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Jüdische Rundschau · 1918-12-13 · Heft 54 (13.12.1918) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIII (1918)
Issue
Heft 54 (13.12.1918)
Date
1918-12-13
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite ‘120 nominellen Versuche zu Pogromen jcilesm.il solorl unter• drückt worden. Die d 1111 ׳ s c 11 c Regierung verurteilt die liir eht erlich en I'0i׳r1)11u׳ aufs schärfste 11 ml weilt sich darin eins mit der ö f f e 111 - liehen Meinung der gesamten Welt. jPrcßbesprecliung in Dänemark Audi die dänische Presse hat eingehende Bo• rieh0׳ über die Pogrome in Galizien gebracht. Natürlich liabvii auch hier die Polen die «!»liehen lk-sdtwichtiguiigsmaiiöver versucht. In ״B e r I i 11 g s k e Tide o de“ smvie ״National Tide 11 de“ erschienen Aufsätze ans polnischer Quelle, in denen versucht wurde, die Pogrome als hannlose Unruhen darzustcllen, hoi denen ein paar Menschen, 5 oder 7, und darunter sogar einige Polen, uingckoiiiineti seien. Daher lud das K ק ס e 1111 a g e 11 e 1־ B ii r o d e r Z i o 11 i s t i s c 11 e n O r - g a n i s a t i o n die hauptstädtische Presse zu einer Ue• s p reell 11 ng am!Donnerstag, dem 5. Dezember, im Hole! d’Angleterre ein, zu der sämtliche großen K״pn1liagener Zeitungen ilire Redakteure entsandt hatten. In dieser Versammlung hielt 1 ierr Julius Ü e rge r, der soelien aus Warschau gekommen war, ein Relerat über die Beziehungen zwischen Polen und Juden und legte dar, daß es sieh bei den Pogromen in (ializicii um die wolilvo! bereiteten Ausbrüche eines seit langen Jahren svs'.emati.-cli betriebenen natioii.'deii Kampier der Polen gegen die Juden von unerhörter Schärfe und Gehässigkeit handele. Die Beispiele, die Herr Berger aus seiner I rl'aliritiig׳ anführte und die Dokumente, die er voriepeu koinile, machten sichllicii auf die Vertreter der drin scheu Presse einen liefen Eindruck. Am anderen Tage brachten sämtliche grollen Kopcnliagener Zei'imgen ״I* o 1 i t i k e n“, ״B e r 1 i 11 g s k e 1' i - den d e“, ״N a t i o n a i Tiden d c“. ״Sozial d e 111 o k raten‘‘, ״Börsen", ״Vort Land‘‘ eingehende Be ricli.c, in denen die Hauptpunkte des Vortrags wiedergegeben waren. Besonders erwähnenswert ist ein großer mehrspaltiger Artikel im ״Kristeligt Dag bla d“, dein besonders in der Provinz verbreiteten Organ der J U, u 1 U Nr. 54 Die J ü d i r, 11! •׳,' überwies als errte l,:־t r v i e 11 i s c h 0 n K 10־ grom opfer. Der Stoc k 11 o 1 in!״:will 235 (Kill ö s t e r r e i c 1; v vii t' 1 נ? u c l. 1! ׳'; v n 41.r tllj ü d i!; c!1 e i'.iT׳-' er..* i r, c 1־. ,e!1 K i 11 S t o r k h o I m von 'J'JiOöb östcr• Le mb erg er Po liilfs verein in;e die Sur,:nie von ronen zugunsten der Ci a von dem I i z i e n 8. Pogrome betroffenen Bevölkerung konservativen Partei, in ״hin Notruf von Israel“ wiedergegeben wai. dem unter da» Referat der des Organ Ucbersehrilt: Herrn׳ Berger Antisemitische Am. Wir erhalten die Mitteilung: Alle Gelder für die Pogromopfer sind an folgende Adresse du/.uzalilcn: Merkurbank Wien, Konto jüdischer Nationalrat für üciitsdi-ücsterreich, Pogromnkiiou. Hierzu wird bemerkt, d.di das Ko pe 11 ha g e 11 c r Büro d e r Zionistischen O r g n n i s 31 i .11 י einen Aufruf für die Pogromopfer erläßt und sieh zur Entgegennahme und Weiterleitung von Samm• hingen bereit erklärt. Das Zionistische Z e 111 r a 1 b ü r o in Her- I i n nimmt Sammlungen und Spenden auf das Postsclicckkoiito Berlin NW 7. Konto Nr. llOIÖ Zio■ ntstiselies Zeutralbüro, Berlin W 15, (mit dem Vermerk ״Pogroniaktioii“) entgegen. ischreitungcn ווו Berlin Unter dem Titel: ״Die antisemitische Hetze wirkt“ schreibt der ״Vorwirts“ vom 11.!Dezember: ״Das moralische Zerstörungswerk der massenhaft verbreiteten a n o 11 y m c 11 1' 1 u g b 1 ä 11 e r, 11 ic im Dienste der Gegenrevolution Judenhetzc treiben, beginnt in B e r 1 i 11 zu wirken. Heute werden zum erstenmal eine Anzahl von Fällen gemeldet, in denen auf, öffentlichen Plätzen Berlins, auf der Straßenbahn tisvv. Juden und auch Christen, die durch ihr Aussehen nicht genügend gegen den ״Verdacht“ geschützt waren, Juden zu sein, körperlich angegriffen wurden. Die Reaktion hat ja augenblicklich in Deutschland nicht mehr viel zu verlieren; aber wenn sie keine anderen «Mittel hat, um wieder hochzukonmicn, tut sie uns leid.“ Die Zionistischen Forderungen bei der Friedenskonferenz Reden Achat! Haams und Weizmanns Das J ü d i s c h c Pr e 14b ii r 0 i n S t o c k 11 o 1111 erhält am, London folgenden tclegrnphBchcn Berieht: Am 7. Dezember fand in der As.se111bly Hall in London eine gewaltige zionisti.se 11 e Demonstra tio nsv e rsa tu 1111 u 11 g statt, die von über 500Ü Teilnehmern besticht war. Die Vcrx.unnilung wurde von Ach ad H a a in in jidischcr •'spräche eröffnet. Achad Haam sprach Professor Wei/. 111 a!111 Anerkennung aus und erklärte, Wcizmann hätte offen und mutig für die zionistischen Forderungen gearbeitet. Hätten die britischen Jud-cn gewußt, mit welcher Unerschrocken heit Weizmann bei der englischen Regierung auftrat, wären sie entsetzt gewesen. Mit der gleichen Offenheit wird Weizmann bei der Friedenskonferenz handeln, wo er zusammen mit So ko low auftreten wird. Als Achad Haam die Berichte über die Pogrome in Polen und Galizien erwähnte, geriet die Versammlung in große Erregung. Weizmann wurde mit großer Begeisterung empfangen. Er erklärte in seiner Rede, er sei sieh der großen Verantwortlichkeit bewußt. Er gehe zur Friedenskonferenz, aber mit dem Gefühl vollen Vertrauens. Das jüdische Volk muß Weder zu viel, noch zu wenig fordern. Eine jüdische Regierung in Palästina könne nicht gebildet werden, he* vor Palästina eine große Zahl von Juden umfasse. Innerhalb von zwei Generationen müssen in Palästina drei oder vier Millionen Juden wohnen. Die ganze jüdische Nation muß sich am Aufbau des Landes beteiligen. Solange die jüdischen Leiden andauern, sei ein Weltfrieden unmöglich. Die zionistischen Forderungen bei der Friedenskonferenz sind: 1. ' Oie Anerkennung der nationalen und historisehen Anrechte des jüdischen Volkes auf Palästina; 2. Bis die Juden fähig sind, eine eigene Regierung zu bilden, muß Palästina unter Sach• w alters eh aft (t ru stets hip) steilen und der Verwalter soll Britannien sein. Weiter werde verlangt, daß eigene Agrargesetzt geschaffen werden, daß alle öffentliehen Unternehmungen durch die zu bildende jüdische Organisation geführt werden, welche sieh an .der Landesverwaltung be- .teiligt und auf die Form der zukünftigen Regieusn״' Einfluß nimmt. Der Eisenbahnbau und andere Umemehnnuigcn werden von Juden geleitet. Die hebräische Sprache wird als offizielle Sprache anerkannt. ■. hier Redner drückte die Hoffnung auf den Erfolg bei der Friedenskonferenz .aus'und erklärte. er vertraue auf das jüdische Volk, daß cs fähig sei, seine historische Mission zu erfüllen, Die Versammlung nahm eine Resolution des Vertrauens zu Weizmann und Sokolow׳ an, drückte ilire Befriedigung über die unternominellen Schritte aus und erklärte ihr Einverständrtis u11d ihre Vollmacht für die Fort* set/ung ■der Arbeit an der