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Jüdische Rundschau · 1918-07-05 · Heft 27 (5.7.1918) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIII (1918)
Issue
Heft 27 (5.7.1918)
Date
1918-07-05
Page
– (sequence 2)
Language
German
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SdU 2C5 Bezüglich der jüdischen Politik in Rußland beschloß die Plenarsitzung, die Ausführung sämtlicher politischer Aktionen ausschließlich durch den Jüdischen Provisorischen Nationalrat erfolgen zu las• scn. Die Tagung begrüßte den Nationalrat als den ernten Schritt zur Schaffung eines autoritativen Vertrctungsorgnns des russischen Judentums auf Grund der Wahlresultate zum jü.ii־c’:cn Kongreß in Rußland. Gleichzeitig beauftragte die Sitzung die Mitglieder der zionistischeu Fraktion im Provisorischen Nationalrat, die Frage der Einberufung einer gemeinsamen Beratung der Mitglieder des Nationalratcs mit den Delegierten des jüdischen Kongresses, die gegenwärtig in Moskau und anderen Städten Rußlands weilen, unzuregen. Ein weiterer Beschluß der Plenarsitzung bezweckt die Ordnung der Verhältnisse in den Cicmeindcverwal* tungen. Den Jüdischen Gemeinden sollen nicht die politischen, sondern ausschließlich die kulturellen, religiösen׳ und sozial-ökonomischen Aufgaben obliegen. Sämtliche Wohltätigkcitsaustaltcn und Hilfskomitees innerhalb der Gemeinde müssen unter Leitung der Gemeindeverwaltung vereinigt werden. Die zionistischen Vertreter in den Gemeindeverwaltungen und die zionistischen Organe haben die Pflicht, sieh energisch an der R ii c k 1> c t o rd e - r u n g der jüdischen F 1 ii c h 1.1 i n g e und Siche• rung ihrer wirlsclialtlichen Existenz an ihren alten Wohnstätten zu beteiligen. Auf hohem Niveau standen die Debatten über <1 i e allgemeine Politik der zionistischen O r - ganisation. Die Tagung stand unter «lern frischen Eindruck der Regierungserklärungen der französischen uni! der italienischen Regierung. Die Kundgebungen der alliierten Regierungen zu Gunsten eines jiklisehuationalen Heims in Palästina haben innerhalb der russischeu Judenheit eine große Umwälzung hervorgernfe», die mit der englischen Palästinadeldaration begann, unter; deren tiefem Eindruck die russischen Juden auch heute nocli stehen Nach der Erörterung der gegenwärtigen politischen Situation wurde folgende Resolution bezüglich der Richtung der zionistischen Politik gefaßt: Indem das Plenum des Zentralkomitees auch ferner auf dem Standpunkt «der Neutralität verbleibt und die englische Deklaration als den ersten Schritt zur int ernationalen A n c r k c u n u 1! g eines jüdischen Pa• lästina betrachtet, findet die Tagung, daß im Zusanunenhang mit dem nahen Schluß des Krieges und mit den Aemlcruugen, die in der internationalen politischeu Lage ciugctrctcn sind, die Parteiorgane mit besouderer Aufmerksamkeit dafür sorgen müssen, daß des zionistische Problem zur Lösung durch die internationale Politik gestellt wird. Ferner wurde beschlossen, daß die russischen Mitglieder der Zionistischen Pa 1 iis t ina- Kom m i s s i o n (I. R o s o w und M. Ale j n i k o w), die unter Leitung von Dr. Claim Wcizmann in Palästina bereits tätig ist, bei der ersten Gelegenheit via Skandinavien ihre Reise antrefeu sollen. Eine schwierige Aufgabe' bildete für die Konferenz, die Organisat ions frage. Durch die kürzlich er• folgte Losreißung der Ukraine, der baltischen Provinzen, Bcßarabicns und Weißrußlands hat das Zionistische Zentralkomiie den Zusammenhang