Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIII (1918)
- Issue
- Heft 39 (27.9.1918)
- Date
- 1918-09-27
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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laiul, aiidcrcrseiis die Pioniere 1!1aJ111i,!ji.־:i'jitT Art lur das Paläsiinawtrlc voi bereitet. Pionier tum für PatÜatinat Au dioavr F־.rderung unserer Jugend soll als an einem zweite!! liefcpiel 1:0/1 i!׳t worden, daß die Ucbcrwindung der ia ihr enthaliencn Schwierigkeiten uicht auf d׳c Schulter des zum Pioiiiertuin entschlossener! Einzelner» gelegt werden kann. Die zionistische Jugend hat die persönliche Ueher- Siedlung nach Palästina m einen! ihrer inneren großen Postnlate erhoben, Sie will unserem Lande damit prod u k t i v e Kräfte, an denen es so großen Mangel hat, zufiihren. Und e? lie'jt nur in der Konsequenz dieses Willens, daß sie die Vorbereitung für diese pro• dulriive Arbeit bereits vor ihrer Uehersicdluug vorlangt. Die Resolution des!,osener Delegicrientags, die von jedem Zionisten diese Einstellung auf Palästina verlangte, war der Au druck dieser Forderung der J\tgern! an sich selbst. Ja, es War die Jugend, die im stürmischen Drange das Gelöbnis tat, das Werk der Erneuerung mit dem Einsatz ihres ganzen Lebens mit״ bauen zu helfen. Wie konnte es auch anders sein? Schließlich ist doch alles Beste unserer palästinensischen Sicdluiigsarbcit das Werk des Geistes der Jugend! Und doch konnte sich die stolze Posener Jugendresolution auf dem Wege zur Verwirklichung nicht vor Enttäuschungen, jr* Demütigungen (schützen.‘ Von vornherein fehlte es nicht an Zaghaften und Zweiflern, die vor dem ״Undurchführbaren"!zuriickxchrccktcn und׳ vor ״zweckloser Demonstration" warnten. Aber auch Entschlossene mußten vielfach am Erfolge verzweifeln. Und trotzdem: wenn heute unsere Jugend sich des Trcubrudis anklagt, wenn sie händeringend sich Pflicht- Vergessenheit und Nichtswürdigkeit vorwirft, so tut sic sich selbst Unrecht, Hätte sie ihre individuellen An- «trengungen auch verdreifacht, ihren persönlichen Mut auch zur Kühnheit gesteigert: das Bild hätte sich nicht wesentlich geändert. Verzehnfacht die Zahl der wahren jüdischen Palästinapioniere aus Deutschland und gebt euch Rechenschaft! Der Ruf des ״Heduluz" hat auch die zionistische Jugend Deutschlands geweckt. Und schon sind hier Einzelne, dort eine kleine Gruppe dem Rufe »1er Heimat gefolgt. Aber betrachtet euch unsere Pioniere! Sind cs nicht vom Zufall des Glückes Begünstigte? Warum bist du nicht unter ihnen? Treibt es etwa nicht auch dich nach den sonnigen Gefilden Judäas und Galitiins, an die Pflugschar, an die Sense? Ist etwa dein Wille schwächer, deine Sehnsucht geringer? Klagt euch nicht wider euer besseres Wissen an! Tilgt das Unrecht des Zufalls aus eurer Mitte! Schafft jedem Normalen unter euch das Glück der großen Erfüllung l Vernichtet die UatcrschieJe des Standes und Besitzes unter euch! Ermöglicht dem Pionier im Geiste unter euch, ein Pionier der Tat zu werden! Bildet die große Gemcinscliaft der Verwirklichenden! Aber begreift, daß dazu nicht nur die Hochspannung unseres innersten Lebensstromes notwendig ist. Erkennt den sozialen Charakter unserer Forderung! Faßt mit eiserner Faust in das Räderwerk der großen Maschine, die euch zu zermalmen droht 1 Nicht den einzeln c 11, der