Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIII (1918)
- Issue
- Heft 18 (3.5.1918)
- Date
- 1918-05-03
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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jUEDirtCG Nr. 18 s Seil: 136 ן, 1 hincr Dr. <). Tlion uml die orthodoxen Rabbiner De mbH /.er und Jlorwitz. ln der Stadt herrscht noch immer die Besorgnis, daß die Exzesse siel! wiederholen könnten. 111 .besomiere wirtl dem I. Mai mil I>:m/vcr Sorge e11!!:r!fe11 gi’M'hrn. ln ver1;el1iedem:n Krei.sen zirkulieren < icruchte, daß an dienen! Tage von neuem Unheil ׳gesrlichru wird. Wie aus Krakau iiiilgetoiii wird, scheinl aber diese IWfürehtun״ für Krakau selbst wenig begründet zu sein. Die Jüdische Selbst wehr, die in Krakau bereits ihre Kraft gezeigt hat, ist hier gut organisiert und1 die lloligane, «lie das genau wissen, werden es nicht wage״, sich dein Widerslandc der jüdischen Sclbstwehr auszu• liefern. Viel trauriger stellt es um die der Juden in der Provinz und in den Vorstädten Krakaus. liier gekillt; cs bis jetzt nicht, die Organisation der Selbstwehr auf die entsprechende Höhe zu bringen und die Antisemiten haben daher hier freien Spielraum für ihre Tätigkeit. Charakteristisch ist die Stellung der polnischen Presse zu den Vorgängen. Die in Galizien erscheinenden polnischen Zeitungen brachten über diese Ercignissc gar keine Berichte oder begnügten sieh mit kleinen Notizen in der Chronik. Die einzige von den Juden vielfach gelesene und demokratische Zeitung ״N o w a Ke forma“ brachte erst am 10. April die erste Nachrieht und aucli diese war in einer Weise abgefallt, die die jüdischen Leser dieser Zeitung in Entrüstung versetzte. Die Tatsache des Mordes wurde geleugnet und ״Herzschlag“ als Todesursache angegebm Als Antwort auf dieses Verhalten der Zcitting wurde keines der der Exemplare, die am Freitag Früh zum Verkauf in das Judcuvicriel gebracht worden waren, von den Juden gekauft. Die polnischen Zeitungen außerhalb Krakaus nehmen die gleiche Stellung ein. In Warschau zum Beispiel wurde bis zum 23. April keine Nachricht über die Krakauer Ereignisse veröffentlicht, Die erste Korrespondeiiz aus Krakau erschien in ״Przeglod Weezerny“ vom 23, April, in der als Ursache der Unruhen Brottiiangel hiugestellt wird. ״Die Legionäre“, heißt es in dieser Korrespondenz, ״nahmen an den Unruhen nicht teil. Die ganzen Exzesse sind eine Provokation von zwei, drei verdächtigen Männern. . . . Der Kaufmann aus Stryj ist an Herzschlag gestorben.“ Das ist alles, was die polnische Presse in Warschau über die Ercignissc zu sagen hatte. Mit Recht schreibt die ״Wiener Morgenzeitung“: ״Wir sind gewohnt, Völker nicht nach der Erregung ihrer Volksmasscn zu beurteilen, sondern nach den bcsseren Männern, nach den ״zehn Gerechten.