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Jüdische Rundschau · 1918-05-17 · Heft 20 (17.5.1918) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIII (1918)
Issue
Heft 20 (17.5.1918)
Date
1918-05-17
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 20 c׳! •<• י ״י' in: . ,! ... 'י 1 C 1. , 5^! i ml- ‘I. u Hli; jc ,'1 i i, '; .■ p "־־י י•«' mR״; VDu:• U >11•'•: ■ft kI!;*,* . 'v-w2xc U׳:t •Iir . 'A . j,t! -'״■■•• ' I"! Hl 1, 1cul S,-j. l'i .1 u '1' .; י, S 1:1 •••! '1'•י־ ג!: .nie- ’ (1 "iJI , u /.; 1 IC. i : tH. 1:4 1 11 .'I -;e• . 1;u Öl 1 ־» Cir. ■!(! 1)1 l'i- :1 i 11 / D-iD.'IS ■Ai• i>- in; t >! .4 r in 1 '11 '1( ALTtllll. 111’! 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Herr Lh teufe Id tritt gegen die ungcschichilicho v.11.1 kapiiallstisehe Ansdiauimgsweise i.11 Referat des 11,1111 Oskar rischer aul. Das Unglück des jüdischen Volkes ist seine Exterritorialität. liir befürchtet, dall, \u1m die Juden in!׳;diistina niciit das wichtige Pnuluklionsmiltcl: den Grund imd Puden, in Hiimleii liaben, die Finwanilcrting nach Paliistina bloll eine Fortsetzung der Wänderb\׳v egiing im (ioltis sein werde. Wir müssen uüiigciilalls die jüdischen Städter zur Urproduktion zu• lückiülircu, denn bevor wir am Wehliandcl tei’nehmen, müssen wir ztmäehsl unsere eigene Wirtschaft Indien. Wir müssen trachten, die Siedlung■ in Palästina so so- /ial mul gelockt. wie es die dortigen Verhältnisse nur irgemUvie gestatten, zu gestalte». Wir können und wollen zwar nicht die so/i,■den Formen der hoelicutwik- Iahen europäischen Winsriiaftsliiiiilei־ ohne weiteres nach dem Orient übertragen. lihenso wenig aber können wir Zionisten die 1 .iTahnmgcn in Kmopa vergessen; wir, die jngeud, wollen eine neue, bessere Ciemeinscliaft in Paliisiliia begründen. Herr Oskar bisch er replizierte, dal! eine Kolon»• sation, die einem Schein,1׳, wie idealistisch cs midi in der Theorie sein möge, tiaclifolgen wollte, nur in sehr i langsamem Tempo ausgeführt werden könne. Abgesehen davon, dal! das jüdische Problem einer schnellen Lösung bedürfe, drohe die Gefahr, dal! uns andere, kräftigere nichijüdisdic Kapitalisten zuvorl.ommeii werden, sowohl in im Ankauf von Puden, als bei imltisirielien Unter- .idmmiigcn. Hem Vorwurf des allzu kaufmämiischen Geistes möchte er damit parieren, dall er bei den bisherigen palästinensischen Unternehmungen leider viel zu wenig kaiifniäimisdieii Geist bemerkt habe. Man müsse mit dir anormalen Lage des jüdischen Volkes!.•(•11110«, die eine schematische, sogenannte ״normale“ I ntwickhmg vielleicht unmöglich mache. Die jüdische rinvvanderung müsse mit der jüdischen Masse rechnen, wie sie ist und nicht wie sie. sein sollte. Zum Schlüsse der angeregt verlaufenen Jahreskonih rem•, wurden noch einige interne o r g a 11 i s a t o r i sehe. L ragen, wie. Erhöhung des Föderalionsbeiträges, Umsetzung einer Jugend-Kommission, zur l’»eratung gestellt und die diesbezüglichen Anregungen dem 1 amleskomitec überwiesen. D«1״!yl־erfenfag der Schweizer Zionisten Am 0, Mai fand im Großratssimmgssaal in Basel der 21. DclcgierteiUag der Zionistischen Organisation in der Schwei/ statt, Die Tagung, die nach lelegraj«irischen Berichten linier dem Eindruck der vcrschiedenen Regierungserklärungen zugunsten des Zionismus stand, wurde von GroDrat Dr. Wormser geleitet und verlief in imposanter