Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIII (1918)
- Issue
- Heft 34 (23.8.1918)
- Date
- 1918-08-23
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Viele wurden aus dem Lande ausj ״(diesen und ah dem Unglück dieser Ausweisung aus- F ״(liefert. Infolge der Umstellung des Geidvcrkelirs und U |it.r Ikilingunge!» der Valufa wurde das Gehalt der [ | ״ ןiirer auf die I lalfte gekürzt. Manchmal sogar erhielt der i \ Girer nicht mehr als 30 Prozent seines Gehaltes, f 1 j, iluciul die notwendigsten Lebensmittel <100—500 Pro- |; l״t teurer geworden sind. Mehr noch als unter der I i [iticruiig litten wir unter dem Umstand, daß sämtliche i!! ,iicii'aiiilte! gegeii Gold verkauft wurden und wir ge-; 1 /v,uiigcii waren, das Papiergeld unseres Gehalts in t I e)0111 zu wechseln, wobei wir 50!) Prozent Und mehr j urlorcn. Fs soll liier ein Beispiel angeführt werden, j Im Sack Mehl, der stets 25 Francs gekostet hatte»! .,״:nie den Lehrern mit 200 Francs in Gold angc-! i'(1c11. Da sie kein Geld hatten, mußten sie in der * i’,,nk türkisches Silbergehl leihen, selhstvcrstiindlich gegen f; )(!/eine. Für dieses Silbergeld kauften sie Gold und j ״<.: für das GoUl den Sack Meid, so daß sie für Mehl, I ü.s für 5 Wodien ausreicht, 415.57 Francs borgen! 1 ,;Hiliten. Welch ein Wunder, daß die Sorge um das i! ,Vat alle Gedanken und Sinne des Lehrers verschlungen j i nte, seinen Körper und Geist ruinierte und ihn in j ־ "elmklen trieb, von denen er während seines ganzen; u-beiis nicht frei werden wird. Auf Grund des Ge- ,,:.101 halten wir eigentlich eine Acudcruug des all- .:meinen Gehaltssatzes fordern sollen. Infolge der : ■man Aciulcriingen der gegenwärtigen Verhältnisse .die« vorläufig unsere Forderungen nicht so weit. ..äs wir verlangen, ist eine zeitweilige Anpassung des , udia’Us der Lehrer, der Kindergärtnerinnen und des! feinilpersonals an die gegenwärtige Teuerung.! Außer dieser Teuerungszulage bestehen wir auf \ dir Abzahlung der Schulden, die bd den Lehrerin- |! .e.i-.utionen und Komitees während des Krieges durch } i!־;onorarherabsetzungen gemacht worden sind. Diese; :! veisredu/ierungen machen 50 Prozent jährlich, ,also j 130 Prozent für die drei Kriegsjahre aus. Ohne aber i m besondere Berechnungen eintreten zu wollen, ver-! j 'äugen wir die Auszahlung dieser Schulden in der r , i irm eines Jahrcsgchalts für jeden Lehrer.; j Das Vorstehende erlaubten wir uns Ihnen, sehr j ) geehrte Herren, im Namen der Lehrerorganisatiou Pa- ן!.istinas zu überreichen, in der Hoffnung, daß Sie; unsere Worte beachten werden, wenn die Frage der j Schule und der nationalen Erziehung tpn Sie heranf;reten wird.“ | ׳ Das jüdische Volk 1 und die Liga ier Nationen j Das Kopenhagen er Zionistische Büro , e:\1\dt von der englischen Gesandtschaft ' i.1 Kopenhagen eine Anfrage wegen der St ei-! lungnahmc der Zionistischen Organij; sation zum Projekt einer Liga der Na-! i lionen und deren Beziehungen zum jüdischen Volk.; י Die Amerikcnisch-zioaisttache : < Aerzteezpsdition für Palästina | Das Kopcnhagener Zionistische Büro berichtet: * י Zu Ehren der zurzeit in England weilenden aracii» 1 Dnisch-zionistischen Aerzt ecxpeditio n! j für Palästina fand am 14. Juli im Opera Housc j! zu London ein großer öffentlicher Empfangsabend; j unter dein Vorsitz von Lord Rothschild statt, an : < dem Vertreter der britischen und der übrigen alliierten j Regierungen tcilnahnien. : Nach einer Ansprache Lord Rothschilds, der j d׳e Mitglieder der Aerzte-Expedition begrüßte und die Bedeutung ihrer Aufgabe für Palästina hervorhob, erf״ff Herr George N. Barnes, Mitglied des britischen ' i'megskabinetts, das Wort, um die Mitglieder der Aerzte-; txpedition im Namen der britischen Regierung will-; kommen zu heißen. Herr Barnes erklärte, daß die