Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1918-05-03 · Heft 18 (3.5.1918) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIII (1918)
Issue
Heft 18 (3.5.1918)
Date
1918-05-03
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2651273-2652077-2652094--11559-2669095
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

mehr, überall nur Minderheit zu sein. Der Zionismus j luiüplt au die ruhmreiche Vergangenheit lies Juden• lums au, ■ohne aber etwa aus ihr einen historischen Anspruch’ herleiten z.u wollen. Vielmehr ist der starke Wille, im Lande der Viiter zu arbeiten mul liier eine produktive Aufgabe zu erfüllen, die wie die Erfüllung jeder produktiven Aufgabe der Menschheit im ganzen zu gute kommt, die wahre Legitimation des Rechtes des *jüdischen Volkes auf Palästina. Der Zionismus erstreckt sich in der Hauptsache auf das Ostjudeutum. lur Wcslen wird die fortschreitende Verwirklichung der zionistischen Piiine in Palästina zur Folge haben, «laß sieh die zur Assimilation entschlosscucn Juden schneller assimilieren werden als bisher, während umgekehrt die nicht zur Assimilation entschlossenen schnell zur national-jüdischen Auffassung zurückkclirci! weiden. Denen, die in der Mitte zwischen beiden Gruppen stehen, wird die Schaffung des national jüdischen Zentrums in Palästina es erleichtern, ihr Anderssein ruhig und stolz, zu tragen. Ich selbst gehöre der Zionistischen Organisation nicht an, sondern bin beim Studium östlicher Fragen ganz von selbst auf das Osljiidcntimi und den Zionismus gestoßen. Redner bespricht dann die Eignung der heutigen Juden für die Landwirtschaft und beleuchtet im Zu• sammenhangc damit die Aufwärtsentwicklung der jüdischen Kolonien in Palästina, die für die landwirtschaftlicheu Fähigkeiten der Juden Zeugnis ablcgcn. Der Nutzen, den die türkische Stcuerwirtschaft aus der jü• dischen Ansicdlung Palästinas zu erzielen vermag, er• hellt aus der Tatsache, dal! z. B. die Erträge der Zeimtcnstcucr in 12 Kolonien innerhalb von 10 Jahren auf das Siebenfache gestiegen sind. Zur Beurteilung der wirtschaftlichen Bedeutung des Zionismus für die Türkei ist eine Besprechung der wirtschaftlichen Zustände des türkischen Reiches erforderlich. ’ Obwohl die Türkei ein reiner Agrarstaat ist, vermag sic sich nicht selbst zu ernähren. Sie führt weit mehr Getreide ein als aus und muß trotz Erzeugung von Wolle, Baumwolle und Seide für viele Millionen Textilwaren, trotz Ausfuhr von Häuten und Gerbstoffen für 17 Millionen Sciiuhwarcn cinführen. Die Handelsbilanz der Türkei ist in hohem Maße passiv. Die Staatsschuld ist ständig im Steigen begriffen, die deutsche Kapitalinvestierung betrug 1012 bereits 000 Millionen Mark, eine erhebliche wirtschaftliche Ge• fahr, weil ihr keine aufsteigemlc Wirtscliaftsentwicklung der Türkei entspricht, Der Grund für diese wirtschaftlichen Milisliimle ist die mangelhafte Verwalhing des Landes, die Mangelhaftigkeit der Steuer• mul Bodcngesctzgclning, vor allem aber der Mangel an Be• völkerung. Man mul! es vom Standpunkte der Tür• kcl aus geradezu als einen Glückszufall betrachten, dal! es Menschen gibt, die nur auf die Gelegenheit warten, ־ in die Türkei cinziiwaiidern, und cs ist uuvcrstäiidlicli,” dali die Türkei den Nutzen einer solchen Einwanderung nicht bereits früher erkannt hat. Redner belegt diese Ausführungen noch mit eingehenden Zahlen. Redner bedauert es, dali die Mittelmächte, besonders