Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIII (1918)
- Issue
- Heft 27 (5.7.1918)
- Date
- 1918-07-05
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Seite 207 Nr 27 Jl u Hft-! i * •. 4 1111 j■ ,Tl ן!1 C . ‘XI er- '׳uij|§ ־1 1 411- [If V׳ «K׳a e j. * Erlipf i »;י n“, Ip a: . ■ äihc! ii! if. 1 , der ׳!ן lüon §111 s eine §11: 1 li; 'uem 1® A... k a u 1! ui : " mit l % ■den. in־״ •' d.H'it G'.imulet. Zv.i.;1״.n tin t vor• eil K 11 K u t m 11 Or 'len. P it »■ incr BTl־u 1i cn f'.'i;• Pa־ fo':;e nde 11;; .'tut, .1111 1,;. de ״ .׳ : י ׳111 nicht :;a 1 1 rhu, hc- 1 1 T׳ n, 1 fo;11I י in 1 1V 1 .:1: ־n;׳l:u;i!!n utc \ml Privat* üi >,)! ■; i! 1j ן m im a ה ü 0 ז 1p! pl (ii: Or if. ,anc Kn mpl s(in;1 zu Säi Pftl! Ml BäM t n Her , die a 1: 1; e n ÜM K< >!0liiii! ,Mm ||fj r a n i - e:1. ■ Ui Xu )Ci׳ . bloß, וי® 10:1 i zu Älrf v ■ י:- י l Ute 1 '!c m »:c f c:n , ■ MCI- 1 1 l , Id, O ’ avon.;׳;iicn 1 l’i. 311. irdii,;} 11a ln An- 114 ein )er war De :!!:115־ ־ i-.idrie kti.i Mk! Jeru- Ui :־:ahe 1 icdo״■ ah•, mit liiS 1m> Ai I:£>t Wi't llil ,n »י! der Löfit eil Pi'O- ׳וין! M, Cd an סו¬ «! Erklärung der griechischen Regierung Jcwisli Chronicle“ meldet: lX־r griechische Minister Si mos empfing eine IX׳tc• «ation der Zionisten in Janina mit Herrn Dr. Nksim fev» an der Spitze, und erklärte ihr, daß Venle|0s und die übrigen M i tgliede r d c s grle - ebisclicn Kabinetts ihr!bestes tim würden, »11» tu der Verwirklichung des zionistischen pr0gram ms zu helfen. Das jüdische Kommissariat der Bolschewistenregierung Das Bolschewlstenrcgimc in Kuliland hat auch die Juden nicht auller Acht lassen können. Die Unsiclicricit der Iialbaiiarchiselten Verhältnisse in Rullland, das die Jude» mehr als andere Bürger bedroht und tritlt; die Auflösung aller parlamentarische!( Organisationen, die sich Buch auf den jüdi chen Kongreß ausdduitc; der gesellschaftliche Antisemitismus, der infolge der unhejinliehen Ueherhamliiahme der assimilierten Juden in den bolseliewislisciien Reihen neue Blüten zu tragen drollt — das alles und die grundsätzliche Abneigung gegen die (jcwalimelhoden der neuen Machthaber ließen bei der jüdischen Bevölkerung Rußlands keine Sympathien für die ßuischewild aulkommeii. Einmütig nahm die orga- *isierte jüdische O e f f c 1111 i ch k e i t gegen die hy per rc vol u t iou ä rc 11 Strömungen Stellung. Und einmütig beliarrt die jüdische Presse .,eierslJurg und Moskau ohne Unterschied der Riehiüiig auf ihrem a 111 i bo I s ch c w i s t i s ch e n S» a 11 d - punkte. Ais die Bolschewiki nach einigen Monaten ihrer Herrschaft auch zu positiver Tätigkeit übergingen, ließen sie die jüdische Bevölkerung ,auf dem dir verbliehc1.cn Gebiet nicht unbehelligt. Unter den ueuerriditetcu nationalen Kommissariat e 11 bei der Peters- Imrgcr (jetzt Moskauer) Regierung, befindet sich auch ein ״jüdisches Kommissariat“, das zur Aufgabe hat, die bolschewistische Lehre unter den jüdischen Pro- Ictari. rn zu verbreiten, die jüdischen Kultur- und anderen Organisationen zu überwachen, gegen Pogrome zu kümpfen und vor allem die ״kontre-revolutionären Strömungen“ im Judentum zu unterdrücken. Auch in der jüdischen Politik blieb die bolscluwislisdie Regierung ihren Metlioileu treu. Schon daß mau an die Spitze des jii lischt » Kommissariats nicht einen Vertreter irgend einer nationalcii Bolsdicwisleiiorganisaljoii stellte, wie das in weißr11s!.i dien, kauka-iseiicu und nmlcrcii Kommiss! 