Weise, Es wurde nach der (ieneraldebatte eine Resolution angenommen, die den Willen des jüdischen Volkes proklamiert, zur Verwirk• lit'lmii;.: des zionistischen Programms als Ausdruck seines historischen Ideal; und seiner gerechten Ansprüche auf Palästina erklärt, daß die Errichtung einer öffentlichrechtlich gesicherten Heimstätte tür das jüdische Volk i!1 Palästina im wahren Interesse der Wcltpolitik liegt, und erwarte(, dal! bei der Neuregelung der politischen Verhältnisse im Orient die Regierungen und Völker . untliehcr zivilisierten Staaten sich für die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte für, das jüdische Volk in Palästina einsetzen werden. Her Delegicrlenlag nahm auch eine Protestr e s 11! u i i 11 ״ gegen ,die J 11 d e!1 v e r f o 1 g u n g e 11 und Exze:.sc in Polen, Galizien und Rumänien, an, wobei die Forderung der völligen, durch den soeben erfolgten F r i c d e!1 s s c 111 u ß der Zeiitralmächte mit R um ä nie 11 nicht erlangten Gleichberechtigung der rumänischen Juden unterstrichen wurde. Ein ausführlicher Bericht über die Tagung iolgt. O Das ״Kopeiiiiagener Büro der Zionistischen Organisation“ hat an den Delegierten tag des S e 11 vv e izerischen Z i o n i s t e n v e r b a 11 d e s folgendes Schreiben gerichtet: ״Sehr geehrte Herren Gesinnungsgenossen! Während ringsum noch immer der Weltkrieg mit alt seinen Schrecknissen tobt, tritt in der neutralen Schweiz. Ihr diesjähriger Delegiertentag zu friedlicher Arbeit fiir die Sache des Zionismus zusammen. Rühmend wird die Geschichte dereinst die Tatsache verzeichnen, daß das jüdische Volk keinen Anteil an diesem Kriege hat und daß es*getreu den Traditionen seiner großen Propheten die Erfüllung seiner höchsten Ideale auch in dieser Zeit einzig und allein mit den Waffen des Friedens erstrebt hat. Je schwieriger siel» die Lage der kleineren neutralen Nationen gestaltet, je mehr diese von innen oder von außen zur Parteinähme nach der einen oder der anderen Seite hin gedrängt werden, umso fester muß der Zionismus an der schon zu Beginn des Krieges vom Aktionskomitee in! Einvernehmen mit den Leitungen aller zionistischen Verbiinde proklamierten Neutralität unserer Organisation fcsthalten. Keine demagogischen Phrasen, keine billigen Augenblickserfolge dürfen uns in dieser Stellungnahme schwankend machen, und die vornehmste JUEDISCITE RUNDSCHAU Aufgabe der Leitung unserer! audesverbämie ist es, über der lmiehallung dieses obersten Prinzips unserer Politik mit aller Strenge zu wachen, I >as bedeute( keineswegs, daß der Zionismus eine Politik der Untätigkeit, des fatalisli .eben Abwartens betreiben darf. 1111 Gegenteil, alle Kriiiie müssen nusgemdzt werden, um die Forderungen des jüdischen Volkes, deren volle Erfüllung wir bei der endlichen friedlichen Ldsung dieses Weltkoiifiiktes erwarten, von den Regien»!!- gen und Völkern alle»■ Kulturstaateii als Lebensnotwcndigkeit für mir. mul als gerecht anerkannt zu sehen. Zu diesem Zw ecke muß die Arbeil für die Einigung der Gesamtjiuleiiiieil, die in vielen Ländern bereits mit Erfolg in Angriff genommen ist, überall geleistet und durchgeführt werden. Uebcrall müssen die Zionisten die Iniiiative hierzu ergreifen und dafür sorgen, dal! die Forderimgen der Gesamtjiuieiiheit identisch sind mit dem, wofür der politische Zionismus seil langen Jahren kämpft: Gleichberechtigung in allen Ländern, nationale Autonoiiiie in allen Ländern jüdischer Masxeusiedlung und Errichtung eiiicr nationalen 1 ieimstättc für das jüdische Volk in Palästina. Kein Tag, keine Stunde darf ungcmiizt verstreichen, um diesen Forderungen Gehör und Geltung zu verschaffen. ln diesem Augenblick finden die Friedcnsverhandhingen zwischen den Zentralmäcliten und Rumänien statt. 