Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIII (1918)
- Issue
- Heft 30 (16.7.1918)
- Date
- 1918-07-16
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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23: n; okr.c Gegenwehr z* leiste», tot zur Eide ß־efa!lw1g seine Stute wurde verwundet, tun zweiter Feld wacht er wurde jua ivcideu liein stark verwundet und *eine Stute getötet . . . Die Zirilbchörde tat nichts um die Schuldige» «1 bcttrafc.11.“ Die aaerilt für Palästina tu No. 28 der ״Jüdischen Rmidsdiau“ veröffentlichnvj wir die Beschlüsse elcr auf Initiative der Po nie- /.io« cüibertffencii Arbcitcrkoufcrcuz. in N e w -Y o r k, die viel• zu einer grandiosen Kuudgclnmg des jüdisdien organisierten Proletariats für die Pnlästinafor• denmgen des jüdischen Volkes gestaltete. Die 100 IKK) Arbeiter, die auf dieser Konferenz durch ca. 500 Doligiertc repräsentiert waren, gehören in ilirem überwiegendcu Teil professionellen Verbänden und sozinlLsfisdieu Vereinen an, die früher den zionistischen lkst1׳el));n,״.-j völlig gleichgültig, wenn nicht feindaelig gegemiberstamie». Die neueröffneten Perspektivea für die Tätigkeit in Palästina sind es, die die |Revitüou der bislierigeu Steilung vieler von ihnen zum Problem der jüdischen nationalen Zukunft in Palästi• an verursacht hatten. Diese Bewegung, die die Abhaltung eines Pro-Palastiגוז• Kongresses der jüdischen Arbeiter sämtlicher Organisatioiien und Parteiriciivuiigen zur Aufgabe liat, heschränkte sieh aber nicht auf New-York. Im Verlauf des April und Mai wurden auch in anderen Städten Konfcmizcn jüdischer Arbciiervertreter abgchnltcn, die analöge Resolutionen fällten und Delegierte zum bevorstellendem Arbeiterkongreil für Palästina wählten, so in Chicago, wo 70 Arbeiterorganisationen mit einer Mitgliedschaft von 20000 'Arbeitern vertreten waren, ia Baltimore, Boston, Detroit, Rochcstcr, Philadelphia, Torono, Clcveland, Mont r c a I u. a. Die Resolution die auf all diesen Arbciterkonfcrenzen gefallt wurden, fordern den bevorstehenden Arbeiti'iloiigrcil (auf, sich nicht bloll mit einer politischen Demonstration zu begnügen, sondern gleichzeitig die entsprechenden Organe zu schaffen, die die Beteiligung der jüdischen Arbeiterschaft Amerikas an der Regeneration Palästinas zur Durchführung bringt. Al an die Konicrcnz verlangte die Organisierung der hevorstehenden Arbeiteremigration nach Palästina, amlcre betonten die Notwendigkeit der Gründung einer Genosscnsdiaftshauk zwecks genossciiscbaffliclier Koionisation in Palästina. Auf der Konferenz in Cleveland wurde auch beschlossen, die Rechte der jidisdten Spradie in Palästina zu schützen. Die Bewegung schlägt iminer größere Wellen. Selbst Gegner gestehen mit Resignation, daß das Interesse für Palästina unter den jüdischen Arbeitermassen Amcrir kas viel lebhafter und tiefgehender ist, als man es anzunehmen gewohnt war. David Lubins Anschluß an den Zionismus Ucbcr den Anschluß David Lubins an den Zion Ismus haben wir bereits jn No. 23 kurz berichtet, lieber diesen Anschluß sei 1 reibe 11 die Bulletins des amcrikanischen P. E. C. folgendes:! ״Unter den amerikanischen Persönlichkeiten, die, sidi letzthin zum Zionismus bekannt haben, ist einer der bemerkenswertesten David Lu bin, der amerikunisclie Delegierte des Internationalen Institutes für Landwirtsdiaft, das der König von Italien eingerichtet hat, und dessen Zentrale sich in Rom befindet. Viele Jahre lang war Lubin ein ׳ausgesprochener Gegner der Bewegung, besonders weil er nicht glaubte, daß die Gestaltung Palästinas sich' zu einer nationalen Heimstiitte lür die Juden unter den herrschenden Bedingungen würde durchführen lassen. Die englische RegicrungscrkUirung veranlnßte Lubin, seine Meinung zu revidieren, ln einem Briefe an das Provisional Zionist Committee sagt Lubin u. a.: ״Es scheint, daß der uralte Traum seiner Erfüllung cntgegcngcht; Palästina soll wieder das Land der Juden werden. Nein, mehr als das, denn seine Wicderriclitung verspricht ungeheure Möglichkeiten.