Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1918-09-06 · Heft 36 (6.9.1918) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIII (1918)
Issue
Heft 36 (6.9.1918)
Date
1918-09-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2651273-2652077-2652112--11721-2669275
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seit?: 278 für alle Gesetze, die .־wf dem Gebiet der Landwirtschaft, Produktion, Erziehung etc. gefaßt werden, anzuerkennen. b) Oer ״Choschen mischpat“ muß such für das jüdische Schiedsgericht in Palästina als Richtschnur gelten, c) Die Beamten der öffentlichen Anstalten, die Gewählten sind Vertreter der allgemeinen Orgniiisationen des Jischuw sind verpflichtet, die lieiligcn Gebote nicht öffentlich zu verletzen, d) Die Taltnud-Tlioroth und Jesehiwoth, die die einzigen Stätten für die Ausbildung der Thorngroßen und religiösen Juden sind, sollen nicht in die Erziehungsarbeit der zu s :haffenden Organisation eingegliedert werden. Diese Erzt .*Himgsanstalten rniis.seu unter der Aufsicht der Rabbitte r ohne jede äußere Beeinflussung stehen.“ Der Brief war vom Uabbinatskomitcc in Jerusalem gezeichnet. Auf der letzten ׳ Sitzung referierte Wilkaasky über die landwirtschaftliche Kolonisttionsarheit und die Forderung der National!- sieruug des Bodens. A. Eisen borg sprach über die Bedeutung um! das Ausmaß der Plantagen* Kolonisation. Mit großem' Interesse nalua die Konferenz den eingehenden Vortrag von Bczalcl Jaffc über die hislierige I i i 1 f s t ä t i gk c i t und die Gründüng' einer Kontrollkommission für alle Hilfsanstalien im I.nnde auf. Diese Kommission hat die öffentlichen Anstalten int Laude zu kontrollieren, die uberiiüssigcii Anstalten zu liquidieren und die gesamte Milfstätigkeit unter die Kontrolle der Oeffentliciikeit zu stellen. Die Konferenz beschloß, die bisherige Leitung zu beauilragcn, provisorisch* die Interessen der judenheit Palästinas im besetzten Gebiet zu vertreten und als die anerkannte Repräsentanz »ach innen und außen zu fungieren, ln den nächsten drei Monaten müsse aber eine Gründungsversannnlung auf der Grundlage des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechtes cinbcnifui werden. Eine heftige Debatte rief di0 Frage des F r a u c n w a!! I r e c h t s hervor. Die demokratischen Elemente, insbesondere die Vertreter der Arbeiter und Lehrer verlangten das aktive u»d passive Waliliecht für alle Erwachsene ohne Unterschied des Geschlechts. Der rechte Flügel — die Orthodoxie gab eiste Erklärung ab, daß das aktive Wahlrecht der Frauen ihren religöiscn und politische» Ueberzcugungcn nicht widerspräche. Dagegen erhoben sich alle Orthodoxe wie ein Mann gegen das passive Wahlrecht der Frauen. Die Sitzungen, auf denen die f*'raue»\vahirccht־urage behandelt wurde, gehörten zu den hitzigsten der Konferenz. Um eine Einigung zu erzielen, mußten Kompromisse gemacht werden. Das aktive Wahlrecht der Frauen wurde außer Diskussion gestellt. Das passive Wahlrecht dagegen wurde mir den Männern vom 23. Lebensjahr au zuerkannt. Zum Schluß der Sitzung belichtete Dr. Thon über den Vortrag von Dr. Weizmann, den dieser in einer geschlossenen Sitzung über die politische Lage gehalten hatte. Unter anderem sagte er: ״Als ^die Korn- »lission hierher kam, i.'uid