Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIII (1918)
- Issue
- Heft 43 (25.10.1918)
- Date
- 1918-10-25
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 43 Seile 337 f eine <-.17ווי• 11111 *־ 1” vorn! ' ‘i'id'.i . j ■<! ׳rieht : ' i; :::u3״ : J 1 ■*eua! | ■ ״!eilt! 4! ׳ den | I :■ •Vlldl 1! ״■ 'cson- ' \ . i : ir1 An- [•: etzev 1 t". muß 1 ■>* '׳t be- » c!.!nun״; er einen .■ >11 in der; ג II dt, neu des I;ragc: 0:. Uten, ö.,nen?! i n ana t Steg in tü; 'ung ui•, des חי ,Ifü , di• 1:;1! I . an ge- ■; <;״(.״׳ et, auf 1 ] i 1111 c r; f ist c! \ re, vc.s > i Die:ג; ■ dam! er,,;; tc 11:14 : 5 Crndr> ׳ ׳. in Cer ' '< :11 :113 ui 11:1 J 1 Lehen '1 v U, 111•. :1;; 1i teil ein i; 31 ru ■ ■ allirilra j , iie re 11 j 1 ar.tl A j neirerK j ,11; sie def j irferti1 ,״ . r nicht; urciiaus {• c!Klung f der jü- I. : gehen [; all den (׳ en und I i srachcn j : stellten; : Re fetal! beide 113 lernen en Beeia ge- 11׳.' J'i 1e,< ' : '״ ׳ .»!י t:־; f t Es würde zu weit füliren, wollte nun hier auf die Gründe emgehen, die die Leidenschaft verständlich machen, mit der diese Jugend sowohl die tiefschürfende Forderung Martin Bubers, wie die recht an der Oberfläche liaftenden Vorschläge Cal Vary a ablehnt, Buber hat auf den Zusammenhang mit Strömungen hingcwicscii, die heute in manchen Jugendk reisen aller Untier modern sind und die unter den Namen des Futurismus zusaiinucngcfaßt werden. Ich selbst habe bei der Tagung der Zeire Ziou in Warschau, die gerade eine Woche vor dem Jugendtag statt fand, Gelegenheit gehabt, eine fast analoge geistige Richtung unter der polnisch-jüdischen Jugend zu beobachten, die sich ebenfalls ausschließlich auf die Bedingtheiten der momontanen Umgebung ,und des gegenwärtigen Augenblicks stützt. Dort natürlich, in einem ganz jüdischen Milieu, drückt sich *dieser Geist ganz anders aus als in Berlin, Seine letzte Konsequenz ist die fast vollständige Ein- Stellung des Zionismus auf den von den Warschauer Zehe-Zion übrigens ganz falsch aufgefaßten Begriff der ״Gegenwartsarbeit“ und er führt, wie man dies eben auf dieser Tagung der Zei're-Ziou über alle Maßen deutlich wahrnchmen konnte, in schnurgerader Liufe von Palästina fort. Nicht auf diese Verwandtschaft mit ähnlichen Geistesströmungen anderswo möchte ich hier des näheren eingclien, obgleich cs ein Thema wäre, das wohl einer eingehenderen Behandlung wert ist. Wohl aber möchte ich im Vorüber,;ehen auf eine sozusagen methodologische Folgerung hinweisen, die sich mir’ aus dem, was ich früher iii Warschau und jetzt in Berlin gesehen habe, aufdriingt: Wir machen cs vielleicht der Jugend zu schwer. Nicht dwa in dem Sinn, daß wir die Aufgabe als zu groß und die Opfer, die dargcbracht werden müssen, als zu riesig aitsmalcu — darauf werde ich noch kommen — Bondern daß wir uns Im Ton vergreifen. Es kann junge Menschen auf die Dauer nicht befriedigen, immer nur zu hören, daß sie krank, daß sie verbildet, daß sie falsch entwickelt sind. Es liegt etwas ungeheuer U11 jugendliches in diesem Gedanken; eine Jugend fühlt sich immer gesund und gersd«; und aufrecht, und es wäre wohl schade um die Jugend, die nicht so dächte. Offenbar ist bisher noch nicht dis rechte Wort gefunden worden, das diese Jugend gleichermaßen von dem Unwert ihres bisherigen Lebens überzeugt und ihr die Furcht benimmt, daß sie mit der Anerkennung dieser "Tatsache nicht Papier für lebendige Werte cintauscht. Die Jugend hat die voll• kommen natürliche Freude an ihrer Evislcnz nml an der Tatsache ihres Seins ebenso wie Ihres So iiinl-nidit• Anden■ Seins, 1:8 bedarf eines bcmmdrivn (luttthis für die jugendliche