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Jüdische Rundschau · 1918-12-03 · Heft 51 (3.12.1918) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIII (1918)
Issue
Heft 51 (3.12.1918)
Date
1918-12-03
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 51 J U 0 ■: 31; F?JA 4 i J i IJ ’ Seife 300 &0׳ erste Judenland gcsiciiafft-ji, Rpmaaiiiker haben jct/t die jüdische Schule geschaffen; heute werden die Romantiker da». Volke auch seine freie Heimat zurückgeben. Gegen den Redner sprach der Vertreter der Vereinigten“ Nowakowski, Er ist ein vcrstanden damit, daII nach Beendigung des Krieges eine jüdische Auswanderung beginnen soll, aber er betrachtet es als ein Unglück für das jüdische Volk, warn ihm der Friedenskongreß IAv liistina gewahren sollte. Dadurch würden die Vcrliältnisse in de»® 'Diaspora erschwert werden. Der jüdische Arbeiter werde in Palästina versklavt wer• den. Für den Territorialismus werde cs ein Todesstoß sein usw. ״Der jüdische Arbeiter“, vcrsicherte der Redner, ״dankt für dies Geschenk und wird Palästina nicht annehmen“. Er schloß mit der Erklärung, daß seine Partei keinen gemeinsamen Weg\ mit den Zionisten zum Friedenskongreß habe, und daß sic Wege finden wird, die internationale (!)Öffentlichkeit über die wahre Gesinnung des Volkes aufzuklären. Den Gegnern von der Linken antwortete der Gencrajredner der Poale-Zion, Scfubabcl. Gewählt wurden: 1,1, Ur־ircbkln, Ach'ad- Haam,Rabbiner Ahro 11 r,o!1;!, Id.. N, Kreittin u nd O.O. O r 11 r. e n b c r ■ k Ueber die übrigen Fr;ר:;;־ und!?r״c!nür:e des Vorparlament; w.11 v/וr*!־giCii fc-*« D« •י ־׳,.4י . f 1» •ו״ n ,,״ ,י״ CI" JliLwClilv U '*,'!/J V I Wld fiiat! t Das Jüdische Prcßbüro in Stockholm telegraphiert; Wir erhalte!» von unccrcm Korrer; ondenien in Londan die telegraphiccha Atitair.:•;:, <!. fl die jüdischamerikanische Presse clur.tinimlg ur.׳J mit grohem Nacluirucl; die Forderung nach der buUlljon Linb e 11 ז f u 1»g <] cj 11 d is c 1» e n IC 0 n g r 0 il c 8 in Amerika stellt. Der Forderung der öffentlichen Meiiiung entsprechend hat die eingesetzte Exekutive des jüdischen Kongresses die Arbeit wieder mitgenommen. Das Jüdische Prcßbüro ln Stockholm berichtet aus N c w Y o r k: Das Zentralkomitee der poale-zionistischen Organisationen Amerikas erließ ein Manifest, welches die sofortige Einberufung des jüdischen Kongresses in Amerika fordert, welcher bei der Einberufung des jüdischen Weltkongresses mitwirken soll. Am 10. November d. J. hat eine Konferenz des Verba nd es der ga 1 i /.iscI»c n Juden in Amerika siaUgcfumlen und beschlossen, an^Wilson einen Appell um Hilfe und Sicherstellung der nationr.lcri und bür,׳:erlichen Rechte der Juden in Galizien und der Bukowina zu richten. Ls wurde beschlo.acji, sich tnlkräftig an der Organisierung de» jüdischen Kon* grcBfea in Amerika zu beteiligen, die Demokratisierung de» Joint Distribution Committee (Zentrales Vcricilungskoniitec) zu fordern und alle gaüzi* scfi en Juden zum Anschluß an die Z io- Das Pariser Zionistische Büro * Das Jüdische Prcfibüro in Stockholm berichtet at» London: Nahuin Sokolow reist mit den Herren Toikowski und Matz als Sekretären nach Pari» ab, um ein Informationsbüro einzurichten und beim Friedens• kongrefl die politische Arbeit für die Schaffung