sie verwickelte politische Verhältnisse vor. Erst nach einer planmäßigen und ersprießlichen Tätigkeit gelang es ihr, die Sympathiegefüllte zu verliefen und ein gegenseitiges Verständnis zu schaffen. Wir sind zur Ucberzctiguiig gekommen, daß eine notwendige Bedingung zur Verwirklichung der englischen Deklaration die Festigung der inneren Autonomie der palästinensischen Judenheit ist, denn nur auf diese Weise wird cs uns gelingen, unsere öffentliehen und wirtschaftlichen Bedürfnisse zu befriedigen, ohne in einen Gegensatz zu den Interessen der anderen nationalen Gruppen im Lande zu geraten. Mit l>c- | ״Adam“ Welcher Themenvorwurf kann wohl dem, der nach dem Sinn alles Menschlichen zu forschen Drang in sich fühlt und so zuerst nach Quelle und Urgrund irdischen Leidens׳ fragt, geeigneter erscheinen, an ihm sicli und den anderen möglichste Klarheit darüber herauszusezieren, ais die Begebenheiten im Leben der ersten Menschen? Muß nicht hier, da alte Gefühle ia ihrer Erstmaligkeit aus unbekannten Regionen der Seele ins Irdische niederbrausen, deren Flammenkern so einfarbig noch die dunstiger rauchenden Kr.ise ihrer Auswirkung in Tun und Folgen durchhellen, daß sic deutlich ihre Wesenheit enthüllen? Doch der 'Mensch, der von Menschen berichten will, wird ewig auf die Undurchdringlichkeit der ersten drei Kapitel des Du• chcs Mose stoßen, in denen nur die mystische Macht Gott Subjekt ist. Bewußtes Handeln des Menschen, und somit schon vom Fluch der Vertreibung durchtränldcs, bringt erst der erste Satz des vierten Kapitels. ״Und Adam erkannte sein Weib Eva“. Uebcr diesen Satz schrieb der Dichter Arno Nade 1 in seinem vieraktigen Drama ״Adam“*) das Vorspiel. Das Ereignis der Paradiesantreibung verlegt er geschickt i!1 eine szenische Anmerkung — die übrigens buch- und biilincnteclmiscii überflüssig ist — und läßt in einem großartigen Auftakt Welt uad Menschenpaar sich zum ersten Mal sehen und fühlen. Die Luft dieser Szene ist keusch wie Morgentau. Langsam löst sich der menschliche Gedanke von der Stütze Gott, die ais Sonne, Stern und Tag irgendvvchin fern vcrleuchlei, und kreist nah auf eich seber nieder. Und langsam setzt sich die schöpferische Stufenfolge ab: Gott, Adam, Eva. Das Weib erkennt: ״Sieh. Traum bin ich vor Dir, Du ächtest midi,’ Wie Gott Dich, mich uad alles dieses dichtet.“ *1!rsdaasca 1917 im Insel-Verlag zu Leipzig. J sondere!• Fra :de lin',.:;* vir v•; 1!׳'.■ö <ל der Konnnisrüm geglückt i'.v: .ivä!'!״ ::;ca mit den Führen: C.::■ .\rr.V. " .״■' Volkes!. :r;:r .teilen. Der Kommis ioa hl c5 f;e!!n;:c׳*, he!.!.״vcre.L.n:..:!.,:.!• tun! Vorurteile•, eile Fr ג■ jel/.t unier dea r. ,־־.•־.!.;;oieu Führern über die Ziele und urigen der Zww.tiselten Organisation giLcTrccht I1r.be!!, zu r.en.trcuen. Der Kommission gelrmg er, die Führer des nrabisdtca Volkes zu überzeugen, daß die gegenreitigen Interessen des jüdisch* 1 und arabischen Volke« ci!1 gemeinsames Wirken, eine gegenseitige Unter,;ü'..U!:ng verhangen, die zum Besten der beiden Nationea führe*■: müssen.“ Dr. Thon dankte dann Major Cnze.by Gore, Dr. Weizmann und Ecu Mitgliedern der Kc;11iu!־;.;ion, beglückwünschte sie und sprach die sichere I!