Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIII (1918)
- Issue
- Heft 25 (21.6.1918)
- Date
- 1918-06-21
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 25 JU Seite 103 m! 1 •|§;t■ Kt sehr ‘riehen. : Schiül Schi- ״ Schi- §00 Kinder Fahnen 1<י Schi• , iel und in ״ck. Das 1r stark Schulen i kratting;* Odcssacr >1us Ekate-' kin und Ip'urJe be- . f c r c 11 z llgrikti her J 11 JteiUe der dir New ilvon 1 דו d «* 3 Miiiio- Amerika IIP z”.r Lin- 211C Liin- Kc' ' ohe IN : 11 jf r. r.ufr :r .; len- :-11t, IlfOr;•Aale 1t IP *r '־־ Rh.. 1 Ihn׳־;;nt- § &!!; ' ־* ',ns- |ü ־. 17»:־ A- 1 v<- ■ ‘■V/ Jil.. ׳ Vr- :1־1 §!1 If *־. - -־״. II . fl :! 1- Von besonderem Interesse als Kennzeichen für die Intensität des jüdischen Lebens in den Vereinigten Staulen sind die Daten über die jüdische Presse, im Jahre iglfi erschienen in den Vereinigten Staaten folgende jüdischen Zeitungen und Zeitschriften: In englischer Sprache: 33 Wochenschriften, 2 Zwciwoclienschriften, ■jt! Monatsschriften, 8 Vicrtcljahrscliriftcn; in jidischer Sprache: '0 Tages/eiUmgen, 19 Wochenschriftcns 4 Mo• natsschriften; in spaniolischcr Sprache: •1 Wochenschrif- (C1״ l Zweiwochcnschrift; in hebräischer Sprache: 2 Wochenschriften; in deutscher Sprache: I Monatsschrift. Insgesamt 123 jüdische Zeitungen lind Zeitschriften. V011 den 10 jüdischen Tageszeitungen erscheinen 5 in Kew York und haben allein eine Aufingc von 3S0 000 Exemplaren. Dabei beziehen sich diese Ziffern auf das Jahr 10111, also eine Zeit, während der cs fast keine Einwanderung aus den Heimatländern gab und der Ab- Mtz auf das bereits .־!!!gesiedelte Judentum allein augewiesen war. Im Verlaufe des ganzen Jahres 1013/16 gab es nur 13 108 Immigranten, während im letzten l-ricdensjahrc die Zahl der jüdischen Einwanderer nach tl, n Vereinigten Staaten 138031 betrug. Ein jüdisches Lehrerinstitut in New York ln den letzten Jahren haben sich die nationalradikalen Schule 11 in Amerika gut entwickelt. Diese Schufen wurden im Jahre 1011 mit dem Programm ins Leben gerufen, den jüdischen Kindern gleichzeitig eine jüdische und eine hebräische Er- Ziehung zu gehen. Hei den jüdischen Massen in Amerika haben diese Schulen große Sympathie erworben, sie sind die populärsten jüdischen öffentlichen Anstalton geworden. Die amerikanische Poalc-Zio״ nrbeiten lebhaft für die Entwicklung Und Ausbreitung der Schulen, von denen bisher in den Vereinigten Staate 11 und Canada mehr als 50 existieren, davon allein in New-York ctw׳a 25. Allmählich hat sich ein großer M a n g c I a n Lehrkräften herausgcstcllt, da die Unterriditserteilmig an diesen Schulen natürlich eine ganz besondere Ausbiklmig verlangt. Vor kurzem wurde daher das erste jüdische l.ehrcrscmi 11 a r in New Y o r k gegründet, nachdem es gelungen war, das nötige Kapital ziisainineuzubruigeii. bas Lehrprogramm des Senilnars ist sehr reichhaltig; es umfallt Pädagogik, Kintlerpsychologic, die elementaren und höheren Gegenstände des Hebräischen, Grammatik und Geschichte der hebräischen Sprache, Studium der Bibel, Kenntnis der Bibelkritik, Talmud, jüdische Geschichte, die jüdische Sprache, ihre Grammatik und Geschichte, jüdische und liebi'ä/sdic Literatur, jüdische Folkloristik, jidisebe und «!!gemeine Philosophie und Ethik, moderne jüdische Probleine, jüdische Kunstformen tisw. Der Direktor des Lehrerseminars ist Dr. Jehnda