der nationnlcn Heimstätte in Palästina und die Sicherungder nationalen Rechte der jüdischer» Minderheiten in der Diaspora zu organisieren. Herr Ro so w aus Petersbürg, Mitglied des Grollen Aktionskomitees der Zionistischcn Organisation und der Zionistischen Pa* lästina-Komimssion, der sich von London aus unterwegs auf der Reise nach Palästina befand, ist nach Paris zurückberufen worden. .Wenn Einheit der nationalen Front für den ״Bund“ kein Gebot sei, warum nehmen seine Vertreter überhaupt am Vorparlament teil? Und warum utelit der ״Bund“ überhaupt nationale Forderungen auf? Und ist der gemeinsame Kampf für die nationalen Rechte'in der Diaspora gestattet, warum wird er plötzlich für Palästina unzulässig? Im Namen des jüdischen Arbeiters bedanke cf sich für das Geschenk, aber der jüdische Arbeiter habe bereits aber den 'Kopf dieser seiner Führer sein Wort gegen diese Führer gesprochen. Der Redner schilderte die Palästinabewegung unter den jüdischen Arbeitern Amerikas und Uie Entwicklung der jüdischen Arbeiterbewegung überhaupt und unterzog die Lösung, die der ״Bund“ der jüdischen Frage abwechselnd am geben versucht hat, einer eingehenden Kritik. Ist der Friedenskongreß einer imperialistische Einrichtung, dann hat der ״Bund“ überhaupt nicht hinzugehen. Geht er aber hin, dann ist er verpflichtet, wenn er seinen Platz in der jüdischen Arbeiterbewegung aufrcchtcrhalten will, dort das zu verlangen, was das jüdische Volk verkünden wird. Eine vermittelnde Stellung nahm der Redner Ucr Volkspartci Latzky ein. ״Wir sind“, sagte er, ״die Kompromißpartei, weil der Kornpromiß die Synthese des Lebens ist. Wir sind daller auch für Palästina, weil wir die Errungenschaften des jüdischen Volkes ui diesem Lande i!n Verlauf der letzten vierzig Jahre nicht unterschätzen können. Aber wir überschätzen die Bedeutung Palästinas nicht. Ein Zentrum unter vielen anderen wird Palästina den Juden sein.“ Die Resolution Die Versammlung wählte eine besondere Kommission zur Abfassung (kr Rcsolutionen. Am nächsten Tage wurden der Vcr- Sammlung drei Resolutionen über diese Frage vorgelegt: eine von den Zionisten und Zeine Zion, eine vom ״Bund“ und eine von den Poale- Zion. Mit 64 gegen 31 Stimmen wurde folgende von den Zionisten vorgeschlagene Resolution Punkt für Punkt angecommen: ״Die provisorische jüdische Nationalvcrsammlung in der Ukraine fordert: a) die Anerkennung des jüdischen Volkes, als einheitlicher Nation; b) die Aufnahme des jüdischen Volkes als gleichberechtigtes Mitglied im Völkerbund; c) Völkerrechtliche Garantie für alle Voraus- Setzungen, die für die Wiederherstellung des po- Mischen Zentrums des jüdischen Volkes in seiner historischen Heimat, in Palästina, notwendig sinei; d) Verbürgung — durch Konstitution und internationales Recht — der bürgerlichen und nation a 1 en Re ch tc der Juden in allen Ländern; e) Gewährung der national-personalen Autonomie in allen Ländern, in denen Juden in großen Massen wohnen und überall, wo die jüdische Bevölkerung dieses Recht beansprucht. Die nationale jüdische Bevölkerung fordert die Zulassung der Vertreter des jüdischen Volkes zum Friedenskongreß zwecks Wahrung der jüdischen Interessen.