Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIII (1918)
- Issue
- Heft 53 (10.12.1918)
- Date
- 1918-12-10
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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:eite 414 JO Nr. «ml OUwani'fr. Die Versammlung ehrte das An• denken der Pogromopfer, indem alte Teilnehmer sich von den Sitzen erhoben. Präsident Dr. Bloch teilte zu Beginn der Versammlung mit, da fl der Schweizer Bundesrat verschiedenen Gesandtschaften die Nachridricn über die Pogrome, die ihm der zionistische Vor• ort zugängig gemacht hat, übermittelt habe. 1 Ke Mitteilung wurde mit Beifall aufgciioimncn. Eine einstimmig angenommene Resolution verlangt die Einsetzung einer neutralen U n t e rs u ch u n g sko in m ission, die Bestrafung der Verbrecher und genügende Garantien für die Zukunft. Der Eindruck der Versammlung war sehr groß. Eine gebührende Antwort! Au» Wien wird telegraphiert: ״Die TagesbLittcr herichten, dal» die ט(סזן i sehe Regierung in Wieuer 1׳ i 11 a n / k rei sc n eine A 111 e i 11 c unter/ubn'״• .gen versucht. Der Direktor des gafi/isehen Rolidlverhandes, Herr Wasserberger aus l.cmbcrg, der sielt während der gali/ischen Russeninvasion taufen ließ, verslieht jetzt wieder als polnischer Agent seine persönlicltcn Beziehtmgen für die Anleihe nutzbar zu machen. Unter den Tagcsblättern bemerken insbesondere das ״Nctic Wiener Jotirna 1“ und der ״Abe 11 d“, daß die in Anspruch genommenen Finanzkreise mit Rücksicht auf die 1‘ogrome hoffentlich eine gebührende Antwort erteilen werden.״ Abberufung des polnischen Geschäftsträgers ln Berlin Aus Warschau wird vom i. Dezember gcmckiet: Der bisherige polnische Geschäftsträger in Berlin, Wilhelm Feld mann, ist von der polnischen Regierung abberufen und durch Herrn v. Nicmojcw'ski ersetzt worden. Hierzu ist zu bemerken, daß Herr Wilhelm Feldniann ein polnischer Jude ist, der sich seit jeher mit dem äußersten Eifer der polnischen Politik zur Verfügung gestellt und insbesondere alle nationaljüdischcn Bestreinnigen gehässig bekämpft hat. Er war die längste Zeit hindurch Herausgeber der ״Polnischen Blätter“, die die polnische Judenfrage stets vom assimilatorischen Standpunkt aus behandelte. In den letzten Tagen vor seiner Abberufung hat er noch die polnischen Commu n i q u e s verschickt, in welchen der Versuch gemacht wurde, die Vorgänge in Polen und Galizien zu ver- Schleiern. All dies hat ihn vor der Abberufung nicht geschützt. Ausschluß der jüdischen Mittelschüler in Lublin Die polnischen Schüler der Lublincr Mittelschulen haben den Beschluß gefaßt, ihre jüdischen Mitschüler aus den Schulen auszuschließcn. Sie begründen ihren Beschluß mit dem angeblich provozicrcndai Verhalten der jüdischen Jugend gegenüber den Polen und ihrem demokratisierenden Einfluß auf die Schuljugend. Diesen ihren Standpunkt manifestierte die polnische Schuljugend durch einen eintägigen Schulstrcik.; Gegen dieses Vorgehen protestierte die jüdischdemokratische akademische Jugend in einem Aufruf, in dem sie die polnische Verleumdung bezüglich des angeblich provokatorischen Verhaltens zurückweist. Neuerdings haben die polnischen S c h ü Ic rinnen in Lublin, die ihren Kameraden die Lorbeeren ihrer. ״Patriotismus“ neideten, beschlossen, die jüdischen Schülerinnen ebenfalls aus den Schulen zu entfernen. n »"ד f!fj * iä*L KnZi* Da•» K open *11;; ־: berichtet ־. 11» An:3׳:h1.'» :.־! c!;::1 mann auf der c4;ff!i r cn 7. am 2. und 3. Hove Rundschau“) c׳:y;3> zkh die folgenden D.־.