1111 Namen des jüdischen Volkes hat das Engere- Aktions-Komitee vor aller Oeffentlidikeit die Forderung erhoben, daß beim bevorstehenden FriedcnsschhilS der Zcnlrahnächie mit Rumänien die vollständige und restlose staatsbürgerliche und politische Gleichberechtigung der rumänischen Juden durchgefülirt wird, ,die seit Jahrzehnicn unter den grausamsten Ausnahmegesetzen stellend ־ - ein furchtbares, liienschcnuinviinliges Dasein fristen. Aufgabe unserer Landesverbände ist es, die Regierung mul die öffentliche Meinung ihres Landes immer wieder und wieder auf diese Schmach Europas hinzuweisen, und deren volle und endgültige Beseitigung mit allem Nachdruck zu verlangen. Aus P o 1 e n kommen immer wieder traurige Nachrichten, die Zeugnis ablegen von dem VernichUmgskämpf, den die polnischen Machthaber unter den Augen der Okkupationsmächte gerade so wie früher rücksiehlslos mul grausam gegen die Kxistcnz.mögiiehkeiten der jüdischen Bevölkerung führen, Tatsachen, die durch mein- oder minder offizielle Dementis nicht im geringsten abgelciigiut werden können; und erst vor wenigen Tagen haben wir von den brutalen Ausschreitungen der polnisehen Bevölkerung in Lemberg, Krakau und anderen Städten Galiziens, die unter stillschwci• gemler Duldung der Behenden stattgefunden haben, mit Klimme»• und Empörung gehört. Diesen Verhältnissen gegenüber wäre es töricht, sich eitlen I loffnuiigen hinzugeben oder sieb mit leeren Versprechungen für die Zukunft zu begnügen, liier kann eine Wendung z.nm Besseren mir ciutrctcn, wenn man dem jüdischen Volk in diesen Ländern neben der vollen bürgerlichen Gleichbcivdiligimg eine vollständige nationale Autonomie gewährt mul sie gegen alle Uebergriffc sichcrstellt. Wir Zionisten wissen, daß weder Gleichberechtigung, noch nationale Autonomie die Lösung der Judenfrage bedeuten. Wir wissen, daß das jüdische Volk nicht eher zur Ruhe kommen wird, als bis man ihm sein alles 1 lc׳i11!a;Iand wiedergibt mul ihm die Errichtung einer nationalen Heimstätte in Erez I s• rael ermöglicht. Wir ireucn uns, feststelle״ zu können, ן dal! dieser Gedanke, der vielen phantastisch erschien, j als Theodor Herz! ihn vor 22 Jahren der Welt offenbarte, heute ein Gedanke in der Realpolitik ,111־er Mächte, daß der Zionismus ein nicht misznsehaUciider Faktor der Wcltpolitik geworden ist. Wir freuen uns, wenn wir seilen, daß nach dem großen Beispiel Englatids die Regierungen und die Völker aller K u 1111 r s t a a t e 11 diesem Gedanken Sympathie entgcgciibringcn, daß er bei den einen tatkräftige Fördenmg• gefunden hat, daß die anderen, die ihm früher als Gegner gcgenübcrstaiulen, Zugeständnisse machen und zur erneuten wohlwollenden Prüfling unserer Ziele sich bereit finden; aber wir wissen, daß letzten Eudes nur wir allein imstande sind, Palästina wieder zu einem jüdischen Land zu machen, und dal! alle Kraft, alle Energie und all unsere üpferwilligkcit sich vereinen müssen, um den tausendjährigen Golustraum zu verwirklichen und die glückliche Zukunft unseres Volkes zu sichern. 