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Jüdische Rundschau · 1918-11-22 · Heft 48 (22.11.1918) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIII (1918)
Issue
Heft 48 (22.11.1918)
Date
1918-11-22
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 374 JUEDJSC;־;: Nr, 43 U U 1\ die Banden der Holigauc sich versammelt hatten. Hier entwaffnet«! die Legionäre die jüdischen Soldaten, lüf- 1deu die Mützen und gaben den Banden noch andere Signale zum Zeichen, dal! der Weg für sic frei ist und daß sie sich ohne Hindernisse auf die hilflose jüdische Be• vöikcrung stürzen können. Und in der Tat stürzte sich die bewaffnete Horde auf die jüdischen Wohnungen. und plünderten mit einer sinnlosen Wut. Lin Leutnant in der "Uniform eines L c g i o 11 ii r s verkündete öffentlich: ״H e u t c darf man 'die Juden plündern.“ Zum Beweis dieses schändlichen Verhaltens dieses Lcytnants mag folgende Tatsache dienen: Ls meldete sich bei ihm Gusta Kornhäuser mit der Bitte, ihren Bruder, einen Invaliden, dem die lioligane beide Beine verletzt hatten., in das Spital nufzunciimen. Daran! erklärte der Leutnant, daß er ihn nicht aufnelimen werde, weil er nicht nach Brzesko zuständig sei und im übrigen ״jetzt das Morden von Juden gestattet ist.“ Die Legionäre stürzten mit den anderen Banden zusammen in die ein• zelnen *Wohnungen und indem sie die Revolver auf die vor Schreck starren Juden gerichtet hieben, riefen sie: ״Hände hoch“. Sic nahmen ihnen Geld und alle Mabseiigkeiten weg. Liner der Legionäre ermordete den K a u f m a 11 n O o 1 d m a n n. Auch Chiel Moses wurde durch die lioligane ermordet. Die Frau des Chiel, Dv.ora Moses, ist in den .Flammen des durch den Mob angez.üiuletcn Hauses lim ge ko inmen. Ls wurden weiter ermordet: Josef L ö f {e 111 o l z und eine Anzahl andere Leute, deren Namen uns noch nicht bekannt sind. Wie wir hören, hat dieses grausame Schicksal unter anderem auch Noel Schiff und Ephroim Lankcr getroffen. Als die Pogrombaiuleu alles bis auf das Letzte ausgcplündert hatten, zündeten sic die Stadt an. Die angezündeten 1 Iäuser ließen sie bewachen, d a m i t der Brand nicht gelöscht werden könnt e. Die jüdische Bevölkerung flüchtete, von der Panik ergriffen. Da erschienen die Patrouillen der Legionäre und versperrten den Juden, die vor ihren Peinigern flüchten wollten, den Weg zum Bahnhof. Auf die, die Widerstand leisteten, wurde geschossen. Heber den Köpfen der vor dieser blutigen Schlächterei Fliehenden saustpn die Kugeln. Die Pogrome in Brzesko dauern an, die Stadt brennt, die jüdische B e v ö 1 kcr u 11 y flüchtet. Zmigroc Am Montag, dem 4. November, kamen die Bauern «ler Naclibarsclinll mit Lnlirwerkeii auf den Jahrmarkt ׳zwecks ״billigen l.iukitlils“, wie sie sich ,׳tu:,drückten, Die:.er ,,billige Uukaiil“ Hollt«• das llnh 11ml (iul <1ד׳ hiesigen Juden sein, Die Haiiini rimbleii, lind was nicht geraubt werden konnte,, wurde vernichtet. Die polnische Intelligenz verhielt sich pass i v. Sic führte die Bauern selbst zu den Woluuui• gen der Juden, ״damit kein Irrtum unterlaufe I“ Sä intliehe jüdischen Familien!fielen, z tt m Opfer, 11. a.: Feuer, Göt/ier (schwer verlelzl), I’nxbäum, Lngel. Ls kam zwar die Miliz aus Jaslo in einem Automobil, weil ihr gemeldet wurde, dafi Ukraiuer die Polen überfielen (sonst wäre sie nicht gekoin• men); als sie aber sah, daß es sich liier nur 11 in Juden handelte, kehrte sie u in mit der Lrklii• rtmg, daß überall Ruhe herrsche und nur die Juden provozieren. Die Intelligenz (der Lehrer) beruhigte die Juden auf folgende Welse: ״Glaubt ihr, daß es das letzte Mal ist? Ihr müßt raus von hier!