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Jüdische Rundschau · 1918-05-31 · Heft 22 (31.5.1918) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIII (1918)
Issue
Heft 22 (31.5.1918)
Date
1918-05-31
Page
– (sequence 5)
Language
German
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! Nr. 22 JUBD1SCIIE RUNDSCHAU Seite 16'j n 1 v *1־'! U •4 ־־ <;*- KUm., Jt ■*t n 1 v i I v 1 1 n, ׳' ihrin Va- 1 H 1c■;r;*[ 0' It he. 1 o 4;• ־’Vr-vl, ו k u $- woMt/. 4U:?. vu1n;ur ־In!;■ c iili'v' us;־ani‘.;!- Klaus, impul- 1 swi- ־ Pc . ‘iüiur ensclit ul den ׳w,;.!■י ־«(> UliBcll.'II i timt mm׳:?• cn Ja• er 111■ ionisti- :it vor :11 111111 die i',1■ Basis ng mit Ijiolitik itionala'bank, n, kurz Ruß- :» mit af zä:l-;tiom.cn! JVr ,־.t die ird, je 111 ״׳.d it ui.d n oder 11 Prim;ml die nd (lad sdmu't 11 f de- 1 O.-U־׳, 1׳ •־׳rtc ־;•.ücuv* HS tUSl ־,vis: a:. סדי׳ I <־־ i» •um 1 r aiKf jM.ai!1 der lunm.m 6 v■' 1־'־ izcii a״ /. war• C l :* t / ־ i:n A!!■ ־׳*-/;יה 5; piew/*-'1' 4 die liier •■־,)illl;;ind ciiaf- Ullt‘1 ־011; nicht u:0? e 1 d• alle Arten der zionistischen Sammeltätigkeit werden ,lareti dir i!:1 ganzen Laude errichteten, vun einer ZenaalslelU' geiciteten K o in iu i s s a r i a t e gepflegt um! .:;e!;e-nutmeßen Beiträge regelmäßig in den ofii/iellen .\\it11-il.oi;,ca de? I.;1mlc>k0initees veröffentlicht. In Wort!:;;u!׳uiii'ii Mul! Neutralen leiten. I.'... geschaffen in der Gemcindestuhe und in den Deb.aiiier iu der Schule mul in der Synagoge, in Stad: mal. übciv.H wo Juden wohne», beschäftigt die natio• Idee die, (kmüter. Die neue politische Wendung I in:.‘, gekcii-izGchnct linrca die Er- Baiiours, Ocniins, Talaats und von dem 11a: ״ie Romano, Ca leb, II erb st der buk;uni eine neue hoffnung•׳. volle l'leiade i.mi.-ien zu neuer Propayanda entflammt und erwaiaen, dail nach der Bccmdi,:׳״וווו de.; Krieges uie fri eite Saat lierriielte Frücliie tragen wird. Die e i. 1. p : 1־ t c 1 bildet den äußersten linken i'hiuel der indischen Inlellektuelleii, ihre Mitglieder re- ,,nitieteu s.eli zum Teil aus früheren extrem teirito ,;;,ji;,ji:fl1 gesinnten Llemciuen, denen d.n; ii.ntion.ali-.tixch(; I kad zu eng fitr ihr angeblich incnsdiheitsbcglückoudcs 1;;ewoiden, teils aus jüdischen Ari'.i ilern, (letten ,',er /aiall ein. die .Hielt 11;׳n <11: i'i״; U.u<au,en l,|i.sehes, .ilten;,m:;cr /. ■ S ist ZU zu einer aktivistNeheu jüdischen Politik versoll eine Art Bund jüdischer Organisationen werden, der unter Ausschaltung aller inneren Zwistigkeiten und ange •idits der besonderen politischen Lage eine Art Burgfriede in der bulgarischen Judeubeit cinführeii würde. Der Ge.laiike an sich iü natürlich alles l.obes wert. Der alle Veteran Prcssiado Romano, der auch im Kriege die Zionisten in Muignrien liiltrl, bürgt dafür, daß bei etwaigen Ko.nproinißbesehlü ׳ en die Grundpfeiler des bulgarischen Ziimi'unus intakt bleiben. kaiserliche Rc iera R. H e 11 J e 11 ti d a. IToschiire Las. aller, oder Sake: oi'1s in l׳a;al gedrückt bat. Iiumerliiu hat diese Partei ihre Verdienste um das jüdische Leben Bulgariens,;c!cd nmueiiUieli dazu hci׳.