Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1918-09-13 · Heft 37 (13.9.1918) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIII (1918)
Issue
Heft 37 (13.9.1918)
Date
1918-09-13
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2651273-2652077-2652113--11732-2669287
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Kr. 37 Seil« 238 der Verfolgung intellektuelle und spirituelle Energie ansamindtc, die einerseits zur Erhaltung unsrer natioualcn Existenz beitrugen, andrerseits beim!*allen der Ghcllomauern •/.um Segen der Menschheit hervorströmten. Die Weisen von Pa'iistiua und Babylon, Maimonides und ,j. r üaou von Wilna, der Li;; vn calci.'..״ von Amsterdam und Karl Marx, ikiurich Hertz und Paul Ehrlich sind einige der Glieder in der lausten, uuunterbroclieucn Kette geistiger Entwicklung. Die Univei'sität soll, wie ihr Name andmitei, alles Ichren, was der menschliche Geist umfaßt. Keine Lehre kann heute fruchtbar sein, wenn sie nicht durch den Geist des Forschen.> und Suchen» gestärkt wird; und eine moderne Universität darf nicht nur hochgebildete Fachleute hervorbriiigen, sondern muß auch jenen, die fällig und willig sind, sich Wissenschaftlieber Forschung zu widmen, Gelegenheit geben, dies ungehindert und ungestört zu tun. So wird unsre Universität vielen 1 hinderten von begabten jungen Juden, auf die sich Jahrhunderte alter Durst nach Lernen und kritischem Forschen vererbt hat und die jetzt in der grollen Mehrzahl der Fälle gezwungen sind, ihr brennendes Verlangen in einer■ unjiulisriu־», oft unfreundlichen Umgebung zu stillen, ein Heim werden. Eine jüdische Universität? Ich glaube nicht, «laß irgendjemand hier sich unter einer Universität in Jerusalem etwas andres als eine jüdische Universität vorstellen kann. Die Forderung, daß die Universität jüdisch sei, gründet sich auf die Werte, welche die Juden von diesem Lande aus der Welt gegeben haben. In Anwesenheit der Anhänger dreier;!rotier Wcltreligionen, die ungeachtet vieler Unterschiede an den glauben, der sich Mose zu erkennen gab, angesichts dieser Welt, die auf jüdischen! Gesetz beruht, sich vor den jüdischen Propheten neigt, die großen geistigen und seelischen Werte anerkannt hat, die das jüdisdic Volk ihr geschenkt hat, sei die Frage hier beantwortet. Die Universität soll des jüdische Volk nufcitern, nach weiterer Wahrheit zu streben. Bin ich zu kühn, wenn ich liier an diesem Ort, z.wisehen den Hügeln von Ephraim und Juda meine Uebcrzeugung nussprechc, daß die Propheten von Israel nicht ganz untergegangcu sind, daß unter der Leitung dieser Universität die göttliche Kraft prophetischer Weisheit, die einst unser war, wiedergeboren werden wird? 1 * Die Universität wird der Brennpunkt für das Wiedererstehen u 11 s r e s j ü d i s c he 11 Bewußtseins werden, das jetzt so gering ist, weil er. über die ganze Welt verstreut ist. Unter dem atmosphärischen Druck dieses Berges, kann unser jiidi-!;dies Bewußtsein sich1 verbreitern ohne geschwächt zu werden, unser Bewußtsein wird sich neu entzünden und unsre jüdische Jugend wird aus jüdischen Quellen neue Kraft schöpfen. Da cs eine jüdische Universität sein soll, kann über ihre Sprache kaum ein Zweifel bestehen, infolge eines seltsamen Irrtums hat man Hebräisch als eine tote Sprache betrachtet, während sie in Wahrheit niemals auf den Lippen der