Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIII (1918)
- Issue
- Heft 49 (26.11.1918)
- Date
- 1918-11-26
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2651273-2652077-2652125--11848-2669415- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
t \ 3 I 1 ו s % 3 41;4. > 4 *1 n, n CiC Ai. j l er• ov.cr״ ב .;■ס b ■C I »1: i Walfme. VfU> T;1:;o cr«׳u- *:er I u c r )fine* dien), ״ ent« Cä.cr 1 \ Si Oi ני . , f {’ r K ,!5 ,t 11!11!1 h •1 3 9• *V •( I. c I » l I Nr, 49 JU Seite 3S5 I S f \ n 4 *״1> r7;־ a fc der י־. *n {*״י ד*; ד -״־־ » «Li , in «, jf>* f # ןן׳ייון* י»־ > \״״*.ךך ^ייך/ . Wj. »fei i** «»# *־״ ״L״י 1־*־! r* itUiüt & ן 11 , 1 &. Lli״« d»4%J6f 1 m IIaIacv3r.a 1 doi *r~\ * rי ־ 4» Vj* 5• '-־* ׳״,* 'h*UZ 13EC4 27. Dezember 1913 .Sioiu'jold! uorila, Scllcvusstrassc. mmt r/isrd nocli bekannigegeben. Zur Entsendung von Delegierten lind nur diejenigen Ortsgruppen und jugendvereine berechtigt, welche die Landesbeit. n״e rrcMzrilijf pl>;:etiil1rt!iahen. , . ״ I)i׳j.ni!׳en Ort .;;nippe n, die Antra•,״e zu stellen haben, werden gebeten, sie baldigst dem Zentralkomitee zuzustel e Wir verweisen auf die foDruden Fnragraiilien unseres Statuts! , , , , . § H. Jedes Mitglied d r Z V f, D. hat das aktive Wahlrecht zurr» Dclegicrtcntage; da» passive Wahlrecht >*{ an die! Vollend 11g de4 74■ Lebensjahres gebunden. י Jugend vereine, die mit Genehmigung de* Lnndf-svorstand«« als selbstündigc Gruppen der 7. V. f. D. ang'lioren, können!ms iliter Mitte auch jünge c Dekorierte entsenden, die aber grossjlilirig sein müssen. Die Zugehörig«!il 1« einer Jugendgruppe iיt jedoch n r bis ru einer vom Bundesvorstand fcstz.isctzeiulcn Altersgrenze möglidi. _ , § 0. Jede Or1sv>rupps wil •1t ein *11 Delegieren. Ortsgruppen von mclir al« 50 Mi’gliedern wählen zwei Delegierte Ortsgiuppt-n von mehr als 100 Mitgliedern wählen für jedes angeln gene weitern Hundert einen weiteren I)elegierten. §!0, Die Mitglieder des Lnndesvorslundrs •wiben a f dem Deleg ertcota ׳ bis zum Schluß d r Tagung Sit; und Stimme. t? 11. Jeder Delegiert« ve fügt auf dem DclegicrtenUg nur über eine Stimme, D׳e Delcgierten-Mandate sind nich übertrngimr. D!-׳ Uebcrnnlmie dos Manda'.s durch einen Ersutzd legierten muß vor Beginn des Delcgicrtcntages erfolgen D,e Delegierten sind a!1 Aufträge und Instruktionen nicht gebunden• Straßen Warschaus I)elekli;;1e malt de* 11 clu 11 Sul- J lt'c’u I > i C S 1־ K 1' f •־* S l a 1<1 •11 <-11 ־ v o 11 Juden, denen l’oki,' Ciastrcclit gewährt lut, zur Zeit uls alle anilvreu Volker iiin* .Tore den Juden gcseltloi.seti liatien - - «jH-,eiben Juden, die fcU!fewordeti sind durch 4 eii Sch weih, die I’ r a n e 11 und Leide» des p«,| n i ל c h e 11 Volkes, v Die Jtuleii wagen, das polnische Volk zu überfallen 1)11״ zu beleidigen. I>;t kannst das nicht ertragen. t;1ir denjenigen, der nusriu't, nieder mit den polnischen gold.iieii, nieder mit Bolen, kann cs keinen Platz geben!ui |;0!ubc!1em Boden. Nieder m i t de m inneren P c i 11 d I Nieder j,it de u J1!d e n! Lin V c rrätcr i st de r j cn i gc, Je ,י es mit d e u Jude u 11 alt. I’oluisclies Volk, fordere ein polnisches Millj tar ohne Jaulen! Linen poiuiscJicii Sejm ohne jüdische Wähler! Ein freies, demokratisches P<5* len ohne Juden! D i e B c f r c i u 11 (r s a r m c e. Arbeiter I Heute bäte der ewige Feind unseres Volkes, der J u d c 11 n d seine b e z. a 1111 e n A g e 11־ ton, die P. P. S., Sozialdemokraten und Bolschewisten j» iiii.serun polnischen Staat einen Zwangsstreik aiigcordod, der aiier nicht gelungen