“ In Krakau hat ein echt russischer Pogrom siattgefiuiden. Wo sind aber die Koroleukos, Gorkis und Toistois, die ebenfalls zum russischen Volke gehören und am Tage des Unheils ihre Stimme zum Protest erhüben haben׳? . Krakau ist doch nicht ein Dyuow oder Mjelez, wo die Pogrome vor kurzem stattgehmdeii haben. Krakau besitzt eine Universität, Akademien, wissenschaftliche Gesellschaften. Die polnische Politik und die Wissenschalt, Religion und Kunst haben hier ihre höchsten nationalen Vertreter, in Krakau befindet sich dai Zentralkomitee des polnischen Sozialismus und niemand war, der dem verwilderten Volke ein Wort der Beruhigung zugerufen hätte. Selbst der Führer des polnischen Soziaiismus wollte seine Popularität nicht auf die Karte setzen. . . . Die ganze ״bessere“ polnische Gesellschaft hat mit Befriedigung aus den Fenstern dem Schauspiel ztigcschaut und viele Polen haben zufrieden' gelächelt, als man die Juden auf den Straßen Mißhandelte. Nicht zehn, kein einziger Gerechter fand sich in Krakau am Tage des Unheils.“ Und das ist es, was den Ereignissen ihre traurige Bedeutung verleiht. Polnischer ״Witz“ In der Nummer 11 des polnischen wöchentlichen Witzblattes ״Muchy“ (Fliegen) ist die ganze zweite Seite von folgenden ״Osterworten“ bedruckt: ״A11e1u j a: Der von den Juden ermordete Christus ist am dsitton Tag anferslandeii, zum Himmel gestiegen; mit seinem strahlende״ Blick umfaßte Er die Weit und I rauer bewölkte das göttliche Antlitz des Herrn, denn er erblickte, daß Sein blutiges Opfer die Sünden der Well nicht ausgemer/t hat. Die Juden, weiche das schwere Verbrechen der Gotteskrcuzigung sühnen, wülilen in der W u 11 d c' d e r Menschheit. Das sali Gott und sprach: Mögen die Juden das gelobte Land besitzen, und cm Wunder ist geschehen: keinem von den kern hat der Krieg etwas gebracht, aber die J 11 hab :n in ih r 111־ II ii ״ d t״ ׳ das üolil der ן zen Welt nufgehüuft und Jerusalem erob Alleluja! Lobst den Herrn: Möge das ganze Volk voi Jkhen, daii Lr das Wunder der Wunder gescl lasse, daß d i e s U ngc zi p f c r, m i t c!1 ri s 11i c Blute v ölige sogen, unser unglückliches \!and verlasse. Mögen schon vor der nächsten Mo rote die qualvollen Jahre vergelten und möge das teslamm, das die Welt von ihren Sünden erlöst schelten lassen, daß die Judas-Söhne von dannen Palästina fortgehen und würde dann der äolische I uns erschallen: Hosaaiu für Ein Kommentar zu 'dieser «dien Hetze ist überflüssig. ganz Polen.“ unflätigen, kraß-antisemiti- 111 trtrt' - - 1 hc Nation: Irr!. T:׳ :11 di«! atiouale Aiitomü.’.:','. }'«*־׳;riHiic. d i ׳; c 11 «׳ N a l i «> n a 1 t י:־.?» 11 in; •; kr.iim׳, der hekamiilieh in der cr;.icu /׳. h der u,.1-autKcuu1 S1 •11):,ä,i!nii;׳.kt־it, noch vor •Jeu < lemeii'-d. w:.,11-11 und den Waiden /um jiidi,dien Kongreß z1!.־:m1me1!;:c'teil worden war, war provisori •eh an׳; de» Vertretern der fünf nationalen Parteien . (/.ioni itcii, Bund, Vereinigte, Poa'e Zion und VolknpurU») zu־ ׳m1me!!gr,;,et/t worden, indem die Zentralkomitee:» dieser fünf Parteien die;,;!eiche Zahl von Vertretern, jede ztlm Personen, entsandten. Die Oemeimlewahlcu und die Waldau zum Jüdischen Kongroß zeigten aber, daß die Zahl der zionistischen Vertreter größer ist als die Zahl der vier a n d c r e 11 P n r t e i c!1 zusammen und manche dieser Parteien, die im Nationalrat eine so bedeutende Vertrctiuig besitzen, in der, Provinz gar keine -Stütze hinter sich hat. Die Zionisten verlangten dah,er die Ein- Setzung eines neuen Nationairates, der von tief gesamten jüdischen Bevölkerung gewählt und nicht bloß von den Zentralkomitees ernannt würde. Sie erklärten, daß sie, solange diese Forderung nicht verwirklicht worden sei, die Beschlüsse des Nationairates, den sie nicht als