Menschen erstorben ist. Wohl ist sie vielen von uns Juden nur eine zweite Sprache geworden, aber für Tausende meines Volkes ist und war von jeher das Hebräische eine heilige Sprache, und in den Straßen von Tel ‘Awiw, in den Obstgärten von Rischon und Rcchoboth, auf den Farmen von Hulda und Ben Schemen ist es bereits zur Muttersprache geworden. Hier in Palästina, inmitten des Spradicnbabcls, ist Hebräisch die einzige Sprache, in der jeder Jude mit jedem Mitjuden verkehren kann. Auf die technischen Schwierigkeiten eines hebräischen Unterrichts brauche ich in diesem Augeablidv nicht einzugehen. Wir sind 1uns ihrer bewißt, aber die Erfahrungen unsrer palästinensisdien Sdiulcn haben uns bereits bewiesen, daß diese Schwiclebt.“ Brod versagt cs sich, diesen Gedanken näher auszufiibrcii, verweist aber auf sein Werk ״Heidentum, Christentum, Judentum“, an dem er, wie er mittcilt, gegenwärtig arbeitet. Brod glaubt, daß mit dem Erwachen und der Ncubelcbung jüdischer Religiosität eine Auseinandersetzung zwischen Judentum und Christentum unausweichlich sei. Das Christentum nennt er ״die erste universalistische Erlösuitgsbcwegung, ausgcsandt vom jüdischen Volkskörper, doch ausgesandt unter die Völker, in afrikanische und sonstige Synoden.“ Der christliche Nationalbegriff dekretiere einen gemeinsamen Geist aller Nationen, streiche ihre Sonderarten (bis auf die Lamlcspatrone) weg und glaube, auf diese Art für den Weltfrieden zu arbeiten. Der heidnische Nationalbegriff, der die Nationen in ihrer Bestialität einfach als Naturtatsaehc hinnimmt und zur hödisten Ekstase ihrer Mordinstinkte reizt, sei keine Rettung gegen die christ'ich-spiiituale Gleichmacherei. Erst der jüdische Begriff von Nation und Erlösung gebe dem Geist seine Herrschaft, doch auch den Npturtatsachen ihr Recht. ״Die zweite universalistische Bewegung, die von den Juden ausgeht, der Zionismus, verfällt nicht mehr in den christlichen Irrtum der Körpcrlosigkcit ,(der ein edler Irrtum war), wahrt den Körper der Kation, doch weist er ihm eine, ausschlicßlieh geistige Aufgabe, eine Mission in den eigenen Grenzen, ein Beispielgeben in Erfüllung der prophetiselien Voraussicht.“ Zur Jugendbewegung Die ״Blätter aus der Jüdischen Jugendbeweg ung“, die seit einigen Monaten von den jüdisdien Jugendorganisationen Wiens herausgegeben werden, sind auf dem Wiener Jüdischen Jugendtag zum offi- •zielten Ve rbandsorgan des Jüdischen Jugendvcrbands in Oesterreich erhoben worden. Diese Blätter, rigkrileu zu;2:;.i.12..2׳ . ficiten, die sorgriijg : ,2.,, v.o.'ä-., . ',..2, 1! ...... ucucn man ״׳ich zu gu';1!2.2..־.:׳...;; wird.!di haue von de! j;’ •i..ri.-u Uni״e;־ri....;, *׳oesen, deren Spreche hchiäi d. *:•::2־־־; wie : ״.־״ Iden- /.;/.׳■ich an ihr!2:2.״.־;׳ :׳;,,,״u 2•• in C;2r!rd gebraucht. Natüi'.iü..;;ehre!?׳;;.ri!־:;;, alle und neue, in den cislguvri.,cdca *■';äg'ä.'Ue;!.;;22117 werden; wir hoffen, daß v.dev il..1.:;; l־.׳e. nuäei'e 2.;.1:111;;־ Ulf Araliiscli und andre :■.:’iiiiiisdie Speed.u:;;eie׳;;! werden wird. Die jüdische U11ivv;2t2i :..21 z.y/r.r ln erster lieme für Jucleu da sein, r.i).;r n:i'22',lch wir.! uc den Mitgliedern jeder Rasse und Jede־.; Iirig:.1nt;2::.:c.; einen freundlichen Willkomm gew.'