Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIII (1918)
- Issue
- Heft 36 (6.9.1918)
- Date
- 1918-09-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2651273-2652077-2652112--11720-2669274- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
1■ ff ¬י ü י. s n י!. } Mnb ft;;v f r .1׳ ■י. l*'1 dl', (.,]״ י?' J;>׳V־d׳li *> ,‘kl, >׳ l , . - N!r \r,. f •־' J״ ,VI ■ 5 ^‘ 4**7..j .־ ־ ־>. rfs^lerrlc'if prakti^bi ן״סהזיזוז'־ « I.it*ra1ar, I: :** « ftnrh di* »cd für den rebamlov•!! Id. O,*>0 jm ft die« Pr«i! *reit ׳pobiuh id in »Ufa irlUiW. U, n } \ ץ\ :D /^r \ f' i \\ <li׳ «S y»■׳»«»» j’.nx-T'HMm'i« mi n.tras aiae5«ras3a1311a1!»1T.y o / / t i t j \'' Reduktion und Verlag Jüdische Rundschau, Berlin W. 15, Sü.-lisistJic Straße 8. Erjeiieiut wäckentl. am Freitag־. Abonnement bei der Expedition umi bei allen PoKtiimtc v'crUljä'nrl. Mk. 4.50 in Deut*rhl*nd, in Oontcrrcich-Ungarn Mk. 8.—, im Auslmid Mk. <>,: ,,/1 יי —d». ׳ •rm,. 13«»-»TT:.r*sn«r x Nummer 36 srÄ;״r Berlin, den 6. September 191 ■*wt?&5!»j־y. «7.x vr״^ R t Portsdieckkonto: Berlin Nr. 17592. bür ()!■1,terreich!!lene Petit* Telephon: Amt Uhland 845, 814. K. K. Por.tr.parkn-rcnnnit Sdi-rkkento Nr. 1 54030. Anzalgen die *eclis^expail 7,file oder deren Raum 60 Pf. TeuerungxzuxcMag 15°/״. ReJ*l;li<»n*«d)lu3 Dienstag nachm.; — ד״יי־ד■:^"“".: r.tr^r2גר:.ג,ד.ד 7־~־» ws^i» gsacraasag•: 29. ZMl 5075 ir.^TiT״׳" XXI11. Jahrgang ירד־עד.".*ד'׳־י 1׳■;t״r10 •־:•.־׳.הד■״ י י! 2* ,־»״״» Ciby» וי^> t ־, I Mit Nr, 40 der ״Jüdischen Rundschau“ beginnt ein neues Quartal. Wir bitteu unsere Bezieher, das Abonnement auf die ״ Jüdische Rundschau “ rechtzeitig zu erneuern, damit in der Zustellung der Zeitung keine Unterbrechung eiutritt. Das andauernde Steigen der Herstellungskosten der Zeitung zwingt uns, den Abonnementspreis zu erhöhen. Das Vierteljshrsabonnemeut beträgt vom 1. Oktober 1918 an in Deutschland Kk. 4.50, in Oesterreicji-Ungara Kr. 8.~-, im Ausland Mk. 6.50. Verlag der ״Jüdischen Rundschau“ Zu R&sch'H&schanah Wiederum ist ein Jahr des Weltkrieges zu Ende gegangen. Zum fünften Mal begehen wir Roscli-Haschanah im Kriege. In bitterem Weil gedenken wir all der kostbaren Jugend, die auf den Schlachtfeldern ihr Lebei! ließ, ln Freundschaft 11n,11 Liebe zu ihr geloben wir von neuem, ihr Andenken in uns wachzuhallen und cs getreulich in unserer Brust zu bcwahren, bis eine glücklichere Zeit cs uns ermögliehen wird, unserer Trauer um sie ein sichtbares Monument zu errichten. Mit brennendem Schmerze erfüllen uns in ׳der Stunde des Gedenkens die schrecklichen Bilder des Elends und der Not, der grausamen Verfolgung und Gewalttat, die auch im verflossenen Jahr unser Volk nicht verschont haben. Einer mannhaften entschlossencn Tatkraft wird cs bedürfen, um all die Wunden auch nur einigermaßen zu heilen und die Schäden zu bessern. Unsere Hoffnungen auf eine Besserung der läge unseres Volkes in den Ländern der Diaspora haben sich nur zu einem geringen Teil erfüllt. Die rumänische Judenfrage hat nicht jene radikale und vollkommene Lösung gefunden, die wir erwartet hatten. Die Frage der natioualcn Rechte der Juden in Litauen ist noch keineswegs in einem eindeutigen positiu׳n Sinne beantwortet. Das Judentum in Rußland und insbesondere das der Ukraina hat im vergangenen Jahre einen empfindlichen Rückschlag im Kampfe um die nationale Autonomie erlitten. Der allgemeine Judenhaß hat besonders in Polen und Galizien die unmenschlichsten Formen angenommen und aucli in Oesterreich und Deutschland beträchtlich an Boden gewonnen. Es ist kein Zweifei, daß die antisemitische Welle in diesen Ländem in beängstigendem Anschweücn begriffen ist. Anders steht cs um die Aussichten auf