Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1918-05-24 · Heft 21 (24.5.1918) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIII (1918)
Issue
Heft 21 (24.5.1918)
Date
1918-05-24
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2651273-2652077-2652097--11586-2669125
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

—— wenn neue Ideen mit der Ocdankentriighcit der großen Maare ringen. . ist ei11׳1״!lic!1 merkwürdig und macht der staatsmiimiisflieii Voraussicht der englischen Regierung alle iilire, daß sic sich an der OoLfncr.scliafl zahlreicher a!1;1;׳:• scheuer nmi einflußreicher jüdischer Elemente nicht stielt und sieh klipp und klar für die Verwirklichung des zionistischen Programms aussprach. Diese 1 laltung der ent!lischt׳» Ket:icruu'j■ folgte offenbar aus der Erkenntnis, dal! der Zionismus die stärkste und zukunftsreichste Idee ist, die zur Zeit im Judentum wirkt. Die angst• liehen Bedenken der absei'.s.deheiuien oder feindlich geginnten Kreise wurd.cn von der englischen Regierung durchschaut und sie beruhigte die Befürchtungen dieser Kreise durch den Zusatz, dal! mit der Schaffung der nationalen Heimstätte in Palästina nichts geschehen solle, was der bürgerlichen Steilung der Juden in.den anderen Ländern schaden konnte. Die tiefe Wirkung dieser Lrkliinmg hat sich neuerdings wieder in verschiedenen Eiuzelialkn gezeigt. Wir cnlnehinei! dem ״J e w i s 11 Chronicie‘‘ u. a., dait Henry Bergs 011, der be• kannte in Paris lebende Philosoph, au Dr. Weil, in a 1111 telegraphiert hat, dal! er sich ihm für die Jüdische Universaht, welche in Palästina errichtet werden soll, zur Verfügung stellt. Wenige 'läge vorher hat l.ord Reading, der frühere Sir Ruins isnacs, der gegenwärtig als brilisehcr Botschafter mit besonderen Vollmachten in Amerika weilt, in einem Brief au die amerikanischen Zionisten seine Sympathie mit dem Zionismus ausgesprochen und erklärt, dali er es als seine Amtspflicht betrachte, die zionistische Sache kräftig zu unterstützen. Von besonderer Bedeutung aber dürfte die Mittei• lun;; lies ״Jewish Chronicie“ sein, wonach das Arnericau Jewish Committee zu Balfottrs Brief an Lora Rothschild in zustiuimeudcm Mimi Sie!• hing genommen hat. Bekanntlich ist da:; American Jev.'isii Committee eine Vereinigung reicher und aiigcscheuer amerikanischer Juden, die lange Zeit hindurch im Sinne des üblichen Nut ibclnsy-dems die amerikanische Judeulieit in alten politischen und pnilautropisclicu Angclcgeuhciicn vertrat, ohne eigentlich durch Wahlen oder j auf s.mstigc Wii.-e hierzu Kgitimiert zu sein. Zu Beginn i ecu Krieges entstand dclhaiii ein harter Kampf zwischen 1 dun Komitee und der neu aufstrebenden Zionistischen 1 Organisation, der in der Präge des jüdischen Kongresses \ schließlich mit einem Kompromili endete. Nun hat sich auch in dem wichtigsten Diffcrcn/jnmkt, in der t1'־a;;e der jüdischen Palästina Politik, eine stark׳(! Annäherung des American Jewish Committee au den zionistischen!Standpunkt vollzogen. Der Londoner ״Jewish Chro• nicie“ heischtet aus New York vom 1. Mai folgendes; ״Auf einer Somlerdt/miß des American Jewish Com• tnillee, welche letzten Sonntag!UatU'aiid, 11ml bei der 1i. a. Mr. Jacob Schiff, Mr. Louis Marshall, Dr. Adler, Mr. Mack und Mr. Sulz, berge r anwesend waren, wurde eine Resolution in Bezug auf die Erklä• riing der britischen Regierung gefallt, welche in dem Brief Mr. B.dfours au Lord Rothschild enthalten ist. Das Komilce erklärte in dieser Re.uluiiou, dal! es die 'lair.nehc nicht für bedeutirngslo.