britische Regierung die zionistische Bewegung, unteri stütze, weil sie überzeugt ist, daß diese Bewegung für; Ziele kämpft, für die alle fortschrittlichen Elemente j überall eintreten,; Kabinettsminister Sir Alfred Mond erklärte, die Juden werden als Mitarbeiter mit all denen, die an uner Verbesserung der Welt arbeiten, nach Palästina( ׳urückzukehren und nicht als Sieger, um dort Monopole ׳u erhalten. Dies sei auch der Grund, warum die britische und die übrigen alliierten Regierungen die *׳onistischc Bewegung in so warmer Weise unterstützen* Herr Nah um So ko low begrüßte die Expedition *״> Namen der Zionistischen Organisationen und gab LE Hoffnung Ausdruck, daß die Expedition bei der ™mlstcinlegimg für die hebräische Universität in JerusaI5fm »'gegen sein werde. .*״»י Malcolm, Mitglied der armenischen Delc- 1 jDüori, d;ickte die Hoffnung aus:, daß die Juden, raber und Armenier harmonisch zusammen arbeiten werden. Weitere Ansprachen hielten die Mitglieder des uriaments Colonel Wedgewood und George Lloyd. , p ,-H.err Leon Simon, ein Mitglied der Zionistischen alastinakommission, der soeben aus Palästina zurück- »kehrt war, berichtete über seine Eindrücke in Palästina; '®d widmete der hingebungsvollen Arbeit der jüdischen ׳wtonistcn während der schweren vier Kriegsjahre Worte üetster Anerkcnnng. Fiäulein Seligberg und Fräulein Lewin-Ep- ״ ,j1 und HerrAgronski antworteten im Namen der 4־•'Pedition 1 , Die Mit!׳,Heiler der Acr/.iecxpeilifioii, Ür. Henry Keller uml L)r. I. Krimsky, 6prachcn auf einem öffentlichen ziunislisrheii Meeting, das unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten der English Zionisl Federalion, Rev. J. K. Goldbloom, am 7. Juli siattfaml. lalfoar über den jüdischen Nationalismus (A 11 s p r a c 11 e B n 1 f o 11 r s a n d i c amerikanischzionistische A e r z t e e x p e d i t i o n.) Das K o p e 1111 a g c n c r Zionistische Büro berichtet: Kurz vor ihrer Abreise aus F'ngland wurde die .11׳ne1ikani:,el1-/io11ihlisehe Acrzteexpeditioii von Mr, Baifour empfangeii. Die Depulatlon, die aus den Herren L e w i 11 - E p s t e i 11, den Doktoren S a t e n s t c i 11 > D r u s k i n, 1 i i 1 k o v i t s b, Keller, Krimsky und den Damen Seligsberg und Klomhcrs bestand, wurde von Herrn Nahm« So ko low dem Minister vorgestollt, wobei Herr Sukolow die Ziele der Expedition darlegte. Nach einigen Bemerkungen von Fräulein Selig sberg und Herrn L e w in - E ps t e i n antwortete Minisler Bai four wie folgt: es freue ihn außerordentlieh, die Deputation der Expedition auf ihrem Wege nach Palästina begrüßen zu können, wohin sie gehe, um am׳ Beginn eines großen Unternehmens teilzunehmen. Die weitreichende Bedeutung der Idee, die durch den Zionismus repräsentiert wird, sei noch nicht hinreichend verstanden worden. Der Einfluß jener großen nationalen Renaissance, die als Zionismus, bckann! ist, werde nicht allein von denjenigen Juden empfunden weiden, die an Palästina wohnen werden, sondern auch von der Judcnhcit in allen Ländern der Welt, sowie von allen Nationen der Menschheit, weil, obschon Palästina ein kleines Land ist, das Gute, das es für die Menschheit geleistet hat, außerordentlich ist. Die Zerstörung Judäas vor 1000 Jahren war eines der größten historischen ׳Verbrechen, das die Alliierten jetzt wieder gutzuinachcn versuchen. Diese Zerstörung war eine nationale Tragödie. Sie beraubte die Juden der Möglichkeiten, deren sich andere Nationen erfreuen, ihren nationalen Genius und ihren eigenen Geist zu dem vollen Umfang, dessen er fähig ist, zu entwickeln. Die Juden haben eine einzigartige Steilung unter den Nationen von heute eingenommen, weil sie jenes Element der Nationalität nicht besaßen, das unerliißlich für ein Vollständiges nationales Leben ist, nämlich den Besitz ihrer nationalen