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Jüdische Rundschau · 1918-05-17 · Heft 20 (17.5.1918) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIII (1918)
Issue
Heft 20 (17.5.1918)
Date
1918-05-17
Page
– (sequence 6)
Language
German
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\ ■vit154 :־ J U fi D t: Am 30, März, wurde in Manchester die Konlerciu der Poalc*Zion von Großbritannien eröffnet. Anwesend waren Verircler von London, Manehester, Leeds, Liverpool, Glasgow, Edinbourgli, üinuingham und einer Reihe anderer Provinzslädtc. Delegationeu wurden auch von den A r b c i t c r vc r b ä n d e n und von der Zionistischen Organisation entsendet. Zum Vorsitzenden der K u'crenz wurde Kulakteni' Morris Meyer, als Vorsitzende Fried-׳ mann und Romanowskv, als Sekretäre Pome ranz und Perlmutter gewählt. Begrüßungen liefen von den bekannten englischen Arbeiterführern und sozialistischen Politikern Arthur Mcndcrson, Rain!- say, Macdouald, vom Aibeilsmini ter Barnc-sa, vrmi Weltveibaml der Ponlc-Zioii in Stockholm, vom Mitglied (Um E, A.G, N. Sokolow, von den Poalc- Ziou Amei d as u. a. ein. ln seinem Ucgvüßuugshr.cf• schrieb ile.nderson: ״Die Iiritischcii Arbeiter und die Konferenz der Arbeiter und Sozialisten in den all!- iertea Ländern erklärten, daß Palästina ein neuer fr׳ ier Staat werden muß, wohin die Angehörigen des jiitiischeii Volkes, die den Willen dazu Italien, zurückkehren lähmen. Dies muß eine Bedingung jcd. 8Friedens* vertrage* sein." Israel Zangwili schloß seine Pc-!•i'iibmiß mit den ־ folgenden Worten: ״hin Jerusalem ohne soziale Gerechtigkeit darf nicht gedacht werden.“ Die Konferenz wurde von einem inhaltsreichen Vor- Irag von Agronom Octtinger, der am gleichen Tage ah Mitglied dev Zionistischen Kommirsioii nach Pala- «ins ahrciste, eingelcitet. Er sprach über die. bevorstellende Wirt chaftsaibcit in Paläs.ins und wies au! die ik'Jcutang des jütii־,circa Arbeiters, des ״t hscF.ottur“, des ״Hcdtalt’z" tutd der Nationalfonduntcniehmungcn für ihr zu" iE!.',De l ätigkrit in i’ak.s'.tna hin. i;;. c stürmische!):־hatte rief die Frage übe.• die. künftige poiiihdie Ordmmg in PaüHina licrvor. in sei! er Programiürcde innchtc der Vorsitzende darauf aufmerksam, 11.dl die Poate-Zion gegen die Forderung anftrden müsse, daß Pai.'isfina eine־ Kolonie Englands ■aird. in diesem Sinne wurde auch folgende Resolution gefaßt: ״Die Kosüerr.;/. weist n*.it großer Ent.־.chtosseniuii de ו Begriff zurück, daß Palästina eine Kroukolorie vor. Grollb,1;;>u werden soll Wir werde:! stet־. Gtoäkritanni*■:! 11::*:': Dar sein. Der Geist der c!r:;Lehen L'rkR.rMinn stimmt aueli überein mit »len nationalen Bestrebungen der jüdische:« Mas <e. Wir sind aber gegen jcd■: Angliedern׳)״ neuer Kolonien an die bereits existi renden mitcliiigcti Orolisiaaten. Dies wäre Annexion i:n vollstert Sinne des Wortes und wäre «licht bloß ein Vcr- »toß gegen das Sclbatbcsliininuogsrccht der Völker, srmdorn aueli ein llimlernis für die wirtschaftliche und ]Kjlili.chc Entwicklung des jüdischen Volkes. Wir!ordern die Schaf hing einen freien Staates für das jüdische Volk in Palästina. Die:־,er freie Staat muß geschaffen werden mit der allgemeinen Zustimmung aller Nationalitäten, die 'liirkri einbegriffen, unter dem Schulz, der internationalen Garantien, mit einem amerikanischen ■:nlci' englischen Vertrauensvotum für eine bestimmte Zeit.