Deutschland, nicht bereits vor England eine Er• kliining für den Zionismus abgegeben haben. Der Zionisnvus sei loyal, er verlange nicht die Loslösung Paliistinas aus der Türkei. Seine national-kulturellen Wünsche könne das jüdische Volk als kleine Nation im Rahmen eines gröberen Staatcnvcrbandes besser verwirklichen, als unter englischer Oberherrschaft, wo die ständige Gefahr einer Anglisierung vorläge. Bei der strategischen Bedeutung, die Palästina für England hätte, würde cs gerade dieses Gebiet durchaus zu bcherrscheu und mehr als andere Protektorate dem cnglischeu Einfluß zu• unterwerfen suchen, Aus diesen Gründen müßte ein jüdisches Palästina, auch wenn es in englischem Besitz, bliebe, je länger je mehr aus Selbsterhaltungstrieb von England-Amerika nhriieken mul einen engeren Zusammenhang mit der Türkei und Rußlaml suchen. Daher wäre die jüdische Besiedlung Pa- Uisiinas vom deutschen Standpunkt aus 'zu begrüßen, selbst wenn es bei der englischen Eroberung Palästinas bliebe. Die Türkei hat cs in dev Hand, Palästina ohne die Zionisten in seiner bisherigen Wertlosigkeit für den türkischen Staat zu belassen, oder cs mit den Zionisten zu einem der wertvollsten׳ und ergiebigsten Teile des Reiches zu entwickeln. Wenn wir mithelfen, den Zionismus seiner Verwirklichung cntgcgciizuführcn, so dienen wir sowohl dem nach seiner Wiedergeburt htm■ gernden jüdischen Volke, den türkischen Bundesgenossen, wie auch den Interessen des eigenen deutschen Landes, ln der Diskussion ergriff zunächst der Reiehstagsabgeordnete Bergrat a. D. Gothcin das Wort: Ich sehe in dem deutschen Juden nur den Deutschen jüdischer Religion, ebenso unzweifelhaft ist aber für mich, daß die Osiijuden weder Russen, noch Polen, noch Rumänen sind, sondern eine eigene Nationalität, die in einem nationalen Gegensatz zu ihrer Umweit lebt. Die nationalen Gegensätze im Osten werden auch in Zukunft andaticrn. Wir haben uns entschlossen, die Bestrebungen der jüdischen Kolonisation in Palästina zu fördern, weil wir an die Möglichkeit glauben, daß in Palästina ein Kul turzentrum in wirtschaftlicher und religiöser Beziehung geschaffen werden kann, und daß damit eine starke Politische Bedeutung verbunden ist. Es ist nicht zu verkennen, weichen Einfluß die Juden in allen Ländern auf die öffentliche Meinung haben. Politische Gesichtspunkte lassen es wünschenswert erscheinen, daß in Palästina jü• dische Ansiediungcn entstehen. Es ist richtig, dali bei den grollen Schwierigkeiten, die damit verbunden sind, ein starker Impuls notwendig ist, den die europäischen Juden aus nationalen Gründen unterstützen 11:,! •r..׳:u Es i:,t <1e׳> halb mit Sicherheit aiizun■:'innen, daß Palästina!n willschaftlirhcr Beziehung durch die Ikn1ühu:;;ict׳ von jadrehe!• Seile zu einer wertvollen Siedlung geinaeiit werden kann. Wem! die Juden dabei ihre nationale Selb'•tamligkcit wicdcrgewiimen, r.o werde:' wir das freudig begrüßen als ein Wiederniubliiheii des ältesten Kulltircleineiitcs. Wenn wir hierbei unsere Uuier.lützimg gewähren, so identifizieren wir uns 11ir!1t mit allen Be- Strebungen, die man hier unter dem Namen ■des! Zionismus Zusammenfall!. Hierauf nahm «las Wort Geh. Regieiiingsiat C 11• i n o w. Er führte aus, daß die• Fürdermig der auf die• Arbeit in Palästina gerichteten lialicmal■jüdischen Bc- Strebungen schon vom Standpunkt der reinen Mensch• liclikcit geboten ist. Ein soziales Werk gilt es, zu schaffen, mul wir