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Jüdische Rundschau · 1918-12-10 · Heft 53 (10.12.1918) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIII (1918)
Issue
Heft 53 (10.12.1918)
Date
1918-12-10
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 53 ■ «••■י; iC•. י r.lcs: Os« 1 nuit hrs• ,-Matt Der ־ u::enfl Ulg iicii r- ׳1 ו daß Vor- I jüd ״ u den ׳ .:ul dem, .*; c- 1! »> e C!1 e vn' .׳«; > die K;.eil U'h!t Hm,־‘ uer♦ *i jUv u rti-d;e -iü ד 1 r:;:a jit IX./. ist e ja- Sil 5־: 1(h 1p lall ri. lllfti r h e a jplj dem 1! •€ d ו ץ fi׳ (V IM1 vorjtf alle ־ Wii U 11 d Jj| hi:•.- Kimdes• :c 11 e lll teilt e c kfc p n׳ eklet: inehjplt d eit - ich ule lg, l'.ö- (jl.is- : Schaft :!■ in rn leidet: rs Dr. der ■ in i stcr itatinu > t •a u- .11 .,"«י ,ni J U CD] :st! in England Eine große Arbeitervcrsammlung gegen die Pogrome Wie!lern Jüdischen Prcßbiiro in Stock• holnt von seinen! Londoner Korrespondenten tele• grapinert wird, hat eine von zehntausend Teilnehmern besuchte gew altigc A r b e i t e r d c 111 o n s t r a t i o 11 s - Versammlung für den Völkerbund in der Albcrthall in London scharf gegen die polnischen Judenpogrome Stellung genommen. her Vorsitzende George Laus- 5 ury drückte unter der einmütigen Zustimmung der Vor- Sammlung den schärfsten Protest gegen die Judenpogrome in Polen und Galizien aus. Er erklärte, J a s p o 111 i s c 11 e V o 1 k k ö n n e d i e U ת a b 11 ä n g i gk c i t nicht erhalten, ohne dem jüdischen Volk alle ihm zukom mciulcn Rechte zu g c w ii 11 r e 11. Massenprotestmeeting des Jüdischnationalen Arbeiterrates 1 ter jüdisch nationale A r b e i t e r r a t in London veranstaltete ein Massenprotest* Meeting gegen die Pogrome, an welchem die gesamte jüdische Gemeinde tcilnahm. Lucien Wolff gegen die Judenpogrome Am Sonntag, dem 1. Dezember, fand eine Sitzung der A n g 1 o J e w i s h Association statt, in welcher Lucien Wolff Telegramme verlas, welche über die Pogrome in Galizien und Polen berichteten. Er erklärte,•daß alle möglichen Schritte unternommen seien, um die britische Regierung zu inforinieren und Hilfe zu erlangen. Es sei auf einen Erfolg der unternommenen Maßnahmen zu rechnen. Die ״Times“ gegen die Pogrome und für die nationalen Forderungen des Jüdischen Volkes Nach einer telegraphischen Mitteilung des Jüdischen Preßbüros in Stockholm veröffentlicht die ״Times“ einen Leitartikel unter dem Titel: ״Pogrome in Galizicn“, in welchem sie der Zufriedenheit Ausdruck gibt, daß endlich alliierte Offiziere aus Budapest nach Lemberg zwecks Untersuchung der Exzesse gegen die Ju<fen entsandt worden seien. Diese Schritte seien notwendig. So übertrieben auch manche Informationen sein mögen, so bestehe jedenfalls kein Zweifel, daß systematische Pogrome stattgefunden haben. Eine freie Untersuchung wird die Wahrheit beweisen und sicherlich dem polnischen Volk in den Augen der ganzen zivilisierten Welt großen Schaden tun. Um die Massacres zu kennzeichnen, kann nur das Wort ״Abscheulichkeit“ angcwciidet werden, namentlich mit Rücksicht darauf, daß sie von einer Rasse .msgeheii, die die Hilfe der Alliierten erwartet. Die Staatsmänner der Alliierten müssen für die Bestrafung der Schuldigen sorgen und die Judenfrage lösen. Der Leitartikel drückt den Verfolgten alle Sympathie aus und nennt die Juden Galiziens und der betreffenden Teile Polens die unglücklichsten und ärmsten Glieder der jüdischen Welt. Es wind darauf hingewiesen, daß sic 10 Prozent der Bcvölkclung dar.stellcn. Die Verwirklichung des zionistischen Oedankens wird die Lage nur teilweise erleichtern. Die wichtigste, zionistische Aufgabe sei es, dch jüdischen Massen neue Hoffnungen einzuflößen und sie zu lehren, in aller Offenheit, nicht im Geheimen, vollen