Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIII (1918)
- Issue
- Heft 23 (7.6.1918)
- Date
- 1918-06-07
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2651273-2652077-2652099--11606-2669147- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
\ Sei!176 ‘׳ ■ju äiiisdic Ausschreitungen iMeue ruiriaiiiätiic Uüio■ (lern J4, Mai erhalten wir von einer durch■;״« vvn־;i/;lff.I1e11 Pcnßniichkut, die t'di gegenwärtig in föimiinirii aufhält, folgen•!;׳ Meldung: ,1i't1ck#1;i (l'iimiiiilt'ii), am M, Mai 1918, In Gal- Iren (in der Nähe v <1! Uacau, in d r Moldau) i t eine <,)11ar,1nl:i1K״;i.׳!ii<u1 für '!je a!r< deutscher unii o U'itu- ,•hi .,h r::,׳ ,ui ei,1-r Gefangenschaft i1eimU׳l;n111־U׳u r n ־!;1u i;; ei. e;1 Gefangenen, Lein ü eist Hell er Itam ins L1;;cr mul hetzte die Rumänen in der Gegenwart eine,-. Obersten g t g e n ihre jüdischen Kamera 11 en auf. Kr sa;;te, sie düriien «׳; nicnl zulassen, da!'! die Juden Bürgerrechte bekommen. Man solle sie alle aus rotten. Er selbst versprach 5(100 Lei für jede 11 ״a b g e s e h I a g e 11 e 11 j ״disehen Kopf“. Die Ansprache halte leider groben Erfolg. Die R u fi; ä n e ״ s i!1 d ü b c r d i e w c h ri o e 11 jüdischen Gefangenen h e r g c f a 11 e 11 u 11 d!5 a 1) c n /v/anzi g g c t ö t e t u n 11 in e!1 r r e vervziiadet.!:i:1i:׳e sind rcchtzeisi ׳ geflüchtet. Ines geschah am 11). Mai. Ein anderer Fall: Ein aus der Gefangenschaft heimkehrender jüdischer Soldat wurde hier in Focsani von sciueni rum.iui-chen Kameraden (einen! Offizier) darauf aufmerksam gemacht, daß in seiner Meini'it, Feme mi, wie auch in Bes lad (Städte in der Moldau), g 1• o P. e j »1 d c n v c r f o l׳g 11 n g c 11 statt fänden; es wäre daher ratsam, seine Reise jetzt zu unterlassen.“ Auflösung des Dobr-Musnicki-Korps Das' um Bobruisk kon/cnlrierle polnische Dobr-Musnicki-Korps, über dessen Aurwiireitungen ,,;egen die Juden wir in der leizlcn Nmnm• r beriebtele;), ist immneli•׳, nach einer Meldung de;; Wob sehen '.’elegraplienlvüi'os aus Warschau von 20. Mai, a 11 f - g e 1 d •i 1 worden. Der Jüdische Natioiialrat in Rußland Das russische Judentum, das unter den neuen p;li 1 isthen Verhältnissen darauf verzichten mußte, den längst beabsichtigten Jüdischen Kongreß abzulmlten, ist gegenv.ani,:׳ bemüht, auf einem ander«.n Wege eine politische Repräsentanz. zu schaffen, die das gesamte russische Judeiuuiii nach imieu und Außen verireten und die ji'1uisdicii 111te1ess11!־ wahren soll. In den meisten Teilen des Landes waren die Waiden zum Kongreß bereits durchgeführt, als die neue Offensive kam und eine Zusammen- Luiift der Dclegkr.cn verhinderte. Nur ein kleiner Teil der Delegierte.1 war in Petersburg ctegetrofieu. Diese waren es auch, die sich in erster Reihe verpflichtet und zugleich berechtigt fühlten, eine provisorische Instanz ins Leben zu rufen, die dem wahren Kräftcvcrhältin'« der Parteien iimerhaib des russischen Judentums entspricht und die genügende Autorität besitzt. Line Kommission, bestehend ans den Herren Al. Kreinin, «lern Vorsitzenden des Kongreß Komitees, und den zionisiisrhen F'ülircra J. Grün bäum und J. Rosow bcrief ־zu diesem Zweck auf den 1-1, April eine Beratung ailcr in Petersburg weilenden Delegierten des Kongresses ein, zu der auch die Zentralkomitees aller jüdischen politischen Parteien ei.igcladen wurden. Die einzige Partei, die aus prinzipiellen Gründen es a b 1 e 11!11 e . au dieser Beratung tcilzuuehmeii, war der B ti!1 d. Das Zentralkomitee des Bundes entsandte Seine Vcrtietcr lediglich zu Zwecken.der Information. Die Einberufung!