“ Die Delegation zum Friedenskongreß Einer telegraphischen Mitteilung zufolge wurde •'M_de1■ letzten Sitzung des Vorparlaments eine Mmgiiedrige Delegation zur Beteiligung am Friedenskongreß gewählt. Die so- '‘Mistischen Parteien und die Volks- Partei nahmen an diesen Wahlen nicht teil. Ptflüv'ß n f T' rlC'■ "ל Ch * A Forderung einer Iz fe’wi «ui der Sr02räüs!1te I Das "Kopcnhagcner Zioniotische Büro hat bei den Gesandten der Großmächte io Kopenhagen Schritte unternommen, um die Regierungen zu einer Intervention in Sachen der J uden pogromc in Galizien und Polen zu veranlassen. Das Kopcnhagcner Pionistlache Büro hält die zionistischen Organisationen sowie die nl'gcmeine Presse der einzelnen Länder lortgcaatzt auf dem Laufenden über die Vorgänge in Galizien und Polen, «nd tritt durch di,e Verbreitung des authentischen Materials über diese Vorgänge den Ableugnungen der polnischen Korrespondenzbtiros entgegen. \ * Das Kopcnhagcner Zionistische Büro hat am 23. November folgendes Tclegrannjj an das Verbandsbüro der Poale-Zion in Stockholm gerichtet; Während bei allen Völkern der Welt Freude und Genugtuung darüber herrscht, daß dam furchtbaren Blutvergießen ein Ende gemacht ist, muß das jüdische Volk aufs neue Traue? aidcgcn, , Furchtbare Schreckensbotschaftcn haben uns נ:ש Polen erreicht, wo die polnische Bevölkerung aller Schichten, unter Mithilfe der intcr.gerj u;;;5 der pclnh.hcn Legionäre, einen förmlichen Vernich tun gikrieg gegen unscre Brüder ins Werk gc::trt lut. In UuRdcrtcn von Ortschaften haben Pogrome str.ttgefuaden, bet denen jüdische Häuser verbrannt, jüdische Synagogen geschändet, jüdische Existenzen ruiniert ur.d rdlirciche jüdische Menschenleben durch gemeinen Mord vernichtet wurden. Eine entschliche Panik hat Millionen unserer Brüder ergriffen, die so beispiellos Schweres schon' in den Jahren 'des Krieges erlitten heben. Für diese allem menschlichen- Empfinden hohnsprecha:dcn Verbrechen klagen wir dao polnische Volk vor dem Tribunal der Völker am, überzeugt, daß unsere Stimme von denen gehört werden wird, deren Machtwort allein imr.tar.de!st, den Jtsdcnmetzeldcn ein Ende zu setzen. Wir verlangen eine sofortige Intervention aller Kuiturmächtc, die den Schutz unserer Brüder sichern und die Schuldigen der Bestrafimg zuführen muß. Das jüdische Volk muß vcrlan• gen, daß cs einem Voll:, das reine Selbständigkeit mit blutigen Verfolgungen einteitet, niclit schutzlos aurgelkfert wird. Zionistische Organisation Kopcnhagcner Büro Dr. Victor Jacobson. Das ״Jüdische Korrespondenzbüro“ im Haag meldet uns unter den! 1. Dezember telegraphisch, daß die einflußreiche englische Zeitung ״Manchester Guard i a n“ militärische Intervention in Polen fordert. * Proteste des |CdI::r,!:cn NiaHeaalrsies fär DeiitCmi-CöGteiTddi An die Polnische Liquidationskommission. Krakau. Der Jüdische Nationalrat für Deutsch- Oesterreich erhebt schärfsten Protest gegen die unmenschlichen Pogromc in Wcstgalizien, die das Ansehen Polens in der ganzen Welt schänden. Wir bitten, sofort alle Maßnahmen zum Schutze der Juden zu ergreifen. An den Für&tcrzblschof Sapicha Krakau. Der j ii (1 i s c I; c N r. t i o!1 a I r a t f ü r Deutsch- Oesterreich pro;... »i.;t ai.3 ßcirlrDte gegen die Unmemuhlicltkeifcu ■der Pe:.:n gegeri^ die Juden, und gegen die Be t e i 1 i!1:1 d e r p o 1 n i s c It e 11 Geist- Hel» keit atg