Rassenstolz zu zeigen, zur religiösen Entwicklung und Zivilisation der Menschen beizutragen und mit voller Energie den ■ jüdischen Führern entgegenzutreten und zu widerstehen, : deren Tendenz den jüdischen Namen diskreditiert. Um dieses Ideal zu verwirklichen, müsse den Juden Gereclitig‘- keit gegeben werden, die auf ihren Bedürfnissen basiert. Kinc schlechte Behandlung der jüdischen Frage stellt überall eine Gefahr für die Ordnung und für eine W>c Regierung dar. Die alliierten Staatsmänner müßten , feenhafte Anstrengungen machen, um die jüdische Frage I ״׳ lösen. Neben der Durchführung des Zionismus muß üfn Juden überall Gleichberechtigung garantiert werden. Der Leitartikel der ״Times“ rief große Aufmerksam- 1 keit hervor. Weizmann gegen'die Pogrome und über die Verwirklichung des Zionismus Auf einem anläßlich des Makkabäerfestes vcransüilte- Empfangs-Abend* der Zionisten von icn b 1 ׳ 1 l״-, x i ־ ' ' . , ' 4*V .ß i * >,״• , ß V m Voi stend hielt Prof. Weizmann, der kürzlich aus ... England zurückgekehrt ist, eine äußer¬ '״denllieh eindrucksvolle Rede. Wie das Jüdische Preß- , r° in Stockholm telegraphiert, teilte Weizmann mit, “äß große britische Staatsmänner, die er 1'«ii besucht habe, versprochen haben, alle Schritte ׳u unternehmen, um für die Einstei lungder PojUome zu sorgen. Weizmann fügte hinzu, daß die eien einen großen Irrtum begehen, wenn sie systema- ״sch politische Pogrome organisieren, um dem Friedens- ״®”Kreß die Juden jm Gegensatz zu Polen zu zeigen. 1»,esc Mathodc wird die umgekehrte Wirkung haben, «8 sie vielleicht erwarten. Die jüdische Frage ״*rd nicht nach dem polnischen Rezept «cU8t werden. Es wird kein Weltfricdc ohde 1e 10sifrig der Judenfrage und die wirksamste Sicherung!;cs zustande dco Zionisalles getan, um Palästina i! werde der Weg nach!urm sagte: ״Wir halten der nationalen Rechte de: kommen. Hinsichtlich der imts erklärte Weiztnann, es se als Jinienlatid zu sichern. B; Palästina offen sichen. V7ciz1 leicht eine provisorische ]Regierung wie andere Völker, die bisher unbekannt waren, haben können.“ Die ein- 7!ge Opposition gegen die zionistischen Forderungen bestehe gegenwärtig nur auf gewissen katholischen Seiten, aber es sei eine Gefahr für den Zionismus nicht vorhanden. Der Pa:i2-ZI011-¥e1*IJc.11I bei den Gesandtschaften der Entente Eine Deputation des jüdisch-sozialistischen ArbcitcTvcrbandes Poalc-Zion und des Skandinavischen Zionistcuverbaiides sprach in Angelegenheit der polnischen Judenvcrfolgungcn bei den! a in c r i k a n i - s c h c n und dein französischen Gesandten und dem britischen Geschäftsträger in Stockholm vor. Die Deputation überreichte die Resolution, welche 11 ie kürzlich veranstaltete große Protcstversaminlung beschlossen hatte, und informierte ausführlich׳ über den Pogrom in Lemberg. Sie forderte die Einsetzung einer »eutrale.11 Untersuchungslaommission und sofortige militärischc Intervention. Der Empfang der Deputation war sehr freundlich, die diplomatischen Vertreter Amerikas, Frankreichs und Großbritanniens drückten ihre Empörung über die schändlichen Verfolgungen und ihre Sympathie für die gemarterten Juden aus. Der amerikanische und der französische Gesandte versprachen, die Resolution und die Informationen an ihre Regierungen weiterzugeben und die Wünsche der jüdischen Deputation zu unterstützen. Der britische Geschäftsträg c r erklärte, die Verfolgungen der Juden seien ein Ausfluß unglaublicher Dummheit und für die polnischen Interessen höchst schädigend. Er drückte seine E m - pörung aus und versprach ebenfalls die telegraphische Uebermittlung der Resolution und der Informationen an seine Regierung. Appell der schwedischen Sozialdemokratie an die sozialistischen Parteien der Entente Aus