־rl.;:u;:;,1 abgescUUrscn wuvd:! Dr. Weisna::;! etkl:: mit dem Nnckdruc!;, c' W'cmligkcit der. Heb 13;er Zionistische Dü ro Herr,ו Dr, Wciz* י c!1 e n .31 •'> :1151 e tt k o n f c - ,•.her (v:;l. t Ir. 47 der ״Jüiitahen :Ine Irl!:״die Dvbatfc, die durch •n des Herrn Dr. Weizmann rlc sich durchaus einverstanden er, einige Redner auf die Noti {r.c 111 e r t. c n 5 gelegt hatten, '«!,nie da in Palästina flc3r.l!:3! die nvtamalc Sprache sein würde. Er (;׳ah zu, <33 « i.taw, r.:i, ein geeintes Judentum zu habe:!. 33!:;;üer. nich bemüht, und mach• ten noch immer die größten Anstrengungen, alle Teile des Judentums zu v! :3,.3a1, <3411 obgleich die zionbti* säte Organ!'..nt ton für die ״teile Arbeit des Wiederauf• Baues in’ Pal.'ir.thia verantwortlich bleiben müsse, sei cs notwendig, die Un ter s til t zu ng des gesamten Judentums bei d:e.׳;er rlc ד gen Arbeit ra haben. (Natürlich konnten :Je r.rgr.r brt der Liga der britischen Juden D11!er;iüit/.1u:g fi.Jcn, wenn sie, ,die Zionisten, ״nationale Ausschluß der niclitdeutschcn Studenten aus der Wiener Universität Das t s c h e c h o - s 1 o v a k i s c 11 c:P r e ß b ü r o teilt mit: Die deutschen Hochschulprofessoren in W i e n haben sich dem Diktat der d e u t s c 11 ■n a t i o - nalcnStudcntcnscluft gefügt, die verlangen, daß alle niclitdeutschcn Studenten Donnerstag 12 Uhr mittags die Hochschulen räumen müssen. Gegen diesen Gewaltakt ’ hat der Bevollmäebtigte der tschecho-slovakischen; Republik beim Staatssekretär des Aeußercn Dr. Bauer protestiert. Nachdem noch vor dem Umsturz alle Studenten aus Ostgalizien und der Bukowina von der Wiener Universität ausgewiesen worden waren, hat nun der deutschnationale Chauvinismus auch die übrigen nichtdeutschen Studenten vom Studium in Wien ausgeschlossen. ihr Hauptprinzip opfert«: u und c! Je Worte Heimstätte“ fit« l!;rtm Programm strichen. Ob sie bereit seien, das zu tun? (Läute ״Ncia'SRufcf). Dies sei also die Antwort, ui;;!; cs hebe keinen Zweck, diese (•'rage überhaupt ru stdL-n. Ob ilire Poiilik die Zustimmung d c.r Zionisten außerhalb Englands fände? Ja, alle Zionisten in der Welt, mit denen man während de» Krieges in Verbindung halte stehen können, seien völlig einverstanden. Es sei gesagt worden, lokale Selbstverwaltung sei nicht dasselbe wie eine nationale Heimstätte, Natürlich sei es das nicht, aber wir werden cs dazu machen. Mehr Juden seien für Palästina notwendig. Ein jüdischer Staat sei zur Zeit unmöglieh. In erster Linie brauche mail systematische Kolonisation; Palästina müsse zu einem Lande jüdischer Bauern gemacht werefcn, die durch intensive Bearbeitung ihrer Terrains Wüstcnland in fruchtbare Erde ׳verwandeln würden. Die Zionisten von heute seien die Brücke, welche die Hoffnung von Jahrtau• senden mit den künftigen Erfolgen ihrer Kinder ver• binde. Hierzu bemerkt der ״Jcwish Chroniclc“ in seinem Leitartikel: ״Für die Juden hat die türkische Niederlage ihre besondere und•, gewichtige Bedeutung, und Leute, die vom Zionismus träumen wie man von ihm seit Generattonen geträumt hat, und 'die von der englischen Erklä* rung ermutigt wurden, müssen ihre Gedanken und Hoffninigen durch dieses bemerkenswerte Ereignis bestärkt gefüitlt haben. Wir münati jedoch darauf hinweisen, daß die wirkliche Bedeutung und Trag• w׳cite dieser Deklaration sogar in dieser vor• gerückten Stunde noch äußerst unaufgeklärt ist, und daß auch die vielen kürzlich gehaltenen Reden die Lage wenig geklärt! haben, Wir sind! sehr befriedigt über die formelle Zurückweisung der Gerüchte die diese,; Woche umgingen bezüglich eines geh ei• men Abkommens, das auch weiterhin der Tür kei die Herrschaft über das. palästinensische Gebiet sichern würde. Und wir sind fetzt so überzeugt wie wir immer waren, daß in Palästina England und nur Engkmd die Oberherrschaft haben wird. Aber dennoch muß man sich klar werden über diie Beziehungen der souveränen Macht und den Juden von