ist. Diese Uinsiiir/Ier erlatdu n sieh Ciewalttatcn und Mördcreien gegen unsere wehrlosen arbeitenden Brüder, Sie erschlagen Straßen• b:1h11:mgesU'ilU\ verjmjen Arbeiter, die ihrer tiiglicbcn Arbeit nachgeheii, sie erlauben sieb sogar Gewalttaten gegen unsere Soldaten, unsere Natiouahvchr! Arbeiter, wir können nicht Zusehen, dati die Residenz, unseres Landes geschändet wird, und unsere Freiheilsrechte mit den Büßen getreten weiden seitens der j ü - diseheu Blutegel und i 11 rer Agenten, die Sozialisten. Nur unser polnischer VoJkssinn kann die gerechte» Bedürfnisse des arbeitenden Volkes befriedigen. Arbeiter! Lallt nicht das Vaterland umbringen, wie cd die russischen Bolschewisten unter jüdischem Kommando taten. Bleibt bei euren Werkstätten, Iaht keine Unordnungen und keinen Streik zu. Folgt dem Kommando des Anführers P i I s 11 d s k i, helft dem Militär und der Nationalwehr, seid vorsichtig mit den uden und Sozialisten! Nieder mit ihnen! 8 lebe das freie volkstümliche katholische Polen! Gesellschaft christlicher Arbeiter. Verein von Handwerkern iin ״Rozwoy“. ,.Politiken“ über Polen und Juden Da» ״Kopenhngcncr Zionistische Büro" berichtet: Die angesehene dänische Tageszeitung ״Politiken", die der dänischen Regierung nahe steht, veröf!entlieht unter der Uebersehrift ״Die Juden und Polens Wiedergeburt" einen Artikel, in dein ca heißt: ״ . . . Die Frage der jüdischen Nation in Polen iüt während der letzten 10—15 Jahre durch viele Konflikte immer verwickelter geworden. Die herrschende Klasse in Polen führt einen andauernden erbitterten Kampf gegen die Anerkennung der jüdischen Nafiounlitiit als solcher und gegen die Einräumung einer 11ationa!-k1!hi1rc'.]e11 Autonomie für die jüdische Dcvölkerung, die in einem vereinigten Polen etwa 3 Millionen Menschen zählen würde. . . . Ein unbezähmbarer Judenhaß hat im letzten Jahrzehnt die bürgerliche polnische Gesellschaft beherrscht, die einen Vernichtungskainpf gegen d e Juden proklamiert hat, wie er nirgends in der Welt seines Gleichen hat. Das polnische Volk, das selbst zerspalten und zerrissen, ansgesaugt und unterdrückt war, für sein nationales Dasein kämpfte und sich *verzehrte, konnte kein Verständnis für ein anderes Volk aufbringen, das ein so fürchterliches Schicksal erlitt und dem als Vcrtcidiguugsmittel nur ein Appell an die Kulturmenschlich übrig blieb. Von polnischer, wie von jüdischer Seite sind schon viele Versuche gemacht worden, eine Verständigung zu erzielen. Aber diese Versuche konnten offenbar zu keinem Resultat führen, solange Polen selbst nicht mit der vollen Kraft seiner Lungen atmen konnte, solange die nationale Heimstätte nicht geschaffen war. Das jüdische Volk, das selbst so große Anstrengungen macht, tun sich eine nationale Heimstätte zu schaffen, begrüßt als eines der ersten die Wiedererrichtung des ungeteilten polnischen Reiches und erwartet jetzt endlich die Lösung des langjährigen Konfliktes. Eine vollständige n a t i o n a I - k u 11 u r e 11 e Autonomie für die jüdische Bevölkerung Polens kann umso eher durcligcfiihrt werden, als auch der alte polnisehe Staat schon eine solche Autonomie gekannt hat, natürlich im Rahmen der ehemaligen Staitsfonn. Das polnische Judentum hatte eine eigene Verfassung, auf wclclie alle polnischen Könige seit dem 12. Jahrhundert und bis zum letzten König Ponjatowaki den Eid ablegten, wobei sie den Schutz der jüdischen Rechte gelohten. Die jüdische Verfassung umfaßte damals nicht aUein konfessionelle Angelegenheiten, sondern zugleich den ganzen Komplex von rechtlichen und kommerziellen Fra* gen des bürgerlichen Lebens, wobei die Kommunen in einer gemeinsamen national-jüdischen Organisation vereinigt waren. In der jüdisch-politischen Welt hegt man jetzt »lie feste Hoffnung, daß das wiedergeborene Polen in dem Augenblick, da cs vor dein Tribunal der Völker seine Freiheit zurückerhält, von selbst die Forderungen de* | jüdischen Volkes erfüllen wird, das sich ebenfalls ■ an die Feinde der Völker wendet, damit ihm eine natio• I na!