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Jüdische Rundschau · 1918-10-11 · Heft 41 (11.10.1918) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIII (1918)
Issue
Heft 41 (11.10.1918)
Date
1918-10-11
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 318 ]U. Nr. 41 Moses’, Er zeigte, daß. das Beispiel der im Judentum wurzelnden (Bcrditsclicwsky und) lireimer keine Stütze dieser Aiisdiatiuiijreu für assimilierte Wcsljwliu dar•,teile. l:ir verwies auf das Beispiel des futuristb.die» Flügels der italienischen Ju/fcmlhcwcf'unjr, die zwar äußerlich als Analogon erscheine, aber i!11 lintsrlieidemleii gnimlverschieden sei. Eine futuristische jüdische Jugend im Ga lut 11 müsse unbedingt zu einer sieb als jüdisch deklarierenden, jüdisch zu sein behauptenden Abteilung der deutschen Jugendbewegung werden. In Eulastina liege die Sache ander«. Was für Palästina erlaubt sei, bedeute im Qaluth Anarchie und Zersetzung. ln später Abendstunde schloß־ in erregter Stimmung diese Aussprache. Der zweite Beratung!־,tag brachte die Referate von Karl O las er über ״Die 11 a t i o na 1 ־ j ii <1 i r, 1:111• Sch ule1' und Waller Moses über ״Be 111 ׳ f s 11 in s c 111 eilt u 11 g u 11 <1 P a 1 ii st 111 a a 1־ be i t“. Behle Heferste zeichneten sich durch Sachlichkeit aus. Besonders stielt natürlidi das Referat, von Walter Moses auf «las Interesse der Jugend, Sieht sie doch in der beruflichen Vorbereitung für Palästina eine ihrer vor• nelmisten Aufgaben im gegenwärtigen Augenblick. Dar. Referat von Moses ging bei der Beurteilung der wirtschaftlichen Aussichten und Möglichkeiten von Voraussetzungen!aus, die sich durch die neue Lage wollt rasch zum Besseren ändern werden. Auf diesen 11 instand wies Salm,ווו Kuba schow hin, der die Dehatte über diesen Gegenstand eröffnetc. Rubnschow äulierte eingangs Bedenken, die bestehen, wem! man vor solchen, «teilen in diesem Augenblick ״die 1 lande gebin ulen“ sind, von den Pioiüeraufgaben der Jugend sprechen will. Er warnte davor, die Forderung der Majorit.it im Lande als das bei der Kolonisation allein zum Heil Führende zu betrachten. Es bestehen man־ nigiache Gefahren, die die Verwirklichung des Zionisrnus in ihr Gegenteil verwandeln könnten. Rub.aschow wies auf die große Zahl privater Unternehmungen hin, die in letzter Zeit entstanden sind und unbedingt der öffentlichen Kontrolle unterworfen werden müssen. Sonst wird Palästina nicht Erez. Israel sondern ein neues Galutli, ein Eimvanderungskind, das bald wieder zum Auswaiiderungsland werden muß. Der Redner formulierte kurz, die Prinzipien, nach denen der neue Jischuw aufgebaut werden müsse. Er verwies auf die Forderungen palästinensischen Arbcitcrorganisationen. Nach ihm sprach Frau Dr.. Mejsel-Schochat unter angespannter Aufmerksamkeit des Auditoriums das sich nach der Tribüne drängte. In einfachen und ,ergreifenden Wollen sprach die Leiterin der palästinensisclicii Müdchenfarm in Kinereth vom Leben des jüdischen Pioniers in J’alästina, von seinen Entbehrungen ■lind seinen Freuden, seiner äußeren Einfachheit und seiner inneren Befriedigung, Sie will nicht allzu große Vorsicht bei der UebcrFiihrung jüdischer Arbeitskrül'te nach Palästina walten sehen. Die persönlichen Gefahren seien!lieht sehr groß. Hierauf sprachen noch einige Redner. Isaak Feuer ring versuchte, durch den Hinweis