Palästina. In unseren Spalten wurde vor einigen Wochen eine Erktärung des Ausdruckes ״nationale Heimstätte‘ verlangt. Diese Frage berührt den Kern der künftigen jüdischen Position. Sie ist jedoch nicht beant wort et worden, auch nicht in Dr. Weizmanns An• spräche auf der zlaabtlsdicn Föderationssitzung. Dr, Wcir.ma.nn verschiebt tatsächlich den Gedanken eines ״jüdischen Staates“ auf irgend, einen' fernen׳ Zeitabscluiitt. Er sagte seinen Ardiangern, ״sic müßten mit kleinen Anfängen in der Selbstvcrwaltung zufrieden ,sein“. Wenn das die Lösung des Problems ist, das in dam Ausdruck ״Jüdisch-nationale Heimstätte“ ׳ liegt, »Lu,•;ו scheint die großartige Vision früherer Tage so zusa!11 »si e n g escli ru m pf t zu sein, daß es wirklich für tic:1 Durchschnittszionisten r.rhf wichtig ist, und die G mm!Je in 1 egun g für die jüdische Universität in Jerusalem, Wichtiger ab all das seien allerdings Landwirtschaft, Industrie, Handel, die Anlage von Verkehrs- und Wasserwegen usw, — nkflit ah Selbstzweck, sondern ah Mittel zur Ver• breitung jenes Geistes, der durcii die Gründung d» jüdi'.dicn Universität gekennzeichnet wird. Der Augenblick für eine genauere Definition des Begriffes der ״jüdisch-nationalen Heimstätte“ und der für seine Schaffung notwendigen Mittel sei gekommen. D* Frage der politischen Oberherrschaft über Palästina au! dem Friedenskongreß sei nicht unsere Sache, sie mü«• ne der internationalen flohen Politik überlassen wer• den, Was wir auf jeden Fall fordern müßten, «j mir, daß es nicht der gemeinsamen Vertretung mehrerer Mächte unterstellt werde, di dies dem Lande Verderben bringen müsse. Ferner müßten wir verlangen, daß Palästina ungeteilt bleibe, daß die alten In :.torischen und natürlichen Grenze« des Landes geachtet würden. Uebcr diese Dinge arbeite die zionistische Organisation zusammen mit einigen im Vcrwaltimgswcscn erfahrenen Männern gewisse Vorschlage aus, die der Regierung u n t e r b r e itet werden sollen. Drei Dinge dürfe man bei allen künftigen Arbeiten nicht vergessen: erstens daß die Palästinenser selbst über ihr Schicksal bestimmen, zweitens daß Palästina nicht eine Ausbcutungsqucllc für auswärtige Kapitalisten werden dürfe, und drittens daß auf die nicht jüdische Bevölkerung jede erdenk liehe Rücksicht genommen werden müsse. Nach ihm ergriff Dr. Wcizrnann das Wort. Er dankte der englischen Regierung und Armee für das, was sk an Palästina getan 1 laben. Er betonte die Bcdeutung des Hebräischen als Landessprache in Palästina und ging dann auf das Vcriiältnis zwischen Jude« und Arabern ein. Bd gutem Willen auf beiden Seiten könne man zu einer Verständigung gelangen lind eine solche sei bereits angebahnt. Palästina habe Raum genug für eine jüdische Kolonisation, ohne daß die Rechte oder der Besitz der dort lebenden Araber im für die jüdisch-nationale Autonomie Aus Tem cs var wird dem ״Pcstcr Lloyd“ am 13. November gemeldet: Auf Anregung der Zionisten hat hier eine Versammlung der südun garischcn J udensch aft stattgefunden, die auf Grund der Regierungserklärung, daß Ungarn sich dem Völkerbund freudig anschließe, beschloß, die Regierung rar programmatischen Erklärung aufzufordem, daß unter den in Ungarn entstehenden nationalen Formationen auch der Judensckift autonome politische u ״ ■i kulturelle Rechte zugcsichcrt werden müssen. *L» wird in Südungaro tir.e Kommission gebildet werden die auch die übrige Judenschaft des Landes zur Orpani- «*«rung auf'nationaler Grundlage zu bewegen trachten soll. schwer sein muß, mit dar ihren ״nationalen“ Ohara!׳ ״!iei.auUle“ ru rechnen oder :tcr zu catdeckcn. Das Kopcri!