Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIII (1918)
- Issue
- Heft 33 (16.8.1918)
- Date
- 1918-08-16
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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,1 Seite 254 jUEl>!nür: Nr. 3ל ״* -<... sondern das erweiterte Litauen, das die Gouvernement» Wilna, Kowno und Grodno und wahrscheinlich euch Suwalki oder einen Teil des Gouvernement Suwalki umfaßt. Ich sage wahrscheinlich, denn fast gleichzeitig init der Vereinigung der Militärverwaltungen Litauen und Bialystok ־Grodno zu einer einheitlichen ״Militärverwaltung Litauen‘‘ (Litauen-Nord und Litauens Süd) mit einer Leitung in Wilna (l. Februar 1018) wurde auch eine besondere Militärverwaltung Suwalki gebildet, die aus den Kreisen Suwalki und Augustowo herausgescluiittcn ist und direkt unter der Leitung des Oberbefehlshabers Ost steht (1. Januar 1018). Aber was wir auch unter Litauen verstehen mögen, immer bleibt Wilna litauisch und wird als die Residenz Litauens betrachtet. Nun hat sich tun Wilna ein Streit en1s|Km11en, der den ganzen Sachverhalt wie auch die Entscheidung der Frage, ob Litauen ein Nationalitäten- Staat oder ein Nationalstaat der Lilwiner ist, besonders charakterisiert. Die Volkszählung vom 9./12. Märe 1910 ergab folgendes Bild der Bevölkerung in Wiina Nationalitäten absolut */• Polen 68733 49,7 Juden 60 013 43,8 Litwiner 3 671 2,7 Weißrussen 2016 1,6 Russen 2016 1,5 Deutsche 91« 0,6 Sonst. Nationalitäten 208 0,1 Insgesamt: 138 226 10# Wilna ist also ohne Zweifel eine polnisch-jüdische Stadt mit einem gleichen LinflulS der beiden Natioualitäten, vielleicht sogar mit _ einem größeren Einfluß der Juden, da der Handel, das Handwerk und die Industrie der Stadt wie aucii die freien Bernte eher in jüdischen als in polnischen Händen liegen. Der Einiiull der Litwim׳r und Weißrussen ist, nicht nur der Zahl der Bevölkerung nach (vielleicht sind die Einvvände der Lilwiner betreffs der Poionisicrung Stichhaltig und der Prozentsatz der litwinisclien Bevölkerung ein wenig großer), sondern auch tatsächlich gleich Null. Die Litwiner besitzen eine unbedingte Majorität bloß in den Dörfern des Kownocr Gouvernements, der Bezirke Wiadislawowo, Mariampol, Knlvary, Wolkowis» ky und Siene, des Suwaikier Gouvernements und der Bezirke Trocki und Swcnzianj des Wilnaer Gouvernemeuts. Fügen wir noch die anderen Bezirke des Suwatkier und Wilnaer Gouvernements und die giößcrcn Städte und Flecken des Kownocr, Suwaikier und Wilnaer Gouvernements hinzu, so erhalten wir selbst innerhalb des eng ethnographischen Litauens keine litwinisehc Majorität. Operieren wir aber mit dem gegenwärtigen lk,griff des vergrößerten Litauens, schließen wir also da:; Gonvcniement Grodno ein, so bekommen wir das Bild eines ausgeprägten Nationalitätenstaates, in dem keine der Nationalitäten eine Mehrheit besitzt und die Natiooalitäteu ihrer Zahl nach in der Reihenfolge: Litwiner, Weißrussen, Juden, Polen einander folgen. 1111 Hinblick auf ihren Einfluß und ihre kulturelle Stärke im weiten Sinne des Wortes müßte die Reihenfolge mj geändert werden, daß die Juden und die Polen den (r:!