die wahre Vertretung des ukrainischen Judentums anerkennen könnten, ignorieren und die Sitzungen nur zu!ni'orinauoiiszweckeu besuchen würden. Nachdem Dr. Silberl'arb sein Amt als Ministe! für jüdische Kulturangelegcnhciün liiedergelcgt hatte, schlug die Ra da dem Jüdischen Nalioualraf vor, einen neuen Minister zu entsenden. Die Vereinigten, deren Kandidat Silberfarb war, lehnten es ab, bei den neugeschaffenen Verhältnissen am Ministerium tcüzunchrnen Dass.clbeii erklärten auch die Poalc-Zion und der Bund. Die einzige Pariei, die es fiir möglich hielt, ihren Vertreter in dieses Ministerium׳ zu entsenden, war die Volkspartei. Ihr Kandidat, Herr W, Lazki (Bertholily) wurde daraufhin der Rada für den Posten des jüdischen Ministers vorgesdilagen und von der Rada bestätigt. Wie die in Kiew erscheinende zionistische Wochenschrift ״Auf der Wacht“ berichtet, wird gegenwärtig in der ukrainischen jüdischen Oeffcntliclikeit die Frage der Einberufung eines sogenannten jüdischen Vorparlaments erörtert. Auf einer Sitzung des Nationairates wurde beschlossen, ein Vorparlameut einzuberufeii, das aus 125 Mitgliedern bestellt, darunter 50 Mitgliedern des Nationalrates der nicht mehr von neuem von der Bevölkerung gewählt zu werden braucht und 75 Vertretern der grollen Jüdischen Gemeinden. Die Zionisten dagegen erklären, daß das Vorparlament nur dann «las Recht haben werde, als VertreUuig des Ck:>a1ntju׳.k׳utums sich zu betrachten, wenn es lediglich aus g e w ä 111 i e 11 Vertretern der demokratischen Jüdischen Gemeinden bestehen wird. Inzwischen machten sieh Tendenzen bemerkbar, die Verwirklichung der Prinzipien der nationalen Autonomie zu verhindern. Das Ministerium des Innern und das PostmiiHsteriiim erließen Verordnungen, nach denen alle Anstalten, die diesen Ministerien unterliegen, Schilder und Aufschriften lediglich in ,der ukrainischen Sprache tragen 111ils-.cn. Gleichzeitig wurde das Gerücht verbreitet, daß die neuen Geldscheine, die gegenwärtig in Deutschland gedruckt werden, ausschließlich ukrainisch sind, ohne Aufschriften in den Sprachen der anderen Völker, die die Ukraine bewohnen. Die poale-zionistisehe Fraktion der Rada überreichte eine Interpellation wegen dieser Verordnungen mul Gerüchte. Auf einer letzten Sitzung der Rada wurde das Gcsct/esprojekt über die Bildung eines jüdischen Lehrerseminars angenommen ׳und die dazu nötigen Finaii/mitlel gewährt, Der Vorschlag der Z io niste 11, daß der National rat die Frage der Unterrichtssprache des jüdischen Lehrerseminars lösen soll, wurde nhgclchnt und von der Rada die jüdische Sprache als Unterrichtssprache des Seminars festgesetzt. Die antisemitischen Unruhen in der ukrainischen Provinz halten noch immer an. Die Unruhen in U1I cssa und Cherson scheinen keinen atu;;(•prägten antijüdi• :׳dien Charakter zu haben, Dagegen in den kleineren Städten in der Provinz wütet eine ausgesprochene anti-!. e m i t i sc 11 e A g i t a t io 11. in Go go 1 e w, Gotiv, Tschernigow, bradil am 2'i. März ein Pogrom aus, der von den I I e i d a 111 a k e 11 geleitet wurde. Zwei Juden, Belanowsky und Kahauow, wurden während des Pogroms von den ukrainischen Soldaten erschossen. Ein'e Pogrouistimiiiuiig herrschte auch in den Kolonien des C 11 e r s o 11 e r Gouvernements. Besonders