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Jüdische Rundschau · 1918-09-27 · Heft 39 (27.9.1918) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIII (1918)
Issue
Heft 39 (27.9.1918)
Date
1918-09-27
Page
– (sequence 1)
Language
German
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נ / “V C' ר V' 3z3se©e5k&üKSJpy^sss Redakties *ad Verlnjj: Jüdische Rundschau, Berlin W. IS, SiliUnisiha Slr.״.C׳j;1, Erpfielat wSdic■tl •m Freitag. Abonnement bei der Expedition und bei nilen Postiimt״.. yfer6»v2»l. Mk. 4,50 in DeuUchland, in Ocstcrreieh*Uogarn Kr, 8,—, iin Airä.uul ML 6,50 r:c;1 י3נ C3n 27. Seiזכי״.■:־.'■:.־ J9SC. Hammer 39 .> f 1 , v יד zt u :5 Ll'-d CE%, C־.S. I׳c;115• ־.״ י. COrf.T. c-e •־ ־ - ,׳ 1״׳r ■ ';!־.''nto; Berlin Nr. 1/392. t ür Ger.re, *— -21 1S5G30, An=ei;;cn die £:r.V1 '״'f“1* -;,,J-y 4.3Qjfy, Kcil.tktions״« Mn3 D*cr ׳ ■ ״ “ff EHiii! ״TäERElR3SPK2PS5i8!Er ו#«# t״o I \1 .־ץ?׳ ** | ך*» ך-ץ r; ץ f* f'•/‘ W id «t &_*-. i,' l jLjeaA Berlin, 6.—8• Oktober 1918. Auf Veranlassung de• Jüdischen Volkaheims 1 Soanaboad, 5. OhUlier Dir. Martin Baiser Das Jadcatum und dio wahre Gemeinschaft Saal d.Brüdcrrereins Berlin W.62, Kurf üretenstr.115/116. Beginn S'/.j Uhr abends. Eintritt Mk, 3.—, 2.—, 1,50. Sonntag, 6». Oktober A1asp7ad1cm Kurt Bluweafeld — Walter Koset Großer Saal der Prschtaüle des Westens, Berlin-Wllmers• detf, Spichernstr. 3, nahe Untergrundbahnhof Nümbergerplatz. Beginn 12 Uhr mittags. 4 Nachmittags! Turnu&cl Sportfest veranstaltet vom Deutschen Kreis der Jüdischen Turnerschaft. Sportplatz des Charlottenburger Sportklubs, Ringbahnhof Witzleben, nahe Untergrundbahnhof Kaiserdamm, Endstation der elektrischen Bahnen No. 93, 98, 33. Montag, 7• Oktober ABSSpyadhe Referate: Moses Cal Vary 1 Ferdinand Oster tag) Erziehungafragen. Viktor Arlosoroff, Die Jugend und das Hebräische. Martin Buber, Jugend und Religion. Saal d. Brüder Vereins Berlin W.62, Kurfürsten&ti.US/llv. Eintritt Mk. 2.—. Beginn 10 Uhr vormittags. Sitzung des weiteren Ausschusses der naUonalj udiachen Jugend Deutschlands. Saal d.Brüdervereins, Berlin W.62, Kurfüratenstr. 115/116. Beginn 8'/! Uhr abends. Dienstag, 8. Oktober Fortsetzung d^r AiisspraÄe Referate! Karl Glaser! Nationaljüdische Schule. Walter Mosen, Bernfsumschichtung und Palästinaarbeft. Fest im Freien veranstaltet vom Jüdischen Wanderbund Blau •Weiß, Berlin. Abfahrt 1 Stadtbahn nach Bahnhof Rehbrücke oder Bahnhof Neu-Babelsberg, Beginn 31/, Uhr nachmittags. Ansprache t Felix ßosesblüth• Saiten xiud Vortrag Buber, 5. Oktober, im Zionistischen ZentralbSro. Berlin W. 15, Sächsische Str. 8, bei. Bote & Bock und Wertheim• Karten *u den Übrigen Veranstaltungen im Zionistischen Zentralb&re, Berlin W. IS, Sächsische Str, 8,. bei den Verständen der nati#uatyUdl8cben Jngendorganisatlonen Berlin und an der Kasse vor Beginn der Veranstaltung. ApEfiBüelt de* Jiigcnätage»: Sonntag morgen!: TfiSua# des Deatschoa Kreis•» der Jidlsdboa TcrDcradburft Referent 1 Dr. Ernst Tack Sonntag abondst <!c3 Kertclla *loalsttaclaor DooftsctEsnd» Referent: Prof. Dr. Heinrich Loowo. Eosataaf der Freunde de» EapeSI-IIaaair. Alles Nähere siehe Seite 6 dieser Nummer! ״Der Zla•:'. dio 5d1־::״'־:} c' nc!.3־sl.