vielleicht durch einen Zufall günstiger Umstände entschlüpfet! wird, sondern euch alle! Versieht, daß es Mächte außer euch sind, die euch vcrgewaltigen! Ihnen gelte unser Kampf! Sie unserem Willen gefügig zu machen, ist die Aufgabe dieser großen Stunde, bis auch der letzte unter uns frei ist! Die Organisation der Pionierbewegung in Deutschfand darf nicht ein Bestreben in kleinen geschlossenen Konvcntikch» werden. Sie ist die Angelegenheit aller nationalen Juden Deutschlands. Die jüdischen Gcincindcn sind verpflichtet, dieses große Postulat des nationalen Judentums auzuerkennen und in ihrem Budget zu berücksichtigen, wie sic ja auch die Bedürfnisse des orthodoxen Teiles der Gemeinde aus ihren Mitteln befriedigen. Weigern sich die jüdischen Gemeinden Deutschlands aber, diese nationale Forderung zu erfüllen, mit der Begründung, daß sie nur für die religiösea und philanthropischen Bedürfnisse der Gcincindc zu sorgen habe, so muß untersucht werden, ob dieser Bescheid einen Anhaltspunkt in der deutschen Gesetzgebung hat. So entpuppt sieh auch diese Fürderuug als ein im Grunde sozial-politisches Pro• blem, das gleich den! Problem der jüdischen Schule auf dem Wege sozialer und j>olitischcr Aktion seine Lösung finden muß. Gleichwie in anderen Landern muß auch in Deutschland die jüdische Gemeinde wieder zur Urzclle eines gesunden jüdischen Aufbaus werden und so den Beginn einer neuen glücklicheren Periode jüdischer. Entwicklung heraufführen. Eine Jugend, die angesichts geringer Erfolge ihres jüdischen Strebcns sich nur auf das Bcsscrungsmitfcl der Selbstkritik beschränkte, betröge sich selbst. Sie gliche dem Kranken, der seine Wunden beklagt, statt sic zu heilen. Die Leiden unserer Jugend sind nicht bloß Folgen ihrer eigenen Unzulänglichkeit. Sie muß sich bessere objektive Voraussetzungen schaffen. Sie darf sich nicht mit der Verantwortung für ihre eigenen Taten bescheiden, sondern muß sich auch verantwort- 'ich fühlen für das Tun und Lassen der anderen, die heute, trotzdem sie die Zeichen der anbrcchcndcii neuen Zeit nicht erkannt haben, noch am Steuer des Schiffes stehen. Sie zum Wechsel des Kurses zu zwingen oder ', *'1,1jr״ das Steuer zu entreißen, ist ,die grundlegende Ausgabe der ]!!״״jüdischen Generation. Sie ist es sich schuldig tun ihrer selbst willen, sie ist es sich nicht weniger schuldig um Palästina willen. Denn nur ein starke!, jüdisches Leben int Gaiuth wird auch ein starkes jüdisches Leben in Palästina ermöglichen. Max Mayer, 311 de!» er '3.״ ' : G.ilui war«7.7:!״. AI fre;ungr,v<.-ri;::7 7: •r ", nach dein t1 wahre»■ Oc.ru37,.׳3, ׳ ■r ,7 Juden in 1׳37:3 177:1 ׳ (km weise• Erfüllung; 1: jüdische» 87:3:7; 77• :; ־ .7״ ist des Streik»'. <771 <3 ■■■. r.ml AuAiüdun den ■•״■ס .7; •׳: Ik:gehren ,g Au i'. ,8:77;;wel» der .1; ■״;j dein y,c;;. g. I.: f:.;.־!ei gleicher- :f;׳:;'.::'׳cht des tir- Verwi.'■!;7 37:7 ׳t:,;d7:1/, das q 77: '77, da׳! Lthos zu Lehen um! du:!/.׳«,..'״ it ״77. ...3717 נ;.ג zu nnenen. AK der 1no!Lr;u■ Z7!1:i;,7:: de» V/il!.» zu Palästina zum Mittelpunkt einer pDlili'die» Urricrnehmmigmachte, faßte er die;7\ «■״iiien v..7rvvie!a.;71 voi•:;■«»»» er wollte in! weseiitiidien e!.:0 n;d;1.;!:7c!:׳.