11 inten üblich war, sondern in Ermangelung einef jüdischen R0)sci1c1vislc110r/::111is.1li<m den ersten besten Genossen, </<•1/ ׳׳H Jude gehören und nicht nachweislich getauft ist, zum Verweser der nationalen Angelegenheiten des jiitliseiieii Volkes ernannte, ist bezeichnend. Da die Hauptaiigdegcnhcitcii der nationalen Ressorts Kultur- und Bildungsfrageii sind, so wirkt es um so bclremdendcr, daß das ״jüdische“ Res ort die zahlreichen jüdischen Ürganisatioi.eu au-schaltet und alles von obenher regeln will. Selbst zur Zeit Nikolais war cs Brauch, anstandshalber mit Rabbinern, jüdischen Gelehrten und Politikern zu beraten. Sämtliche jüdische P a r t e i c 11 weigerteil sich, diese neue bolschewistische Behörde a uz ti e r k c 1111 c 11 und mit ihr zu verkehren. Die ״Ge- Seilschaft zur Förderung der Gesund 11 eit unter den Jude »“ (Moskau) wies d i e Gelder zurück, die das Kommissariat ihr ungebeten zur Verfügung stellte. Im argemcinen mangelt cs dem Kommissariat an Arbeit, weil es in der Luft hängt. Leer ist auch der Inhalt der unregelmäßig erscheinenden amtlichen jidischcn Zcijung des Kommissarinis ״Die Warb eit“, die zwangsweise in der Druel >crci des zionistischen ״i laam“ gedruckt wird. Die Zeitung enthält nichts als Uebcrseizimgen aus der russischeu ״P r a w d a". Das einzige OriginaljiUlisdie in diesein Organ sind S ch i nt p f a r t i k e 1 g c g c n die Z i o - nisten, von denen eine kleine Stichprobe liier wiedergegeben sei: ״Gerade während der Revolution dehnte der Ziunismus seine schwarzen Flügel über die ganze jüdische Weit aus und wurde zur Säule der jüdischen 110urgeoi-ie, die ihre letzten Kräfte im Kampf für Macht und Herrschaft anspnnnt. Die jüdische Bourgeoisie hat gleich begriffen, daß der Zionismus das letzte Mittel ist, um den Kampf gegen die Revolution auf der jüdischen Gasse zu führen und sie hat den Zionismus gern benutzt,“ Das ist das Niveau der amtlichen Presse des jiidischeii Ressorts. Wie dieses Ressort selbst in solchen sozialistischen Kreisen der ,russisch-jüdischen Bevölke- 1ung beurteilt wird, die alles andere als zionistisch sind, zeigt folgender Auszug aus einer Antwort, die üas Moskauer Distriktskomitee des ״Bundes״ an das Kommissariat richtete: .;rll i):‘ das i״d1sd1e Report ohne Beteiligung öffentdie de״ w/fT c‘mokra,iiseJi»cr Organe organisiert wird, völken ' ״W kT dfr Wclkn Richten der jüdischen Be- Ffdr1UC(kfCn’. W!rd Si'i״e Arbcit notwendig büromt w BfaSd,?ffPl'C,t rm ••׳ Das Moskauer Ko m. cc des Bundes“ beseliloß, von der Beteiligung am judisdien Kommissariat abzusehen.“ 8 *י hrhJef n״UfC (jule> das d;1s Kommissariat vielleicht A, "8?1' P tc' warc d,c Abwehr gegen antijüdische Aussuircituiigen. Aber erstens gehört die Macht dazu . ,c ff1 c r u 11 g überhaupt, sodaß das jüdische Ressort sie nur aiizuregen hat, was es wirklich gewissenhaft .wc,k,f 1st zu hciürchtcn, daß das aufoktroyiertc Kommissariat auch liier eventuell Unhd.1 stiften kann, Dtmt m der Frage der O rga 11181 c r 1111 g j (i di s c 11 c r t s c 11 u t z k 01.1 m a :: d 0 s beab-.'chli 4 d 11 Ko.11• sein. c r 11 c ׳, <! o r L > ׳'.׳,Sc vei'v. 11 <1! ׳ und folg- 11 i e fe ruug :1 «!e su öiUHoa, *11 1״- ׳“ berichtet: 1 tler Lösung; IfeL'.jikJ gemlr.sariat, gr1md.',.’