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Jüdische Rundschau · 1918-12-31 · Heft 58 (31.12.1918) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIII (1918)
Issue
Heft 58 (31.12.1918)
Date
1918-12-31
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 448 ]U: das Martyrium des jüdischen Volkes gesühnt sein wird, das ab eine Schuld auf den! Gewisse״ aller Nationen lastet. So ernst daher der Jude Ost- und Südor.tcuropas seine Lage betrachten!11 uh, so ist doch sein Sinn nicht verzagt. Selbstsicher uijjl ruhigen Mutes sieht er trotz aller Sorgen des Tages in die Zukunft, Mögen die Gegner noch so sehr drohen. Au.eh seine Kralle sind gewachsen. Er fühlt, <la(l die Nacht des Gatutli zu weichen beginnt. Die furchtbare Zeit nationaler Hoffnungslosigkeit ist vorüber. Seine Nerven haben die schwerste Prüfung Überständern k'rez Israel, das Land der Vater, noch vor wenigen Jahren anscheinend so fern und weltentrückt, steht wieder im Zentrum unseres Denkens, 'Nicht lauge -- und der Rückstrom Tausender von Juden i!1 die historische Heimat wird einsetzen, und in der Erinnerung unserer Enkel werden all die entsetzlichen Greuel, die unaussprechlichen Opfer dieser Jahre gemildert erscheinen durch den glücklichen Aspekt, den diese Zeit dem müden Volke eröffnet, das so Trauriges erlebt und so viele Enttäuschungen ha) überwinden müssen. Der Jude weilt, welch schwere Arbeit ihm bevorstellt. Gewöhnt, kühl zu denken, ist er sich bewutit, daß die Judaisierung eines Landes, das seit Jahrhunderten ungestörter Besitz anderer Völker war, nur unter Aufbictung aller Kräfte, unter Entfaltung eines alles überwindenden Idealismus, denkbar ist. Trotz Jahrhundertelanger politischer Entrechtung ist das jüdische Volk ein politisch denkendes Volk geblieben. Es übersieht die Konsequenzen seines Vorhabens und ist gewillt, sie auf sich zu nehmen. Und so schreckt der Jude nicht davor zurück, in dem Augenblick, wo das hohe, zu religiöser Weihe erhobene Ideal des Jischuw Erez Israel ihm zur politischen Tagesaufgabe wird, auch den Kampf für seine nationalen Rechte in der Diaspora aufzunchinni. Er weiß: nur eine politisch gesund organisierte, kulturell lebendige und wirtschaftlich starke Diaspora kann das große tyTwk 'durchführen. Palästina- und Diasporajudeiitum sind die beiden Säulen, auf denen das Judentum icr Zukunft ruhen muß. Der zionistischen 'Bewegung ist die Aufgabe rügefallen, diese Entwicklung zu führen. Von fremden. Einflössen unberührt, einzig im nationalen Leben des jütlischeu Volkes verankert, hat sie diese lange Zeit des Krieges unersdiütlert überstanden und trotz aller äußeren Schwierigkeiten ihre Kräfte vervielfacht und in allen Brennpunkten des politischen Lebens auf ihr Ziel konzentriert. Und wenn das jüdische Volk aus dieser Katastrophe menschlicher Kultur als Ganzes gestärkt und zukunftsfreudig liervorgcht, so verdankt es dies in erster Reihe der Tatsache, daß es zun! erstenmal in der langen Geschichte des Gallith aus sicli eine politische, nationale Bewegung geschaffen hatte, die seinem Nationalwiilcn ein Organ gab und ihn damit zu einem politischen Faktor machte. So ist es nur der Ausdruck politischer Gerechtigkeit, wenn die Welt in der Zionistischen Organisation die berechtigte Vertretung des jüdischen Volkes sieht, und wir Zionisten haben nicht den Vorwurf engherziger Parteipolitik zu scheuen, wenn wir, gestützt auf das Urteil der Welt und auf das Vertrauen der jüdischen Masse, die nationale Führung des Volkes