Heimstätte. Der gegenwärtige Moment bedeutet den Eintritt großer wichtiger nationaler Faktoren auf der Wcltbüline, und cs sei sicher, daß unter diesen die zionistische Idee, die bereits so viel in Palästina bewirkt hat, eine edle und segensreiche Rolle spielen werde. Er beglückwünschst die Mitglieder der Expedition zu ihrer humanitären Mission. Er wisse, daß sie von hohen Idealen und nicht von irgend einem eigennützigen Vorteil getrieben werden. Nichts Großes in der Welt könne ohne die Inspiration eines großen Ideals verwirklicht werden. Er wünsche ihnen eine glückliche Reise und vollkommenen Erfolg. Die Ansprache Balfours machte einen tiefen Eindruck auf die Deputation. Herr Sok.olow antwortetc im Namen der Expedition und drückte Baifour und der britischen Regierung für ihre unschätzbare Hilfe und vor allem auch für das tiefe Verständnis, das sie den zionistischen Zielen und Bestrebungen eiltgegenbringen, den tiefsten Dank aus. Die tfflerikaaisclä-ziorJsffcäie Aerzteexpcditio! in Paris Das Kopcnhagener Zionistische Büro berichtet: Am 25. Juli veranstaltete das Komitee der zionistischen Studenten in Paris einen feierlichen Empfangsabend für die ameri* kanisch-zionistische Acrztcexpedition, die sich auf der Durchreise für einige Tage in Paris aufhielt. Den Vorsitz führte Baron Edmond de Rothschiid. Vertreter der Stadt Paris und aller jüdisehen Organisationen Frankreichs, sowie eine ganze Reihe politischer Persönlichkeiten nahmen an der Veranstaltung teil. Die Herren Baron de Rothschild, Mourier, der Oberrabbiner Hagucnau, Profcssor Sylvain L 6 v i, Mitglied der Zionistischen Kornmission, der soeben aus Palästina zurückgekchrt war, hielten Ansprachen. Im Mittelpunkt der Feieriiehkeiten stand die Rede des französischen Obcr-Kommissärs in den Vereinigten Staaten, Anür£ Tardieu, der folgendes ausführte: ״Sic wissen, mit welchem Gefühl der Sympathie die französische Regierung die Fortschritte des zionistischen Ideals verfolgt hat. Die französische Regierung hat schon seit dem Frühjahr 1916 Beweise für dieses Interesse abgelegt, sobald die Verbesserung der militärischen Situation in Palästina uns gestattete, die Frage der Zukunft ins Auge zu fassen. Ich habe es kaum nötig, Sie an die öffentliche und offizielle Deklaraiion zu erinnern, die der Minister für auswärtige .Angelegenheiten, Herr Pichon, veröffentlicht hat. \Vcnu es ein Volk gibt, das von Natur aus befähigt ist, die jüdische Sache und das yidiache Ideal 2u begreifen, so war es sicher immer das französische Volk. Als Oberkommissär der französischen Republik in den Ver- . einigten Staaten hatte ich Wiede! holt Gelegenheit, mit Sympathie die Tätigkeit der air.erikanisclien Zionisten zu verfolgen. Ich hatte den Vorzug, in Washington den Präsidenten des Provisional Zionist Exccutiv Com- Seite 21 3 mitue kennen zu lernen un.l mit iljm arbeiten. Richter Br.mdris ist ein hochgesdiätzter Frcunu tur uns. ,, . Sie nähern siel» dem Ende ihrer langen Reise. Wir wünschen Ihnen eine gliiekHche Ucberfaiirt nach Palästina. Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Tätigkeit in dem Lande, wohin Ihr Herz Sie zieht . Herr Hubbard »111:1 Fräulein Seligsberg dankten im Namen der Expedition. Die Grundsteinlegung 'l der hebräischen Universität in Jerusalem Reuters Büro verbreitet folgenden aniführliehen Be* riebt über diV am 21. Juli erfolgte Grundsteinlegung für die hebräische Universität in Jerusalem: An der Feier nahmen die Mitglieder der Zionistischen Kornmission, der britische Oberkoininandicrcnde von Palästina, der Militiirgoiiverne»(־ von Jerusalem. Vcrtretcr der französischen und italienischen Militärab- Leitungen, der Mufti, der englische Bischof von Jerusalcm, Vertreter der armenischen und griechischen; Kirche, der Bürgermeister »1ml der