“ Bezirk Bochnia Bochnia steht unter dem Eindruck von Heber- 'fällen und Pogromen auf Juden. Die Atmosphäre ist schwer und dumpf, Angst und Panik beherrscht die jüdische Bevölkerung und man flüstert sich mit Schrecken zu, daß die organisierte Horde sich sammelt, tun auch atil die Stadt Bothiiia einen Ueberfall zu iiis/cnieivn, denn die U 111 g e 1) 1111 g ist schon fast v o 11 k o 111 m e 11 entjudet. Dir Flüchtlinge, beraubt ihres Verinügciis, mißhandelt und verwundet, suchen Schutz mul Unterkommen in der Stadt. Diese Menschen waren noch vor einigen Tagen wohlhabend und im Besitz eines eigenen tleims und sind heute kaum mit dem Notdiirftigsten bekleidet, die Hand zum Betteln ausstrcckcud. Die Stadt selbst wurde von Progromen verschont. Diese Tatsache ist dem energischen Auftreten des Herrn Majors Do b ro b z i c k i, der starke Militürabteilimgen in Bereitschaft hält, und nicht minder der Tätigkeit de:׳, Geistlichen L u k a s k a , der überall beruhigend zu wirken versuchte, zu verdanken. Die Banditen sind iibrigons darüber informiert, daß die Juden in Boclmia gut organisiert und nicht gewillt sind, sich berauben zu lassen. Letztens haben Pogrotne in Proszowka bei Bochnia stattgefunden. Um6 ׳ Uhr früh wurden einige leere Wagen sichtbar und neben und hinter ihnen folgten ungefähr 40 Bauern aus den Dörfern Sakicrzow, Wola-Zabierzowka und Wola-ßatorska. Die Bauern waren mit Gewehren, Revolvern und Aextcn bewaffnet. Außerdem folgten noch Weiber und Kinder, zusammen ungefähr 200 Leute. Zuerst drangen sie in die Privatwohnung von Moiscs Bribram — die Schankwirlschaft war tags zuvor von einer anderen Bande geplündert worden — plünderten und raubteil alles. Was sie nicht nutndimen konnten, vernichlctcn sie in einer bestialischen Weise. Unter ande rem. wurden, zwei Tho rarollen geschändet, in Stücke gerissen, auf die Straße geworfen und mit Fußen getreten. Das Haus von Ester Fcrdcrgriin, einer Greisin, wurde ebenfalls vollständig ausgeraubt. ,Von der Greisin wurde mit Revolver Geld erpreßt. Nachher zog der entfesselte Mob nach der Wohnung des Eisik Wcißkirch, dessen Wohnung sic vollständig mtsplünderten. Die Frau des Wcißkirch'wurde mehrmals mit einem eisernen Stab auf den Kopf geschlagen unter dem Zürnt der Weiber: ״Tötet sie, denn sie ist eine Jüdi a“. Den Söhnen zogen sic die Kleider und Stiefel ab. Dann zog dH B נ ur.di der Wohnung des Markus Sattler, die sie volle;'!!,d'g m:;r.r.1btcn. Die geraubten Sechen führte:! de 1:!