■weg,tag ficht, wie cs deren im Abcmlinsul l!.!a;;ä1״;lH־h viele gibt, nur eben mit einer beromlcrt.a 1:0: :׳!:;״:rtcriri-he:! Absicht minge• sl;.77t. Wohl zcirhn:.g;1 :;eine Führer den Bild einer ״bessere» Gemeinr.rhnif“ 1:7«u!7נg״,׳"*;i'.ii'gfc!1 moderne Siedlungsidecn, aber daa u7<vc;־ke.a77.r tiefere Patlios, die unverkennbar stärkere Farbe trafen zutage, wenn cs galt, die Grundlinien einer nationalen Renaissance, einer neuen Natioiirdl.iiltur nufzuz.eigen: hier war unanzweifelbar der geisligc Schwerpunkt der Bewegung. Aber niemals ist ciueccLlc Renafr'anoc aus rein nationalen Tendenzen!:?rvorgcgnr.geu; Ihr Ziel bildeten niemals spezifische* Formenj vielmehr lag llir stets die leidcnsdiafUichc Erfassung •erneuter menschlicher lnhalte, lag Ihr ein ״H7:11.7fiis־nnr." zugrunde, und zu besonderen Formen gedieh sie, weil die Wucht der Inhalte die hergebrachten Formen sprengte. Die nationaleu Sprachkulturen Europas entstanden, weil eine neue geistige Welt zu freiem Ausdruck drängte. Niehl der Hcbraismus, sondern der hebräische Hurunismus — das Wort in seinem großen historischen Sinn gefaßt — muß der Kern einer jüdischen Regeneraliousbewegung sein. Das bedeutet: cs gilt die leidenschaftliche Erfassung und Erneuerung der großen menschlichen Inhalte des Judentums; noch präziser: es gilt seinen größte»,.selbständigsten Inhalt, seine Vcrwirkliduiugsteudcnz. zu erfaemen und neu zu leben — dann erst wird siel» die große nationale Form wahrhaft nusbildeu können. Kultur Ist nicht die Produktivität, die sich in einen! Volk vollzieht, nicht die Summe der Werke, die iit ihm hcrvorgebraelit werden: da allein ist Kultur, wo gc tue 1116 a me 8 Werk nu3 gc m c i n 3aine2! Geist •and Leben quillt. So zeigt denn die Tatsache, daß die pdi :che Verwirk!idumgstendenz sich anadsickt, sich des Zioniruua zu bcmächtigen, nicht eine Sd1v/äe1.!:״!g, c.ondeni eine Stärkung seines nationalen Charakters «an; nie zeigt an, daß die nationale Idee in ihn Substanz f;ewlunt —■ daß er aus einer nationalen Cc־.ve g eine nationale Wirklidikeit zu werden an fängt, Erst wenn in neuer Gestalt Volkliclies und Menschliches, Befrcitmgsvcriangen und Erlösmigsselimujdit, das licgchreu nach den! eignen Land und das Begehren nach der waliren Gemeinschaft vcr־. schmelzen, wird sich die Regeneration des jüdischen Volkes vollziehen. Martin Buber. In der Tatsache, daß wir Wandcrvcrcinc haben, die mit jüdischem Gruß u;te! Handschlag, mit dem Ab- Zeichen in jüdischen Farben in die Weite ziehen, daß wir Studenten- und Jtgendvcrdne besitzen, in denen die Lieder von Judas Ehr׳ und Zukunft, von Liebe und Treue zum Volke erklingen, vermag ich allein noch kein Jüdiscli-Werdcn unserer Jugend zu erblicken. So stolz wir auf unsere Organisation — mit Recht — sind, so gern wir auf all diese Vereine, Verbände und Gruppen verweisen, die rein ' .äußerlich ׳und zahlenmäßig schon das Umsich-Greifen den jüdisch-politischen Gedankens bekunden, rein zahlenmäßig das Anwachsen einer natioual-jüdischca Ikkenucvxlirdt erweisen — wir dürfen nie vergessen, daß die Organisation nur die Hülle, die Schale abgibt. Nicht sic, sondern der Kern ist Selbstzweck, um! c. koartiit zur Beurteilung der jtidindietj Qunlii.'iten einer jungen Generation nicht nur auf die Orgamäauianc» an, die sie 7!eh (oder die. Adtcrcn ihr) geschaffen hat, sondern in der Hauptsache darauf, wie der Kern lat, d, 11. wie dir Menschen, die in diesen Organiaaiiaacn euren, i;1 ihrem Privatleben geworden sind. Cb de sielt :rar;;1 der Organisation als Juden mit jüdischem Denken, jüdischen Idealen und jüdischer Seele Öi> ihrem Innern voll;; * Irtrtlz ergriffen, 17:u d; Bekenntnis zu dar! [ ן: הis 1:17: :01 v» e:; 7:gmi Um w, Mensche» geführt Aus meiner 73 ge ad in DeuKch'..; ־F.rt:ri;10 La kcz' alle ihre Teile sic 4-־.