- k-mimission schlug der Beratung vor, einen zeitw eiligen Jüdischen N a t i o 11 a! r a t zu schaffen, der bis zur Einberufung des Kongresses;; bestehen und sämtliche Fragen des jüdischen politischen Lebens erorten) und Kisc.ä t/.li tut er!; aller P.u'iekn Kongreß gnwithiui) 1 Z i o 11 it e 11 er;d l'rziebing' einer der ihnen auf Hin hii/e zu verzieht ' i e d e r 11 best; h die ab'oiule Die der Teil den M i t ״; i ka.mtlie ballen, 1111 M. K r •en an sie1) auf bi*. Namen der 1. ein» 11. Line cimina Historiker S. M. Dubnow. ״: Rußlands verstanden es“, so gegenwärtig zu orgar.i krc.t ,and ihre Nur das jüdische Volk hat seine St; tonen lassen. Ls hat seine Kräfte iedig’.id! i. ,׳ , , . . (< n Ver־ ׳״■ .;...i, ., Id;; e.hi der zum , j. ... K,1 at/l!.ein. irl• .1 .!:,bei, •'..iß .,b.: 1m In1,;.״־. >ü L!י ii;•1- ־.״׳, aus nnca;ü i\ * t ׳*' ׳׳!;i ׳ ya!(o;i11!H־nn, Id r ';•;;I 11יי.״ aus 70 v.s.hei ihr ׳ ״. n, (he bc- Aiejo,ס 1־• t d;׳!־ IC.״;;;reßdeL g.crlen “!;!;eil vR;.׳den.; ,1 G:..n>j■■ה!׳: ׳ referierte .,volle ivede li eit der :!gar die wilden Völker ie Dubnow aus, ״sieh eiic zu verteidigen, ne noch nicht erich »s! Kn ־e.ii.düc verloren und den innere» P.irUikampi vir• führ guuiU... Das Volk der! nicht wüten, bis ein Zenivalbimitee der 21. Partei r.nr.cn;L'thluß fn*׳. c:1 wird... Mit Uemcdig'.mg F.or. datiere ich, da!; die größte uiid einflußreichste, die zionist,r.chc, Parte! im Interesse, -'er Einigung auf ihr Recht der Majorität verzichtet bat. Es ist Pflicht aller anderen Parteien, den Kampf ein- ׳/!:stellen und einen Ausgleich za ermöglichet». Der Vertreter der ״Vereinigten“ l>r. Krtik verlangte aber die Frage zu vertagen, bis eine Vor* siünJigung mit dem Zentralkomitee seiner Partei, das sich gegenwärtig in Kiew befiiMet, stattjgefundcn habe. Der Vertreter der Poale-Zion, Rafalkes, vor-, langte die Einberufung der Delegierten, die rieb außerhalb Petersburg befinden. Die!:taberutaug einer Konfereuz. der Kongrcßilelegiertcn Zuilralrufllamls sei auch initer den gegenwärtigen Verhältnissen möglich, ln! Namen des Bundes erklärt Saßlawski, daß seine Parte! sich an einem Rat nicht beteiligen könne, der rein politische■ mul nicht ausschließlich kulturelle Zwecke verfolge. Die zionistischen Vertreter J. Bruz k 11 s und B. O 0 1 db erg erwiderten den Vorrednern. Sämtliche Vorschläge der Eiiiberufmigskoiiimission wurden von der Beratung angenommen. Die Vor- Schläge für eine Vertagung der Gründung des Rates wurden ahgelehnf, Der Rat beiraeiltet sich als provisorische Vertretung 1!nd hat u. a. zur Aufgabe, die 1: i u b e r 11 f u n g des Kongresse s zu beschleunigen. ״Wie sein Name andeutet“, erklärte Dubnow, ״bc- (eiligen sich an ihm nur die Parteien, die das Priin a t der nationalen Interessen anerkennen.