«׳n Rang eiunchinen. Die Ergebnisse der Volkszählung von 1837 zeigen khr, eiaß, wenn von nationalen Minoritäten die Rede sein kann, darunter weder die Weißrussen, noch die Polen verstanden werden können. Zusammen mit den Litwincrn bilden sie 90 «Jo der Bevölkerung Lit.uuns und ohne die Litwiner sind sie zahlreicher als die Lilwiner selb:;!. Min׳;.־:,heit׳ ״: V!: >.;׳ '•׳■D'j :8 Den( :;dien. Leiten und andere. P.!!!־ -י'•;•״;:׳ i , ״:?'״׳ m Xv.vinl, daß Litauen 1 ־■;״'־׳: ׳ r 1 ־ i11<־■ ־ 'd itäten Staat ist und kr :ne ,״’ ..':.'.e 4 •■.:•;< ״; . . ei. Und fall, der Landen;;:! 20!';:;:;::ree 22.״;.:Er 3.22:1, so inüii'.ca an ihtn, denn Er;; C:r V<rt -,ג:;.7י ״;•:!יי«'*’״ 1807 gemäß 12 Wcsßni8 jede» und 7 Polen vertreten sein. Beachten wir, daß bloß die Jude,ד prozcntrd.gkk:׳.)- mäßig über alle Ooiiverneuien'm Litauen:־, verteiii ciud (die Zahl der Weißrussen i::t z. B. im Kov/uoer (U>uveruenieiii sehr klein und Litwiner gibt cs im Gouvcriiement Grodno gar keine), um! dal! einige Bezirke des Suwaikier (iouveruemeuis lim:]־/,, :;chiieii polnindi sind und wahrscheinlich nicht zit Litauen kommen werden, (diese Bezirke ergaben auch den verhältnismäßig großen Prozentsatz der Polen) so wäre es Vielleicht richtiger, für den Lnndesrat mit 9 Juden und 6 Polen zu rechnen. Dabei soll bemerkt werden, daß sämtliche cp:itcrcn slaindischen Angaben, Buch die der Kriegs/eit, nur die absoluten Zahlen der Bevölkerung änderten. Das proporlionelle Verhältnis zier großen Nationalitäten zueinander blieb dasselbe. Die Ausweisung der Juden 1915 wurde teilweise durch die Evakuierung der nichtjüdischen Bevölkerung und teilweise durch die Rückkein׳ der jüdischen Bevölkern!״!־ ausgeglichen. Die Bcvölkerungsr.inUräik allein reicht ober niciit aus, im; sich ein richtiges Bild von dem Stand der Nationalitäten und der Bewohner in Ulaticii zu bilden. Trumen wir die Dorfbevölkerung von der Stadtbevölki'i'ung, so ergibt sieh klar, daß das vorherrschende Element in <1011 Städten und damit auch im i landel, in der Industrie und in freien Berufen die Juden sind, im iiuiiistrieaniK’ii Litauen mit seiner kleinen Intelligenz .sind die Juden zwcifelohue da:; bedeutendste Kultureiemem und die jüdische Kultur hat außer der polnistheu Kultur keine Konkurrenz. Die erwähnte Statistik der wichtigsten Staat Litauens ist höchst dwrakteristiscli Uir die gesamte Lage in den Städten mit dein Unterschied nur, daß dort das polnische Eiement nicht so stark wie in Wilna vertreten ist und daß die Juden dort die einzige Gruppe bilden, die fast keine Analphabeten aufweist und aus ihrer Mitte fas! alle Aerzte, Rechtsanwälte, Lehrer, Fabrikbesitzer, Kaufleute und Handwerker stellt. Welche Bedeutung dies für das iudiistricarme Litauen mit seiner niedrigen Kultur hat, kann man sich leicht vorstellen. Den statistischen Daten von 1909 gemäß bilden die Juden in den Städten der, Kownocr Gouvernements, dieses charakteristischen Gouvernement‘; Litauens, die Juden 5!) Prozent, die Litwiner 2t Prozent, Und die Polen 8 'Prozent׳. Den statistischen Daten von 1912 gemäß bilden die Juden in den Städten des Wilnaer (iotivcruciueuts ■19 Prozent der gesamten Stadtbevötkenn!;:; in Wilna selbst bilden, wie wir aus der Siatistik von 1916 ersehen haben, die Juden 43 Prozent. Im