Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1918-11-19 · Heft 47 (19.11.1918) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIII (1918)
Issue
Heft 47 (19.11.1918)
Date
1918-11-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2651273-2652077-2652123--11830-2669395
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

/ I 47 .־>: 1 f | ’! f :JRe in I j '«clirittc ‘ 1 'Er- * 1 '•:i rügen | i he Ce-; j c h c m 'ן 1<■׳: Wjid, ׳ ־:: Koni- \ l.et/uug ין 'werke!» I t K r a r * | 31 Ernst { ae, daß I Btcutcils | Bodens I , 1״ acht I I :זה Hin- | dis eben \ »andern 1 1c, Oe- ‘ j - I i len Be- ,1 r y.io- H 3 s. Er d ■ul der 1• c. ׳, daß [ ■ e ch en t| n'ralen |j 1' und il e Ausf. kr jüa M1־;-eQ. \.! vnrdcn | .״;;,•■־:11( c J1 •e :1 i JJei.' י Je kt, PlaVils Criscr.cn 1!.׳, Inn Ger in c c :r uriir, ui e i ן H H 1l ו מ 11;1 r; t 4 r in s י. I f f 111 1! ( e t 1 Nr. 47 JUE 1J sic11 darbieten mul die eines lucli »lein andern überwunden werden müssen, Joltn Bright schrieb 184$: ״Die t'reü.eii ist unteruiul dieses Jahr verspricht ein Grußes Jahr in der europäischen Geschichte /w werden.“ Siebzig Jahre später können wir diese Worte wiederholen und diese Verheißung auf die Geschichte nicht mir Europas, son deru auch Palästinas und sehlieiilich der gau/eu Welt aiiwcuden. Marquis of Crewc. Marquis of Crcwc sandte die* folgende Botschaft: Der jüngste große Sieg in Palästina, der einen Triumph der klugen Strategie mul der Tapferkeit vieler Völker, die unter den englischen Fahnen kämpfen, 15e• deutet, bezeichnet die erste Wiederkehr des Tages der britischen Regierungserklärung, Wir hoffen, dali das Vaterland des jüdischen Volkes, dem dieses als seiner Heimat entgegensicht, für immer gesichert ist. Kundgebung am Deklarationstag in Stockholm Sympatliiccrklärungen von ßranting und Lindliagen Das Jüdische Preßbüro in Stock-!10 1:11 meldet: Der 2. November, der Jahrestag der britischen Erklärung über die Errichtung einer nationalen Heimstätte fiir das jüdische Volk in Palästina, wurde in Stockholm in eindrucksvoller Weise gefeiert. Am Vormittag wurden in den Synagogen feicrliebe Gottesdienste abgeiialten. Eine große Volksversammlung fand abends statt. Der Versammlung wohnten Vertreter der politischen Welt Schwedens bei. Die Versammlung wurde von Herrn Grüngard eröffnet, der die Erklärung der engiis e 11 e 11, italienischen, französisch c 11 Regierung und den Brief Wilsons verlas und die Bedeutung dieser Kundgebungen erläuterte. Außer den vorgemerkten Rednern des Abends, den Herren S. Finkelstcin, B. Locker, E, Klein, J. Schoch at, ergriffen mich das Wort Hjalmar Branting, der berühmte Führer der schwedischen Sozialdemokratie und der Stockho Im er Bürgermeister Carl Lindhagen, der Führer der Liukssozialistcn, die als Gäste erschienen waren. Unter großer Begeisterung des Publikums betrat Branting die Redncrbülmc. Er begrüßte die Versammlung als Schwede und als Repräs c n t a n t der Internationale. Er erinnerte. an die Leiden des jüdischen Volkes in den früheren Jahrhunderten und während des Krieges. Er sagte, daß, obgleich die Juden in Schweden die volle Gleichberechtigung genießen, er doch die Sehnsucht derjenigen von ihnen verstehe, die den Zusammenhang mit ihren Volksgenoscn in anderen Ländern wiederherzustellen suchen. Die großen Kräfte der jüdischen Bewegung liegen in den jüdischen Volks-!nassen des Ostens. Von dort hat die Bewegung auch nach Westeuropa übergegriffen. Erst in allerletzter Zeit ist die Verwirklichung des Zionismus möglich geworden und zwar vor allem durch die englische Erklärung. Die Juden haben der Welt selbst unter den schlimmsten Umständen große Begabungen geschenkt, es sei deshalb als sicher anzunehmen, daß unter günstigeren Umständen sie noch