fest in der Hand hallen und das begonnene Werk durchführen. Die Erklärung der englischen Regierung vom 2, Novorüber 1617, dieses hedems;miste Dokument jüdischer politischer Entwicklung unserer Tage, hat uns den poiifischen Weg nach Palästina eröffnet. Die nächsten Monate werden darüber■ Gewißheit schaffen, in welchen Formen die nationale Heimstätte des jüdischen Volkes sich entwickeln wird. Das jüdische Volk erwartet von der Friedenskonferenz, daß ilun Gelegenheit gegeben wird, seinen Willen der Wiederbesiedlung Palästinas in die Tat umzusefzen und daß ihm solche politischen, wirtschaftlichen und kulturellen 16eilte auf das Land gegeben werden, daß es Palästina wieder den Stempel seiner Eigenart aiitdrücken und es zur Heimstätte der Nation entwickeln und für alle Zukunft erhalten kau״. Die Fragen der Besiedlung des Landes sind daher in allen zic iiistisehen Kreisen mit Recht Gegenstand der eifrigsten Erörterung und wir wollen zu ihnen auf Grund eines besonderen Referates Stellung nehmen, das Ihnen Herr Liclitlieim erstatten wird. Ein Außenstehender mag geneigt sein, in dem Problem der Ucsiedhing Palästinas mir einen Komplex teclinisdi-kolonisatorischcr Fragen zu sehen, die man, gerade ׳weil sie überaus diffiziler Natur sind, den Fachleuten überlassen muß. Wie aber die Zionistische Organisation kein Kolonisationsverein, sondern eine nationale Bcwegung ist, so ist die Kolonisation Palästinas dem jüdischeu Volke weit mehr als eine technische Großtat. Dieses Palästina der Zukunft soii nicht nur eine ettropäisclte Kolonie — gut verwaltet, modern eingerichtet, wirtschaftlich blühend, kulturell hochstehend — sein. Es muß die Heimat des jüdischen Volkes werden. Seine Verwaltung muß den politischen Tendenzen der Juden entsprechen, seine Einrichtungen müsjen dem jüdischen Votkscliarakter angemessen sein, sein Wirtschaftsleben muß den sozialen Uebcrlicfcrungcn unserer Geschichte angepaßt, seine Kultur muß von dem Geist getragen sein, der einst das jüdische Palästina der Vergangenheit zum Lehrer und Meister einer halben Welt gemacht hat. Hebräisch ist die Sprache, in der einmal auch der Jude höchste Gedanken menschlicher Kultur gedacht hat. In hebräischer Spradie dürfen wir hoffen, wieder einmal unseren Beitrag zur Förderung wahren Menschenttims leisten zu können. So enthält die׳ Frage des neuen Palästina außer technischen ׳und wirtschaftlichen Momenten auch unsere nationalpolitischen und kulturellen Probleme. Und zu ihrer Lösung sind die Organe der zionistischen Bewegung bes'iilen, die, .־; d v ז. ״ ־..« 1. :';׳.־י ־11׳• ״ : gen, den Wi;!׳•: ״׳־ 1 d ׳ ־ ג ו ' •1. י■ «״.*,eil kämpfenden V•; ji.’cf ׳ i 1׳ •׳;E dir Be* seil!i!:>.‘!u der zio 1 i 1 1«;f 1 ׳ d•... i,«.»... 'li.illen wvraK ereil■.;;;ו ו; F.iclimüniier.i d ■o u hd \ץ : ■ ihGut.־;; ו!;«'"׳ und für die prakthu rdu׳'he H; 1 ";יה׳ע!!*.?Z t\ 1. H'it }; ::ben. Sie ׳, her!׳. werden sttch thr Le •>:׳»;f;;!:;;itiinatioii geben, von den ,:;ס:.;;:■׳־ MiUel ׳11 EU; zu U<־.׳»;- sprucheil, wekä Ile die ,h di;:;v: p..!';,d:na׳> erfordeit. .׳tue: I.C.. m lä:’ :;;den ui ein, eile den in he re, Eiül.i; Da!-»־ jüdische Privatk,־. ,diai Mitwiikling bereits ,;11 ul.eu; in Rußland, aber auch in iit Gesellschaften für Paiänii;:;; e gäbe unserer Wirt:;el:aft!;polil wendige Privatinitiative mit Forderungen unserer Marse Darüber hinaus aber da.•! jü;i Nationalvermögen. Jeder! staatlich orgais ein solches Nationalvermögen. Auf im öffentliche Wirtschaft und :,ein Kredit. Volk besitzt nur im Jüdischen National Alllänge eines L.mdfond.