Verwirklichäng der ausgcfülirtcn Forderungen. « Gcmeinsch -und der franzö itriing der englischen dien Regierung Wie das Kopcnhngcncr Zionistische Büro berichtet, veröffentlichte ״Bcrlingske Tit e ml c“ vom ö. November die״ folgende durch das Heuterse 11 c Büro verbreitete Erklärung : Das Ziel, welches Frankreich und Grollbritannien bei der Fortsetzung des Krieges im Orient, der von dem deutschen Ehrgeiz, befreit ist, vor Augen haben, ist eine vollständige und endgültige Befreiung der Völker, die so lange von den Türken unterdrückt waren, und die Errichtung nationaler Regierungen utui Behörden, die ihre Autorität aus der Initiative und der freien Wahl der eingeborenen Bevölkerung hcrleiten. Um diese Absichten zu verwirklichen, sjnd Frankreich und Großbritannien darin einig, aufzumunteru und zu helfen bei der Errichtung eingeborener Rcgicrungen und Behörden in Sy r i e n und Mesopotamien, die jetzt von den Alliierten befreit worden sind, sowie in den Gebieten, deren Befreiung jetzt verwirklicht wird. Sie sind ׳ weiter einig, diese Regierungen und Behörden anzuerkennen, sobald sie auf wirksame Weise errichtet sind. Weit entfernt davon, der Bevölkerung in diesen Gebieten diese oder Jcae Institutionen aufzwingen zu wollen, gehen Frankreich und Großbritannien auf nichts anderes aus, als durch ihre Unterstützung und mit ihrem wirksamen Deistand das normale Funktionieren der Regierungen und Behörden zu sichern, welche die Bevölkcrung sich in Freiheit gegeben iiaben wird. ׳Unparteiisches und gleichen Recht für alle zu sichern, die ökonomische Entwicklung desLandes durch Erweckung! und Ermunterung der lokalen initiative ־zu erleichtern, die Ausbreitung׳des öffentlichen Unterrichts zu begünstigen, den Streitigkeiten ein Ende zu machen, die allzu Lange vo« der türkischin Politik aungeaülzt wurden, das ist die Rolle, welche die beiden alliierten Regierungen jr» den befreiten Teilen des Landes zu spielen •wünschen. WI t i 1.? i iWuwButF מס¬ Aus dem! ״M a 11 c 11 e rer der z i o n i! Versicherung er!;: P a 1 ä s t i n :1 s a hnedclt werden haben, ihre Intav kommt der Zio:;, Genehmigung de!׳ ein z, i 0 1115 ii ei do» wird d־׳. treten, •aa 13:1g wild uns telegraphiert: > t e r Ci 11 a rd ian“ schreibt: Die Füh- : 1 s c ran; 1 e lieh inen werden. Aul der Tagesordnung stellt iicIhk der Pa Ui 81 i n a f ra ge auch die Frage des ja. d i 8 c h e n N a t i o 11 a 111 ä t * r e e 111 e s in gewiss« osteuropäischen 1. ander 11. astina und das Friedensprogramm der englischen Liberalen Das riationaldi’iiiokratisehe Organ ״The «New Europe“ vom 17. Oktober bringt, wie die ״Nacltnh. teil der Auslandspresse“ vom 15. November mitteikn, unter den Vorschlägen zur Völkcrliga und zimi! Frieden auch den folgenden: Türkei. Die osmanixchc Herrschaft mul! .״ weit wie möglich auf das von Türken bewohnte Gebiet eingeschränkt werden. Armenien und Arabien müssen unabhängige Staaten bilden, während die international« Stellung Syriens und «Mesopotamiens, durch eine S an d e r k o 11 f c r c n z. zur Besprechung׳ «der Angelegenheilen des mittleren Ostens entschieden werden!mit«. Dieser Konferenz müssen auch alle Fragen zugewieses werden, die sieh aus der Ztikiinftigen .Stellung KonstantinopcU und vier Meerengen ergeben, welche letzter« frei und den Schiffen aller Völker zugänglich gemacht werden müssen; ebenso die Fragen der Kaptubtkmcn und der türkischen Staatsschuld. Palästina mutt 11111 e r d e 111 Schutze des zukünftigen V ü 1 - kerb u ndes ein jüdischer Staat werden, wobei jedoch der heiligen Stadt eine