“ Eine Debatte erregte dann die FT׳a״e der Verteilung der Sitze unter den anderen Parteien, Die ״Volksg nippe“, die zum Kongreß nur zwei Kandidaten durcligeführf batte — W i 11 a wc r und S1 i osb e rjg — verlangte eine gleiche Vertretung wie die anderen Parfeien. Grtiscnbcrg, der Vertreter der ״Volkspartei“ unterstützte diese Forderung der ״Volksgruppe“, da sie aus Männern bestehe, die Verdienste haben und ernstlich gewillt sind zu arbeiten. Schließlich wurden die Sitze in folgender Weise־ unter den Parteien verteilt, entsprechend der Reihenfolge der Kongreßwahl• ergebnisse: Die Zionisten erhielten 23,’die orthod 0 x e ״A c 11U u t“ (״Nczach Jiarael“) und ״Tradition und F'reiheit“) 12, die Poale-Zion 8, die ״Volkspartei“ 3, die ,,Vereinigten“ 7 und die ״Volksr rappe“ 7 Plätze. Am <). April fand die erste Sitzung des Nat io 11 a I r at es statt, Nach einer kur/.eu Gedenkrede von M. N. Kreinin auf Herrn. Cohen wurden die Namen der von den Zentralkomitees dem Beschlüsse der Beratung gemäß entsandten Mitglieder des Rates verlesen. Unter den in /.ehiitaiiswiben von Exemplaren versandt wurden und eine Zeit lang׳ als e i 11 z i g e s Organ dienten, das die oUurtlidic Meinung Palästinas aus lrückte. Diese Briefe erfüllten die Funktion eines verbindenden Zements zwi- ,sehen den Chovrave-Zion in den Diasporaländcm. Zur gleichen Zeit beschäftigte sich Eisenstadt intensiv mit der Kolonisaiionstütigkeh. .Unter seiner Beteiligung wardu! die Kolonien S e d s c 11 c r a, K a s t i n i e, R c c 11 o - b o t h, M e 11111 a und Misch 111 a r- H a j a r d c 1» gegründet. Außerdem betätigte sich Eisenstadt auch sehr ״crfolgrcidi auf kulturellem' Gebiet, Unter seiner Mit- Wirkung wurde in Jaffa die Knaben - und Mädchenscliule eröffnet. Neben dieser riesigen und angestrengte״ Arbeit fand er noch Zeit für seine lite-! r »Tische Tätigkeit und war ständiger Mitarbeiter I aller hebräischen Zeitungen und Zeitschriften, die dem i (rtLjilji h - Zion - Gedanken und später dem Zionismus | dienten. j nt. Als in der zionistischen Welt der Gedanke der Gründüng einer Kolonial bank auf tauchte, wurde Eisensiadt aus Jaffa nach Rußland berufen, wo man ihn bcvotlmäditigte, das Land tu bereisen, für .die Bank zu agitieren «ad ihre Aktien tmtcrzubriugen. Mit gioßer Be- :.!e.zersing unterzog sich Eisenstadt dieser AUssiou und sviuc Ressen führten zu glänzenden Resultaten. 1111 Spätsommer 1902 nalun Eisenstadt am Minsker Zio- ף isteokongreü teil, auf dem seine feurigen Reee1׳ über Palästina die. Herzen wahrhaft zur Liebe für Zion und die zionistische Arbeit entflammten. 11a Jahre 1904 trat Eisenstadt eine Steile in der Jaffaer Anglo-Palestine-Bank an. Später wurde auf seine initiative hin eine Filiale der Bank in Jerusalem gegründet, deren Verwalter er wurde; in diesem Amte blieb er bis in die letzte Zeit. 111 Jeru- ־ uiW'n war Eisenstadt eine der beliebtesten Persönliclikeite*1, sowohl bei den Juden als bei den Arabern. Auf seine Anregung wurde in Jerusalem 419 ״Bctb-Ara“ und erfolgreiche Tätigkeit ausge- «egrümlcl, das zum Sammelpunkt der jüdischen Intelligenz wurde, Eisenslaiit war der ernte Agitator für die Gründm 1g des hebräischen Gymnasiums in Jer 11 s a 1 e!» und anderer Institutionen, Und trotz all dieser mannigfachen Arbeiten gab er sich niemals zufrieden. Es schien ihm, als tue er noch zu wenig, und er suchte ständig neue Arbeitsgebiete!1 Fast sein ganzes Leben hing stand er in Opposition zu den gescliworeuen ,;Versorgern“ des Jisciunvs; er tnalintc sie ständig zu höherem Ernst, größerem Fleiß und mehr Energie. Mit besonderem Eiter verteidigte Eisenstadt die luteresseu der Arbeiter gegen ihre Arbeitgeber und