“ Nach einer eingehenden Debatte über die Stellung■ der Partei zur Zionistischen Föderation wurde die Re:o- Intimi gefaßt, sielt mit der Zionistischen Föderation nicht zu vereinigen und in sic keine Vertreter zu entsenden. Die Tätigkeit der Zionistischen Föderation, insofern sie sich nicht im Gegensatz, zu den Piinzipien der Poalc- Zion-Partei befindet, soll aber weiterhin von den Poalc- Zion unterstützt werden. ׳ Ä Dem gegenwärtigen Führer der amerikanischen Poale-Zion, Dr. Naclnnau Syrkin, wurde zu Ehren seines SO;;ihrige« Geburtstages von der Konferenz eine Bcg׳mi'.u;;gs;!cpc! ci e gesandt. Eine a dere BcgriifiungsdcpeseJtc wurde an den Sekretär der Stockholmer Soziali.rtenkonfercuz 11:1 v 811t aus fe c i.kt, der während der Stockholmer Konferenz den Forderungen der Poalc- Zion viele Sympathien cntgcgcngcbracht hat. Fast die gesamte politische englische Presse vcroffen‘.lichte eingehende Berichte über den Verlauf der Konferenz. i> r ״Board of Depatics1־‘ und Palästina I« der Sitzung des ״Board of De put i es“ vom Sonntag, dem 17.!März, beantragte Herr Bertram jacobs, daß der Board seine Bereitwilligkeit au drücken möge, »u einem praktischen Plan für die Errichtung einer nationalen Heimstätte für die Juden in Palästina miizuarbeilrit. 1.1 der Begründung seines Antrags berief sich Her« jaeo!־-j au: deu bekannte« Brief Balfours an Lord Rothschil:!^ deu auch der Board of Deputies durch eine besondere Resolution mit Dankbarkeit begrüßt habe. Nunmehr müsse man aber weitergehen und mit den Zionisie״ zusammen für die Errichtung einer jüdisch-natio*' nalen Heimstätte in Palästina arbeiten. Lord^ Rothschild erklärte, daß er mit Herrn Jacobs völlig übcreinsilmme, und beantragte ein Amen• dement, die Angelegenheit nicht aufzuschicben, sondern sie, da sie von höcivter Wichtigkeit sei, dem Komitee des Boards für auswärtige Angelegenheiten zur Erwagimg und Berichterstattung zu überweisen. Nach einer Icb.iaftcn Diskussion beantragte Herr il. S. Henriqucs die Annahme folgenden Amcndc* ments. Da» Komitee für auswärtige Angelegenheiten wird aufgeforde!t, so bald w!e möglich über die jetzt in Erwägung bdindiiehen Pläne Bericht zu erstatten die dazu dienen, dem Briefe Balfours an Lord R0U1schild praktische Wirksamkeit zu verleihen. Lord Rothschild c!•klärte sich bereit, seinen Antrag zugunsten des Antrages Henriqucs zurückzu• ziehen, der daraufhin angenommen wurde. Der ״J e w i s h Chronic! e“ r.!!׳;! m ocr Lasprcchung dieser Vcrhandiungen: .,'“י-׳ iHjo.Mam, die tief Bear!! of Deputier, in :;einer le'u.lc;; L11;:1;’״;f an::c• nommen hat, ist nicht ganz kirr. Der Auu־.:g des Herrn Jacobs verpflichtete den!;־).erd cndgüibg auf ein Prinzip: das Prinzip der Mitaroeit. Da״; angcnoinnieiic Aiiicndeiiicnt dagegen verlangt nur einen rieht über die jetzt in Erwägung begriffenen Plan ־ und verpflichtet den Bor.nl zu nichts. Sein Wortlaut ist noch dazu unklar: in! besonderen irt der Auadruck ״Pläne“, der im Amendement gebr.1״r'.1t wird, unverständlich, da man nicht weiß, ob diu Pläne der Rfgiertuig, die' Pliiiu! der Zionkien oder die Pläne der kürzlich nach l'a!s־׳.tina c(.l׳..