mit den dortigen zionistisehen Comites verloren. Die Plenarsitzung hat daher die inzwischen in der Ukraine und in Wefßrußland (Minsk) gebildeten provisorischen Zentra Icom itös sanktioniert■ und ihnen die Führung der lokalen Orga• nisatiousgcschäftc überlassen. Besonders wurden die Ver- Abraham Moses Luncz (1854-1018), Aus Jerusalem dringt zu uns die Nachricht vom Tode Luncz herüber und cs wird einem weh ums Herz, daß er, der so viel im Leben gelitten, die schwere Zeit nicht überlebte. Er erhoffte so viel für uns aus der Weltkaia• Strophe. Vor einigen Monaten erst hörte ich, wie er eine Gruppe von Verzagten tröstete: ״cs ward ja vorausgesagt, (laß der Erlösung arge Wehe״ vorausgehen müßten.'• Nun ist er daUingegangcn, und alle die, welche die Ereiguisse irgendwie aus Jerusalem wcgbrachtcn — es sind ja viele -- sie ־werden ihn nicht mehr wiederfimlen; ein Stück des jüdischen Jerusalems nicht wiederfimlen, denn er gehörte zu dem Gcsellschaftsbilde der Jerusaleiner Judculicit. Er war so sehr Palästinenser, so sehr Jerusalemer, daß man mit Verwunderung erfährt, daß er in Kowno geboren ist. Schon als Kind nach Paliistina gekommen, verwuchs er mit dem Lande so ganz, daß er einen vorzüglichen einheimischen Typus dnrstellie, daß wir ihn als 1 ypus eines im Lande verwurzelten Städters nehmen können. Er repräsentierte eine gewisse Periode in der palästinensischen Entwicklung, die Pc• rt'odc des Uebcrgangs, er stellte den alten Jrtchub dar, wie er in •unseren neuen hiiicinwächst, und er hat die verscliiedcuen Welten mit einer gewissen Naivität in sieh vereinigt. In jungen Jahren hatte er wohl auch seine Muini- und Drangperioilc. Aller das lag längst hinter ihm Jetzt waren eine gewisse ruhige Realität, eine praktische Ausgeglichenheit, eine siel* derb gebende Uleebtat das /״dien seines Wesens. Schon sehr lange erblindet ־־־ Fei einer Laudesepidemie trug er heroisch sein Leid ״Jissurc haarez“, ״Leiden um des Landes _ wegen“. Er trug es, arbeitete wissenschaftlich und sozial weiter und war dabei zumeist, guten Mutes. Er grenzte ans Wunderbare, wie er trotz seiner Blindheit weiter literarisch tätig war wie er diktierend schuf, wie er immer alles aus seinem Gedächtnis hcraushollc, wie er, der Blinde, den Sehenden <1״ Führer im Sehen war; denn cs gab kaum einen inje- ]UED! ii ü Nr. 27 hältniLse in der Ukrai.i c c.*.׳ fi~s ■ < -י'-* 1. 11ni11׳Y0::e11, wobei c; ־ Am. I1'■*1׳’ ‘ - ‘u ■ * '־ 1;־] c.i schreilemkii I'r.'o*׳■;: d CT ■öilmi! נ!;j, /: v,\1f in Südrußiand das Beiliirfi; l.j iloÜf 4* v ־» »_*־ Ail **lüii! ,ulen lielikeiteu dort in Ina.נ Ji'jt Bo■‘( '?X p‘0macht haben. Die Ph'.:a i'.'il/.l ■tf; t -׳■ hm (׳ r :> ,*וט:: -Mit ׳י׳:;' glied des Zeutralcomites iWA cL'j Gr״ P Uii ,;cicujJimü, Helm Leo Motzkiu, unvrr«G/;'Ii ca i;cch iXtCW tu de* legieren. Die 'Plenarsitzung bat den provi:;3b'.1b:n Zcalrr.!• comites in den von Rußland lor.gcricKcitcn Provinzen den Auftrag erteilt, sinnliche Palästina-Sa״.';.düngen, c<> wie sämtliche eingehenden Gelder für Leu Judmdica National-Fonds und die Partei-Ino״ kriionen, inkiur.ivc der Schckclgelder, entweder dem Engeren Aktions- Comite oder dem Kopciilmgciier Büro der Zsönisüschen Organisation zu überweisen. Beim Zionistischen Zcntralcomiti End cu Gunsten der jüdischen 11 ot tesde1t dcr. Bevölkerung in Palästina bedeutende Summe;! dngc,gangen En gab keine Möglidikcit, die <iclder ZU überweisen, denn seit Mitte Dezember ist die Tätigkeit der Banken so gut wie