Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIII (1918)
- Issue
- Heft 48 (22.11.1918)
- Date
- 1918-11-22
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Ni. 48 U\7 f־\ X C P ׳ Seite 375 ן;1 a ־ m 0׳,: .n 10. cs! ihr 15! ' Cli,־. €1,10 r nav,; ״- \ r- 1 )ja Clk'ü ׳d, ‘o Min- <!en; c:3 IZlCll einer \'a1־.j ■ 1H;.kr;; a;!a1;;110 I, bk Nacu r rmt ‘ c u. 11 c t. ׳ Saal esc n. idlcij Der Hut derio 1;1 n« vor־ , t,:r ynd die nationale Freiheit der ,Welt wachen soll, erhalten. Die angerufene Intervention 6011 gleichzeitig eine Wi 11c 11s m an i fes t at ion dec werdenden Völkerbundes für den internationalen Schutz der politischen nationalen Rechte Öer jüdischen Bevölkerung in den neu entstehenden Staaten sein. * Angesichts der Judenpogrome in Galizien und Polen schreibt die Wiener ״Jüdische Zeiiuug“ vom 8. November: ״Es muß mit allem Nachdruck betont werden, daß da» jüdische Volk nicht mehr gewillt ist, seine Kinder scliuizlos ■und wehrlos den Instinkten einer entfesselten Menge preis/ugeben. Wir werden aui der ganzen Welt flammenden Protest erheben und wir werden alle Faktoren und alle Machte, die die Lösung der Gcrcditig- Lei; und Freiheit auf ihr Dünner geschrieben haben, gegen diese Unnienschlichkciten mobilisieren. Wir forder« den Präsidenten Wilson und die verbündeten Mächte, aus deren Hand die Polen ihr neues Reich empfangen wollen, auf, sieh der schutzlosen Juden mit aller Fnergie und mit allen ihnen zu Gebote stellenden Mitteln nnziinehmen, und es!Teilt ztizulassen, daß die von ihnen proklamierte neue Wdtordnung mit solchen den neuen Geist schändenden Ereignissen beginne. Die E!1 r c der ganzen Welt bleibt f ü r a 11 c Ewigkeit befleckt, wenn diese Schandtaten keine Sühne finden. Wir fordern, dal) Dingschäften geschaffen werden, die solche Vorkommnisse ein für allemal unmöglich machen. Wir fordern, dal) Präsident Wilson dem polnischen Volke klar mache, dal) cs jeden Anspruch auf Freiheit verwirkt hat, wenn cs sicli nicht reif und würdig für diese Freiheit orweist und wenn cs die neue Aera mit einer Vergewaltigung und bru'aien Verletzung der primitivsten Grundsätze der Menschlichkeit gegenüber einer schwachen Minderheit beginnt.“ Ein Aufruf des Kopenhagener Zionistischen Büros anläßlich der Umwälzung in Oesterreich-Ungarn Das ״K o p c 11 h a g c n e r Zionistische Büro“ richtet folgenden Aufruf an die zionistischen Landesverbände: ln Oesterreich vollziehen die Völker eine Neurcgclung ihrer politischen Lage. Das Ideal des Selbstbestimmungsrcchtcs jeder Nation soll liier in seiner vollen Tragweite zur Verwirklichung gelangen. Auch die Millionen von Juden, die in jenen Gebieten wohnen, streben nach Sicherung ihrer nationalen Rechte. Die allgemeine Neuordnung mul) sic zu dein ersehnten Ziele führen. Aber der Kampf hierfür ist hart und schwer. In Galizien wie auch in dem neuen polnischen Reich versuchen die Polen mit brutaler Gewalt, jeden Ansatz zu einer nationalen Organisation der Juden zu -r ויי■: Lfi■ J NA#1■.. icra; JU׳IO i. *׳ wU *j) V C4CS* 6• jj, *י) הסין: laotiagold, Berlin, Bollovao«tra*«e. srckaiiDD» wird noch bekanntgegeben. ind nur diejenigen Ortsgruppen und Jugendvereine berechtigt, welche die Zentralkomitee zuzu»tellen. Dclegicrtcntugo: da» passive Wahlrecht i»t Zur Entsendung von Delegierten •111 Landesbcitrli >0 rechtzritij» ah^etiilirt Laben. Diejenigen OrUgrappen, die Airtrüge zu