äiron. ״Mein Haus ist ein 1 laus des Gebet:: 171*• eile Völker?" Außer den üblichen Schilfen uuil!!;.;titiden, aus denen eine moderne Universität gebildet ist, werden verschiedene Wis.senszwei ge aufgenom1;1c!1 werden, ü i e an uns rer Universität bc«ond e rs am P1'atze &i 11 d. Arclu'iologische Forschung, die co viel von ■der geheimnisvollen Vergangenheit Aegyptens und Griechenlands zu Tage gefördert hat, darf in Paüritina auf eine reiche Ausbeute rechnen, und unsre Universität ist bestimmt, auf diesem Wissensgebiet eine bedeutende Rolle zu ,spielen. Die Frage, 111 i i welchen Fakultäten unsre Universität ihre L e 11 r t ä t i g k e i t beginnen soll, findet durch praktische Erwägungen eine gewisse Begrenzung. Uns fehlen nicht durchaus die Grundlagen für unsre Universität. Wir haben in Jcrur.alcni die Elemente eines Pasteur-Institutes und eines jüdischen Gesundheits-Büros, das bereits wertvolle Beitrüge zu Bakteriologie und Qcsundlicltswesen geliefert hnt. In Haifa besteht das Tcdhnikuiri und in Ailit eine landwirtschaftliche Versuchsstation. Wir verdanken cs wissenschaftlicher Forschung und ihrer Anwendung, daß wir zuversichtlich die Doppclplnge Palästinas, Malaria und Trachom, ebenso aus/.urotten hoffen dürfen wie andre einheimische Krankheilen. Dank der wissenschaftlichen Arbeit dürfen wir der vollen Ausnutzung dieses schönen und fruchtbaren, aber jetzt so unergiebigen Landes cnfgegcnselicn. Hier wird man Chemie und Bakteriologie, Geologie und Klimatologie als Hilfskräfte brauchen, sodaß der ,große Wert der Universität für den Aufbau unsres nationalen Heimes ersichtlich ist. Alles das erinnert uns wieder an eine Tatsache, die mau nach vier Jahren eines schrecklichen Krieges mit seiner schlimmen An- Wendung wissciisdiaftlidher Methoden, leicht zu vergessen geneigt ist, daß wir nämlich in der Wissenschaft die Heilerin vieler Wunden und die Erlösern! vou vielen Uebeln zu crblidkcn haben. Neben der wissenschaftiieheii Forschung werden die huinanistisehen Fächer eine bedeutende Rolle spielen. Die alte jüdische Wissenschaft, die angehäuften, halbvcrborgcncn Schütze unsrer alten philosophische!) und rcligionsgccctzliehcn Literatur sollen wieder ans Lieht gebracht und vom Staube der Zeiten befreit werden. Sie sollen in das neue Leben cingehcn, das sich in diesem Lande zu entwickeln anschickt, und unsere Vergangenheit soll mit unsrer Gegenwart verbunden werden. Darf ich, bevor idh schließe, noch auf einen sehr wichtigen Gesichtspunkt unsrer neuen Universität hinweisen? Während sie versuchen wird, das höcliste wissenschaftliche Niveau zu erreichen, muß die Universität gleichzeitig allen Klassen des Volkes zugänglich gemacht werden. Der jüdische Arbeiter und Landraann müssen dort eine Möglichkeit finden, in ihren Mußestunden ihr Wissen fortzusetzen und zu vervollkommnen. Die Türen unsrer Bibliotheken, Höroälc und Laboratorien müssen iiuicn weit oifenstchcn. So wird die Universität auf die die bereits in׳ den wenigen Nummern, die bisher erschienen, eine erfreuliche Entwicklung und Aurgcstaltung erfahren haben, eallcn, wie die letzte Doppelnummer 7/8 mittcilt, noch; eine 1umfassendere Erwcitcruug erfahren. Die Redaktion der Blätter richtet an ihre Leser die Aufforderung, eifrig an dieser Erwcitcruug teifzunehmcn und Vorschläge für die 'Ausgcstaltung zu machen. Die Blätter sollen von nun au eine kurze Naclirichtcnübcrsieht über wichtige jüdischpolitische Ereignisse bringen. Einsendungen aller