Seele, um ihr klar zu mavlien, daß das Wegwerfen ihrer ganzen bisherige(! Exlsh 11z nichts d,u\lcIII a/s eine Befreiung, mul wenn schon cimn Bruch, so mir einen Bruch mit den Gewalten, die, ihr vielleicht unbewußt, lastend auf ihr ruhen und eben ihre freie Entwicklung unmöglich machen. Martin Bubvr, der die Forderung, die erhoben werden muß, am tiefsten und ani sichersten ausgesprochen hat, bat den Ton nicht gefunden, in dem1 man zu der Jugend spricht. Und die anderen, die, wie immer sic z« Buber stehen, einig sind in der Forderung der Erneuerung des Innenlebens des Juden auf der Grundlage der Verschmelzung mit dem, was uns als jüdische Werte überkommen ist oder heute vor uns erscheint, haben diesen Ton auch nicht gefunden. Die Forderung, die der Jugend zu stellen ist, darf nicht gestellt werden in der Art des Predigers, wie tief und!ortreißend er auch seine Worte zu formen vermag, und auch nicht in der Art des geistreichen Dozenten modernen Schlags, wie sehr er selbst sich auch mit der Jugend verknüpft fühlen mag. Es ist mir nicht gegeben, dar/.ustellen, wie der reden soll, der zu der Jugend spricht, aber ,das eine scheint mir gewiß; daß seine Forderung an das Leben anknüpfen und daß hinter der Forderung die vollendete Tat stellen muß. Daß solche Männer der jüdischen Jugend Deutschlands noch mangeln, ist vielleicht die letzte Begründung für die Möglichkeit, daß eine so ganz auf das Aeußcrlichc gestimmte Führung so starken Einfluß gewinnen konnte, wie cs auf dem Jugendtage offenbar wurde. Denn wie immer man über die Methode denken >«ag, diese Lösung der Judenfrage durch Bcrufsumschichtüug ist ein zu alter Bestandteil vorzionistischer Lösungsvorschläge, als daß sie dadurch ohne weiteres annehmbarer erscheinen könnte, weil sic auf Palästina abzielt. Wahr ist natürlich, daß cs dringend erforderlieb ist. daß unsere jungen Leute sich auf das Leben vorbereitcu, das sie in Palästina zu führen haben, auch beruflich. Ich selbst hjjie schon vor Jahren in dieser Zeitschrift auf die Unterschätzung der Kenntnisse gegen- ־ über der Gesinnung hingewiesen׳ die ich in Deutschlaml wahrzunchmcn glaubte. Je schwieriger cs gcrade für den unter ganz anders gearteten Verhältnissen 3gewachsenen deutschen Juden sein wird, sich in Palästina zurechtzufinden, um so energischer muß die Forderung erhoben werden, daß er sich beruflich so vorbereite, daß er dem Laude von Nutzen sein kann und nicht etwa ihm zur, Last falle. Aber ich muß schon fein sachlich gegen das auf dem Jugendtag vorgetragene System der Berufsberatung und Berufsumschichtung Bedenken erheben, ehe ich auf die prinzipielle Seite der Fmge eingehe. Was wir dort hörten, bezog sich ausschließlich auf die Vorbereitung zur Landwirtschaft, und 'vb wissen, ׳daß sich diese ganze sogenannte Berufs- Beratung ausschließlich darauf erstreckt, jungen Männern ״»d Mädchen eine Landwirtschaftliche Ausbildung zu- «mnnen zu lassen. Nun bin ieh gewiß der letzte, ״״ die Tatsache leugnet״ daß wir in Palästina vor allem einen starken jüdischen Bauern- und Landarbeiter- J U E DI S C I: ■I A U Stand "haben märsen, 1.::A 11.2 dl; Ct״v.G,;;bc!;e wie auch die nation.'.le r'.rtv,;; d ׳■;;;״.■ 1 ד;■ rddit 7.11m wenigsten davon abl1."t:';i, <;rt> er; 1־m; ״dingt, dieses Problem zu lösen, Um!0־ en: er aber fühle ich mich gezwungen, gegen eine! Meinung aufzutreten, die in immer wachsendem MpH:: die zbnir,li::chc Odfcntlichkeit zu ergreifen droht und ul .