dadurch machte er sich sehr beliebt auch in den demokratischen Kieisen Palästinas, Int Sommer 1912 feierte das ganze palästinensische Judentum 011 ne Unterschied der Klassen und Parteien das f ü n f u r. d z w a 11 2 ig jah r ige Jubiläntn seiner sozialen und literarischen Tätigkeit für j Palästina. j Eisenstadt galt ab begabter hebräischerjour• j'nalist.Jsn Verlauf der letzten dreißig Jahre hat er eine große Zahl von Aufsätzen, alle über Palüstina-Angelcgenheiten, in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht. Eine Zcitiaug war er der Palästina- Korrespondent des 11״ ascii i loa ch“ und des! 11״ aolam“. Unter anderen» publizierte er in ,״Hao j hin»“ eine Reihe höchst i;;tc.׳cr.:r.;1ter statistischer j Arbeiten über die wichtigstes» sozialen Institute in 1 Jaffa und Jerusalem. Uc-jcr r.llcs, was der Feder Eisen-; stadts entstammt, ist eine besondere Scclcnwärme und ein j besonderes Pathos c״.!r'׳.׳cgoc.״:,!. jede Zehe r.inief!in- ן begrenzte Liebe »u.d L:';eb :;hcZ an den jüdiedinationalen En1euerungsgcda1;!:..:1;•;־:] einen Reg;; tiefen Glaubt:n an die lichtvolle Zukm.ft des jüdischen Volkes, Eisenstadt schrieb ajla r.c.sc z,tc.s;.tse *,־,.׳,der Tein Namen Barsilai und unter diese;;! litcrnri-eiien Pseudonym blieb er dem hebräischen Leserpublikum vertraut. Kr,ege tiäamlo Eiken- L,1CL;:d, um flort für den Nr. 23 Veiiivtein der Zionisten befinden!.ich di:׳ Milgheder dt», ciicn 7a rili'ülkomikes; A1 e i 1111 i ko w , S. Br«zlitis, j. G o 1 d b c r g , A. 1). I d e 11• oh 11, ׳ osow, A. J, 1 de) so 1111, Klebanow, tiepstein, Zeire Zion Po r 111!11: ׳ o w , Arono w , i)11 eh an R n i) inst e i n , der Din k 101׳ der K:>10ni,*rb;;11k Katz-!1 el!; oh 11, Pr!•!, U e 11. o w ■1 k i, I >r. Ei!», c׳r, J. Ja- 11t>_v.׳slii 11. 11.; unter den Vertretern der V o | k * p a f. tei: S, Dubnow, O. <J»' 11 s e 11 b e r g, Zin. b e r ן; , Kreinin, S 111 i, J e I 1׳ o j k i 11; unter den Delegierten der ״Volksgruppe': Sliosberg■ Os t ro g o r '״ i, J, K1 c i 11 m a n 11 , L, Stcrnbcr!(, Die orthodoxe ״Achdut“ i.t 11. a. verireten durch die Rabbiner K a t z c 11 e 1 e 11 b o >׳; c 11, Dr. Eisenstadt, Nurok, D r. S c h 11 e e r s o!1 n , Heller, und die Schriftsteller Salman Epstein und J. IX Marion, Die Poale-Zion und die ״Verei- 11 i gte n“ konnten ihre Delegierten noch nicht uitsemlcn, versprachen aber, es in״nici1-.ter Zukunft zu tun. Von den 7h Mitgliedern de. Rates nahmen daher nur 55 an der ersten Sitzung teil. 111 dar, provisorische Präsidium wurden gewählt: Dr. B rti / k u s und A 1 c i 11 n i k o w (Zionisten) Dr, Eisen stadt (״Aclidut“,;, S. M. Dubnow (Volkspartei)' und II. B. Sliosberg (Volksgruppe). Es wurde beschlossen, die jüdischen Gemeinden von der Bildung des Rates in Kenntnis zu setzen und mit ihnen in stämli׳״c״ Konnex zu treten. im Namen des ganzen Rates wurde dem Vorsitzende■ des Organisationskomitee; M. N. Kreinin der Dank für seine unermüdliche sprochen. Vor dem Umsturz in der Ukraine In der Sil/uigg »!er ukrainischen kleinen Rada vom 31. April, der letzten Sitzung der Rad,! vor dem neue«! Umsturz wurde in der letzten Lesung einstimmig die Konstitution der ukrainischen Volksrepublik angenommen. Diese Konstitution garantierte die bürgerlichen und nationalen Rechte der Minoiitäfen und formulierte in einem/ besonderen Grundgesetz• die naiiouaipcrsonalc