“ Am Schlüsse seines Briefes beißt es: ״Unsere kühnste Hoffnung ist der Glaube, daß eines Tages an Israel der Ruf ergehen wird, seine ,Mission, zu erfüllen und für die Abschaffung absoluter Gewalt in der Welt zu wirken: zu wirken für jlie Annahme!der Ethik der Propheten; die Nationen, einzeln sowohl wie in ihrer Gesamtheit, unter das׳ Joch des Gesetzes, des Gesetzes der Gerechtigkeit zm bringen. Und die Herrschaft des Gesetzes der Gerechtigkeit muß letzten Endes zu der Demokratisierung der Völker und zur Bildung eines Bundes dieser Demokratien unter einer Konstitution führen.“ Jidischc Sprachkonfercnz in Amerika Ver kurzem hat in New York eine j i d i s c h c Sprachkonfercnz stattgefauden, hauptsächlich zu dem Zweck, durch Aufstellung allgemein verbindlicher Regeln der bis heute herrschenden Gesetzlosigkeit und Anarchie in Druck und Schrift des Jiiiischen ein Ende zu machen.^ An der Konferenz beteiligten sieh Delcgierte der Schriftsteller-Vereine, der Schriftsetzer-Union, der jüdischen Sdiulverbändc, Vertreter der jüdisdien Zeitungen und Druckereien, sowie eine Reihe geladener Schriftsteller und Wissenschaftler. Die Konferenz beschloß, daß di** von ihr aufgestellte״ Regeln für die Schreibweise des J i d i sehen für alle jidisdien Zeitungen, Druckereien und Schulen in Amerika verbindlich sein sollen. Es h« ׳. m i s s i o 11, heatclicnä Dr. J. Jaffe, jciio; Abraham R e i r. i n tu Komitee stellt eine he die Vertreter aller jü!; wie der Druckereien, 1׳ 1; a;ca, 1 r. J. L e w i 11 ',ende Koma dien Zeiü:■״ ,1 ״ a r j; u w 1, c 1; i i i o vz r. k y, :־,vK.it, LKscm zur Seile, in America, 1,0•;elkr-Vereine tir.w. _ audt wurden. Unter den /,liigliedern finden wir Professor J. Hisrwitr.ch, 11. Herbert, Dr. Merison, 1. Eutin, S. Schapira. rm.cn ׳!:n i!1 an ד: er. ■:iir; cm-. Jßd •«.! *4 *tffc *. i i Einem Bericht den Dr, J. L׳v K.?, ׳»׳״es jn _ New York zufolge haben die etwa 4<,4 Millionen jüdischer Einwohner von N c w York im Jahre 1917 die Summe von 17 Millionen Dollar für lokale jüdische W o h 1 f a h r t s z w ecke und mehrere Millionen für allgemein amerikauicd1-jü.!i.;c'*ie I li'.fs/.wccke gespendet. Im ganzen wurden 20 Millionen Dollar für philau tropische Zwecke gespendet. Die gesamte amerikanische Judcuheit spendete 1917 40 Millionen I>ollar für wohltätige Zwecke (also ungefähr so viel wie das gesamte Staatsbudget eines Staates wie Bulgarien oder Serbien beträgt). Ein jüdisches XJh 1t für Gzlizicn ln Ausführung .'der BccchTwsc der jüngsten Ver* (raucnsmänncr-Konferenz in Galizien hat die Zio* 11 i s t i s eh e L a nd c s- O rg :1 nisation beschlossen, nunmehr eine eigene Wirtschaftskommission ins Lehen zu rufen, dip von Herrn Julius Eisler, Direktor der Kreditunion in Lemberg, geleitet wird. Die Kommission hat die Aufgabe: 1. ein jüdisches Wirtschaftsamt für Galizicn mil dem Sitz in Lemberg zu! organisieren, das die Aufgabe hat, die wirtschaftlichen Aktionen für die jüdische Bevölkerung in Galizien anzuregen, zu fördern und durcjlrzuiüui'en; 2. eine Beratungsstelle für Berufswahl der vom Kriege Heimkehretiden zu errichten und zu erhallen, ferner die Errichtung von Kursen für rasche berufliche Ausbildung solcher Personen, die durch den Krieg zum Ergreifen anderer, als der bisher innegehabten Berufe gezwungen sind; 3. Errichtung und Erhaltung einer ,!nforma• t io ns-, IFcrat ungs- und Rechtsschutzstelle für die durch den Krieg geschädigten Juden Galiziens; 4 4. für heimkehrende Sol- Studenten und der jüdi- Arbeitsver m j 1111111 g daten, insbesondere Invalide; 5. 