“ *!־« la i'r.t"■ ג di ־wn.ss*r •I VclI3 Nach den letzten' Hccrcsbcriclilcn hat die in Palästina vordringende englische Armee Haifa, Akka, Na znrctli und clas südliche Ufer des Tibcri assce;t besetzt Damit sind die in Sainaria und Untcrgaiiiiia liegenden jüdischen Kolonien von den Engländern besetzt. Heber das Schicksal der Bevölkerung liegen uns Nachrichten noch nicht vor. Auch aus Obergaliläa liegen Nachrichte« aus den letzten T-ig-en nicht vor. 0 a W.5 ■,WMiiwAW 1",:ff '־~ii Eine grolle Unruhe hat sich unserer Jugend bc- :nächtigt. In ihren Gesprächen und Dirkur.r.ionen, ihren Zeitschriften und Aufsätzen ist cir.c Unzufriedenheit als Grundstimmuiig deutlich erkennbar. Es ist Unzuiriedenheit mit dem bisher Erreichten, oft bis zu Verzweiflung und Abkehr gesteigerte Verstimmtheit über das Mißverhältnis zwischen Willen und Leistung. Es ist das gute Vorrecht und die ihn auszeichnende Tugend des jugendlichen Menschen, die Erhabenhbit höchster Forderungen an sich bis zur Neige kosten zu wollen und das tatsächlich Erreichte stets an seinem Verhältnis zu dem noch nicht Erreichten und vielleicht nie Erreichbaren zu messen, immer wird 'Jugend Selbstkritik und innere Einkehr als die ihr ureigenste Sphäre empfinden. Immer wird sic geneigt sein, das Uebel, das sie von der Erfüllung trennt, die Barrikade, die sich ihrem Ziel entgegentürmt, in der eigenen Unzulänglicbkeit und Willensschwäche zu suchen. Und cs ist die beste Jugend, deren Enttäuschung sich nach innen schlägt und in der eigenen Brust nadi Ihren Ursachen wühlt. Diese gesunde und wertvolle Se'.br.tcinkchr darf aber nicht zur Manie werden. Es müv.ien ihr timt Schianl.Ui gesetzt sein, wo sie beginnt, zur Unfruchtbarkeit und bloßen Flagelluntcnlust lierabzusinken» Sonst wird aus der Verneinung der Phrase selbst Phrase, aus dem Feldzug gegen die Geschwätzigkeit selbst Schwatzhaftigkelt. Der Selbstkritik, dem Blick nach innen hat sich, vielmehr ebenbürtig die Kritik der objektiven Voraussetzungen, der Blick' auf die umgebenden Umstände zur 'Seite zu stellen. Darunter ist’ nicht etwa das billige Abfinden mit den ״Verhältnissen“ verstanden, nicht die selbstgefällige Resignation, die feststellt, daß dein reinen Streben sich dieses und jenes Hindernis in den Weg stellt, und daß gegen den Strom zu schwimmen Wahnsinn wäre. Vielmehr richten sich die aus solcher Betrachtung des objektiv Gegebenen resultierenden Schlußfolgerungen auf die Frage, wie mau dem Willen, der Sckiffbruch erlitt, zu <gncr volleren, ungehemmteren Auswirkung verhelfen, wie man die wertvolle Selbstkritik aus der Sackgasse der Sclbstzcrfieischung heraus und in die reinere Atmosphäre fruchtbarer Erziehungsarbeit cinführcn könnte. ■Nur an zwei Beispielen sei dies näher erläutert. Seit Jahren ringt unsere Jugend um den Besitz der hebräischen Sprache. Er, gibt in ihren Reihen keinen Zweifel, daß die Erlernung und Beherrschung des Hebräischen eine der grundlegendste:! Forderungen der nationalen Verfestigung, d.3״ Eindringens in den jüdischen Kulturgclst und der ,Etor.wcrJiing von Judenturn und Mctischcntuin drjctdlt. Und die Jugend fühlt, daß sie auf diesem Weg nur