Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIII (1918)
- Issue
- Heft 41 (11.10.1918)
- Date
- 1918-10-11
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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* il ר*"■׳ f! K.1- J I 1 t ß / / 'J Reduktion und VorI«|׳ Jüdische Rundachau, Berlin W, 15, ׳;','צJul■,dm .Sir;■!:;! scheint wöchcntl. am Freitag. Abonnement bei der Expedition und bei alii-11 lV:i viertetjährl.Mk.4,50 in Deutschland, in Ocstcrrcich-Ungarn Kr,8,—,im Ausland M ר.־.,: 50, Nummer 41 Berlin, den 11. Qliiol i sj •4;1.׳; Ar־i Wr׳;־:d i - .״״ , , . .י, ■ ,, י. c f * ,׳ ״..t <!. r;;* U: ״:a 60 Ff. r. <זין, r,” י i’or־-.: '־״•!.!mnto: Berfa Nr. 17392. Kür Orate״ nr.to Nr. 150030. Arme! ca die er•;!;-:■•׳ * t~ t* :"!״/20° ד»"!!׳;"!־. Re d .1 k t to r,;ר t!3;;!.־ Ui :־. .־; ג• i ־.׳ g * t:2•; ׳.־. r״jsm ׳:'. ך:״.;aa.::: .;: ׳ X)*4 i 1 jG* i Nochmals und dringender als je ergeht an alle Juden die Aufforderung, den "ך־ f״* f*1 fft zu zeichnen, denn der Nationalfond ist an erster Stelle zur Verwirklichung der ungeheuren lcolouisatorischcn Aufgaben berufen, die in Palästina sofort nach Friedensschluß unter allen Umständen gelöst werden müssen. Seine finanziellen Mittel verlangen daher eine ganz außerordentliche, die bisherigen bescheidenen Erfolge um das Hundert* ja Tausend* fache übertreffende Steigerung; nur so kann er die Initiative bewähren, die der jetzige historische Augenblick von ihm fordert. Die nächsten Wochen schon können uns den Frieden bringen, noch heute also, noch in dieser Stunde gilt es, die unbedingt notwendigen Kapitalien hcreitzustellen. Niemand darf sich dieser dringendsten Pflicht, von der in erster Linie die Erfüllung unserer Hoffnungen abhängt, entziehen! Jeder zeichne den Frieienssclieclc! SducMormulare halt die Zentrale des Nationalfonds, Berlin VA 15, Sächsische Straße 8, in jeder gewünschten Menge vorrätig. ״Der £50;נג:י״13ג er,:׳. 5 ־״..׳ dis Sc.Jurffur.;i cksT.v Ci.. LI.*.,׳■., Ilslrr.jllüc in L’e'.faAV: ׳— —n■■1 111< 1 < י*« um 1r~rau Vc: S iH# Der nationaljüdlsclie Jugendtag Es gab manche mitor 1111%, die ihre Erwartungen liinsiclitlicli des nationaljiidisclicn Jugendtags nicht allzu lioch gespannt hatten. Besonders diejenigen, die wissen, daß ein ansehnlicher Teil wertvoller und wertvollster Kräfte durch die Kricgsvcrhältnisse ihre Tätigkeit unter der Jugend seit Jahren unter״ krochen ]iahen ~ manche leider für immer —■•, verstanden, daß diese Lücken nicht gleichwertig •r.ifgefiilJt werden konnten. Einzelne sahen sogar mit Besorgnis der Tagung cnlgege», da sie i'iircliteten, sie möchte unter den ungünstigen äußeren und inneren Verhältnissen eine leere Demonstration werden. Diese Besorgnis hat sich zum Glück als nicht gerechtfertigt gezeigt. Der Jugendtag war keine leere Demonstration, er war überhaupt keine De* inonstration im gewöhnlichen Sinne. Es demonsil ierte sich lediglich das Vorhandensein oder auch das Niehtvorliandcnsein von Kräften und Stirnmungen. ' > So gesehen, war der Jugendtng als Ganzes eine zweck volle Veranstaltung. Die Aussprache, die seiner, Mittelpunkt bildete, war nicht ein wohl* vorbereitetes Hin und Her längst bekannter Dis* kussionen, bei denen das Überraschungsmoment fast ausgeschaUet ist, sic bot vielmehr das Bild eines erstmaligen Zusammenstoßes und Aufein• anderprails grundsätzlich divergierender Anschau* nagen. Zum ersten Male traf sich die jüdische Jugend Deutschlands, nicht bloß ihre Vertreterschaff, sah