׳Öffnung au», daß es ihnen gelingen werde, noch gegenwärtig die Bedingungen zu schaffen, die die reale Grundlage für das nationale I leim dea jüdisches VolkCJ ia Palästina bedeuten, da:; die englische Regierung cu errichten versprochen hat. Unter den Klängen der Flatikwah wurde die Kos»- ferenz geschlossen. tu Zu den ,'Verliandfanrjcn in ו2ק0םו!יה״«0״0״ Die Tageszcituagcn vcrMfciUscwSS folgend: Mddüng: . ׳ 2 ׳T August. Wie die ״Bttdapcster ICorrcqwDarfcnz'‘ ati-s Konsiantinopel erlährt, hat der Oroßwciicr Talsat Pascha die Verhandlungen zwischen der! Delegierten der jü• discheit Orgamealioneu Mitteleuropas und der türkischen Regierung mit folgender Erklärung abge6:hk>9;e,1; ■ ״Ich hin erfreut, daß die Verhandlungen mit dea Delegierten *1er verschiedenen jüdischen Organisationen ein tatsächliches Ergebnis gezeitigt haben. Die türkische Regierung hat den Beschluß gefaßt, alte einschränkenden Maßnahmen «bzuschafi'cn und alte Hindern'«**. für di: Einwanderung u.td Niederlassung der Juden in Palästina aufzuiiehcu. An die entsprechenden Instanzen sind die strengsten Befehle ergangen, um dem jüdischen Volk in Palästina gemäß den Traditionen der Türkei , wohlwollende Behandlung auf der Grundlage voLkoinmener Gleichberechtigung zu isiolient. ich versichere Sie wiederholt meiner Sympathie mit den Plänen zur Schaffung eines jüdischen religiösen ZeJifriuns in Palästina auf ■item1 Wege einer \vo'.)lorganisi>.r:e 1 Einwanderung und Kolonisation. Ich bin fest von der Nützlichkeit der Niederlassung von Juden in Palio'.ina für das türlösche iv«,’ie!1 überzeugt, und ich bin gewillt, dieses Werk inner dea Schutz der türkischen Regierung au nehmen.“ Wir ,wollen tos vornherein, am jed.׳:a Mißverständnis vorzubeugen, betonen, daß diese von der Budapesicr Korrespondenz am 29. August verbreitete Erklärung nicht den Delegierte« der jüdi;dien Organisationen gegeniiber abgegel>eu worden ist. Die Dclcgatioa hat bereits anfangs August Konstantinopcl verlassen. Was den Inhalt der Meldung nnbetrifft, cd kann festgesn-llt werden, daß eie in bestimmter Fassung wiederholt, was wir echou in unserem Artikel vom 16. August über ״Die Verhandlungen in Konstantinopel“ ftusgeführt haben, -- allerdings ,mit einer sehr wichtigen Ausnahme, ln der «Meldung der Budapesicr Korrespoudenz wird die Wendung von ״Plänen zur Schaffung eines jüdischen religiösen Zentrums in Palästina'‘ gebraucht, Solche Plane sind in den Verhandlungen tatsächlich nicht erwähnt worden. Audit die Vertreter der Orthodoxie vertraten die Forderung eines religiösen und nationalen Zentrums. Ein religiöses Zentrum in Palästina würde das jüdische Volk nicht befriedigen. Das ittdische Volk strebt nach einem nationalen Heini in Palästina. Nur für' die Gründung eines solchen r*—.״<־ »-■»»»T*-.mmm* Und der Mann, der eben noch verzweifelt' der Stimme seines entschwundenen Allvaters itaehLujschle, fühlt sie, vermenschlichte* Laut, aus der zarten Kehli seines Weibes. Von der Unendlichkeit des Paradieses frei, berauscht von der neuen Pracht aller Unterschiede, sinkt er du in die Seligkeit irdischer Liebe, die er tief fühlt, zum ersten Mal den Begriff ciiß und Liebe an sielt erfahrend. Ob Sturze,' ob nicht, wer entscbcidet’s? Nadel, der in der folgend׳.