ד c;׳ nicht nur so (Erstellt, als ob die ganze Entwicklung׳• Palästinas fast ausschließlich auf der Landwirtschaft oder auf dem jüdischen Bauernstände . beruhen werde und müsse, sondern die cs sogar fertig״:bracht hat, den Beruf des Landwirts sozusagen als den einzig־ anständigen zu bezeichnen, den ein Jude in Palästina ausüben darf, Ich denke, man hat die jüdischen Arbeiter Palästinas gründlich mißverstanden, wenn man sich auf Gordon und seine Freunde stützt, indem man diese Forderung aufstclit. ich habe deren Ruf immer so aufgefaßt, daß sie zum Ausdruck bringen wollten, daß am Boden mir teilhabcn darf, wer ihn bearbeitet. Und dies allerdings soll und muß 60 sein. Richtig ist auch, daß uns Landwirte und Lamiwirtüuicti am meisten fehlen werden und darum unablässig daran gearbeitet werden muß, diese Lücke unserer sozialen Struktur aiiszufüllcn. Ich weiß aber nicht, ob die Verfechter des Berufsberaiu!1gsprogramms, wie cs jetzt ir! der zionistischen Jugend Deutschlands anerkannt ist, eich klar sind über das ungeheure Risiko, das sic auf sich nehmen. Es mag sicher sein, daß cs auch unter der jüdischen Jugend Deutschlands viele Jünglinge und Mädchen gibt, die den innerlichen Beruf und Drang in sich fühlen, als Landwirt oder gar als Landarbeiter in Palästina zu leben, und alles sollte getan werden, um diesen Menschen den Weg zum neuen Beruf zu erleichtern. Aber es erscheint »nie ein zweifelhaftes Unterfangen, wenn etwa heute versucht wird, der ganzen zionistischen Jugend Deutschlands den Gedanken cinz.urcden, daß sie verpflichtet sei, alle anderen Berufe, zu denen sie Anlage oder Neigung hat, fahren zu lassen, um! Landwirt in Palästina zu werden. Nicht aus dem Gefühl einer sozialen Sonderstellung der jüdischen Jugend Deutschlands gegenüber der jüdischen Jugend Ostcuropas, sondern aus dem starken Gefühl der Verantwortlichkeit Palästina gegenüber erachte ich cs für nötig, zu warnen vor der Einseitigkeit, mit der diese Berufsberatung betrieben wird. Es gibt und es wird eine Menge von Berufen ln Palästina geben, auch außerhalb der Landwirtschaft, die au׳,geübt werden sollen lind miif. en im Interesse des l.amhs, mich den de» Kiiiifimtnim, Demi mich dieses muß gt1;,״gl werden, muß |!!‘4)cno!uiiTc׳/ ׳en.'igt werden gegenüber dem ungeheuren Mißvirdändiils, das speziell an die Forderung Buber» ankufipft mul das von iliesein, wie ich denke, selbst am ärgerlichsten empfunden wird. Vielleicht muß ich, um mich r.elbfit vor Mißverständnissen zu schützen, eigens binzufiigen, daß ich durchdrungen bin von der sittlichen und auch der politischen Notweiuligkeit, unser Gemeinwesen in Palästina auf eine ethische 'Basis zu stellen, die wir, da uns eine andere Bezeichnung dafür noch fehlt, vorläufig mit ״sozialer Gerechtigkeit“ umschreiben wollen, Uin so cntsciiiedmier muß ich zum Ausdruck bringen, daß auch auf dieser Basis ein starker Kaufmannsstand im Lande arbeiten kann und arbeiten muß, wenn das Lind nicht vollständig zugrunde gehen soll. Es Ist eine dringend notwendige■ Erweiterung der Berufsberatung, daß sie sich dem Problem der kaufmännischen Mittlertäiigkcit in Palästina widmet und unseren jungen Leuten, die Neigung und Willen zum Kaufmannsstand ln sich haben, zeigt, welche Güter aus und nach Palästina und in Palästina selbst vermittelt werden müssen und können ohne daß dabei die Grundlage der gerechten Arbeit verlassen zu werden braucht. Dazu ■kommen natürlich noch die anderen Berufe, die in Palästina atrjeiibt werden können und müssen, die Unmenge technischer Berufe, in denen wir, wie mir scheint, besonders in der ersten Zeit vielleicht ebenso viel Menschen beschäftigen können, wie in der Landwirtschaft usw. Ist die Berufsberatung der dcutscheu Jugend so sachlich, wie sie sich gibt, so möge sic sich auch diesen Aufgaben