•:, Wir mii.zu-n nalfond so stärken, daß er ein au.rreiche zur Regulierung der Boden frage in Pali: ihn; einen Fond anglicdern, der dem rii, il'.lK׳: sind zur adere große al es wird Aufunbedingt notht gica sozialen; zu bringen, ehe Volk ein iortc Volk hat ,!! beruht seine Das jüdische Mm! die ersten unseren Natio• wies Instrument ,:.tiiia wird, und politischen und ihm. So wurde der Ge::inf1u11g-:gcm>־.׳xn r.idi gestellt, an tj,;J in Polen, in Ru. ':!Ul' kulturellen Leben des Landes die unentbehrliche finanziehe Unterlage gewährt. « Die Inangriffnahme großzügiger Siedlungsplänc für Palästina, die Oeffnuiig des Land es für die jüdische Großkolonisation werden auch Acruhrangen des org.ini• satorisclien Aufbaues unserer Bewegung mit sicli bringen. Welches Verhältnis soii das zukünftige E. A. C. zu den Verwaltungsbehörden Palästinas■ bzvv. zu den jüdischen Selbstverwaltungskörpern im Lande elnnclimcn? Wo wird der Sitz des E. A. C. sein? Wie werden unsere orgnnisatorisclien Einrichtungen im Galuih auszubildcn sein? In welchen Beziehungen werden sie zu den allgemeinen nationalen VerlreHiiigskörpern der Judenhelt stehen? Das alles sind Fragen, die ich nur aufwerfen möchte, um Ihre Aufmerksamkeit auf die •Notwendigkeit einer ausnalimslosen Ueberprüfung aller unserer Einrichtungen zu lenken. Eine gesunde Weiterentwicklung unserer Orgnnisatiou ist um so notwendiger, als gerade die Fürsorge für Palästina, der Wunsch nach reibungsloser Durchführung unseres Kolonisatkmswcrkcs, unsere Nntionalisierungsarbeit im Gallith doppelt bedeutsam erscheinen läßt. Wir Zionisten wissen seit langem, daß eine noch so starke Kolonisation Palästinas und seiner Nachbarlämler nicht das Ende der jüdischen Diaspora bedeutet. Eine zweitauseiuljährigc Entwicklung läßt sich wohl beein Hussen, in neue Bahnen lenken, aber nicht rückgängig machen. Neben den Millionen palästinensischer Juden wird es stets eine nach Millionen zählende Diaspora gehen. IDoch der Charakter dieser Jtnlenheiten wird sieh ändern. Iin Gefühl ׳der Wiedergewinnung des nationalen Zentrums und der inneren Verbunden* heit mit diesem Und seiner jüdischen Kultur werden die zentrifugalen Tendenzen, die jetzt den Bestand der Judcnheit in so starkem Maße bedrohen, überwunden werden. Die positive Gegenwirkung eines palästinen* (rischen Volljuileiitums wird die mit dem Galulli tuntrennbar verbundene Assimilation an die Umwelt auf ein ,ungefährliches Maß ziirückfiilmii. Im unbewußten Vorgefühl dieser Entwicklung hat die jüdische Masse die Forderung nationaler Autonomie neben der Palästinafordern״}; auf ihre!•'ahne geschrieben und damit eine tr.'igfähigc Grundlage für den Gesuntiuiigsprozcß des Diasporajudentums geschaffen. Die bürgerliche Gleichberechtigung, wie sie die Iranzösische Revolution ausgebiidet hat, hat dem einzelnen Juden seine Anerkennung als vollberechtigtes Glied der menschlichen Gesellschaft verheißen um! eine Zeit, die zwischen der Menschheit und dein Individuum keine Zwischenglieder anerkannte, glaubte, damit alles gcgeben zu haben. Die Entwicklung der letzten hundert Jahre hat die Trugschlüsse dieser Ansicht zutage gefördert und die Notwendigkeit der nationalen Gliederung aufgeileckt. Der Völkerbund der Zukunft wird nicht bestehen, wenn er sich nicht auf den Kullurnatiüiien Der Emanzipationsprozeß dir Juden kann da* Lösung nur linden in der Emanzipation des Volksganzen. Und diese können wir nur■ der Wiedernulrichtung