׳et1׳agou, das Interesse tur; ei.11׳(', soziale. mi.l politische Betätigung in die Web;e-steti Masse.1 zu tragen, eine Lei׳ tun;;, die zuguterletzt auch der zionistischen Lnihlcr.orgniiisapou zugute kommt. , wischen Zionisten und Sozialisten herrschen aullerhall) er Dibafierldub. p»r ö.licbe an genehme. Beziehungen, uie iiäuiig zur Bckehrni’g inanebcr rot blauen Seele 'iilireii. Line;:.111/ andere Art Menschen sind die söge ).umiai N c u t r a I i s t 011. In Deulselilaud wiial man c au, in׳.!en verstehen, wenn man sie als ״bulgarische kür,;er jüdischer Konfession“ bezeichnet, 11:11 dem I ',liersriiied, d:. i es mich mit der Konfession bei den Igaii .r ,;׳!Dt" iinilaiit.;׳• i■ eilen einige.t zentriei'i L i 0!1 i: le:1, leio lien üi'gern“ nieiil sehr weit 11er ist. ״Neui-t nur eine Vcricgeiiheitsnezeicluiung für Assi- Da ׳ im Orient die Assimilation im westcuro- Sinne, 11. 11. die Taufe nicht!Mode i.t, so hesich diese ieidei׳ um die Doge Bnc-Britli kou- 11 ׳ Elemente öffentlich za erklären, (fall sie dem .sn us gegenüber indifferent rein w״l teil aber i!11 IDbrigen, die einen bewul.t, die;!.;deren mibewullt, passive Resistenz, eine Erscaeiinnig, die namentlich in dt 11 gegenwärtig politisch schicks.alssciiweieii Zeiten, wo es sein da ran i* aukonuiit, den V/iden ■des j;:di--.du־n Vulkes zur natiouaKn Wnt'.eigelmri zu 111a11ifestiere;1, doppelt unangenehm um! r.toiviKi 1.nijU'iunlcn wird. Keueniiiig's sied liegreiuiiigen nul'geta’echl ach. /11׳ .׳ w.evu'l.cii Male! emrii Koiiiproinig zwischen cm k Parteien herbci/nfiilireii, Versuche, eine allgemeine ,.I׳i:i:tt1'rm•‘ z!1 ,inden, aai welcher alle jüdischen Olgaiioaiinuai zu nt beiten sich einigen könnten, ohne dabei Wesentliches von ihrem Parlciprogrumm pirisgchen zu iiiüs'cii. So wird in der kt/len Niimnier der Zionistischeu Monatsschitl ״livrejski (!lass“ (die ,,Jiidisciie Stiimne“ - so genannt nach der ersten Zionistifchen von Dr. Jostu: Caleb vor 20 Jahren in bulgarischer Sprache heraimgegcbencn Wochenschrilt) der Vorschlag gemacht, Zionisten mul Sozialisten sollet! einiges von ihrem Programm aulgebeu mul so auch die Literarisdie AliÜeilmigen Die ,,Sozi 1 מ i st i s ti sch e 11 M011; vom U. Mai verölfeiitliehen einen Aufsatz über die s t j ii d i s c h e 11 Arbeiter in D c n i s c I; I a 11 d“ \0:1 Julius Berger. Die Studie gibt auf Grund eines /iivcrkiwigcii Materials ein anschauliches Bild über die Lage der während des Krieges nach Deutschland eingewandelten jüdi, eben Arbeiter und enthalt neben eine! K>iük der bisherigen l־ürsorget:iÜj;keit für diese Arbeiter wertvolle Winke und Vorschläge fi'tr eine Ver-!