׳» Handlung den biblisdien Bericht vom Totschlag Kajiaa in ein Familienschicksai nur als eisen von vielen BccLamJieitcn hineinknüpft u׳u! so von der frziinitivcu Offenbarung der Flitchwirkung willentlich ab weicht, gibt letzten Endes keine eindeutige Antwort. Oder eolite die, daß (Warna physisches Erkennen den cchöucrt Abel und des ha«-. rigen, wiidraulien Knjin zeugt, eine sein? Sicherlich nicht; sicht doch der Dichter cpütceiii» ganz voa *attllerirdiseltet» Ursachen ab und hißt alle Freude and allen Schmerz im Meur.cliciikreia enk.tehea. 11t das '. ktterliche Idyll drin!gt Slötung dure'h da Mädclien, «ms Abel in fremden Bergen fc.-.f. Uaendliehe Freude und neugieriges Gclicimmo ■Ut dies Oeschchnis für Adam und Al:c| doch, Eva, die Gattin, die Mutter, das Weib erslarrt. Unheilvolles Ahnen!traut dumpf i!1 ihr. Ural wie die Fretr.de Adah. die Kaiäit sieh Länget auf «.eine» Slrettrügen cur G::piel'a erbeutet hatte, hci'.nlickea ZsvL־,t cur Brüder offen surrt Ausbruch brinjgt, so trägt ihre Mutter Kclimr.h Dunkel zwischen Adam und Eva. An du ::der cid» cotziuuleml brenne»! Gier, lJ!;e1,;׳;chL: acal'.u't, Sehnsucht, Eifersucht, Qua!, 'Mordiu'.t 5״ul auf die Stätte besdt- Ifeuder Fiarmonie, auf die Kr.|i.:;5 Scba.'.'.ca cur eeltca Crokaul ü.% C.:1 cM ,d,'...äz ih,%a Kcttca geh1\>cl1et1er Geluvte. ::.'ד.',,,; die f.yntphonia vom Mcnschcniurt. Ahd ,׳;;".־ vc1;׳ B,: :,*er.:;.1 cd, ICeti'ini zieltt, verstoße«» 1:׳:׳j c'.r.״. f.;rc UrtizI 1tz׳J!wischen Adam v..:d Evc tdöi t*c׳j hixa Nr. 35 ist auch die vvohlorganisierte Einwanderung Uni K>. toitisauon notwendig, von der *iid» die Bu Gpcster MtL düng!:priclu. Den Beschluß der türkischen Rcgi.1rttiig, f»'k <d3. tchräiila'iulen Maftnaiitncn abzusritaffett und alle Dia. denn!.sc fiir die Einwamicruttg mul Nicdcrla .uuag dsr Juden in Pilüstina auf/nheben, wirtl daa iüdi,die Voll• mit Ikfriciügu»!; begrüßen. Die jüdische Oclfcntlxbkeit erwartet, daß die nach der .Mitteilung des Groß, wesiers <\!1 die zptändigen Instanzen crga!1gc.1en strenges Befehle, dem itidi.c'icn Volk in PaDsiina uroiilwollcnd® Beh.imilitiig auf der Grundlage vollkommener Gleichberechtigung zu sichern, strikt durciigefulirt •werdes, ׳ nachdem noch in der leizten Zeit wiederum neue Vexationen der jüdischen Bevölkerung Palästin'18 gemeldet wortlen sind. Wir zweifeln nicht daran, daß die türkische Raflicrunj», die von der Nützlichkeit der Niedcrlastmt^ von Juden i;1!»aiiistina für das türkische Reich überzeugt ist (und dieses Werk unter ihren Schutz nehmen will, int weiteren Laufe der Verhandlungen die Berechtigung auf Schaffung eines nationalen Heims für das jücidi sehe Volk in Palästina anerkenne« und demgemäß ihre Stellungnahme cinridilcn wird. Aus Palästina (Eise Konferenz des ״Hapocl liaza'ir*^ Das Kopcnhngeiicr Zionistische Büro berichtet: Itt der Farm Fluida hat vor kurzem die 8. Konferenz der jüdischen Arbeiter-Organisation ״Ifapofl liazair“ i;1 Palästina slattgefundcn. Zur Konfcrcni erschienen Vertreter aus verschiedenen Tciien von Jud:ia, sowie eine größere Anzahl vor! Freunde« der Arbeiterbewegung und Gästen. Die erste Siizung genehmigte das folgende Programm: 1. die gegenwärtige poütisefic Lago, Refereut Herr S p r i n z a k , 2. Bericht über die Tätigkeit des Zentralkomitees, 3. die nächste kolonisatorisch« Arbeit, Referent Her.