Art aus dem Kreise der jugendlichen sollen Aufnahme finden, vor allem ״Fragen an alle rund Ihre Beantvvortung‘', Notizen über gelesene Bücher, Vorschläge und Gedanken zur Jugendarbeit. Audi׳ eine litcrarischc Beilage und Beiträge in hebräischer Sprache sollen־ Sifnzrgcfügt werden. Dieses erweiterte Programm der ״Blätter aus .der Jugendbewegung“ wird sicherlich begrüßt werden und den Leserkreis dieser inhaltsreichen Blätter stark vergrößern. Schon die beiden letz len Hefte deuten darauf hin, daß das Wiener Jugcndbcwegung-sorgan allmählich ein weit über die önferreichbehea Grenzen kinaurgehendes Interesse beanspruche;! darf. Die Doppclnununcr 5/6, die als Festnummer rum Sstcrrcichischcn Jüdischen Jugendtng erschien, brachte einen programmatischen Aufsatz von lleinrieh 0lenz ״Zur Einheit der Jkl'ndien Jugendbewegung“, in der die Vereinheitlichung der jüdisdien Jugendverbäudc ab eine der bedeutsamsten Aufgaben der Gegenwart dssgcsidU wird., Einige Bdträge beschäftigen eich js1tf;ariv mit der Frage, wie man cs der jüdischen jrgcr.s! ermöglichen, könnte, taadi dem Kriege Rebe 1. :;;,•;h Pririrtina, zu unternehmen. Sehr dankenswert 12.12 21.;־,..׳ ,die Dokr.r.caie des österreichisclicn jüdiscL-r;2,׳g C״;ri׳;־:ri7:2grinüg3״. und dea gaiaisdien ״Hr.r,c*.:::i.cr“ c:;I crir.c*׳ allniälfchcti Entwicklung. Nation in ihrer Gesanglich ihren segensreich«! Einfl;:ß ' :׳ue ilben. Der er le Kern der Bibliothek bestritt hier bereits, und sehr wertvolle Ergänzungen zu ihr stellen in Rußland und anderwärts bereit. Die Eroif-!uns;׳ einer Univerri.ütibiblioihek 11ml Universität -presse sind für die Zeit kr : nach ׳.lein Kriege in Aussicht ge־- nominell. Noch sind vieihuhe Vorbereitungen notwendig. Manche von ihnen sind bereits in Angriif geitniniiicu; manche, wie der Bau diese:1 .־ lause:;, 1ms:;:.en notwendigerweise bis zu dem glüekbeheu Tage des Friedens versehoben werde«. Aber von diesem Tage ab ist die jüdische Universität eine Wirklichkeit. Unsre Universität, gespeist von jüdischer Wissenseliaft und jüdischer Kraft, wird zu einem wewntliehen Teil des nationalen Bane; werden, *len wir jetzt errichten. Sie wird zentripetale Kraft gewinnen, indem sie alles in ihren Bannkreis zieht, was edel im Judentum der ganzen Welt ist, und ein Zentrum der Vereinigung unsrer verstreuten Elemente wird. Begeh,tcruug und Stärke werden aus ihr hervorgehen, welche die jetzt in unsren verstreuten Geineliulci latenten Krüf mit neuem Lehen erfüllen werden, liier soll In.־!; wandernde Seele ihren Hafen erreichen: Reine Kr.iit «oll eich nicht länger in rastloser und vergeblicher Wanderung erschöpfen. Israel soll endlich den I rieden mit sieh selbst und der Welt finden. Eine talmudisehe Legende erzählt, die jüdische Seele hause körperlos zwischen Himmel und Erde. Das ist unsre Seele von heute; morgen wird sie in diesem unsrem Heiligtum zur Ruhe kommen. Das ist unser Glaube. Danach las Dr. Weizmann die telegraphische Bot• schalt des Ministers Balfour vor, die folgenden Wortlaut hat: ן•׳ ' 1 . ׳ ״Nehmen Sie bitte meine frcumRihrritlichen Glückwünsche für die Zukunft der hebräischen Universität auf dem Skopushcrge entgegen. Möge sie ihren edlen Zweck mit einem im Laufe der Jahre ständig •wachsende;! Erfolg erfüllen. Ich gratuliere aufs wärmste allen, die so emsig an der Gründung dieser 1 loehschulc gearbeitet haben, die eine Vermehrung der Kräfte des־ Fortschritts in der Welt bedeuten wird,“ , Im Namen der franz.