auf die Resolutionen «ler amerikanischen und russischen Zionisten die Befürchtungen bezüglich der kapitalistischen Gefahren in Palästina zu beruhigen, Julius Berger' bemängelte an Vien Ausführungen Moses’ die ail/ugroße Vorsicht und Behutsamkeit. Moses Cal Vary betonte, daß auch die gewöhnlichen und nicht nur die gehobenen Berufe bei der Berufsumschichtimg berücksichtigt werden müßten. So besonders seien Handwerker, Kiiuiergärtiierinnen etc. air./.iiliilden. Dr. IS u h e r Kprach von ih r /wie- Indien Erziehung zu Pnlii'.tiiia und für Palästina. Die ersten■ sei die Erweckung des dauernden Antriebs, nach Palästina zu gehen, die zweite die Vorbereitung für das Lelic'ii und insbesondere die jüdische Kultur in Palästina. Die Macht des negativen Antriebs, nach Palästina aiiszuwandern, sei zeitlich begrenzt. Der judcntumsfcerc Mensch-vird bei ihrem Wegfall von Paliistina abgedrängt wägten. Nur der judcntumsvolk! Mensch wird auch beim Wegfall des negativen Antriebs nach Palästina gehen. Sein Judentum und die Sdmr.udif, e1. zu r.. :״, ... den Antrieb. El.־;; sehen 1 ״! 1.;!',’■■!ו, r. '״ sia.ske P:E::־i- ־■־ ■ aber gel'u• e.:, n,, h, .. 7 durch A11k:1׳";;,,Y; ״• .:d Jüdische Kr!d;r! .i rb' ׳ werden, auch iik'M :;•־. C., fihjung in tliv ■e Ki.Uur; sieh Bereitenden. Aus Zeitmangel :;״:Pie den, . E'elix U o 3 e 1! o 1 ü' Ermuntern!!״; die Ta 1 l.itikwah verltt teil \.,e Am Na׳.l1;,1:'!i.;;׳; srlilosseiie Silzmi‘, der :;(;.׳>!> ז!וווו,׳;וו; Engeren Air; ־ .׳.;11;.־; <!: Engeren Air. \71!;g s o r o w, Dr. dar v 11 Buch holz, Grtt L e v y , Dr,!־‘ritz. <־. te.e freie Zeit im wesentliche» im Turnvaciu ver• bringen und neben der Stätte für seine körperiidu-n 1.irebungen hier auch ein i leim für seine jüdisdi- (;ci..l'־׳;en lind seelische» Bedürfnis;e finde 11. Nach Ent- 1.1:,U׳.;;g des bisherige» Aur,:;cht1:;־.cs wurden in dui neuen .;chuß R.-A. E x i n e r, Dr. L e 1 c w er, Dr. Fritz ir v 1;;n- :,tina gc -er U; ׳,־■•,cn werv/oigii der icssnge der Vs <;L‘il s r u . 1e• CSIU PT- 'g:׳:'11 ■ ׳ i.'.’- ■,׳,7\ * '!> ::;׳d;i de!1 vsr,;sg:a. In den Viktor Gig Arlo- 11 nt e n f e 1 <*, Dr. 1•; e;; s, t e 1 n, E 5; i 11 c r, Edmund L d we;1 si e i a , W : Vs; '1 r״: Kl M. Ö S C 3 , E'rl. E'elix .Rosen blüth, tett::;m!tüigsscli««׳, T11 o m ssclicw 8 k y und .Gerirtule W c 1 k a n o z. Zum Jugcmkekretär wurde Karl Glaser vviedergegewählt, M. M. Eine *"?י* יי׳ IS 1111 Anschluß;״.» dis Beratungen ckr* Jugeiidtages fand am Diensiig Abend eine Dü;׳prcctuag von Frcunden «!es ,,EI e c h a 11? z.״ statt. Als Ergvliais dieser Beratungen wurde die Gründung der enden Hcchaluzßruppc in Deutschland• vollzogen. Die Mitglieder der 'Gruppe verpflichten sich, bei der erste» Möglichkeit nach Palästina zu übersicdcln, de'*־« dort von ihrer eigenen Arbeit zu ernähren und sofort mit der Vorbereitung dazu zu beginnen. Der vorbereitende Ausschuß setzt sieb wie folgt zusammen: Viktor Arlosoroff, Ju* lins Berger, Frau Dr, Me isc 1-S chochat, Walter Moses, Sahna!! Kuba schow. Nähere Mitteilungen werden demnächst erfolgen. Allfrag׳.*» sind zu richten!1» den Hechahiz, Zionist«- sdics Zentraibüro, Berlin W 15, Sächsischeste. 8. At S c ״ w a b c, Dr. ,Max Hirsch und R.