־•esst rung ihr er Wirtschaft liehen und kulturellen Lage. .,<v u der Schwell e'* neunen sieh poale-ziouistische Saiuinclhefte iu zwangloser Polgc, deren erstes I I1. lt :'■oeiu'ii (bei Itzkowsky, Berlin) erschien, iJas lieft vndiäh iolgemSe Beiträge: S. Ru-schow: ״ln der neuen Herberge“; Dr. M. Rose nie 1(1: ״Der Schutz der j1;di.v;heu nationalen Alinderbeit“; L. C 11 a s a 11 owitsch: ״Die landwirtschaftliche Prodtiklivgonossen* scliaft iu Palästina“; J. Eutin: 15. Borochow; R S a lir. 8 11 : ״Die drei Natnen“ (Borochow). Die Auf- ' •■ze sind in jidischer Sprache geschrieben. Zu he- /u heil durch J. Korn leid, Berlin N 21, Elsässer SuaLe 711ד. (Preis - 5* Mk.) Aiiläliheh dt ר jüdischen jngeiidtages in Wien erschien ch■ Soiidernuuimei־ der ״Jüdischen Zeitung“, y11' u. a. folg,ende Beiträge tut hält: Dr, Siegfried Bein- 1' JJ|oguauim einer jüdischen Jugreiiiiheweguu״•; Avioh Bobm: Die Aufgaben der zionislisclieu Jugend; Max Brod: Worte an •die neue Jugend (aus seinem neuen unveröffentlichten Roman ״Das grolle Wagnis“)• Dr. Jona Ki ni in c l: 111 den Kindergarten oder zurück m den GliederDr. Ernst Müller: I)!■ Nathan Birnbaums religiöser Aufruf; Michael Walter, Martin I'hIht in Wien; Gustav Landauer: Martin Huber (.ms dem Bubcrlieft der ״Neuen Blätter“). Von Umberto Cassuto ist in den ״Voröifcnt- Leitungen des kgl. italienischen limlituts für höhere• Studien“ in ITorenz (Verlag tiak'Ui und Cocei) eine Geschichte der Juden in Florenz im Zeitalter der Renaissance erschienen. (Gll Ehrei a 1• irenze neli'eta di rinascimento 418 SS.). Das Werk bestellt aus drei Teilen: Die Gemeinden und ihre Schicksale. Soziales und privates Leben. Literarische und wissenschaftliche Tätigkeit. 14) hl Vom Zionismus in Ungarn Das Lnndeskomifcc der Ungarländischen Zionistise'ieu Organisatbm hat in seiner Sitzung vom 2־). AtivU US. Jrs. beschlossen, die XII. Landeskonferenz •der u n g; a r i s c Ine 11 Z i o 11 i s t e 11 für Mitte Juni nach Budapest citmiberufcii. Die letzte Landeskonferenz fand im Jahre IGl■i vor Kriegsausbruch statt. Dcmgcinäl» st and auf der Tagesordnung der vom weiteren Landes koinitee!'י״ tingailändischeii Zionistischen Organisation am 2•). Mai ahgelialteueii J a 11 r e s v e r s a in m I u ״ g in erster Reihe die Vorbereitung der Konicrenz. Nach der Eröifn.ni'isrcde des Präsidenten Iiig. Armin Bei egi wurde die Versainmliuij; von Herrn Ludwig Bat 6 im Namen des Aktionskomitees begrüßt. Nach Aubüren der Referate wurde als le.iiiiii für die Landeskou[״׳״!/ der 30. Juni he.timmt. Die von Advokat Dr. Elias Blank in Marainnros- Szigei im September v. j, eiugelciletc Aktion zur Aulbringung; eines Zionistischen Preß- und Org a 1! i s a t i o n s f o 11 d s in der Mühe von lüfl (100 Kronen auf Grund von tjaratitiezeicliniui ׳er, im Mindestbetrage von je 1000 Kronen hat einen vollen Erfolg aufznvveisen. Mit den in No. 10 des 7״. s i d ö S z c m 1 e“ ausgcwiescnci! 9000 Kronen bähen die Zeicbmu1g.cn - die übrigens fortgesetzt werden sollen — den volku Betrag von 1(10 (!00 Kronen erreicht, lieber die Art der Verwen- (hing des (iarantiefonds werden die Zeichner in einer gleichzeitig mit der Landeskonferenz abzuliall.cnden Berntung nähere Bestimmungen treffen. Herr Dr. Nissan Kal; an (z. Zt. Belgrad) schlägt in der genannten Nummer des Zsidö Szemle“ vor, den Fond neben dem Aushau liie-ert Parteiorgans hauptsächlich der Herausg n h e von u 11 g arischen S c 11 r i f t c 11 ii her d e n Zionismus mul die moderne Judciiirage dienstbar zu machen. Audi sollen einschlägige Werke in bebräisciicr, jidischer und deutscher Sprache an,־),״schafft und am" moderner, fachgemäßer huchhitiullcrPchor Grundläge vertrieben werden. In den Aufgabenkreis des Preßmul Org.anisationsfoncls wären ferner cinzid'czichcn: die Veranstaltung von Vorträgen, drainatischcu Abenden, Konzerten, Kunstausstellungen, die Einrichtung eine!