ösischcn Regierung überbrachte Capitainc Co ul andre die folgende Botschalt: ״Die Regierung der Republik ist glücklich, das Gefühl der Sympathie ausspreclicn zu können, mit dem sie die Gründung der jüdischen Universität begrüßt. Sie wünscht aufrichtig, daß von dort die großen Gedanken der Brüderlichkeit Und das Ideal ausgehen mögen, dem das Judentum so fest angehaiigeu hat in den Jaiirhunderten, in deren Laufe es allen Verfolgungen widerstanden hat, und daß in einer Welt, die befreit ist von der Gewalttätigkeit, alle Juden, die es wünschen, in Palästina im vollen Einvernehmen mit den andren cdiaisehen Gruppen eine geistige und soziale Heimstätte finden mögen.“ Die erste Konferenz der jüdischen Gemeinden im Rußland Uebcr den Verlauf der ersten Konferenz der jüdisdien Gemeinden, die vom 30. Juni bis 4. Juli in Moskau tagte, haben wir bereits kurz berichtet. Leider waren bis jetzt die Zeitungen mit den eingehenden Berichten und den von der Konferenz gefaßten Resolutionen ausgcblieben. Dein Protokoll, das nunmehr vorliegt, und den zahlreichen Zcitungsstinwic« cntnelunai wir, wie fruchtbar die Tätigkeit dieser ״nüchternen“ Tagung war, die die Schaffung einer zentralen Verwaltung aller jüdischen Gemeinden, an der auch Vertreter aller Parteien ihr« Anhängerzahl entsprechend beteiligt sind, zum Ergebnis hatte. Das neueste Heft der ״Blätter" (7/8) enthält einen ausführlichen Bericht über die Hauptprobleme, die beim Wiener Jugendtag zur Spradie kamen. Siegfried Bern* fcid gibt darin seine Eindrücke wieder, die er vom Jugendtag mitnahm. Bcrnfcld faßt seinen Öcsamteindruck in die Worte zusammen: ״Wir Iiabcrr einen heftigen Wortkamp׳ erlebt. Und cs mag vielen so gcgangen sein, daß sie im Grunde nicht begriffen, worum sid! der Streit gedreht hat. ich selbst vermag airdi nicht völlig cinzusehen, wogegen jeder Opponent und wofür jeder Vertreter gesprodhen hat. Denn das« meiste waren Andeutungen, deren Voraussetzungen uidit mitgeteilt wurden und deren Anlaß auch nicht in den Worten meines Lhskussions-Rcfcrates gelegen haben kann“. Bernfeld greift zwei Hauptstreitfragen heraus: Den Streit um die ״geistige Riditung“ um! den um die Frage von Ost und West, Uebcr die Bekämpfet des( ״Geistigen“ in der jüdisdien Jugendbewegung äußert sich Bcrnfcld wie folgt: ״Wenn ich sage, daß die Jugend vermöge ihr angeborener Eigenart die Fähigkeit und also die Aufgabe hat, die Din; : der Welt, ihre Umgebung, die nähere wie die fernere, die jüdische, wie die außerjüdische, mit konkreten Gedanken, mit kritischen Gefühlen zu bewerten; wenn ich sage, daß dieses jugctulgcmäßc Werten vermöge der durchschniftlichcn Eigenschaft des Jugcndalters als Maßstnb immer das Höchste und Strengste nehmen wird; und wenn ich sage, daß dieses gerade die Aufgabe der Jugend ist, in diesem Bewerten unbeirrt zu bleiben, und mit Ernst zu versuchen, in ihrem Kreise, in der Jugendgemeinschaft sich eine Welt aufzubaiicn, die diesen Bewertungen und diesen EmpfinduiixAn entepricht; und wenn ich weiter verlange, daß die Jugend unabgeienkt von allen Bekämpfungen sich aus ihren reineren, unbestochcnen und von den Erfahrungen s weniger angekränkelten Anschauungen und Emplin-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.