-A. Salii H i r s c h gewählt. Als Vertreterin des Damenturnens Dt Frl, Johanna Tho 111 aschcwski kooptiert worden. Der neue Ausschuß setzt sich sonach aus Mitgliedern zufanimcu, welche in lebhafter Fühlung mit der aktiven Turnersdwft sichen. D.e; Turn- und Sportfest in Wil/lcbcn wies trotz, vorgerückter Jahreszeit einen Massenbesuch auf. Unter leiilenschnf!lieber Anteilnahme der jüdischen Sport .jugeml wurde bin in «len sink׳. ׳ulen Abend um die Palme des Sieges gerungen. Das Fest zeigte, (laß trotz, aller Krieg■.,Schwierigkeiten nanienUich auch 111 den Provinzvcrcinen eifrig gearbeitet wird. So cnbamltc der Jüdische Turnverein Frankfurt a. M. je eine Herren und Damenmusterriege, die Münchener fielen durch gute sportliche Leistungen, die Hamburger mit ihren Schülern auf und auch die junge Sportsnunnscliaft des Blau-Weiß zeigte, daß auch dort sportlich gestrebt wird. Alles in allen» dürfte der tiefste Punkt in der Ent׳• Wicklung der Kriegsturnersehaft Überschriften sein, E x i n c r. Die Lage in den jüdischen Kolonien;iinas acn •*Pa!11 Ein offener et״ «סי ndtags-Referate Brief a n Walter Moses, Tnriite;״* d der Jfiäi:.e!:on TttrscrscticiK Anläßlich <11s Jugcmlinges, an dem f.ich mich Turner aus ganz Deutschland zahlreic!» beteiligten, fand aus 5. Oktober in» Cafü Austria der zweite Kricgsturn• tag statt. Von den vier Berliner Vereine» und de» jüdischen Turnvereinen an!; Hamburg, München, Frank• furt a, M., Posen, Nürnberg und andere» Städten waren Delegierte entsandt. Vorn! Zentralvcrbmut der Jüdischen Turnvereine Polen־: ging ein warme., HegriUlungstek•- granim ein, Herr Dr. Hantke begrüßte die Tagung namens der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, wie:; auf das starke Infcrcr.se derselben an «ler Ent- Wicklung der Turncrscliaft hin un<3 stellte ihr jede mög• liehe Fördenmg in Ausr.icht. Er betonte hierbei, daß aucli die jüdische Tunicrsdirift wie alle anderen Jugendorgnni's'iiionen 1,Id» völlig ״•’!■.■;׳.!ä!nl'.g entwickeln utü :;e. Nachdem Herr ThrüälVd S c I;o 1 e :» der zahlreiclie» Kriegsveriurte gc׳l;ua;t inut de» Bericht erstattet hatte, wurde in einer lebhaften Aussprache! a!!־׳;:if.'g anerkannt, daß an der körperlichen Grandlr.ge der Turnerschaft fesfgehalten, die Arbeit in dieser Richtung, namentlich and» durch Pflege des Sports aufs äußerste ausgc■ baut werden, in Zukunft aber auch der jüdischen Be; einfiussuug der Mitglieder erhöhte Aufmerksamkeit zu [ gewandt werden müsse. Der jüdische Turner müsse .schwerflüssiges Referat bietet. Ich will davon sprechen, wie ich seine jüiiischen Werte ■und Wirkungen empfand mul wie ich seinen Sonntag Vormittag in der Spießern Straße. Auftakt mm Jugendtage. Hunderte von Menschen, erregt, gespannt, froh des Kommenden harrend. Feldgraue von den Fronten draußen, begierig, wieder einmal, sei es iiudi nur für Stunden, jüdische Luft zu atmen. Alte Freunde, zum ersten Male im Kriege wieder zusammengeführt, schütteln sich die Hände, fasse» sieh und blicken einander ins Auge . . . Die Luft erfüllt von unge- (Uikiigcm* Summen, Fragen und Rufen und über nll dem Jugend, unendlidi viel jugeml, helläugige, frische, gei>r.:iu11ie jüdische Jugend! Zu denken, daß sich noch niemals in Berlin eine solche Schar Jugend zusmmnengefiuufen hat, um sich als Juden zu bekennen, um jiidisdic Worte zu vernehmen, zu «lenken, wie viel aufnaiiniefähige, geöffnete Herzen dem Redner entgegen- (liegen, der heute zu ihnen sprechen will, zu denken, was cs bedeutet, all diesen jungen