Bedeutenderes für die mcnschheitiiehe Kultur leisten werden. Die Interna,- tionaic, die sich aller unterdrückten Völker an nehme, habe umsomehr Ur* sache die Wiedergeburt des jüdischen Volkes zu begrüßen, als viele Personlichkeiten aus dem Schoße des Judentu ms sich hervorragende Verdienste um die Internationale gemacht haben. Der Redner drückte zum Schluß seine Hoffnung aus, daß das jüdische Volk in dem Völkc rbu nd e als glcich b e rcch tes Mitglied werde aufgenommen werden, daß cs neben der Verwirklichung seines Palästina-Ideals überall, wo cs;11 Massen lebt, Autonomie erlangen und daß es in Palästina und außerhalb Palästinas für den Fortschritt der gesamten Menschheit unausgesetzt arbeiten werde. Bürgermeister Car! Lindhagen, mit großem Beifall aufgenommen, drückte dem jüdischen Volke zur Wiedererstehung seines nationalen Heimes seine Sympathien als Pazi- Dst aus. Das jüdische Volk sei das pazifistischste Volk der Welt. Vor zwei Jahrtausenden mußte 1'S sieh einem römischen Frieden unterwerfen und heute, wo die Gefahr eines deutschen Friedens {ür die Weg beseitigt und ein menscliheitlicher Friede möglich geworden sei, werde cs auch Jliögheb sein, das zweitausend jährige Unrecht an den Juden wieder gutzumachen. Das jüdische Volk *״de eine Brücke bilden zwischen Asien, Afrika *״de «ine Brücke bilden zwischen Asien, Afrika ״“d Europa. Die Pazifisten seien fron, *••• ״• das j a d12 c!1 c Volk sich;!;;::mehr w i e d e r g e f u n 11 e 11 1 .־! b ü; ir: Aiderrdv.iing des! ןi'!<list־lic‘i1 Volke;; i c! für das von den | Pazifisten der Weit er.;.rclle Id .vl. Uürgermeiskr üiKÜiagcii schloß :■ein ........* . ־ 1; ) - ■ . , w■ 1 < :j ’} druck seiner Hofinunf״ daß die jn:aa:1 in Palästina in vollster ‘Harmonie mit der itieiiijüdirdicn Bc־ völkerung leben werd Die Versammlung falue te «aliiHinig folgende Resolution: ״Zusammen mit den Juden der ganzen Weit gedenkt die heutige Versammlung mit tiefer Dankbavkeit der offiziellen Versieh,.rmig der britischen Regierung vom 2. November!917׳, daß sie dem jüdischen Volke mit allen Kräften in seinen Beiiiülüingcu zur Wiederherstellung :,eines nationalen Heimes in Lrez. Israel bei.'.'.ehen werde. Das feicrliehe Wort der englischen Regierung, ebenso wie die Zustimmung, die das Streben des jüdischen Volkes nach einem freien Heim in Palästina bei den anderen Staaten und bei der internationalen Demokratie gefunden hat, sind die Gewähr dafür, daß diti Sehnsucht des jüdischen Volkes nach langen Generationen endlich wird in Erfüllung gehen. Das jüdische Volk ist sich dessen bewußt, welche ungeheuere Verantwortlichkeit im gegenwärtigen Augenblicke auf seinen Schultern lastet; aber mit dem bestimmten Ziel vor Augen, In Eintracht und Harmonie mit den meuschheitlichen luteressen Palästina als Stätte für die freie jüdische Arbeit, als ein Zentrum und einen Stützpunkt für die ungehinderte Entwicklung aller seiner schaffenden Kniiie zu erlangen, wird das jüdische Volk mit Freude alle die zur Erreichung dieses Zieles notwendigen Opfer bringen. Indem es sein höchstes Ideal in der Wiederlierstellung seiner Selbständigkeit im Lande Israel siebt, proklamiert das jüdische Volk im gegenwiirtigcn historischen Moment sein Recht auf freie natimale Entwicklung auch in den Ländern, wo es in Massen lebt. Die Bevollmächtigten des jü- (iischeu Volkes auf dem Friedenskongreß sind dazu berufen, diese Forderungen vor dem Völker- (riinnial zu vertreten.“ Unter den Begrüßungen zu der Versammlung waren Telegramme von Oberrabbiner Ehrenpreis, Rcichstagsabgeordueten Gustav Möl 1er, Professor an der Universität in Lund Frcdrik Book. Das Telegramm von Book lautete: ״Am Jahrestage der britischen Erklärung, die einen Markstein in der Geschichte des Zionismus bedeutet, wünsche ich dem Skandinavischen Z i o n i s t e 11 v e r b a n d und der Schwedischen Zionisten Vereinigung Glück und Fortschritt in ihrer Bestrebung, die verstreuten Juden zu sammeln und zu erheben. Möge diese der großen Sache würdige edle und uneigennützige Arbeit zum Besten des Judentums und der Menschheit dienen.