artete der Pogrom in S a w r a n (Gouv. Podoiien) aus. Fast alle jüdischen Geschäfte wurden geplündert. Die Hälfte der Stadt wurde .später in Brand gesetzt. Dein jüdischen Ar/i der Stadt, Klein, der ein Führer der Selbstwelir war, wurden beide Hände akgc.iehiiiticu und das Gesicht schwer verunstalte!. Sein Schwiegervater wurde nackt anf den Straßen unter Mt!".:!:!;r;׳;!elUmg timliergetricben und mit Stöcken gesell lagen, bis er auf der Straße starb. Die Rada setzte eine Untersuchunga-Kommission ein, die ׳die Schuldigen -''.!!.;findig machen und bestrafen soll. Die Kommission besteht aus fünf Personen, drei Ukrainern, einem russischen Sozialdemokraten und einem. Zionisten (M. 1 lindes), Ukrainer und 111 Cdidca ׳ Dem Jüdischen Prcßbüro in Stockholm wird aus Wien berichtet: Am 23. März fand ׳in Lemberg eine Konferenz voi! Vertrauensmännern aller ■ukrainischen ׳Parteien in Galizien statt. Die Konferenz ctcllte!1, n. die f'ordem״״ der Umwandlung Osrt;;:!i;:c1;3 11:18 des ukraiui;dien Teiles der Bukowina in einen ukraini;dien Stantsorgsiiismii׳; im Rahmen Oesterreichs auf. Sie er-!.Kurte: dabei: den polen, Juden und anderen uatioiialcu Minderheiten die volle Sichert! 11 g der nat io 11 nie n Autonomie und politischen ü i e i e it 1) e r 1׳ e 1111 g 1111 g /uzuerkeiinni. Der Krieg׳ hat die poliiisdi-iil.niiiiisehon Ik/ieliimgcn wieder außerordentlich verschärft. 1 >ie im Anschluß an «las Polcimianifest der Zciitralmäelite vom 5. November iß 10 durch kaiserliches Handschreiben angekündigte Sonderstellung Galiziens bedeutet nichts andereals die Umwandlung dieses Landes in einen in seinen Augelcgeiiheiteu souveränen polnischen Staat, in welchem die Ukrainer ein ganz bescheidenes Maß national killturclicr Rechte erhalten, die Juden aber der nationalen Entrechtung und politischen Unterdrückung endgültig ausgeliefert werden,!)er indem wesentlichsten Punkten bekannt gewordene Verfassnngsentwurf des Polcnklnbs läßt in dieser Beziehung keinen Zweifel zu. Aus-diesem Verhältnissen heraus mußte naturgemaß wieder eine gewisse 1t k ra i 11 ischj ü d i s c he Annäherung entstehen, die in dem zitierten Be- Schluß nun ersten Mal in einer offiziellen ukrainischen Kundgebung zum Ausdruck kommt. Damit ist jedoch natiiriieh nocht nicht gesagt, daß die Juden nunmehr der. von den Ukrainern geforderten Zweiteilung Galiziens und der Vereinigung Ostgaliziens ׳mit der nördlichen Bukowina zu einem ukrainischen ’Staatswesen ohne weiteres zustimmen können. Die Juden Galiziens und der Bukowina haben Anspruch darauf, daß die Neu- Ordnung der politischen Verhältnisse nicht zu einer Zerstückelung und Atomisierung der jüdischen Bcvölkerung führt. Sic müßten daher nicht bloß nationale Autonomie in einer eventuell zu schaffenden ukrainischeu Provinz, sondern auch die Möglichkeit staatlich anerkannten organisatorischen Zusammenschlußes der gesamten Judcnlicit über den Rahmen der neuen Provinz hinaus fordern. Auel! ׳müßten entsprechende Sicheningen fiir die tatsächliche Durchführung der politischeu Gleichberechtigung und für das von den Juden geforderte Mindestmaß nationaler Rechte in der Verwaltung, im Gerichtswesen usw. erlangt werden. Auf jeden. Fall ist der ukrainische Beschluß als erster Schritt aufrichtig zu