Gouvernement Grodno ist der Prozentsatz der Juden in den Städten mehr ah» 50 Prozent lind im Suwaikier Gouvernement 40 Prozent. Durchschnittlich bildet die jüdische Stadtbcvölkcrung Litauens die Hälfte der gesamten׳ Stadtbcvölkcrung. In einzelnen Städten macht die jüdische Bevölkerung S/1 der gesnmk'H Staiilhcvölkerimg au::. Mit der Evakuatioii der russischen Bevölkerung wurde der Prozentsatz der jiidischeu Bevölkerung noch größer. nter dein alten russischen Regime epielten die polnischen Grundbesitzer in Litauen zusammen mit den Russen die dominierende Rolle. Die Litwiner gingen Schulter nn Schulter mit den Juden wahrend der Wahlen zur Duma uiul in der öffentlichen Po- 1 li.ile im r.ligcmi'iiien. Die litwinisehc Intelligenz, ,11! I Vu:rtp...־i11 der Bauernbevölkerung, ist natiirgcmäll def s;:rt;;׳.׳.:i־rt1 gr..timmt. Die Wrißru.011.;׳, <ov,eit sie über• I;.:;:pf (ine Intelligenz hatten und eine Rolfe spi.be■», rogen ebenfall:; ihre Kruit aus dem Dorf lind Waren Träger einer demokratisch gerichteten Politik. Seit aller die!־rage der ,,Sclbstbcstin1m11:»g‘,f ״Selb:.!verwaltun!׳“ und ״Unabhängigkeit“ aufgcinucht ist und seit Litauen einen Land er. rat bekommen hat, der lediglich von den LiTwincrn unter Umgehung aller anderen Nationalitäten gewäldt ist, änderte sich die Lage außerordentlich. Die litwinisclien Herrscher, die plötzlich zur Macht gelangten, vergaßen ihre Virsprcchungeii wegen einer lilaiiischcn Konstituante, ändorten ihre• Front sogar bezüglich einer solchen Fr ׳ge wie es der Lnudesrat ist, und begannen eine Politik, die für ein Land wie Litauen, in dem verschii *Jene Nationalitäten wohnen, die da, gleiche Recht und da gleichen Willen zum nationalen Leben besitzen und in dem es unter keinen Umständen einen Platz für eine herrschende Nation gibt, gcfäliriicäi werden kann. Von vornherein muß dafür gesorgt werden, daß keine der Nationalitäten, geschweige schon der hefreiien Völker die Politik der Herrschsucht, der lUiitcrdriickung und des Zwanges samt allen ihren Cfclüsten betreibt. Denlfsc'jrillt des Verbandes der einheimischen Juden in Rumänien Die Denkschrift des Verbandes der tnmii 11i selien Juden, die anläßlich der P.iiiani«*!!(»- Session im Juli 1918 der ru 111 ä 11 ise 11 e 11 Regierung in Jassy überreicht worden ist, lautet: ״Anläßlich der Audienz, die der Herr Ministerpräsidcut unserer Abordnung gewährt hat, haben wir die erfreuliche Ueberzeligung gewonnen, daß die gegen- ,wärlige Regierung entschlossen ist, mit Wohlwollen die Beschwerden des Verbandes der' einheimischen Juden anzuhören, welcher als Vertretung derselben die Piliclit hat, alle Anstrengungen zu machen, um eine endgültige und restlose Gleichberechtigung der Juden zu erzielen. Dies umsomehr jetzt, als cs nach den umfangreichen sozialen Umwandlungen, die der Krieg zur Folge kauen wird, undenkbar ist, daß Menschen, welche allen P liehten unterworfen sind, trotzdem als Fremde betrachtet werden sollen. Dies hat auch der König in der Antwort, die er im ‘April 1917 der Abordnung der einheimischen Juden gegeben hat, anerkannt, sowie die Herren I. 1. C. Bratiaim und Take Jon esc 11, als sie in den Parinnientssit/uiigen vom 10. mul 13. Juni 1917 im Namen der Regierung erklärt haben, daß sie der Frage ,,״ine weitgehende vollständige Lösung, ohne ohne Einschränkungen, o 11 n e H i n t e .