־׳t:ultc11 7l״ui!;ti־;cl1e11 IC11״)mia׳.i11i1 ifcinciut Mud, Oder h'.witlt^ ,;ich dieser Ausdruck etwa Irgcwltvir auf das Projekt einer englisch* jiiilischru Konferenz, da׳! jeizi tliäudierl wird? Immer• hin, wir 01״ ich gern zu, daß da! Ainornhment einen Deinerkens wer!eit Fortschritt nicht nur gegenüber der ,־»Hai, sondern auch gegenüber der neueren Haltung de« Board gegenüber dieser wichtigen Erage bedeutet. Lord KnthschiU! sprach .in der Sitzung von einem pr.aktischeu Projekt, das vom Komitee des Boards für ausvvärlige Angelegenheiten zum Zweck der Mitarbeit an I (Ier 1:rr;ch;u11(i■ einer jüdisch-nationalen Heimstätte in I’aliisiina mi .[׳carbeitot wird. Wir hoffen von Herzen,!Sab sich hierauf das angenommene Amendement bczieht. ... Wir hoffe!!, daß das Komitee für auswärtige Angc- Itgciihf.ilcii bald berichten und mit praktischen Vors cli lägen hervortreteu wird.“ Die Konferenz der Nrv/ Yorker ״KehiÜah“ Am 13. janmr fand eine außerordentliche Kon* ferenz der Jü di selten Gern eilt de von New York statt, die zum Zweck der Reorganisation der Gcmciodcverfassimg einberufeu war. Fast 200 Delegierte, nahmen an der Konferenz teil, die von dein Vorsitzenden Dr. j. L. Magncs mit ■ einem Referat über Zweck und Ziele der Kehillah eröffnet >.\urde. Dr. Magii׳!! betonte die Notwendigkcii einer dur(!!greifenden Reorganisation der Kclüünh i aaf den!(־,!•rati׳׳eher Grundlage und führte aus, daß die | in Europa iililldien Gcmcindevurfassungen ab nicht in E/Vbrreinxiimn!nug mit dem freien Charakter der rcli* gibsen, sozialen, erzieherischen ttud philanthropischen lJiilcrnebmmigcit in Amerika für die Keiiiilalti nicht in Betracht kämmen. Er erwähnte, daß die New Yorker Judenlieit im Jaltrc 1017 allein. 17G00(30t) Dollar für lokale jüdisehe Zwecke gespendet habe, wobei die Beträge für Kriegshilfe nicht miiiiibe,griffen sind. Dr. S. II en der ly legte den Rcorganisa'■ t io us plan für die neue Verfassung! der Kehillah vor, der von der Konferenz, einstimmig angenommen wurde. Nach dem neuen Statut wird die Sladt New York in 18 Gemeinde׳,listrikte zerlegt, die eine Ge* sauilzahl von 100 Gemeiiidebezirketi umfassen. Die Distrikte erhalten Namen, die Eiuzeibrzirkc Nummern. Die Delegierten zur KchiUah-Conventrou werden gcwählt 1) von Einzelmitgliedern der Kehillah, 2) von Synagogen, Organisationen und Institutionen, die der Kehillah angt hören, 3) von zentralen Organisationen (Föderationen, Orden etc.) in GroC-Ncw York, dere« Haiipivrreiiic der Kehillah angegliedert sind. Die Gesamtzahl der Delegierten zur K<11Tah-Convention bei rügt 550. Die Maximalzahl■ der■ von den 100 Kehillah-ilc/irkcn gewählten Delegierten soll 500 sein, die Zerit ral-Organisationen, die Föderationen, Orden clc. haben das Recht zur Wohl von höchstens 50 gleichmäßig verteilten Delegierten. Jeder der 18 Kcliilkih-Bez.irkc wird von einem Di• striktskomitee geleitet, das vom Vorsitzenden des Exe* ■ kntivkomiiees der Kehillah׳ ernannt wird und 10 bis 13 Mitglieder umfaßt. Der Vorsitzende jedes Distriktshomiim ist gicidizeilig Mitglied des Exekutivkomitees der Kehillah. Vor Schluß 'der Tagung brachte Herr Joseph 0a• 1' 0 n (1 e ß folgende Resolutionen ein, die einsümmi«■ angenommen wurden: ״Die Delegierten der cuficrordmtlichcii Konferenz der Kehillah in New York, welche die organisierte Demokratie der Judenlieit New Yorks repräsentieren, begrüße!!, mi; Freude die Erklärung den cngli* scheu Ministers des Acußcrc«, Arthur ja• nies B.il'nur, wnurch die britische Regierung die Er• richtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina begünstigt. Diu Konferenz druckt־ dem englischen Volk, das durch ׳ ■ine Regierung dazu he,(getragen hat, die Vcrwi'.Jri'chun'׳ des p'opEeLsc': n Traum*■ d s J"d 8 heit Volkes betreks seiner Wiedergeburt und seiner Erneue- ׳}»!