Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIII (1918)
- Issue
- Heft 33 (16.8.1918)
- Date
- 1918-08-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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TVtirrimgar./flnJiI»׳.^' £('" P<• - ..(׳;־ u! > ,4ו(ל' Di׳ m'uj n»'hr> ...1 'rlm*nr3*״T^*׳S<'’jä|g <ז «־ מי;י* ׳ Wr.w! 0. Eiul &07S ■•׳ * %‘.t י׳, »•׳ * ' ^/־׳׳*«■״־«׳*׳*•«״!?*'־•*יי^י׳־י׳ייי^ן^^ד,״' ־׳ ,*.׳ ־׳**/- י»יי^4מ*ע*״>:*% •1 rtr XXUIJuiiripiig Z» >׳r >n*V , ׳*•*״■.*• i־׳ t. I© B I חג I וז ö . ■ I '4־..י 7, c,r. 1 ■־oh. ». Trr.j »H ׳,;/•, e>V!'(!״ ׳•׳*..‘fl Ä ׳■ji/J 3 V '■»,8'j 1־3'.■׳‘. ■» 11 ■י• fi Uri Ii:, 1, 10׳ unt׳* rr Lehrt; *r ,.Kc״! I t*. 11׳ (üf t לויי—! nk15 ״.-; I 'iprbiy : Um- Mari. I « 11II rg!nur f ■;ans Die Verhandlungen in Konstantinopel Wie bereits mitgeteiit, haben sich auf Einladung der türkischen Regierung Vertreter des Zionistischen Aktions-Komitees, der Vereinigung jüdischer Orgnuisatioiien Deutschlands und der ״Freien (Verciiiignng für die Interessen des orthodoxen Judentum?“ nach Konstantinopel begehen, tun, wie es in dun Einladungsschreiben hieß, mit kicr tiirkbdien Regierung über die Biidung eines jüdischen Z. nt rums auf dem Wege einer geordneten Ein- Wanderung zu beraten. Es ist kein Zweifel, daß!die Absicht des tür- Wischen üroßvesiers Talaal Pascha dahin geht, in der Frage der jüdischen Kolonisation ׳Palästinas ü׳:i1 Standpunkt der überwältigenden Mehrheit des jii,lisch״n Volkes •entgegenzukoinmen. Es ist aber nicht zu verkennen, daß diese sehr ״Der '/.UinUmv.t cr׳.ti׳c';-t i&r «In» Volts dte Schttffur.d etnur 4׳t»r,t.־iHcl>-ycd'it,*c!» ,tsdcticrlca Hetmduitc b P.5«־asän־.Ä.“ lieaclcr Fre^remni, Absicht in der Türkei selbst umli sogar in mandien Kreisen des jiiugtiirkisdien Komitees auf Widers!ämJe stößt, die auf Unkenntnis oder Mißtrauen, auf Scheu vor innerer jüpposition oder auf Mange! an Zutrauen in die eigene Regicrungskunst und in die innere Kraft hier Türkei beruhen. immerhin ist in dem Sinne ein Fortschritt ווווvukenuhar, daß die Türkei mit Üer Methode gebiochen hat, ׳die jüdische Paüistinafrage tolzuschweigen. Sie hat sich zum ersten Male entschlossen, mit den Juden zu 'verhandeln, und sie hat dtiicli die Einladung der 'zionistischen Organisatiou bewiesen, daß sic es in ich t mehr fiir angängig hält, das Wort Zionismus hinter audereu weniger bedeiifung.svoilut Worten versdiwindcn zu lassen. Wenn in früheren Jahren manche jüdische Kreise glaubten, die Verhandlungen mit der Tür־ lui d.'niffidi erfeielilcrn zu können, ulaß sie den Zionismus niciit •erwähnten oder davon abriiekteu, sd aal die türkische Regierung;selbst diese Art j tU Vorgehens als unangebracht und unzweckmäßig j c1;׳jjnn1den. In den Verhandlungen war ausschließj lieh von Palästina die Rede 'and nicht von! sollen, f’rophe/eiuiigeu über den Voraussichtliehen Ausgang der Verhandlungen;ui/aistellen, Wäre heute verfrüht, In den jetzigen KricgszeUen wird die Stimmung tmel Meinung <ler Staatsmänner rascher und gründlicher als iai Frieden durch die oft mit größter Schnelligkeit und ,Gewalt daherstürzenden äußeren Ereignisse beeinflußt. Wum auch die Wahrheit unverrückbar {entsteht, daß ein türkisches Palästina nur dann gedeihen kann, wenn die Türkei den Zionismus zu 'verwirklichen strebt, j anstatt ihn zu hemmen, und Wenn heute mehr! als je türkische Staatsmänner der Erkenntnis zu- | neigen, daß die Weltstellung der Türkei in nicht un- | erheblichem Maße davon abhängig sein wird, wie sie I erfreuliche j sich zum Zionismus verhält, so wäre cs in diesen!! Zeiten doch verfehlt, Voraussagen über das Rcsuitat unserer Bemühungen in Konstantinopel zu versuchen. Vernunft und Logik sprechen dafür, daß die Türkei den zionistischen Wünschen Gehör schenkt. Fühlt die türkische Regierung sich stark genug, die inneren Widerstände zu beseitigen, bleiben diejenigen am Ruder, die, wie Talaat Pascha, die ■ Bedeutung der Sache verstanden 'haben, so dürfen wir a;i! günstige . Ergebnisse hoffen. Zur Lage in Litauen Wir veröffentlichen 1111 Folgenden die bcaelik'nsweiteil Aii.liilirnugeii eines 1\nge.,elu ne» jii- (lisclien i’nhli/ideii aus Ulanen, der ein vnivü׳.