“ Mit Verspätung trafen auch Begrüßungsschreiben von Ellen Key und Anna Lindhagen ein. Eilen Key drückte ihre .große Sympathie für den Zionismus aus, dessen Entwicklung sic seit dreißig Jahren mit Interesse verfolge, und bedauerte, daß sie wegen der großen Entfernung ihres Wohnortes nicht zur Versammlung erscheinen konnte. Auf einem im Anschluß an die Versammlung abgehaUencii Bankett wurden namhafte Summen für zionistische Zwecke gezeichnet. * Das Kopenhagen er Zionistische Büro hat aus Kristiania folgendes Telegramm erhalten: Die norwegischen Juden, welche sich am 2. November zur Feier des Jahrestages der englischen Deklaration zugunsten einer jüdisch-nationalen Heimstatte in Palästina versammelt haben, drücken ihre voll* ständige Zustimmung ztt den vom ״Kopenhagener Zionistischen Büro“ aufgestellten Forderungen der Juden bei dein komme »den Friedenskongreß aus. Gefordert wird: 1) Die Festsetzung Palästinas in den durch geschichtliche UcberÜeferiuig und durch politisehe umi ökonomische Notwendigkeiten bestimmten Grcnzeit als nationale Ilehnsfüttc des jüdischen Volkes, 00wie die Schaffung der fiir den ungehinderten Aufbau dieser Heimstätte notwendigen Vo״bedinge2; ה) die volle und tatsächliche Gleichberechtigung der Juden in allen Ländern; 31 die nationale Autonomie auf kulturellem, sozialem und politischem Gebiet fiir die jüdische Bevölkertm« der Linder jüdischer Mn!;8cn.si«flung sowie aller andere» Länder, FA; eieren jüdische Bevölkerung Anspruch auf sie erhebt. Wir versprechen, mit allen Mitteln unseres ganzen Verbandes zu versuchen, die norwegische Regierung und ihre eventuellen Delegierten beim Kongreß zu bewegen, ihre Zustimmung zu den jüdischen Forderungen zu gebe 11, Für die jüdische Gemeinde Axel G rü n; Vorsteher de.; 110;w;'g::;td;eu Zioniatenvcrcüis 1 M., L> 1; e n c e 1 8 k y; Vorsitzender des Lracliüucben Ccmciiidebimde# cH.;{״ ■p;,n Das ,,K ק ס e n h a g c n c* r Zionistische Büro veröffentlicht das folgende Tele gram!!! der Nor- \v e j: i s c 11 c n Z i o 11 i s t c n v c r e i 11 i g u 11 g a״ tllc englische R e gier u 11g: _ Vertreter der norwegischen Juden, am 2. November 1918 zu einem Bankett versammelt, um den Jahrestag der britischen Deklaration zugunsten einer jüdisch natio- Haien Heimstätte in Palästina zu feiern, sprechen ihrem tiefsten Dank an die britische Regierung aus, welche uns immer ihre Sympathie gezeigt mul jetzt durch die Proklainicrung Palästinas ah Heimstätte der Juden ihr Werk gekrönt hat. Wir sind überzeugt, daß das jüdisehe Volk, in Gleichheit mit allen unterdrückten und kleinen Nationen, für welche die britische Regierung gekiimpft hat, den Dank, den es der edlen britischen Regierung schuldig sei, niemals vergessen wird. Im Namen der norwegischen Zionisten M. Dsenselsky. Der 2. November in Palästina Dem Kopenlingcncr Zionistischen Büro ist anläßlich des Jahrestages der britischen Rcgieriuigskläruiig ein Telegramm von Naiium So ko low at» England zugegangen, i!1 dem cs heißt; ״Aus Palästina kommt die Nachricht, daß der Tag der Erklärung von allen palästinensischen Gemeinden festlich Jjegangen werden wird, Versammlungen und Gottesdienste sollen stattfinden, bei denen auf die Bedeutung und Wichtigkeit der Balfoursclicn Erklärung liingewieseti und der engiisehen Regierung für ihr Versprechen, dem jüdischen Volke bet der Errichtung einer nationalen Heimstätte in Palästina bei/ustehen, gedankt werden soll. Es ist eine