ganz, eingestellt. An das Engere Akliona-Comite wurde etwa eine viertel Million Rubel überwiesen, wovon ein bedeutender Teil für eine Reihe produktiver indimiricllcr Unternehmungen in Palästina!):.stimmt ist Diese Summe bildet nur einen geringen Teil der beim Ziond :tischen Zentralcomiie cingogangencu und mubmennl weiter gesaniinelieii Ka|!itnlieu für Palästina. Ein Vertreter der P n I ä s 11!1 a-A f> < c i! 11 n g des Zentralkomitees erstattete einen eingehenden Bericht über die bisherige Tätigkeit seiuch Rc.jrU und entwickelte ein großzügiges Arbeitsprojrramm für die iiächstc Zukunft, das mich eingehender Erörterung von der Tagung angenominell wurde, Die P n 1 ä s t i 11 ft - A r b c i t geliört unter den r1tcsisehen Juden zu den Tagcsproblcmcn, die das Interesse der /,׳•esninteu jüdischen ()Öffentlichkeit besitzen. Da0 russische Judentum bereitet sielt für Palästina vor. In weiten Kreisen herrscht volles Verständiiis dafür, daß die Palästina - Arbeit nur dann auf Erfolg rechnen kann, wenn sie systematisch und organisiert in Angriff genommen wird. Das Gleiche gilt von allen Klassen und Ständen, Kapitalisten und Proletarier, Handelsleute und Arbeiter bekunden das lebhafteste Interesse für Palästina. Niemals war das russische Judentum von der Notwendigkeit der Schaffung einen Heimes für das jüdische Volle mehr durchdrangen, als seit Ausbruch der russischen Revolution. Unter der jüdischen Jugend herrscht eine große Bewegung, sielt für die Arbeit in Palästina praktisch vor/uix reiten. ln Petrograd, in Moskau, Minsk, Odessa, sowie in zalilrcichcii nnderen Orten bi!- den sich Gruppen von heimkdirendcu jüdischen Soldaten, die sieh in 'der Landwirtschaft praktisch au ־-bilden lasr.cn. In Moskau haben sich 10 vrtroenscisaUlich-iedi-!tische Organisationen und kommerzielle Körperschaften vereinigt, um einen gemeinsamen Arbeitsplan für Palästina niis/.uarbeiten. Die Bnu-Gcsclhcliaft ״H &• hone“, von der bereits in der ״Jüdischen Rundschau“ berichtet . wurde, hat ihr Griindungskapiial von 5 auf 10 Millionen. Rubel erhöht, wovon f> Millionen Rubel bereits gezeichnet und mehr als 600 000 Rubel bereits ״!!gezahlt sind. In letzter Zeit hat dicO Gesellschaft eine sehr große ■ Anzahl von Aktionären erworben. In Petrograd hat sich eine Gesellschaft unter dem Namen ״Die ökonomische Wieder• gehurt“, der sich bedeutende-industrielle und fiiuuizielte Kräfte Rußlands ansehlosacn, gebildet. ruaalem, der jeden Ort und jeden Stein co zu erklären wußte, wie er. Auf dem Gebiete der Palästinakumie war er Meister. Wie konnte er sich nur nach seiner Er- Windung auf der Höhe erhallen? ■— und doch kam ihm keiner gleich auf diesem Gebiete. Wie kam er zu dem Fache? Ich hörte es einmal von ihm. Er ertrug die brennende Schande nicht, daß die Erforschung Palästinas ganz in Händen von uicbfjiidischen Gelehrten ruhte; als er sieh dem Fache zuwandtc, war er der einzige Jude, der sieh damit befaßte. Viele Juden sind ja auch heule noch auf dem Gebiete nicht tätig — Dr. Klein, Goldlior, J. Z, I lorovvitz — viel ir.elir!;iiid’s auch heute nicht. Wenn wir die moderne jüdische Literatur der Paläslimtktuulc überschauen, dann nehmen die Schriften Lime/, einen sehr breiten Raum ein, sie sind der größte Teil derselben. Er begann mit einer Topographie Palästinas (Netiboth Zion we-Jerusclialajim) und einem Füllrer für Paliistiiiarciscndc, aber er ist zu weit größeren Leistungen gelangt. Eine Leistung war and blieb sein Sainmclbiich für P.ih’ish'iirflumde ״Jerusalem“ (12 Blinde), das er unter sietem Ringen ohne jede Förderung herausgab. •״Jerusalem“ ist in seinem schlichten'unscheinbaren Gewände die vornehmste Quclfcnrammlun״ für die flc• schichte des jüdischen Palästina geworden. Die heilen■ tendsten Gelehrten wußte er für seine Snmmelbände zu gewinnen, Ihnen ihre Arbeit r.lv,;־.:r!ngc:1, Einen roldien Sammclhand zuaammer,ד.::,׳.