Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIII (1918)
- Issue
- Heft 49 (26.11.1918)
- Date
- 1918-11-26
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Mehrheit bildet die Boargcosj'.gdie aber hier nicht ihre lebendigen Klas&eninteressen, sondern alte Formen des jüdischen Geistes verteidigt. Vom Friedenskongreß verlangen die Vereinigten: volle bürgerliehe und ]politische Gleichberechtigung, natioual-pcrsonalc Autonomie in allen Ländern jüdischer Massensiedlung, Anerkennung der zerstreuten 'Nation als öffentlichre c 1111 i c h c r n a t i o n a I e r E i n 11 e j t und freie Einwanderung und Kolonisation in allen Ländern. Die Vereinigten verpflichten sieh gegen alle imperialistischen und Chauvinist!- sehen Forderungen der jüdischen Reaktion;:1! kämpfen. So verkündeten alle politischen Parteien, die gegenwärtig das gesamte Judentum der Ukraine umfassen, in ofi/.ielleu Grundsätzen vor dem Forum der gesäurten Oeffentliclikeit ihre Forderungen. Trotz. der Verschiedenheit i!1 Schattierung und Nuance der Begründungen klang aus allen Deklaraiiönen ein geeinter Wille. Alle ohne Ausnähme verlangten die Anerkennung der jüdischen N ation durch den F riedenskon- ״ re ß. AÜeohne Ausnahme forderten die Gewährung der n :> m i c in der Ukraine und Ausnahme verlangten freie Kolonisation und nationale Rechte in Palästina. Fünf von den sieben Parteien des Vorparlaments, die über '■'ix aller Stimmen verfügen — Orthodoxe Achtiu 111, Zionisten, Zionistische Volksfraktion Zci'rc- Zion, Jüdische Volksparlei und .sozialdemokratische Partei Poale-Zion - verlangten die Löamg des Palästinanrobiems im Sinne der zionistisehen Fassung als freie territoriai-politischc Heimstätte für das jüdische Volk. Der Bericht über den weiteren Verlauf der Vcri 1 a* reif nagen folgt. Zum Tode Hans Gideon Heyrnamis Die Zionistische Vereinigung für Deutschland erhielt anläßlich des Todes von Dr, lians Gideon Hey mann das folgende DeileUlstele-;!ramm des Kopciiliagcncr Büros der Zionistischen Or-;',anisaticm: Wir bitten Sie, .־mlätilicli des Ablehens von Dr. 11 c y - mann, unseres langjährigen Freundes und Mitarbeiters, den Ausdruck wärmster Anteilnahme eulgegenzmiehnien. Mit Urnen lud auch das Aktionskomitee einen schweren Verlust erlitten. Die Zionistische Organisation wird das Andenken Dr. Heymarms stets in Eli reu halten. Zionistisches Büro Kopenhagen. Aus Kopenhagen sandte das Mitglied des Zionistischen Aktionskomitees und des Zentralkomitees der russischen Zionisten, Herr Leo Motzkin, das folgende Beileid steleg ramm: Tief erschüttert über das plötzliche Hinschciden unseres! langjährigen Kollegen und unermüdlichen Mit- Streiter» Hans Gideon Hey mann drücke ich dem Zentralkomitee mein tiefstes Beileid aus. Uebermittclt der Familie des Verstorbenen gleichfalls meine innigste Anteilnahme. Leo Motzkin. Ferner sandte die Dänische Zionistenvcrc i n i g u n g an die Zionistische Vereinigung für Deutschland folgendes Telegramm: Tief erschüttert von der Nachricht des plötzlichen HinsCbeklcns des Mitgliedes Ihres Zentralkomitees Heymann drücken wir unsere herzliche Anteilnahme aus. Wir werden das Andenken