einen verschwindend geringen Fortschritt gemacht hat. Das■ 11015räi׳• che Wort ist unter ihr nicht zum vollen Leben erwacht. Nun ist cs gewiß wertvoll, daß cie in erster Linie sieh selbst beschuldigend an die Brust cckHgt. Cime Zweifel hat cs an Ausdauer, Fleiß und Erurl gefehlt. Und wenn dieses Eingeständnis am Tage der Rcdtmrchaft die Kräfte verdoppeln, die Anstrengungen verdreifachen hilft, so ist das der räsonele Airdruele jugendlichen Gelöbnisses für die Zukunft. Ei־,.re Selbsterkenntnis soll auf dem Wege des Heilung:prozeercs stets wach bleiben, das Heilmittel selbst aber stellt eie keinesweg3 dar. Um dieses zu finden, muß sich der inneren Erkenntnis!und Willensanspannung 1!cd1 die Erkc.-ntnis der objektiven Gegebenheiten gesellen. 'Als Resultat einer solchen Prüfung und Erkcnr.Lr.ü׳ werden tich ganz neue, einem bloßen Suchen nach n Unzulänglich* keiten verschlossene Gründe des fnidiingena ergeben.‘ Man׳ wird finden, deö 24־ einer c.fc’g.cichcrcn .Erlermmg des Hcbrfurcltcst in ׳Bar::;d־*!a״d geeignete Lehr* büchcr, gescliuUc, für die h~ anderer. VerbsSlnissa in Beiitsdiland passer/äe Lel;d;.dUB siCt’g sind; daß die wenigen, die cs itt Bel1:’׳ tbrer da:; d;:.'dred;'aätlidie Maß gewisse? An',־ng.:'".׳:.:r1t;;!:;:.5 l;bre.r,3 gebradtt haben, fast (lÄthgd.'-.iu gaiz besondere An* ctrcngiingen tti.erlien :mißten!(‘•ovveit cs sich dal:ei ßklit!!;!: oiillcronieiillich(’ Sprachbcgabmig haiidcll), Annuen* gungen, die man gerechter Weise nicht von jedem beliebigen Jugcmllichen verlangen k;mn; daß Imufi« irgend welelie glückliche• äußere Umstände hinzukamcti, die die besonderen Anstrcngangen zu ciiu-m besonderen Erfolge führten; daß aber dem Großteil unserer 11cbräisehlerncndcn Jugend die natürlichen Voraussetzungen zu solchen individuellen Anstrengungen und Glückst!»:- ständen fehlen; daß cs daher gilt, diese Voraussetzungen zu sebaffeit. Das beißt aber nicht, kümmerliche, unzulängliche hebräische Abendkurse einnchtcn und dann mit geißelndem Holm auf die ״reichen Gelegenheiten“ hmweise», die dem Hcbräisclibeflisseiicn sich böten, wenn er sie nur benützte, (In Wirklichkeit werden ja diese ״Gelegenheiten“ fleißig benützt). Es muß vielmehr erkan nt werden, daß all die bisher für die Hebraisierung unserer Jugend angewandten Mittel unzureichend waren; daß das Hebräische mul der große Bezirk jüdischer WLsenstjucIlc und Lebeasäußerung, der sich mit der verjüngten 11 istorisehen Sprache des Volkes verbindet, in den engen Rahmen von Abendkursen cingezwängt, nahezu erstickt wird; daß das Nebenher des Hebräischlernen? von vornherein den Kern des Mißerfolgs in sich trägt. Dieser Erkenntnis folgt die Erforschung der Mittel zur Besserung. Prüfend späht das suchende Auge nach den Stätten, in denen schon heute Hebräisch unterrichtet wird, ohne daß aus diesem Unterricht sichtbare Früchte erwuchsen. Je nach dem Befund wird der Entschluß zur Reformierung oder Neuschaffung oder zu beidem zu fassen sein: entweder Reformierung des erstarrten Hebräischlcrncns im sogenannten Rcligionsunterricht oder Schaffung von besonderen jüdischen Schulen, die das Erlernen des Hebräischen zu einem ihrer charakteristischen Merkmale machen. Es wird sei! erweisen, daß das IToblem des erfolgreichen Hebräischlernens, einer durchgreifenden hebräischen Bewegung im Lande im Problem der jüdischen Schule enthalten Ist und nur im Zusammenhang mit ihm völlig gelöst werden kann. Die Forderung der jüdischen Schule ist das Ergebnis. Mit der Erfüllung dieses Postulats werden erst die Klüfte der individuell* 1! W'ilk11sa11s|j.