•״׳...i0..1 •- ■׳.׳ j.it cniv.r durdigeruiigca l;;:ä r fL ihz״...; ׳/'.** ל"* zum Programm, ,־ c.j CA,; \.,7׳ .H!a ira a!1 der Organä ״.'ä Cm!, iL der Scheid 1771 w '■* ׳ a, ..' ׳.Mt"י noch so geirtvoii r׳״~'r:3!3׳ " ■\.r 1 ־rald so scharfgesdilä״. <0 ,Li! aa wbli. d.v/a^ im 7.3. a י‘, r 4 ■*! .׳ r*i Augen der rein nicnschii: leben!11- 1;:7,l leben geführt ttj 1!!«. der Orgamr,; vatlclien, rt1׳ ehrliche Will Wesen vo;1 73 nationale üdiacken Ju- :ilcin, daß Judentum ״;•!.. .«;ntnis i t WCI)» -ca nicht Weht ein eine noch ri v/cju'ger 1 vor den die» ■nur die ■ 71« ׳ l-rivatein Doppel- 77ri:7:!;e;1 bert״ lu.-crtulb 7....״.FYj- ׳־־s - •»t * * 1».» c« 0 r •*»eu sowohl er Ko ier <1;: :•q7«•71 /״. C.7, licilk'ill!ich <1-7׳ Kräfte, 01.1: ,711 ntuh die Kaifte . (7־7 L!.iCeii1ijr,uu׳^ holte. Juueiituni tuuli! jungen Zionisten mehr e.ein 01? eine ^crlimicnc h!:;e, an die wir uns in Feiertag.:Munden der Seele klammern, um nicht ganz im Alltag zu vczr.mecn cs 117:3 zum Inhalt unseres Lebens werden, und all unser Sein, unser Denken und I landein hat sieh jüdischen Grund• gcdunkeii uutcrzm.rJueu. Eine völlige Umateiluug <!tj Menv.ehi 1» ist notv.\11dig, will aus dein assiini. licrtcii Deiitselien mosaischer Konltssion ein Volljudc werden. Deshalb: das Kriterium des wahre!» Zionisten r.el uns nidil ::ein Reden und Sdi7״i>ci1, «wtelcrti sein persönliches Leben. Manche von uns stehen dieser Erkenntnis erschreckend fern. Wäre dem nicht eo, würden sie nicht vollkommen die• Forderung der völligen Umstellung vcr- Kennen — «de wären in unseren Kreisen überhaupt erst Diskussionen beispielsweise Ober die Mischehe möglich gewesen, in denen erst mit tinan großen Aufwand rasr.enpolitischen Materials und anderen Argumenten mehr die Notwendigkeit erwiesen werden muß, daß Zionisten jüdische {׳Tauen heiraten. Der Sinn des Zionismus ist für uns, daß wir wieder jüdisch werden, nicht jüdisch in einem halben Sinn, nicht jüdisch dem äülkriichet! trotzgeborenen Bekennertun! nach, eondern so, daß all das, was menschlich gut und edel in uns ist, was schöpferisch ist und aktiv, sich im jüdischen Geist orientiert, daß die ethischen Richtlincn alt jüdischer Lebens- und Weltanschauung, die Gesetz gewordenen Evolutionen jüdischen Voiksgeistes für uns wieder Gültigkeit erlangen, daß wir unser Haus weit all dem öffnen, was verständnisloser Radikalismus ״Sentimentalitäten“, andere die ״Poesie des jüdischen Familienlebens“ neunen. Nirgends trifft des Engländers Wort ״caritas begins at homc" mit einer kleinen Variation mehr zu, als in Bezug auf die aktive Tätigkeit der Zionisten. Alle Außenarbeit ist ein Torso, alles Aufrüitcln anderer Stückwerk, wenn wir selbst, die jungen Zionisten, nicht in unserem 1 lause, in unserem Privatleben verstehen, jüdischem Geist den Einzug zu ebnen. Insbesondere gilt dies von der Zeit, die doch einem jeden jungen Menschen als Krönung des Lebens vorschwebt: der Begründung des eigenen Hausstandes. Dies ist der Wendepunkt in unserem Leben, Konnten wir im