־ zio- , nistischen Wanderbibliothek, cincp-'Niederlagc des Bei zalcl, hebräischer Spraelikurse usw. 1 |!:in zarislisciic-8 Geheimdokument | In Heft ö der vom russischen Kommissariat für 1 auswärtige Angelegenheiten veröffentlichten geheimen I diplomatische« Dokumente befinden räch zwei Dokumente! über den ״Anarchismus“. Das erste Dokument | stellt ein vom 14. März 1901 datiertes ״Protokoll“ j dar über eine Vereinbarung der Regierungen von Ruß- ' laiul, Deutschland, Ocsterrcich-Ungarii, Dänemark, Sclivve-! den, Norwegen, der Türkei mul Bulgarien über, die Be- 1 aufsirbtigimg׳ und gegenseitige Auslieferung von Anar- ' elii'ven. Das zweite ״U eher die Anarchisten“ 1 buOicite Dokuiuenl, das das Jüdische Prcßhiiro iu Stockj iiolm soeben i!p Wortlaut veröffentlicht, ist eine Denk- 1 sebrift lies damaligen Ministers des Aonßercn Graf! La in :;darf an den Zaren.! Die umfangreiche Denkschrift, die das Datum des; 3. Januar a. St. 1906 trägt, stellt einen plumpen Vorsuch dar, die sozial-revolutionäre Bewegung in Ruß- Land als ein Unternehmen des internationalen Judentums dar/iisielleii, La ms dort' glaubt den ״Nachweis“ füllreu zu können, daß aus dem Ausland eiugeführtc Waffen und Geldmittel, über die die revolutionäre Bewegung in Rußland verfügte, von den ״jüdischen kapitalistischen Kreisen“ des Auslands. herbeigesclialft worden seien, ja daß die ganze revolutionäre Bewegung von diesen Kreisen geleitet werde. Einen der Beweise für seine Behauptung; sieht Lainsdorf in der Tatsache, daß ״die regierungsfeindliche Bewegung, die mmiittelbar nach Veröffentlichimp; des Manifcsis vom 17. Oktober so sehr entflammt war, zeitweilig mildere Formen aniialun, sob a 1 d die. Masse des russische 11 Volkes ihrerseits auf die regierungsfeindlichen!Manifestationen mit jüdischen Po g romcu reagierten.“ Einen weiteren Beweis sicht der rus-dsehe Minister darin, (laß nach den ••,rollen Pogromen in kui'iland die Juden Frankreich"•, Englands, Deutschlands und Amerikas HilLsaktioiicirzum Besten der Pogromopfer durehführlen. Besonders hätten die englischen und amerikanischen Juden Sammlungen sowohl für die Unter- Stützung der Betroffenen als.auch zur'TdewntTnung d־״ jüdischen Jugend veranstaltet, ״ohne hierbei diese beiden Zwecke formell von einander zu trennen.“ Lainsdorf schließt daraus, daß die praktische Leitung der rnssischeu revolutionären Bewegung sieh in jüdischen Händen befindet, ״Unter diesen Bedingungen ־— hei der offenbaieu Förderung der russischen Revolution durch die Juden aller Länder in der oder jener Form, in grö- Heren» «der kleinerem Maaß und vor allein dadurch, daß sie mit intelligenten Führern, Waffen uml Geldmitteln versehen wird — werden vollständig die sozusagen rein internationale Seite unserer revolutionären Bewegung und damit auch diejenigen Kräfte klar, gegen di: die den Kau'pi <!