Kaufmann. Unter den Lehrkräften der Anstalt befinden sich der bekannte Philologe, Professor an der Columbia Universität Jehuda Jaffc, Dr. Cliaim S c I! i t ] o w s k i, Dr. A. K a s p e u. a, י Vom jüdischen Schulwerk in Litauen Am 15. Dezember 1915 wurde eine jüdische Schule in Kowno eröffnet; die Schülerzahl betrug damals 20 Knaben und 30 Mädchen, das Lehrerkollegium hestand aus drei Mitgliedern. Da die Anzahl der Schüler von Tag zu Tag wuchs, beschloß man, die Schule?11 einer höheren Lehranstalt auszubauen und sic erhielt mit Genehmigung der Behörden den Charakter eines Realgymnasiums. Als Unterrichtssprache wurde mit Zustimimnig der jüdischen Gemeinde Deutsch festgesetzt, doch wurde durch Verordnung des Oberbefehlshabers \ : Ober-Ost dem hebräischen und j i d i s c h e 11 Unterrieht ein weiter Spielraum gelassen. Vormittags werden!י täglich 1 —2 Stunden zur Erlernung der hebräischen {'? Sprache und für Bibel- Unterricht verwandt, nachj'i mittags ist für die Knaben zum Studium des Talmud '! eine unbeschränkte Stundenzahl freigeben. Der Talmudj 1 Unterricht wird von fast allen Rabbinern und Leitern j i 4er Talmud-Schulen in Kowno ehrenamtlich erteilt. | j Als die Schülerzahl 500 überschritten hatte, wurde ן י eine Trennung der Knaben- und Mädchcn-Schulc durchf } geführt. Die Mädchenschule ist in dem Gebäude : ■j 4cs früheren jüdischen Mädchen-Gymnasiums tyitcrgc- . ■ bracht Die Knabenschule geht zur Zeit bis Unter- I j Sekunda, ist also ncunklassig, die Mädchenschule bc- | I steht aus S Klassen.! j Das Lehrerkollegium' umfaßt heute etwa 30 Personen.! . Außer dem Leiter der Schule, Oberlehrer Dr. Josef j Carlcbach, der im Militärdienst steht, wurden vom 1• i Oberbefehlshaber Ost drei, zeitweilig auch vier im Militii-dicnst stehende Oberlehrer der Anstalt zur Verfügung I; fCltdM’ d?-V V,1,',U־rr,id't i״ Latc'1״> Deutsch, Franz״• f 'lCl1׳ Mathematik, Physik und Chemie zu erteilen. Unter den einheimischen Lehrkräften, die für die Anstalt gej Wonnen werden konnten, befinden sich ebenfalls mehrere Akademiker.! 1 , Mit Zustimmung der Behörden betont die Schule I aufs deutlichste den religiös-nationalen Clrirakter einer jüdischen Schule. Die von der Anstalt aus Anlaß der jüdischen Feste abgehaltcncn Feiern gestalten sich immer wieder zu, jüdisch-nationalen Kundgebungen : an denen sich die gesamte Einwohnerschaft lebl1aft“bc■ : Sämtliche Rabbiner der Stadt nehmen an der Entwicklung der Schule lebhaften Anteil. Häufig werden t von ihnen Prüfungen in den einzelnen Klassen ver- 1 a!!Haltet. Als Schulgeld werden in «len unteren Klassen monat- : hch 8, m den mittleren Klassen 10, in den oberen Klassen 12 Mark erhoben. £3 KT: suchen die Schule zu enr.!i Bei den germgeil I'.ii gehen, ist es ohne weiU dem großen Ideal! nulle aller 1. ist, wenn es bisher gelang', die Ziisammcnfassend muß ge׳׳a; jüdischen Bevölkerung Kownas imcingesclirünktcn Lobes gibt Verlaufe kürzester Zeit ge sehr Kinder haben in der Schule fiimlen, in der sie sich wo! ein t i 1CJ1 י ver.; IV ־jtiii rh ciplälze, 100 bc- Oil,!;ich hieraus erdi, daß cs mir agien zu verdanken ule ,׳uifreehlzuhallcn. ferde!1, daß cs in der eine Stimme des das, was hier im worden ist. Die Heimat gces ist eine;t w; nur!!her ffen eine jüdische 1 fühlen, und Pik nt der jüdischen Gesamtheit, für die Möglichkeit der Aufrechterhaltung und des Wciterausbaucs