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Jüdische Rundschau · 1918-05-31 · Heft 22 (31.5.1918) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIII (1918)
Issue
Heft 22 (31.5.1918)
Date
1918-05-31
Page
– (sequence 2)
Language
German
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\ Seil*• 160 )ÖEDISCii ׳1! (i Nr. 22 Kampf oder Verzieh!? In Heft 12 11er ״Neuen Jüdischen Mountsliefie“ hat Heinrich Margulies einen A;;, vcrul[entlieht, in dem er gegen eine ״Vergeistigimg" des Zionismus im Namen der ״verweil• lieinuig“ polemisiert. Der Aufsatz fand in den ״Neuen Jüdischen Monatsheften“ (lieft M vom 15. April) eine Entgegnung von Kalium Goldjn a 11 n, l)t׳r folgende Auls•׳!!/, von Robert Welt seh nimmt ebenfalls zu ds!1 Ausführungen Margulies’ Stellung. W'eUschs Lrv.id.Tm; ׳:, die wir aus Raummangel leider erst heute veröl »entliehen können, gewinnt angesichts der Debatte auf■ dem Jüdischen jngemltag in Wien (siehe unsern heutigen lk'riclit) besonderes Interesse. Der Gegensatz, den Heiurieli Margulies in reinem Aufsatz ״Wege und Irrwege" (lieft 12 der ״Neuen jiid. Monatshefte“) kcnuzcic’anet, ist nicht der Gegensatz zweier Entwicklungen im Zionismus,. s<mdem der tiegonsaiz zweier Weltanschauungen. Es . ist ein Irrtum, anzimeliinen, dal) der Krie diese zwei Ricatiwreu erzeugt hat, und die Bezeichnung ״Vergeistig«»)'‘*‘ uuu ״Verweltlichung“ wird ihrem Wesen nicht gerecht; sie bestehen seit Ewigkeit, und ich möchte sie lie.'er Idealismus und Po■iiivismus nennen, wohl wissend, dali aueii diese Terminologie noch keineswegs eindeutig ist. Dal! die Welt so sein!null, wie sie ist, Dt für manche unumstöfliiclie Ucberzeuguug; für sie i-t die Geschichte iiiiircicliemicr Beweis, das ״organische VC erden‘‘ verbürgt ihnen die Notwendigkeit des Gewordcnen, das das Resultat der wirkenden Kräfte ist. Wer diese Welt vermint, stellt sich nach der Anschauung 1'iwvr iV-״ivi־;en au! den Baden der l'nvv!rkl:chke»t. M.:.g.:ihs uwi-n, deii erst der Krieg dazu führte, daß man. den Krieg verurteile;».;, sic.» von dieser VC c.t anv.׳a; d;e. ihm wird auch ein so schauderuaftes Er»!.;- nis wie dieses׳ Krieg eine Bestätigung der Unerläßlichkeit der Anerkennung der 1r.ate:iali»ti.-c!1-ö;<ono1ni»chcn Gcscliiclits/iisamnicuhängc. Da diese Welt nicht anders sein kann, als sie ist, gibt es nur einen Gegensatz zu ihr; die Negation der Wirklichkeit schlechthin, eine Flucht in ein jenseitiges, geistiges Reich. Hier setzt di•! verhängnisvolle Täuschung ein, die Margulies diese ״Irrwege‘‘ ciiischlagcn, diesen Aufsatz schreiben ließ. Wer daran glaubt, daß die herrschende Macht alles Lebens nicht die ״matcriaiistisch-ükonomischeu Gcsehichtszusaimncrihängc“ (durch die sich retrospektiv alles so schön erklären läßt) sind, soliden» der Geist, der gestaltende, schöpferische Geist, und sein Werkzeug der Wille, der kaut» sich nicht dabei he-' ruhigen, daß die Welt, die vor Verruchtheit stinkt, notwendiges Resultat geschichtlichen Werdens ist; aber er wird siel» auc.it nicht von ihr abkehreii und Askese üben, sondern er wird mit der ganzen Kraft seiner Seele das eine Ziel anstreben: die Acndcrung der Weit. Und er wird sich für alle ,Schmach und (icnieinlieit, für diese ganze Welt verantwortlich Jiihlen, sie nicht als notwendig liiimelimcn, sondern als Schuld empfinden. Dem Geist gegenüber verblaßt das Argument der Historie. Sein ״Ich will“ schafft Welten, und der