111 diesem1 Gedankengange fühlen wir uns eins mit den Leitern der zionistischen Arbeit in allen Ländern. Ucber die Grenzen der Länder und die Schranken des Krieges hinweg dokumentiert sich darin die Einheit und Größe der Idee, der wir alle dienen. Einer unserer Besten ist von uns gegangen. Dr, T s c 111 e 11 o w, der seine ganze Lebensarbeit dem Zioiiismus gewidmet hat, sollte die Stunde der Erfüllung nicht mehr sehen. Wir cfiren sein Andenken, aber nicht in tatenloser T rauer, sondern durch die Schaffung neuer Werke in seinem Geist. Ihm zu Ehren soll sich eine neue Kolonie in Palästina erheben, die seinen Namen tragen wird, und wir sind sicher, daß alle Zionisten es für eine Ehrenpflicht betrachten werden, durclt hohe Bcitragslcistung an diesem Werke mitzuhclfen. Die Arbeit geht vorwärts. Eine Zionistische Kommission hat sich nach Palästina begeben, um die Schäden des Krieges wieder gut zu machen, und den Wiederaufbau des Landes zu beginnen. Int kleinen wie im großen muß unsere Arbeit nach bisher ungc* wolmtem Maßstabe vergrößert und gefördert werden, Jeder, auch der kleinste zionistische Verband muß an seiner Stelle das Höchste leisten. Wir begrüßen in diesen!■ Sinne Ihren Delegiertentag und wünschen Ihren Beratungen die besten Resultate." Seite 15J 4 j Der neue Oberrabiner von Wien! 111 der Sitzung des Kullti-vorsiandes wurde Herr | Dr. Z. I». Obajcs, bi ••her Obvrrabbiner von Lriest. iriilier Professor am Gollegio rabbuiicu in i'kucn/, em I sehr bekannter Gelehrter und eine markante, von naboj iialem Idealismus 01 füllte por.-öiiliclikeit, /um Oboer- | r a b b i 11 e r von Wien gewählt. Rabbiner l>r. G 11 ־!׳ i jes wird von allen tviten der Wiener Jnlcnschafi i lier/ücli begrüßt. Im Sinne der Gemeindestatuten fand vor der Vorstanilssitzung eine Verlrauensmaiinervefsammhm;; statt, zu welcher über 200 Einladungen ergangen sind. IXt Einladung hat der gr« ßte Teil der Geladenen: Delegierte sämtlicher Bezirkskominiäsioneii, Tunpelvcrcine, sonstiger Körperschaften und GenieimleiuitgUedcr, den versclücdenstcn religiösen Richtungen aiigehorig, Folge geleistet. In der Versatninhmg lü'lt Obcrrabbiner Dr. (; I»!»jes seinen programmatist hon Vortrag, welcher auf die Anwesenden einen tiefen Limlrm.k machte. Hierauf fand in Abwesenheit des Kandidaten eine Aussprache statt, an welcher sich mehrere Mitglieder der Verstimm- Ittug beteiligten, ihrer Zustimmung zu den progrjinmatisehen Ausführungen Ausdruck gaben und die hohe wissenschafliiche IScdcuitmg sowie die bisherige erfolgreiche scclsorgerische Tätigkeit des Oberrabbinus Dr. ('•hajcs> hervorhoben. Dr. Chajcs, welcher einer schon im H. Jahrhundert bekannten jüdischen Gelehrtenfamilie entstammt, hat die Mittelschule an dein Deutschen Slantsgymiia■dum in Brody absolviert, wurde 1091 an der Wiener Universität zum Doktor der Philosophie promoviert und erhielt im Jahre 1 SOS an der theologischen Lehranstalt in Wien, zu deren bedeutendsten Schülern er gehörte, das Rabbinatsdiplom. 