des Schul* Werks in Kowno Sorge zu tragen. Zur Zeit sind Bemühungen im Gange, nach dem Vorbild Kownos ein höheres jüdisches Schulwerk auch in W i 1 n a cinzurichtcn, wo das Erziclumgswcscn sehr teforrnhedürftig ist. Notwendig sind die Einrichtung von Kindergärten, Clmdarim, die gleichzeitig allgemeine Bildüng vermitteln sollen, eine Fortbildungsschule fürChcder-Lchrer, die Errichtung eines Realgymnasiums und einer Jeschiwah. In den! für Wilna projektierten Rcalgyni- 11a sitim soll die offizielle Unterrichtssprache licbräiscli oder jidisch sein. Es ist in Aussicht gcnommen, die Verwirklichung dieser Pläne in die Hände des jetzigen Leiters des Kowmocr Realgymnasiums,Ober- Iclirer Dr. Josef Carlcbach, zu legen. Von den JüßiscIi-pSd in Kursen Wir erhalten folgenden Bericht: Die Jüdisch-pädagogischen Kurse haben ihr erstes Semester beendet und sind in das zweite cingctrctcn. Wir können mm abschließend sagen, daß diese Kurse weit über jedes Erwarten einem wirklichen Bedürfnis der jüdischen Jugend entsprochen haben. Die Zahl der Hörer,, •die zu Beginn des ersten Semesters sich cingeschrieben haben, betrug 194. Diese setzen sich lumptsächlich aus Lehrern, Beamten und Studenten beiderlei Geschlechts zusammen. Und wenn auch •naturgemäß der Abfall im Laufe dieser sechs Monate nicht gering war, so schlossen sic dodi mit einer durchschnittlichen Besucherzahl von 50 Hörern pro Kurs. — Die Kurse, welche .-!!!gehalten wurden, waren folgende: Pädagogik — Rcg.-Rnt Prof. Dr. Jerusalem; Jugendkunde — Dr. B e r n f e 1 d; Ziel der Erziehung — Dr. Sonne; Jüdische Frage und Bewegung — Adolf Döhm; Gcschichte -- Dr. Stein; Rcalia des Altertums — Prof. Dr. Krauß; Jüdischer Religionsunterricht ■— Dr. Taglicht; Kultus der jüdischen Feste — Dr. Täglichf. Rclißionsphilosophic —• Dr. Obermann; Einführung in die Bibel — Doz. Dr. Torczyner; Talmud — Dr. Aptovitzer; Methodik der Kinderheime nach der Methode Montcssory — Frau Anna Grün; Hcbräischer Kurs I — Moses Rath; Hebräischer Kurs II — 11. D i s l c n f c i d;** i lebräischer Kurs HI — Dr. Sonne und Doz. Dr. Torczyner. Daß jene Hörer, denen cs ernst um die Sache war, und die in den Kursen tatsächlich eine Art Vorbildung für ihren künftigen IJcrufl gesucht haben, eine Bcfriedigung ihrer Absichten in ihnen gefunden haben, beweist, daß die Zahl der Einschreibungen für das zweite Semester sogar noch das Niveau der Bcsuclisziffcr in den letzten Monaten übersteigt Einmütig hegen diese Hörer die Hoffnung, daß cs gelingen wird, die Jüdischpädagogischen Kursq zu eincil dauernden Institution zu machen, zu einem wirklichen, allgemein jüdischen Pädagogium auszubauen. 1 ״Verwirklichung des Judentums“ Eh! Vortrag Martin Bubers in Wien. Am 23. Mai hielt' Martin Buber im dicht gefüllten Konzerthaussaal in Wien seinen Vortrag üb die ״Verwirklichung des Judentums“. Er begann mit einer wuchtigen Anklage gegen das heutige Judentum, das das wertvollste Erbe seiner klassischen Zeit, die ״Tendenz der Verwirklichung" preisgegeben hat. Was darunter zu verstehen ist, wird klar durch die Gegenüberstellung zu der i!1 der abendländischchristlichen Welt herrschenden ״Gesinnung des Vertragcs“. 