Vcrwirkliciiung unserer Palästinnhoffnunngcn. Die jüdische Paiiistinafragc ist durch die Erklärungen der Großmächte, die durch den historischen Brief Balfours au Lord Rothschild cingclcitct wurden, in den Mittelpunkt des weltpolitischen Interesses gerückt und hat im verflossenen Jahre Fortschritte gemacht, die unsere Erwartungen für die Zeit nach . dem Kriege beflügeln. Zwar ist Palästina, das ein Brennpunkt des blutigen Völkerringens geworden ist, gerade in diesem Jahre von allen Schrecknissen eines vom Kriege unmittelbar getroffenen Gebietes heimgesucht und manche Frucht langjähriger, mühseliger Arbeit vernichtet worden. Aber unsere Hoffnung ist durch das wachsende Verständnis der Völker für eine zionistische Lösung des Palästina- Problems ganz auf die Zukunft gerichtet, in der die Möglichkeit gegeben sein wird, den zweitausendjährigen Traum unser« Volkes aus eige- «er Kraft zur Verwirklichung zu bringen. Diese Hoffnung ist es, die uns in der Stunde dcs Rückblicks Trost spendet, uns aufrichtet und ״ns neuen Mut im Kampfe um unser nationales Dasein einflößt. Es lebt in uns die feste lieberwugung, daß mit der Schaffung eines nationalen Heimes in Palästina die Lage unseres Volkes auch h\ den, Ländern der Diaspora erträglicher werden vv׳rd, als dies jetzt der Fall ist. Mit gestärktem Glauben an die Wahrheit uns°res Ideals und gestählter Kraft für seine Durch- Setzung treten wir in das neue Jahr. ״Der Ztonitmoi erstrebt £«lr ö-.i Jbel'xlie Volk die Schaßund efner fJiTcnlHcIi-rcchPIch rtcHcherten I'lclwulaüe In PtlUiilaa." Baader i¥0;Jrar!K». Die zweite Konferenz der Juden In Judaca. , Am 7. Tammus wurde in Jaffa die zweite GründungsKonferenz der jüdischen Org an i s a t io 11 c n im besetzten Palästina, die vom Pro- Visorischen Komitee auf der ersten Konferenz gewählt worden war, eröffnet. An der Konferenz nahmen hunderiundfiinf/ig Delegierte der Städte- und Koloniekomitecs, der Organisationen, Institutionen und Parteien sowie Vertreter der Presse und sämtliche Mitglieder der Zionistischen Palästina-Kommission teil. Der Vorsitzende des Provisorischen Komitees, Dr. J. Thon, schilderte in seinem Einicitungswort die Aendcrungcn, die die politischen Neugestaltungen mit sich gebracht haben und berichtete über die bis jetzt unternommenen Schlitte des Komitees. Eingehend schilderte er die Leiden der Juden Jerusalems und Judäas im Laufe des Krieges und berichtete über die Vereinigte Gemeinde- Verwaltung Jerusalems, die zum ersten Mal der Zer- Splitterung der Judeiiheit Jerusalems ein Ende gemacht hat, sowie das Vereinigte Rabbinat, an dem die Rabbiuer aller Gemeinden Jerusalems beteiligt sind. Dr. Thon ging von dein Gesichtspunkt aus, daß alles, was jetzt vom palästinensischen Judentum unternoinmen werde, bloß Vorbereitung zur Verwirklichung der endgültigen jüdischen Hoffnungen in Palästina sein wird. Die erste Aufgabe sei, die Judeiiheit Palästinas zu organisieren und an ihre Spitze eine zentrale, autoritative Leitung ■ zu stellen, Wir müssen überall im Lande unsere autonomen Errungenschaften festigen, unscr Gerichtswesen ausbauen, unsere Erzieliungsanstal* ten vereinigen und erweitern, um die Basis für die wehere Verwirklichung■ zu schaffen.