Autonomie der 1weißrussischen, jüdischen Und!Klinischen Minderheiten. Der letzte Minister für jüdische Angelegenheiten te der Ukraine, W. L n t z k i (Bartoldy), dem׳ nur eine *so kurze Regierung vergönnt war, erhielt vom Rat (lei¬ Volksinmister 500 000 Rubel zwecks Errichtung einer j ü d i s c h e 11 T y p o g r a p 11 i e in der Uki aine und Herausgabe jüdischer Lehrbücher. Gleichzeitig wurde die Bildung eines jüdischen Lehrerseminars auf Kosten der Regierung beschlossen. In einer ganzen Reihe von Städten wurden neue jüdische Gymnasien eröffnet. in den 5 Gouvernements des Kicwcr Lchrkreiscs allein bestehen 03 jüdische Qymnasien. Das jüdische Ministerium erteilte aber nur denjenigen jüdischen Gymnasien die Regicrungsrechlc, die J i d i s c h zur Unterrichtssprache haben, was zu neuer .Erbitterung im Sprachenkampf führte. Als die ukrainische Regierung beschloß, in Verhandlungen mit der ukrainischen Volksrepublik . über die Annexion von Bessarabien zu Ureten, beanlragte der Jüdische National rat durch das jüdische Ministcrium der Rada, aucli einen jüdischen Vertreter zu entsenden, der die Interessen der Juden in Bessarabien schützen sollte. Die Rada nahm den Vorschlag an und beauftragte das jüdische Ministerium, eine jüdische Deputation zu ernennen. Die jüdische Ocffcntlichkeit faßte diesen Beschluß gleichzeitig auch als eine Ausdchnun״ der jüdischen nationalen Autonomie auf das natioiial-politisehc Gebiet auf. Gedanken der ״G eu 1 a t - li aa r e z“ zu agitieren. 111zwischen aber brach der Weltkrieg aus, der seinen Plan vernichtete. Mit vielen anderen verließ Eisenstadt mit gebrochenem Herzen und in tiefer Trauer Palästina in■ mitten der Arbeit und ging nach der Schweiz, wo er bis zu seinem Tode wohnte. Wer Ejscnstadts gefühlvolles Herz und seine höchst expansive Natur kannte, wird sich leicht vorstellcn können, wie sehr dieses Herz bei dem Anblick der schrecklichen Vernichtung geblutet hat, die der Krieg unter dem jüdischen Volke angerichtet hat; und andererseits siel! aucli die Hofinungen denkenkönnen, mit denen »1111 die letzten politischen Ereignisse samt ihren leuchtenden Perspektiven für die Verwirkliebutig des jüdischnationalen Emeucrungsideals beglückt haben. Dem stolzen, kraftvollen Kämpfer für die jüdisehe Erlösung war es nicht mehr gegönnt, die Morgenröte unserer Volksbefreiung niitzucrlebcn . . . Ich will mit den folgenden Worten schließen, die einem der Manuskripte EisenstadU entnommen sind: ״Es waren Tage und Monate, in denen ich mit mciner Familie buclistäblich Hunger gelitten habe; trotzdem habe ich von niemanden eine Unterstützung angenommen und habe alle Vorschläge, das Land zu verlassen, zurückgewiesen. Meine ständige Losung war: Entweder auf der Erdeoder unter der Erde, aber nicht v on der Erde!“ Es kam aber der Weltkrieg und hat ihn mit Gewalt von der Erde gerissen und ihn in die Fremde getrieben. E:n frisches Orab ist im Pantheon der eifrigsten Vorkämpfer für die Erlösung des jüdischen Volkes hinzugcaomincn. Licht werden die Reihen unserer ersten Heldenpioniere. Ihr ehrenvolles Andenken aber wird ewig wach bleiben itn Gedächtnis des jüdischen Volkes, für das sie gearbeitet, gelebt und bis zu ihrem letzten Atemzug gekämpft haben. ׳ k'- ■ k:.: 11;!!;/ fei ln der letzten Zeit vor staut von einer RcBc nacV» Wilna. S. L. Zitron.