müssen uns dabei des Wortes erinnern: ״Deutsch sein, heißt eine Sache tun ihrer selbst willen tim“ und nicht etwa wegen der politischen Möglichkeiten, die sich vielleicht in 10 oder 20 Jahren ergeben können. Man nuilHe auch im Osten die national-jüdischen Bestrebungen unterstützen. Geh. Regienmgsrat Cleinow erklärte sich trotz verschiedener Bedenken, die er gegen eine all• zu hohe Einschätzung der politischen Bedeutung des Zionismus habe, zur Mitarbeit an den Zielen des neugegründeten Komitees bereit. Reielistagsabg. Cohen- Rcuß besprach in einem Schlußwort einzelne von früheren Rednern vorgebrachte Einwämle ,und begründete das optimistische Urteil, das er über die Bedeutung und «jie Aussichten der zionistischen Bestrebungen habe. Das Komitee müsse sich freuen, wenn sich Leute finden, die an der von ihm zu fördernden Sache um 'ihrer selbst willen mitarbeiten wollen, aber man braucht auch jene, die sich klar darüber sind, daß in den Kreisen, die die Politik ihres Staates zu verantworten haben, Männer maßgebend sind, die sich von realen Interessen leiten lassen. Deshalb sei es notwendig, auf die materiellen wirtschaftspolitischen Gesichtspunkte hinzuweisen, die bei der Förderung des Zionismus für die Türkei als den Bundesgenossen Deutschlands und fjir Deutschland selbst sich ergeben ' werden. Zum Schlüsse •forderte der Vorsitzende Exzellenz Ra s c 11 d au die Anwesenden auf, sich dem nctigcgrüudeten Komitee als Mitglieder anziischlicßcn. Unter ihnen befanden sich Vertreter der politischen und militärischen Behörden, der Presse und Literatur, sowie vor allem Mitglieder der verschiedenen politischen Parteien und der Wissenschaft, Was gilt es heute zu tun? Von Walter Lew i n, Berlin. Genug mit den Ausbrüchen der Freude über unsere außer- und innerpolitischen Erfolge! Genug mit dem weichlichen Wohlgefallen an SympatUieiinlleruiigen, die jetzt da mul dort unserer Bewegung zu Teil werden, genug mii «lern etwas fragwürdigen Stolz über die Tat- Sache, ernst, wirklich ernst genommen zu werden von Kreisen, die uns bisher gering schätzten, ja verlachten! Genug! I lento gibt es Ernsteres zu tun. Nicht, daß wir die Bedeutung und die Notwendigkeit weiterer politischer Tätigkeit unterschätzten! Hoffen und vertrauen wir doch vielmehr, daß es gelingen wird, die bisherigen Erfolge in «lein Maße weiter ausz.ubaucn, daß politischerscits der freien Entwicklung unserer Paliistinakoloni- Ration keine Schwierigkeiten mehr im Wege stehen werden. Die Erreichung dieses Zicks liegt jedoch naturgemäß einigen wenigen Politikern *) ob, die Aufgabe weiterer Kreise kann aber diese außenpolitische Tätigkeil nicht sein. Auch die inncrpolitiscT.c Ausnutzung unserer außer* politischen Erfolge, zu der die Heranziehung weiterer zionistischer Kreise denkbar ist, scheint uns, wenn auch wichtig, doch nicht die wichtigste Aufgabe zu «ein.- Wichtig ist sie gewiß, mag man über die anzuwendenden Mittel, wie über den zu erwartenden Erfolg auch verschiedener Meinung sein, in der Hinsicht, daß sic die Gelder heranschaffen soll, die für den kommenden Abschnitt unserer Paläutln&ko'.onlsation benötigt werden. Was aber helfen 11113 eile politischen Erfolge, was Gelder, was Anhänger unserer Idee, wenn uns das Material fehlt, «las wir zum Aufbau unserer Siedlung am Unabweisbarsten brauchen: die Menschen, c’i; bereit und geeignet sind, heute oder später nach Palästina zu gehen und mit ihrer eigenen Hände