“ Nachdem die Konferenz das Andenken von Mcndcle Mocher Sforim, Dr. j. W, Tschlcnovv, j. Barsilai, A. M. Lunz, Wilkomitsch, Brawcrniann und anderen großen Toten des letzten Jahres׳ geehrt hatte, erteilte der Vorsitzende dem politischen Vertreter der englisehen Regierung bei du׳ Zu. nisiIschen Kommission, Major Ormsby Gore, das Wort, der unter anderem ausführte: ״Oeffeutlich hat die englische Regierung der Zionistischen Organisation erklärt, daß sic entschlossen ist, dem jüdischen Volk dazu zu vcrhelfen, seine nationale Heimat •in Palästina zu errichten (lkifali). Allen Juden, die aus eigenem Antrieb nach Palästina kommen werden, wird die Möglichkeit erteilt werden, im Lande als jüdische Nation zu wohnen. Die Juden werden im. Lande frei sein, um ihren Geist und ihre Kräfte so ־zu entfalten, wie sie es für wünschenswert halten und wie es die Zukunft des jüdischen Volkes verlangen wird. Nach meiner Rückkehr nach London werde ich meiner Regierung berichten, daß ich unter Ihnen die Merkmale eines Volkes gefunden habe, das geeignet ist, sein Leben auf nationaler Grundläge zu errichten. Ich würdige Ihre Ziele, und werde meine Regierung versichern, daß hier in Palästina das nationale Zentrum für die Juden der gesamten Welt geschaffen werden kann.“ Ormsby Gore sprach dann vom der Kommission, die unter der Leitung von Dr. Wcizniann nach Palästina geschickt worden ist, und versicherte, daß die englische Regierung zur Kornmission und zu ihrem Führer das vollste Vertrauen hat. ״Dr. Weizmann besitzt auch das ungeteilte Vertrauen aller bedeutenden Männer unseres Staates und aller Führer der Araber in Arabien, Aegypton und Palästina. Diese Kommission wird zwischen Urnen und ihren Brüdern außerhalb Palästinas vcrinittcln und Ihnen in Ihrer Aufbauarbeit behilflich sein.“ Er erwähnte die großen Schwierigkeiten, auf die eine Neuordnung in einem besetzten Gebiet stoßen müsse, und forderte die Judeiiheit Palästinas auf, die Grundlagen für ihre nationale Zukunft seihst zu errichten. ״Nicht nur als Judenfreund fordere ich Sie auf, sondern auch als Mensch, der weiß, daß das Glück jedes Volkes von seiner Organisation und seinem nationalen Willen abhängt. Wir Söhne Eiig’ands, die wissen, daß all das Gute, das wir in unserer Kultur besitzen, aus euren Händen, aus der Bibel entnommen ist, sehen uns jetzt verpfichict, euch dafür dankbar zu sein und euch in eurer historischen Arbeit für das altneue Israel und für alle Völker der Erde zu unterstützen.“ Eingehend sprach dann über die bevorstehenden Aufgaben Dr. Weizmann, der in wannen Worten eciiicin Vorredner in englischer Sprache d1:!kto. Darauf setzte Dr. Weizmann seine Rede in hebräischer Spriclic fort, wobei er unter anderen! aus führt•:״ .־Wir sind bemüht, den Weg zu bahnen, der v.na m unserem Ziele fährt* und wir erkennen den Modus der gemrinramen Tätigkeil mit unseren Nadibr.ni au, ein Mot!*.;:, unsere Position im Lande er8;״!*/•i lu.v.ercr nationalen Ehre ebenso wie der Ehre der cr.gürc,:3, Frkne entspricht׳. Vorläufig ist zc׳M 11Ic־I t dB Zeit gekommen, um aus füll 1־!id1 und öffcnii’cli über die T.'',i'״־!;c׳it der Kommission zu sprechen, ln einer gesKRarccncn Sitzimg vor einer Kommission, die Sic aus Ihrer Mitte erwählen werden, werde ich genauer berichten. Wir müssen unsere Arbeit mit Geduld und Ausdauer heginnen. Sie müssen sich auch gedulden. Manchmal muß man einen Schritt rückwärts 111 neben, damit man später sicherer vorwärts gehen kann.“ Dr. Weizmann verlas darauf einen Auszug aus einem Briefe von Nahtim Sokolow, in dem dieser versichert, daß er unter den Mitgliedern der englischen Regierung ein sympatliicvolles Verhalten zu den zionistischen Bestrebungen und einen festen Willen, uns in unserer Arbeit zu helfen, vorgefundcii hat. Ferner berichtete Dr. Weizmann auch über die Verhältnisse in Rußland und die Erstarkung der Zionistischen Organisation. Er wünschte schließlich der Konferenz fruchtbare und einsichtsvolle Tätigkeit. ״Nicht bloß die Judeiiheit Palästinas, sondern das gesamte jüdische Volk setzt seine Hoffnungtn in euch und eure Taten.