Seelen ihr Judentum, ihren dunklen Drang nach ccincm Erleben und Erkennen •feilten zu dürfen! ln dieser Stunde des Beginns der ersten nationalen Jugendtagung, dieser Koi-Nidrc-Stunde des Jugcmltages Samenkörner in junge Herzen pflanzen zu dürfen, die reich und vielgestaltig aufgehen sollen . . . ^Roscublüth spricht. Eine k01nmr.1Hk>gewöhnte Summe. Knapp, {eüumrtrccn, klar, sympathisch . . . hin gutes Präludium. Dann kam die Reihe an Sie, Walter Moses. Id» will nicht viel von dem tedmischen l'diler Ihrer Rede sprechen, von der falschen Vcrsammlungspsyösologie, welche jungen Menschen, die ein paar zündende, feurige, aus den! Herzen kommende und zu 1!erzen gehende Progranmiwortc vernehmen, die aus (lern. Halbdunkel des־ däminrtgen Saales mit rauschendem Flügel■־,dilr.1; cmporgefüiirt werden wollen tu liditdnrchflutete 1 ftdieu, die — ohne PJirasa» und ScUlagwortel — begeistert und im Innersten aufgerührt *ein wollen, ein uiir.ö auf die Jugend cinscliätze. Sie wollen, "Walter ״lerer., die junge» Menschen des Bl,•ui-Weiß, denen ja vor r.ll'Ciu Ii..־o Rede galt, zu Me lischt׳!! cr/;;:!1e;1, zxi jüdisdicti Mcncdien gewiß, dien eia recht ״“ Ma: 1.cn, die eich, um mit Malusse ,von Moses, Christus, Sokrates ((ä)vvohl Ihr B-egrii» eigenwilliger cst) zu Men■: Vandcrsirateu zu reden, , das Beste von den! Guten! airgcr.ud'it," Ein Prinzip, über das sich, wenn e<3 iolgerielifig durchgcfülirt würde, ernst und sachlich reden und olrciten ließe. Aber es mangelt ihnen,' Waller Moncg —• und das zeigte Ihr Referat mit iiiilxirmln'r/igcr Deutlldiltelt — zt» Verwirklidumg dieses ('innul ׳,itzcD;11; selir wecentliehen Voraussetziiiigeii, E3 fehlte‘ nicht der Sokrates, wohl aber der (Vaiidcrstraten’mke) Mo!a:,1, En fehlte nicht der Extrakt aus den *Ödstes!,lletem fremder Völker, wohl aber der aus Juüis Iz.boratorium•, Wohl fremden, aber nicht jüdischen Geistes habe sch teuer? Hauch verspürt, ihren» Referate fehlte die v/eseutliche Liedingimg zum starken und tiefen Eri’otee: C.:r jüdische Grundton. Typisch v,־r V,׳ Moses, daß Sie uns wohl Tofr.toi-Zihdc *!.־; Ctiu’llj die f drö in Ihrer R«!c nicht ehrt Wort 1,te:te -ז;‘, CS kämpfende tmd schöpferische, vc'.!te״te־e ־י: tte j־üdisclie Geister geprägt 11:־:;en. 1״ eine Feluiea!1-־ge, נ f';rl;;cu wer Ihre Rede Eine Feh•.;.-־ '.:׳;י :־-ge ־:.::;c י,;"• 'gegen die sich ifir nähernd■׳.» te':e -■ - ... ־ ו 1־ g -gc» Cz Itehag ־. keitsfauaiiker, eie .'־,:f <'׳' wal. re» RevoUrtimiierung er ' ־ ,:־;־ ‘. ׳: f , \ te־,1;־;rr.tf.וסהר vor ui!;;, «lie '1111:; :1 V- ׳te r 1 Inen :״/er r. ־ .. und die sie hei 1' ־. Vorfälia:»״ einiger ׳״oruen; “ 1ä::rdd;.e.;l repräsentiert gl te״:; ter:-■ '. ' - .. cn־^, ,r f־;;-. -4 \ •..׳־,.־,'; /!!׳den geisti!;en Le, 4"-י ' ■'« f) ־.1 יי ,״־!. .rc Vt. ״iCr wert hielien, i.,t -.׳.;; r:teib tlx* Iziig- Das Kopenhagen er Büro der Zion i st ischeu Organisation erhielt folgendes Telegramm: Die Zionistische Kommission besucht zur Zeit die Kolonien Nord Palästinas. Sic fand die Lage in ChcdeTa und Sichron verhältnismäßig günstig. Es sind jceloch Ci cld m i tte 1 zwecks Au■* besscrung der Farmen und sonstigen Eigentums und zwecks Wicdcranschaffung von Vieh notwendig. Ferner sind große Beträge iur die Hepat r i i e r u n g der Evakuierten nötig. Audienz des Wiener Oberrabiaers bei Kaiser Karl . Man meldet uns aus Wien: Mittwoch, «len 2. Oktober erschien der neuernannte Oberrabbiner von Wien Dr. C h a j e s auf Berufung bei .Kaiser Karl in Audienz. Der Kaiser ließ sich vom Obcrrabbiiier über die großem jüdischem Fragen informieren. Nach einer Einleitung, die die Tätigkeit des Obcrrabbiners an seinem früheren Aintsortc Tr<cst zum Gegenstand hatte, erkundigte sich der Kaiser über die gegenwärtige Lage der j ii «I i s c 11 e 11 Flüchtlinge in Wien, Dr. Chajcs erwiderte, daß der größte Teil bereits in seine Heimat zurückgekehrt ist und daß die Lage derer, die wegen Zerstörung ihrer Heimat bisher nicht zurückkehren konnten, insofern schlecht ist, als sic nunmehr viele Jahre vom Heimatboden losgerissen In einer ihnen fremden Umgebung der Not ausgeiiet/.t sind. Der Kai er bemerkte darauf: ״In Ihrem Volk iiillt ja immer einer dem andern.“ Die nächste Frage des Kaisers galt der Lage der Ostjuden, Dr. Chajcs antwortete, daß die Lage der Ostjuden eine schlechte ist, besonders m;t Rücksicht auf das schlechte Verhältnis der Polen zu den Juden. Auf die Frage des Kaisers, was nun zu gesdiehen hätte, erwiderte der Oberrabbiner, daß die einzige Möglichkeit einer Abhilfe in der Sicherung der Rechte der Juden als nationale Minkt1״*■״׳!׳ ״׳*;׳״!,—i.i'm .«■.ף ■■■ 1; .1 y»«< 11■ וי■ —* lieh eine Konstatierung sein? Dann ist sic, zuin nunclestcn, außerordentlich subjektiv und gehört nie und nimmer in diese Rede.) All das — um immer wieder daran zu erinnern, einzig und allein zu den» Zweck, junge Menschen zu erziehen , . . Gesamteindruck: Erträglich nur deshalb, weil man sieht, daß ei» ehrlich ringender und das Beste wollender Maisch vor uns steht. Heftigsten Widerspruch weckend, weil als Pro־ grammrede gedacht für eine Gemeinschaft, die jüdisch noch einem unbeschriebene» Blatte gleicht und noch nicht allgemein das kritische Vermöge» besitzt, die Spreu vom Weizen zu sondern, und die sieh, im Glauben an die Notwendigkeit einer Rcvoiutioniermig um jeden Preis (welche Jugend und erst welche jüdische verschlösse sich, wenn ■sie gut und leidenschaftlich enipte»־ det, diesem Glauben?) nur tchwer wieder von diese« Gedaukeugängcn wird losmadieii können. Sie, Walter Moses, der Jude aus assimiliertem dcutsdi-jüdischcm Milieu, der Sie wd»l seit Jahren ei» treuer und fähiger Arbeiter in der nationalen Bewegung sind, aber doch das historische Judentum, seine Geistesschätze, seine Grundstimmung nur sehr sehr flüchtig und skizzenhaft kennen können, Sie stellen sich, ge■ stützt noch dazu auf die Autorität, die Sie sich durch Ihre organisatorisch unzweifelhaft .außerordentlich wertvolle Arbeit in» Blau-Weiß bei diesen jungen, empfangliehen und für den älteren Freund und Wandergrc»06seB begeisterten Menschen erworben liabcn, vor diese Vor- Sammlung und erklären: ״Waa unsere Väter wert hielten, ist uns wertlos.“ Sie fegen mit einer kif,3־״en Hajidbe־ wcgtmg nl| das von» Tisdi unsercs Judentum«, an das nnrufenüpfen um! »1 «lar» w׳elter zu bauen wir Anderen cb tiefveranlcerte Sehnsucht empfinden. Wenn Sie, Walter Moses, jemand wären, der nadi einen» Lebens- Studium — ei» jüdischer •Doktor Faust — vor 18» hintreten, uns erzäiilcn würden, daß Sie ״nu» ad», PKke saphie, Juristerei und Medizin und leider auch Thz»10SPc durchaus studiert mit heißem Bcnifclin“, will iagen, daß

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