Eitivvaud, es sei etwas ״noch nie dagevvesen“, hat für diesen Willen keinerlei Ueber/eugiingskralt. Aber der Wille klammert sieli an die Wirklichkeit; denn mir liier ist der Stoff für seine Schöpfung, nur liier kann die Idee Gestalt werden. Und sie wird; das ist der Sinn aller Tat. Der ״Königsgedanke“ des Helden, von dem ibsai spricht, ist die treibende Kraft der (jcsciiiclite. Der an die Idee glaubt, au siel» selbst, sein geistiges Wesen, glaubt, der meißelt aus dein Block der Jahrhunderte die sinuverkündemie Gestalt. Es ist für mich immer feststehend gewesen, daß dieser idealistische Glaube an die Macht des schöpferischen Geistes das Fundament des Zionismus ist. Wenn Margulies diesen Glauben etwas geringschätzig als ״Moralismus“ bezeichnet, der in ein Kloster gehört, nicht aber in diese Welt der ökonomischen Gesetze, so linde ich für diese Anschauung nur eine Erklärung; sic ist nicht zionistisch. Der Zionismus, daran muß festgehalten werden, will das Judentum von Grund auf um wände ln, Wenn wir heule ciuschen, dali diese Wandlung nicht geographiscli zu verstehen ist, da das ganze jüdische Volk nicht plötzlich nach Palästina übcrsiedeln kann, — und Margulies gehört zu denen, die diese Tatsache am stärksten betonen ־— so folgt für mich daraus nicht, daß wir eben auf jede Wandlung verzichten, die gegenwärtige Lage hinnchmen und nach Möglichkeit all* mählich zu verbessere trachten, sondern cs folgt daraus, daß der Zionismus, dessen Zentrum immer in einem ganz realen Palästina liegen muß, für das Judentum eine geistige. Macht bedeutet, die wandelnde, ernchültcnidc, «!»»stürzende, aufbauende Kraft hat. Darum sagte ich in dem von Margulies zitierten Aufsatz» (״Der Jude", Dezember 1917) — so wie viele andere vor mir —: Der Zionismus ist die revolutionierende Bcwegung im Judentum, Wagt jemand, das als schwächlichen ״Moralismus״ zu bezeichnen? Allerdings, ausgehen muß der Zionismus von der I d e e, so wie j e d e Bewegung, die in der realen Wirklichkeit etwas schafien will. Mit dieser Art Revisionismus, die Margulies propagiert, wird der Zionismus wenig Schlagkraft haben. Und noch eines: im jüdischen Volk muß der Glaube bestehen, dali der Augenblick, wo cs auf den heiligen Boden Palästinas zurückkehren kann, etwas schlechthin Außerordentliches, Unvergleichliches ist. Es muß sich bewußt sein, daß damit ein neues Leben zu beginnen 11:1t. Denn seien wir uns darüber klar, daß alles auf die Intention ankommt, in der eine Sache getan wird. Marftulies sagt den Leuten, die sich anschicken nach Paiistiiiii zu gehen, daß •sie dort ein gleiches Leben ■wie hier führen werden, nur mit andi-rcni Am.tnc.1. 1:d im Irrtum: sie werden dort ein gänzhen ueueu l.euca führen. Bemühen wir »111:. doch nichl, dc1׳ Idealismus und Enthusiasmus zu ernüchtern statt ihn zu eiittacheu. Wer eine Errettung und Erlösung des Jiideuvolke.» \vül, kann diese Wirkung nur von der idealen Inleiilioii uer 1 lerzeu erwarten. Ün? war auch bei Aeliad 1 iariai s.eis da., Won von der ״Techijath imlevrawoll»'‘ »las Wichtigste. Verkleinern wir den ,׳;roßen Augenblick nicht, nehmen wir iiiiu nicht seine Feierlichkeit. Veikieineni wir auch unsere Aufgabe nicht, die' riesengroß vor uns hegll Margidie.’ Positivi unus hat .