besondere Stellung cingeräiunt und den Vorrechten und Ucberlieferimgtm aller dort vertretenen Religionen die gebührende Rücksicht erwiesen werden muß. Kirche und Zionismus Das Kopcnhngcncr Zionistische Büro berichtet: 111 einem Artikel der ״Unita Cattolica“, die in Flor c 11 /. erscheint, über die ״W i e d e r c r r i e 111 u 11 g des jüdischen Volkes in Pa 1 ä s t i n a“ heißt es: ״Die Kirche hat keinen Grund, sich der zionistischen Bewegung zu widersetzen und wird ihr immer sympat 11 i.sclie und freundliche Gefühle entgegenbringeii.“ Die rumänische Judenfrage au? der Friedenskonferenz Das Stockholmer Jüdische l'relibüro meldet lins telegraphisch: Staatssekretär L a 11 s i 11 g cinpiing am 21. Nuv. eme Deputation des j e w i s 11 Co m in i 11 e e und des Vcrb a 11 d e s der r u m ä n i s c 11 e u Jude n in Amerika unter Führung von Louis Mars ha 11 und Ür. üuld• stein. Die Deputation überreichte ein McninramJimi über die Judenfrage in Rumänien, verwies auf Uaßonrs, Piclums, Sonniiios Erklärungen zugunsten der rum.uü• selten Juden mul hat die amerikanische Regierung, auf dem Friedenskongreß die Rechte der Juden in Rumänien zu sichern sowie «Maßnahmen zu treffen, tun Pogrome in Rumänien zu verhindern. Lansiiig bokun• detc großes Interesse und Sympathie und versprach, da# der Friedenskongreß der rumänischen Judenlrage ihre größte Aufmerksamkeit schenken werde. Zur Einberufung des amerikanisch-jüdischen Kongresses Aus Stockholm erhalten wir vom Jüdische 11 Pr e s s e b ii r o die folgende telegraphische Nach• rieht: Am 18. November fand in New York eint K o n f e r c 11 z der N e w Yorker K o 11 g r e 11 d e 11' gierten statt, die beschloß, die Kongreßexekutive aulzutordcrii, den Jüdischen Kongreß unverzüglich ׳eiiizuherufen. Es wurde ein Fünferkomitee .für du׳ Kongreßarbcit gewählt. Am 17, November fand in New York eine vom gesamt amerikanischen jüdischen Ar• bcitcrkomitcc einherufene Konferenz statt, an der 350 Organisationen mit 774 Delegierten tcilnahmcn. Nach langer Debatte beschloß die Konferenz, sich am Jüdischen Kongreß zu beteiligen. 1 cת Bc \v c g u ng haben die T» die Frage der Zukun f t Friedenskonferenz be- Sie ׳werden auch Gelegenheit :rtl.Gd: zu vertreten. Demnächst : o 1 o w 11,״.di Paris, wo er mit tsr.il britischen Regierung •’ י o ,־,*ilndcn wird. 111 Lonn i t t c :: l;.o;1 ״ r e ß ins Leben r ,״!;er rltiiaicn Länder teit-. Hilfe für die Notleidenden in Galiläa Eine Aktion der amerikanischen Zionisten Das Jüdische Prcßbüro in Stockho 1 יח meldet 11ns telegraphisch: Herr Lcwin-Epstcin, Mitglied der Zionist*־ sehen Palästinakonimission, telegraphierte aus Palästina an die Zionistische Organisation in Arnerika, daß sich die jüdische Bevölkerung Galiläas in größter Notlage befindet. Die von dort zurückkehrenden Flüchtlinge seien nur in Lumpen gehüllt und vom Hunger vollständig erschöpft. Es herrsche ein großer Mange* an Bekleidungsstücken. Die Zionistische Organisation in Amerika erließ daraufhin einen Aufruf für K 1 e ide rsa m!« lung und für \V ied e rauf bau in i 11 cl. Ein Appell um Hilfe für Deutsch-Oesterreich Der Jüdische Nationalrat für Deutsch* Oesterreich hat an die zionistischen Of ganisationen Amerikas, Englands, Frankr e i c 11 s, Italiens, Belgiens, Hollands m*u der Schweiz folgenden Appell gerichtet: In dem Augenblick, wo der grauenhafteste KW•׳ der Weltgeschichte zu Ende gegangen und die Ze> nahe ist, wo wir endlich wieder Gelegenheit habe® werden, Hand in Hand mit Euch, ia auch durch den

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