1111. Leben des Europäers vertragen sich zwei Welten, die ein ganz abgesondertes Dasein führen: auf der einen Seite die Welt des Glaubens, der Sittlichkeit, der Idealität, des Geistes, auf der anderen Seite die des schrankenlosen Egoismus, des Daseinskampfes aller gegen alle, dgs Krieges und Kapitalismus. Demgegcnüber ist der tiefste Sinn des Judentums die Einheit von Wirklichkeit, von Tatsachcnwclt und ,Geist׳. Das Judenlum will nicht nur, daß die Wahrheit erkannt, sondern daß sie getan werde. Darum ist seine höchste Aufgäbe die ״Verwirklichung Gottes in der wahrhaften Menschengemeinschaft“, das heißt die Schaffung einer menschlichen Gemeinschaft, in der nicht sclbstsüditiges Getriebe, sondern unmittelbare Beziehungen zwisehen den Menschen' ®fas Leben erfüllen. Die verhäiignisvollsto Anpassung des Juden ist nidit die an Sprache oder Kultur eines ■Volkes, sondern die Anpassung an diesen europäischen Dualismus, den es wieder zu überwinden gilt. Buber machte in ausführlicher historischer Darlegung deutlich, wie sich' die Tendenz der Verwirklichung im Judentum manifestiert hat und Was ihr entgegenstand. Als den eigentlichen Wendepunkt bezeichnet er den Augenblick, als das Volk von: Samuel die Bestellung eines Königs forderte und aunrief: ״Wir •wollen sein wie alle Völker!“ Damals begann der Abfall von der eigentümlichen Aufgabe des Judentums, gegen den sich immer wieder die Stimme gottbegcistcrtcf Man ier er hob Die Propheten bekämpften den eiitgotteteii aus dem Zerrbild Kes zweiten Reiches schieden sic die Er.säer zu wahrhaft jüdischem Leiten aus. Am״׳ der Jude Jesus meinte nicht, wie mdlvcrstebcnüc Oe• schlechter ihm unterschieben, jenseitige I rostung solleiern vollkommenes Zusammenleben von Matschen. Uchrigens ist auch Paulus, dieser Gewalttäter des Geistes, ein repräsentativer Jude, der aus dem Urcrleonn der Zweiheit die Konsequenz zog, die ungeheure Enttiinschung des Vcrwirklichutigswillciis durch eine Stabilisierung der Zweiheit auf/.uUebcn. Er reichte den Völkern das süße Gift des Glaubens. Es ist das pau-!mische Zeitalter, dessen Zusammenbruch wir heute erleben. Seitdem das jüdische Volk als Verbannter unter den Völkern irrt, ist das Hindernis der Verwirklichung dürft! die fremde Welt bedingt. Sie nötigte den Juden zu Abwehr und Anpassung, Als Instrument der Abwehr sein!' er sich den reinen Ritualisnius; die Anpassung trat in de! reinen Gcldwirtschaft zutage. Der tiefste Tiefstand ist dort, wo beide Zusammentreffen, wo religiöser Formalismus so von seinem Urgrund abgelöd ist, daß er sich tpit den niedersten Eiitartungsformen des Kapitalismus verträgt. Auch i!1 der Entartung des Chassidismus ist diese! Verfall erkennbar. Auf die Frage, was Israel tun soll, um sieb a!us dieser verzweifelten, gespenstischen Existenz wieder zu einem wahren Leben zu erlösen, sind drei Antworten schon bereit: die der Verkünder einer neuen Menschheit, die des reinen Nationalismus und die des religiösen Konservatismus. Alle drei Wege verwerfen wir. Den Htmianitaricrn ist zu erwidern, daß wir nicht ״Menschenrechte“ zu proklamieren da sind, sondern das wahre Menschenleben zu leben, in der Gemeinschaft, die nur dort entstehen kan״, wo Volkszusamnieniiänge und eigener Boden die Grundfesten sind. Die reinen Na• tionaiisten, die sein wollen ״wie alle Völker“, sind die Angepaßten, die das Schlagwort von der ״Souveränität der Nationen“ aufgegriffen haben und vergessen, daß nach jüdischer Anschauung souverän einzig der Geist ist. Wir wollen nicht eine Gemeinschaft nach abend- :indischer Art und mit