׳,- .liehe!׳ Kenner 1k׳r jüihsrlu'ii Frage des I.runles ist. .Seit dem Akte vom 23. Septemhcr IQ 17 erschienen in der dcinselieu Presse viele Aufsätze, die die N'atio- 1 J iiaüüilenfi.ige in Litauen erörtern. 1 Die Meinungen j i waren m: ]׳,lens wid׳.;rspreJ!c11d gem'iß den Materialien, 1 i die die Autoren erhallen hallen, und dem Sini.dpimkt,! i den sie zu venreten suchten. Manchmal aber verraten | die Aufsätze eilte völlige Unhiformierthcit und nicht I selä 1• sind die Tatsachen absichtlich so verzerrt dari gestellt, «lall es dem gewöhnlichen Leser fast unutögj lieh ist, sich eine Meinung über den wahren Sach- ׳• jener unbestimmbaren ״Einwanderung in die Tiirfcci«, die friiner von gewissen jüdischen Kreisenvcrliait zu bilden. Zur Illustration genügt es nur darin diplomatisch sein sollender Ueberklugheit in »f.( h'"TT'■ **V™ V°,r kurf‘!! <ש,״ ,^uts,chc 1 1 Üeiiem.ielikeit keine Ahnung davon hatte, daß in dem sogenannten litauischen Landesrat ausschließlich 20 Lit- Witter sitzen, und daß keine der anderen ,״;roßen Naliosein sollender Ueberklugheit in dui Vordergrund geschoben wurde. Die Türkei hat im Grunde immer gewußt, um was cs sieit handelt: um Palästina und die intionnle Wiedergeburt des jüdischen Volkes. Der :Großvisier hat nunmehr über die Pa!üstinn-Ei1r,va׳niertmg und über die Wünsche ׳und Forderungen, die mH jal.iv-clniteii vom Zionismus vertreten wurden, Verhandelt, ln dieser Tatsache liegt;nach innen u־׳.j nach außen - gegenüber den Juden und t!v;g11j!i,er den Türken ™ ein bemerkenswerter 10!t-.chi'i11 des Zionismus. Die Verhandlungen haben erst bogoniifMi ,und es ist noch keineswegs zu 'übersehen, zu welchem Resultat sw führen werden. Die Vertreter der genannten jüdischen Organisationen wurden vom Großv r Talaat Pascha empfangen und es wurden ihm durch der,' Bevollmächtigten des Zionistischen Aktions-Komitees, Herrn Pr. Jacobson, die wesenttichstur Wünsche der Delegation vorgetragen. Der Groiivesier hat in seiner Antwort zu erkennen gcgvbeu, daß er ernstlich gewillt;ist, diesen Fordefi'ngen soweit als möglich Zu entsprechen. Er hat aber mit der großen Offenheit, die ihn auszeichnet, .auf die Schwierigkeiten hingewiesen, die 11'ücr den jetzigen Umständen einer glatten Lösung der Frage entgegenstehen. Das vorläufige Ergabnis der Verhandlungen war die Zusage Talaat Paschas, eine Kommission 'e'mzusctzen, die alle ci11zeli!dteu prüfen soll. Die Kommission wird Voraussichtlich aus drei Mitgliedern des ijungtür- Kischcn Komitees und drei ostnanischcn Juden besieben. Es ist beabsichtigt, daß die Kommission i!l den nächsten Monaten ihre Tätigkeit aufnimmt. Die Kommission Wird wahrscheinlich in der Weise verfahren, daß sic die von ,jüdischer Seite ansgcarbeiteten Vorschläge prüft und in ständiger Füh- 1l1״g mit den Vertretern der jüdischen Organisahonen über die einzelnen Punkte Klarheit zu schaffen sucht. Schließlich hat Talaat tzugesagt, strikte Anweisungen ־zu erteilen, die den Cltikam n der palästinensischen Lokalbcliörden ein Ende machen und! die Lage der Juden, inj Galiläa erleichtern iialiläten Litauens (Juden, Polen, Weißrussen) an ihm i teiinimnil. Das sonst recht gut informierte Zentrums!