üi1r<1׳> uni'*, eociu'-o wie die Faktoren des ,lautlichen und gcsGBchaUbcbei» Lebens im Au-damle, auf die sie sich;11 (h e u Kam,׳. - stützen “ Audi die ״Alliance Dra׳:!ite Un:v׳ r» ■k•:“ t;• scheint natürlich wie ale ,ü u c'.h 11 Or. a isa ionen d '־> Auslands -- dem res T,eben MinHer als ein i i<«1 d״' revolutionären Unter.•״i!t/»»ng. Er bezeichnet als das Hauptziel der Alliance uen ״n 11 s e i t i g e n '1 riumpf ü e s a 111 i e 11 r i s 11 i e!1 e n n n d a 111 i m o n h r c h i »> t i seil eit Judentums (das fal.ti-cli schon I'׳'-•• Ei 1 ׳• m Besitz genommen hat) v c rin i f t e I s d e s « 1 :• I.« c ־ יי mittel f ü r di e n 11 w isst• 11 d e M a ssi■ dient• ' den Sozialismus.“ Dabei bringt Laim-!«rf de Alliance mit dem fran/ö »-.dien Frciinaureniun;! ei:׳• :« merkwürdigen Zusanimciihaiig. Nach den Regeln detranzösiselien Ficiiuaur. riuius wurde der in di? fd,S!1:'c des Freitiiasirertunis E11i1'!״a1e durcii diesen Akt selbst ein Mitglied der ״Alliance J ■raelitt Univtracjle“ u d (1c;1 i.ncn Obersten ...all 1, cmäli fünf des aligeiiieiiien, aiilrceht. erscheint Auerkeuunter (1(11 neuen Mitulicdcrn de Rates des Freimaurcrtimis müßt11.׳ Juden sein. Die Forderung :;leidien, direkten, gehcimui Wn Lainsdorf als das Prinzip, ״tlurdi de״?•־» innig die Regierung die von der radikalen Gruppe m> Iicißi1e;:e!1rte voll t,311• 1 i:;c Ik־-e!ti,:111H; der hislori.cii gevor• lenen rechtlichen tUm1r.G.:x• tur den Triumph d>« Judentums in Rußland, deren Vernichtung die zukünftig (in die Duma) gcwabltcn Leute der ruv-ischcn Eule wohl auch nicht wünschen konnten, he.bcifü'.rt n würde.“ Im Kampf gegen das ״antiebri ,tlielie und antiniunareiiistisehc Judentuni“ sieht Lainsdorf folgerich.ig als die natürlichen Bundesgenossen der russischen Re^icning die katholische KirClie, ״die ein.-i :e gleichfalls allwiTIlicii /entrau •lisch or;;aui •ieric cliridiiche Genieinschaft“ 1md das monarcliischc Deutsche Reich. Er schlägt dcmgcmäll dem Zaren vor, die Beziehungen Rußlands zum Vatikan in Zukunft noch inniger zu gestallen. ״Der Vatikan könnte uns einen unsthidzbaren Dienst durch die Mitteilung von faktisdicn Daten über die zersetzende jütlBclic Ficimaiiivr-Organisation und ihre Abzweigungen, deren Fäden in Pari, zusammenlaufen, erweisen, eine Organisation, über die hiistc Regierung leider wenig unterrichtet ist und deren Tätigkeit der Vatikan sicherlich auf die aufmeiksainvte Weise beobachtet.“ Bezüglich D e u t s c Irl a 11 d s könnte, so versichert Lainsdorf, ״eine weitere Annäherung seiner Regierung au Rußland eine noch cn cre als die i.n Protokoll vom 1. Mürz 1914 über den Kampf mit dem Anarchismus begründete, nur vollste Sympathie in Berlin finden, da nicht verkannt werden kann, daß Deutschland zweifellos der erde Staat ist, der nächst Rußland den Kampf mit der sozial-revolutionären Partei zu be.dehen haben wird. Regierung und C1(‘?elT־cbaft in Deutschland konstntiercii schon im gegenwärtigen Augen.