״u1uug jede* einzelnen von uns zur vollen Auslosung, zur Fruchtbarkeit gebracht werden. Alles andere ist an sich wertvolles Streben, dem ein gewisser Port schritt besdiicden sein kann, aber keine Lösung des Problems von Grund auf. Schon .aus diesem Beispiel wird es klar, daß die Erfüllung einer nationalen Jugendförderung nicht bloß von der individuellen Kraft und Willensanstrengung abhängig gemacht werden darf, nicht zur Angelegenheit des einzelnen im stillen Kämmerlein verkleinert werden darf, sondern eine das ganze öffentliche Leben der deutschen Juden angehende Frage ist. Die Forderung der jüdischen Schule etwa ist ein politisches Postulat, das die gesamte deutsche Judenbeit angeht und schon allein dem öffentlichen Leben der deutschen Juden ein ganz neues Gesicht zu geben imstande wäre. Da das deutsche Judentum in seiner Gesamtheit noch nicht verstellt oder verstellen will, daß die jüdische Schule seine Angelegenheit ist, muß alles geschehen, um ihm seine Pflicht zum Bewußtsein zu bringen. Ar! diesem Kampf —- denn es wird ein Kampf sein — <nuß die Jugend selbst den größten und entscheidendsten Anteil nehmen. Sollte dabei eine Aendenmg der deutsehen Landesgesetze sicli als nötig erweisen, so wild erst recht der politische Charakter dieser Forderung deutlich, *־ -- ^viuviv. 111 »Viawi *-V11 11ע tUDCüU nCrVOr״ gehoben, daß unsere Jugend sich von den Kämpfe« der deutsch-jüdischen Parteien femgehaltcn hat. Diesen Lob ist gewiß verdient, soweit cs sich um die klein* liehen charakterverderbenden Streitigkeiten handelte, zu denen bisher das Leben der deutsch-jüdischen Parteien verdammt war. Daß unsere Jugend aber dann, wenn cs sich um große Gegenstände des Kampfes handelt sich keineswegs von der politischen Tribüne fcmzuhalten gewillt ist, hat der hebräische Sprachenkampf vor dem Kriege deutlich gezeigt. Die jüdische Schule ist einer der großen Qeuun oinf ״ *U!tü1!tl8cn jüdisch-politischen Kampfes in Deutschland, für den in die Schranken zu treten die Jugend als eine ihrer vornehmsten Aufgaben ansehen muß. Aber sie ist wiederum nur eines der großen Wahrzeichen unter dem die zu neuem Leben w«. wectccndc öffentliche Tätigkeit in Deutschland stehen muß. Was die jüdische Schule für die geistere Er Ziehung unserer Jugend zu leisten hat, wM ein* groß, angelegtes, ebenfalls von Staat und jßdisdicr Gemeinde zu forderndes Turnwerk, mit dcmille jüdischen Ski hingen in Deutschland zu überziehen sind für Ss körperliche Wohl leisten. Die in letzter 7kt h;L .Ti dort begonnenen Vorarbeiten für eine Berufsbexatu-üi ™£iI1e,ncn wich%® Punkt Ireraina-rdfS’ Breufs״«^״^ gaw SySt$m *15 יckaffuag v<u5 bwrufsg-ttungen ausgebaut werde«, das tinerreßs Ä Lel״. und Erziehungskräfte für die Jugerid hTÄsSf V

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