Arbeit •an unserem großen Werke mitzuarbeiten 1 Diese Menschen hcranzubildcn, das scheint uns die Aufgabe zu sein, die .heute am dringlichsten ihre Erfüllung: verlangt. An ihr sollen und können alle Zionisten mitarbeiten. Nun ist man auch schon in den verschiedensten Ländern, an allen Ecken und Enden unserer Bewegung an diese Palästinacrzichung herangegangen. Doch taugt e? nichts, daß wir uns etwa auf das verließen, was in Amerika iir dieser Hinsicht getan wird, daß wir uns dabei beruhigten, die Amerikaner werden schon das“ Notwendige leisten; wir müssen an der Steile, wo wir stellen, in dem Lande, in dem wir leben, nach unserm besten Können an der Durchführung des als so wichtig erkannten Vorbercitungswcrkcs mitwirken. Ls sind ja auch in Deutsch!and schon allerliami Ansätze vorhanden, wobei cs gleichgültig ist; aus welchen Motiven, zionistischen oder nichtzionisti* sehen, die Arbeit mitgenommen worden Ist; ich habe liier das Berliner Jüdische Volles:nciin, die Gartenstadt• gründung usw. im Auge. Leider sind so wichtige *) ,Ihnen muß ccUrdvcr Erreichung ihrer politischen Verfügung stehen. dlich unsere Presse zur ׳'ecke bedingungslos zua Dinge, wie Gründung von landwirtschaftlichen Lthrbctrieben in Polen, Gründung einer Mädchenfarm in Deutschland, nicht über «las Stadium der Entwürfe hinausgckoiniuen. Wenn wirkliche Erfolge erzielt werden sollen, so müssen sich viel weiteie Kreise des Ernstes «ier Aufgabe bewußt werJen, viel weitere Kreise tätigen Anteil nclmtcn. Vorzüglich denke ich hier an (iic schon bestellenden großen Jugendorganisationen, , (lenen es «loch wirklich, in ihrem eigensten Interesse, nicht sch,׳)den könnte, wenn ihnen ein neues, wirkliches!.eben schaffendes Tätigkeitsfeld eröffnet wird. Wcitcriiin ist, es aber nicht nur notwendig, daß eine weit größere Zahl von Zionisten sich mit «1er Aufgabe der McfiseiicnbereitsteUuug für Palästina befaßt, sondern daß auch «iie Arbeit systematischer augefaßt wird, daß nicht liier und da, nicht neben- und gegeneinander gearbeitet, sondern ,nach bestimmtem Plan «Jas Wichtigste zuerst, das weniger Wichtige später in Angriff genommen wird. Gilt es «loch nicht nur, für die Zeit 11nmittelb.11' nach dein Kriege die geeigneten Pioniere für unsere Kolonisation v.xi schaffen, gilt cs doch, auch für spätere Zeilen, «iic mit dem Wachsen des Kolonisationsinnfanges wachsende Forderungen nach Menschen stellen werden, vorzusorgen. Kurzum:• ein Erziehungswerk von bedeutendem Umfang ist uns auferlegi, das nicht leichtsinnig und nach persönlichen Stimmungen, sondern mit bewußtem Ernst erfüllt sein will. Im Folgenden sei versucht, ein Programm für dieses Erziehungswerk aufzustellcn, darzulcgen, was und wie gearbeitet werden muß, zu entscheiden, was dring• lieber, was weniger dringlich ist. Dabei soll nicht auf Ein• z.clheitcn eingegangen, vielmehr sollen in großen Zügen die Richtungsliiiicn vorgczcjchnct werden. Wenn wohl auch mancher Vorschlag späterhin erst genauer bcarbeitet werden muß, um für eine wirksame Verwirkliclumg brauchbar zu werden, so Wollen wir uns «Joch nicht täuschen: ist c^st die Wichtigkeit der Palästinaerziclumg erkannt, wird cs nicht langwieriger wissenschaftlicher Vorstudien bedürfen; mit dem rechten Willen , wird bald erfolgreiche Arbeit geleistet werden können! Die erste tuid wichtigste Forderung in unserem Erzichungsprogramm ist: denen, die fest entschlossen sind, kurz nach Friedcnsschluß nach