>iick nüt größter Beunruhigung die tuiz.weifeüiafte Einwirkung der russischeu Geschehnis• c auf die so/ialiiernokrali;che und Arheiterfra:;(:, um von der speziellen regk-rung-fciudlicheu Bewegung in den Proviu/eit Preußiscli-Polcns ztischwcigen“. Für Laiiisdon steht es fed, daß hinter dieser Bewegung in Dcuischlaiui ״die gleichen anfichiisilicheii und antiinonarchistisehcii Faktoren, die auch in der russisehen revolutionären Bewegung wirkten und wirken“, am Werke seien. Als Beweis für die Richtigkeit sei- 11er Darstellung führt Lainsdorf die ״Deutsche Tag cs zcitung“ an, die sich das spezielle Ziel gestellt habe, den Kampf gegen diese Faktoren zu organisieren. Das Dokument schließt: ״Kadi allen oben geäu- Berten Erwägungen unterliegt es kaum einem Zweifel, daß ein vertraulicher und o f f e 11 ii c r z i g c r Meinungsaustausch unsererseits mit den kriegführenden Sphären sowohl in Berlin als auch in Rom in der oben augezeigten Richtung in höchstem Grade notwendig ist. L.r könnte die Grundlage für ein ganz nüt/• liebes internationales Zusammenwirken sein, erstens hin• sichtlich der Organisierung einer wachsamen Aufsicht, sodann auch eines aktiven gemeinsamen Kampfes mit dem allgemeinen Feind der christlichen und monarchischen Ordnung Europas. AD erster Schritt in der erwähnten Richtung und zum Zwecke, die Hauptgrundsätze für ein künftiges Aktionsprogramm klarzusteV.cn, scheint cs wünschenswert, sich vorläufig auf einen ganz vertraulichen M e i u 1111 gsa u st a .1 s ch mit der deutschen Regierung zu beschränken.“ Dieses charakteristische Geheimdokument der zaristischcn Regierung zeigt aufs deutlichste, mit welchen Mitf.cln die verantwortlichen Staatsmänner des vonevolutionären Rußlands ihre Judcnpolitik begründeten. Weldies Maß von ZynBrmis und Verdrehungskunst gehört /. B dazu, die Judcnmctzeleien der Revolutionsjahre ni? Ausdruck der Verteidigung des russischen Volkes gegen die revolutionäre ״Gefahr“ hiuziiuteflen! Wem! cs noch eines Beweises bedurft hätte, daß sich die russische Regierung des Judenpogroms zur Eindämmung der revolutionären Gärung bediente, dieses Geheimdokument allein hätte genügt, um den klaren, unbestreitbaren Beweis zu erbringen. Die Fälschungen, Verdrehungen und Erfindungen des phantasicrciclicn Herrn Lainsdorf sind zu plump und zu offenbar, als daß man sich mit ihnen im Einzelnen zu beschäftigen brauchte. Von besonderem Interesse aber dürfte es «־ein, dal) Graf Lainsdorf die Regierung des Deutschen Reiches für geeignet hielt, um gemeinsam mit ihr den Kampf gegen das ״antichnstliclie und aniimoiiarcliistische Judentum“ atifzunchmen. Dieser Vorschlag des russischen Ministers '״־ Acusseren erhalt dadurch noch erhöhte Bedeutung, da der Zar selbst, der sich von der Beweisführung vollkommen überzeugen ließ, an den Rand des Dokuments den eigenhändigen Vermerk machte: ,Man muß ohne Verzug in die Unterband lung treten

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