der Volk! Verhetzung. Die Pogrome schänden die Ehre d:a 1:hri־.tlichen Polenvolker» vor der ganzen Welt. Wir bäten dringend, mit all Ihrem Eintjull entgegermnvirken. An ,den PrSsIdcntcn Wilson Washington- Der Jüdische Nationalrat für Deutsch- Oesterreich spricht schien tiefempfundenen Dank aus für die Zusage des Schutzes der kleinen Nationen. Er bittet dringend, ■den furchtbaren, unmenschlichen Auaschreitungcn der Polen gegen die Juden in Westgalizien mit allem Einfluß entgegenzutreten. An Justico Loals D. Brandets Washington. Der Jüdische Nationalrat für Deutsch- Oester re ich hat an den Präsidenten Wilson den schärfsten Protest des jüdischen Volkes über die unmcnechiiche Behandlung unserer «Brüder in Oaliricn durch die Polen telegraphisch übermittelt. Wir bitten Sie ,alles aufzubictcn, damit dieser Protest an zuständiger Stelle Beachtung finde und den entsetzlichen Pogromen Einhalt geboten wird. Der Eindruck in Amerika Daa Kopcnhagcner Zionistische Büro berichtet: Nach einer Londoner Depesche hat sidh in Amerika der jüdischen Kreise eine starke Erregung wegen der Behandlung der Juden durch die Polen bemächtigt. Inzwischen hat sich der Jüdische Nationalrat ln Wien durch Vermittlung des holliltullr.chen Gesandten in Wien auf die Nachricht von den fürchterlichen!,ogromen direkt an den Präsidenten Wilson gewandt. Das Jüdische Pressebüro in Stockholm meldet aus N e w York: Richter Mack richtete im Namen der Zionistisehen Organisation Amerikas, Louis Marshall namens des American Jewish Committee einen dringenden Appell an Wilson, die Pogrome in Galizien und Polen einzustellen. Protest des schwedischen Erzbischofs!Das Stockholmer Jüdische Preßbüro meldet uns: Das Oberhaupt der schwedischen Staatskirche, Erzbischof Nathan Söderblom in Upsala, der auch als Religkmshistoriker und früherer Professor der Leip* ziger Universität Weltruf genießt, •schrieb dem Poale- Zion-Verband folgendes: ״Geehrte Herren 1 Leider verhindert, Ihrer Vcrsammhing beizuwohnen, will ich hiermit meine wärmste Sympathie für den Zweck der Versammlung aussprechen. Die Judenverfolgungen waren schon lange genug eine furchtbare Schande für die Mensel»- heit und Christenheit. Daß sie jetzt mit neuer Kraft wieder aufgenommen werden, zeugt von verbrecherischer Verstocktheit, die nicht gelernt hat.“ . ... »,•'vnitvim 1/ WIIVUIVT• Die sozialdemokratische Fraktion d < schwedischen Reichstages sandte eine D putation zur Regierung, welche gegen < empörenden Pogrome in Galizien und Polen protestic und eine Protestnote an die polnische Regierung v< langte. Die Deputation betonte, daß der Protest all■ dings nur moralische Bedeutung haben kann, aber }k niclit ohne Wert sein werde. Der Minister d Aeußcrn erklärte, die starke Empörung gegen < Pogrome zu teilen, doch sei er außerstande, die verLanj Note an die polnische Regierung zu richten, weil Schv den keine diplomatische Verbindung mit der polnisch Regierung unterhalte. >ic Poale-Zion an die Sozi der Entcntcläml; Das Jüdische Korrc&pondenzbi Stockholm meldet von» 1. Dezember: Der Jüdisch-Sozialistische Arbeiterverband Zion richtete telegraphisch folgenden Appe Labou r Par\y in England, an die soz Partei Frankreichs, an die sozialistischen

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