1 Ulfe und Unterstützung für L c h 11 ־ i 11 g e; 6. Berufliche Organisierung sehen Bevölkerung; 7. Schaffung von Kredit-Organisationen für den Mittelstand, und eine Reihe weiterer, für den wirtschaftlichen Wieder-Aufbau Galiziens wich* tiger Punkte. Die Durchführung der einzelnen Aktionen soll eine allgemein - jüdische wirtschaftliche Zentralstelle besorgen. ״Zidovslie zprävy‘‘ Die in Prag in tschechischer Sprache alle vierzehn Tage erscheinende zionistische Zeitschrift ״Zidovske hat vier Nummern erscheinen lassen, die ein Bild von dem Charakter der Zeitschrift geben. Nummer leitet ein Aufsatz, von Dr. Ludwig zprävy“ deutliches Die erste Singer ״Unser Ziel" ein. Dr. Singer begründet vom zionistisch-national jüdischen Standpunkt die Forderungen, die die Juden im Nationalitätenstaat, auch in Mitteleuropa, erheben. Die zweite Nummer eröffnet ein Aufsatz von Martin Buh er ״Wege zum Zionismus“, in der dritten Nummer behandelt Dr. Singer ״die Frage des Jüdischen Kongresses in Oer,{erreich“, unter besoliderer Berücksichtigung der Verhältnisse der Juden im tschechischen Sprachgebiet, Die* Zeitschrift bringt des Ferneren eine Reihe von Aufsätzen, die der Aufklärung der Juden im tschechisehen Sprachengebiet über jüdische und zionistische Fragen dienen, so einen Aufsatz von J. Ben Zvvi: ״Hedialuz“, einen Aufsatz von Max Nord an: ״Helo* ten und Spartaner“, den Aufsatz von Prof. Willi. Jerusalem : ״Kulturwert des Judentums“, von Dr. Pasm a 11 i k ״Die Seele Israels“, eine statistische Arbeit Dr. A. Ruppins und ähnliches, Unter den Rubriken ״Bemerkungen“ und ״Zuschriften“ werden besonders Fragen behandelt, die sich größtenteils auf die Ausein• andersetzung zwischen dem Zionismus und den tschc* chisch-jüdischcn Assiniilantcn, bezw, der allgemeinen tschechischen ()Öffentlichkeit beziehen. Die tschechischen Juden, welche nach bekannten Mustern die Assimilation au das tschechische Voll,' anstreben, machen anscheinetid verzweifelte Versuche, 11.n sich ien Antisemitismus der tschechischen 1 der erstarkenden nationrü:f>cw;aken B; lumpten. Aber aus Aufsätzen wie je!! sehen Literarhistorikers Arne N o v a k in ciiisciicn Revue“ über.die Stellung der Jtsd zur deutschen und zur t.;c.1echi;.C11cn Literatur geht hervor, daß sich auch die fülireiukn Geister des tschechischen Volkes darüber im Id׳: run sind, daß das Judentum weder mii den Deutschen’ noch mit den 1 Schecken i;1 uo'micn identifiziert werden kann, sondern vielmehr von durch :ms c״־;:r;cr Art ist. Volkes, in der die Juden immer als eine eigene K'af , angesprochen werde». ’ 1 *4י Die Zeitschrift enthält auch ein über;.id1t'i!11׳fS teriat von Nachrichten aus dem jüdischen l eben ganzen Welt, ' EI11־r.ii1ncn*r״larfc*Sr.mn11unf In Polen zu Ehren von Dr. Tschlenow Das Zentralbüro des jüdischen Nationalfonds in!,ölen beschloß, eine große Aktiv j zu gimstcn der Gründung der dem Andenken )> Jcchid Tsehieiiows gewidmeten jüdischen Kolonie Palästina zu veranstalten. Die Sammlung ist für circa 30 000 Spender berechnet und .soll sieh etwa aus tür.k zehn Spenden ä HX)().׳•—! Mk׳., ISO Spende» ä 500.— Mk 200 Spenden ä 300.— MJc, 600 ä 200.— Mk. 2000 ä 100,— Mk5000 ,.־ ä 50,— und je 10000;1 25.— jmj 10.— Mk. rekrutieren. Insgesamt soll eine Million Mk für diesen Zweck gesammelt werden. Aus vielen Städten der polnischen Provinz. |jefr<a bereits Bcriditc über einen erfolgreichen Verlauf 4ד Sammlung׳ vor. Die Ortsgruppen und Einzelvereisie der Zionisten, wie auch der ״Zei'rc Zion“ umj des ״Misrachi“ behelligten sich eifrig an der Aktion, In vielen Städten wurden Frauen- und Mädchen-Kon* mitees gebildet, die sich ganz der Sammlung widmen. Zu Zwecken der Agitation wurde eine neue Brosdifi« an die ICH trotz des schar- Kreise und trotz .:wcguiig zu beein des tschechider ״Tsche- :n in