otcllon haben, werden gebeten, »ie baldigst dem Wir verweisen auf die folgenden Paragraphen unseres Statuts 1 8 B, Jede» Mitglied d׳-r Z. V. f. D. hat da# aktive Wahlrecht zum an die Vollend •ng da* 24. Lebensjahre» gebunden. _ ״ . n ... Jugendveroiue, dio mit Genehmigung des Landesvorstandes als' selbständige Gruppen der Z V. f. U. »>'£* ott , können m:s ihrer Mitte auch jüngere Delegierte entsenden, die ober grossjährig »ein müssen. _ Die Zugehörigkeit iu eine Jugendgruppe ist jedoch n r bia *st einer vom L.tndesvorstand fcstzusctzenden Altersgrenze möglich. , _! , 8 9. jede Ortsgruppe v,\. >lt ein׳!n Delegierten. Ortsgruppen von mehr als 50 Mitgliedern wah cn zwei Delegier 0 Ortsgruppen von rnehr als 100 Mitoliedi-rn wählen für jedes angefnugone weitere Hundert einen weiteren Delegierten. 8 10. Die Mitglieder de» Lnndo־.Vorstände״, haben a 1f dem Dcleg ortenta? bis zum Schluß d r lagung hü« und Stimme. 8 li. Jeder Delegiert« ve fügt auf dem Delcgiertentag nur über eine Stimme. Die Delegiertcn-Mandate sind nicht übertragbar. Dia Uobermihme de» Mandala durcli einen Ersntzddegierten muß vor Beginn des Delegiertentages erlogen. Die Delegierte» sind r,a Aufträge und Instrukiionen nidit gebunden. er:.lid(cn; sic verhindern die Wahlen zu den nationalen jüdischen Körperschaften, lösen die jüdischen Versammhingen auf und verbieten die Konstituierung des Nationahates. Gegen diese Vergewaltigung eriiebt die Zionistische Organisation — eingedenk ihrer nationalen Grundsätze, und ihrer Förderung■ der Gleichstellung aller Nationen — den entschiedensten Protest. . Es darf nicht geduldet werden, dal) Nationen, die gestern noch selber Minoritäten in einem größeren Staatsgcbilde waren, heute, da sie auf Grund ihrer nationalen Rechte an die Abgrenzung neuer Staaten herautreten, einem anderen Millioncnvolkc auf demselben Territorium das gleiche nationale Recht verweigern. Von denen, die bei der Schaffung der neuen Welt- Ordnung das entscheidende Wort sprechen, verlangt das jüdische Volk in allen Gebieten Oesterreich-Ungarns dieselbe Gerechtigkeit, welche die andern Naiioncn für siel» beanspruchen. Als Nation aneikannt, müssen die Juden das Recht erhalten, unverzüglich ihre nationale Vertretung zu organisieren,' bei der Neugestaltung der Staaten als ein bc* sonderen nationales Element mitbcstiinmcnd auf/.utreten und ihre nationale Autonomie zu begründen. Wir ersuchen die zionistischen Landes- und Sonderverbünde, für die Sicherung der Rechte des jüdischen Volkes in den ncuentstchcnden Staats wesen mit aller Entschiedenheit cinzutreten. Die Zionistische Organisation, Kopcnliagener Büro' Dr, V. Jacobs 0hn. o flp •*> 50« ןדי׳> 9* -XC41I " ö» Unser Budapestcr Mitarbeiter schreibt uns: Die Umsturzbewegung in Ungarn und das regdlose Znräckfiuten der Soldaten von der Front hat in vielen Gegenden des Landes zu schweren Ruhestörungen und groben Ausschreitungen geführt, unter denen in erster Reihe die jüdische Bevölkerung zu leiden hat. So wird aus Nagyßombat (Tyrnau) im Preßburgcr Komitat.: berichtet, daß sich dort in der Nacht auf Montag, den •1. November, der Pöbel mit Hilfe zahlreicher von der Front heiingekehrtcr Soldaten zum 1 lerrn der Stadt gemacht und alle j ü - di s e i. e 11 Geschäfte und Läden a u s g e rau bt bat. Das Plündern wurde so gut besorgt, daß heule in Nagyßoinbat Klcidcraitikcl nirgends zu bekommen sind. Die Behörde war