־!tidi eine einseitige Vcrkeunung unseres zionistischen Streben:־, zur Folge. Die ganz falsche t Icrcinziehiing Ach.r.l lhiains beweist das zur Genüge. Das, Mißverstehen Achat Itaanrs, das Margulies mir und meinen Freunden vorvv.rit, begebt er selbst in umgekehrtem Sinne, Niemals Indien wir aus Achad Ihiam eine ״Venclimiuig des Oektmoniischen“ litf aiirgeleseu; diese Entstellung leisteten fielt nur seine Gegner, uni mit dieser platten Waffe ge geil ihn zu kämpfen. Margulies schmiedet nun dieselbe Wafic gegen tm:;. Niemals haben wir eine ״Vcrfehmung des Ocko- 1;0!nische;1״ gepredigt; Margulies aber unterschiebt es »ms, man darf wohl annehmen, bona fide. Hier wurzelt das Mißverständnis. Wir haben nie das OekonomiscUe gering geschätzt; im Gegenteil, wir haben ihm grolle IkGcsibmg beigelegt. Gerade weil wir sahen, daß das ganze Elend der Welt (ich meine nicht nur den Krieg) daher stammt, daß das Ockoiioinischc den Geist überrumpelt hat, wollen wir es wieder der Herrschaft des Geistes unterwerfen. Man kann nicht die Wirtschaft ablelinen und sagen, die Welt solle nun ohne Wirtschaft, aus reinem Geist in stehe!;;;:'.•er «!an kann diese Art Wirt ebaft abkhnen, die;־egenv,är.i.; die Mensch( a verkn׳ ch'.ct hält. Mau kann, uni des Menschentums der Menschen willen, eine Befreiung der Seelen ersehnen. Damit ist aber nicht ״der für einen mit seiner■ Zeit sclirilfhallciiden Jude!» selbstverständliche Gedanke, daß die Erschlic- Illing Palästina'; nach den ■ modernsten Gesichtspunkten des Sozialismus und der Sozialpolitik zu erfolgen hat", gemeint, womit ,Margulies ״sich bcsclieidct"; sondern eine grundsätzliche Einstellung zum Lehen, die dessen Bewertung nicht von ökonomischen, solidem von geistigen Grüditspiniklcii ableitct. Es ist eine Frage der Supcrion'iit, eine Frage danach, was den entscheidenden Ausschlag gibt. Es ist bedauerlich, daß an einem Geist wie Margulies sein eigener Satz: ״Die Judcnlieii ist nicht nur den Völkern verhaftet, in welchen sie lebt, sondern auch ihrem Geist“ -- so grausam exemplifiziert wird, Margulies ist dem Geist dieser europäischen Welt ganz und gar verhaltet, und er fügt sich ihm mit Bewußtsein. Itn jüdischen Volk aber, so hoffen wir, wohnt noch eine andere Seele; dieser Seele Selmingrngen spür; Margulies nicht; er weiß nicht, daß es dem jüdischen Volke im Grunde auf etwas ganz anderes ankommt als darauf, in beruhigtem Wohlstand oder in geordneter Wirtschaft zu leben. Dies letztere wollen auch wir (muß gesagt sein, um neuen Mißdeutungen vorzubengen), aber ein solches Ziel genügt uns nicht. Der ganze Jammer dos europäi ch-a1uerika!1i:chen WirBchaftsgctricbes mit seiner Mechanisierung der Seelen und Tötung des Gelstes, mit seiner Aufrichtung und Sanktionierung des Verhreclieus und der Brutalität würde sieh uns in unserem neuen Laude nuftun. Deshalb tut uns not, daß auch der Geist des Volkes erneuert werde. Daß in Paliistina etwas entstehe, was nicht nur quantitativ, wie Margulies sieh bescheidet, sondern qualitativ von curopäiscb-amerikanischcm Leben ahweiclit. Die schmerzliche Ablehnung dieser europäischen Welt ist nicht die Folge der Beleidigung aller mcnschliehen Instinkte durch den Krieg. Sic war schon vor dem Krieg in einer großen Zahl junger Menschen lebendig; als literarischen Ausdruck dieser Stimmung sei nur auf das 1913 erschienene Buch ״Vom Judentum“ (herausgeg, vom Verein Bar Kochba, Prag), ,und auf zahlreiche Aufsätze aus jener Zeit hingewiesen (vergl. z. B. meinen Aufsatz. ״Vom Wesen des jüdischen Nationalisinus“ im Kongreßheft der Jiid. Turnzeitung). Wenn Margulies wirklich keinen