׳feilen, war nicht leicht, Was bei Andern Institute nmd f.t.:'״.tlic.ke Unterstützungen fördern, das tat liier der einsame, kämpfende Mann, Seine eigenen Arbeiten machen den waitvoik.tv» Teil der Zeit• sehrift aus. Außer dieser Sammclschrift fsel) er einen Pal,Tiiii,siedender ״!.nach '"re/, ». ,•״ai“ .(I\) Lde.) äiera.iu. Dieser sollte volkslümiid.'er sch־.. Man kam! :־ich nicht mit der Geschichte des ■jiklisdien Adüdadicrs In Pa■ lästina befassen, ohr.c immerzu Luncz’ ״Jcraralcm“ und seine sonstigen Arbeiten neuere Geschichte Palas,har.■, werke eine bcdcnispr.ie Quelle s.c seihen jahraus jahrein, was in gleicher Liebe die Werke clc ja. lauen wie c,1 ihr die: Snmniel- -:sic fn den mit ,גירו•*::.; des alten fkmcikenswert war der Bericht über die VorbcrcW ׳ t!::1geu zur Gründung einer 11111 u s t r i c b a n k fftj Palästina in Petrograd. Dieses große Fi!1a!izii1qi(ut das mit einem Grundkapital von 25 Millionen Rubel «eine Tätigkeit beginnen soll, 11.1t das lebhafteste r. c.-r.e weiter Kreise hervorgerufeu. Noch'vor der ofüzicllcn Gründung wurden bereits 10 Millionen Ru. bet i ji bar c i u g c 7. a h 11. Unter den iieugegriimlctcn Gesellschaften verdienen besonderes Interesse die ״Ci c se11 scl\a ft zur Errichtung moderner Hotels in Palästina“ die mit einem Gründungskapital von 3 Millionen Ruhe’! ' ihre Tätigkeit beginnen soll. Noch vor Ausarbeitung der Statuten ist der Gcscllscfrtft der Betrag von 1 Million Rubel zur Verfügung gestellt worden. Ferner ist eine! ״O e c e 11 s c 11 a f t für Oe lc r z e u g u n g“ mit einem Grundkapital von 3 Millionen Rubel und in Moskau eine I rr i g at.io n s g e se 11 s ch a ft ״Raanauia“ mit einem Kapital von 10 Millionen Rubel gegründet worden. Sehr groß ist ׳das Interesse für die Palästina-Arbeit auch in der Provinz. Ohne die Verkehrssehwierig. Leiten hätten die Palästina-Arbeiten in der Provinz. %|tj bedeutendere Dimensionen angenommen. In Charkow hat sich eine Danipfselriffahrtsgescllscliaft ״Sewulun“ mit einem Kapital von 5 Millionen Rubel gegründet. Die Gesellschaft will den Schiff,ihrisvcrkehr zwischen den Häfen des Schwarzen Meeres und Palästina vermiitciu. Eine größere Zahl Kapitali-ricn haben auch in Wladiwostok eine Gesellschaft fiir hamiels- und indur.triellc Unternehmungen in Palästina gebildet. Aelmliehe Gesellschaften mit Radieren txler kleineren Kapi- . ialien bilden sich in A r c h a 11 g e 1 s k , B a k u, Kursk, Smolensk und in einer Anzahl von nnderen Orten. Mit Rücksicht auf die Notwendigkeit einer einheitlichen Kontrolle ,über die geplanten wirtschaftlichen Unternehmungen für Palästina wurden nach gründlicher Erörterung folgende grundlegende Beschlüsse gefaßt: 1. Der N a t io n a l’fo 11 d ist das wichtigste Institut, das den Boden Palästinas zum Eigentum desjüdischen Volkes machen kann. Da die verschiedenen Organe des Jüdischen Nationalfonds bis jciz.t nicht so gearbeitet haben, wie ihre Aufgaben cs erforderten, heschließt die Tagung, dem Zentralkomitee vor/uschlagen, die Organisation des Hauptbüros des Nationnlfonds in Rußland zu vervollkommnen und Mittel zur