“ Zun! Vorsitzenden der Konferenz wurde Dr. Thon gewählt. Zu Vizevorsitzenden H o o f i c n und M c irovvitz und zu Sekretären: der Führer des Hapoül Hazair Sprinzak und der Rabbiner aus Pctach- Tikwah Zitron. Die zweite Sitzung wurde mit dem Vortrag von Dr. Thon über die Vertretung der Judenheit Palästinas im besetzten Gebiet eröffnet. An der Spitze der palästinensischen Juden, führte der Redner aus, muß eine Leitung stellen, die auf Grund von allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlen gcwählt werden soll. Leider aber können gegenwärtig diese Wahlen in der erwähnten Form noch nicht stattfinden. Das Provisorische Zentralkomitee sah sich daher verpflichtet, die Konferenz vorläufig aus den Vertrctern der bereits bestellenden Kolonie- und Städtekomitees einzuberufen und schlägt dieser Konferenz vor, eine Repräsentanz zu wählen. Diese provisorische Instanz muß aus 36 Mitgliedern bestellen, aus Vertretern *von Jaffa, Jerusalem und den Kolonien Judäas, und hat wenigstens ein Mal in zwei Monaten ihre Sitzungen abzuhalten. Diese Instanz zerfällt in Einzelkommissionen, die mit Spczialaufgaben beauflagt werden sollen, und in ein Exekutivkomitee von 11 Mitgliedern. In allen laufenden Fragen des Jisriiuw, in Verwaltung, Gerichtswesen, Erziehung:.- und Wirtscliaftsfragen, hat diese Institution das Recht, selbständig zu entscheiden. Nur in den Grundfragen, die das Programm des Zionismus betreffen, hat das entscheidende Recht allein der Zionistische Kongreß oder seine Vertretung, das Zionistische Aktionskomitee. Nach einem eingehenden Vortrag von Mordechai ben Hillel Hakolicti über das jüdische Gerichtswesen, der eine lange Debatte hervorrief, sprach Dr. Turow über Kultur und Er-- Ziehung. Er schilderte den Mangel an Volkslehrern und •Iclircrinncn, verhängte die Eröffnung eines neuen Lclirerinncnseminars in Jerusalem und die Einsetzung eines besonderen Kulturamtcs, das aus den Vertretern der Zionistischen Organisationen, der jüdischen Organisationen Palästinas und der Lchrcrorganisation zusammengesetzt sein soll. Dieses Amt soll auch Fachleute für verschiedene pädagogische Zweige ernennen. Dr. Turow sprach auch über die Verhältnisse in den orthodoxen Schulen und den Jcschiwoth sowie über die gegenwärtige Erziehung unter den jemenitisehen Juden. Das Erziehungs- und Kulturamt wird die Aufgabe haben, sämtliche Arten der jüdischen Erzieiiungsformcii zu umfassen. Das einzige, was and! von den orthodoxen Schulen verlangt werden muß, sei, daß die einzige Unterrichtssprache für alle Lehrfächer und Altersstufen das Hebräische sei. Nicht allein die Interessen der Erziehung, sondern die Interessen des gesamten Jiscliuw und der jüdischen Zukunft im Lande verlangten das. Erziehung allein erschöpfe aller durchaus nicht die bevorstehende Kulturtätigkeit. Dr. Turow entwickelte ein ausführliches Programm der literarisehen Tätigkeit, verlangte die Bildung von besonderen Verlagsanstalten und sprach eingehend über die Bedeutung der hebräischen Bühne. Ohne Kunst und Acthetik gebe es keine wahre Kultur. ״Laßt uns nicht auf bessere Tage warten“, schloß der Redner seinen Vortrag, ״da wir nicht wissen können, wann sie eintreffen werden. Laßt uns der Welt und uns selbst derKanonen1nwiitCavnS1 ,K״CgCS untcr dc1n Donner ש"" Wtr,n1cllt b!°B von großen kulturellen Werken träumen konnten, sonder״ sie auch zu verwaren"!!"י wen«״"s » ״־ »Mta, i™t״־d־ An der Debatte, die dieser Vortratr henorrirf k״ teihgten sich Rabbiner Ost rowsky (Ekror.) F7au Addä Fisch mann, Schriftsteller SmilianAv re bas, die Arbeiterführer D Kat? Cha* «*״“״ ST.Ä־- ,in dem diese nutteilen, daß sie leider r:.1 , a Konferenz fu spät erhalten w*C ^C P *ז״ auf eine rdirifiiidm E?klin j? 1 - ,לל sich dahcr VorPinfitro ״:״,ו* ' ,, beschranken müssen ""“""'“"־י י־"