in Ermangelung der Brachialgewalt machtlos. Der Anblick, den die Stadt jetzt bietet, ist überaus traurig. Ein verödetes Schlachtfeld kann nicht ,viel trostloser aussehen. Der von den Plünderern angerichtete Schaden beträgt rund 10 Mill. Kronen. i-ine weitere Meldung aus Nagy ßom bat besagt: In der Stadt ist Revolution ausgebrochen. UcbcraU ,wird die Proklamation des slovakischcn Nationalrates verbreitet, wobei die Erregung der slovakischcn Bcvölkerung gegen die Ungarn und die Juden noch durch die heimkehrenden Soldaten gesteigert wird. Die gleichen Zustände herrschen in der ganzen Gegend. Militär zur Unterdrückung der Unruhen steht »irgends zur Verfügung. In Galgocz (Freistadti) wurden sämtlichejüdischenGcschäfte *115׳geplündert. Zu argen Ausschreitungen ist cs auch in mehreren Städten und Großgemeinden des Fester Komi tat 8 gekommen, ferner in der Gegend •von Komäroni, im Banat, im Weißenburger Komi täte und Anderwärts. Zahlreiche jüdische Familien vom Lande «׳nd untcr Zurücklassung ihrer Habe nach den größeren Städten geflüchtet. In den zahlreichen von Siovakcn bewohnten Teilen Dbcrungarns haben hcimkchrcndc n 10 v a k i 8 c h c Sold«tcn, wie ein Bericht des ״Neuen Fester Journals“ an- 2ibt, zusammen mit slovakischcn Bauern plündernd die Gegend durchzogen und fürchterliche Pogrome veranstaltet. Trotz, des energischen Einlrelens der Bebürden ist es 11 i c 111' g c 1 u 11 gen, diesen Plünderuitgen ein Ende zu bereiten. Die Plünderer gehen systematisch nach einem vorher entworfenen Plan vor, sie berauben die Geschäfte der jüdischen Kaufleute und tragen alles weg, was nicht nid- und nagelfest ist. insbesondere werden Spirituosen und Lebensmittel geraubt. Wenn die Juden ausgeraubt sind, wenden sich die Plündernden an Gutsbesitzer und Gutspächter, ln Magyarfalu wurde die Zuckerfabrik der Wiener Firma Löwbeer völlig demoliert. Auch der ״Pc st e r Lloyd“ vom 9. 11. meldet, daß in den slovakischcn Dörfern der Komitate Preßburg und Nyitra die Bevölkerung ״bei den Aristokraten, bei den Notaren und bei den Juden plündere“. Es ist jedoch angeblich örtlichen Nationalrütcn gelungen, mit Hilfe entrückender tschccho-siovakischca1 Truppen die Ordnung wieder lierzustcllcn. Die Nummern des ״Fester Lloyd“ vom 11. und 12. November bringen Einzelheiten über die Pogrome, tiie erkennen lassen, welchen Umfang sie angenommen haben und wie bedenklich diese Erscheinungen sind. Es werden folgende Ortschaften genannt, in denen cs zu besonders schweren Ausschreitungen gekommen ist; Kapuvar, Csorna, Sütör, Endred, Ecrtösscplak, Sarod, Del cd, Robapordany. Der Schaden im Komitat Sopron beziffert sich auf mehrere Millionen. Alle Äusschrcitungen richteten sielt zunächst gegen die Juden und erst wenn bei den Juden nichts mehr zu holen war, gegen andere Dsvötkcrungneloincntc. ln Csorna versuchte ein dortiger Notar beruhigend auf die Stinimung einzuwirken, aber ohne Erfolg. Die Menge schrie: ״Wir schützen die Juden nicht,“ verjagte den Notar und begann abends, nachdem sie sich in einem CaR betrunken’und einige Fensterscheiben zertrümmert halle, die fliehenden Juden zu berauben. Die Anführer‘Waren die Mitgiieder der unmittelbar vorher eingesetzten Bürgergardc, dann wurden die Cafes geplündert und die Lebensmittel geraubt. Aua eiacia benachbarten Orte herbcicilemie 'ÜartUdcn wurden eu>» v/a f f sie t. Erst äm nächsten Tage gehn״ ca €211 Gardisten, mit