• ' ori'.'in ,Xi c rm a 11 i a“ hat ts zustande gehrnclit, schwarz auf weiß fesl/usteiien, daß der litauische Laiulesrat,! der auf einer demokratischen lilanl;rhen Konferenz ge den Vertretern tüten zu hestiniinen licatisielitigt, da auf diese Weise Bürger zweiter Kategorie entstellen könnte״. Linige Zeit später, im Zusammenhang mit der allertiöghstcn Proklantierung des litauischen Staates vom 23. März 1918, erschien in der ״Vossi sehen Z e itu ng“ ein Interview mit dem Präsidenten des iitauisrlien Lamlcsrnles Dr. Smctano. Die statistischen Angaben, die im Interview angeführt wurden, insbesondere diejenigen, die sich auf Wilna beziehen, sind so sonderbar und die ganze aus diesem Interview hervorgelicndo Information ist so eigenartig, daß jeder Ken- 11er Litauens mit Rücksicht auf die gegenwärtigen Ver- Iiiilinisse im Lande den Eindruck haben muß, daß dir Präsident sich liier eine diplomatische Oestc geleistet hat, die eine allzu klare Tendenz verrät. Die nackte Wahrheit ist, daß bis zum heutigen Tage allen drei großen Nalionaiitäteii /us.immengenommen nicht mehr als fünf Sitze im Landesrat bewilligt worden sind, fliese fünf ״Vertreter" müssen litwinisch sprechen können und Anhänger der litwinischen, von vornherein festgestelitcn Richtung sein. Außerdem müssen sic noch vom litauischen Landesrat bestätigt sein. Alle Bemühungen der Juden in Ulanen, eine Konferenz nbzuhaiten, die die Frage der Beteiligung am Landesrat erörtern, und falls nötig, die Vertreter wählen soll, blieben ohne Erfolg. Ain 2<). Oktober 1017 wurde der Militärverwaltung Litauens im Kamen alter jüdischen Richtungen und Organisa- Honen von drei jüdischen Vertretern ein Gesuch zwecks L i 11 b e r u f u 11 g c i!1 e r j U d i s c h e 11 Kon• 1' e r e 11 z überreicht und folgende Resolution beigelegt: 111״ Anbetracht dessen, daß die Vergrößerung des litwiiiisclicu l.audesiatcs durch die Ernennung einiger Vertrder der jüdischen, vvcißriissischen und polni.eiten Natumaliliit beabsichtigt wird, haben wir Vertreter säint* licher (10li(isc!iei־ und sozialer Richtungen ebenso wie kultureller, ökonomischer und philuntropDchcr Organ!• sntioMcii der Juden in Wilna die I rage bchandcl• und nach einer eingehenden Erörterung folgenden Beschluß gefaill: Da der litwiuisehe Landesrat ausschließlich von (ier liivviniselien Konferenz, die vom 18.—20. September B)17 getagt hat, also nur von einer Litauen be- 1 >u!״k:m(.H Nahem,diUt;•,:wählt worden ist und da j ferner das Territorium, auf das der Landesrat seine j Kompetenz ausdehnt, künstlich aus dein okkupierten | Gebiet Litauens herans;gclost wurde und bedeutende I Bestandteile des Landes (wie z. B. der Verwaltuugs- | bezirk Bialvrtok— Oroduo), die in politischer wie wirtj schädlicher Beziehung eng mit ihm verbunden sind, ausgeschlossen blieben, kann der so geschaffene lit- 1 wünsche Laudesrat unter keinen Umständen als recht- 1 mäßige Vertretung d r gesamten Bevölkern;!׳.; Litauens j angesehen werden. Wir sind dagegen der Ucbcrzeugung, j (laß nur eine von allen Schichten aller NationV.itätcn Lilauens frei gewählte wahrhafte Selbstverwaltung in der La/;..׳ sein wird, unser Land aus dem Elend und der uugehcureii Not, in die die Bevölkerung geraten ist, zu Lcfrueii. Die Bedingungen, unter welchen die •iitauisclicn wühlt worden sei, aus den Vertretern aller ^Litauen j jucfeit an der Gründung einer solchen Selbstverwaltung bewohnenden Nalionaliiaten bestehe. Diese Nachricht i n1üzuwir'״cn imstande wären, können mir von einer lieh die ucsamle deutsche I!!:,tj,,ר.1וIon Konferenz der Juden der Militärverwaltungen l.ilmieu und Bial.vstok- (irodito, die von 11er gesamten machte später ihren Gang durch die gcsamle deutsche Pier.:;•׳. Dabei