ויי iu Zion näher zu bringen, die Gefühle seiner tief• slen I loch,•ichh!!!(׳ und Dankbarkeit aus. Die Konferenz spricht ebr.i1ir.il■! dem italieni* scheiß und scrI>isc 11 cn Volk ihre Dankbarkeit aus, die durch ihre Regierungen die Stellungnahme der britischen Regierung za den Hoffnungen und Bc* Strebungen des jüdischen Volkes für seine Wiede!hersteil.mg und autonome Verwaltung in Palästina bestätigt haben. Die Konferenz richtet an alle der Kehillah angc• gliederten Organisationen und an alle Juden New Yorks tnid Amerikas den Appell, mit ganzem Herzen und niit größter .üpferwiiligkeit die zionistische Be* w e f; u!1 g zu unterstützen, damit der Traum und die Hoffnung unseres Volker,, dieuns in 2000 Jahren niemals verlassen haben, jo :״...׳:!cl! wie vcr• wirklicht werden“. Nr. 20 4 Bd1״ Antkr.IsT.1 S!df011 Ctüldnutnns (Gestorben in Poriah am '21. Adar 5f>78 — 5. März 1018), ich sehe ihn lebendig vor mir, wie er im Jahre 1<10() als Abgesandter einer Achu .a Gruppe in St. Louis nach Palästina kam: mit seinem klassisch schönen Kopf, in dom zwei Fctttraugeii die feurige Stele verrieten. Er kam voll von Energie und Begeisterung für den Gedanken, dessen Schöpfer und Verkünder er war: durch Gründung von Gesellschaften und gemeinsame Erwerbung und Bepflanzung von Boden jedem Juden, der über bescheidene Mittel verfügt, einen Landbesitz (Acliusa) iu Palästina zu verschaffen, dessen Ertrag ihm den Lebensunterhalt gewähren solle. Unter allen den Oi'iiiuMiiekcn, die er (!;:mal. he• sichtigtc, gciicl ihm am 1h-'U״׳ einer, das, in der N.ihc der Kolonie Jenima hoch 01km! auf deu steilen Ufer■ höhen des Tiberiassecs gelegen, einen pr.u h‘,vollen Aus• blick über die weite 1׳liehe des Tiherias׳:ees und die Windungen des Jordaulaufcj bot. Hier beschloß e! für sich und seine Freunde in St. Louis, der ersten pnl.'c.Uiicusi'- tlicn Achusa ein i Seim zu gründen. Mil Feuereifer ging er ans Werk. Jeder lag, der ihn von dem ersten Spatenstiche auf dem neuen Boden trennte, schien ihm verloren. Voller Ungeduld kam er täglich, um die Kaufformnülätcn zu hcsi!111 uuigen, und war glücklich, als er nach einigen Wodien die Sache ins Reine gebracht und in der Person des i lernt Israelit, eines Kolonisten aus Knstiuic, (*,,ich Verwalter für die anzulcgcnde Wirtschaft gehl׳ «cn hatte. Er reiste dann nach St. Louis, um in kurze-r Zeit mit seiner Frau und seinen Kindern nach 'Palästina zuKkk/ukchren. Es kennzeichnet den Mann und seine völlige Hin• gäbe an seine Idee, daß es ihm niemals in den Sin!! kam, den Unbequemlichkeiten und Schwierigkeiten de« täglichen Lehens irgendwelche Bedeutung beiztilege«. So wie er cs als sullisvcrstäiullich betrachtete, daß seine an städtischen Komfort und das kultivierte Lebe» Amerikas gewöhnte Familie dieses Leben mit dem Auf• enthalt in einer kleinen palästinensischen Kolonie vcr• tauschte, so machte er auch nicht das geringste Auf• heben davon, daß er, da auf dem neuen Poriah gcnannten Grundstück noch keine Itiiir.i-r errichtet waren, Monate hindurch mit seiner zahlreichen Familie in einem kleinen Zimmer in Kineret!