1111 Jahre PAH wurde er zum Sekretär des Orientalischen Institutes, an der Wiener Universität ernannt, erhielt 1002 eine Berufung nach Florenz, wo er als Professor au der Universität und am Rahbincrscmiuar Geschichte mul Bibel dozierte. Seit 1912 war Dr. Cliajes Oberrabbincr in Triest. Von den bisherigen größeren Publikationen Dr. Clinjes seien hcrvorgelioben: Markus-Studien, IRriiu 1899; Kommentar zu den Psalmen, 2 Beutle, welcher 1907 in 2. Auflage erschien; Proverbia-Stittiien (Berlin, Schwctschke K'Oß); l lebriiiseher Kommentar zu Arnos (Kiew 1907): Hebräische Ausgabe von Rabbi S. ben Jathom (Mekize Nirdamin, Berlin PKW- 1910). Seine ״Beiträge zur nordxcmitisclic» Onomatoiogic“ mul ״Jüdiseite und jüdisch-indische Inschriften aus Aden" sind als Sonderberichte der kaiserlichen Akademie der Wissenschäften in Wien 1900 b/.w. 1903, erschienen. Dr. Chajcs ist seit vielen Jahren Herausgeber b/.w. Mitarbeiter der bedeutendsten wisscnschaflidicn Zeitschriften, in welchen zahlreiche Arbeiten von ihm erschienen sind. Dr. Chajcs ist Mitglied einer Anzahl gelehrter Gesellschäften. Ausschreitungen der polnischen Legionäre Die jüdische Fraktion in der Stadtverordneteuver- Sammlung von M i 11 s k hat einen Antrag eingebracht, die Stadtverordnetenversammlung möge einen scharfen Protest wegen der furchtbaren Untaten annehmen, welche von Seiten der pol ui selten Legioniire gegen Juden in den kleineren Orten des Gouvernements Minsk verübt wurden. (10 bis 70jährige Greise wurden öffentlich g e p r ü g e 11, andere wurden an Pferde a n g c b u ttd e ״ und d u r c lt d i e Straßen geschleift. Ein Fall liegt vor, wo die polnischen Legionäre für einen Juden in Gegenwart der Familie den Galgen errichteten. Die Interpellation der jüdischen Fraktion wurde von einigen Mitgliedern der sozialdemokratischen Fraktion mitunterzeichnet. Als die polnischen Mitglieder der Stadtverordneten- Versammlung, um die Wirkudg des jüdischen Antrages abz.tiscliwächcn, forderten, daß die vorgebrachten Fälle zunächst genau untersucht würden, wurde ihnen von jüdischer Seite erwidert, daß die polnischen Behörden es abgclelmt haben, über diese Vorfälle eine UnterstllTitmg eiuzulctten, die im übrigen inzwischen von jüdischcr Seite genau geprüft worden sind. Nach längerer Debatte wurde folgende Rcsolution einstimmig angenommen; ״Nach Anhörung der Mitteilungen der jüdischen Fraktion über die Tatin einiger Abteilungen der polnisclten Legionäre gegen die jüdische Bevölkerung einiger Ortschaften spricht die Minskcr Stadtverordncteiiversamnilung• ihre tiefste Entrüstung über diese Vorfälle aus. Sie ist davon überzeugt, daß die polnische Bevölkerung diese Ereignisse in gleicherweise verurteilt und alle Mittd ergreifen wird, um die einzellten Vorfälle aufzuklären, und daß sic derartiges Unrecht. von» Anfang an unterdrücken wird, um die Herstellung normaler brüderlicher Beziehungen zwischen beiden Völkern zu ermöglichen," Die Konferenz der Poale Zion in England Die Partei der Poalc-Zion in England, die erst wahrend des Krieges entstanden ist, hat sich im Laufe der letzten Zeit eine große Popularität sowohl unter den jüüischen Arbeitern Englands wie auch in der sozialistischen Oeffentlidikeit des Landes erworben. Dank der Tätigkeit der Poale-Zion wurde bekanntlich von der Labour.Partci die Resolution gefaßt, in der die Ge- Währung der freien Kolonisation und der jüdisdi-nationalcn Selbständigkeit in Palästina verlangt wird. Gegenfvärtig verfügt die Partei über die größte jüdische Tageszeitung in London, die von weiten Kreisen des Whitechapel gelesen wird.

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