■ hallen könne, dal! filier• alt in der ganzen Welt Juden vorhanden .sind, welche, von traditionellem jüdischem Ueiiiid bewegt, eine Heimal• in dem heiligen Laude für das jüdische Volk er•!;eiuicii. Diese 1 Iviffmmg, welche durch Jahrhunderte genährt worden ist, hat die volle Sympathie des Ko• iniiees. Als daher die britische Regierung die lirkifinmg abgab, welcher sich jetzt die französische Regie■ Hing׳ augesehlosscn hat, nämlich datl sic die Errichtung einer nationalen Heimstätte in Palästina mit Wohlwollen bcirachtct und alles in ihren Kräften Sichende tun wird, La! be Omer-Tag in Warschau Zum dritten Male wurde in Warschau Lag he- Omer gefeiert. Acngstliche Gemüter hatten einen Mißerfolg prophezeit, ganz, üugMIiche bekamen Pogrom- Ahnungen und warnten, dringend vor dieser Schaudervollen Briisl iemng des polnischen Volkes. Und als gar am Vorabend des nationalen Festes polnische Pogromauf rufe an den Straßenecken klebten,• kamen bestürzt die Führer der AsAmiianten ־zur ■zionistischen Leitung und warnten und beschworen, denn sie wüßten aus ganz sicherer Quelle, dali .... Und mau müsse an Krakau denken. Und man dachte an Krakau! Es war eine Demo;!- stration des jüdischen Volkes, ein Bekenntnis zum 11atioualeu Willen, eine Verherrlichung des Zionsgedankens. Die ganze Judeiihcit Warschaus nahm Anteil, feierte den nationalen Gedenktag und über alle Hemmungen mul Aeiigste hinweg zeigten die Juden ihren Willen zur nationalen Gemeinschaft, Selum am Vortage zeigte es sich, daß die letzten Ereignisse das nationale Bewußtsein der Judeiihcit Warscanus stark auigerüttcll hatten. Die Anmeldungen der Scmden häuften sieh in letzter Stunde, jüdische Privatschulen, in denen nur polnisch gesprochen und unteriiCiUet wird, meldeten sich, Schulen, von denen man m0״1 ’״',t wußte, daß sie als jüdische Schulen existierten, erklärten ihre Teilnahme. Und dort, wo die SchulkuUfng׳ die- Feier nicht .plante, ergab sich das schöne oiÜ, dal! die Kinder die Feier des nationalen Tages erzwangen. Ucber 12 DUO Teilnehmer waren am VoraKnd gemeldet, eine ungeahnt hohe Zahl, mit der nie-;naad geiedimu hatte. So groß war die'Anzahl der 1 eiim'iimer, daß das׳ Fest an verschiedenen Sielten ge- (eie;, werden mußte. _ Und von gleicher Begeisterung zeugte der Ver- '•*׳ ß des Festtages. Unvergeßlich war der Anblick des j.iauniosen Zuge* jüdischer Jugend, der sich in frühen um dieser! Ziel zu erreichen, wurde die;ר At;l;,i.׳:dl׳;u;!;; v״n den Mitgliedern des ivmiitcri mit lebhafter Zu- Stimmung iii'gtüüt. Da•; Komitee hält die II.«linguiigeti, welche der Erklärung beigefügt vznrJcu, mul welche besagen, dali nicht•; geluu werden soll, was die bürge!־• liehen und religio;eu Rechte hestehemh r 1!iei1tjiidi׳,el1er GcmcinseiiafU'ii in Palästina oder die Rechte um! die polilise.hu Stellung der Juden in irgend einem amlctTii Lande beeinträchtigen könnte, für äußerst wichtig. Die letztere ei i es er Bedingungen entspricht völlig; den allgemeinen Zielen des Komitees, denen gemäß es immer bestrebt gewesen ist, bürgerliche und polnische Rechte für die Juden in der ganzen Welt za erlangen, tnv.i entspricht ebenso den Idealen aller amerikanischen Juden. Der in Mr. Balfours Brief enthaltene ־ Vorschlag wurde von dem Komitee willkommen geheißen, welches mit allen Kräften daran mitarbeiten wird, in Palästina, nachdem dieses unter ein von der Friedenskonferenz zu bestimmender, Protektorat oder eine vor. der Friedenskiuih'rcuz zu lestiinmemle Souzcräuität gestellt worden i..!, die in der Erklärung dargclcgten Ziele zu verwirkliehen. Und das Komitee beschloß, mit allen denen ziisamiiR'iizuarbeitru, die, durch religiöse oder hhtorisclie Zusammenhänge .