׳ t hr e 31, o 1111 e Hintergedanken geben werde», in ehrlicher Weise, wie es sich für eis Land geziemt, das sein Wort gegeben hat und es e i n 1 ös e 11 wi 11.“ Eine solche;Lösung, welche alle staatlosen einheimischen Juden einbeziehen soll, kann man nicht erzielen d u r c 11 eine kalcgorienweise un d von Akten bedingte Gleichberechtigung. Demi es werden viele ausgeschlossen bleiben, welche nicht zu den zugelassenen Kategorien gehören und wieder viele andere, die den gestellten Bedingungen niciit werden nachkomnicn können. Ucberall, ju der ganzen zivilisierten Welt — ja sogar in Rußland, wo es 7 Millionen Juden gibt — wurde die Frage c■ bioc und automatisch er weise, ohne Kaiegorien, ohne Bedingungen und ohne Akten, gelüst ״llaogen“ *) Zwei Hefte hebräischer Literatur in schlichtem Ge-, wände, ohne besondere Prätentionen — erwartungsvoll lesen wir sie und wir sind nicht enttäuscht. Das einheit liehe ort;üdische hebräische Literaturgcbkt ist durch de:» Krieg zerrissen, zersplittert. Bei den Schaffenden kommt die Freude am Schaffen schwer auf, niciit nur weii die Zeiten auf ihnen lasten, sondern weil sic nicht von der ganzen hebräischen Gemeinde gehört werden können. Die Redaktion wollte die wenigen Erreichbaren sammeln. In einigen schlichten Einführungswortcn spricht sie bloß «Ich Willen aus: ״einige Blätter guter schöner Literatur zu bieten, einige frische Blätter der zerstreuten Gemeinde, die in der liebe zum hebräischen Wort geeint ist. Diese Liebe zum hebräischen Wort drückt and» dem ״iiaogen“ den Stempel auf: eine erfreuliehe Stilkultur, eine dezente Zurückhaltung, eine sorgfüR tige Redaktion sind ahm eigen. Denen, die hier* zusammenkamen, merkt man es an, daß sic die letzten stürmischen Jahie haben reifen lassen; was sie hier bieten, ist r.wischeu der Zeiten 'für und Angel geschaffen worden. Jakob Kahan selber ist mit zwei größeren Schöphingen vertreten: die merkwürdige ״Dramatische Syu.yhonie. Die Märtyrer“ ein überaus schöner Vcr.uch, dem Geschehen der Pogrorazcitai einen dichicri ■eben Ausdruck zu geben, der seine grausige Wirklichkeit in eine vvehmuLlurdiflutete Versöhnung׳ a'iflö.t. * ,'•er den Versuchen dichterischer Auseinandersetzung 1r.it den Pogromen der einzige dieser Art. Bialik!׳.״hricb seine Lieder des Grimmes, als das Blut noch rauchte und;.<> ist sein Sang ein Sang der Rache und des Zornes geworden, andere klagten — es waren Töne bitterer Klage von echtem, großem Weh darunter — *) Haogcn, Sammelschrift für Literat»•, herm1»׳c facti von Jakob Kahan, Verlag ״J c a i r»“ ■ Warsd 1917, Heft 1. 105 S., Heft 2, 127 S Tschcrnichowsky schwieg; er wollte nidit flennen und kein 1,2.1״.;,־.vo;: schien ihm ,stark genug. Es mußte freilich auch einige Zeit verrinnen, es mußte vielleicht das Well,sielend mit eigenem Leid versöhnen, um jene silberhellen, milden Töne eines 1£riü.';1u1gr.glöekchen<? dem Müriyrerlüs läiilen zu können. Milde Töne erklingen auch in Kahaus ,,U rg t eich ni sae“: manchmal humorvoll, immer versonnen geht er hier den Lebcnsrätselii nach. Das kurze Gedicht von