.tzllr’.: die lidi auch die Z i o 11 i 5 t e n mit Waffen a ׳.; mv.r, c ״gegenrcvoliEikmärai Zv/ecf DtC J tl V. Lii l l ,0 »ml » Oos ״Kopetihngener ZlonntrEu Die neue fimiisdic Regiecimg tler Jwlenfragc sich Rumänien völ nonimen. Anstatt ein Gesetz über die generelle Gleichbcreditiguiig der Juden in Finnland m crlar.scn, hat der Senat den Beschluß gefaßt, den liniiir.äicn Juden das Redit zu geben, individuell um die Naturalisation iiachsuchcn zu dürfen, wobei die Erfüllung des Gesuches von einer Reihe von Bedingungen abhängig gcuiadit wird. Die finnische Regierung ging׳ so weit in der Nachahmung Rumäniens, daß sie den traurigen Mut hatte, öffentlich zu erklären, daß nur diejenigen Juden Anspruch auf Naturalisatiou haben, die in 11 ex weißen Garde gekämpft haben. Solche Juden gibt• es aber kaum mehr ab 2t) (jis 25. Die Vertreibiuigcn der Juden aus den Dörfern undSommerwoiimiiigcn, wie sie in früheren Jahren erfolgt sind, liahen jetzt aufgcliört, .1׳ix׳r sämtiiciie Gesetze, die den Juden die Bewegungsfreiheit tiehinen, sogar die mitte!• alleriidien Beschränkungen gegen die Zulassung von Juden als Zeugen vor Gericht, sowie das Heiratsverbot der Juden in Fiunfaml, sind bis heute noch nicht abgcschafft worden, obwohl fast täglich neue Gesetze und Verordnungen auf allen Gebieten des Lebens erfolgen. Das Verhallen der finnischen Regierung gegenüber der Judenfrage ruft in weiten Kreisen der Demokratie aller Länder Erstaunen und Empörung licrvor. Sozialdemokratische Protestkundgebungen Das Jüdisclie Preß büro in Stockholm berichtet: Die da ״Rehe sozialdemokratische Partei veröffentlichte, dem Beispiele der 8 c h w c d i s c h e if Sozialdemokratie folgend, nadmtclxndc Erklärung zu ■ »len Judenpogromen und zu der Frage der jüdischen Autonomie: ״Die soziakleinefzrntische Partei Dsiucmarks stimmt vollständig »len Forderungen hinsichtlich der zukünftigen Stellung »!es jüdischen Volkes zu, die im Manifest des Itollämlisdi-Kkamliiinvisclicn Komitees vom 10, Oktober 1017 ihren Ausdruck finden“. ״Di»; eubct/lidien Verfolgungen der jüdischen Bcvölkrrung, über die :uns verschiedenen Gebieten Europas berichtet wird, siiul eine■» Kulturvolke: iinwüidig und im Widers!reit mit dem Verlangen midi nationaler Frei- .heit und nationalem Sollistlicstiimimiigjireeht, weshalb unsere Pariei dem jüilischcn Volke Ihre Sympathie und ihren Anschluß au »lie Forderung der Rechte der natioluden Minderheit zum Ausdruck bringt,“ Das jüdische Korrcnpontlenzburcau in Bern berlchtet: Die vom Verein jüdischer Sozial de mo krateu gemeinsam mit der Sozialdemokrat! scheu Partei der Stadt Zürich und der sozial demokratischen Jugendorganisation Z ü richs einberuieiie, von über MO Personen bcsuclitc Ver Sammlung hat nach Anhörung von Referaten des Na tionalrats H. Greulich und des Pfarrers A R e i c h e n folgende Resolution einstimmig angenommen 1. Sie protestiert entrüstet gegen die Judcnmassakrcs in Galizien, Rumänien und der Ukraine. 2. Sie klagt die betreffenden Regierungen an, durch ilire Passivität gegenüber den systematischen Judenhetzen in tler Presse, weiche durch die Bourgeoisie und von polnischen Intelclduellcn insbcsondcrs betrieben wurde, die wahren Schuldigen an den, jeder Zivilisation und Kultur liohusprcchendcn Exzessen za sein. 3. Sie protestiert dagegen, daß jüdische Söhne, Gatten und Väter auf den Schlachtfeldern Schulter an Schulter mit ihren niclitjüuisdicn Kameraden für «lie Impcrialisteu und für den Kapitalismus ihr Blut vergießen zu müssen gezwungen werden, während »Lessen in der Heimat bürgerliche Henkersknechte die wehr• und schutzlosei! Angehörigen als vogelfrei betrachtend verfolgen, mißhandeln und sogar töten, 4. Die Versammlung fordert die polnische, rumäniselie und ukrainische Arbeiterschaft, sowie das gesamte internationale Proletariat auf, mit allen Mitteln diesem blutdürstenden Junkertum' cntgcgcnzutrctcn und dieses zur Respektierung der Dascinsbcrcchtißung jedes Mensehen unbekümmert um dessen Abstammung, Nation oder Religion zu zwingen. 