**';c::cr 2i 011333,316 Ef:ro berichtet: ln den lttalc.il C’..;o!:e*ir,;cn innd im Londoner Holborn Rcstauraat ein Festeösfcn zü Ehren der Mitglieder der Zionistische« Palästin&kommission statt, d•.:1 von der Engiish Zionist Federation verar Herbert Samuel t',; sonen nalur.cn r.n dem by-Gore und c3; Lord Rothschild Z a n g wt 11 r: 1־; dort waren, ' ״ n ... .. .י׳ ־. Er dankte den 73;״ und besonders 3.*. L Alben. Alz zv;:1 : ten Aufgaben er.׳•:! .:־ Hedschas, de:::. :!:״tat Vzar, bd dein Herr 1״V0r.:;;e. 33410. Etwa 303 Perfc:l 13;, d::־i;:;kr iV.r.jor O rm«־ 33'׳־,: v 3tor;r Cilktare. Von . 33 1. .׳0־.. .',:zi Ce eil, Israel f3a ä Er;.Uctaca verbin- ' - '' ,3 .'.'33..1 c*L1. 3 L 3; l.'aLzrt Samuel. '_־3 •'*•- ' '׳.r L;;׳.‘.:•a-Kcmmiao’ott ' •'3. m;i; 3:r ihre crfolgrciclie •r 3:5..';'•3• •'•;׳ von Eun criüllc;’7 '•'• 3;3: 33,41 König döt;ür den Zionismus geringsten angetastet zu werden brauchten. Ueber (Ire materielle Frage, zu der die Frage des Bo• denbesitzes gehöre, arbeite die zionistische Orj;»- nisation zurzeit ein Projekt aus. Die bevorstehende Aufgäbe sei schwer. Die, welche hinübergehen, werden Entbehrungen und Leiden tragen müssen, aber der Geist des Propheten Elia sei noch immer lebendig in Israel umi der Versuch werde bestimmt gemacht werden. Nach ihm gab Sir Mark Sykes seiner Ucbcaeugung Ausdruck, daß der Zionismus die Lösung det orientalischen Frage bedeute, Das gegründete Bündnis zwischen Juden, Arabern und Armeniern werde hoffentlich dauerhaft sein, und unter der Einwirkung de» Zionismus werde ein ״Mittelasien“ entstehen, das nicht länger ein Schauplatz von Kriegen, sondern eine Stätte fricdliclvcr Entwicklung sein werde. Herr Nahuni So ko low, der als nächster Redner zu Wort kam, verlangte ein wahrhaft jüdisches Palästina. Der beste Weg, zu einem solchen zu ge• langen, sei eine mächtige und weise Führung, und ohne sich in internationale Politik mischen zu wollen, dürfe mau sagen, daß der beste Schutz und die beste Garantie für Palästina sicher Groß• b r i t a n n i c n sei. Herr Jacobus Kann gab seiner Hoffnung Ans• druck, daß die englische Judenlieit das gesamt« jüdische Volk vereinigen werde, damit es die Errichtung des jüdischen Palästina unterstütze. Die Jw den anderer Länder blickten jetzt auf die englisches Juden, um mehr als je zuvor mit ihnen vereinigt zu werden Viscount Bryce ging in seinem Toast auf das neue Judäa besonders auf die Frage nach den Lan* des grenzen ein. Ostpalästina und West- Palästina seien nicht von einander zu trennen. Geographisch und ökonomisch gäbe cs bis zum Antilibanon und den Höhen des Hernion kchx Scheidegrenze. Was der Vorsitzende über die öcrie• hungen zu den Mohammedanern gesagt habe, sei sehr erfreulich. Ein neues intellektuelles Leben werde vos Palästina aasgehen. Er wünschte, Herz! hätte diesen Tag erlebt. Zum Schluß sprach der Oberrabbiner über Palästinas Zukunft als neuer Hort der jüdischen Re- %L0n. Wie in der Vergangenheit, würde der Jude der Menschheitskuitur wieder eine vorwiegend religiös* Note geben. Ohne die Thora w׳cnlc Israels Geschichte, selbst in scdticm eigenen Lande, iin Sande verlaufen. Mit dem Gesang der jüdischen und der englisch«« Nationalhymne schloß die Feier. Die ,Grenzen Fällst was ״The Zionist Review“ schreibt in seiner Nummer 7 vom November: ״Es Ist für die Zionisten der ganzen Welt di* Zeit gekommen, da sie ihre Meinung über die zu fordernden Grenzen Palästinas niederlegen müssen. ß5_״e Grenzen sind durch die historischen, natürlichen «r.d wirtschaftlichen Interessen des neuen Palästina! vorgezcichnet. Im Süden wird die Grenze durch Aegypten und Akaba am Roten Meere gebildet, jepem Hafen, der während der beiden größte» wirfsdaaftiiehen Epochen der" Geschichte Palästinas, hü*־ lieh unter der Regierung des Königs Salomo und ״י::צ