unterziehen. Abgesehen aber von den sachlichen Bedenken, die ich gegen die Art der Berufsberatung habe, wie sic uns auf dem Jugciuitagc auscinandergesetzt wurde, scheint mir, muß auf etwas Prinzipielles aufmerksam gemacht werden. Genügt es wirklich, den für Palästina geeigneten Beruf zu haben, um dort ein Leben füliren zu können, das am Wiederaufbau des jüdischen Volkes teilhaben soll, viel weniger, da:; sich selbst wird ge* nügeii können? Konkret atr.gcd rückt, wird der von dem ganzen Wert, seiner europäischen Errungenschaft ca überzeugte junge Mensch■ sich in Palästina heimisch fühlen in einer Umgebung, die, wenn sie überhaupt europäisch, so doch jedenfalls osteuropäisch Et? Ich stelle mir vor, daß ein junger Mann in Deutschland sich zu einem ungemein geschickten und erfahrenen Landwirt licrausgebildet und sogar hebräisch genügend gelernt hat, um sich in Palästina yersi;:J:dr־en zu können, daß er aber im übrigen mit den! Judentum nicht anders als durch die Lektüre der zionistischen Schriften und vielleicht aller möglichen anderen Bücher in Berührung gekommen »st. In Palästina aber soll dieser Mensch arbeiten inmitten einer Umgebung ösi'jüdiseber Menscheu, deren ganze Art und Leben .;u:ffa:״:.־.!!ig co wesentlieb verschieden ist von der der. westeuropäischen Juden! Gew» gibt es genügend dentrehe Juden, die ohne weiteres ein Verhältnis zum OrtjuJm finden. Wir haben im Kriege Beispiele davon genug gehabt. Ob ׳sie aber ein Verhältnis zum eAjd-Jirkni Arbeiter finden, stellt noch «dir dahin, ganz abgwd-.ei» davon, daß recht « viele deutsche Juden und auch Zionisten gerade hn Kriege bewiesen haben, wie wenig sie imstande 81110, sich mit der geistigen und sozialen Struktur des v st- Jurten abzufinden. Palästina aber wird in erster Lime immer von Ostjudeii iK'siedelt sein. Früher einmal ist von einigen deutschen Juden, die nach Palästina gegart״( n Bind, ■das Wort gesagt worden, daß sic ,,dem Lande nahe und den Menschen fern“ seien. Glaubt man, dieser Möglichkeit dadurch Vorbeugen zu können, daß sich die deutschen Juden beruflich für Palästina vorbereiten? Ke 1/1 Wort habe ich auf dem Jugendtag selbst davon gehört, wie notwendig cs ist, jetzt schon die Verbind ung mit den Vertretern des jüdischen Volkstums zu suchen, so wie sie uns im Ostjudcntuin entgegentreten. Und diese Berufsberatung ist ganz an der Tat- Sache vorübergegangen, daß wir jetzt hier dazu die beste Möglichkeit haben. Denn es gibt lieutc üi Deutsch- ]and Scharen jüdischer Arbeiter, und cs scheint mir die dringendste Pflicht des jungen Zionisten, mit ihnen ztisamni cn zukommen, zu versuchen, sidi mit ihnen zu verständigen, sich ein Bild von dircr Art des Denkens und des Lebens zu machen und die eigene Art an der ihren kritisch zu werten. Es genügt auch keineswegs, mit den jüdischen Arbeitern sich auf zionistischen Ver- Sammlungen oder in zionistischen Zirkeln und bei der Beratung zionistischer Fragen zu treffen. Um üu־ Leben, um ihre innere Struktur kennen zu lernen, ist es nötig, auch zu wissen, wie sie über alle anderen Fragen des Lebens und des Berufs denken. Auf diesem Wege läßt sich auch die Frage der geistigen und kulturellen Vorbereitung am ehesten und am besten lösen. Denn cs wird i;( doch nicht so gehen, daß wir uns mit dem ganzen Judentum, mit allem, was cs geschaffen hat, auch nur einigermaßen vertraut gemacht halicii, che wir nach Palästina gehen. Es muß uns genügen, daß wir uns cinfügcn in die Art, wie die Masse der Juden lebt, die auch beute noch ein Leben führt, das man zweifellos als jüdisch wird bezeichnen müssen. Aus ihren Gesprächen, aus ihren Zeitungen und Schriften können wir lebendiges Judentum erfahren, und ich denke, keiner der jungen Leute wird diese Methode abkhtien. Die Vertiefung und die Erleuchtung muß und wird dann in Palästina selbst kommen. Noch auf einen anderen Punkt muß ich aufmerksam machen: das ist die jwlitisrtie Bedeutung der ganzen Frage. Die Auffassung, die liier angegriffen wird, geht von dem Gesichtspunkt aus, daß wir nur damit rechnen können, 111 geordneten ZwFclienn'iiiiiu 11 wohl nhgc/.