Hcranzichung großer Kapitalien zu Gunsten des Nationnlfonds ausfindig zu machen, damit er eine ausgedehnte und energische Tätigkeit zu entwickeln imstande ist. 2. Die Tagung beschließt, daß sämtliche Privat- Unternehmungen das Prinzip anerkennen müssen, daß Erwerb und Verkauf des Bodens in Palästina lediglich durch das Kolonisationsovgan der Zionistischen Organisation erfolgen darf. 3. Die Tagung beschließt, daß sämtliche Organe der zionistischen Partei einen energischen Kampf gegen die Bodenspekulation in Palästina zu führen verpflichtet sind. 4. Das Zentralkomitee muß die Tätigkeit aller PrivatuntrrncInnungen und Oc c!l chaflcn, die mit der Palästinaarbeit verbunden sind, überwachen und gegen diejenigen auftreten, die cs für das Kolonisationswerk in Palästina als schädlich erkennt. Die Sitzung befaßte sich auch mit der Organisation der während der letzten Zeit in vielen Städten entstandenen Hcchaluz. - Gruppen und beschloß, demnächst eine besondere dieser Organisation zu widmende Beratung cinzubcrufeii. ”■'—-»!««!»■■■.■יי■■ ».« . m ,1 ■ ■V - J. ■וי ' iS Jisäuib umfassend, in der mittelalterlichen Geschuhte und in der allgemeinen Kunde des Landes hat er manche dunkle Partie aufgehellt, überall ticfgcschürftc, seltene Materialien zusammengefragen und verarbeitet. Auf dem Gebiete der Veröffentlichung historischer und paläs inakundlicher Materialien hat er Hervorragendes geleistet, sämtliche Bände seines ״Jerusalem“ zeugen davon. Hierher gehören auch die wissenschaftlichen Edditioncn ältcref Werke aus der Palästinakumie: Estori Phnrchi, ״Kaftor wa-Phcrach“ und Josef Schwarz ״Tcboulh ha Are./.״, ferner die Sammefsehrift ״Ha-Meamcr“. In An• merkt;;; :011 mul Fußnoten zu diesen Publikationen ist ein profundes Wissen niedcrgelegt, Sein Wissen aber war kein totes, sondern du lebendiges, bei dem Gefühls* saiten mitschwangen. Seine Palüstinaforscliung führte ihn zu einer zweiten großen Arbeit. Im vorgerückten AIter schon schritt er an die Eddiiion des ״Talmud Jeru• sclialmi“ von dem wir keine wissenschaftliche Ausgabe besitzen..Er wollte denselben mit revidiertem und rckotistruiertem Texte, mit gesamtem Vnviantcnmntcrialc, mit philologischem und historischem Apparate und mit סוייderuem Kommentare hcransgcbcn. An diese Arbeit bängte er sein Herz, sie sollte seine Lebensarbeit werden, aber über den ersten Halbbaml kam er nicht hinaus. Als Mitglied des ״Wand lia-1 aschon“ hat er an der l.ö• sung der aus der Sprnchrcnnissnncc sich ergebenden Problema mitgearbeitet. Er beteiligte sich nußerden an mehreren sozialen Institutionen, besonders an der Gründüng eines Blindenheims in Jerusalem. Er ernährte sich kärglich von einer Druckerei, aus deren Presse auch seine eigenen Werke hervorgingen. Ein Lichtstrahl fiel in sein Leben, als mau vor einigen Jahren sein Juhlämfl feierte und dabei auch einige sehr geringe Summen für die Herausgabe des ״Talmud Jeruschahni“ zusammenkamen , Der einzelne schwer ringende Mann trug einen Teil unserer Schuld a\\ unser Land ab. Wie trugen wir unsere Schuld ihm gegenüber ab? Wieder einmal müssen wir an.unsere Brust schlagen — zu spät. E. M. Lipschütz. 2 e <’■* j•« 1 i bei : 1 ־!. d’e,; die' , f die ׳ ־. fl!1 Ü.c.1 i' fc : bol״ p;. ela« j 1 1 : Ge 1 f<: j'.kl' ■. diej:: י ־ n : fi1: ׳ 11> t ׳.tu‘«, p u '1־ 'i' Hel!1 lief ־• Mb 1 ־• teil!ן ׳ btt* i 1 >(״ la׳ e i kt'!! oi r-1 fei r * im I; i Pc 1 dl an di di si «i \M tf < 8': U et « I

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