jüdischem Namen, sondern eine wahrhaft jüdische, in der Geist ünd Wirklichkeit eins sind. Den Gcsctzcsdogmafikcrn aber ist zu antworten, daß wir nicht aus Büchern die Vorschriften des Le• bens schöpfen wollen, sondern daß der jüdische Gott, der die Schöpfung täglich erneuert, aus dem wahrhaften Leben der jüdischen Gemeinschaft sein neues Wort spreeben wird. Daraus ergibt sich für Buber der einzige Weg, den wir gehen können: Der Versuch, im jüdischen Lande statt des europäischen Dualismus von Wahrheit und Wirklichkeit, von Politik und Moral, statt des wirtscliaftlidicn und politischen Allkriegcs und der Welt der Phrasen und des Geltenwollcns — eine Gemein• schaft der Wahrhaftigkeit, der Einheit von Geist und Leben, der gegenseitigen Hilfe zu errichten, in der die uralte, das Wesen des Judentums darstellende ״Tendenz der Verwirklichung" wieder lebendig werden kann. Der Vortrag Bubers, der über zwei Stunden währte, stellte große Anforderungen an das Fassungsvermögen des Publikums, denen cs nicht in seiner Gänze gerecht wurde. Der Teil aber, der offenen Herzens dasaß und hören wollte, folgte der Rede mit gespannter Auf• merksamkeit und mit der tiefen Ergriffenheit, die menschliches Leben aufzuwühlen und zu wandeln vermag. R. W. Vertretersitzung der nationaljüdischen Jugendorganisationen Deutschlands Am Sonntag, dem 16. Juni, fand in Berlin eine Vertretersitzung der national jüdischen Jugendorganisation Deutschlands statt, die von etwa CO Delegierten aus allen Teilen des Reiches besucht war. Nach längeren Debatten wurde die Gründüng des Gesamtausschusses der nationaljüdischcn Jugend beschlossen. Daß damit im wesentlichen eine organisatorische Zusammenfassung erzielt ist, darf nicht dazu führen, die Bedeutung dieser Zusammenfassung zu unterschätzen. Die Tagung zeigte, daß die Strömungen, die in Oesterreich zum’ jüdischcn Jugendtag führten und die die große jüdische Jugendbewegung iin Osten geschaffen haben, auch in Deutschland vorhanden sind. Die nationaljüdisclie Jugend Deutschlands fühlt, daß sie ihre großen Aufgaben nur dann erfüllen wird, wenn sic aus der Vereinzelung in Verbänden und Vereinen heraustritt, und ohne ihre starke Liebe zu den besonderen Organisationen, denen der Einzelne angehört, aufzugeben, sich der Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit, die durch gleiche menschliche und jüdische Ziele gegeben ist, immer stärker bewußt wird. .Das kann frcilicli nicht durch Vcrfretersitzuiigcn und Debatten geschehen, so starke Wirkungen von ihnen auch auszugehen vermögen. Deshalb wird cs dem Wunsche der Versammlung gemäß eine Haupt aufgab e des ״«!gegründeten Qcsamtausschusscs und seines geschaftsfuhrenden Organs sein, den nationaliüdischcn Jugend tag vorzubercitcn und recht bald zu Stande zu bringen, der nicht nur Delegierte der Organisationen, sondern die Jugend selbst zu gc men,samcu von nationalem und jugendlichem Geifc getragenen Tagungen und Festen, zu nationalem jüdischen Leben und •Erleben zusammenführen soll. Der Jugendtag w!rd die Beschlüsse der Versammlung vom 16 Juni £ Sid} übcr dic gemeinsame Xrbeii vfelliX CffCnd a1;iSZUSPrcch«1 haben. Er wird vierte eilt der Anfang zu einer großen nationaljüdischen Jugendbewegung sein, die die JugendbcwcgunVen ״,״ schließen Und vereinigen wird, als die zweiS os d״L״e unserer großen Jugendgemeinschaften zu befrachten £d .