״> 151״ leeren Wagen fort. Außerdem beraubten de ihn «ka׳ Oelde::, das er bei sich trug, ln ähnlicher Weise vzurue der arme Greis Kühn beraub;•. Himerhcr begab rieh der Mob zu Lamcnstlorf, der in der Nähe der Heilt wohnte. Auch er wäre den Holigmum zum Opfer gefallen, wenn nicht eine Abteilung, beateheml .aus. 2j Soldaten eingetroifen wäre, die den Pöbel in der. Richtung Proszowk.1 ausciuauiicrjagtcn. Auf dein Rückweg überfiel die Bande die oben erwähnten Wohnungen noch einmal, vernichteten, alles, was noch übrig geblieben war, und schlugen die Fenster ein. In K 1־ z. y z n notvicc wurden beraubt: Sllbcrmnn'11, in Backovvo Westreich und Fischlcr, in Ga w low- 1 ka Käufer, in Sicroslawice Schwimmer, .in 1!• pinio Wanderer. 1111 letzten Augenblick erhalten wir tfic Na dt rieht, daß die Banden der lioligane und Deserteure versucht haben, in Bochnia eDzmlringen, daß sie aber durch die Stadlg.tr11i.v0n abgc wiesen wurden. Bezirk Zywlrc. Die Juden im Bezirk Zvsviec erleben jetzt die schwersten Stunden der Panik und Unruh:, die sich noch durch die täglich eintreffenden Nachrichten über Pogrome steigern. ln einzelnen Gemeinden wie in Slcmicmie, Lesie,! e I e 8!1 i. Kos/.arow, Sopotnia, Ma- I a, So pb 111 i.a w ic 1k a, Kurow, Krzyzowa, Pev/ia, Wiclka, Kocicrz (an der Moszczanica), Oczkowie. Lcknwicn, U j s o I a c h uml R a j c z y haben die einheimischen Bauern — sogar die vermögen- «len — mit Hilfe der Weiber und halbwüchsigen Bursehen Ueherlälle auf die Geschäfte und die Wohnungen der Juden inszeniert. La wurde alles geraubt tutü vernicinct, was nicht mitgenommen werden konnte. Wer nicht rechtzeitig sich verbergen konnte, wurde durch den Mob schwer mißhandelt. . Während der Mob das Geschäft und dns Haus des Dränger in J c 1 e s 11 i plünderte, ging «ler dortige Pfarrer mit «len heiligen Sakramenten ztt einem Kranken. Als er beruhigend auf «lie Menge ciuwirkcn wollte, wurde er von der Menge schwer beschimpft. In S <> |H! t 11 i a - W i c* 1 k a hat fast «lie ganze einheimische Bevölkerung an den Pliutdcruttgen t e i I g e n o m in e 11. Das . Haus des Kramer wurde vollständig ausgeraubt- Was nicht mitgenommen werden konnte, wttriic vollständig zerstört. Der Frau Kramer wurden beide Hände gebrochen und sie ist dem Tode nur dadurch entgangen, daß sie unter Erprea* s tt 11 g dci; Banditen ihrer Religion abschwur, Herr Kramer wurde auf die 151 ticke geschleppt uml mit Ertränken bedroht, falls er nicht seiner R e 1 i g i o 11 abscliwörc uml dlt Christlieh e a 1111 e!1 m e, 111 Leknwlca flüehlclc!!Ich der überla'lene lländler Mai1,1e, Wiilkau samt Heiner l'itiiillle zu «eiiicin Nachbar. Sein ganzes heweglich! 8 Vermögen wurde gepliiudort und gerauht. Der wütende Mob vernichtete alles, sogar «len Ftiliboden und die Oden. Der Schaden beträgt zirka 100 0;)() Kronen. Dem Gastgeber, der die unglücklichen Menschen bei sich beherbergte, wurde von den llnliganeu gedroht, «laß sie, falls die Juden innerhalb einer Woche sein Haus nicht verließen, da* Hans a!1 s 1 e c k e n w ti r d c n. In dem Städtchen Rajcz. y bat die. jüdische Bcvölfiming den Bürgermeister um die Erlaubnis, eine jüdische Solbstwehr zu gründen. Der Bürgermeister lehnte dieses Gesuch mit der Begründung ab, dal! augcnbücklieh Kein Grund zu Bdiireliiungcit sei. Einige Tage später ptuiiderU'ii und zerstörten die Weiber und Kinder unter der Führerschaft von zwei Bauern sämtliche jüdischen Geschäfte und Wohnungen. Eine Miliz aus w e 11 i g c n L e tt 1 e 11 hätte diesem U n ־ glück vorbeugen können. An das eigentliche Zywiec, das ״judenrein" ist, grenzeit die Gemeinden Zablocic, Iseb und Sporicc, in denen eine Anzahl jüdischer Familien wohnen. In diesen Gemeinden entstand eigenmächtig eine jüdische K <1 ׳ h s 1 w ehr, entsprechend organisiert, neben der Gc- »nfiiideiuiü/. Augenblicklich herrscht in Rüge «ler Wachsamkeit der ״iitausgeiiisleten Miliz in den in engem Kontakt bleineudeii Gemeinden Ruhe, obzwar sie das eine o«icr andere Mal dureli Nachrichten über Pogrome beunruhigt werden. Es gibt Individuen, denen diese Sclbstwchr ein Dorn im Auge ist. Sie versuchen, ihren Ein flu li auf den Kommaiul;inten, den Herrn Oberleutnant Drappcl, dahin nuszuüben, daß er die Miliz entwaffne. Es kamen auch verschiedene Mißbräuche seitens dieser ln- «lividiieu vor. So geschalt es, daß «ler Leutnant Ra c zlc n, der in Sporicc wohnt, mit einer aus vier bewaffneten Leuten bestellenden Bande in die jüdischen Wohnungen cimlrang und auf eigene Verantwortung eine Durchsucluing der Räume nach Waffen voniahin. Das Ziel dieser Aktion ist durchsichtig. Erst die ■ Intervention beim Kommandanten machte diesem willkürlichen Eingrcilcn ein Ende. Der weitere Verlauf der Dinge hängt natürlich von dem Verhallen des Platzkommandanten gegenüber der bewaffneten Miliz ab. Das Verhalten der hiesigen i:atho!Inchcn Geistlichem, die iu jeder Weise bemüht waren, auf die aufgehetzte Menge beruhigend zu wirken, verdient mit Anerkennung Itervorgchobcn zu werden. Charakteristisch ist, daß die Pogrome diejenige Schicht der Bevölkerung veranstaltet, welche jetzt mit• teriell am besten dar.tciu. Das ist die Landbevölkerung, die am l.ebeiismiltehvuchvr durch Htr.aiifscar.rabea der Preise für «He uncMtMidiehsien Nahrangsmillcl den größten Anteil (haben. Seit einigen Jahren bis heute lassen sich die Bauern für die iiiienibehrlidisten Nahrungsmittel horrende Preise bezahlen. Einem in unserer,! Besitze befindlichen Privatbrief aus T artiobrzc ££ C U1 n.:,. 1.m v* 1r folgendes; ״Es ist heute schlimmer v/ia bei <'tn Russen. Man hat uns vollkommen ber ubL Cb.״ihn Isak hat man den Kopf attisch;.ekt, G. Liibzr hat »n alle» geplündert. Bei Abraham׳ Wicscnfeld hat man Gd| erpreßt. Wenn es nur möglich wäre, auszuwamL-rir aber leider darf man gar nichts mitnehmen. Heute haben wir uns organisiert:. 60 Zivilpersonen und 30 jüdisch« Soldaten, die in drei Abteilungen den Schutz üoernora- «ne« haben. Auch jüdische Offiziere wirken mit.“ Auflösung der jüdischen Sicherlieitswachen ״Nowy Dziennik“ meldet aus Krakau vom 15. November: ״Die jüdische Sich er heits wache, die mit Ermächtigung des Präsidiums der Polnischen L|- «1 tt i d a t i o n s ic o ni nt i s 5 i o n gegründet wurde, ist am gestrigen Tage auf Befehl des polnischen Militärkommandos aufgelöst worden. Seitens des Präsidiums der Liquidationskommission wird feierlich versichert, daß alle Schritte zum Schutze des jüdischen Lebens und Gutes unternommen werden. Vor allem wurden den Provinz,alkommissäreit des Präsidiums der Liquidationskommission energische An- Ordnungen erteilt, damit sie unbedingt und ohne jede Einschränkung Juden in die M i 1 i z ,1׳ u f n e h m e n, die in bezug auf Bewaffnung und Verschling des Dienstes genau so wie die mchtjüdischen Mitglieder dieser Miliz zu