5. Sie fordert das jüdische Proletariat auf, sich den sozialdemokratischen Organisationen überall anzusch'ic- Ikn und gemeinsam mit den übrigen Genossen den Kampf zu führen zur Herbeiführung einer sozialistischen Gesellschaftsordiumg, den Kampf gegen den Kapitalismus uijd Antisemitismus, den Kampf gegen den. Krieg und Menschcnmord, . Die rumänischen Grcueliaten In Seßarablen Das ״Kopcnhagcncr Zionistische Büro“ hcriditet: Uebcr die Orcueltaten der rumänisdien Okkupationsmacht in Bessarabien, über »lie wir schon mehrfach berichtet halien, werden weitere Einzelheiten mitgcteilt. Das Mitglied des Odessa« r Stadtrates, S. B. Sclinpiro, wandte cfcli mit der tde,״;raphbehen Bitte au «lie Ukrainische Regierung 111 Kiew, Ihren Einfluß gelten»! zu machen, um gegcii die riiiiiflnlsdrcn Greuellaten in Bensarnbleti Maßnalimen ztr ergreifen, fchapiro stellte »!er ukrainischen Regierung eine Reihe von 130■ i 1 /• lasmcntcn zu, die die grausamen Vcrlolgungsmpßnahintii der rumänisdien Behörde gegen die Juden in Bessarabien bestätigen. , ׳״י . Die Vor,׳;äuge gegen die Juden in Wodrosenkow (Kreis Soruki) haben nicht einmal in der Judcnpoutik der rumäni. dien Regierung gegenüber den rumänisdien Juden iiircsgleieiien. in Scho 1 »lögeseht i hat tler rum. Kommandant den Preis des Tabaks auf 73 Rubel per Pu»l fcTgcsctzt. Hiervon müssen 40 Rubel als Steuer der Okkupationsmacht entrichtet werden. Die Tabakhämllcr hielten eine Beratung ab und beschlossen, das Mitglieel der Tabak- Vereinigung, Herrn Soroker, zu dem Kommandanten zu entsenden, um der Okkupationsmacht zu beweisen, daß diese Festsetzung des Preises »len Tabakhandeh vollkorn- ■ men ruiniere. Als Herr Soroker sidi beim Koinmaruianten anmcldctc, bcfalil der Kommandant, ohne ihn anzuhören, unverzüglich, ihn durchzupeitschen. Nadi der Exckution ist Herr Soroker nadi dem Kranken!raus gebracht worden. Das ״Neue Leben“ in Od c s sa , das Organ der jütliseli so/iaiistisclie» Arbeiterpartei Po.dc-Zk>11 in der Ukraina, berichtet: 1111״ Sturm der Ereignisse, die über die Ukraina liereiugebrochcii sind, hat inan einen Teil des jüdischen Volkes vergessen, der in Bessarabien lebt und »las Unglück hatte, in die Macht der unmenschlidicn, räuberischen rumänischen Pogromheldcn zu fallen. Während der Zeit, da mau im Süden mit der Ukral nisierung und mit der Wiederaufrichtung der Ordnung begann, haben die rumänischen lloligans jede Angst vor Rußland verloren. Durch die Ueberfällc auf Beßarabien haben die Rumänen nunmehr mehr als eine halbe Million Juden unter ihre Faust bekommen. Die jüdische Bevölkerung ist dort vogclfrei. Blutige, grausame Verfolgungen sind an der Tagesordnung. Ein Schrei des Entsetzens kommt aus Beßarabien. Da beschwert sich eine Bäuerin in Bclzi, daß sic bei einem Krämer ihr Kopftuch vergessen hätte, das der Krämer nun nicht mehr tiudeu kann. Die rumänische Behörde befiehlt, der Jude müsse