sicli jeder einzelne Verband im Rahmen der Gesamtorganisation, war Gelegenheit geboten, unter absichtlicher ifeiseitescliiebung rein organisatorischer Frageu sicli mit den bewegenden Grundstimmungen gegenseitig durch das Mittel des lebendigen Wortes kekaimtzum'achen. Die Hauptströmungen — wenn Dian von solchen sprechen darf — sind, wenn 11 ג cli in verschiedener Stärke, zum1 Wort gekommen und haben zur Stellungnahme gedrängt. Gleich* gesinnte haben sich gefunden, Gegner sich erkannt. Trotz manchem, was keine genügende Klärung fand, 'var die Luft am Schluß der Tagung gereinigter. Die Gegensätze wurden nicht in billiger Schluß- Stimmung verwischt. Die innere Front, die durch die Aussprache sich 'deutlich ergab, ist nicht um des lieben Friedens willen ihrer prinzipiellen Be* deutimg entkleidet worden, jeder, der vom Jugend- % kommt, weiß, wofür und wogegen er in Semem Wirkungskreis zu kämpfen hat — oder sc^te cs Wenigstens wissen. Aber noch von einem' .״״deren Gesichtspunkt aus 11;h der jugendtng sich gelohnt: c:;r fanden wichtige Sonderberaümgen neue.; und ׳Avio'clicn den allgemeinen Sitzungen statt. Nicht nur den schon bestehenden Organisationen gab der Jugcndiag die erwünschte Gelegenheit, ihre internen Angelegenlieitcn neu zu ordnen, mit ihren Mitgliedern aus allen Gauen des Reiches in persönlichen Kontakt zu kommen und sö das Band der Freundschaft zu befestigen,er wurde ■auch zun! mittelbaren Schöpfer manchen neuen Arbcitr.bur/des, Besonder.', erfreulich sind die energischen Schritte zur Schaffung eines Gesamtvcrbandcs der zionistischen Mädchen. Durch die Gründung einer ״Heclialu/.gruppe“ hat sich der Ruf Palästinas auch in Deutschland, wenn auch in bescheidenem Maßstab, zum Durchbruch' gebracht. So hat der Jugcndtn״ den Beweis׳ der Bercchtigung seiner Abhaltung erbracht. Es wäre aber verfehlt, über 'diese Fcstlülusg lilrraus sidi1 pTäuschlingen hinzugeben. Nach allem', was auf dieser Tagung sichtbar wurde, kann unserer Jugend kein größerer Dienst getan werden, als auszusprechen, was ist. Ein Teil dieser Jugend, und gerade der, auf den wir große Hoffnungen setzen, ist in tiefe Verwirrung geraten. Er erklärt jegliche Tradition ™ fa ucli die iiationnlkulturclle — für sich völlig unverbindlich. Er weiß aber nicht, daß er, wenn er mit dieser Atiff.Ti.vung Ernst machte, die Grundveste» des Zionismus, den er zu verwirklichen wähnt, erschüttern und vernichten würde. Nur die Hoffnung, daß cs mit der Verwirklichung dieser Losung — wie mit iiraiw!:״*• aiMnren — noch seine guten JvVcgc 11:1t, hißt die Gefahr geringer erscheinen. Aber diese Hoffnung ist ein schlechter Trost. Es gilt, eine wichtige zionistische Aufklärungsarbeit zu leisten. * Aeul’crlich nicht in den Rahmen des Jugendtngcs ringe .toll(, innerlich aber tfolnlrm zu ihm gehörig war die Rede Marlin Buhe ru atu Vorlage der eigentlichen Tagung über ״Das Judentum u n d die wahre (i e m v i 11 n e 11!1 f 1". Den Inhalt du ׳;er Bede haben wir bereit׳; anläßlich der Tagunj: tlt׳r ö ,h׳;ra׳!r!1i vhen jntio» iia!