diese Politik gewesen ist, das zeigt sich jetzt, wo der positive Widerstand gegen die Ercignissc, die sich in Galizien zugetragen haben, in erster Linie von den Stellen ausgegangen ist, die mit unserer Hilfe geschaffen worden sind. Das jüdische Volk ju Polen und in Litauen hat erkannt, daß die aktive Ver* tretung seiner Interessen bei der Zionistischen Orgnni-; sation liegt und darum richtet sich die Feindschaft der Unterdrücker der Juden in Polen und Litauen in erster Linie gegen die Zionistische Organisation. Diese Leute wissen, wo die Gegner ihrer Pogroinpoiitik sitzen, sie wissen, wer das jüdische Volk gegen diese wahnwitzige Feindschaft verteidigt. Es ist kein Zufall, daß man gerade die Führer der zionistischen Organisation in Lemberg verhaftet hat. Dadurch soll cm Druck auf uns ausgeübt werden, damit unsere Organisation den Kampf gegen die Pogrome einstclle. Wir werden das aber nicht tun. Wir müssen unsere Stimmen erbclrcn gegen das Entsetzliche, das dort in Galizien ge- «schiein. Wer im Auslande beobachten konnte, wie geschickt der polnische Apparat arbeitet, der weiß, wie notwendig es ist, dhß alle Stellen der Zionistischen Organisation einmütig zusammensfehen. Darum ist es. seihstverständlich, daß wir deutschen Zionisten auch bei der heutigen Gelegenheit unsere Stimme erheben und den Gefühlen Ausdruck geben, die uns beseelen. Ich schlage ihnen folgende Resolution zur Annahme vor; ״Die deutsclien Zionisten stehen in schmerzlicher Trauer an den Gräbern der Opfer der Pogrome in Galizien und Polen, in Ungarn und Tschechoslovakien. in tiefst gefühlter Verbundenheit schwören wir unseren Brüdern im Osten zu, daß wir uns bis zum Letzten dafür einsetzen werden, dal! ihnen die neue Zeit volle 'Freiheit bringt. Der 15. Delcgiertentag erhebt flammenden Protest gegen die schmachvollen Pogrome, verlangt von der Friedenskonferenz, daß der rriedensvertrag bindende Garantien dafür enthält, daß die vollen bürgerlichen und nationalen Rechte der Juden des Ostens, insbesondere der Juden in Polen, Galizien und Litauen für alle Zukunft sichergestellt sind.“ Die Resolution wurde vom Vorsitzenden sogleich zur Abstimmung gebracht und einstimmig angenommen. Ludwig Strauß: Meine Damen und Herren! Ich bringe Ihnen die Grüße der Berliner HapoeJ-Haz.ai r-Oruppc , der ersten Gruppe, die im Golus die Ideen des palästinensischen Hapoci - Hazai’r, die Ideen der produktiven Arbeit, des nationalen Sozialismus und des entschiedenen iiebraismus vertritt. Produktive Arbeit U1 der einzige Ausweg, der mm dem Elend der in vermittelnden Berufen k<!uzentrk׳rL׳n jüdischen Massen herausführt, Der pakistinensisclie J lapoi'l -1 lazair entstand aus der Forderung nach Produktivierimg der jüdischen Wirtschaft, die bei ihm zunächst in der Forderung nach Eroberung unseres Landes durch eigene jüdische Arbeit statt durch gemietete Fremde sich ausdrückte. Um in Palästimi diese ProUuktiviertmg durchzusetzen, müssen wir schon hier die Jugend״ aui produktive Arbeit vorbereiten, wir müssen die Hcchaluzbcwegung nicht nur energisch unterstützen, wir müssen sie verbinden mit der Berufsumschichtung der Jugend, wie es hier durch Walter Moses und andere in dankenswerter Weise begonnen worden ist. Wenn wir die *prophetische Forderung an die Besitzenden, sozialer Gerechtigkeit ihre Sonderintercsscn unterzuordnen, verbinden mit dem