begrüßen. Weitere konkrete Ergebnisse dürften bei beiderseitigem guten Willen im Wege der Verständigung von Volk zu Volk erreichbar sein. Warschauer Brief In das stille Gewässer des Warschauer jüdischen Lebens platzte die Verkündigung der Wahlen zur Jiidischcn Gemeinde wie ein Stein hinein. Nachdem die polnische Regierung offiziell sieh mit «lern von den Deutschen erlassenen jüdischen Organisationsgesetz schon seit langem befallt und eine besondere Korninission eingesetzt hatte, die das Gesetz prüfen und Vorschläge für seine Reform machen sollte, hatte cigentlieh niemand damit gerechnet, daß die deutsche Verwaltung sich über diesen Akt der polnischen Regierung ohne weiteres hinwcgsetzcn und die •noch rüdkständigen Wahlen für die Jüdischen Gemeinden in Warschau Lodz und Czcnstochau unter Außerachtlassung der Vorschläge der polnischerseits eingesetzten Kottv• inission und über den Kopf der polnischen Regierung hinweg anordnen würde. Alan hat sich in Warschau den Kopi darüber zerbrochen, was wohl der Grund zu diesem überraschenden Vorgehen der deutschen Verwaltung sein möge. Politisch besonders hellsichtige Kreise wollten darin eine ahsichlichc Ürüskicrung der polnischen Ver- Wallung sehen. Wir glauben nicht, daß mau m solchen Kombinationen zu greifen braucht. Den für «las ganze Organisationsgcsctz verantwortlichen Stellen bei der Verwaltung lag wohl daran, das so vielfach angefeindete Gesetz auch in seinen letzten Konsequeii/eii unter Dach und Fach zu bringen und die zukünftige polnische Regienmg, die ganz zweifellos das Gesetz Wesentlich oder gar ganz umstellen wird, vor eine vollendete Tatsaclw zu stellen. Wenn schon das Gesetz geändert werden wird, so soll wenigstens die Gemeindeverwaltung für die nächsten Jahre seinen Stempel tragen. Weiche besondere Färbung dieser Stempel haben wird, wenn es nach dem Willen der Urheber des ganzen Gesetze» geht, obliegt keinem Zweifel und geht am einfachsten aus dem nicht zufälligen Umstand hervor, daß die erste Nachricht von der Ausschreibung der Wahlen im ״J üdis eben Wort“, dem Organ der beiden deutschen Rabbiner erschien, wie denn auch die ״Agudath- Fl ao rt hodo x im“ die erste und einzige jüdische Organisation war, die von der deutschen Regierung offiziell von.der Ausschreibung der Wahlen verständigt wurde. . . Es ist bereits früher mitgeteilt worden, daß die deutsche Verwaltung die krassesten Un/uläiiglichkeitcn ihres Gesetzes schon selbst beseitigt und den Zensus auf mir I.— Mk. jährlicher Sleuerleistmig festgesetzt hatte. Damit ist t.V,sächlich der großen Masse, die bisher von den Wahlen ausgeschlossen war, die Anteilnähme daran ermöglicht. Geblieben ist aber die unerhörte Und unmögliche Ku r icnei n 10 i 1 ung. Die Väter dieser in jedem Sinne unjüdischen Einteilung der Wähler in zwei in ihrem Wahlrecht gleichberechtigten, in ihrer Wälijcrziffcr ungeheuer verschiedenen und nach äußerliehen sogenannten Intelligcnzmcrkmalen unterschiedenen Wählcrklasscn behaupten bis in die letzte Zeit mit besonderer Vorliebe, daß sic diese Einteilung getroffen haben, um der bis jetzt die Gemiinde Verwaltung au»- schließlich beherrschenden Schicht der Assimilatorcn, die ohne diese Einteilung gänzlich hinweggefegt werden würde, auch weiterhin einen mehr oder weniger m^ß-