־ Elieser Joffe, 4. Organisitkm»• fragen. In seinem Referat wies Herr Sprinzak auf dit großen politischen Aenderungcn hin, di: in Palis‘in« seit der letzten Konferenz i:1 Dagania unter dem t.'irkischcn Regime vorgegangen sind. Der Redner besprach nw begeisterten Worten die Deklaration der englische* Regierung, die gcgenwär.ig die Zustimmung der ganze» zivilisierten Weit besitze, und wies auf den fortschreitenden Sieg des zionistischen Gedankens innerhalb der Judenheit hin. ״Wir!)׳'grüßen hcrzlichst die neu ins Land gekommenen jüdischen - Elemente. Diese junge* Juden werden nach dem Kriege das Land nicht verlassen, sic Werden zum Pflug greifen, die Sümpfe trockne» und das Land einem netten Leben Zufuhren. Mit Freuden begrüßen wir die Griinguug der jüdisches A r b e i t c r A r m c e i n A nt e ri k a, die den 7incl hat, Arbeitselemente nach Palästina zur Belebung det Bodens zu entsenden, im 1״ i e c 11 a 111 z“ liegt un-erc Zukunft. Der Gedanke muß in unserem Volke allgemein werden: Nur durch Arbeit wird unser Land zu neuem Leben aufersteben.“ Nach dem Referat entwickelte sich eine leblinfle Diskussion über die Beziehungen des ״Hapoei Hazair“ zum Sozialismus. Herr Elieser Joffe wies in seinem Referat darauf hin, daß die Arbeitprfartn׳ n reformiert werden »näßte*. Die Farmen müssen den jüdischen Arbeiter nicht nur zu einzelnen Arbeiten befähigen, sie müssen ihm auch eine grundlegende Vorbereitung für alle Arbcitszweije der Landwirtschaft gewähren. Fierr Saslawsky for• tieric die Ansäs;ig-Machiing der jüdi teilen Landarbeiter ■ ■1־ — ■ ■ יי — ■».»■«* ■— bleibt zurück an der Leiche seines Weibes. Ein — Wohl kaum wirklich erfaßtes — Sprüchlein Eva« von der Demut auf den Lippen. Lange mag mau zweifeln, ob wirklich der Titel ״Adam“ der richtige ist. Denn Heldin des Dramas i;t und bleibt Eva. Handeln tun all: anderen, aber jede Welle, die sie mit ihren Bewegungen werfen, spült an Evas Brust. Sie eriä'irt Abkehr des Sohnes und Mannes; sie ist es, die beides lächelnd und schnscrzcnsicidt verstellt und verzeiht; sie ist «st, die Kajia «11 übermenschlichem, unbewußtem Vergeben d *s b'.utige Mat von der Stirn streicht. Durch sic hindurch zieht der ganze Lebensstrom der entzauberte* Welt. Und alles, was auf sie geladen wird, weiß sie 1’ur so zu tragen: ״Mehr als die Liebe hab׳ ich nicht ersehnt. Nur Dank und Dank für alle Deine Wonne, Für alles Leid und alle, alle Liebe.“ Des neuen Tages, «icr hcraufzieF.t, schon über- «flüssig stirbt sie. Er kann ihr nichts mehr künde«. Dem selinsuclitvcrfallenilen Adam bringt er nach Wollen und Verheißung. Und so muß das Drama doch wohl jjAdam“ heißen. Mag so die Titclsctzung, zu der sich Nadel entschloß, endgiitig sein Scheitern an der unlöslichen Lö• Kttitg des Vollkommenen besiegeln, so bleibt doch ei* Werk von starkem Pathos und einer ursprüngliche* Leuchtkraft, wie 'wir »mr wenige in der modernen Dramatik finden. Der Rythmu.% einer überquelieadcn Liebe zum Menschenweh und seiner hdkxi Tragik, die oft so hoch sieh in die Register verliert, daß sie wie springende Fröhlichkeit klingt, durcliströint alle Vers saulen, in deren festes szenisches Gefüge diese neue Orgel zur Hymne auf das vielfarbige Gottesgeschenk Leb«• eingebaut ist. Manfred Georg.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.