Aufruf an die prolc* torischen Massen, sich ihr Recht ־zu schaffen, so ge- Schicht dies in dem Glauben, daß zur wahrhaft produktiven, nationalen Arbeit alle Schichten, von der 1)11־ gleichhcit der Interessen an der nationalen Wirtschaft befreit werden müssen, die Bourgeoisie von ungercditcn Vorrechten, wie das Proletariat von ungerechtem Nachteil. Erst bei gleichem Interesse aller an der nationalen Produktion ist die freudige, solidarische Arbeiisgesmnung möglich, die wir wollen. Und wenn dieser Delcgiertentag, dessen Mitglieder größtenteils, wirtschaftlich gesehen, bourgeoisen Kreisen entstammen, . die Kraft zu Beschlüssen im sozialistischen Sinne findet, wenn er etwa, wie wir hoffen, für die Nationalisierung des Bodens eint ritt, so wird das eine schöne Bestätigung i־:׳. Ciiicr 7. SV:• ־.n /v Ve ...UfcCÜ l.lit D. I er kl nickt;1, die dem warn;, sind r liahei־.. ein ä;, die Im׳;- ng zw hebe 11 '.;־■mV11' ־)'׳ ml Prole- -! ‘mni'r, der nun Gn!;־,peu gegründet :!: i;1 reiner Tätig-;1 der Jugend ver-;e'idbewe;u;!g und neigen Einheit zunur enge Zu: 1111• ein Eiiiridmmg'en, wie Zur Leistung solcher ,,uif die Unterstützung sein, für numren (i!•׳: .-׳'״ ׳■., V ";11 ■, "׳ r (iei'ei'lii'igkeil von alle.; V V! , 1 1 :׳ , ’/• genommen und geiragTu mm. m I: Noch eim׳;;; Die ׳,־''" Westen früher fern 1m uns niilK’r gerückt. V! wachsendes ostjü׳.l!V׳.'!k:'> heit׳ der Nahem von Ostmul WestjucUm, lariat zu bewähren, auch in amlereii den hat, der wie in sein Reit den Begriff der Ar‘.;; bindet, erstrebt, die zimii die Arbeiterbewegung zu sammeuzufiihren. Dazu i niciinrbeit, sondern sind vor tlie von VolkslicimcJ!, notweiui Arbeil hofft der 1 Inpoel -1 in/, des allgemeinen Zioni am;;'.. Im Gefühl, daß die wichligsteu der hier nugcdculdcn Ziele unu und Ihnen ge-!!!einsam sein können, wünsche ich im Auftrag des I Inpoel - Haza'fr dem Delcgiertentag einen erfolgreichen Verlaut seiner Verhandlungen. Dr. Barth-Berlin: Er, ir.t der Wunsch geäußert worden, von seife« der, Misrachi einige Worte zu spredien über unser Verhältnis zur jüdischen Orthodoxie. Ich freue .midi, darauf hi!!weisen. zu können, daß sieh der Misrachi in der letzten Zeit erheblich vermehrt hat, sodaß wohl ein Sechstel der anwesenden Delegierten dem Misrachi atigchörcn. Daß der Misrachi erst jetzt allmählich •in der' deutsclien Orthodoxie Raum gewinnt, ist darauf zurückzul'üliren, daß die deutsche Orthodoxie allen neu jüdischen Bewegungen mit Mißtrauen entgegengetreten ist, weil sie fürchtete, daß sie alle aus dem Judentum heraus,führen. Est allmählich hat sie sich überzeugt, daß der Zionismus eine Bewegung ist, die in das Judentum liineinführt. Die Zionisten Iuiben es begriffen, daß sie hir.abstcigcn müssen zur alten jüdischen Kultur, selbst wenn dies nur dazu dient, zu lernen, wie man den Aufbau des .neuen jüdischen Lebens gestalten soll. Das Vertrauen unserer Kreise geht von der’Ucberzeugung aus, daß auch diejenigen, die von spezifisch-nationalen Gesichtspunkten geleitet werden, Veranlassung nelunen müssen, sich mit der alten jüdisehen Kultur zu beschäftigen und sielt von ihr durchdringen zu lassen. Ich möchte einige Tatsachen anführeu, die zeigen, wie sich die Stellung des gesetzcstrcucn Judentums zur zionistischen Bewegung gewandelt hat. lind zwar im Anschluß «an die Erklärungen, die aut den letzten Kongressen abgegeben worden sind, deren Wirkung es war, daß der Misrachi jetzt auf eine aufsteigende Entwicklung hinv/ciscn kann. In Polen ist es trotz der Erschwerungen gelungen, die Zahl der Misrachisten auf 25000 zu steigern.