unseres hingebungsvollen Gesinnungsgenossen stets in. Ehren halten. Dänische. Zionisten-Vereinigung. J. Nachem so hn. jlskor-Abend In Lodz Am Sonntag, dem 27. Oktober, wurde int jüdischen ßeth-Am in Lodz eine imposante Kundgebung zum Andenken der in Palästina gefallenen jüdischen Wachtcr veranstaltet. Vor einem melirtauscndköpfigen Pu- Nikum sprach Jizchak Grünbaum über ehe Lcistun- Cen der jüdischen Wächter in den Kolonien und im Zusamrnenhang damit über die nahende Verwirklichung unserer Bestrebungen. Die Rede wurde mehrfach durch Ovationen unterbrochen und begeisterte die Zuhörer . außerordentlich. Einen starken Eindruck machten Delc-?stionen von verschiedenen Anstalten, darunter vom Jüdischen Handwcrkerklub, die mit blau-weißen, schwarz umflorten Fahnen erschienen. Nach der Kundgebung wurde eine Prozession durch die Straßen unter Absinjpmg '*»*' zionistischen llicdcm improvisiert. Der Abend hin- •w/r-icIi 1»Ci der Lodzer jüdischen Bcvöjfccrung eine ernste •׳״trktmg. In ti *1 i'1 Koller wir lai'dcilca, daß wir unseren teuren Mitarbeiter und '1 1! SH•״. «ia »Lt Mitglied O -1, C1N ZU /d;iior.b!;omitccs •der Zionistischen Organisatioi verloren ku iviit n die sich die Zio: Seine lernte 1 i Gideon Hcymenr. haben wir eine der starken Stützen verloren, auf otirclic Organisation mit voller Sicherheit verlassen konnte. ג z;on::ä:schc Gesinnung, seine außerordentliche nationalokonomisdie Erfahrung, sein sdiarfcs Urteil und seine tatkräftige Entschlossenheit haben ihm seit vielen Jahren eine führende Rolle in der Leitung der Zionistischen Weltorganisation geschaffen. Hans Gideon Heymann war einer der entschiedensten Vorkämpfer der zionistischen Auffassung, die den Sieg des zionistischen Ideals durch ein kräftiges Kolonisationswerk in Palästina vorbereiten wollte. In der Stunde, in der wir alle Kräfte zusammenfassen müssen, um die große Aufgabe der zionistischen Bewegung zu erfüllen, in der Stunde, in der wir Hans Gideon Heymanns Rat und Tat notwendiger brauchen denn je, wird er uns für immer entrissen. t t Mit uns trauert die gesamte Zionistische Organisation. Das Aktionskomitee der Zionistischen .Organisation. Nach kurzer Krankheit verstarb an den Folgen einer Grippe das Mitglied unseres Zentralkomitees 11 eon Heymann Seine hervorragende Begabung und sein starker jüdischer Wille befähigten ihn schon in früher Jugend zur Führung in der Organisation der deutschen Zionisten. Der Zionismus war für ihn das alles beherrschende Prinzip seines Lebens. Darum stellte er freudig seine ganzen reichen Kräfte in den Dienst unserer großen Sache. Ein tragisches Geschick hat es gewollt, daß er dahin gehen mußte, noch bevor er die Erfüllung seiner heißesten Wünsche für sein Volk erleben durfte. Der Verlust, den unsere Bewegung durch seinen plötzlichen Tod erleidet, wird nur schwer zu tragen sein. Unsere Organisation wird ihm stets ein treues Andenken bewahren. Das Zentralkomitee der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. נ׳״זין סץי־די יי־;1 <ו־׳.ייו; 11 0 1 3־ ז-־ f**-, f; J x5׳י־־/ ץ־" ־׳ .