־»!gezogen, daran gehen werden, in Palästina ein Zentrum für das Judentum zu errichten -ifür die Belebung unseres Glaubens, die Fortentwicklung von Literatur, Wissenschaft mul Kunst in einer jöd;sehe!1 Umgebung und die Wicderbcsiedlung dcS Landes." Liga der Freunde des Zionismus in Frankreich Die Liga der Freunde des Zionismus, die sich auf die Initiative hervorragender jüdischer wie nicht-ji!dP.chtr Persönlichkeiten aller Gebiete tu Paris gebildet hat, hat nach einer Meldung der ila'.ieniaehen r.ionisti.-.chcu Zeitschrift ״Israel“ vom 2, Mai zum Ziel; ' 1. Sowohl mit der zionistischen Bewegung und ihrer Organisation als auch den landwirtschaftlichen Siediungen, de.11 niederen, höheren und gewerb'.klun Schulwesen, du! geschäftlichen und gemeinnützigen Untcniclv.nuugen, die die Juden in Palästina gegründet haben, bekam;! zu iinchai. 2. Bei der ..französischen Regierung zu bewirken, daß sie im Eiuvcr.näudnis mit der Regierung der Vereinigten Staaten und der anderen Regierungen der 1:11teilte alle Maßnahmen Englands uutcr.-itiiizv, deren ]י:in-;־ipielle Seite in dem bekannten Briefe vom 2, November 1017 formuliert i;t. Bis jetzt haben sich der Liga niigesddosx'n: Gabriel ArciaiiU Oberst Au eher; Dr, Armand Bernard; l eniaud ßrinicit, Pro;e;■׳or an der Soilvonni*, Maire; Julien Ca in, agrege cFlustuire; Fernand llivoire, Schriftsteller; Liioiiard D11 j a 1׳d 111, Do/euf an der l‘C'u|e de; Haute.. litudes; Edmund!,leg, agr.'gc d'Uulversile; i laiiptm.mu Reue Franck; Fernand Herold, Vizepräsident der Liga der Menschenrechte; Hemd Hertz, Schriftsteller; Gustave Kahn, Schriftsteller; Eduioiid Maurice Le vy, Bibliothekar au der Sorbonne; Ro;p r. i. e v y; Adolfe Mabye, Prof, mu J.ycee Ccmdoieel; I1a׳;|!m Al i 111 a u d , Pio.e ׳.«> ׳ an der Sorl>n1111c;׳ Paul titlet; Pa lüe re; Paul Rapliadi; Gabriel S t• a i 11 e s , Professor an der Sorlxmnc; S e i'g n o b o s, Professor;m der Sorbonne; Fräulein Miriam Schach; Prof, am Lycvc: Meliere; Andre Spire beim Ccmseil cl’Etat; Maurice Vernes, Vorsitzender der Sek- Sion für kcügionswissen;cliaft an der Ecoic des I lautes Etüde:,; Wahl, Prof, ä la Familie de Droit, usw. usw. Sekretär der Liga Ist Herr Reger I. evy, Paris, 20, kue de Lcmgeclump. Morge.isiitmlcit mit wellenden Fahnen durch die Stadt zma Bahnhof begab. Unvergeßlich das schöne Bild imsc• rer jungen Pfadfinder, ihre geschlos cue Ordnung, ihre gute Disziplin, der Anblick der gestählten Körper der jüdischen Turner, ihre guten turnerischen und sportlichen Leistungen. Und überwältigend, lierrllth der Anblick der Volksscluil-Jugeiul. Diese Kinder aus den Elendsquartieren, aus den Armeiikiiiclerheimen spielten und sangen und freuten sich in heller Begeisterung des nationalen Gedenktage:;. Dort, sah man, welch großes Werk hier geleistet wurde, bewunderte dankbar die uncmuiclliclie Hingabe der Lehrkräfte und freute sich immer und immer wieder mit dieser