♦ Auch in Amerika hat der Misradii einen außerordentlichen Umfang an■ genommen und die führenden Rabbinerverbände haben sich kooperativ dem Zionismus angeschlor,3cn. Ebenso hat in Ungarn einer der orthodoxen Rabbinerverbände und der Verein Sinai eine ähnliche Stellung eingenom» men, ähnlich war es in Prag. In Kowtio haben sich der Obcrrabbincr und der Dajan dem Misrachi angesdilos■ sen. 111 Galizien sind Gemeinden wie Drohobicz und andere zu uns gekommen. So hat sich ein erheblicher Teil der Orthodoxie uns angcschlocscn, und diese Bewcgimg geht noch weiter. Es ist für uns von großem Interesse, daß auch in Deutschland die deutsche Orthodoxic sich uns zu nähern beginnt. Vor mehreren Jahreu war es innerhalb det; deutschen Orthodoxie verpönt, den jüdischen Nationalismus zu erwähnen, letzt hat aber eine neue Bewegung die Agudas-Jisroel urui speziell ihre jugendgruppen ergriffen. Hier gilt jetzt die Anschau- 1111g, daß man sich dem jüdisch-nationalen Programm anschließen müsse. Von den Jugendgruppen der Agudah hat diese Strömung auf die allgemeinen Gruppen hinübergegriffen. Auch in Berlin hat man sich mit die• se!1 Fragen beschäftigt. Von der Haltung, die die deutschen Emissäre der Agudah in Polen eingenommen haben, ist der Misrachi von vornherein abgerückt und! wir haben uns nie• inals mit der Haltung der anderen deutschen orthodoxen Juden einverstanden erklärt, insbesondere hat der polnische Misrachi gegen ihr Vorgehen Stellung genommen. Jetzt ist 'diese Epoche abgeschlossen und cs zeigt sich innerhalb der deutschen Kreise der Agudah die Erkenntnis, daß man diese Männer schon längst hätte abschütteln müssen. 'Es sind nicht die Forderungen selbst, die die misrachisfischc Orthodoxie von den anderen Grünpen trennt, sondern nur die Art und Weise, der Durchfiihrung dieser Forderung. Die Orthodoxie ist sich darin einig, daß sic ihre Forderungen auf der Grundlage des überlieferten Judentums im Rahmen der gesnmten Zionistische« Ürganb'ition durchsetzen muß. Der Misrachi erblickt seine Aufgabe darin, dafür zu sorgen, daß, wenn eine neue jüdische; Kultur in Palästina erstehe» soll, sie weder auf dem Nichts, noch auf der französischen, englischen oder deutschen Kultur auf,gebaut werden darf, somkr« einzig und allein auf der alten jüdische« Tradition, die die Jahrtausende überdauert hat. Die Agtuh.i ist an uns Zioni״,len mit gewissen Forderungen herangefreten. Ich möchte zu der Antwort, die ihr von der zionistischen Leitung erteilt wurde, Folgendes sagen: Ich habe midi gefreut, daß in dieser Antwort auf die wiederholten Erklärungen Bezug genommen wurde, die rum auf den früheren Kongressen der 'Ontedoide gegeben hat und daß man Tradition durch die Jahrden O.'.lciu, die die jüdische tat״.ende iiocligchuKeit baben. Nicht um Kritik zu üben, habe Ich will aus vollem ..!(’F*V ,1 rt syid. D״uk den, für die ihr die Versichere;11■ :beti 11.1t, daß im neuen Palästina nichts t1fltcni0nur.cn werde:! soll, was den An׳ schaumigen des trcditior.eOcn Judentums zuwiderläuft. Ich hätte aber gcwtfcx.3.