Unterschied kennt zwischen unserem jüdischen ״Nationalismus" und dem Nationalismtts der andern, imperialistischen Völker, dann hat er m. E, über den jüdischen Nationalismus den Stab gebrochen. Dann hätte z. B. euch Ludwig Rubiner mit seiner Kritik des Zionismus recht; Margulies bat da die empfindlichste Stelle berührt, die für einen gro- Ben Teil unserer Jugend von entscheidender Bedeutung ist. Die geistig gerichtete Jugend wendet sich heute vom Nationalisriius ab und sucht wieder Wege zu reinen, günstigen Menschlieiisidealen, wie einst in der (sehr zu unrccht als ״überwunden“ verspotteten) Epoche des Humanitälsidcals. Margulies, der sich cuf Len sch und Plcngc beruft, wirft u n 3 Abhängigkeit von dcutschein Denken vor, weil wir in dem Gedanken der idealistischen Philosophie verwandte Grundtendenzen unseres Strebens fanden!■ Ich glaube, daß Gedankengänge wie die erwähnten eines Lense!» und Piengc mit ihrem imperialistisch-apologetischen Charakter dem jiidischen Geist weit ferner liegen und es zu ihnen Inn eines viel weiteren Weges der Assimilation bedarf, die mir gerade in dieser Form eine höchst bedenkliche Er-■ scheimmg zu sein scheint. Wir hoffen und setzen alles daran, daß der Zionismus eine Erlösung von dem Gift werde, das in Europa aufgegangen ict; darum werden wir nicht ablassen, die ״Diktatur des Geistes‘‘ zu proklamicrcu und werden ulcmais vor dieser Wirklichkeit kapitulieren, wie cs Margulies'tut. Heißt das nun ״los von der Wirklichkeit!“? Soll die Forderung «ad» Gerechtigkeit darum - aufgegeben zu •igkeit in ('!cr Jiini cii](. werden, weil Gerechtigkeit bisher nie »verwirklicht wurde aut Lraen? Die Idee sei ■dadurch ״wideric:׳!“ daß ihrer Rcalisiermi f nur der eine Weg, der der füll!•;? biegt nicht vielmehr allen Leben, Wert hie:׳, die de1; Menschen Seele erfüllt? Wir wol) Gemein;chaft von Menschen, die sie!! dc;sen b.'w!׳;t sind, daß ihr Lehen nur durch die Idee eine » .Sun! komm!. Und deren zentrales Lcbeiispr.-blem daher 1;ichj die Frage des Erwerbes mul der Anhäufung m::l p.0 dukfivieniiig von Kapitalien ist, soinleru die Auf ׳ahe |)(,j gereihter Verbürgung der materielien Existen/"für Glieder der Gemeinschaft durch ehrliche Arbeit zur j'r. Zeugung mul Beschaffung der Verbraucksgüter doch darüber hinaus ihr Monsclienwescn zu bewähren Das ist heule nirgends auf der Welt Wirklichkeit; aber wir — wollen cs eben. Dazu nun reichen allerdings die üblichen Wege der ״Poüii:;‘‘ nicht aus. Aber es ist kindlich, Huber ״Gegner- Schaft gegen jede Politik“ vorzuwerfen. Wir wollen »eine reale Menschengemeinschaft schalten, und cs Lj eine seltsame Tatsache, daß gerade diejenigen, denen Margulies Mönch.-dum vorwirfl, am tätigsten Irn a!!c politischen und realen Dinge bemüht sind mui sich im Dienst »!er Organisation auireibeii. Aber wir mii; e':1 bei alle- Notwendigkeit klein lieber Tagesarbeit stets festhaUeii, worauf cs im letzten Grunde ankommt: nidit auf eine Konzession für wirtschaftliche UntcrI nclm.ungen in Palästina, sondern um die neue, vom Cieist des Lebens und der Liebe erfüllte jüdische Menschcngemcin.schaft in Palästina, und in der ganzen Welt durch Palästina. _ _Margulies nennt das eine ,,groteske Ghcttopnaaz:■“ imCii aller denkt sein Plan eines knpitVisti .c!1-1:;r.»"i. Dienen jüdischen Pa! is.;na nicht nur eine Gab!!; id-»> logie, , ie aus den Fes ,ein Europas sich nicht 1״ et» kann,, sondern geradezu die Gefahr, die dem