Palästina zu gehen und sich im Rahmen unseres Siedlungswerks zu bctätigen, muß die Möglichkeit gegeben werden, sich die für ein Leben in Palästina notwendigen berufliehen uns sonstigen Kenntnisse auzu* eignen, Ls herrscht wohl kein Zweifel, daß wir in Palästina gut vorgehiklelc Menschen besser gebrauchen k<i11neu, als solche, die auf gut Glück herübergehen. Zunächst handelt es sich also darum, diejenigen festzustellen, die im Lauf der nächsten Jahre nadu Palästina gehen wollen. Da über die wirklichen Bedürfnisse Palästinas nach Arbeitskräften bei vielen, «He sich mit dem Gedanken einer Uchorsicdhing tragen, Unklarheit herrscht, wäre eine Art Bcrufsbcratungsstcllc für Palästina sehr angebracht, «iic dem angehenden Palästinapionier bei der Wahl seines zukünftigen Berufes beiiilflich ]st. Nach Wahl dfcs Berufes entsteht nun die Frage, ob der junge Mensch genügend Geld für eine entsprechende Ausbildung hat und ob die für seine Ausbildung erforderlichen Institute existieren. Trifft beides zu, wie z. D. bei einem wohlhabenden Mediziner, 80 brnlicht die zionistische Gemeinschaft nicht weiter für ihn zu sorgen, da ja auch die Einrichtungen für die Erlernung der notwendigen außcrbertiflichcn Kenntnissc bereits existieren, zum Teil, wie die hebräischen Lehrktirse, unter Mithilfe der Zionistischen Organisation geschaffen worden sind. Verfügt der Betreffende jedoch nicht über die zur Ausbildung notwendigen Geldmittel, so gilt es, sie ihm zu verschaffen, falls er für die von ihm gewählte Bcrufstätigkeit geeignet erscheint. Sind nun die Geldmittel vorhanden, so können immer noch die Schulen usw. fehlen, in denen die notwendigen Berufskennlnisse zu erwerben sind. Hier denke Ich vor allem an die, die sich in Palästina lau «Iwirtschaftlich betätigen wollen, d. h. in der auf lange Zeit hinaus wohl wichtigsten Palästiuaarbeit. Sollten sicli nun genügend junge Männer und Mädchen finden, so wären landwirtschaftliche Lchrfarrncn zu gründen, wenn aus Mangel an Beteiligung nicht in Deutschland, so in Polen, der Ukraina, Galizien usw. Wir dürfen diese Aufgabe nicht etwa ausscliließlich! den polnischen, ukrainischen und galizischen Juden überlassen, sondern wegen ihrer ungeheuren Wichtigkeit geistig und materiell nacti Kräften zu ihrer Erfüllung beizutragen suchen. Zu warnen aber ist davor, irgend jemanden in der Richtung zu beeinflussen, daß er seinen Benif ausschließlich in Hinsicht auf palästinensische Verhältnisse wählt. Ein! solcher Entschluß: darf nun ohne jede Beeinflussung von außen gefaßt werden. Gewiß sind die die Wertvollsten, die alle Brücken hinter sich abbrechen, die ihnen einen sicheren Rückzug gewähren könnten! Gewiß sind die die Besten, die mit dem festen Willen nach Palästina gehen, dort zu leben oder dort zu sterben! Aber ein solcher Entschluß ijat nur Wert, wenn er aus dem Innersten kommt und niemand kann für ihn die Verantwortung iibcrochmen, als' jeder für sich selbst. Wir dürfen keine Menscheu züchten, die nicht für Palästina und nicht für die übrige Welt taugen. Ja, nicht nur, daß wir uns jeder Beeinflussung enthalten müssen, haben wir die Pflicht, diejenigen zu warnen, ihr Leben ausschließlich auf Palästina zu stellen, bei denen wir aus Kenntnis ihrer Persönlichkeit anzunelunen berechtigt sind, daß sie nicht Menschen von dauerhaften Neigungen und einem jeden Widerstand brechenden Willen sind.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.