Abraham Ben Jizchak ist sr» seiner geschlossenen harten Schönheit von einem neuen, tiefen Ten erfüllt, wir werden mit den Versen niciit schnell fertig und ■müssen lauge an eie denken -- so ist jedes Lied van ihm, in jedem ein neuer Ton —-, aber sträflich wenig läßt er von sich hören. Es tni'nflen noch schöne Gewehte von Aron Zeit Ha und Josef Lieh- 10 11 b« u m erwähnt werde::. Eine Erzählung van S. Ze mach: ״Jeanette“ ist bemerken»■ wert, weil sie ein feruliegcr.dcs niditjüdfuiea Milieu in gewandter Technik 11113 nahebrlngi und bestrebt ist, realistisch und Icbeiuireu zu een. — ״Aus des Bedrängers Not“ vca S. J. Agtion ist eine ganz köstliche Erzählung von tiefer Versenkung und Seinem Volksverstcuen. Agnons Stil ist ein eigenartiger Versuch, auf archaisierender Weise einem hebräischen Voiksstil m schaffen, aus hebräischen Indegrenzien, die das Volk wirklich gebraucht hat upd an *lenen sein Empfinden!längt. Die erzählende Persönlichkeit, die man sich immer in die Großväterzeit versetzt;lenken muß, allein ist schon eine große dichterisdie Leistung de© zartesten ׳Nachempfinsiens. Wer Agnon in die Nähe orthodoxer Pn>pngntnfa rückt (eine Kritik in ״I Iazcfir.1“) hat ihn gründlich mißverstanden. Eine gnuuii'iche Arbeit widmet F. Lat ho wer der Gedankenarbeit und dem Lckcnawcrk JAarti n ßubere — es ist gut, daß rar,« m Orten vor. *!;crem iie.uen Geschehen erfährt; daß r.i.ri •,:ran Denken darüber gcmalmt, daß man mit,gezogen v.'Jrd. Lachov/cr übersetzt auch ein Gespräch ans ״Daniel“ von Buhcr; man merkt ein ehrliches Ringen, um die gedankentrtfc» Sätze in ihrer Wuchtigkeit hebräisch wicdcrzugeliei». Zu den wissenschaftlichen Arbeiten leitet uns der Artikc? J. N. Si in eil onis ״Binliks nationale Poesie“ über, *ler in recht wissenschaftlicher Weise eine wichtige Seite an Bialik« Dichtung behandelt. Zwei philosophische Essays von Dr. j. Klatzkia ״Anden Grenzen“, ״Verschiebungen“, wie immer voller Geistesblitze, in glänzender Diktion, und die gedankenschwere Arbeit Zwi I)iesendruckי ״An der Schwelle des Bedürfnisses“ vviirden eine besondere Besprechung verdienen. Es sind liier noch einige wissenschaftliche und publizistische Arbeiten — wir legen die 'Hefte .befriedigt aus der!i&nd.!. j ffl. Güdcinann Ein Klassiker der Wissenschaft des Judentums int daliiiigcgangcn. Am .6. August verschied in Baden bei Wien im, 81. Lebensjahr Dr. Moriiz Güdcinsan, der seil 52 Jalircn in Wien als Rabbiner, seit 26 Jahre» als Oberrabbiner der Wiener Gemeinde gewirkt 1161• Seine ״Geschichte des Erziehungswesens und der Ku ba der abendländischen Juden“ (die von A. S. Friedb.'rg auch ins Hebräische übersetzt wurde) und di« mit ihr zusammenhängende Sammlung ״Quellen• schrificn zum Unterricht und der Erziehung der deuts heit Juden“ gehören zu den grundlegenden und unentbehrliehen Werken, die einen tiefen Einblick in die Kt!'titf• weit der Juden des Mittelalters gewähren und die Kultur des Ghettos in ihrer Eigenart und ihrem Verldiltnis zur Geistesweit der Umgebung darstellen. Das ״Jüdische Unterrichtswesen während der islamisdi-arabischen Epoche“, die ״Apologetik des Judentums“, die ״Religiösen Studien“ uikJ Viele seiner zahlreichen Ab- I ß ■1 S ן li 1 1 # / j