zi, mus jetzt droht. Mit Recht hat B u her wiederholt auf die Gefahr hingcwicscn und vor ihr gewarnt. Em doppeltes Gesicht luii diese Zeit für 1ms; sie hrmgt lins der Verwirklichung nahe wie noch keine Zeit voihr und wälzt auf uns die ganze Verantwortung für Tun und Nichttim; sic ist aber auch der Vermciicr, der au Uns hcrautritl und die winkenden Schätze zeigt, tim »ins in den Abgrund zu ziehen, ln den Abgrund: aus dem sich, das ist trotz, allen» unsere Zuversicht, die beschwingte Seele Israels doch wieder zum Himmel erheben wird. Robert Welisch. Zur rumänischen Judenfrage Unter dem Titel ״Mehr Gewaltpolitik“ bo spricht die sozialdemokratische (!liciimitzer ״Volkss t i 11» m c“ die Bestimmungen des B 11 k a r e s t e r F r i tdens Vertrages, de sich mit der En»»nzipa iansfro׳,t der ruiiiiinir.elien Juden beschäftigt. Das Organ, das prinzipiell gegen jeden' Gewaltfriedcii i.l, stellt fe>t, daß es bei'Friedensschlüssen doch Fälle gibt, in denen cs sich lediglich darum handelt, die überlegene- Gewalt des Siegers zu verwenden, um eine Rechtsverletzung wieder gut zu machen. Ein solcher Fall liege zweifellos beim Frieden mit Rumänien vor. Die Juden Rumäniens seien von der rumänischen Regierung in einer Weise behandelt worden, daß es unbedingte Pflicht der mit Rumänien friedensdiließendei! Mächte gewesen wäre, auf die maßgebenden rumänischen Stellen energisch zu• gunsten der Gleichstellung der rumänischen Juden einzuwirken. Die Chemnitzer ״Volkssiimmc", die bei diescr Gelegenheit das kürzlich erschienene Werk Dr. Bernsteins, das im Auftrag des Kopenhagcncr Büros der Zionistischen Organisation erschien, als vortreffliche Stoffsammlung und ausgezeichnetes Iiiformalionsiniltcl ül)er die bisherige Behandlung der rumänischen Juden schildert und empfiehlt, unterzieht den Artikel 25 des Bukarcstcr Friedensvertrages einer ablehnenden Kritik, indem cs den Regierungen der Zcntralmächte vorwirft, daß sie sich mit einer halben Regelung der Sache begnügt hätten. Es sei ganz begreiflich, daß man nach den Erfahrungen mit dev rumänischen Regierung und ihren Behörden im Judentum überall tief enttäuscht ist. Das Blatt schließt: ״Hier wäre etwas mehr Energie, etwas mehr Einsicht in die kultürlichc und politische Bedeutung dieser Sache, etwas mehr Gewalt zur Wiederherstellung des verhöhnten und beleidigten Rechts durchaus am Platz gewesen, und zu wünschen i;t nur, daß der Reichstag diese Bestimmungen sich ganz gründlich aiisieht und eventuell seine Zuvtim־ mung zu de in Friedensvertrag von einer besseren Sicherung der elementare■ Menschenrechte der rumänische■ Jude« abhängig macht.“ Die Lage in Samaria und Galiläa (Aus einem Rundschreiben des Halfaer Komitees vo* 7. April an die Emigrations-Komitees und die Vorsteher der öffentlichen Anstalten.) Die Lage der Auswanderer, die sich In Klar־ Saba befinden, verschlimmerte sich in letzter Zeit ungemein. Die Nalmmgsfrage verschärfte sich bis zu* Acußcrsten. Es ist nicht möglich, Weizen oder Mehl zu bekommen. Infolge der ungenügenden Nahrung iifld des Zusammcngcpfcrcbtseiiis vermeinten sich dert die Krankheiten, besonders der Flecktyphus, der nichts alsz Hungertyphus ist. Es vermehrte sich die Anzahl der -Tod e6 fä 11c. Alle Auswanderer fühlen sichg*־ schwächt und mutlos. Alle Mittel, die in Angriff ge־1״״״ men wurden, um den Ort zu sanieren, wie Dcsinlcktioa, ¥11

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