Stockholm wird uns vom 6. Dezember telegraphisch berichtet: Die schwedische Sozialdcinokratie richtete an die sozialistische Partei Frankreichs nachstehenden Drahtappell: ״Sie kennen ohne Zweifel die infamen Pogrome, die in Galizien das freie Polen entehrt haben. Im Namen des internationalen Sozialismus appellieren wir an Sic, französische Genossen, ihren ganzen Einfluß auf die öffentliche Meinung, die immer auf der Wacht für die Rechte unterdrückter Völker steht, und auf Ihre Regierung aufzubieten, um die Wiederholung solcher empörender Massacres zu verhindern. In der gegen wirtigeu Weltlage sind die Alliierten die Einzigen, die die Möglichkeit und folglich auch die Pflicht haben, die nationalen Minderheiten gegen Verfolgungciij die eine Schmach für die Menschheit und die Kultur sind, zu bcschützen. Im Namen des Parteivorstandes: Branting. Molle r.“ lin gleichen Sinne appellierte die schwedischc Sozialdemokratie an die sozialistischen Parteien der anderen En t e n t c 1 ä n d e r. Appell des St ick! fl Fricdeiiokositce 1116׳ Für das ״F ri edenokomitcc 1916“ telegraphierte der Stockholmer Bürgermeister Carl Lindba’gen an den Ministerrat nach Warschau und* an die Polnische Liquidationskommission in :Kr akau : ״Mit Schmerz lesen wir die traurigen Ereig■ nissc in Lemberg und anderen Teilen Galiziens und Polens. Für Polens Freiheit traten die Schweden stets mit Enthusiasmus ein, und das ״Fricdenskomitec 1916“ veranstaltete vor einiger Zeit in Stockholm eine große schwedische Versammlung, die sich für ein freies und ungeteiltes Polen aussprach. Die Körperschaft, die ein aufrichtiger Freund Polens ist, bittet Sie, im Interesse der Menschheit und ihrer eigenen Freiheit, mit aller Kraft Mord, Plünderung und Gewaltanwendung gegen Minori׳ täten zu bekämpfen. Der junge polnische Staat darf nicht mit solche» Taten befleckt werden»“ Seite 413 erwiderte, er die Pogrome sei inißv und hat) Der holländische Scnnt nc^cn die Pc״ Wie das Jüdische K o r r c מ p o n d c n z b ü ro aus dem Haag telegraphiert, interpellierte der holländische Senator van Kol im Senat die Regierung wegen der Pogrome gegen die Juden, in Galizien und Polen. Er forderte die Entsendung einer «entrden Kommission, erhob die schärfste Anklage gegen die polnische Regicrung und trat entschieden gegen die polnischen Dementis auf. Der lioüäadbche Minister des Auswärtigen Karnebeck erwiderte, als Mcnccii teile er van Kola Empörung, als Minister meine er, HcErnd könne ־Wegen der prekären ißtcniatlcnatcn Lage keine InühUve er» greifen. Die Senatoren van Kol, Henry Polak und Einöden tadelt ca die l־ia!.t!::r des Ministers uni forderten ein entschiede־.';־־. Auf treten. Enibtlen verlangte, daß Hollärul keine Beziehung mit den Polen eröffnen dürfe. Der Minister des Acußem!־Ständen worden., Er mißbillige bereits Schritte unternommen. Das lnü׳fc1;se verschiedener Regierungen für die Befriedigung der jüdischen Forderungen sei vorhanden. Van Kol schlug eine Resolution vor: Der Senat mißbilligt die Pogrome in Galizien und Polen und bittet die Regierung, Schritte wegen Entsendung einer Kommission ■ zu unternehmen. Die Abstimmung über diese Resolution wird in der nächsten Woche stattfinden. 