wurden nicht nur die Tatsachen auf den Kopf gesk'ilt, sondern selbst die llegritfe Litauer (Einwohner Litauens,;,Iso sämtliche Litauen bewohnenden Nationalitäten) und Litwiner, eine Gruppe der Einvvohner Liiaucris, die litwiuisehe Nationalität, initeinander verwechselt. Die Litauer wurden durch die Litvviiier ersetzt, die litwiuisehe Nationalität wurde so zur herrschenden Nation des Landes proklamiert alle anderen Nationalitäten dabei völlig ignoriert. Lest später gelang es, die Öffentlichkeit in Deutschlaud darüber aufztiklärcn, daß den drei anderen großen Nationalitäten nicht mehr als' 5 Sitze Un Laudesrat ״zu• gewiesen“ wurden, und zwar zwei den Juden, zwei den Polen und einer den Weißrussen, und auch dies nur unter Bedingungen, die die Vertreter völlig von der Gnade und'Ungnade des׳ üuidesratcs, der sie erst zii bestimmen 111 ul aufzunehitten hat, abhängig machen. Sogar in der deutsch-litauischen Oesc 1 fscii a ft in Berlin, die doch sicherlich dazu berufen ist, über die Vt:1 luillnir.se in Litauen informiert zu sein, wußte man über diese Tatsachen bis zum April 1918 so gut wie nichts. yNoch am K>. März 1018 erklärte der Abgeordnete Erzberger auf der Sitzung der deulseh-litaiiisdien Gesellschaft, die in den Räumen des Deutschen Reichstages stattfaml, büriistäblich folgendes: ״Der Landesrat besteht aus 20 Mitgliedern. 12 Sitze wurden den Minoritäten vorgeschlagen, Die Weißrtissen, Polen und Juden lehnten den Vorschlag ab. Die Weißrussen deswegen, weil sic nach Rußland tendieren, die Polen, weil sie den Anschluß an Polen verlangen, die Gründe der Juden sind mir unbekannt." (Siche ״Das Neue Litauen" Heft 8/9.) Daß tuan den Minoritäten 12 Plätze vorgcschlnge״ hat, unterlag für die Herren Politiker der deutsch-litauir.chen Genei!xliaft keinen! Zweifel. Einige fanden es nur als unzulässig, daß der Landesrat die Vertreter der anderen National!- jüdischen Bevölkerung frei gewählt und in Wilna einberulen werden soll, fcstgelegt werden.“ Die Delegation wurde von der Militärverwaltung Litauen freundlich aufgenommen und erhielt die Ver- Sicherung, demnächst eine schriftliche Antwort zu bekommen. Bis auf eien heutigen Tag blieb eine Antwort aus. Nicht besser erging es auch den beiden anderen großen Nationalitäten, die ebenfalls Resolutionen und Gesuche eiligereicht hatten. Allerdings wurde den Weißrtissen die Erlaubnis zur Abhaltung einer Konferenz erteilt. Was Wunder, daß keine der Nationalitäten bei einer solchen Situation die vorgcsehricbencti Bedingangen des Utwinischcn Laudesrates (fünf ernannte Vertreter dreier Nationalitäten unter 20 Litwiner) an* nehmen konnte und daß jetzt dem L;.n iesrat kein Ver* treter der nationalen ״Minoritäten‘‘, wie er alle anderen Litauen bewohnenden Nationalitäten zu be* zeichnen pflegt, angchört, Wie steht es aber in der Tat mit den nationalen ״Minoritäten‘*? Sind sie wirklich Minoritäten, und inwiefern? Sind die Litwiner tatsächlich die herrschende Nation im Laude? Lieber diese Fragen ist die deutsche Ocffentlicbkeit ebensowenig informiert Wie über die erwähnte Frage des litauischen Landesrates und der Beteiligung der Nationalitäten Litauens an ihm. Vor allem muß darauf hingewiesen werden, daß bis jetzt die Grenzen Litauens noch nicht fcstgcstcllt worden sind, im Verlauf des letzten Jahres erfuhren sie bedeutende Acnderungcn. Der zweite Teil •w ״w״ brachten Resolution, der zweite Teil der oben 'ge- , auch von den Weißrussen unterstützt worden ist, wurde ' ‘ " י*‘“"™״ ״T "״.ik,־u£S־״W Ä»יד graphische Litauen des das kleine ״ethno- ...__ vorigen Jahres verstanden (Gouvernement Kowno, fünf Bezirke des Gouvernement Suwalki und zwei Bezirke des Wilnacr Gouvernements), 0