assimilierten Eitcrnhnuse oft nicht mit unseren Forderungen durchdriiigeii, konnten wir eine Atiuo- Sphäre, die gesättigt war von fremden Einflüssen, die angepaßt war derjenigen derer um uns, nicht jüdisch durchsetzen, — wir müssen uns ein jüdisches Milieu schaffen, wenn wir selbständige Menschen, Familienväter werden. Darum muß auch die Wahl der Gattin mit unter dem Gesichtspunkt erfolgen, ob sie so zu formen und zu bilden sein wird, oder ob sie andererseits sciion so veranlagt und geistig gerichtet ist, daß sic mit uns ein jüdisches Heim begründen kann, durch das ein Hauch unseres alten Voiksgeistes weht, und in dem Kinder ]lern»wachsen können, die frühzeitig erkennen lernen, wes Art sie ,,sind, und die siel! später mit einer unserer Generation ursprünglich fremden Selbstverständlichkeit als Juden empfinden. Das Heranbilden solcher Kinder, in denen unser Geist forllcbcn, unsere selbsterkämpftcn Ideale fortwirken und sich weiter entwickeln sollen, mit denen ein ungekrümmtes rückgratstarkes und schöpferisches Judentum heranwächst, ist, neben der treuen Kameradschaft von Mann und Frau, nach jüdischer Anscluuung der Zweck der Ehe. Manche mögen mir cntgegcnhaUcn, daß vor dem Eingang zur Privatwolinung jede zudringliche Frage Halt zu machen habe, daß es einer Inquisition gleichkiüne, wollten wir in das Familienleben uns cinmischcn. AU das träfe zu, säßen wir in einer x-beliebigen Organfsation für diese oder jene ethischen oder sozialen Zwecke zusammen. Wir sind aber mehr als eine Organisation, wir sind, oder wir sind doch willens cs zu werden, der Grundstock des neuen jüdischen Volkes', Ein Volk aber wird nicht aufgerichtet aus Schckclquittungcn und Delcgicrtentag-Rcsolutionen, ein Volk erwächst aus den lebendigen Leibern seiner Söhne und Töchter. Die jü• dischc Allgemeinheit, soweit sie einen Zukunliswillen besitzt, hat ein Recht, sich tun diese Dinge zu kümmern. Nicht nur ein Recht, sondern die heilige Pflicht. In unserem Privatleben sollen wir junge Zionisten jüdisch sein. Wenn ich junge Menschen sehe, die sich Zionisten nennen, die aber in grundlegenden Dingen, in der S c x u a 1 c t h i k ' vor allem, in Anschauungen befangen sind, die all dem, was jüdische Ethik und jüdisches Gesetz hierüber in von keinem anderen Volksgesetz je übertroffener sittlicher Größe und Reinheit fordern, ins Gesicht schlagen, so bin ich mir im Zweifel, ob ich diese Menschen wirklich als Gesinnungsgenossen betrachten soll. Es gibt ja keinen Musterschutz für das Wort ״Zionist“, es kann sich heute ein jeder, dem die politischen Chancen der Bewegung cinlcuchten, oder der sonst aus gutgemeinten Gründen sein Herz entdeckt, Zionist nennen und die Idee, der wir dienen, durch sein Auftreten, durch öffentliches Brüskieren jü* dischcr EIcmcntarfordcrungcn diskreditieren — wir haben kein^ Machtmittel dagegen. Aber nichts kann mich persönlich!»Indern, mich zu weigern, jene Menschen als Gesinnungsgenossen, ab Genossen meiner Gcsinnung anzusehen. Ebenso wie ich von meinem Stand- Punkt aus Zionisten nicht als voll pnseheii kann, die glauben, die öffentliche bewußte Nichtachtung grimdlegender jüdischer R c 1 i g I o n s ge s c t z, e mit ihrem ZIüffiiGiUis vereinbaren zu können. Wer sich bewußt der Untergrabung von Tragbalken, der Zustimmung von Quellen schuldig macht, die wie unser Gesetz, seine