-jfnii';t׳he11 Jugend kurz. wir<le1־g1׳g1׳b:׳n (!;lebe Jiidi* sehe Rundschau No, 23). Der Vortrag wurde mit größter Anspannung des Aufi.iraungsvemiügcns angchört. Dem, der sieh, zu B»!;;׳rs nicht leichter Sprache er-, zogen hat, erschloß sich mühelos der organische Zuram* jiieiihnng der angcstrditen Gemeinschaft mit den immaneiiteu Verwirklichung;,phar.cn der. hi:,torische« Judentums, Zu licsoiulerer Wirkung kmr.cn die Antworten, die Btifacr denen erteilte, die eine andere Lüning der Frage, wie das Judentum verwirklicht werden könne, gefunden zu haben glaube״; den Verkündern einer neuen Menschheit, den Anhängern des reinen Nationalismus und den Vertretern des religiösen Konservativismus. Der nächste Morgen brachte die einzige öffentliche Veranstaltung des JugcndUtges. Unter dem Vorsitz. Felix Roscubltitlis, der in kräftigen, einleitenden Worten erklärte, daß die zutu national-jüdischen jugendtag versammelte Jugend nicht für sich, sondern für das jüdi* sehe Volk demonstrieren wolle, hielt Walter Moses seine Ansprache, die dem ganzen Jugendtag eine «n* erwartete Wendung gab. Meies erschien als Wortführer einer Gruppe, die '׳Jen Zionismus dadurch' verwirklichen zu können glaubt, daß' sie ihn von jedem ״Bailast“ historischer Bindungen ,,befreien“ vviij. Moses leug- 11 et die Bedeutung des jüdixU-SloTücacn für die Erncuerung des Volkes. Er leugnet daher auch die Bercchtigung der zentralen Steilung, die das jüdirdie Kulturstreben innerhalb des Zionismus jnne hat. Lediglich der eigene Lcbensrythmus, gleichgültig wdeher Art und weidten Urzpranjc׳ er ist, sei 'das wahrhalt Ausschlaggebende für die Verwirklichung des 210• die Calvary an den Schluff seiner Ausführungen stellte, war ohne Zweitel ein Wort zur rechten Zeit. Nach Calvary sprach Martin Duber über ״Jtigend und Religion“. Am Eingang seines Refcrate standen die Worte: ״Wer der Jugend Religion auf erlegt, verschließt sie. Die Jugend müsse aber dem All geöffnet bleiben, müsse der Berührung mit dem Absoluten stand halten. Ikibers Gedankengänge in diesem Zusammenhang auch nur andeutungsweise wicdcr/.ugcbcn, ist nicht möglich. Wir werden seine Rede wie die der anderen Hauptreferentcn Voraussichtlieh in den nächsten Nummern der jüdischen׳ Rundschau eingehender wiedergeben. Eines soll aber hier hervorgehoben werden; nismus. Hinter ihm :11 Diese Auffassung chs Rc.' als die einzige repr;:.;;1׳virdivc Publikum vorgenetzt ra werden, angesichts der vorgerückten Sit verzichten). Sie hat denn den Saal gebracht, die nodv sten Vcrhandlungstages Die eigentiidie A־.:. , begann, cTöifiiete Ca gehenden Referat über Mtr. i, varys praktistiic Vor.:11,'׳.׳; ־!/ zumdstcliai. elvi gedu'iict, 2ßp.0־k0pj jrren nucre;0 ix war d:;;1־ fr:. ז,1:!ו!«rnci.fcid imil'le «'.-f sc'ae Anr.pradtc;roße Bewegung in ul des ganzen niieh- :eie;״. das der früher Jugend), Ciancir.aciiaftsld: Red!g zeichnete der Er/iclrungE;;; viele eine Klär im L des ju. eliKiringliehc Warming vor t,er yt ״ontag morgens 31.fi Gacir, ein- . f r .״ ״ c!1. Calfei! /.uf vier Ge- 11 (ixr.er.dc18 in •, 3י'ז jüdhd: :n ״1 ו;״יug Scäie yä : rav:.:, rang;.(ra vro.il für D i..Z L, 141׳ äf .1;:•:.׳׳. El־׳.c .r giCiEcii V/oite, Bubcr forderte als ein Ergebnis seiner tiefgründigen Untersuchung, von der Jugend ehrfürchtige und unbefangene Erkenntnis, ein ernstes Studium der Bibel und des späteren Schrifttums, Diese einfache und unerbittliche Forderung scheint uns sehr geeignet, von allen verstunden werden zu können. Nach der Mittagspause las Ferdinand Ostertag sein Referat, das zu •/.eigen versuchte, daß cs die Aufgabe jüdischer Erziehung sein muß die Einheit von Werktag und Sabbath im jüdischen Leben wieder lu׳r/ustelk11׳, Ostertng polemisierte gegen allerlei Erscheinungen innerhalb der zionistischen Reihen, die er bald mit ״Hypertrophie pazifistischer Gcdankengängc“, bald mit ״Anwachsen des antikapitalistischen Geistes“ bezcichncte. Auf Wunsch der Versammlung wurde hierauf vorläufig die Reihe der Referate geschlossen und die Diskussion eröffnet. Als erster sprach Kurt Blumenfcld, der auf den Wert des Historizismus hinwics. Das schöpferische Judentum brauche jüdische Inhalte zur Verarbeitung, Er zeigte die Mißverständnisse auf, die Moscsf Referat zugrunde liegen. Zionismus bedeute nicht AbschÜcßung gegen Nichtjüdisches, nicht Verengeru 11g. Unsere Jugendbewegung sei nicht, wie die deutsche,, Rebellion gegen die ältere Generation. Ziel der jüdischen Jugendbewegung sei nicht der Jüngling sondern der M a n 11. Bhimenfehl wandte sich auch gegen den ,,Zu• sainmenscliluß esoterischer Onippcn“, unter »lenen KatastroplieiiKtimnuing herrscht•. Bei den neuerdings in die Erscheinung' tivleiidcii sozialistischen Tendenzen innerhalb der zionistischen Jugend müsse Echtes von der Rose unterschieden werden. im weiteren Verlauf der Debatte crläuterie Walter Moses seine Rede vom Vortrag und rief IJerditsäicwsky zum Zeugen der Berechtigung seiner Auffassting an Er erklärte, daß er trotz seiner Meinungen für da:; Erierncn tu1 .־׳ icbraischen sei. Nur das bloße Vokabeilcrncn sei eine Gefallr. Von besonderer Wirkung war die Rede Dr. Barths, der im Namen des gcsetzestreucn natiol nalen Judentums sprach. Er wandte sich gegen das Prinzip der Auslese aus den überlieferten Gütern und erntete durch Darstellung der positiven Forderungen des überlieferten Judentums reichen B׳if״ll. Sein Schlußruf צא ו לכי ד hat etwas unbedingt Ueber/cugcmlcs Hierauf erhielt Viktor Ch. Arlosoroff das Wort zu seinem Referat über »las 11 c 1> r fi j s c 11 0, Er zeigte »len Wert des 1 It-hriii (licn als nationale Volle,spräche h K'ihmipt und als Gelall der nationalen Kulturwerte In .Vergangenheit und Gegenwart. Seine Rede gipfelte in der Forderung der HebraMennig der Jugend Zu diescni riiema erzählte tui weiter,rC Verlauf der Diskussion ein Beispiel erfolgreichen Hebraiidistudiums in gesell lossenem 1׳rcundckreisc Dr, Max Strauß , Besonderes Interesse beanspiuchtc eine Reihe von fufTcm Bclien Diskutanten aus dem Kreise des , Blau- Weiß Es waren zumeist Wanderführcr, die sidi alle mit oilcr ohne kleine Vorbehalte auf die Seite möfrprwüv'' r?tC äC,V |P״iff<1 aufgefangene Aussprüche «rar’.1״• dCÄ El״tlfl]Cl< jungen Vertreter cliarakfericüiß' “ 1%vir \1ns bil(lc״ ist gleich- £ T1 ’1. ״״,),ל־ן wz•lbV,l,,cbra1sch gelernt und bin leer kic k™nfo’^'rn U1enM ״״S gesund, wir brauchen man zum PZh׳l “ ’,0wv' ,Nt/;1C,rc״ dcr Tradition kommt man zum Ziel, ״Wir befinden »ms m den gleichen Bindungen wie die deutsche Jugend.“ Ricicncn eine Antwort oder die VorweHnalimc einer Antwort waren die kurzen Aisfuhrungcn Nah um Goldn1annsrt der m Uer Gruppe um Walter Moses die Merkmale rrÄ?S?^rSfldm״W dcr Ersclieinung , _ t. “<י ׳ wn, des enthusiastischen Nichtwissor־ der sich seines Nichtwissens nicht bewußt ist Gold’ m״״ E,,-hl ״;;ci Mille! eenen diese Oe?־l : ErlSÄ Und ÄS,“ Au״>"־ «״־ ־"״““״׳ tC״ in d™ Vc'ri'rdel'/Sß./ß di־ siel. Schule gefördert werlntünj |Udlscbe Von besonders klärender Wirkun״ war d;.. m dGÄ,far L'״hß': S“«״ B &n das ErlS Er!3,״״״־ ücs Hebiäise,״?״fdßt'"!,^‘1' ״ •tt» an den ״Hedialitz1 das Schhrß\v־ort.rCnMos«nCcnalCvralrvCn fiC Referc״lcn Weift gegen unbcrcdÄ Anirfffc L dc׳' Bla«־ mit Recht darauf hi״, cfaß' bill& •!<*Z' & 'vies cicäi eine jz'röfie',Anz1־’nCrntin׳-l+” tercise u״> Moses befände von denen einige^bereit^mß1s'׳fricr ״יי ״״ *״״ ^«!ftgjÄÄäss