-kulturelle Autonomie garantiert wird. . ." r-o ff U t I I l! 4' »י-; י d © no |1 77׳ Tj O/f f l [1 ^42✓ J_1! Fortsetzung der Berichte || Kolbuszowa s| ״Nowy Dziennik" vom 16, November bc- |j richtet: j Die Ausschreitungen begannen in ־unserer Stadt U unter folgenden Umständen: || Am Freitag, dem 1. November, begab s'ch der Lan- |l desgericlitsrat Dr. Czarny in das Gcndarmcriegebäude, 1! wo er die diensttuenden Gcndarmc entwaffnetc und j auf solche Weise die österreichischen Behörden beseitigte,; j An demselben Tage waren viele Bauern aus der Uinp gcbuug in die Stadt gekommen, Angesichts der ünge- ״ein großen Zahl dieser Bauern, unter denen cs nicht »n bewaffneten Deserteuren fehlte, begaben sich •I <0 in Kolbuszowa anwesende jüdische Soldaten IJ «1 Dr. Czarny mit der Bitte, den Sicherheitsdienst in 1 der Stadt versehen zu dürfen. Dr. Czarny wollte I dies jedoch nicht erlauben. Nach einer lial- (j hen Stunde erbrachen die Bauern einige jü- H di sehe Gastwirtschaften und betranken sich; dort, worauf sie in angeheitertem Zustande die Juden, |j denen sie in der Stadt begegneten, belästigten. Einige T 4»!:eschene jüdische Bürger, welche sahen, daß ernste;j Unruhen im Anzüge seien, begaben sieh als Dejiuia- II *ion zu Dr. Czarny und baten ihn, eine Miliz zu or- 'il?4»isieren, oder ihnen selbst die Schaffung einer Si- (S ^•(,rhcitswache zu gestatten. Auch diese Bitte lehnte Czarny, der jure cadu«> die Diktatur in der Stadt מי י sich gerissen hatte, ab. Die Bande der Plünderer letzte inzwischen ihre ״Unterhaltung" fort. Erst pm!Päte:1 Abend verließen sic die Stadt, nachdem sie an U ‘hjncjii Tage einen Schade» vj»n ca. 15030 Kronen aiigc- |.j f|c)1tet hatten. ft Am nächsten Tage (Sonnabend) erschien die Bande {; *sHon am frühen Morgen, um ihre vandalische Arbeit fj ^‘eder aufzunehmen. Die Bauern erbrachen u. a. die *1 AiKscliankkikaie von Hinda Natowicz, Maier Orgel, t| Anfang, Leser Feuer, bei denen Getränke im |! perte von ca. 30000 Kronen geraubt wurden. Die Be- |י rimkenen warfen die Likörflaschen gegen die Wand, ji g“ diesem Tage faßte der Wachtmeister Pietrowski |; Jungen im Alter von 15—16 Jahren zusammen und;י Jjcwaffnctc sie mit den Gewehren der entwäffneten ' ^tcrreiclüsclien Gendarmen. Diese ״Gendarmen" er-!«d'iieiieu stets erst nach vollendeter Plünderung und zerstreuten die Bauern, die sld'1 zu den nächsten Schanklokalen begaben. Unter diesen ״Gendarmen" befand sich der vielversprechende Jüngling, Schüler der 5. Klasse des Privatgyninasiiuns in Kolbuszowa, Stanis» laus Ko czon, der tag? zuvor noch den Banditen in den Schnnklokak» Gesellschaft leistete, heute jedoch jüdisches Eigentum in der Weise ״verteidigte", daß er jeden Jude», der im Begriffe war, seine Habselig• ( keiteu fortzubri»gen, mit dem Gewehrkolben traktierte und dadurch zwang, die aus dem Pogrom geretteten Reste zurückzulascen. Der dortige Geist• liehe, der Probst, dessen Namen unser Berichterstatter leider nicht keimt, begab stell, als er von den Gewalt• tätigkeiteil erfuhr, die man sieh den Juden