prachtvollen, ungcbeugten, fröhlichen und freudigen jüdischen Jugend. Doch zum erschütternden Erlebnis ward die Heim• kein׳, ward der Zug durch’ die Gassen und Straßen der Judenstadt. Die ganze Judeiihcit Warschaus erwartete in dichtgedrängten .Massen die Rückkehr der Jugend. Fast schien cs unmöglich, durchz.ukommeit, waren doch Straßen und Plätze buchstäblich gefüllt von Hunderttnusenden von Juden. Und dann kam der Zug. Und dann wie ein Schrei der Jubel dieses Volkes zu seiner neuen Jugend, die •Zustimmung zum nationalen Feiertag, der tiefe Glaube und Wille zur Wiedergeburt ues jüdischen Volkes. Was soll man schildern? Die gcschmückten Häuser, die Begeisterung, die Zionscinbicme, die bekränzten ' I Ier/Ibilder? Oder Szenen, wie alte Chassidiai weinend Gott danken, daß er ihnen vergönnt hat, dies zu erleben; oder wie die Juden selbst die Menge ordnen und den; Zug die Wege versperren, daß er auch durch ihre Gasse gelte, in de,ו an de״ .Feilsteni zur Begrüßung die .mge/üiuhTen Sabbathkerz.cn j stehen? ־ Unmöglich zu schildern. Mau maß er erlebt haben. Man muß es erleb; haben, um zu wissen, wie tief unser Volk mit seinem Juden'um verbunden Kt, wie test m aller Herzen der Glaube an uus;r ideal, der t Gaube an Zion, verankert ist. Hier i:,i ״;da entscheidend, I DU: JtUühclie Arbeiferscliaft Amerikas lür Palästina Die uiitcr der i.or.tuig: ״Mobilisierung des j ii d i s c 11 e n Prolet a 1 1 a t . f ii r P a I ii s t i u n" von den Poale-Zlon Amerikas ein ■,clc.ute Aktion ist nach cinei׳ Mitteilung der Ji'uli-chen ArbciUvkonespoiiöniz in vollem Gange. 111 einem neuerlichen A 11! ruf (I c s Z 1׳1111 ׳ a 1 k o m i t c c s der Partei an die jüdische Arbeiterschaft wird die Rolle des jüdischen Prokta:Lala in der bevois'ehcn.ieii P.il.'istiiia-Au'.bauarbeil am.'ü' rl'ch .'inrciiininlcr,gesetzt. Wir bringen aus diesem Aulruf fob gende Stellen: ״.... Erez Israel kann nicht aufgebaut worden ohne die Mitarbeit des jüdischen Proletariat‘;. Mägen wir die Deklarationen aller Regierungen, mögen wir den Ci;ar- (er auf Palästina in der Hand haben, mag die ganze Welt Palästina dem jüdischen Volk zusprccheii — so kann und wird Erez Israel mir dann zum jüdischen Land werden, wenn sein Boden durch jiidi.die Arbeiter geackert und besät, wenn .,־eine ludüsti ieii durch jiidi;cltc Arbeiter gebaut und bca;beitet werden, wenn seine KiikuraiMalteu mit Kindern der jüdischen Massen sich füllen werden. Von anderen jüdischen Elementen ist vielleicht das Kapital für das so ungeheuer große Unternehmen z.11 erwarten, doch die Kraft dm־ Arbeit und der Muskeln muß die jiidi׳,che Arbeiterschaft .stellen. Wenn sie die notwendige Arbeitskraft verweigert, dann sind alle Hoff, muigcii unseres Volkes verloren ... dann müssen wir den Gedanken an ein selbständiges ökonomisches «uid kulturelles Leben aufgehen ..." Der Aufruf fährt dann fort: ״Die jüdische Arbeiterschaft ist vom sozialistischen Ideal durchdrungen. Das ist eine Tat.ache, die wir mit unserem Blute bezeugten, in allen Ländern, wo wir leinen mul arbeiteten ... 111 jenem wunderbaren Sonnenlande, wo zum ersten Male in den Lehren unserer Propheten das Ideal der sozialen ü e r e c h 11!