*״ ’ •ץ׳•-« ^*4 '■ 41r wJL I *C4.t3 oe6 סף räm Zum Frie ncfiongrcß Ein Londoner Korrespondent des jüdischen Prell bi'tros in Stockholm berichtet, daß wegen der erwarteten Abhaltung des Friedensko n grosses in Versailles die Zio- 11 ist ischc Organisation ein Büro in Paris organisiert, welches* wahrscheinlich von Sokolo'w geleitet weiden wird. er Friedsnskßiifercnz Louis 0. ßrandeis Stil d Das ischechor.lovakisclrä Preßbüro weidet unter dem 19. November aus! Genf: ״Petit Journ a 1“ konstatiert, daß Wilson auf seiner Reise nach Europa von Strx.fr,Sekretär Lansing und Oberriclitcr Loaiisi D. Brandeis begtüRt werden wird. . Die Vertrctuä^ c! auf dem PrI הג Volkes ... 141.» L4W“ '& » Wie aus den letzten M־ü11i1״en1 des ״jewish Chronicle“ deutlich h'.-rvorgeht, ist man in engtisch-jüdischen Kreisern der r,;:.;;mr,'.g,dr.ß dicOcffcntlichkeit jetzt ,über die genaue Ecd.utung des Begriffcs einer ״nationalen Heimstätte“ ja Palästina, die in ■der englischer» *Rcgierungscrklärung zugesidicrt worden war, aufgekliu-t wcrJai sollte. Der ״jewidi Cluouicle“ ist der Mcämn״ daß die Ausführungen, von Sfr Herbert Samuel anläßlich der Err;,f;,;.';:d:äcr {: Kommission der An!, um koidrrcte A;1';: b .;;u xsd Samuel von die: CA.. gemacht habe. Das f;c;r. Nummer vom 1, 1 ׳fc:»1: ...־ Gilbert, ln dem die r; der jüdischer! Re:c wlid. ln diesem Aufsatz teonpricclie •sen wären, 3 eher Mr. kJiiag Gebrauch ■ft Erlagt in seiner :n Anl~;:k: von S.,;11 c״;.«;:. Umfang .;hl.:.״EU! resteilt UCitit C». ״. . . Man kann nur wünschen, daß das jüdische Volk;ruf diesem Friedenskongreß eine würdigere Rolle spielt als auf den früheren. Man darf aus den Umständen schließen, daß ein Jude - Lord R c a d i n g ־ einer der englischen Delegierten auf dem Friedenskongreß sein wird, und sicherlich werden die jüdischen Interessen in diesem Falle gebührend berücksichtigt werden. Aber viel wirksanier wäre es, wenn ein Vcrtrcter von den Jude 11 selbst ernannt würde. Die Leiden, welche die •Juden in diesem1 Kriege ertragen habet!, ihre Bedeutung in der Welt und die neue Würde, die ihnen die britische Erklärung verliehen hat’ berechtigen sie zu einer besonderen Steifung auf dein Friedenskongreß. Es ist die erklärte Absicht der Alliierten, dem jüdischen Volke eine ״nationale Heimstätte“ zu gewähren. Ist cs dann zu viel verlangt, daß eine solche nationale Macht mit ihrer eignen Stimme und nicht durch• die Stimme einer aiidren sprechen solle? Aber noch auf einen Punkt möchte ich hinweisen. Friedenskongresse hat es sdioa früher gegeben und feierliche Verträge, in denen die jüdischen Rechte verbürgt wurden. Diese Vertr.igc wurden, soweit sie die Juden betrafen als Fetzen Papicres angesehen. ' Der Jude ist durch die Gesdnchte gewarnt. Er kann nicht länger die Wahrung seiner vertraglichen Rechte dem Woldwoben dieser oder jener Macht überlassen Er tmißdch dem Chor der Stimmen anschliefkn, <tk nvuicllcs,nach Sicherung der Frfcdcnsabmachten ourch einen Volkerbund rufen werden. Dem v-f'0 MAf»bcl1keit gegeben werden, die Iime t»ta Vonccrbundes gegen jede Regierung m zurufen, welche die ihm^ Friedens^Sg ^luie Freiheit Vernachlässigt oder verletzt Aber genügt natürlich noch nidit. Wer soll den ucn gv-anntes Volk 1׳ Siclierlich nicht. Der 1