ählte Mengen von woliljp scliiiüeii Juden 111 wohl vorher! itcle Stellungen nach Palihlina zu bringen, Diese Auffassung hat eigentlich mir eine Angst; daß etwas überstürzt werden könnte, daß ein Unglück in Palästina entstehen könnte. Alles muß auf sorgfältig׳■ geglättetem Wege mich einem gut nusgcarlxitcteii Schema geschehen, eine langsame und schrittweise Kolonisation Palästinas, ganz gewiß keine .Besitznahme Palästinas durch das jüdische Volk. 1״'*W J״bvuv1׳ oiv ui vo v! aiiaiuiMUiij'ui iLIVILIi*• sctiaftlich Beifall klatschte, muß sich selbst die Frage beantworten, inwieweit dieses Ideal ein zionistisches ist. Hier soll aber darauf liiugewiescn werden, wie mmiöglkh unter politischen Gesichtspunkten eine derartige Entwicklung sein wird. Keine der politischen Gewalten, die für das Streben des jüdischen Volkes Achtung gewonnen und sich dafür eingesetzt haben, hat einer Kolonisation Palästinas durch Juden das Wort geredet, sondern die Erklärungen, die abgegeben worden sind, sprachen nicht umsonst von der nationalen Heimstatte, die das jüdische Volk in Palästina haben soll. Am Tage, nachdem die politische Möglichkeit dazu gegeben sein wird, wird der Ruf an das jüdische Volk ergehen müssen, daß cs nach Palästina kommen möge. Daß dies geschieht, das ist cs, was das jüdische Volk unter Zionismus vttStellt und was die anderen Völker darunter verstehen. Haben wir Angst, diesen Ruf ergehen zu lassen, so sind wir nicht imstande, der ungelicurcn Aufgabe gerecht zu werden, deren wir uns unterfangen haben. Natürlich muß die Einwanderung in gcoruncten Bahnen verlaufen, natürlich müssen wir alles so in der Hand haben, daß Zusammenbrüche möglichst vermieden werden. Aber letzten Endes darl die Besitznahme Palästinas durch das jüdische Volk nichi das Werk einer Siedlungsgcscllschaft, sondern eben des jüdischen Volkes sein. Gewiß wird auch gesichtet werden müssen, aber man habe doch nicht diese merkwürdigen Begriffe von Sichtung, die notwendi״ sein soll. Ich habe im Kriege Gelegenheit gehabt, zu sehen, wozu jüdische Stadtmenschen fähig sind Es sind im besetzten Gebiet im Osten viele Hunderte von Kdornctern von Eisenbahnen und Wegen ausgeführl worden, fast ausschließlich durdi jüdische Arbeiter Alk Behörden und alle Unternehmer haben über die Qua'itäi der jüdischen Arbeiter geschimpft, die Bedingungen warer ungemein schlecht und drückend, und fast nichts wai S;141״kdCn• t**™0*™ Art der Juden entsprocher hatte. Alxr diese Eisenbahnen sind gebaut worden, die« Wcp bestehen heute, Wälder sind gerodet, Sä״ewerk» sind, betrieben worden - alles durch jüdische Arteiter die zuwem vorher fast niemals Arbeiter gewesen sind Müssen wir so viel mehr Angst um den Juden habe in einem jüdischen Leben, für einen jüdischen Zweck ir ein« Umgebung und unter Vcrlüilti.issen, in denen a’le und jedes dem jüdischen Gefühl und der jüdischen Ar angepaßt sein würde? Auch wir werden in Palästina um wahrscheinlich zunächst in erster Linie, einfach Arbeite■ brauchen, nicht Landarbeiter, und wir werden sie nehme! müssen, woher wir sie bekommen. Es wird irewiß fil4n. v mt « wi״i sehr viel OeduH Thr « ״ml *ehr vkt Ver»*״« di, Art ds,