gcgenübci erlaubte, unter den Mob und beschwor den Pöbel, auseimuider/ugclicn. Als dies jedoch nichts half, riet ci die bewaffneten Burschen herbei, welche auf seinen Befehl die in den Wirtshäusern * schwelgenden Bauern vertrieben. Eine wahre Panik entstand unter den Juden am Sonntag, als Dauernhorden nach dem Kirchgang sich — nicht mehr auf die Schank lokale, sondern auLdie jüdischeu Läden und Privatwohnungcn stürz• ten. plündernd und alles vernichtend, was ihnen in die Hände fiel. Gegen 10 Uhr stürzten, die I foligaue in die Wohnung des Josef Anfang, dem sie ,:in Vortage den Ausschank vernichtet hatten, und demolierten seine Wohnung vollständig, ohne selbst das Bettzeug zu ver• schonen, das sie atitrissett. Sodann beraubten’ sie eine Reihe von Läden und Wohnungen, u! a. die Galanterie• vv.-ircnhaiidiung von Hcrsch Jacob Zuclccrmann, bei vvcl• ehern sie mit einigen Fuhrwerken erschienen und den Laden und seine Wchiiimg vollkommen ausraubten, einen Schaden von ca. 40000 Kronen verursachend. Wäh* rend der Plünderung des Zuckcrmannsehen Ladens kam zufällig ein gewisser Herr Gawron (Christ) hinzu und fragte die Bauern entrüstet: ״Was macht ihr?" Worauf einer der Bauern 'ihm einen von der lür herunterge• rissenen eisernen Riegel au den Kopf schleuderte mul ihn so schwer verletzte, da8 er in bewußtlosem Zu• Stande nach Hause gebracht werden mußte. Ferner wurde bei dein Uhrmacher David Bienen• stock ciugcbroehcn; als nun schien Laden zu plündern begann, begaben sich einige Fräucn zum Direktor der Volksschule, Herrn M r o? und flehten um 1 Ulfe. Herr Mroz. beauftragte sofort den Wacht• meister Pietrowski, die Menge zu zerstreuen, Pie* trowski begab sich daraufhin an die Plünderungsstätte und gab aus seinem Revolver einige Schüsse in die Luft ab, als plötzlich irgendein Deserteur hinzustürzte und ilun das Bajonett in den. Arni stieß. De! Wachtmeister ließ den Revolver fallen und floh. Da bewaffneten sich die ehemaligen österreichischen Gendarmen wieder und trieben die Menge mit den Kolben auseinander. < uursenen wurden plötzlich durch Schüsse, die hin tfen Häusern der Bürger Härtner, Haar und Kleimn; fielen, alarmiert. 8 bewaffnete Burschen umrinu das Lcisfnerschc Haus und begannen eine wüste Schic rei in da» Innere; sämtliche Fensterscheiben wur< zertrümmert, die Wand eingedrückt. Die entsetzte milic Lcistner mußte sich auf den Fußboden lc״ um nicht erschossen zu werden. Die Schießerei hir dem Hause hörte trotz alledem nicht auf. Da begal sich die drei Gendarmen ins Leistnersche Haus 1 machten eine Haussuchung, fanden jedoch 1 "crK‘. Waff(״־• Da die Bauern die Festnahme Familie forderten, verhaftete der Wachtmeister 1 Sohn Leistiiers, Samuel, und Don Kleitmtann, und hrac beule zum Gemeindeamt, wo einige halhwüchsi ׳e I: sehen auf den Befehl des dortigen Wegmeisters t a re tenVp'n rbhidcr ״״sc,1״Id>'°" Jiinelilige mit Kn ten bearbeiteten. Der zufällig am Gemein , CL V. ‘1r> ״•••יי die beiden Jünglinge für an!n׳ ches Schießen hinter dem Hause schlage, sofort die S *״• «״«*״.״• MU 0־4 .;״״ ci 7,°, £!׳F. 1.14 ״)״c, Hause aui J, idlo^n'Scr"^' 4,־ bcrul,!,4cn Bauern a. puLca J ,, ״ ״ Plünderung zu veranlassen. Die arg zugerichtefe״ ״ Imge wurden am ״ädistcn Tage entlassen , n i von Sonntag auf Montag stürzte sich der PöbefauL Gendarmcnepostenkommando Die (1r־״ n , auf flohen, und jetzt begam ~ v0 ,^1״c,״iar1״e" ' die Plündcru 1״ L 5״OI״mcn, 11״gehindert Pinkiis Reich und anderen geplündert J I'C tete bis 4 Uhr nachmittag 8 plundtrt* Der M(^b I i 1■ » .4 | / 1