Masclifiicngcwehm» die Ordnung wieder Ecrzustelica, nach* dem bereits der ganze Ort völlig geplündort war. ' Ebenso wurden in Kapuvar alle jüdischen Oeschäfte erbrochen und ausgeraubt. Bei dem We.ngroßbäitdler Steiner ließ mau dreitausend Hcktolitcr Wein auf die Straße laufen. Im ausfließenden Spiritus fanden viele Menschen den Erstickungstod. Jetzt ist die Ruhe in Kapuvar und Csorna wieder hcrgcstdlt. In den kleineren Dörfern halten die Plünderungen noch an. Der Korrespondent betont, daß die Ausschreitungcii keinen nationalen Charakter hätten, sondem ausgesprochen bolschewistischer Natur wären. Aus dem Ort Stornfa berichtet ein Leser dem ״Pcstcr Lloyd“ vom 12. November folgendes: ln der Nacht vom 2. zum 3. November wurden dort in allen jüdischen Geschäften die Fenster Ungeschlagen. Am nächsten Tage wurde öffentlich von einem unbekannten Mann eine Hetzrede gehalten, von der gefordert wurde, daß alle Juden binnen 18׳ Stunden die Stadt zu verlassen hätten. Die Juden saßen bereits auch im Coupcc, wurden aber wieder herausgeholt, die Wertsachen ihnen abgenoinmeu und dann sämtliche jüdischen Woh- 11 u ngen vollständig ausgeraubt. Der Berichterstattcr schreibt: ״Die Nacht vom 3. auf den 4. war schrecklich. Da wurden die jüdischen Geschäfte der Kaufleute Emanuel Mittler, Moritz Stern, Wilhelm Koliut, Hermine Brunner, Micitael Wagner, Witwe Reich, Adolf Kolm total atisgcpliuidcrt, die Möbel vernichtet. Es scheint leider noch keine Ruhe zu werden. Bis jetzt sind wir alle schutzlos.“ Aehitlichc Berichte liegen noch aus einer Reihe weiterer Orte vor. Vielfach sind auch Menschen getötet worden; so brach auch am 7. November eine bewaffnete Bande in Körösntczö in das Haus des Chain! Roscnthal ein und erschoß ihn und seine Frau, ln verschiedenen• Dörfern des Komiiats Maramaros sT.ttl tuthcnischc Banden sogar in die Synagoge eingctlruitgen und haben drei Juden getötet. Die Rutliencn agitieren mit dein Argument־, daß die Juden zur Zeit der russischen Invasion die ruthcnischcn Ueberläufer dem ungarischen Behörden angezeigt hätten. Judenpogrome in Mähren Die Wiener ״Jüdische Zeitung“ vom 15. November meldet: Nach Redaktionsschluli treffen bei uns Nachrichten über Pogrome in M ä 11 r.-Os t rau, Oderfurt Marie n berg ein. Zahlreiche jüdische Läden wurden total ausgeplündcrt, viele Juden verwundet. Der Schaden und die Verwüstung sind riesig Näher!* Einzelheiten fehlen noch. -- Auch in G r o f) - K a r 1 o - witz (bei Wsetin) wurden die Juden ausgeraubt und geschlagen. ״ Die jüdischen Pressevertreter beim polnischen Finanzminister Der Warschauer ״Hain t“ vom 8. November mehlt t Die Redaktionen der. jüdischen Tat׳ es/eil ungcu erhielten Einladung zu einer Konlerenz , ״ Pressevertreter zwecks Unterstützung einer sc nelkn Realisierung der Regierungsanleihe. "c״tn Es zeigte sich, daß dies f e renz war, da für diesen Taär nurdic Vertreter keine Pressckon• tlCf ticrd Vertreter?Y*S m•c"’ffcladc״ '™ren. uer Vertreter des Ministeriums Kasimir m sonders® cingdaden’lÄ, Tn! th!׳Ko n‘n iTt Im pohi'isehen* utl jikiischaf1f?nferew stehen können HiJnS Mtc entstützcu.rdl Artlkcl ln dc" Zeitu״s Schwa lb?,rtrCiu Vertreter3‘"d•־• an^vortcte Herr Hirschhorn, Beide erklärten V.Mor״cnt“ Herr polnische Regierung bis jetzt diü’vlrtr Y ®[,-'Kcnwärtige!><־ י1״־ ־:״ ־־־־i,K,tKo,:&vs־es a™ f .. . *U' er die jüdische Presse ngen die Anleihe zu unter- ״Haint“