behandeln sind. Die Verantwortung für die Sicherheit des Lebens und Eigentums der Juden übernimmt somit vollkommen das Präsidium der Liquidationskommission, Pogrom in Kielce (Polen) Am Montag, dem 11. November, fand ein« große Tagung der Repräsentanten sämtlicher nar tionnl-jirdischer Parteien im Saal des Ludwig- Theaters (Polnisches Hotel) statt. Auf dieser Ver- Sammlung wurde folgende Resolution gefaßt: Dia Juden erklären ihre Solidarität mit dem polnischen Reiche und •fordern 1. die Zulassung der Juden zur Teilnahme an dein Aufbau des polnischen Staates; 2. sie erklären, daß sic bereit sind, samtliehe Bürgerpflichten auf sich zu nehmen, fordern jedoch dafür die Anerkennung als nationale Minderheit. Als nach der Tagung die Versammelten in Ordnung den Saal verließen, stießen sie auf dem gegenüberliegenden Bürgersteig auf eine Grupp« von Menschen, unter denen sich einige Legionär« befanden, «lie «lie Juden mit «len Zurufen ״Ihr Wollt (ileli'hl)«Tcehligiing? l’oil mit euch mich Par Instiii,11׳“ zu provozieren versuchten. AH sie di« jüdischen Skatden, die in ^geschlossenen Reihen au» dem Hause traten, sahen, stürzten sie sich auf sic und mißhandelten sie. Zwei Legionäre pflanzten die Bajonette auf. Die Intervention der Kicker Miliz machte diesem Ueberfall ein Ende. NacW einigen Minuten kam eine Patrouille von 20.30 Soldaten; sie sperrte den Ausgang des Theater« ab, hielt die Männer zurück und ließ die Frauen gelten. Der Kommandant erklärte, daß all« Mätuier als verhaftet zu betrachten sind, bis die rAvision der IVisse durchgeführt sei. Nach Beendigung der Revision drang die Bande der l ioligane zusammen mit der oben erwähnten Milp tärpalrouiile in den Saal, überfiel die dort ver* sammelten Juden, mißhandelte sie schwer mit Kolben, Messern und Bajonetten. Sieben Juden wurden sofort getötet. Nach dieser Abschlachtung wurde erst der Saal geöffnet und die Vcrsaimueiteu einzeln freigeiassen. Die Heimkchrendcn wurden von dem versammelten Mob andauernd belästigt und mißhandelt. Der Kommissar der Volksregierung Löffler und Herr P. Zowico, die beruhigend auf die Meng* wirken wollten, wurden durch die verwilderte Menge mißhandelt. Der Kommandant der Miliz erschien, nachdem alles vor* bei war. Erst der Oberleutnant Tempka, der das Kommando über die Militärableilung übernahuv machte diesem Pogrom ein Ende. Weitere Proteste Aus Stockholm wird uns telegraphiert: ״Der Sozialdemokraten" unterstützt den vom Verbandsbüro des jüdisch-sozialistischen Arfaciterverbandes Poale-Zion erlassenen Appell an die sozialdemokratischen und Ar* beitcr-Parteien Amerikas und der En* tcnte-Länder, welcher gegen die Pogrom« in Polen, Galizien und Rumänien pro* testiert und die Sicherstellung der nationalen Recht# der jüdischen Bevölkerung in diesen Ländern ver■ larigt. Der ״Sozialdemokraten" verweist besonders darauf, daß Polenden CharaktcreinesNa* t tonal Staat es hat und erklärt, daß Juden und Polen das gleiche Recht auf bürgerliche und na* tionalc Freiheit im gemeinsamen Vatcriande haben. Die Juden sollen jhr Recht nicht als Gnadeng«• schenk aus den Händen der Majorität des Landes, sondern vom Völkerbund, der über den Friede*

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