unseres historischen in Palästina und in der politischen Gleich- Stellung der jüdischen Massen im Gallith, d. 11. der Durchlülmmg-der nationalen Autonomie, der Gewährung nationaler Mindcrheitsrcchtc in allen Ländern, in denen die Juden .sich stark fühlen, Träger solcher Rechte zu sein und sic daher für sich in Anspruch nehmen. Auch dieser Prozeß des nationalen Sichsc’.bitfindcns ist von der zionistischen Bewegung ausgegangen und von ihr in •die Massen getragen worden. Und Zionisten sind es, die überall an der Spitze der 'neugegründeien jüdischen Nationalriife und Kcngreftbe׳ wegungen stellen. So hat• sich auch hier die zionistisch? Bewegung als die Trägerin der neuen jüdischen Gedankenwelt erwiesen, — Geehrter Ddegkrtcrdag! In diesen allgemeinen Rahmen, der Ihnen ein Bild der Entwicklung unseres mag, ist, mich die zioin Deutschland einaufbaut. 11er seine jüdischen scheu in Zentrums nationalen Lebens gäbe nistischc Arbeit gestellt. . Auch den die allgemeine püliiüci Kriegsjahre weit 11.'־״ Grenzen der Will;;..;, steckt waren. Und wir. Gunst der Verhälliibac weil wir in jahrelanger . radikalnationalcn Zionrär;cuen Avkkiun n:r Zi U Zionismus hat; wahrend der die engen früher gcdaß. wir die Uzen׳ können, liiarbät einen ten, der den "ן.־־;'.;.!] Mcirrhcn in Anspruch 11. /:;11,i״mus von I imitierten unserer die Jahre himiurcli ein jeder auf Front, in den weiten Gebieten Rußi!minien,' 'in 'Palästina, •in Galizien Kriegsdienst taten nicht nur bewahrt, sondern unter Juden und Nichtjuder» verbreitet und jxopiil .׳irisiert. Die deutsche Oefientlichkcit, die das JudetiprohUn! nur als •eint־ Frage der inneren I’oÜtik gekannt hatte, hat im Kriege gelernt, seine weil bedeutendere außen• politische Seite zu erkennen. Palästina und das o.t• europäische Judentum sind in gleichem Maße in den Gesichtskreis des deutschem Politikers getreten und die lebendige Kenntnis der taisächliilien Dinge hat vieten die Augen geöffnet. Wenn auch der Ausgang des Krieges unsere politische und aufklärende Arbeit in Deutschland für die Zukunft zunächst ergebnislos läßt, so ist sie nicht umsonst gewesen, ganz abgesehen von der außerordentlichen Erleichterung, die sie während des Krieges dem palästinensischen und wenigstens in ✓gewissen Punkten dein polnischen und litaiiisihen Judentum gebracht hat. Es kann für «Ins jüdische Volk niemals bedeutungslos sein, ,was »las deutsche Volk und seine Führer über das jüdische Problem denken. Das deutsche Volk, das in dieser schweren Kriegszeit so außerordentliche Kräfte offenbart hat, wird den ihm gebührenden Platz, im Rate der Völker wieder einnchmen. Wir Zionisten, die wir uns unserer nationalen Eigenart bewußt sind, glauben am klarsten zu empfinden, wie starke Bande die deutsche Judcnheit mit Deutschland verbinden, und wir leben der Hoffnung, daß diese berechtigten, weit innerlich wahrhaften Beziehungen zwischen dein deutschen Volke und der deutschen Judenheit in der neuen Zeit, die Itir Deutschland angcbrochcii ist, erst ihren adäquaten Ausdruck finden werden. Ein Deutschland der Demokratie und des sozialeii Fortschritts rührt .111 die stärksten menschlichen Empfindungen seiner jüdischen Bürger und auch wir nationalen Juden werden gern unseren Anteil an dem Aufbau des neuen Deutschlands nehmen und an seiner Zukunft initarbeiten. Von den geistigen Führern des deutschen Volkes erwarten wir, daß sie, frei vom natiotialen Chauvinismus der Vergangenheit und jeder Art geistigen Militarismus, Verständnis haben