Vizcbürgcrmcistcr von Jerusalem und viele andere Notablen teil• Mehr als 6000 Menschen wohnten der feierlichen Zermonic bei. Die Universität wird am Ostabliauge des Scopusberges errichtet, von wo aus man das Jordantal »ind die Mündung des Jordan in das Tote Meer deutlich überblicken kann. Dr. Wcizmann, der Führer der Zionistischen Kommission führte in seiner Ansprache aus, daß die hebräische Universität, obwohl sie in erster Linie für die Juden bestimmt ist, den Mitgliedern jeder Rasse und jeden Glaubens herzliches Willkommen bieterl werde. Die Universität werde versuchen, den höchsten wissenschaftlichen Anforderungen zu genügen, gleichzeitig aber für alle Klassen von Kolonisten und Arbeiter!» zugänglich sein, die hier die Möglichkeit finden sollen, ihre Ausbildung in ihren Mußestunden zu vervollständigen. Glückwunschschreiben waren von B a 1 f o u r und der französischen Regierung cingctroffcn. Die Lösung der Wasserfrage in Jerusale■ In ihrer Nummer vom 10. August veröffentlicht die ״T i m c s״ einen Bericht ihres Jerusalemer Korrespondeuten vom 26. Juli, aus dem hervorgeht, daß cs den Ingenieuren der britischen Armee gelungen ist, das schwierige Problem der Versorgung der Stadt Jerusalem mit Wasser einer glücklichen und raschen Lösung entgcgcnzuiührcn. Nachdem der Korrespondent die bishcrigen ungünstigen Wasscrvcrhältnissc in Jerusalem ausführlicl» geschildert hat, berichtet er folgendes: ״Die Ingenieure unserer Armee fanden eine Gruppe von Quellen mit einem absolut reinen Grund auf den Hügeln, die ungefähr 14 000 Gallonen Wasser pro Stunde ergeben, das bisher ungenützt floß und jetzt in ein hochgelegenes Reservoir gehoben wird, von wo aus es auf dem Wege der Gravitation vermittelst einer langen Röhrcnleitung nach Jerusalem fließt. Die Leitungen gehen zu den Hospitälern und durch die ganze Stadt und die Einwohner entnehmen soviel Wasser, als sic wünschen. Der Wasserverbrauch der Bevölkerung ist jetzt 10 mal so groß wie im letzten Jahre. Die einleitende Untersuchung und die Aufnahme dc9 Geländes wurden am 14. Februar gemacht und ein Plan wurde vier Tage darauf entworfen. Aus Mangel an Transportmiltein und infolge des schlechten Wetters konnte mit der Arbeit erst am 12. April begonnen werden. Viele Meilen von Röhren sind gelegt und eine mächtige Pumpbrunncnanlagc ist errichtet worden, aber mit der Lieferung des Wassers an die Bevölkerung von Jerusalem wurde erst am 18. Juni begonnen.“ uni der wirtschaftliche Aufbau Pallstiu Am 5. Juli fand auf Initiative der Herren Tjoii k i n SIa to po I s k i und Dr. Bychowski (Kadcl m Kiew eine Gründungssitzung für den U k r a i n sehen Verein für den wirtschaftliche Aufbau Palästinas statt. Zur Sitzung wurd! die Vertreter der verschiedensten politischen, national: und sozialen Strömungen eingeladeii, die ein großes 1 tercssc für die Neugründling zeigten. Die Sitzung wurde von Herrn Dr. Bychowsl eröffnet, der einleitend auf die Bedeutung׳ der Fraj hinwies. Der Präsident der Petrograder Jüdischen G meinde, Herr Dr. A. W. S a 1 k i n d (Zionist) entvviekel die politischen Aussichten Palästinas. Es wäre gewiß da abgesehen von der staatlichen Entwicklung Palästin , 1?*־Mliche Lage des Landes nadi den» Kriege Hinblick auf die Deklarationen der beiden Mi gruppen gesichert wäre. Eine längere interessante hidt der bekannte Präsident der gleichnamigen Pci grader Patastinagescilschaft, Herr M. N. Krcinin zeigte, daß die wirtschaftliche Lage der Juden im 'c maligen Groß-Rußland die beste Garantie für c Massencmigration nach dem Kriege sein würde Gastfreundschaft der Länder, die 4m EmSmtir s Sr עי״™ •haע ׳״'״ £ Dato *4 d־, nöU«nCvö?8dIla^C ,Vcr“tw°HIid»e Pflicht, nougen Vorschläge technisch-wissenschaftlich durrf arbeiten rnd bereit zu halten. FemeT X״“״״ Sb" ־-•״*״״ w-i*” Sä' f