׳- k e i t mu! des ewigen Völkerfriedens ihren Ausdruck (an• den, wo der Arbciterkouimum'sauis im Leben der alten Ilssäcr zum erstenmal seine Verwirklichung fand, in jenem Laude werden wir am Bau des Sozialismus unter viel besseren politischen Bedingungen arbeiten können, als im Golus ... Die Möglichkeiten für den Sozialismus sind liier größer, da wir ein neues Land aiilbauen sollen. Wir können es von allem Anfang an auf Grundlagen stellen, die dem Sozialismus möglichst nahe sind. Man kann vielleicht noeh nicht an die Einführung einer vo|;kommeneu sozialistischen Gesellschaft denken, so lange die ganze Welt noch nicht reif hierzu ist. Mau kann jedoch zweifellos schon jetzt solche sozialen Reformen e in führen, die die Welt dem Sozialismus einen Schritt näher bringen. Wenn die jüdische Arbeiterschaft hierzu bereit sein wird, wenn sie in großen Mas ■eu un •crem Rufe folge» und sieh als Arbeiterklasse org.aui deren und für die nächsten sozialistischen Forderungen kämpfen wird, dann wird sie zweifellos tfer ganzen sozial!,tischen Welt einen grollen Dienst erweisen. Wenn der Bestand unserer Nation gesichelt ist und unsere Arbeit frei i;t in einem neuen fieieu Lunde wie offen .wird dann der Weg (in׳ uns, unsere ganze Energie der Verwirklichung des so/iuli.ti* scheu Ideals zu widmen und wie groll sind dann unsere Aussichten, in unseren sozialistischen Bestrebungen erfoigreich zu sein ,,. ״,.. Wir rufen euch deswegen, jüdische Arbeiter, daß ihr als luden und als Arbeiter euch in den Die.ist unserer großen Ideale stellt. Wir rufen euch, jene wichlige verantwortungsvolle Rolle zu übernehme״, die treihemle und schaffende Kraft in der Errichtung Paliistiim für das jüdische Volk zu werden. Wir rufen euch, daß wieviel Schekeizahler Warschau zählt, nicht ciitschei• deiul, ob die Zionisten bei den Wahlen siegen, hier sah mau entscheidend da׳« laute und klare: Bekenntnis der gesamten Warschauer Judeiihcit zur Zioiisidee. Hier empfand man, dali dieses Volk seinen richtigen Weg fest und sicher, unbeirrbar;;dien wird, und daß diese Jugend, die aufwäehst im Zeichen des nationalen Gc־ daukeus, iiir nationales Ziel eifcichen wird. ab. Der Weg eines Volkes Arnold Zweigs ״RUualmord in Ungarn“. Es wird stets eine der schwierigsten Aufgaben blctben, in dramatischer Form breit und doch nicht ins Epische zerfließend, sondern die Forderung nach rascher und stark akzentuierter Haudlimg erfüllend, die 'fragedie eines Volkes zu gestalten.- 111 der Musik und ihrer irdischer Zeitlichkeit cutlöstcn Sphäre mag die Impression des Erlebens der rlcsjgcn Tatsache Volk harmonisch erwirkt werden können; in der Wortkuust, abgesehen Von den lyrischen, im Augenblick blendenden Teilerfasstmgen sentimentaler oder lärmender Oberflächlichkeiten (die meisten Nationalhymnen, Diukliieder der Opern• und Operettenmärkte), wird das Unternehme« seine» Begiuncr vor eine harte Alternative stellen. Entweder nämlich ein möglichste Allgcineingüitigkeit besitzendes, historisches Geschehnis lokal und geistig so zu verengen, daß er es wirklich von einer Masse als der Hauptperson tragieren lassen kann, oder es so im symbolischen Schicksal eines Einzelnen zu vcrüich- Jen, daß dieser in ihm verbrennt und die aufdeigende 1 iainme taghell plötzlich über Jahrhunderte fällt. ln seinem ״Ritualmord in Ungarn“, de:״ das Blutmordmärelieii von Tisza-Eslar zugrunde liegt, hat Arnold Zweig sieh für das Sytnbolon entschieden. Von d.csein Entschluß aus muß auch die zftin’.ich lange Expositian itfid der die eigentliche dramatische Aktion ein-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.