ל> ,״ re.zu foKzmicr. in dieser Antwort gesagt hätte: der Zion;׳.;r.:־.s lat eine Bcvzcgun die auf demökrinicchcr Gr!;11״r;;0 ist ur wenn ihr Orthodoxen wollt, d:;ß eure Interessen im :1 <׳• Z;or ::a 1-, : zu! Zionismus gewahrt Sven : :1, so großer Zahl erb! d.rn daß ihr die zahlecmäßlge I,'.: 'ihr auf Grund dm dem■: er.«;,־. cLiß eure orthodoxen Tender,; Wenn es uns gelingt, um cre ’* dann wird es nicht m »״•üi Dd dr,* 11, diejenigen Teile 'der Ortliod״:.::1 3;;:1 12» ,■:.;::.־z:r terrge■ standen haben, sich una r,!t.׳!r';'Jc3e׳t» werden, und dann haben wir auch den Anschluß s3 die jüdischen Massen :l.1t ihr ja nur in;:•־׳; ,mziscMiefjczi, :״itzt, dr.ru1 könnt ״u.ij־;r dafür txjrgen, Wr.'lntr.g• kommen. 21 u 11g;n d,urdtm:,cizca, :;!׳;e dauern, bis auch Dr. Str.l1I-lh׳mhe!1: ich heute das Wort genommen. Ilcrzeii .als einer derjenigen, die heim >׳־־:׳ea |;n Namen aller jüdndien K;׳.;.h - . ־ ,, , Arbeit, die die Zionistische Vereinigung tur 1x-u1!.dd״.d (׳eieistet hat. Vor allem dafür, daß lieii gedacht hat, swlaß es uns rnogljC« .war, 11 du״ wüsten Grauen jüdisch zu (u 1km und Muthr zu werden. Unser Dank gebührt auci^de//. ״-.trmM » Weltorganisation für ihre iinerimulhcue Arbeit, Bure» die es ihr gelungen ist, die LiuhculicnkcK des JUdisclie«־ Volkes zu beweisen und zu bewaiireu ken will ich auch dir, jüdische Jugend. I kmg.ekiiirt sind wir, krank au Körper und krank am Herzen, u.ia wir wußten nicht, oh wir noch die Kräfte finden v/urden, wieder mitzunrbeiten am jüdindien Lehe», ijsis erste, was wir sahen, wand du. jüdische!!igend und es war wie ein Licht m der Finsternis. Die jud..d1(. Jugemi fragt nicht, oh sie den rechten Weg gci t, sie’.tut alles aus jüdischem Idealismus, und diesen Idealismus hat die Jugend 1ms Soldaten wiedergegeheu, mul darum danken wir ihr. Die Unbekümmertheit der Jugend ist cs, die liieht'ifX'ft, Koudcni arbeitet als Stiirmtrtippc des jüdischen Volkes. Beherrscht wird dieser Delvgiertcniag von dem Thema ״ikilästina und das jüdische Volk“. Aber über eines müssen wir uns klar werden: wenn wir von Palästina und Arbeit sprechen, bedürfen wir der Tradition der Bibel, ich meine nicht im Sinne einer orthodoxen Richtung, sondern im jüdisch nationalen Sinne, Wenn wir in Palästina arbeiten, muß das oberste Prinzip der biblischen Gcsetzgebun־״, das Prinzip der sozialen Gerechtigkeit walten. Wenn wir diesen Gedanken in die Tat Umsetzern, sind wir thoratreue Juden im altbiblischen Sinne. Unsere Soldaten haben das Glück gehabt, von ihren Brüdern im Osten Jüdischkcit zu lernen. Wir müssen von ihnen Jüdischkcit nicht in der Form, Bondern dem Inhalt nach lernen, daun werden wir bereit sein und vorbereitet für das jüdische Land. Wenn wir der im Kriege Gefallenen gedenken, so müssen wir auch das Andenken jener Märtyrer ehren, die in Palästina durch die vernichtende Gewalt der Tyrannei den Heldentod erlitten für die Freiheit unseres Landes und die Freiheit unseres Volkes. Ihr Gedenken ruft uns auf, nicht zu reden, sondern zu arbeiten. Dr. E. Auerbach-München: Ich möchte auf die politischen Fragen zurückkommen, soweit sie Palästina betreffen. In dem Referat von Herrn Dr. Hantke, das den Rahmen spannte, in den die zionistische Arbeit für die nächste Zeit cingcglicdcrt werden muß, vermisse ich ein Eingehen auf die Forderungen, die wir in politischer Beziehung an die Spitze unserer Paliistinaarbcit stellen müssen. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß hier »och keine volle Klarheit herrscht, und ich habe den Verdacht, daß wir uns über die grundlegenden Forderungen politischer Art, die wir an den Friedenskongreß zu stellen beabsichtigen, noch nicht klar sind. Wenn wir hier in Berlin «auf einem Delcgiertentag der deutschen Zionisten noch nichts gehört haben, so liegt das nicht daran, daß man diese Dinge für zu geheimnisvoll erachtet, denn die Forderungen des jüdischen Volkes sind keine Geheimnisse. Herr Dr. Klee hat einige von diesen Fragen bereits angeschnitten. Zur Frage der Einwanderung nach Palästina möchte ich sagen: unsere Forderung, daß die Behörden die Einwanderung nach Palästina zu kontrollieren haben, muß dahin präzisiert werden, daß es eine jüdische Behörde sein muß. Natürlich fordern wir dies nur in Bezug auf die jüdisclie Einwanderung. Denn in ein aufblühendes Palästina werden nicht nur Juden einwandern, auch die arabische Bevölkerung wird mit uns zusammen erstarken, und wir müssen uns darüber klar sein, daß die Schwierigkeiten yor allem in der Araberfrage bestehen. Dr. Klee sprach davon, daß Sabbath und die jüdischen Feiertage als gesetzliche Feiertage des Landes durchgesetzt ,werden müßten. Wir sind selbstverständlich der Mclnun״ daß die jüdischen Feiertage für die jüdische Bevölkerung durchgesetzt werden müssen. Wir Juden, sollten aus unserer Vergangenheit gelernt haben, daß wir nicht eine poiizeiliehe Regelung in Palästina durchführen dürfen, sondem daß die Gerechtigkeit das grundlegende Fundament, das einigende Band sein muß. Wir müssen in unserem eigenen Hause für Gerechtigkeit sorgen, und unser erstes Wort muß sein: Trachte nach Gerechtigkeit, damit du lebst! Wir haben bisher noch kein festes Programm für unsere Palästinaj0<־Litik erhalten. Es besteht aber die Möglichkeit, daß wir bei der Beratung der jüdischen Fragen auf dem Friedenskongreß als Sachverständige zu,gezogen werden. Man wird uns dort fragen, was wollt ihr, was sollen wir euch gewähren. Ein De Jemertentaß der deutschen Zionisten darf nicht auscinandtr^eiiei), ohne fc$hrelc!rt zu Iuiben, was cs heißt für Palästina eine nationale Autonomie zu fordern’ Wie denken wir unser Verhältnis zur niclitjüdisclu-n Bc- Volkerung Welche Grenzen soll unser autonomes Qc• bict haben?* Alle diese F’r.igen müssen irgendwie festgelegt werden, ldi hoffe, die zionistische Leitung ist bereits so weit, daß sie mit einem festen Programm dieser Art aut die Friedenskonferenz gehen kann. Es wäre eine schwere Unterlassungssünde, nicht zu' wissen, was wir dort zu fordern haben. Herr Barth hat uns den Anschluß der Orthodoxie an die nationale Bewegung in Aussicht gestellt und wy freuen uns dessen. Wir haben immer gesagt, daß es ,keine grundsätzlichen Trcnnungslinien geben kann zwischen dem traditionellen Judentum und’ dem neu■ erwachenden jüdischen Leben. Wir freuen uns d־־S mm dis jetzt begreift. Viele Mißverständnisse hät£?1 ach vermeiden lassen, wenn man das früher eümei״י?׳ hatte und die Fortschritte unserer Bewc1״n großer gewesen, wenn man das frther dngescifen hätte atrer noch ist cs nicht zu spät. Wir hof/cn m-r auf einen staricen Anschluß der traditionellen M-« 101 Osten, wir erwarten auch, daß innerhalb des nid? S,?>ScZi»SÄ?' “0״״wr “־*'*־" »ird. Wir müssen uns verbitten, daß Eingriff#. ״״״ ctehendon 1« rv״-,״ “ Langrme von Außennenenucn m Dinge unternommen werden, dk mir