der Frau für das Kopftuch 300 Rubel bezahlen, widrigenfalls müsse er 100 Peitschenhiebe bekommen. Schließlich mußte den- Jude beides über sich ergehen lassen. Er wurde ausgeplündert und durchgcpcilscht. Der Jude Ocrsclianowitz in Bclzi, verlangte von einem Rumänen einen Rubel für ein Tceglas. Der Rumäue bot nur die Hälfte, worauf tler Verkauf abgclclmt wurde. Eine Beschwerde tlcs Rumänen beim Koiiunandaiitcu hatte zur Folge, daß Gcrschanowitz durcligcpeitscht wurde. Nach einigen lagen wiederholte sich mit Geredianowitz derselbe Fall beim Verkauf von Schuhen, G, wurde /.um zweiten Male durchgcpcitsclit. Line abscheuliche Szene ereignete sich vor kurzem ln derselben Stadt, lk׳r Student G u 11 m a 1111, der Sohn eines angesehenen Mamifakturhändkrs, der unter der Regierung Kerenskis in Rußland Offizier geworden war, hatte das Unglück, kurz vor der Okkupation Ucßarabicns zu seinem Vater David Oullmann zu Besuch zu kommen. Ein rumiinisclier Offizier beschwerte sicli darüber, der russische Offizier hätte ihn nicht richtig gegrüßt. Als man erfuhr, daß der russische Offizier Jude sei, wurde er sofort zu 'Peitschenhieben verurteilt. Als seine Eltern zum Kommandanten eilten, um Hilfe zu erbitten, wurden auch sie .beide in die Kaserne geschleppt und durcligepeitscht. Der jüdische Schneider Berlarski konnte bei der Annahme einer Zahlung in rumänischen Leis sich mit dem rumänischen Geide nicht zurecht finden. Lin Rumäne merkte dies und denunzierte ihn beim Kommandanten, er habe für die Ablehnung des rumänischen Oeldes propagiert, Der Schneider wurde grausam durcligepeitscht. 111 der kleinen Stadt Bclzi allein sind mehr als 70 Personen auf Befehl des Kommandanten durcligepeitscht worden.“ Proteste aus der Ukraine Der Vorsitzende der Oilessacr Stadtduma legte »ler Duma eine Reihe von Nachrichten über scliniidlithe Taten der rumänischen Behörden gegen die Juden in Beßarabien vor. Die Stadtduma nalirn folgende Resolution an: ״Die Odessacr Stadlduma, empört über die Mekiungen wildester Rohheiten, die »las rumänische Militär gegen Bauernschaft mul Juden in Bessarabien begeht, erhebt vor der gesamten zivilisierten Menschheit in dem Gefühl tiefster Entrüstung Protest gegen diese Gewalttaten und bittet dringend, diesen Protest der ukrainischen, , Regierung, den ukrainischen Stadtdumas aller größeren ־ Städte, sowie allen anderen Regierungen zu übermitteln.“ ׳-«״vT zeitweilige juuiscne iNat 1<>11atrat in der Ukrai drückt seinen schärfsten Protest aus gegen die Anncxi Beßarabicns durch die rumänische Oligarchie deren rc״ tionär-chauvinistisclic Politik stets gegen die Intcress der Arbeiterschaft und des Bauerntums gerichtet w Ihre Politik ist besonders heute gegen alle Errung! schäften der Revolution gewendet, gegen die sie 1 Mitteln kämpft, _ die besonders tyrannische Form gegenüber der jüdischen Bevölkerung annchmcn .Der Nationalrat, als das oberste Organ der jüdisch Nation m der Ukraina, drückt den festen Willen 1 jüdischen, revolutionären Demokratie aus, Hand in Ha mit den Demokratien aller anderen Völker den cnergis sten Kampf gegen diese Annexion zu führen, den Kan d« Scllaffu״g solcher Bedingungen, bei denen Volker von Bessarabien, ohne irgendwelchen ätißci Druck von irgendeiner Armee, ihr Schicksal frei best men können uiui bei denen die• Gleichberechtigt “ uw bürgerliche und die uationa’e --'der jü ILci I v|) ivl I I נ ,1! 1 1 I *