« hausen mußte. Und als dann in Poriah die ersten Baume gepflanzt mul die erste!« Häuser errichtet wurden, welche Freude und welcher Stolz erfüllte ihn dal Nicht •gering waren die Hindernisse, die sielt der Entwicklung der Wirtschaft cntgegetir.teiUcn, trotzdem diese in Herrn Israelit einen vortrelflichcn Verwalter gefunden hatle. Aber Goldinaim wußte mit seinem unverwüstlichen Optimismus und seinem Glauben an seine Idee allen Schwierigkeiten zu begegne«. Die letzte« beiden jalire vor dem Weltkriege, in welche!« die angelegten Pflanzungen gediehen mul einen hob• nungsvollen Ausblick in die Zukunft cröffneteii, sind wohl die schönsten Jahre in Goklmaiins Leben gc• wesen. Mit lachendem Antlitze führte er die Besucher immer wieder von neuem durch seine Pflanzung und der Schimmer einer frohen Ziikimftserwartuug leuch• tetc aus seinen Augen. Leider war es ihm nicht vergönnt, seine Hoff* Illingen sich erfüllen zu schon. Eine tückische Magenkrankheit ergriff ihn im Jahre 1913. Ich sali ihn damals im Kraiikenliause in Jerusalem nach einer schwc* ren Operation. Die Krankheit hatte seine Widerstandskraft und seinen Optimismus nicht gebrochen. Er war in zuversichtlicher Stimmung und glaubte bestimmt, in kurzer Zeit wieder gesund zu werden. Aber die Krankheit nahm weiter ihren zerstörenden Lauf und als iclt Ooldmani! im Herbste 1916 in seinem Hause in Poriah int Krankenbette wiedersah, war er mit seinem eingefallenen Gesicht und seinen schneeweiß gcA-u• denen Haaren schon vom Tode gezeichnet. Er scibg aber glaubte auch damals noch nicht an sein Ende. Er sprach nur davon, daß die reine Luft Porias um! die gute Milch seiner Herden ihm doch schließlich seine Gesundheit zurückbringen werde«. Die bö artigc Krankheit und alte Schwierigkeiten, die der Weltkrieg für ihn und seine Wirtschaft ״ebnuht hatten, hatte» seine Zuversicht auf eine bessere Zukunft nicht erschütter!! können. Päiocl־. ein und ein halbes Jahr hat er dann ans Bett gefcsse.lt mit dem Tode gerungen. Und nun komm! die Nachricht, daß auch er von dem Aliübcr• winder bezwungen worden und am 21. Adar 3878 dahinge gangen ist. Viele?allen iu diesen Tagen vor der Zeit. W'!r sind durch diesen Krieg gewöhnt worden, junge »I״!f• mmgsvolle Augen sich .schließen zu sehen. Und dvicit ergreift die Tragik des Tode:; von Simon Go!d;aa׳u mich besonders tief. Nicht nur für ihn, der vor ofülltcm Werbe von hinnen ging, sondern für lins ־die ist cs ein schwerer Verlust, daß er den Frühling, der hoffentlich nach diesem Kriege für die jüdische Arbeit in Palästina kommen wird, nicht mein־ erlebt hat. Seine Energie und sein Frohsinn lütte» uns viel gegeben. Aber da das Schicksal es anders gewollt hat, so soll wenigstens sein Andenken in uns fortlcbcn als das des treuen Juden und des vorbildlichen Pio* niers. Möge das Bewußtsein, daß sein Wirken im Dienste unserer Arbeit nicht vergessen werden wird, auch seiner Frau und seinen Kindern Trost geben! Konstantinopel. A. Ruppin. Bcr'in. Am Diemtag, dem 21 Mai, abends 8Vä U spricht im ״Zionistischen JugenUvere Berlin“ Herr Rechtsanwalt Dr. Max Strauß ül ״Ostjiidcti und Emigration“,

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