Quelle großer Freude für die gaiwe jüdische Bcvölkerung, daß cs ihr vergönnt ist, diesen ersten Jahre#■ tag zu feiern. Sie, die schweigen mußten, als am 2. November 1917 die englische Regierung dem jüdischen Volke das Unterpfand der Freiheit gewährte, sind nun freie Menschen. Sie schließen sich dem Chor der Stimmen ihrer Brüder in allen freien Lindem der Welt an, um dem englischen Volke ihren Dank auszusprechen und au der Feicr dieses Jahrestages tätige» Anteil zu nehmen. Den unermüdliche» ■Anstrengungen der Zionistischen Organisation bringen sic ihren innigen Dank entgegen, und aufs wärmste danken sic der englischen Regierung für ihre Sympathie, ihr aufrichtiges Interesse und die ihrer schweren Aufgabe gewährte Unterstützung. Israel wird in seine Heimat zurückkchrcii, um dort ein glückliches Leben zu führen. Die Tage der Heimatlosigkeit, Verfolgung und Sklaverei sind vorüber. Palästina wird ein Zentrum nationaler Tradition, jüdischer Kultur und Wissenschaft werden. Schon jetzt ist H e - bräisch zu einer lebendigen Sprache geworden, die mau in allen jüdischen Kolonien hört. Die Schaffung der jüdischen Universität ist ein fait accompli, und aus allen Teilen der Welt werden unsere jungen Leute ihr Zuströmen. In ihrer Freude gedenken sic aller, die gleich ihnen die Anerkennung ihrer besonderen Rechte erwarten. Den Arabern und Armeniern senden sic ihre freundschaftlichen Wünsche. Sie wissen, daß die Losung Englands und seiner Veitündeten im Weltkriege die Befreiung der kleinen National ist. Getreu seiner stets bewiesenen Duldsamkeit und Gerechtigkeit hat .England formell erklärt, daß dieser Krieg nicht zu Ende gehen soll, bevor das größte Unrecht, das Unrecht an dem heimatlosen jüdischen Volk, vvicdergufgemacht ist. Frankreich, getreu seinem Grundsatz, von der Anerkennung der Menschenrechte, dcmzuliebc es die größten Leiden ertragen hat, sympathisiert mit der jüdisch-nationalen Bewegung und gewährt ihr seine volle'Unterstützung. Italien, auf dessen Einigung und Wiedergeburt das Erwachen des nationalen Bewußtseins gefolgt ist, begrüßt freudig die Wiedergeburt des jüdischen Volkes und erkennt seine nationalen Rechte an. Amerika, gemäß seinen hohen Idealen der Duldung^ und Gleichheit, das so oft unseren leidenden Brüdern Schutz gewähre״ mußte, hat durch den Präsidenten Wilson sein tiefes Interesse am zionistiscltpn Werk ausgedrückt und in seine Krie׳׳sziele das Recht der Juden auf ein freies Volksleben in Palästina mitjufgenommen. Ein neues, glorreiches Kapitel unserer Geschichte hat begonnen. Mit Englands und seiner Verbündeten Hilfe sehen wir vertrauensvoll der Zukunft einer Hoffnung entgegen, die an dem uns unvergeßlichen 2. November 1917 wieder^cboren wurde,11 Die jüdisch-nationale Ocffcntlichkeit in War sc demonstrierte am 2. November, dem Jahrestag der slIna-Dcklaration der britischen Regierung, für’ihre 1 nalen Wünsche und Forderungen. Die Räume ״Argus“-TI1eaters waren von Menschen überfüllt rere tausend Personen konnten keinen Eingang finden und versammelten sich rings um das Theatei Resultate der Versammlung abwartend Das Meeting wurde von J. Grün bäum cri ‘fit V°adl.‘sche"׳sky, dem Mitglied großen Aktions-Komitees, der eben von Rußland zu gekehrt ist. geleitet. ׳Als erster trat J. G r ü n b tut dCf. 11. U‘!dr dcr iN'gcnwärtigen politischen! t (n ent füllte. Er sprach besonders eingehend die neu geschaffene Lage der Juden Oesterreichs verkündete dm nationalen Postukite der jüdischer völkerung bezüglich der Diaspora und Pali stina scharfen Protest gegen die Maßnahmen der ö• Im te f u״dl,1>gcgaf1,d״ICn gt‘f ״ C״C *‘0״״tischen 1 Polen erhob Ti c h w a 1 bT schaffenden IMi*ch-aaik>nale11 Renßscnls™8?1?™׳.d<

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.