Lohmen Dazu bringen die ״Zidov. stellen aus der national;. ä!r u r ל■,־,'ן* •׳ ' ->Ui- .;chcdiischen von Rabbiner J. L. Slotnik ״Einige Worte jüdisdien Frauen und Töchter“ lierausgegehen und m die Ortsgruppen verschickt. Die ״Zei're Zion“ be* * nutzten die Gelegenheit, um für die Idee des Bodcia in Palästina Propaganda zu machen. | Die Sammlung begann am 1. Aw tuwl soll End» EIuI abgeschlossen werden. ] Der Jüdische Nationalfond in Oesterreich Im ersten Halbjahr 1918 betrugen die Einnahmen de» Jüdischen Nationalfonds in Oesterreich 406 000 Kronen (gegen 200 (XX) im Vorjahr). Dieser große Erfolg ist der eifrigen Sammeltätigkeit der österrcicliischcn Nationalfomlssmnmelstelle und besonders auch den Bemühungen Dr. Beigels zu verdanken, durch dessen Vermittlung es gelungen ist, dem jüdischen Volk* schätz größere Widmungen zuziifülircn. Wir konnten vor kurzem über einige bedeutende Stiftungen berichten, die in Oesterreich dem Jüdischen National-Fond in Form von Fricdcnsschcck/eiclimingcn für die Zeit nach dem Kriege zugesagt wurden. Neuerdings wurde durch die Vermittlung von Herrn Dr. W. Beige 1 von Herrn Simon bei! Israel eine Frie• deusstiftung im Betrage von 31)001) Kronen errichtet. Der Brief, der vom Stifter, der übrigens erst vor kurzem eine ״Naehlah“ spendete, dem Jüdischen NatiouubFonA in Oesterreich zuging, hat folgenden Wortlaut: ״Sehr geehrte Gesinnungsgenossen'. Die Veröffentlichungen über die großen Stiftungen zugunsten des Jüdischen Nationnlfonds haben mich nicht zu Ruhe kommen lassen. Die langgehegte Sehnsucht nach der Ucbcrsiedlung ins Land unserer Väter wurde in mir wieder mit aller Kraft lebendig und nach und nach ist cs mir klar geworden, daß ich dieser Sehnsucht nicht länger widerstehen kann. Fis war mir nicht leicht, diesen Entschluß zu fassen. Ich bin kein reicher Mann, doch will ich gerne alles, was ich besitze hergeben, um die Pflicht meinem Volke gegenüber zu erfüllen, tmd auch selbst nach Palästina übersiedeln. leb habe bereits damit begonnen, mein Vermögen zu ־ liquidieren und überweise Ihnen zugleich einen Bctrag von 2500 Kronen. Die zweite Rate in gleicher Höhe werden Sic nach zwei Monaten erhalten. Ich werde bemüht sein, den Rest des beiliegenden Frie• dcnsschccks über 50 000 Kronen sobald als möglich an Sie abzufiihren. Als äußersten Termin habe ich für die ersten 30000 Kronen sechs Monate, für die restlichen 20000 Kronen ein Jahr nach Friedcnssdilufl festgesetzt. Die Bedingungen, unter denen ich meine Stiftung errichte, sind wesentlich die gleichen, wie diejenigen der bisherigen großen Friedensstiftungen. Ich verlange jedoch, daß! die für mich zu errichtende Wirtschaft sich eng an diejenigen der anderen Stifter nnscliließt, weil ich besonderen Wert darauf!ege, zusammen mit gleichgesinnten, den gleichen Idealen ergebenen Menschen zu leben. Das Anwesen soll dein Jüdisdien Nationalfond erst nach meinem und meiner Frau Ableben ganz zur freien Verfügung anheimfallen. Ich muß diese letztere Bedingung stellen, weil wir, wie gesagt, fast unser ganzes Vermögen in diese Be- Sitzung investieren. Ich bin überzeugt, daß gleich mir noch viele sich mit dem Gedanken langsam vertraut machen, den gldeben Weg wie ich und meine Vorgänger zu betreten, und hoffe, daß der Entschluß, den ich gefaßt habe, cs den anderen leichter machen wird, auch ihrerseits die vielen Bedenken fallen zu lassen und die Bande zu zerreißen, welche sie an den Goluth binden, um in die Heimat zurückzukehren. Es wäre die größte Freude meines Lebens, wenn ich es erleben könnte, in einer Kolonie zu wirken, die nur aus solchen Beiträgen Gleichgesinnter errieb׳ tet werden könnte. Ich verbleibe mit besten Zionsgrüßen Ihr ergebener ' Siiaqu bea, UzacL“ , L & Z w n d! זו d F F zi f< b « j! U 11 > d d d 1 י. < r 1 1 I 1 1