werden für die eigenartige ,Lage des jüdischen Volkes, seine nationalen Bedürfnisse und Notwendigkeiten und auch dem jüdischen Volksleben in Deutschland freie Bahn und die Möglichkeit autonomer Entwicklung geben werden. Die Hoffnungen auf eine baldige Oeffnuiig Palästinas für die jüdische Einwanderung haben im deutschen Zionismus lauten Widerhall gefunden. Hunderte unscrer Gesinnungsgenossen bereiten sicli auf die lieber* Siedlung vor. In engster Verbindung mit unseren Palästinahoffnungen stehen die Tendenzen der Hebrai* sicriuig. Der Hebraisierimgsprozcß hat leider bei weitem nicht die Fortschritte gemacht, die wir für notwendig halten. Niemand kann aber leugnen, daß auch hier die Kriegsjahre den größten bisher erreichten Fort* schritt bedeuten. Auf *Ile organisatorische, propagandistische und chari* tative Tätigkeit, die unser Landesverband in der Kriegszeit ausgeiibt hat, brauche ich im eiii/elnen nicht einziigchen, Ich habe hierüber dem außerordentlichen Delcgiertentag des vergangenen Jahres ausführlich berichtet. Ich will nur ziisaniincnfassend unser Hilfswerk für Paliislina, dessen Gesamteinnahmen insgesamt 600 (!03 M. betrugen, unser deutsches I lillskomitee, ufiscro Nationalfomlssammlungcn, die von 110 000 M. im Jahre 1013 auf 270 000 M. im Jahre 1018 gestiegen sind, unsere Feldpostbriefe, die laufend an etwa 2000 zionistische Soldaten gingen, die Versendung der ״Jüdischen Rund* schau“ an Soldaten, Feldrabbiricr, Soldatenheime, die Ortsgruppcnbericl;te, unsere Agitntionsrci• C!1 uni Sam:nhingen für das Aktionskomitee und für den Landesverband erwähnen. Besondere Befriedigung hat uns allen sicherlich die Popularität bereitet, die sicli unser Organ, die ״Jüdische Rundschau“, in Deutschland bei unseren Soldaten und überall im Ausland erworben hat. Sie war stets ein treues Spiegelbild der vom Kriege unbeeinflußten, rein auf zionistischen mul jüdischen Gedankengängen aufgebauten Haltung des deutschen Zionismus. Geehrter Delegicrtentng! Wie stark auch unsere Arbeit in der Kriegszeit gewesen ist, wie sehr alle Organe unseres Landesverbandes ihre Pflicht getan haben und wie hoch die erzielten Resultate auch cinzuschätzen sind — der Moment gestattet nicht, in Zufriedenheit sich des getanen Werkes zu erfreuen. Zu groß sind die Aufgaben, die uns bevorstehen, zu stark die Verrfntwortung, die;auf uns allen lastet. Das jüdische Volk wird die Möglichkeit erhalten, sich national wieder zu konstituieren. Es muß aber auch den Beweis führen, daß es noch die Kraft hat, ein eigenes Volksleben zu führen, ein Gemeinwesen zu leiten und mit seinem Geiste zu erfüllen. Die nächsten 30 Jahre werden daher unsere Probezeit werden, für die wir uns rüsten müssen. Unser. Landesverband hat bereits eine Reihe vorbereitender Maßnahmen getroffen. Der Palästinakolonisation soll das beim Zcntralbüro eingerichtete Pafästinaamt dienen. Für die landwirtschaftliche Ausbiidung unserer Jugend ,konnten bereits im vergangenen Sommer eine Reihe von Maßnahmen getroffen werden. Andere sind dank dem Entgegenkommen einzelner Oesinmingsgcnosscn in Vorbereitung. Der Hebraisicrung ist rieben zahlreichen Sprachkursen die hebräische Sprachschule in Berlin gewidmet. Der Kreis unserer sozialen Arbeiten ist durch die Beratungsstelle für Soldaten erweitert worden. Für die allgemeine Propaganda ist durch Vergrößerung unseres Sekretariats, durch Einrichtung eines besonderen Berliner Stadtbüros und durch

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