1111 Senat ist die Empörung über die Pogrome allgemein. Niemand fand ein Wort der Verteidigung für die Polen. Der Eindruck in der Octfcntlichkeit ist sehr stark. Alle holländisehen Blätter nehmen Stellung gegen die polnischen Dementis. Einsetzung eines Fasttages Wie aus dem Haag telegraphiert wird, schriet das kabbinat im Haag einen Fasttag und Trauergottesdienst wegen der Pogrome aus. Der Israelitische Gcmeindcbund forderte die Regierung auf, bei den Entente ni ächten wegen der Pogrome zu intervenieren. Der Senator Polak empfing ein Telegramm der po I n i sch e n R cg ie - r u n g, worin sie bürgerliche Gleichberechtigung für die Juden und kräftige Maßnahmen gegen die Pogrome verspricht und behauptet, daß die jüdischen Bolschewisten die Mißstimmung der Bevölkerung hervorriefen. Die Regierung erklärt, versöhnlich zu wirken, und bittet, die polcnfciiullichcn Aktionen einzusteilcn. Senator Polak antwortete, daß die Schuld der polnischen Behörden am Lcrnbcrgcr Pogrom feststehe, daß die Beschuldigung des Bolschewismus böswillige Erfindung sei, um die Entente judenfeindlich zu stimmen. Das jü-׳ dischc Volk und die zivilisierte Welt werden sich nicht beruhigen, wenn die Polen den Juden nicht die nationalen Rechte zuerkennen, ohne die die bürgerliche Gleichberechtigung illusorisch sei. Protest der Stockholmer Jüdischen Gemeinde Das Stockholmer Jüdische Preßbüro telegraphiert uns am 3. Dezember: ״Eine Deputation der Stockholmer Jüdischen Gemeinde, bestehend aus Oberrabbincr Ehrenpreis, Gemeindepräsident Hirsch, Gemeindevorsteher Direktor Thiel und dem* Mitglied der Ersten Kammer Lamm, suchte heute den Ministerpräsidenten Ecden und den Minister des Addieren, H e 1111 e r auf, um die Intervention der schwedischen Regierung für die Juden Galiziens anzurufen. Die Deputation überreichte ein Memorandum, das die Pogrombewegung und insbesondere die Lcmbergcr Greuel schildert und die Notwendigkeit einer Intervention nachweist. Die schwe־ disclicn Minister empfingen die Deputation sehr wohlwollend, ließen sich genau über alles informieren, drückten ihren Schmerz über die polnischen Judcnvcrfolgungcn aus und versprachen, dem Wunsche der jüdischen Gemeinde in geeigneter Form nachzukoimucn. Protest jüdischer Arbeiter aus Polen Aus C ö I n a. R h. wird uns vom 3. Dezember telegraphiert: ״Die Judenverfolgungen in Polen, unter welchem Vorwand auch immer begangen, treiben jedem, der sich mit Polens Schicksal verbunden fühlt, die Schamröte in die Wangen. Die Auferstehung eines unabhängigen polnischen Reiches haben mit der gesitteten Welt auch die polnischen Juden als die Wiede reutmachung eines jahrhundertelangen Unrechtes freudig begrüßt. Die Tatsache, daß nunmehr Polen durch die Verfolgung und Abschlachtung wehrloser Juden zu einem Herde anarchischer Zuchtlosigkeit geworden ist, erweckt starke Zweifel, ob das polnische Volk clcr neuen Freiheit würdig ist. Wir jüdischen Arbeiter Polens verlangen daher als unabweishche Forderung der Gerechtigkeit, die wohl der der gesamten gesitteten Menschheit sicher ist, daß die Anerkennung Polens als unabhängiges Reich und seine Aufnahme üi den Völkerbund davon abn,ß j S gemacht werde, daß auch der jüdischen Minderheit ein ausreichender Schutz gegen nationale religiöse oder wirtschaftliche Vergewaltigung verbürgt ,. , Aktionsausschuß der jüdischpolnischen Arbeiter in Köln• Akxandrowitz, Fischauf, Holstein, Michalak Mon- ’ zarsch, Dr. Nathan Tyszkiewidz, Kalenicki.“ Massenprotest in Zürich graphierfZiiri<:h Wl1״ uns vont 3- Dezember tele- ״Am 3. Dezember fand in Zürich eine v״״ mehreren tausend Teilnehmern besuchte Versa mmlung statt, d.e von. Exekutivausschuß der zioni* tischen Vereine Zürichs, dem Komitee nfj1•8 a J U c a״’ ^c,n Aktionskomitee der jüdischen Organisation in der Schweiz Zentralkomitee der Agudas Israc und de ״ tralkomitce der jüdischen Studentenschaft embe rufen war, um zu den nolni^h,,״1 ״! nsc1u|t und Eisenstadt. Es wurde eine ffotestres0U1t»,U einstimmig angenommen.“ rorcstresoiutwn ״Pro o stdem Zen• den 4. Dcrnttoc/lLTif! י"" Mittwoch, ״_.. Polen und Oalirkn m!,•aAc. £c£ca 4ic Pogrome in Protc tvoSmf, historischen Kongreßkasino eine Teilnehmer, Juden und Nfchtiuda!r 1200' sprachen Rainer Ä &

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